Mittheilungen
des Seminars
für
orientalische
sprachen an ...
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Mitteilungen des Seminars
für Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich - Wilhelms - Universität
zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
ERSTE ABTEILUNG: OSTASIATISCHE STUDIEN
Geh. Gber-Regierungsrat
JAHRGANG X
Berlin 1907
Kommissionsverlag von Georg Reimer
Geschäftliche Mitteilung.
1. Der Pros jedes Jahi^ianges der »MitteUungen« (bestehend
aus drei Abteilungen: 1. »Ostasiatische Studien«, 2. »West-
asiatische Studien«« 3. »Afrikanische Studien») betrSgt 15,
der Treis der einzelnen Abteilun«? 6 Mark.
2. Die »Mitteilungen« sind durch alle Buchhaudluiigen des la-
und Auslandes su beziehen.
3. Die für die »Mitteilungen» besttmmten Zuschriften, welche in
deutscher, fran^dsischer, englischer oder italienischer Sprache
ub<j;cf"aßt srin kuniien, wolle maji an die Semiuardirektion,
Berlin NW 7, Dorotheenstr. Ö, oder au die eiuzelueu Ii45dak-
teure adressieren.
Mitteilungen des Seminars
für Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Berlin
JAHRGANG X
ERSTE ABTEILUNG: OSTASIATISCHE STUDIEN
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
Bariin 1907
Kommissioiiaveriao von GeorQ Rotmar
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I
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Mitteilungen
des Seminars fur Orientalische Sprachen zu Berlin
Erste Abieilung
Ostasiatische
Studien
Redigiert von
Prof. Dr. R. Lange und Prof. Dr. A. Forke
1907
Berlin
Kommissionsverlag von Georg Reimer
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Inhalt.
Seminarffhronik filr die Zeit vom Oktober 190G bis August 1007 I
Lan-Heiig. Selected Essays of the Philosopher Wang Ch'uiig. Translated
from the Chinese and annotated by Alfred Forke (Part II) I
Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens. Verordnung, betreffend die
DiVnatverhältniaae and Gebahrnime der Armee. tTberaetzt von Dr. H an er . Hi
Kane Geschichte der Marianen. Von Georg Fritt '21S
Der amtliche japanische Briefstil. Von Dr. jnr. W. Mflller 229
Bürherschan. Buddhist and Christian Gospels being Gospel Parallel« from Pali
Texts, now first compared from the Originals by Albert J. Ediiiuiida. Ttiird
and complete edition. Edited with Parallels and Note« from the Chinese
Buddhist Tripitaka by M. Anesaki. Besprochen von R. Lange. — Japanese
Conversation - Grammar, witli numerous reading lessons and dialo^ies,
by Hermann Plant. IWö. Julius Groos, Heidelberg. Besprochen von
Christopher Noss 2%
Mitt d. ben. £ Orleot Spn«ben. 1907. LAbt
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I
Seminarchronik für die Zeit vom Olctober 1906
bis August 1907.
T^hs Seminar zählte:
a) im Wintersemester 1906/07: 311 Mitglieder — darunter
10 Post- und 10 Eisenbahnbeainte als Mitglieder des Kursus
behufs Ausbilduni; im praktisehcn Gebrauch der rusui-
schen Sprache — uud 19 lIosj»itaiiten und Hospitantinuen.
Gesamtzahl der Seminarbesucher: HltO Personen.
L) im Sommerseinesli r 1907: 197 Mit<^lieder — darunter (> Post-
und 7 Eisenbabnbeamte als Mitglieder des Kursus behufs Aua-
bildung im praktischen Gebrauch der russischen Sj)rache —
und 5 Hospitanten und Hospitanttnneu. Gesamtzahl der
Seminarbesucher: 202 Personen.
Der Lelirkörpcr bestand:
a) im Wintersemester 1906 07 aus 27 Lehrern und 12 Lektoren.
Zu Beginn des Wintersemesters wurde der bisherige
Hilfslehrer des Russischen, Herr Dr. A. Palme, zum etata-
mäßigen Lehrer dieser Sprache am Seminar ernannt. Anfang
Februar 1907 trat Herr Wang Ching Doo aus Schanghai
als Lektor fur den chinesischen Dialekt von Shanghai in
den Lehrkörper des Seminars. Mit Ende des Semesters
scliieden der Flilfslehrer des Russischen, Herr P. Klentze,
sowie die beiden Suaheli -Lehr^hilfen, Suedi biaFar«
jallah und Tabu binüledi, aus dem Dienste des Seminars;
letztere kehrten in ihre Heimat liagamoyo in Deutsch- Oat^
afrika zurück.
Am 25. März 1907 verstarb nach kurzem Leiden der
Lebrci des Türkischen am Seminar, Profes^^nr T)r. K. Foy.
Er hatte dem Lehrkörper seit dem Herbst 1890 aniiehört.
Dem Lehrer des Suaheli, Herrn Professor Dr. Velten,
wurde der Rote Ädlerorden TV. Klasse und den beiden
chinesischen Dozenten, Herrn Hsiieh Shen und Herrn
Yao Pao Ming, der Kronenorden IV. Klasse verlieben.
6) im Sommerseme.8tcr 1907 aus 26 Lehrern und 12 Lektoren.
Mit Anfang des Semesters wurde der diplomierte Scb&Ier
der türkischen Klasse, Herr caud. jur. Kurt Kam ke, ver-
tretungswdae mit der Abhaltung türkisdien Uaterriclits und
der Verwaltung der (ieschäfte der vakanten türkischen
Lehrerstelle beauftragt. Gleichzeitig traten an Stelle der
in ihre Heimat zurückgekehrten Suaheli-Lclirgehilfen Suedi
und Tabu die neuen Lehrgehiifen Saieh bin Omar und
Makinyo Makanyaga aus Tanga in den Dionst des
Seminars. An Stelle des frühem Hilfslehrers des Russi-
schen, Herrn Klentze, trat Herr Barou Reinhold von
der Osten -Sacken in den Lehrkörper. Am Schlüsse des
Semesters schipdeu der Lehrer des Arabischen, Herr Pro-
fessor Dr. Paul Scliwarz, und der Lektor des Amliari-
schen, Ht'rr Alt'ka Tajc, aus dem Lehrkörper des Sciui-
iiars aus. i^ctztcrer kehrte iu seine Heimat Abessiuieu
zurück.
Der Seminarunterricht erstreckte sich:
a) im Wintersemester 1906/07
auf 18 Sprachen:
Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, Ägyptisch, Ma-
rokkanisch), Amharisch, Äthiopisch, Persisch, -Türkisch,
Suaheli, Guzsrati, Hindustani, Haussa, Fulbe, Bantu-Laut-
lehre. Englisch, Französisch, Neugriechisch, Rumänisch,
Russisch und Spanisch
und 6 Realienfacher:
wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene,
tropiaclie Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch «Ost*
afrika, Landeskunde der deutschen westafrikanischen Ko-
lonien sowie Kolonial- und Konsularrcclit, Britisches Welt-
reich.
6) im Sommersemester 1907
auf 21 Sjjraclu'u:
Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, Ägyptisch, Ma-
rokkanisch), Amharisch, Äthio|)isch, Persisch, Türkisch,
Suaheli, Gu/.erati, Hindustani, Ilaussa, Fulbe, Ewe, Nama,
Herero, lOiiglisch, Französisch, Nt ugriechisch, Bumäniach,
Russisch und Spanisch
und (") IJi'alieufafljer:
wissejischallliche Hcobaclitiin^i'n aul lu-isi'n. rrojx'iiby^iene,
tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von l>eutsch-Ost-
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m
afrika, Ijandeakunde der deutBclMn weitafiikudschen Ko-
lonien, Deutscbe Kolonien, wirtschäftUcfae Geschtclite Noid-
amerikae.
Der Unterricht wurde erteilt:
a) im Wintersemester 1906/07 zwischen 8 Uhr mor|ren9 und
S Uhr abends.
ö) im Souimersemeater 1907 zwbdien 7 Uhr morgens und
8 Uhr abends.
Ferieukui-se fanden während der Herbst feiK u 1006 vom 15. Sep-
tember bis 14. Oktober und wiibrend der Osterferien 1907 vom
15. März bis zum 14. April ntatt.
Zu außer8tatuteninäßig;en Terminen im Mär/. 1007 sowie zum
statatenmäiäigen Tennin im Sommer 1907 brachten die naclistehend
TeizeicfaneteQ Mitglieder des Seminars durch Ablegung der Diplom-
prüfung vor der Königlichen Diplom -Prüfungskommission ilire
Seminarstudieu zum vorschnt'tsmäßigen Abschluß:
1. Franz Sclimidt, Referendar, im Arabisch- Marokkanischen;
2. Wilhelm Lange, cand. jur., im Persischen;
3. Tiein/ Buchentbaler, Oberleutnant, im Chinesiscben ;
4. Hans l aubert, Oberleutnant, im Chinesischen;
5. Wilhelm Hesse, stud, jur., im Chinesischen;
C). Artur Hösel, stud, jur., im Chinesischen;
7. Kgon Krukow, stud, jur., im Chinesischen:
8. Walter Strzoda, stud, jur., im Chinesiscben;
0. August Baiser, atud. jur.« im Chinesischen;
10. Gottfried Debio, stnd. jur., im Chinesischen;
11. Eugen Neumann, stud, jur., im Chinesiscben;
12. Hans Hülsen, stud, jur., im Chinesischen:
13. Erich von Wurmb, stud, jur., im Chinesischen;
14. Erwin Stroetzel, Referendar, im Chinesischen;
15. Kurt Herger, stud, jur., im Japanischen;
IG. Viktor Iliesenfeld, stud, jtir., im Japanisclien;
17. JaUob Wolffsohn, stud, jur., im Japanischen;
18. Walter Dirks, stnd. jur., im Japanischen:
19. Ernst Gierlicii, stud, jur., im Japani.sclien :
20. Paul Prieß, stud, jur., im Arabiseli- A^yptiselien:
21. Herbert Diel, stud, jur., im Arabiscli-.Marokkanischeu:
22. Alfred Freu n dt, stud. jur., im .\rabisch-Marokkanischen:
23. Johannes Haake, stnd. jur., im Aiabiseli-lMarokkanischeu :
24. Keiuhold üertelt, stud.jur., im Arabisch-Marokkanischen;
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IV
25. Gerhard Guertler, stud. ]iit . im Türkischen;
26. Kurt Ziemke, stucl. jur , im Türkischen;
27. Paul Kutsner, Mittrlsclmllehrer, im Raastscben;
28. Frans Lencer, Eichmeister, im Russischen.
Soweit vom Seminar aus festgestellt werden konnte, haben die
nachstehend aufgeführten Mitgheder des Seminars während der Zeit
vom August 1906 bis dahin 1907 in verschiedenen Ländern Asiens
und Afrikas Amt und Stellung gefunden:
1. Karl Steinführer, Referendar, aus Mecklenburg- StrcHtz,
als Dolmetschereleve bei der Ksiserliehen Gesandtschaft in
Tanger;
2. Martin Fischer, Referendar, aus Anhalt, desgl. in Peking;
3. Kurt Öcheffler, Referendar, aus Berlin, desgl. in Kon-
stantinopol :
4. En«; (Ml Lohr, Assessor, aus Provins Saclisen, als höherer
Beamter bei dem Kaiserlichen Grouvcmement von Deutsch-
Ostafrika;
5. Eugen Dinkelacker. Assessor, aus Württembeig, desgL;
Ii. Wilhelm Lorch, Oberleutnant, aus Bayern, als Offizier
der Schut/truppe in Deuts, h -Süd westafrika;
7. Cäsar Wegelin, Oberleutnant aus Bayern, desgl. in
Kamerun:
8. Gustav Cunow, Oberleutnant, aus Bayern, als Offizier
bei der Greii/re^jjuHerungskommission in Kamerun:
9. Kurt von Steginann und Stein, überletitnant, aus
Selilosien^ als Offizier der Schutztruppe in Deutsch -Ostr
al'rika:
10. Willie Im Bock von Wülfingen, Leutnant, aus Han-
nover, (les^l :
IL Burghard Kabo von Pappenheim, Leutnant^ aus LLcssen-
^ Nassau, desgl.;
12. Franz Reuter, I^utnant, aus Westfalen, desgl. in Ka-
merun ;
13. Karl Leisel, Leutnant, aus Königreich Sachsen, desgl.;
14. Krieh Schiller. Kolonialeleve, aus Westfalen, als Kolonial-
eleve bei dem KaiserUcheii Gouvernement von Deutsch-
Ostnfrika:
15. Fritz Weidner, Kolonialeleve, aus Hanil>urg, desgl.;
1(). Josef Bauer, Kolonialeleve, aus Bayern, desgl.;
17. Albert Hager, Kolonialeleve, aus Königreich Sachsen,
desgl. ;
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V
IS. Gottfried Haun, Kolonialeleve, aus Hessen -Nassau,
desgl.;
19. Oskar Karsted t, Dr. jur., Kolonialeleve, aus Berlin,
desgl.;
20. Morits Kurs, Kolonisleleve, aus Warttembei^, desgL;
21. Gustav Lauff, Kolonialeleve, aus WQrttembefg, desgl.;
22. Karl Orth, Kolonialeleve, aus Hessen- Nassau, desgl.;
23. Rudolf Häuser, Verkehrspralttikant, aus dem Elsaß, als
Beamter bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-
Ostafrika;
24. Justus Ha this, Verkehrspraktikant, ans Lothringen,
desgl.;
25. Franz Hiller, Landmesser, aus Berlin, deagl;
26« Ludwig Schoen, Polizeibureaudiätar, aus der Rhein-
pfovins, desgl.;
27. Georg Hesse, Finanzaspirant, aus dem Großherzogtum
Hessen, desgl.;
28. Rudolf Regner, Bahnadjunkt, aus Bayern, desgl.;
29. Max Seharlau, Schichtmeister, aus Brandenburg, desgl.;
30. Max Spennemann, Forstbeamter, aus Berlin, als Forst-
bcaniti'r bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-
Ostafrika;
31. Felix Jahn, Forstbearater, aus Ostpreußen , de^^l . ;
32. Bernhard Krumm, Lehrer, aus dem Rheinland, als Lehrer
an einer Regierungsschule in Deutsch -Ostafrika;
33. Ernst Rottner, Postdirektor, aus Baden, als Vorsteher
des Kaiserlichen Postamts in Konstantinopel;
34. Wilhelm Rothe, Postdirektor, aus Hannover, desgl. in
Daressalam;
35. Paul ßurthal,TeIegraphenassistent, ausKönigreichSachsen,
als Postbeamter in DeutscIi-OstMfrika;
36. Kurt Menge, Postassistimt, aus Pommern, desgl.;
37. Fritz Waßmuth» Postassisteot, aus Hessen - Nassau,
desgl. ;
38. Georg Krueger, Missionar, aus Hannover, als Missionar
in Sfulchina:
39. Ernst Eich ho ff, Missioiiskaiididat, aus Hessen- 2>jassau,
desgl. in Deutsch -Südwestafrika;
40. Gu8tav Becker, Missionskandidat, aus der Rheinprovinz,
desgl. :
41 . Ii r i s t i n n K ü h ii i r t , Missiooskaudidat , aus 8acbsen-
Meiuingeu, desgl.
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Von den vom Seminar herausg-pijebenen Publikationen ist
im Dezember 1906 Band XX der »i.ehrb&cher des üemi-
nars: Misch lieh, Wörterbuch der Haussaspracbe« er-
schienen, während von dem «Archiv fur das Studium
deutscher Kolonialsprachen • Band V : C os t a n ti ii i , Lehr-
buch der neupommerachen Sprache, und Band VI: Heudle,
die Sprache der Wapogoro, in den nächsten Tagen zur
Auagabe gelangen werden.
Der Direktor,
Geheimer Ober-Regierungsrat
Sachau.
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Lim-Heng.
Selected Essays of the Piiilosopher VVaug Cli'uug.
Translated from the Chinese and anuutated by Alfred Fobkk.
(Coaiiniied from MiU. d. Sein. f. Orient. Sprachen 1906 L Abu p. 400»
referred to aa 1^ p. . . .}
CHAPTER XVU.
Spook Stories {Chi-yao).
Duke Ling of Wei^ was proceeding to Chm. When he had
arrived on the banks of tlie river 7^/,^ he heard at night-time a
new tune ])Iayed on the guitar, wliicli pleased him so well, tliat
he ordered somebody to ask his attendants about it. They all
reported that they had heard notliinc: Then he called for the
music-master C/iilau, and told liim saying-, " There was some one
plavin? a new melody, I o;ave orders to ask my followers about
it, but they all stated that they iiad not heard anything. It is,
as if a ghost made the music for me. Pray, listen to it and write
it down for me." The music-master Chnnn acquiesced, sat quietly
down, played the !?\H"tar, and wrote down the tune. On the following
morning he reported that he had got it, but still re([uircd some
practice. Fie therefore asked for one uieht more to prartisr'. Duke
Lhif] {^ranted this re([uest. ('hnan. practised one more night, and
00 the next morning he had mastered it. They then went on
to Chin.
Duke P'hig of Chiu^ fea.sted hnn on the S,hi yt terrace.* When
they were flushed with wine, l)uke Lirifj i{)a,e and said, " I have
a new tune, which I would like to have played for Your Highness
to hear." The duke consented, and he called u|)oii the music-
master Vhi'tan to sit down next to the music-master A uangy to
> 5S8-499a.e.
^ On the border of the provinees Ckik and' Bhamkmg,
* 556-030 B.r.
* Jffi i/^ '^f'e ^hl-rhi chap. 24, p .^Ov. calls it (be "5A»-Ai» terrace," |^
which was sttoated oa the Fin river in SItmsU
]Bltd.BMklOrlMlflpiMlMB. 190?, LAlrt. 1
2 Powkk: Litn>H#ng.
takf the lute, and strike it, but, ere Cfifutt, IkhI finislwd. A' uanfj
grasped the instrument, and sto{)prd him isaying:. This is a s'niix
of a doomed State. You must not proceed." Duke P iny iuquiretl,
'"Where does it come from?" — The mnsic master A uanr) repUed,
"It is a liceDtious melody composed by (lie niusic-inaster F<?h, who
ina^le this voluj)tiious miisie for C/iou. Wu Wan^ executed Cfion,
hanging his head on a white banner.' Yen lied to the east, and,
when he had reached the river /'m, lie dr.>A\ ned Iiimself. Therefore
to hear this tune one must be on the banks of the /'m. If form-
erly any one heard it, his State was wiped out. It must not be
continiud." — Duke P ing said, " I am very partial to music Let
him i;o on." Chilan then linislied his tune,
I)iiK<' I' ii'fj said, "What do they call tins air?"— music-
mnster re[)lied, " It is what they call G major."" " Is not G major
moht plaintive;'", asivcd the duke. — ' It does not come up to C
major," replied K uang. — " Could 1 not hear C major? ", inquired the
dwkc. — The music-master rejoined, "You cannot. Of old, only
{irinct'S possessed of virtue and justice were allowed to hear ('
major. Now the virtue t>f Your Highness is small. Yon could
not stand the hearing of it." — The duke retorted, " 1 am very
partial to music, and I would like to hear it." K\iang could not
help taking ti[) the lute ajul thrnmming it. When he play*(l the
first part, two tunes eight black cranes came from the south, and
alighted on the top of the exterior ij;ate. When he played again,
they formed themselves into rows, uad, wlien he played the third
part, they began <'rovving, stretching their necks and dancing. Hap-
ping their wings. The nf)tes F and (J were struck with the greatest
precision, and their sound rose to heaven. Duke P ing was en-
raptured, and all the guests were euchauted. The duke lifted the
goblet, and rose to drink the health of the music-master K uang.
Then he sat down again, and asked, "Is there no more plaintive
music than that in C major? "
K'uanff rephed, It falls short of A major." — ** Could I not
hear it? **, said the duke. — The music-master replied, "You cannot*
Of yore, Hmnff It assembled the ghosts and spirits on the Western
> Cf.fiMU ehsp.4. p. 11 and Chap. XXXVIII.
' I am not quite rertahi, whether (i, <\ and A ma or are a correct midering
of Chinese cfi'mg (olear^ .shang, chih and chio |^?| {j!>l((^ "f^J • ^" ''"^
conccrnant Im ^'ÄiVioi« Vol.VI, p. llr» ihmc notes are idetiti<if»H with w/, iif. aud /«. •
At any ra{#» vh'htp (rlear) y|Jy njirl Its correlate cho inhscnit') would be a|»-
j)ropriate Uiriiis to deKignatc stiarp and tlat nolea. — The parallel paüsiage ol" the »SAj-c/m
omits to spo ify the airs, as is done here.
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Fous: Lnii'Itti^. 3
Mount T ai.^ He rode in an ivory carriage, to wliich were yoked
six black dragons. The Pi-Jaiig bird^ camo alonji with it. ami Cfi ih
Yu^ was in front. FJie Spirit of ilie Wind came forward s\\ ceding
the ground, and the Spirit of Rain moistened tlie road. Tigersand
wolves were in front, and ghosts and spirits in the rear, reptiles
and snakes crawling on the ground, and white clouds covering the
empyrean. A great assembly of ghosts and spirits 1 And then he
began to play in A major.* Your virtue, Sire» is small and would
oot suffice to ]iear it. If you did, I am afraid, it would be your ruin/*
Duke P*ing rejuined, I am an old man and v«ry fond of
OMine. I would like to hear it/'-^Tbe music-master K*uang could
not but play it When he had Btruck the first notes, clouds rose
from the north-west, and when he played again, a storm broke
loose, followed by torrents of rain. The tents were rent to pieites,
the plates and dishes smashed, and the tiles of the verandah hurled
down. The guests fled in all directions, and Duke P'tn^ was so
friglitened, that he fell down under the porches. Tbe Chm State
was then visited with a drought. For three years the soil was
Boorched up. The duke*s body began to suflfer pain and to languish
thereafter.*
What does that mean? Since the State of Duke lAng of Wei
was not going to ruin, whereas Duke P^wff of Chm fell sick, and
his State sufiered from a drought, it was not spook. The music-
master K*uang had said that the States of those who had heard
this tune before, were destroyed. Now the two States had both
heard it before.
How do we know that the new tune was not played by the
music-master Km? — ^When Yen had jumped into the Ai, his body
ctecomposed in the water, and his vital essence dissolved in the
mud. How could he still touch the lute? CJCn Yuan flung himself
^ The «sered Mount T'ai '\a in the East, in f^htnfung, not in the West.
' Some say that it ?8 the spirit of woncl. It is cifscrilxv! r\ hird with one
wing, always carrying fire in its mouth, and portondiii^ tire in tin' Imuso wlurc it
ijipears. According to the Shan-hai-kui^ it would be a bird like a crane, liul with
ooe leg, a green pliunage adorned with red, and a white betk.
' A Itgeudiuj penwn said by some to Iwve been a minister of Muattff Ti.
Cf. Chap. XXXV.
* the details about the as<.enihly of gho.st.s are omitted in the Shi-c/ii.
^ The sauie story, illustrative of the magical force of music, is told in a
panllel passage of theSM^ii^ chap. 24, on music^ p. 31) 864. Since the text of the
iMi-htnff Is fuller, I pmenine that Woiy CA'wy did not quote the Shhchij bat had
aa older «ouree, probably tli« aauie, from whidi the Shi*ehl has copied.
1*
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4
FonCB: Lun-Hc'iig.
into the river. He was as able a writer as Yen was a player of
the guitar. If Ym could strike the lute again, llien Ch'a Yuan would
have heen able to write again. When Yang Tse Yün lamented Ch'd
Yuans death, wh^efore did he not show his gratitude? While
alive, CK H Yuan was a very active writer, but he could not thank
Yca^ Tse Yün^ because, when dead, he became mud and earth. His
hand being rotten, he could not use it again to write. Since Ch'ü
Yuan could not use his rotten hand to write, Yen could not thrum
the guitar with Iiis tainted thumb either.
When Q/u/itcius was buried opposite to the Sse river, the Sse
flowed backwards. They say that it was the spirit of Coi^vcius which
caused the Sse to flow backwards. Confttcius was very fond of
teaching, just as Yen liked to play the lute. Provided that the
music-master Yen could strike the lute on the banks of the Pu^
why could not C&t^ucuu teach in the vicinity of the jSw?
Viscount Chien of Chao"^ was sick, and for five days did not
know anybody. His high officers were alarmed, and then called
Pien CK'io.^ He entered, inquired into the nature of the malady,
and then went out again. Tung An Yn^ asked liim, and Pien CKio
replied, " His blood circulation is all ricrht, but it is strange. Form-
erly Duke Mil of CKin* has been in such a state. Alter seven
days he awoke, and, when lie had recovered consciousness, he spoke
to Kung Sun Chih and 'ise Yu^ saying, 'I have been in God's
abode. T was very haj)])y, and I stayed away so long, because I
was lucky enouf^li to actjuire some knowledfjc, God told me that
the Chin State would be in convulsions lor live g» ii< rations and
have no repose, and that the next powerful prince w iiltl die, be-
fore he was old. Owing to the son of this jiu»narch no distinction
between nieri and women would be made in my country.' Kuncj Sun
Chih Wirte it all down, and kept the paper in a trunk. Then
ensued the revolution under Duke JJsicn of Chin,^ the domination
of Duke WVn,* the victory oi Duke Ihtang^ over the army of Chin
» 516-457 B.c.
' JRwj Ch'io is tilt- honorary appellative of C'A'm l'üeh Jen, « «elebrated phja*
iciao who travelled troin State lo Stale.
* A aiiiiister oi' V iscount Chien.
* 658^20 BX.
* Ofliosi» of Clfin.
* (575-651 B.c.
» 634-627 B.c.
* 826-620 B.C
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5
at YaoK «ad his weakness towaids Iiis woman-folk on Iiis mareli
home.* The aicicnefls of your prince is identical with this. Within
three daja it will cease, and then the patient will have something
to say/*
When two days and a half had elapsed, Visoonnt Ckien he-
came oonscions again, and said to his high officers, " I have been
with God, and was very happy. With the spirits I roamed about
heaven, and enjoyed the highest bliss. The music and the dances
there were different from the music of the three dynasties, and
the sound went to heart There was a brown bear preparing to
sdze me. God bade me shoot it; I hit the animal, and it died.
Then a spotted bear attacked me; I hit it also« and it died. God
was very much pleased, and presented nie with two caskets of the
same contents, i then beheld a lad by God's side. God entrusted
to me a Ti^ flog and said, ' When your son lias grown up, give
it to him/ God told me further. ' The Chm State is going to be
destroyed; after ten generati<jiis^ it will have disappeared. Some
one of the family name of Y^ing^ will inflict a crushing defeat on
the people of Chau* west of Fan-ku*-!, but he \vill not keep the
country all the same. Now I think of the merits of Skun, there-
fore I will marry Iiis descendant M4iiff Yao to your grandson of
die tenth generation.*"^
Tung An Yü committed all these words to writing and kept
the document. . He informed Viscount Chien of what Pien Ch'io had
> A defiltt in Bonan,
* On the battle of Vao which took place ill 626 bx. cf. Tto-dkum Dok« Hä,
33d year. The weakuess of Duke Hsiang consisted in releasing his prisoners at
tlie reque<«t of his motliefp a jiriiiceas of CJ&'tn, which wa« deeply resented by bis
oHicers- VVrf. Chap. XL.
> Nortibem barbtriam. A dog waa probably a huge Mongoliui dog,
resembling a St. Bentardt much bigger tliau the eommoo Chiaese dog.
* We ought to read " seven generaUona " as the Shi-cM does. TIic charactei»
for seven riiid ten can be easily ronrntnided. ^'him's ^ickiifss tovik pl.uo in 5(X) n.r,
under ilte ix'igti of Dukt? /V' y of ('hin. From i>uke Inuf tu tiie end of the Chin
State, which in 375 broke up into tlte three uiarquisates of W d^ C7«vo, and Han^
Iber« are only seven ndere, Ting indaded. Viaeoont CAtm was a vassal of Duke
Täy and eneeetor of ibe later marqufoea and kings of OSIno.
* Ying was tlie fauiily name of the viscounts of ('hfio,
'■' This does not mean the people of the royal domain of Chou, hut tho people
of VVVi (Honcai), whose princes were descended from a side branch of the royal
bouie, their ancestor being ICang a younger brother of the Emperor Wh Wtt»g.
After the exliiictlon of CAle, the Marquia CMnff of Chao conquered seventy-tbrae
towiie from "Wei,
' It should bo " of the seventh generation," for King Wu Ling^ who was
married to Ming Yao, was a dencendaiit of Viscount ( 'A/m in the seventh degree.
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6 Pom; Lon-Rtiig.
said. Chien Tae theu made Fien CiCio a graut ot forty tiiouäaod
mou of land.
When, one day/ Viscount Chien went out, a man htuod in
his way. Though waruod off, he did not go. The retinue \ver(»
goin» to arrest him, when the man on the road said, "T wish to
liave an audience with His T.ordshij). " The attendants niiornied
Chien Jse^ who called the man cryln«^. "How tlelii^htful I 1 saw
you in my ramblcj»."'— " Send vour attendants away," said the man
on the road, " I would like iu st[)eak to you." When Cliien Tse
had dismissed his men, the man on the road eontinued, " Some
time ago, when Your Lordship was sick, 1 w as bluuding by God." —
" That is true," said Viscount Chien, " What did I do, when you
saw me?" — "God bade Your Lordship,"' replied the man on the.
road, '* to shoot the brown and the spotted hears, which both were
killed." — " What does that mean," asked Chien Tse. — " The Chin
State," replied the man, "will be in extremities, and Your Lord-
ship will take the lead. God ordered yon to destroy the two
ministers, lor the brown and the spotted bears were their I'ore-
fatliers." — "What does it mean," in([nired the ^'^iscount, " that God
gave me two caskets both having the same contents? "—The man
on the road said, " Your Lordship's son will conquer two kui^douis
in the Ti country, Avhich will he named after him.*'* — " 1 perceived
a lad near God, said Chien Tse, and God entrusted to me a It
dog saying, 'When your son has gro%vn up, give it to liiin.* Would
my BOD be pleased to have such a dog?" — "That lad, rejoined
th» man, **i8 your son, and the 2¥ dog is the ancestor of Tai,
Your Lordship's son will get possession of TaL Among your
deseendants th^ will be a diange of government, they will
wear Mongolian dress, and two States will be added to that of
the
Chien T99 asked the man*8 name and proposed to employ him
in an official capacity, but the man on the road declined saying,
am but a rustic and have delivered God*s messsge.*' Then he
disappeared.'
What does this mean? It was all spook, th^ say. The ex'
planation of the things seen in God*s presence, as given by the
man on the road was the correct interpretation, and the man on
the road himself an apparition.
* Tai aod GiUft.
' So far the story has been qnoted from the i^i-^ chap. 43, p. 7 seq.
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Fom: Lim» Hing. 7
Later on, the two ministers of Chm, Fan Tee and CKung
Hang Chao 2W mutinied. Visoount Chien attacked and routed thorn,
ami both fled to CKl
At that Hme Chien Tka had his sons »amined pliysic^omic-
ally by Au Pu Tu Citing^ None of them had any auspicious
sigos, but, when the physiognomist arrived at Wu //irA, his son
by his 7t wife, he declaied him to be noble. CA««» 7W conversed
with him, and discovered that he was very intelligent Chkn Tie
then called all his sons and said to them, have hidden a pre-
cious charm on Mount Ch'mtff,^ He who first finds it, will be
rewarded,'* All the sons ascended the mountain, but did not find
asything. When Wu H*ü returned, lie said that he had found the
cliarm. Viscount C&ien asked, how. " On Mount C/tangt* replied
WuHtä, **one is near To«,' whidi might be acquired." — CMm T»e '
thought him to be very clever, therefore he deposed the heir-ap-
parent, and put Wu i/«0 in his place. When Chim Tm died, Wu
Hrfl became his successor under the name of Viscount Hdang.*
After Viscount Us'mng had come to power, he instigated some-
body to assassinate the king of Tar, and annexed his territory, and
likewise he seized the territory of the CltUi family.* Later on, lie
married ^Jun<i from K ung-i'nug.^ Ton generations after Chien Tse'
came King Wu Ling.^ Wu ('liing^ intrr)duced to him Iiis mother of
the name Ying and his daughter AfAi^ loo.'*^ Subsequently King
WnUng seized Chung ahm, " and annexed the Hu territory. In his
nineteenth year King Wu Ling assumed tlie Hu dress, and his sub-
jects adopted the Hu customs. Kverything happened as predicted.
' Comp. p. 88.
* Another name for Mount Bing in Ta-Umy-fa in AVM SAtttm.
* A Ti State oecii|)yiiig tlio confines of North Shanä and MangoUa,
♦ Cf. SA^cAt, chap. 43, p. llv.
• An earldom in the south of the Chin State.
Name of a iiionntain in h'anxu and of ail aboriginal tribe (Jw^) settled tltere.
' It wust be "^eveti gctterations.'*
• Wu Lmff's reign lasted Irom 325-299 B.r.
* In the Sht<hit chap. 43, p. 19. WW CAin^ is caUed Wu Kuang, He was a
descend n sit of ■S'Aim.
The passage s»?€ms to be corrupt. The Shi-'-hi says Kvuny through
wife introduced (to the kiiig) his baantit'ul dangiiler Ymy Jhiiff i ao." First a
liilace girl, Mcruf I'ao, some years later, was raised tu the raitk of a i^ueeu. See on
Ibis passage CAovwiiMff. itfcfm. Hkt. Vol. Y, p. 68 Note 7.
" Originally a part of OArIn, in the modem Tinp-chou of Chili province.
" These Hu tribes were settled in the northern provinoea:— CAil^ iSAsmsi,
j^AoMi, and ikcmsii.
8
Fotn: Lnn-Hlng.
and nothing was wroug. TJie supernatural lucky sigus mauilesied
by portents all proved true; so they say.
All these tilings are not true. The lucky ami unlucky omens
happening one aftpr the other were like manifestations of Heaven,
but liow do we know that, as a matter of fact, Heaven did not
send any message? Because the man on the road was by God's
side, for only spirits of the hifjhest degree ean keep near the Ruler
of Heaven, riiose who forward God's commands are the liea\enly
envoys. Tlie envoys ot" human princes are provided with horses
and carriages, and ii would not be dignified for an envoy of the
Küh r of Heaven to stand alone on the road. Of heavenly olTicials
there are one hundred and twenty,' who do not differ from those
of the kings of the earth. The kin<^s of the earth have plenty uf
» officials and attendants, who have received their power after the
model of the heavenly officials. Since the officials of Heaven and
Earth are alike, their envoys must resemble each other also, and,
there being such a similarity, it is impossible that one man should
have been so dissimilar.
How do we know that God, whom Ckitn Tse saw, was not
the real God? We know it from the interpretation of dreams.
Towers, belvederea, hills, and mountains are images for an official
post. When a man dreams of aaoending a iow& or a helvedere,
or of mounting a hill or a mountain, he will get an offioe. In
reality a tower, a belvedere, a hill, or a mountain are not an of-
ficial post. Hence we know that God, whom Viscount C/den saw
in his dream, was not tlie Ruler of Heaven. When an official
dreams of a prince, this prince does not appear at all, nor does
he give presents to the of&dal. Therefore the interpretation of
dreams teaches us that God who gave Chien Tse two caskets and
a 7f dog, was not the Supreme Ruler. Since it was not the Ruler
of Heaven, the heaven over which Chien Tee roamed with the other
ghosts, as he says, was not heaven.
Sfiu Sm Mu Tee of 1«* dreamed that heaven fell down upon
him.* If this had really been the case, heaven would have drop-
ped upon the earth, and approaeliing the earth, it would not have
reached Shu Sim Mu Tse owing to the resistance offered by towers
and terraces. Had it reached him, tlien towers and terraces ought
to have been demolished first. Towers and terraces were not de-
> The «Ura, considered ■« the ofliciais of God. tho Kuler of Ueaveu, and aa
divinities.
* A nobleman of the I« State of the 8th cent. b.c.
' This dream is nairated in the r^-cAmin, Duke CA'wf 4th year (537 e.c).
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Foub: Lnu-H&ig. 9
moKshed, iheiefoxe heaven did not descend upon the earth. Since
it did not descend upon the earth, it could not reach him, and,
flinoe it did not reach him, that which fell down upon him was
not heaven, hut an effigy of heaven. As the heaven which fell
down upon S^SmMu Tte in his dream was not the real heaven, so the
heaven through which CS&awi Tse had been roving was not heaven.
Some one might object that we also have direct dreams, in-
«omoch as we dream of so-and-so, and on the next day see him
or, as we dream of a gentleman, whom we see on the following
day. I admit that we can have direct dreams, but these direct
dreams are semblances, and only these semblances are direct, which
will become evident from the following fact. Having a direct dream,
we dream of so-and-so, or of any gentleman, and, on the following
day, see Mr. So-and-so, or the gentleman in question. That is direct.
But, when we ash so-and-so or that gentleman, they will reply
that they have not appeared to us in our dreams. Since tliey did
not appear, the persons we saw in our dreams were merely their
likenesses. Since so-and-so and tlie said gentlemsn were likenesses,
we know that God, as perceived by Chim IW, was solely a sem-
blance of God.
The oneirocritics say that, when a man dreams, his soul goes
out. Accordingly, when he sees God iu a dream, the soul ascends
to heaven* Ascending to heaven is like going up a' mountain. When
we dream of ascending a mountain, our feet climb up the mountain,
and oar band uses a stick; then wc rise. To mount up to heaven
thoe are no steps, how should we rise then? The distance from
hearen to ns amounts to upwards of ten tliousaiul Ii. A man on
a journey uses to travel one hundred ü daily. As long as the soul
is united to the liody, it cannot move very rapidly, how much less,
when it walks alone! Had the soul moved with the same speed
as tlie body, C/ii>» Tse would have required several years for his
ascension to heaven and his return. Now, he awoke after seven
days, and became conscious again. How could the time be so short?
Tlie soul is the vital fluid; the movement of the vital fluid is
like that of clouds and fog, and cannot be very quick. Even if the
soul moved like a flying; bird, it would not be v^ry rapid. Some-
times people dream tliat tliey are flying: the ll\iiig is done by the
soul, hut it could not be quicker tlian the tliglit of a bird. That
fluid of heaven and earth \\ hieb possesses the greatest speed is the
storm, yet a storm does not blow a whole day. Provi(b'<l thai tlie
twill were flying like the storm, it-s speed would not last longer than
one day, and it would be unable to reach heaven.
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10 Foub: Lon.Hlaf.
When a man dreams that lie ascends tu heaven, it is during
the short span, while lie He» down. At his awakening, lie is per-
liajts still in heaven, and not yel deHCeiide«!. a> a j)erson, dreaming
fjf liavinfi arrived at I^o^ang. still finds liiniveif in Loyang. when
r'Hibed. H<ivv can the flight of the soul be deemed quick ? Kapidity
is not in it> nature, conseijuently the a.scension to heaven was not
real. Not bein<r real, it nnist have l)eeii a supernaturnl omen. The
man on tlie road, perceived liv X'i^count Chieii in Iiis Mvknrss bv
(ifxl's side and mib«*et|nentl\ inet on the roarl, speakini^ like a man,
was the same w ith the one wiiom he had st-en near Uod. There-
fore the explanation that a dream durini; tlie sleep is a state of
obscuration, which can he interpreted, when the sleeper awakes to
light again, is quite correct.
Whea Viscount Hsiang of Cliao had beea appointed,* the Earl
of Gah became more and more arrogant» He aaked land Ban
and Wti^ which Ilan and gave him. Tlien he made tlie same
> demand to €%ao, but Chao refused. This roused his anger to such
a degree, that with troops of IJan and Wd he assaulted Hshoy Tse
of Ckao, Viscount Hakmg alarm<^d fled to Gkui-yaug^^ and sought
shelter there. Yuan Kuo followed him. When he had arrived at
tlie post-town of To-j/ing^* he beheld three men, who from the
belt upwards were visible, but invisible from the belt downwards.
Thi^ handed two joints of bamboo, still unopened, to y«40fi Kuo
saying, Forward this for us to Wu Hta of Chao.*** Upon tliishe
told Hmng Tte. IIHemg Tse first having fasted three days, [)er8on-
ally cut open the bamboo, which contained a red letter reading aa
follows Wu IM of Ckaol We are the IJutM'ai Mountain," the
Marquis of Yang, and the Son of Heaven.' On the prng-h^U day of
the third moon, we will cause you to destroy Chik, and, provided
that you sacrifice to us in a hundred cities, we will also give the
• In 456 B.c. (cf. iibove p. 7).
^ /. f. the vl.sroutits of Han and Weif who together with those of Chao had
usurped iho power in f'/tin.
' Noar T*ai-t/ium-fu in SStmui.
* Tho <Sb<Ai calb this place Wmtg'tae, vrhidi waa siloalad in Cklang-i^
" The pfrsoiial nariif» of Viscntuil Jl^iin'j (iT. p. 7).
" A titountaiii in ) muf-tin-hjuiii (^-hunm) Ilo-lunff circuit.
' The reading uf ihc S/U-chi: — " .Mur(]uis of Slutu-ymuf (name of city) and
Envoy of Heaven '* seoiiio preferablo.
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II
toritoiy of the Lm £fii' to you/'^lbitn^ Tse made obeisance again,
and accepted the commands of the spirits.
What does that mean? This was an augury of Hiiang 7W«
fntore Tictoiy. The thiee States were beleaguering (Mn-^mg ,tot
ovec a year. They diverted the Fh^^ and flooded the town, so that
osly three blocks* of the city wall were not submeiged. Viscount
flfMMjr frightened sent his minister Chang Ming T*an to open secret
segotiationa with Ban and WtL They made an agreement with him,
aad on the ping-hsü day of the third month they completely an-
nihilated Chiht and diTtded his country among them.* — ^Therefore
the fluid of the supwnatural porteot was shaped like a man, and
called itself the spirit of the Huo'fai Mountain, as the apparitions
in tlte Hsia palace had the foim of dragons, and called themselves
j^cinoes of Ibo^ Chien 7V« omen had human shape, and pretended
to be an envoy of God.
How do we know that it was not the spirit of the Huo-t'ai
Mountain? Because a high mountain is a formation of the earth
just as bones and joints are of the human body. Ht>w can bones
aod joints be spiritual? If the high mountain had a spirit, it should
be shaped like a high mountain. What people call gliosis is the
cmence of the departed, in appearance they are formed like living
men. Now the high mountain was broad and long, and not at
all like a man, but its spirit did not differ irom a man. Such being
the case, the ghost resembled a man, and since it was like a man,
it must have been the fluid of a supernatural portent.
In the 36tli year of the reign of CJiin Shih Huang Ti^ Mars
offuscated the (Constellation of the Heart, and a star fell down.
When it reached the earth, it became a stone, on which were en-
graved the following words: — " Ch'm Shih Huang 2» will die, and his
Und wiU be divided.*'
' A snbdtvtsion of the ffti tribes, probably Mongola.
- A tributary of the llmmg-ho.
' One - pan" block is said to measure 8 teet. The H/d-chif chap. 43,
p. 13, writes:
* So far the narration has been culled with some omissions and alterations
Im the Shi<ki^ chap. 43, p. 12v. aeq.
* Wbeu'the Hma dyiuwly had beg;aii to d«dtn«, two divino drtgotia made
^ appearance in the iniperwl pilace, and said that they were two princes of i^o.
CY.^. /„, (iiap. 4, p. 25 (GkaxmrneB, MAh. Vol. I, p. 281) which qvoteathe Kno^
211 Ü.C
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12
Fomb; Lnn-Hlof.
"When (Ml in S/ii/i llnnug T't L«'ar(l of it, he ordered a censor to
interrogate the people one by one, but nobody would confess. Where-
upon the emperor had all the people living near the stone arrested
and put to death. The weird stone he then caused to be des-
troyed! by fire.
When his auibassad(»r, coming from Tung-kttan^^ had passed
Hua-yin^ at night-time, and come into the open country, a man
witli a jade badge in Iiis hands happened to block his passage.
"Transmil this to the prince of the Hao IaJc«^ for me," said
the man, and went on saying, " This year the dragon ancestor
will die."
The ambassador was just going to aslc him for particulars,
when the man disappeared, leaving his badg-e. This tlie ambassador
took, anil apprized the emperor of everything. Ch in iSJtiJi lluuiuf Ti
kejit silent for a long while, tlipn he exclaimed, " The spirit of the
mountain knows only the ailairs of one year. The dragtm an-
cestor, of whom he speaks, must be a forefather, however." He
then gave orders to the imperial liousehold to examine the badge.
They ascertained that it was a badge which had be«n thrown into
the Yanfftse, while it was crossed in the 28th year of the einperor*8
reign.* The next year, the 37th of his reign, he had a dream that
be was fighting with the spirit of the ooean, which was shaped
like a man.*
What does this mean? All these were auguries of C%'ni SMh
Itmrng It a impending death. Having dreamt that he was trying
oonotusioiis with the* spirit of the oceaA, he entered into the sea
in high dudgeon, waiting for the spirit, and shot at a huge fish.
From Lang-yeh^ to the Lao and (Xeng Mountains^ he did not per-
oeive any, but having arrived at the Ck^oo Mountain,* he again came
> A pisoe «t the bend of the Ydlow Biver in Shgnti.
* A town half-wmy betw««n Tmg4aian and Ai-on^
* The Hao Lake wa« u ll^-tm-^t tbe eapital of Ch*in Skih Haat^ TS,
who IS meant by the prinoe of th» lake,
* 219 a.r.
' I he foregoing are extracUi from the S/ii-c/u^ cha[>. (i, p. 24 v. secj.
* On the aoath coast of SAowtefy.
' yj }& lU ' Tvi^'Atg jj£ ^J {toe, at p. 28),.
The Lao «kan and the CKing skan are tvo high mountain ranges in CA»*iiio (ifäno*
ch(m) reaching to the sea. The Ttt-shih fang gii chi gao, chap. 36 rejecta the reading
Yung-cKeng. Thf motmtains nnist linvf hi-en on the '?fa-shr>re, north of Lntuj-yth and
soutli of r/<«/</(', fur litis was tlie way taken Ity ihe emperor, as results from Lun-
hmg Bk. IV, 9 {Shu-hm} and BL XXVI, 1 (S/ü/i-chih).
* The Cfttfoi Promontory, forming the harbour of Ute treaty>port Ckefoo.
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FoBiat: Lun-Htog.
13
in view of eoonnoiis fisbet, of which he killed one hy a shot with
his anow.* Hence he proceeded along the eea-ahore as far m P'«^
IM»* ford, where he waa taken 111. When he hid reached Sia-
c4*m,* he coUapeed and breathed hia laat.
At the time of the falling atar, Mara provoked the unlucky
augoiy, therefore the people dweUing near the stone cut ebar-
actors into it, as though they had done so purposely. The in-
scription was to the effect that Ch*in SMJt Wang 71 waa going to die
or to he killed. The queer sayings of childien, of which we hear
«omethnes, are likewise not of their own invention, but they have
been inspired by some force. All such supernatural apparitions are
eitlier ghosts shaped like men, or men behaving like ghosts.* The
principle is the same in botli cases.
Ch'uny Er/i, prince »f Chin^^ having lost his country, had nothing
to eat on his journey.* He asked some labourers on the field for
food, but tliey gave him a clod of earth.' The prince became an-
gry, but Ckm Fa» said to him, "This is very auspicious. Heaven
grants you earth and land."^ Subsequently the prince reconquered
his country, and was re-instated upon his soil, as G&tn Fa^* had
predicted.
T'ien Tan of Ch\^° defending the city of Chi-^no,^^ wished to
deceive the army of F<?n, therefore he said that the Spirit of Heaven
had come down to help him. A man stepped forward and declared
that he could act as the Spirit. T'ien Tan then went and still made
obeisance before him. And, in fact, the rumour tliat a spirit had
come down, spread among tlic soldiers of Yen. They beheved in
the spirit, and, when still further they had viewed the oxen shining
in five colours, they became so alarmed by this belief, that the army
* Aecording to the Shi-^ the emperor shot tboee big fiahea with a r^taUnff
(Totr-hoir {lien-nu) , (on which cf. my article on tlie Chinese Crooe-bow ID
ytrhmd^ngen ihr BrrOtier GeselUrhaft für Anthr>ßpoiojfie ISIdÜ, p. 272).
^ Li the Chi-nan-fu prefectDre, Shantung,
» In Skun-te-fu {ChiU).
* Ai though onder a spell or a eharm, which is the «ipematiiral.
' Uter Duke W4» of Cktt, 631-627 auo.
' Banished from CAm, he lived for many years in other States.
' This li;*|M>.MiPfI ill UVi, whose prince had treated him discourteously.
* Cf. Jio-cÄuan, Duke Bm 23d year, where the incident is told« though with
«<h» words.
9 Cdled Tte Fm m the Tso-dkmt,
'0 An official of CKi, who deliversd hia oomUy from the iuvtdh^ may of
1«, in the 3rd cent. b.c.
^' Citj in SAantungf near Kiao-chou,
14 FoBXic: Lnn^H^ngr.
was di8Cf)mfited, and the soldiers routed.' T'ien Tm gained the
victory, and could recover tlie lost territory. In these apparitioos
there were men resembling ghosts.
When the ambassador passed llua-ym^ an iiidindual, with a
jade badge in his bands, blocked his passage, and went away«
leaving him the badge. This was a ghost in human shape. Tlie
jade badire had been tbrown into the YangUe for the purpose of
praying for liapjiinoss. Now, the badge was returned, wliich showed
til at the offer was not accepted, and that happiness could not be
obtained.
The badge was like that wliicii fonnerly bad been submerged,
but it was not really the same for the following reason. When a
gingst apppai-s in human sliape, it is not a frenniiu' man. If people,
alter having sfcn a L'host lookini^ like a living man. thoroughly
quf'^Jtioji other living men, thev will find out tliat none of tliem
have come to see them. Consequently a supernatural toree has ap-
peared to them ill ljunian form. Since this I'oree has merely taken
human shape, the tilings carried by the apparition cannot be real
things either.
By the dragon ancestor, which was to die, Ch in >^hih Ihtang
Ti was designated. .Vncestors are the root oi" mankind, and a dragon
is an image of a sovereiL'u. If there be a resemblanee between man
and other creatures, a disaster cuuceruing one part likewise aii'ects
the other.'
In the year of Ch'in Shih Iliutng Tts death the Emperor Ban
Kao Tau was a village-elder in Sseshaiig.^ As such he had to escort
convicts to the Li* Mountain, htit most of them escaped on th6
road. Kao Tyi then allowed those he had still in his power to
run away, A\ hich they did never to return. Kao Tsu, who was
under the influence of liquor, was continuing his jouniey through
' 7' Ol 'f<:ii n-'Ci} a similar stratagem as Hannibal. Darin;; t3>e night he
fantastically dresst I I' NHl oxen, tied sharp b!ad« <5 to the horns and irreascil ruslies
to their lüiis, aud ligluing these rushes let them loose against the eaetny, who were
takeo by siirpriw and eompletely beatea by the men of Fat following in the rear.
Vid. the biogrephy of T*im Tm in the Shi^U, d»i». 82, p. 3.
* Tfierefore the death of the dragon unplies the end of the erapcror.
^ iffS Jl- Thf chap. p. 2 v. writes ^m-«Am> ifB^t which was a
district in the pre.sent ) rii-i fiou-fu {S/itnitunff).
* A moiiiLtaiu near Chin i</iih liuatu/ It's luau^olcum iu Shtum, which was
built by convicts.
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Fonw: I«n*H^ng. 15
a manh at niglit, and had ordered a man to keep in front. This
man came back and reported that there was a big snake in front,
obstracting the way, and besought htm to go back.
"What does a valiant warrior fear?/' asked Kao Ttu inebriated,
and he went forward, drew his sword, and with one stroke cut
the snake in two. The path was free then. After he had pro-
ceeded still several miles, his intoxication caused him to fall asleep.
When Kao 7W« companions arrived at the place, where the
make was lying, they found there an old woman crying ov^ it in
the silence of night. They asked her, wherefore she cried. A man
has killed my son,** replied the old woman. — ** How was your son
killed?,** asked the men, — **My son,** said the woman, ''tlie son of
the White Emperor, was transformed into a snake to keep watidi
OB the path. Now the son of the Red Emperor has slain him,
dieiefore I cry.*' — ^The men thought that the old woman was telling
spook stories, and were goibg to give her a flogging, when the old
woman suddenly disi^pesxed.'
What does this signify? It was a felicitous omen of Kao Tw'*
rising to power. The old woman suddenly vanished. Since she
became invisible, she cannot have been a human being, and not
being human, she must liave been a s[)ectre. Since 'the old dame
was not human, it is plain that the slain serpent was not a snake.
The old woman spoke of it as the son of the White Em]>eror, but
why did be become a snake, and block the road at night? She
asserted that the serpent was the son of the White KinptTor and
JÜO Tsu that of the Red Emperor. Thus tlie son of the White
Emperor would have become a snake, and the son of tlie Red Em-
peror, a man, whereas the five Planetary Emperors* are all lieavenly
spirits. In one case the son would have grown a serpent, in the
other, a man. Men and snakes are diflferent creatures, whereas the
Emperors all belong to the same class of beings. The human state
of those sons would not be conformable to the laws of heaven.
And further, if the snake was the son of the W lute Emperor,
was the old woman the White Empress perhaps? An empress must
have her suite in front and behind, and an imperial prince, a large
' The «torv is f|U0tC(1 rrom tlic Shi-rfii, ( hap. H. p. 5. It is iiieaiit as a jiro-
phecy nf the ovei throw of ihc f 'h'in ih nasty by tfi.it of Hun. Tlic t7( im us<»«l mental,
to whicil the white colour corresponded, as the symbol of their power, whereas the
Am relied on fire, which hat a red colour. According to ChiiUMO ejmboliaiii fire
««eceomea molal, ergo the CAVn were doomed to be overpowered by the Han.
^ The Five Planets which from andent ttmee were woraMpped aa deitiee»
Ibe Bed Emperor ia Mara, the White £ro|ieror Vemu.
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16 Fonot: Lnn-Hfiif.
retinue of officials. Now, the snake died on the pathway, and an
old woman cried ou the road! This makes it evident that her
statement about the son of tlie White Emperor was not true. Not
being a real prince, it was a semblance, and beinn a semblance, it
was an apparition. Consequently, everything .seen was not genuine,
and not being genuine, it was a fluid. The serpent slain by Kao
Tm was not a serpent.
When Duke J.i of Cliih^y^ was on the point of entering into
his dukedom,'^ a snake in the city was fighting with one out.side
the city," Init they were not genuine ssnakes. It was a supernatural
force marking Duke Li's entrance into Cfi t'-ng under the form of
contending snakes. The fighting serpents of the Ch'eng State were
not snakes, hence we infer tliat the two dragons in the Ilsia palace*
were merely images of dragons likewise. Sucli being the case, we
are convinced that the dragons, which were fighting during Tse Ch an
of Cheng's time,' have not been dragoris.
The ways of Heaven are hard to understand. There are ap-
paritions, when things are all right, and there are also some, when
things go wrong.
ünmg Liang y Marcjuis of ZriM, dealt a blow at Ch'in ShiJt iiudny
Ti with a club, but by mistake hit one of the chariots of his retinue.*
Cliin Shih Huang Ti^ infuriated, ga\ e orders to search for Chang Liang
everywhere, but he changed his name and concealed himself in Ihia-
pei,'' where he had always leisure to stroll about at pleasure. Up
the river Sse,^ there was an old man in coarse clotlies, who came
to CJuxng Liang's place. He had just lost one shoe down the river,
therefore he said to Chang Lumg, '•' Go down, and fetch me my shoe,
my boy." — Cliang Liang grew angry, and was going to give him a
* 699-eMB.c.
- Duko lA had been forced to quit his country.
^ Cf. Tso-chmn, Duke Chmng 14th year. The snake inside the city was killed.
* V id. above p. 1 1.
' The Tso-chuan, Duke Ch'ao 19th year {ö22 b.c.) relates;—" There were
great floods in CK/n/fi «nd some dragons fought in the pool of W«f, outside the Ski
gate. The people asked leave to eaeriJIee to them: but Tm CHan refused tt, saying,
*If we are fighting, the dragons do not look at us; when dragons are fighting, why
flllOUld we look at them? ' " {Ugge Vol. V, 1». IT. p. (i75)
* Chang Liang had engaged a bravo to deal the blow with an iron dub or
mallet weighing 120 pounds.
' In the modeni P'd-ehou of Kiangm province.
* Instead of S» |f[ll| the Sh*^i writes:--"!" the <'bddge.**
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PoBu: Iiiin>Rlng.
17
beating, but noticing, how strong the old man looked, he repressed
his feelings, and went down to fetch the shoe, which lie offered
him on his knees. The old man slipped it on his foot, and went
>way laughing, (^m^ Liang felt greatly excited.
When the old man had gone to about a Li*B distance, he
ntumed. Yon can be taught, my boy," he said, " Five days h^ce,
at aunriso, meet me bere.** (3umg lAcmg bewildered, knelt down and
anented. After five days, at sunrise Chang Liang went, but the old
gentleman bad alieady arrived before bim. Why must you come
hter, when you have an appointment with an old man?,** aaked he
angrily. ** Five days after my departure, very early, we will meet
again.*' — After five days Chang Liang went again at cockcrow, but
a^in the old man bad arrived before, and repeated bis angry
question, wherefore be had arrived later. ''Five days after
I have left," said be, "come again very early." — On the fifth
day Chang Liang went before midnight, and after a short wbfle
die old gentleman arrived. **So you are right,** said be, very
pleased.
He tiben produced a pamphlet^ which be gave bim 8a}^ing,
'*Rca(l it, and you will become preceptor to an emperor. After thirteen
yean you will see me. A ydlow stone at the foot of Mount Att-
d^A^ in Okpfm^ that is 1." Whereupon be went away, saying
nothiiig further, and was not seen again. At dawn Chang lAang
k)oked at the book. It was Tai Kwt^»* Strategy.*' Chang Liang
«mased, studied it very thoroughly.*
What was this? An augury of Kao Tw** elevation by Chang
Uan^t assistance. CKoi^ Umg lived ten years at Hna-pei as a
knight and a hero. When CftVn Shi* and his confederates rose in
revolt, and the Governor of P visited Bsia-peit Chang Xriaiy joined
them. Subsequently, he was made a general and ennobled with
the title Marquis of LitL Thirteen years later, when with ICao Tm
he crossed the OCi^ territory, he found a yellow stone at the
foot of Mount Ku-clCing, He took it, stored it away, and worshipped
it, and, when be died, it was buried with bim.
1 In Tmg^ diatriet (flXoxaay).
^ The helpmate of Wrn Wangt ^ho had bMQ invested with the marqniMte
of LHi in .<Liritun(f (cf. I, p. f>")2).
^ The story is quoted from Clwung Litu^'t Biography iu the SM-chif chap. 56,
{!• 1 vv, bat somewhat abridged.
* A räaple eoldier who in 209 a.c. hronght about en Inmrreotion egamet Erh
SiA Bmu^ Tt, and aasnmed the title of a king of Ch'u.
* Lm Bang — Kao Tw, at that time atiU govenior of F"ei in Flanffmi.
■in.a.8cB,£0«i«iift.8irtadMik M07. LAbt 8
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18 FoKKx: Lm-H^g.
T1Ü8 yt'llow stoiic wns a superuatural translorni;nion cnnvoyiiig
an omen. Tlie metaraoi j lj^ses of heaven arxl earth are most in-
f^enion.s, tor is it not wonderful to make an (»1(1 man take the form
of a yellow stone, and a yellow stone the form of an old luun?
Some one nn^hi ask. whether the yellow stone was really an
old man, and the old man really a yellow stone. A yellow stone
cainiot become an old man, nor an old man a yellow stone. The
appeanniee of a supernatural portent made it look so.
During the time of Duke I' ni() n\' Clnn^ a stone spoke in \Vei~
ifil.^ The duke asked the musie-inaster A uonf/, w hy the stone had
sj iK< [I. "A st<uw» eannot speak, ' was the n'ply. "Perhaps it was
possessed hy a spirit, otherwise tlie people have he«Trd wrong.'*'
A stone eaunot utter human speech, and so it cannot take
human shape. The speaking of the stone is not diÜercnt from the
falling down of the stone in Tuiicj-chnn* in Ch in tS/tUi Huang Ti's
time, which w as engraved hy tl»c people.^ Enarravinü: gives an in-
scription, and talking, speech. Script and fipeech fall under the same
law. The people engraved the inscription, and a force made the
speech. The nature of the people and the force is the same. A
stone cannot engrave itself, nor can it talk, and not being able to
talk, it cannot become a man either. T ai h'iiii<^'s Strategy '" w iu»
formed hy the force. IIow do we know that it was not reaL' Be-
cause the old man was not a man, whence we infer that the book
was not T'ai Knngs Strategy either. Since the iorce could take
the likeness of a living man, it could liken itself to T'ai Kung's
Strategy too.
The question may be raised, how a force couldjwrite characterSf
having neither knife nor pencil. — When Oiung T^e, wife to Duke
/Am of iMt was born, she had on her pabn the words: — "Future
piincess of T'an$f Shu Yü of Chin bore on his hand the char-
acter Y&t and Ch'ing Chi Yo of Im the character Fo.* These three
inscriptions have been written by a spontaneous nature, and thos
the force had composed the old man*s book of itself. The spon-
taneoas nature and the self-producing force must be classed together
with the 'self-speaking queer sayings of children. When children
utter such strange things, they do not know, where they got them
' 556-581 M.
' A city ill modern T'ai-yuun-fu (Shandy
» r«o-chnan, Duke rf.',,,. ^th year (T^fff;'' Vol.V, Pu II, p. 622).
* Circuit oomjirising the uorthem part of lloiuui, north of K'ai-Jery-Ju,
' See above p. 1 1.
• Cf. I, p. 275.
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FoBu: Lim>H£ng.
19
firom, tbeir mouths speak of themselves. The self-speaking mouths
and the self-prodaced writang are the active agents so to say. This
argument may serve as a cue for the better understanding of
other events.
Tin Kwg angling caught a big fish, and, when he cut it opoi,
there was a letter in it reading, ^lAk Shang^ will be invested with
C%'t.** At Wu Wan^t time, one caught a white fish, marked under
ite throat witli the words, ^^Give it to Fa*** There was truth in
all this. In fine, the '*Plan of the Yellow River*' and the "Scroll
of the Zo*** indicated the rise and fall, the progress and the
declioe, and the opportunities of emperors and kings. There cer-
tainly have been such writings. Th^ were appaiitions caused by
a sopematural force and lucky or unlucky omens.
' The »aruame of T ai Kuny^ Wm Wang's associate, who later on became
prmce of CA'i,
* The peraoiMl naaM of TVW Waug.
* er. p. 76.
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20
FoRxi: Lu-Htog.
CHAPTER XVm.
All tkhovi Ghosts (Ting-kuei).
The gliosis that are in the world arc not the vital spirits of
the dead, they are evok<''l bv intense thinking and meditating.
Where do they originate? — With sick people. When peoplt^ nre
sick, they are inclined to melancholy and easily frii^htenecL in tiiia
state of niiud they see ghosts apjiear. Peoj)le who are not sick,
are not apprehensive. Thus, when sick people lying on their pillows
are haunted witii fears, ffhosts appear. Their fears set them ponder-
ing, and when they do so, their eyes have visions. How can we
prove this?
Po Lo^ wslh learnin«; to <h^tiI)guisil horses; evervthing he saw.
when .sight-seeine, took the form of horses. A cook in Sung was
learning to dissect an ox. For three years he did not perceive a
living ux, those he saw were all dead ones.^ These two men
strained their mental powers to the utmost. By dint of thinking
and pondering they came to have strange visions. Sick men seeing
gliosts are like /*(> Lo seeing horses or the cook seeing oxen. What
J'u Lo and the cook saw, were not real horses or oxen. Hence we
know that the visions of the 8ick are not real gliosts either.
When sick people have a severe attack, and feel much j aia
in their bodies, they believe that ghosts with bamboos and fiu ks
beat them, and have the impression that ghosts with lianiin<>rs,
locks, and cords are standing by their side, watching. These are
empty visions caused bv pain and tear. When they first feel ill,
they become alarmed, and see ghosts coming. When their disease
grows more violent, that ihey feur to die, they see the ghosts in-
censed, and, when they feel pain, they have the idea that the ghosts
are beating them. It is nothing but the effect of too much ponder-
ing, but there is no reality.
When the vital fluid* is thinking or meditating, it flows into
the eyes, the mouth, or the ears. Wlicn it flow» into the eyes, the
' A aomewfaat l^gmduy character, mentioned by Chmng 7V chap. 0, p. 1.
- For more details on this famous cook or butcher .see ('huang Tm chap. 3, p. 1.
^ We miglit traii.siate iticiita! fluid, for hcrp the mental fnnctions of tlie vital
tiuid are referred to, which is the bearer of hie as well as the origiiiator of mind,
ankmui and CIAMIO«
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FoHu: Lon-Heng.
21
eyes se^ shapes, whea it flows into the ears, the ears hear sounds,
and, when it flows into the mouth, the mouth speaks something.
At (lay-time ghosts appear, at night, during sleep, they are heaid
in dreams. If a person sleeping quite alone in a lonely house is
nervous, he will see ghosts in his dreams, and, if anybody puts
his hands on him, he will scream. What we see, while awake, or
liear, while asleep, is all the work of our spirit, of fears and thoughts,
whieb smounts to the same.
There is an opinion that, when people see ghosts, their vision
and their sleep are disturbed. If during the day their vigour is
worn out, and their vital force exhausted, they desire Lo sleep at
ninjht. While they are asleep, their visiun is distorted, lience their
spirit perceives the images of men and things. When a person is
sick, his vigour is worn out. and his vital force exhausted Hkewise.
Although his eyes may not be asleep, their seeing power is still
more disturbed Üian if they were. Consequently they abo behold
the shapes of men and things.
The «ick see things, as if they were asleep. If they were not
like dreaming, they ought to know, wh«i tiiey see something,
whether they sre awake, or dreaming. Since they arc unable to
distinguish, whether, what they see, are ghosts or men, it is evident .
that their vital force is exhausted, and their vigour worn out. Tlie
following will corroborate this.
Madmen see ghosts. They are mentally deranged, speak to
themsdves, and keep away from ssne people, all owing to the severe
form of their disease, and the disturbance of their vital force. When
people are ück, and about to die, they are very much like madmeo.
All the three states: — sleep, sickness, and insanity sre accompanied
by a decay of the vital force and a disturbance of vision. Hence
aU those people have visions of men and things.
OrlM rs say that i^hosts are apparitions of tlx- Ihiid of sickness.
Thi*ä lluid heiug stirred up strikes against other people, and by <loinu;
s*» becomes a iz^host. It imitates the Iminan sliajie, and hecf)nies
vi*-il)I<'. Thus, when tlie fluid of very sit k persmis is in a slate of
excitement, it appears in human form, and tin- sii-k see it in this
form. In case tliey fall sick in mountains and forests, ihe ghosts
they see will be the essence of those mountains and forests, and,
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23 Fonac: Lvn-Hfof.
if tlieir sickness breaks out in Yüeh^ they will behold people of that
couiitrv sitting by their side. Accordingly, g'hosts like that of Avail
Fu and Ton Yhig^ were apparitions of that particMilnr time.
The fluid of this world is purest in heavi-n. The heavenly
signs' present rertain forms^ above, and their fluid descends, aiirl
produces things. When the fluid is harmonious in itself, it pro-
duces and develops things, when it is not, it does injury. First it
takes a form in heaven, then it descends, and l)t'ef)ines enrporeal
on earth. Hence, when ghosts appear, they are made of this stellar
fluid. The bodies of the stars form men, beasts, and birds. Con-
sequently sick people see the shapeti of men, beasts, and birds.
Some maintain tliat ghosts are the essence of old creatures.
When creatures grow old, their essence forms a human being, but
there are also those, which by their nature can be transformed, be-
fore they are old, and then take a human shape. If the fluid a man
is endowed with, is the same as the essence of another creature.*
there \s ill be some relation between him and this creature, and,
when it heeomes sick, and its vital fluid begins to decline, it falls
in with that person as a ghost. How can we prove tliat?
Those crratures which peojtle usually have to do witli. ap-
pear to them as ghosts, for \\ iiat differenre is there betwt'cn the
ghosts seen by siek people and those sick creatures? If peo]ih» see
ghosts rcst'mhhng a dead man in his gra\e, is eouiiiig to meet
and call tliem, it is one of the domestic animals in their houses.
If they see <ither ghosts, unknown them previously, tlmsc ghosts
are caused by other people's animals e. g. those in the open fields.
According to another opinion ghosts originally live in men,
and, when they cease to be men, they are transformed and dis-
appear. The organisation of the universe is such, tliat these trans-
formations take place iudeed, but the votaries of Taoism cannot
discuss tills subject.'
> See I, p. 397.
* The atai».
* The constdlatlona.
* This seems to refer to the animals connected widi the twelve cyclical signs
(cf. I. p. 2^4!). A man boni under one of these .signs is supposed to have been imbued
with the same e«&euce a« the corresponding nnimal has.
' Their viewe are too phantastic, U3 can bu seen iVoni tltoir works.
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FoRu: Lun-H^g. . 23
That which assaults men, is sickness. Sick people axe doomed
to die, but the deceased do not give up all intercourse with men.
This will become clearer from the following:
The Liki tells us that Chuan Hsü^ had three sons living wlio,
when they flied, became the ghosts of epidemics. One living in the
water of the Yangtse, became the Ghost of Fever, the seoond in the
Jb* was a Waier Spirii^ the third, dwelling in thv corners of palaces
and houses, and in damp store-rooms, would frighten children.' An-
terior to Chuan Hsü's time there Itave heen more sons living, con*
seqnently there must have been hundreds of spirits like those of
CÄuan jflT^iV time. AH sjiirits and ghosts possess a body, and there
is a method to make them stand upright. Those who meet with
people have all lived in good men, and acquired their fluid, hence
in their a|)pcarancc they are lilie good men. That whieh ran injure
the good is tlie tliictuating Yang and Yin iluid, as a fluid like that
of the cloucU and vapours it could not do so.
Another idea is that poliosis are the spirits of tlie lirs.t ami
second cyclical signs.* 7'hese spirits nrv a peculiar fluid of heaven.
In their shapes they appear like Imniaii l)eini;s. When a man is
sick, an<l about to die, tiie spirit of the iirst and seeon<l day makes
its appearruu-e. I*rovided that soniehodv falls sick on rlie tir^t or
-■ecoiid (Uiv. he will [)erliaps see tlie spirit of the seveiith or eit^hth,
\\ lit'ii he (lies. Why? Because the gliost of the first and second
day i> tlie messenger of the seventh and eiühth. iherel'ore the persdu
is Ulken ill on the first and -^eeond, and when his end is near, and
the ghust that destroys him appears, it is tlje spirit of r he seventh
and eisjhth. This is evident from the fact that for a malady, that
liri)ke out on the llr.st or seconil day, the crisis which decides on
life and death, sets in on the seventh or the eighth.
( ritics do not accept this view as correct. However, tlie ways
of Heaven are difficult to understand, and gliosts an<l spirits ah-
scnnd and hide. Therefore I have noted all the dili'ereut opinions,
tliat my contemporaries may judge for tliemselves.
■ ■ ' ■ ■ — - «
^ A legendary mler of ^ 2fiili cent
* According to the ** Watar ClaMic " a rivar in tha aoulli-aftat of China.
^ This {lassage is not to be found in our Liki, According to the Pei-trAt-
jrm*^ it is contained in the Soasken-cM (4th cant A.D.).
* The mgaa chia and y».
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24 IVmub: Lm-ffiiig.
Some say tliat ghosts are creatures in no way different froia
men. There are spiritual beings in the world, usually staying be-
yond the frontiers, but from time to time coming to China, and
mixing with men. These are malignant and wicked spirits, hence
they appear to men, who axe sick, and going to die. As a being
created in this world man is lüte a beast or a bird. When demons
are created, they also resemble men, or are like beasts or birds.
Thus, unliappy families see corpses flying about, or crawling dem-
ons* or beings like men. All three are ghosts, they may be styled
gliosts or demons, goblins or devils. They really exist, as long
as they are, and are not empty, formless beings. How do we
know?
Commonly people who will be visited with misfortune see a
ray of light descending on iheir homes, or they perceive something
having the shape of a bird flitting several times into their hall,
but on looking carefully, th^ discover that it is not like a bird,
or an animal. Creatures having a body can eat; by eating they
acquire activity, and, if they give signs of activity, their body must
be real.
Tto Gt*m B£ng says in his Ch'un-ch'w: ^ — "They were banished
into the four frontier States to repulse the goblins and devils,***
and the Skan-hm^Bing reports that in the North there is the Kingdom
of the Ghosts.' They say that goblins are dragon-like creatures.
Devils are also relateid to dragons, therefore they must resemble
dragons. Moreover, a kingdom is defined as a congregation of men
and other creatures.
The Shan-lMeing also relates that in the midst of the Green
Ocean there is the Tu Sa Mountain, on which grows an enormous
peach-tree. Its girth measures 3,000 Li. Between its boughs to the
north-east there is the so-called door of the ghosts, where the ten
thousand ghosts pass in and out. On the tree there are two spirits,
one called l^in Sku^ the other Yü üä, who have the superintendence
over all the ghosts. They bind the wicked ones, who have wrought
evil, with reeds, and feed the tigers with them.
Subsequently Huang H worshippeil lor the purpose of expelling
the ghosts for ever. He erected a huge human figure of poach-
wood and painted ShM Shu and Yü Lü along with tigers and cords
* In hh commentary to the Vit nu-c!ii<t, the Tm-ch'unn.
* Fuur wicked princes were cast uut hy S/tun into tlie four distant regions,
which were believed to be inhabited by devils. 7«o<eA*ifofi, Duke Wen 18th year
(I^, Oaukg Vol. V, Pt I, p. 2S3).
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FoRKii: Luii-H^ng. 25
of reeds hanging down on the houae-doon, and thas frightened
them a way J
Malignant devils have bodies, tlierefore they can be caught
hold of, and thrown as foo<l to tigers. Being eatable creatures,
they cannot be unsubstantial or unieaL Yet these creatures have
a different nature from that of man. Sometimes they are visible,
sometimes liidden. In this respect they do not diifer from dragons,
whiuh are not always visible eithw.
Some j>t*oj»le hold that anterior to a man'» fortune or mis-
lortuue lucky or unlucky apparitions become visible, and that, when
a man is appmachiiig his deatli, a jjrcat many miracles appear to
him. Ghosts belong to these miracles. When appaiilions and
miracles come forth, they take human form, or they imitate the
human voice to respond. Once moved, they do not give up hu-
man ^hape.
Between heaven and earth there are itian\ wonders, in words,
in sound, and in writing. Either does the miraculous fluid as^sume
a human shape, or a man has it in himself, and pcri'urms tlio tnir-
acles*. The ghosts, which appear, are all apparitions in liuniaii
shape. Men doing wonders with the fluiil in them are sorcerers.
Real sorcerers have no basis for what they say. and yet tlieir lucky
or unlucky prophecies lull from their li])s sjxuitaneouslv like the
quauit sayings of boys. The mouth of boys utters those quaint
sayings spontaneously, and the idea of their oration cmnes to wiz-
anls spontaueuusly. The mouth speaks of itself, and the idea comes
of itself. Thus the assumption of human form by the miracles,
and their sounds are spontaneous, and their words come forth of
their own accord. It is the same thing iu both cases.
They say that during the time of Cftmr ghosts cried at night
oat-side the city, and that when T'sang H*idi^ invented the art of
writing, ghosts wept at night likewise. If the fluid can imitate
human sounds, and weep, it can also imitate the human shape, and
appear in sttdb a form, that by men it is looked upon as a ghost.
> Aooording to the f^hif-nhfmg of the 2tid cent. a.d. this atocy ia iiairated
in the IIwtn<j Ti ^ftu, the Book of IStton^ Ti, On New-year's Ev« the pctores of
Shr'n S^u aiui ) ti Lit are attU at pi'eaeot paated on the doorways as a talisman
agaiust evil spirits.
* A legendary personage.
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26 FoBKs: Lnn-Htng.
A ghost that a])pours is an evil omen to someboilv. When
in iliis unrld lurtiuie or inisrortune apjiroacii, tlicy are ahvjiys ar-
c()ni|j;iiiit'(l by portents. These come slowly, not sinldenly, ami not
iti great numbers. Aecording to the lavvfs t>i' iiatun', wlini a man
is going to (lie. an unlucky phantom comes f'ortli also. and. wlion
a State is guiiit; to perish, an evil |)orteiit ln'cotnes \isil)le. (\n\-
versely, Avhen somebody is going to prosper, there are lucU\ omens,
and. wJien a State is i;«Hag to Hourisli, there are sioiis in{li('atiug
this; prosperity Ix Ton hand. Gooil and bad omens or portents are
tlie same tiling alter all.
Now, however, the general belief is that ghosts are noi a
kind ol* portents, hut spirits, whieh can hurt people. One does
not understand the nature of portents, nor j)ay attention to the
transformations undergone by the fluid of creatures. Wlien a State
ia near its ruin, and a phantom ap[)ears, it is not this phantom
wMch ruins (Jie State. When a man is near Iiis end, and a ghost
Gomea forward, the ghost does not cause his death. Wea[)ons
destrc^ tlie State, and diseases kill man, as the following example
will allow:
When Duke Hskmg of Gii was going to be killed by robbers,
he travelled in Kn-fM, and subsequently hunted in Pei-cJi 'm^^ where
he beheld a big hog. His followers said: — "Prince P'^iJjf S&Ai^I"*
The duke got angry, and said, *^P*iRgSft^g dares to show him-
self?** Then he pulled his bow, and shot the hog, which rose liko
a man, and howled. Tlie dnke became so panic-stricken, that he
fell down in his carriage, hurt his foot, and lost one shoe.' After-
wards he was assassinated by robbers.
Tliose who ktftod dukeH^ioii^ were robbers, the big hog which
appeared on the road previous, was a portent indi<»iting duke
Htian^s impending death. People called it PVk^ <S!6^, because it
resembled him. Everybody knows that duke Hinang was not kiUed
by the hog. Therefore it would also be a great error to assert
that ghosts can kill men.
The fluid of the universe which forms phantoms foreboding
evil is the solar fluid. Phantoms are the same as poison. That
part of the fluid wliich injures man, is called poison, that which
is being transformed, a phantom. People say that the quaint ditties
' Two places in tlic Vh'i State, in Shantung.
' Vr'iufp P't'iHf Shrf}(j wn- :\ !ia!f-T)rrit!u r of Dnke Thiatig of Ciii, who em-
ployed liiiii to murder Iiis brotiier-iii-law, the duke of Lii. The people of ^7«'« put
Fäiy >luiig to de&Uu Cf. T*o-ch"vem, Dyke Huan 18th year (693 b.o.).
* Quoted from the Tfo-d^'tutn^ Duke Chmng Sth year, corresponding to OK.) B.r.
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FoREx: Lun-Heiig. 37
of boys are due to the iofluence of the Glimmciiiig Star* upon men.
There ia trutli in thpt»e worda. The Glimmering Star is the Fire
Star (the planet Mars). Fire has a poisonous glare. Tlierefore, when
Mars reigns in the sky daring the night, it means a disaster and
defeat for a State,
The fluid of fire flickers up and down« and so phantoms are
at one time visible, at another not. A dragon is an animal resorting
from the Yanp priuciple, therefore it can always change. A gliost
is the Yang fluid, therefore it now appears, and then absconds. The
Yanff fluid is red, bence the ghosts seen by peoplu liavc all a uni-
form crimson colour. Flying demons are Ynnff, which is fire. Con-
seqnenüy ilying (lenions shine like fire. Fire is lK)t and burning,
hence the branches and leaves of trees, on wliidi those demons
alight, wither and (Ue.
lu the HuHff-/an of the Shukinff tlio sorond of the five elements
is called fire, and the second of the five businesses speech.^ Speecli
and fire are the sume essence, therefore the dittirs ttf hoys and
ballads are weird sayings.^ The words come iurth, and a com-
position is completed. Thus tliere are always writings full of the
supernatural. They say that boys are of the Yeutg fluid,^ hence the
weird sayings come from small boys.' Boys and sorcerers have
the Yang fluid in tlicm, therefore at the great rain sacrifice in smn-
mer boys must dAuce, and sorcerers are exposed to tlie sun. Ac-
cording to the rites of this sacrifice the Yin principle, which has
iteparated, is united with the Yeuiff principle.*^
In the same manner at an eclipse of the sun. wlien the Yin
predominates,' an attack is made od the Yin of the land. As during
an eclipse, while the Yin reigns supreme, everything belonging to
the Yin fluid is being assaulted, so at the time of a drought, when
the Yftnff is in the ascendant, t!ie indignation is directed against
all allies of the Yang, Sorcerers belong to tliis class. Therefore,
s SMth^t Bmtg-/im Ft V, Bk. IV, 5 and (> {f^ffe Vol. Ill, Pt 11, p. .325
and 326).
* All weird things ore mantfestatk>ns of the Tang, the «dar fluid, whteh is iieiy.
* The Yanff principle is male.
' The Chinese believe that popiiliir «i<nig<? and sayings lorcti^lling future events,
01 which they have coUectioiui, are ^.upciitatural inspirutiuns or revelations. Ilcnco
xhty bring them itito coRDectioii with ghosts or supeniatural beiuga. Wung VKnng
ftffla back on tlie Yang principle as the origin of those quaint ditties.
* The Yin fluid is the rain.
' The »uu is eclipsed by tlie moou, which belongs to tiie i'm fluid.
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28
Fomb: Lim>H4Dg.
wlien Duke Ihi of Lu^ was visited with a drought, he had resolved
to burn all the sorcerers. Ti>e sorcerers beinjr imbued with the
Yaiiff fluid, there are for this reason a great iiiaüy soreerers in
the Yang re-gion (the .St)uth).' Tlic sorcerers are related to ghosts,
aceordingly sorcerers have sometbinp^ diabolical.
Tliese sorcerers bear a certain resemblanw to tlie boys singing
tliose (juaint ditties. Tlie real sorcerers know how to determine
luck and misiortuoe. Being able to do that, tliey are the mes-
sengers of fate.*
Thiis the phantom of Sh^ Shäig* appeared in a sorcerer. Since
they are fdled with the Yang Ihiiil, phantoms can appear in sor-
cerers. As Silin Sliing appeared as a phantom, we may infer that
the Marquis of Tm,' Chuanff Tse yi,** and the malignant ghost' were
likewise phantoms.
As the discontented spirit of the Marquis of Tu was a phantom,
the bow and arrows used by him were the poison of this phantom.
The phftntoms assuming human shape, their poison must have re-
sembled human weapons. Tlie ghosts and their poison being of
die same colour, the bow and arrows of the Marquis of Tu were
all red. The poison was like a we^>on used by man, therefore,
when it hit a man, he died, when it hit him but slightly, he faded
away, but did not die at onoe. His incurable disease was the
effect of the poison.
Phantoms dther emit their poisoo, but do not show them-
selves, or they show themselves, but do not emit any poison, or
they produce sounds, which, however, do not form any words, or
they make known their thoughts, but do not know their sounds.
SkM Slu'itfj showed himself and pronounced words, the Marquis of
> f)50-620 B.C.
* The Soutli is tlie land t)f the mui, the Ynttrj priiu'iplc.
' Tlio forcgoitig futile apcculatiuns are babied on the gratuitous aualogies, ia
whidi Chines« tiatural pliilosophei«, atartmg from the Yi-kmg^ indulge.
* Heir-a|^arent to Ddte /f«tM of the Chi» State, by whom he was put to
death in r>54 b.c. We leani from the Tm-cHuan^ lOth year of Duke Iln, that in
640 the ghost of the iiiurdct cd prince appeared to an iiffici r of ('kin. and 8{>oke to him.
lie told him that iu seven days he would have a new inten icw witti him through
a wizard, and that he would take hi^i revenge on Duke Hm of Ckm^ Cf> I, p. 393.
* The Earl of 7« had been iii\justly pat to death by King H»ia>t ot the
(fhou dynasty, S2G 7S() b.c. According to a legend the ghost of the ninrderiMl man
appeared to the king while liunting. He was dressed in red, and carried a re»l bow
and red arrows. One of these arrows }ic shot through the kinji's heart, who died
on the apoU Cf. (J/iaruunrM, Mini. iJi^t. Vol. I, p. 27^ Note 2. I W. also I, p. 3>2.
* See I, p. 382.
' By which Vfh Ku of Sung was killed. Cf. chap. XLI.
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F(Suu: Lon-H^iig.
29
Tu became vieible, and sent forth his poisoa. Queer songs, the
ditties of boys, and the words on stones axe thoughts uttered.'
The music of the harp on the P*u RiTcr* and the wails of the
ghosts in the suburb of Chou* were sounds produced.
At the appearance of ill omens, either mishap is impending,
and the omens appear, in advance, or misfortune comes, and is ac-
companied by those omens. In that case omens and poison are
both at work. When omens appear beforehand, they cannot be
poisonous. Shin Shing was an omen seen before, the discontented
ghosts of the Marquis of Tu and Ckucmg Tte I were phantoms
appearing simultaneously with misfortune.
When King //«flai» of Chou, Duke Ckien of Yen,* and Ku
of Sung* were going to die, ill omen^ appeared, and the poison hit
them. When Duke Hui oi duu waa to be captured,* but not yet
to die, merely a phantom made its appearance, but no pdson shot
forth. The appearance of the Eail of Tu, Chuang Tm /, and the
discontented spirit however, were ill omens, announcing the im-
pending deaths of Ring HsOan of Cftoti, C^ien of Yen, and Yeh Ku,
Shin ShSng coming forward was an omen indicative of the captivity
of Duke Ihii of Chin. By Po Yu appearing in people's dream the
deceases of Sse Ted and Kung Sun Tuan were foreshadowed.^ The
knitting of grass by the old roan was an auspicioas portent for the
victory of Wei K'o, and for the capture uf Tu llui at that time."
The grey rV^^, by which the Empress Lii Hon was bitten, was the
shape of a phantom showing tliat her death was nesr.* When
> The thoughts of ghosta, uttered throngh the month of boj^ nngmg queer
•oogs, or niysterioual/ written on stonee.
' Cf. p. 1.
* See above p. 25.
4 Düke Ciien of Fen, 503-491 b.& I, p. 382 epeaks of Dsko Chien of Chao
•nd iMtMtg Bk. IV, p. 5 of Yiacoiuit Chim of Ckao,
s Sec chap. XLI.
« Duke Hui ofChm, 649-635 b.c. In 644 the duke waa taken prisoner by Ch'in.
• ' Cf. I, p. m
* Wei K'o waa a commander of the forces of Chm in tlie Gth cent, b.c., with
whieb he wvwated those of the CA'la SMe, and took Ihdr strongest man. Tu Ihti,
prieoner« Ho was supported during the battle by an old ukui twlhting the grass in
socii a way as to impede tlic movements of his enpinit s. 'I'his oU! man was the
§pirit of tlie father of a rorunl)inc of Wei K'"'^ father, whom he had sa%'ed from
death. Out of gratitude for the kindness shown to his daughter the spirit thus cou>
tribntad to his vlctoiy and to the capture of Tu HuL Cf. I, p. 391.
* Vid, Sh$^ chap. 9, p. 8v. The Empress lA Hon was bitten by a grey
iogt wliic)i Muddenly vanished. The diviners declared it to have heen the phantom
of /a If Priuoe of CAoo^ whom Lü Jfo» had assassinated. L& Hou died of the bite. .
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30
the Marquis of Wn-an was near his end, tlie portents liad the mien
of Toti Ying and Knnn Fii}
In short, what we call luoky or unlucky omens, ghosts and
spirits-, nr-p nil produced }>\ the sohir fhiid. '1 lie solar fluid is iden-
tical witli 1 Uc lieaveiily tluid. As Heaven can create the body of
man, it can also imitate his aj)pearan('e. That bv which man is
born are the Yinxj and the Yin fluids, the Yin fluid produces }iis
bones and liesh, the Yang lUiid, the vital spirit. While man is alive,
the Yniig and Yin fluids are in order. Hence bones and tlesh are
stronfj, and the vital force is full of vigour. Tiirough this vital
force he has knowledge, and with his bones and liesh he displays
strength. The vital spirit can speak, the body continues strong
and robust. While hones and flesh, and the vital spirit are entwined
and linked together, they are always visible, and <lo not perish.
Whea the solar fltn'd is powerful, but devoid of the Yin, it
can merely produce a semblance, but no bod v. Being nothing but
the vital (biid without bones or flesh, it i> vague and diffuse, and
when it appeal's, it is suun extinguished again.
* T ien Fen, Marquis of Wu-on, a luioiater of tlie Emperor Ihn Wu Ti had
in 140 caused the death of hie predeceaeor and rival Tim Ying, The ^oel of
the latter appeared to him, when he waa about to die. The general Kuan Ft^* death
was likewise the woHc of Tim Fm, Cf. I, p. 397.
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FoBBs: Lull -Heng.
31
CHAPTER XIX.
On Heaven {Tan-Cien)»
In the books of tbe Literati * we find the Btatement that Kmg
Km^* struggled with Chiuan Hiü* for the empire, and that out of
anger that he was defeated, he knocked against the Bi Chou Mountain,^
thereby causing the breakdown of the Pillar of Heaven ** and
the dAibtemeid of the confines of the earth. But AVl Wa* melted
multicoloured stones, and therewith plastered up the blue sky, and
cut off the legs of a sea-turtle, which she erected at the four ex-
treniities of the universe. However, heaven was not complete in
the north-west, therefore sun and moon moved,* and there was a
piece of the earth missing in the south-east, hence all the rivers
flowed to the ocean.' This b a very old tradition, believed by most
people." Well educated persons will think it strange, but they have
nothing to say against it, or if they liave, they are unable to settle
the question. Ttiey may also be afraid, lest the thin^i; should be
really true, and therefore dare not discuss it seriously. According to
the laws of nature and from a human point of view, it is all idle talk.
If a man fighting with another for the empire, out of ungnr
that be did not win, knocked against the Pu Chou Mountain, and
caused the pillar of heaven to break, and the confines of the earth
to be smashed, if his strengtli was lilvo thnt, he would have no op-
ponent on earth. With such a force he could engage three armies,
aod the soldiers would be to him like ants, nnd fiieir weapons like
bladis of grass. Why should he, resenting his defeat, strike against
Mount Pu Chou?
There is nothing harder and heavier than a mountain. The
strength of ten thousand men pushing would not be able to move
* Id OmiNiiB TVc. Gf. I, p. 260.
* A legeodary bdng of prehntoric times.
' A mythical emperor.
* riie }'a f'/um Mountain form« pari of the Ji'un-iun, which latter is also
called " Pillar of Heaven"' (T :en-rl,,<).
* The sister uf the mytiucal emperor Fu Hgi,
* To wit fiiom eaal to west
' The ocean b ui tiie east of Chine.
* Cf. M T^te y, 5v.; where this old tredltiou ie told with almost the
mm wMde.
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32 Forkk: Lvm-Hhig.
even a small mountain, and Mount i\* Chou must have been a big
one. If it was really the ** Pillar of Heaven," it would be a dif-
ficult tiling to break it. If it was not, then it cannot be admitted
that by knocking against the Jf^^ Chou ^louutain the " T'illnr of
Heaven'" was broken. - ('fiuan Hsü in Iiis figlit against Kunf/ Kung
might have mustered all the soldiers on earth and all tli'^ multitudes
peoj)ling the land within the seas, he \vould not have beeu a match
for him. How should Kunq Knug not have been victorious?
Moreover, is heaven air or a body? If it lie air. it cannot
be different from clouds and mist. Then there could be no pillar
which might be broken. Since Nil \Va repaired it witli stones, it
must be a body. Tf it be so in fact, then it is something like gems
and stones. The substance of stones is heavy, a sitigle pillar would
not be a sufficient support for a thousand Li. Not even the peaks
of the Five Mountains* could prop heaven as j)illars.
"When iMount Pn Chou was struck, did it su{)j>ort licaven?
The mountain was broken by Kung Kung. At that time heaven
ought to have fallen down. How could it be raised again, onc^
collapsecl, and how could the four poles be erected with cut off
legs of a sea-turtle? Some one might say that a sea turtle was a
monster of olden times with immense legs, and that its legs there-
fore could be erect^ as the four p<jUs.
Now Ptt Chou is a mountain, a sea-turtle an animal. Origin-
ally a mouniaui was serving as pillar of heaven. KntHj Kung
broke it, and it was replaced by the legs of an animal. liones
become putritied, how could they long stand upright? If the legs
of a sea-turtle could sup{)ort heaven, the body of llie turtle must
have been of such enormous dimensions, that it would not have liad
room enough l»etwcen heaven and earth. How could Nil Wo liave
killed it, tlit)uiili she was a saint ? If she was able to do it. how did
she manage it.' Provided that the logs tiould be used as the pillars
of lieaven, their skin must have been as hard as stone and iron;
Bwords as well as halberds would have been ineffective against it, nor
could a sharp arrow, shot from a strong cross-bow, have pierced it.
We see that at present heaven is very high and far distant
from the earth. The heaven of to-day is the same with that of
antiquity. Wheo Kxtng Kung damaged it, heaven did not fall down
upon the earth. Nn Wa was human; a man may be vety tall, he
never will reach up to heaven. When Nü Wa was repairing it, on
^ The Five Sacred Mouutains o£ Clitua: — Tai-ahan iu S/umtun^, Htng-$han
in Hmtmt R^'tkan in SAnu^ Bsni^-aftan In Chi^ and Sm^-Am m Bmam,
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Fo«»: Lud -Hing.
33
what Step« did «ha dimb vp, and on what did she stand, white
doing her work? Was the heayen of olden days perhaps like the
roof of a hall, and not far distant from men, so that Kung Kumj
could destroy, and Wa repair it? If this was actually so, there
would have been many Kü Weit* Of people living prior to NüWa
the Buman 'Emf^trm} were the oldest Was at the time of the
Hmnan Emperors heaven like a canopy?
The commentators of the Yüaing wj that previous to the sep-
aration of the primogenial vapours there was a chaotic and uniform
inais, and the books of the Literati speak of a wild medtey, and
of air not yet separated. When it came to be separated, the pure
dements formed heaven, and the impure ones earth. According to
the expositors of the Yiking and the writings of the Literati the
bodies of heaven and earth, when they fimt became separated, were
still small, and they were not &r distant from each otiier, so much
80, that heaven might well have reclined on the At Chtm Mountain,
and that Kumg Kmg could smash, and Nü Wa repair it.
AU beings filled with air grow. Heaven and earth contain
air, which develops spontaneously. A great many years have elapsed
since their first beginning. Hence it is impossible to calculate the
dntanoe between heaven and earth now, whether it be wide or nar-
row, far or near. What the scholars write about it may so far be
correct, the statement, however, that Kw^ Kmg knocked against
Mount P» CAoM, broke the Pillar of Heaven,** and smashed the
borders of the earth, that with liquified multicoloured stones the
blue sky was repaired, and that the legs of a sea-turtle were cut
ofi^ and set up as the four poles, is all the same untenable. Even
though a mountain might be moved, Kung Kunffs force would not
snfBce to break it. Were at the time, when heaven and earth first
•eparated, the mountains small and men great? How else could
they have knocked against a mountain, and broken it?
The repairing of heaven by means of five kinds of stones may
at least be discussed. These stones might have worked like mineral
drugs curing a disease.* But the cutting off of the legs of a sea^
tortle and putting them up at the four poles, cannot be mentioned
in earnest. It is a long time nnoe Nü Wa* Do the four poles look
lUce the legs of a turtle?
' These arc still believed to have been preceded by a dynasty of sovereigns
ot Heaven, and of sovereigns of Earth, all fabulous beings.
* Supposing hearen to be a spirit w a homui-ltke living being.
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34 Forkk: Lüh -Heng,
In Tsou Ym*8 ' buok there is a notice to the effect, that there
arc nine divisions o£ the Kmpire vis. the nine diviaiona forming the
tributary land of Yn. The Nine Circuits of Yil are so to speak but
one continentw If in the " Tribute of Yn'"'"- Nine Circuits are men*
tinned, they are the present Nine Circuits of the Empire. They are
situated in the south-east of tlu> earth and bear the name of 67/ tA*
hsten* or Sh^n-chou* (China). But there are eight continent*; besides.
Each continent is hemmed in by the Four Seas, which are called Pai-
Ao*,* Beyond the Nine Continents there is still the Great Ocean.* —
This statement is extraordinary and bewildering to the hearers,
but they are unable to make out, whether it be correct or not. Thus
it is being handed down by books, which are read, or repeated by
word of motitli. Keality and fiction are efjually transmitted to
po'^terity, and the worlrl does not distiniT;uish between truth and
untruth. People become [xTjjlexed, aud a discussion is very difficult.
T'so?/ Yfii's knowledge did not surpass that of Yü. When Yfi
controlled the deluiie, Yi acted as bis assistant.' While Yil was
regulating the wat* r. } / n<tted all tliinp^. He explored thf> expanse
of heaven, and penerrate<l to the farthest limits ul" the ( ai tb Tie
distinf;uisbe(l what was bryontl the Four Seas,* and tboroughly
investigated the region within the Four Mountains.® In the tliirty
five States lie enumerated all the beasts and birds, plants, trees,
minerals, stones, waters, and earths, but he did not say that there
are still nine continents besides.
Liu An^ prince of Fluni Xan invited scientists like Wti Pet
and T/io Wu. His palac«'s were lull of such men, who wr^tr books
OF) the Taoist doctrine. In the chapter where he treats of the
thmgs of the world and the shape of the earth," he speaks of
* A scholar of the 4<h cant b.c who wrote on ooraiogony aad geo^«phy.
See I, p.2l<>.
* The well known rliapter of tlie Shaking.
* Literally the " Red Region, ' Ig^.
* The Divintr Circuit, ' ^j^.
* Minor Seas, ^:!|!
' Cf. p. 111.
* The Foot Seas supposed to surround the habitable land i.e. China.
* The Four Sacred "MomMJm t—Tai'^han, HAt^iJ^, Hm-Aan and 0Ay
than ia the East, South, Weet» and North of ancient China. The Stm^-tkan In the
Centre is omitted. See above p. 32.
The Taoist philosopher /hmi ]Vfm Tut cf. p. 116.
" Chap. IV of Uuai Kan T.-f'x work.
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FotKBt Lun*HCng.
35
prodigies and the wonders of foreign lands, be also talks of the
peculiarities of the tliirt}'-fiye countries, but does not mention the
existenoe of Nine Continents.
Tmou Ten did not travel as far as Fii and Yt on earth, and
his experience was not greater than that of either Wu Bei or Tso
Wu, His talents were not those of a sage, aud be did not learn
things by a special revelation from heaven. How then could he
nutke such statements? Examined by the light of l*^'« "Mountain
Book ** * and of &ud Nan's chapter on the shape of the earth, his
words are utterly wrong.
The Grand Annalist* says: — **In the 'Chronicle of 7^** it is
said that the TcUow River has its fountain-head in the iTtm-Zfin,
which is three thousand and five hundred Li* high. There where
sun and moon hide in the JT'tm-Am, it is full of Sj^endour* On tlie
mountain there is the Jade Spring and l^e Flower Lake.* Now,
after C&ang CiCign went as envoy to Aidrta * he traced the springs
* of the Yellow River, but did he see what the Chronicle relates
about the K*m.4un7 In what it says about the nine divisions,
mountains, and rivers the ShuJdng may be near the truth,^ of the
wonderful things to be found in Ys^t Chronicle and the * Mountain
Book.** I dare not express myself.**
I dare not express myself *' means that there is no truth in
them. Every one has heard about the height of the K^m,4m, the
Jade Spring, and the Flower Lake, but, when Chang Cltien went
there personally, be found that these things did not exist. In the
Tribute of Fa** mountains, rivers, and wonderful things, predous
metak and stones occurring in the Nine Circuits are all enumerated,
but there is no reference to the Jade Spring or the Flower Lake
on Um K tm-lun. In the opinion of the Grand Annalist the re-
ports of the ** Mountain Book" and the Chronicle of Yü" are
inventions.
' The iNTnnntain Book " ~ Shun-kiny forms the first five chajjtcrs of the
"Mountain and Sea Classic" = Shnn-lnii-k-nff, which tradition ascribes to Yü and
hu uiiiiister Ft, but it is probably not earlier ihau tlie 4t]i or the 3d ceuL b.c.
• SAf^M efaap. 123. p. 19v.
• This book is now lost.
« The Shi-chi haa 2,500 U
• 2 and ^1^- The Ski^hi writ«»:— •* the Sweet Wine Spring and
the Jnaper Uke": j^^^ and ^ J^.
• Chang Ck*im etajrled on U< tuaan expedition in 122 ax.
' These subjects are irentcd In the chapter entitled the ** Tribote of YH»'*
• The SM^bi «ritee:^Tbe Skan^hai'4ebag,
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36 Fobee: Lüh -Hong.
In all things which are difBoult to know, it is not easy to
find out the truth.
The pole is the centre of heaven. At present the world lies
south from the pole of Yii, therefore the heavenly pole must be
in the north, heaven most be high there, and more people living
in tliat region. According to the ''Tribute of Yü" the east is
washed by the ocean, and the west covered with "flying sand.*'
These must he the extreme limits of heaven and earth.
Wlu n the sun pricks, his diameter measures a thousand Li.
Now, if the sun is observed at his rise from Ym and CUA hsien^
in JCttd^i on the eastern sea-shore, his diameter appears to be no
more than two feet, which proves that ihr snn is still very far.
Consequeutly there must be more land eastward. This being the
case, the assertion about the pole being in the north and about
the extension of heaven and earth is not made at random.- In
this way the statements of Tsou Yen cannot be controverted, and
what the "Chronicle of Yfl" says on mountains and seas, and
Huai Nan Tee's lucubrations on the shape of the earth appear un^
reliable.
Tsf)tt Yen holds that at presont the "land under heaven"^
lies in the south-east of tlii' eartli, and is calh^l 67/ /A Lttm nr ShM
c/tou. Now, file hpavenly pole is the centre of lieavrn. If at present
the "land under heaven" a\ ere situated in the south-east of the
earth, the pole ought to a[)pear in the ni)rth-west. Since in fact
it is straight north, the w^rld at present lies snnth of the pole.
In rei^ard to the [)ole the worlil cannot lie in the soutli-east, hence
Tsou Yen's statement to this efleet is wrong.
If it were in the south-t ast, it would he near to the sun's
risin«^ place, and the li^hr of t lie risiriü' sun ()i)<;ht to appear biffger.
Now, whether looked at from the Eastern Sea or from the Gobi,
the size of the snii remains the same. Although tlie points of
observation be ten thousand Li <listaiit, it makes no difference in
the si/.e ul" tlie sun. That shows th.n at ])resent the world occupies
but a small part of the expanse of the earth.
* ChA s= vnxxsX be a misprint, for such a character is not to be found
in tiie dieüonari««. We otiglit to read M<fH = ^||^. Yin and Mw were tero dia-
triete of the K*uei-fkt circuit comprieing Chekiai^ and parts of Ankd and Fukkii
under the Haa dynasty. Tin was in the south-eaat of itfon, both aitnated in tin
preient Nin(jj>o prefcrtnre. (Cf. KangM't Dick)
' Twu ) m'f assertion.
' I.e. the habitable land or China.
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FoKKx: Lun-Hriig. 37 -
Loycmg is the centre of the Nine Circuits.' Viewed from
Loyang the nnrtli-pole appears direct north. The shore of the
Eastern Sea is three thousand Li distant from Loyang. Seen from
there the pole is likewise in the north. By analogy we may saftdy
assume tliat viewed fronj tlic Gobi the pole will also ajipear in
the north. The Ka.stern Sea and tlie Gohi are tiie eastern and
western borders of the Nine Circuits, ten thousand Li distant from
one anotlier. nevertheless the pole appears alw;n,s north. The earth
must t beret ore be very small and occupying a narrow space, Biuce
one never gets away from the pole.
The principality oi Anrutm {JUt Nnn i.e. the South (»1 iIk ^un)
is ten thousand Li distant from Lnijnntj. Pe<)[)le wbo liad emii;rat«'d
there, and came baek, when asked, bave said tliat, when the sun
culiuinates, Iiis resting-place cannot be in Annam. If we go ten
thousanfl Li further south, the sun tliere nnist reach his south-point.
Then the soutli-point of tlie stin wotdd be twenty thousand Li
distant from Loi/ang. Now, if we measure the distance of thf» way
made by the sun from Lotjangy it cannot he tin same, as if we
Qi.'jisurp from the north-pole, because the pole is ^til! very far from
hjij'UKj. Let us suppose that we went tliirty thousand Li norili.
Kven then \n e would not arrive under the pole. But provided we
dill, then we could say that we liad reached the place just beneath
ili<: north-pole. Since from there to the south-point there would
be fifty thousand Li, there must be fifty thousand Li north of the
pole likewise, and under these circumstances there uould ul^o ho
fitry thousand Li from the pole eastward and westward in either
<lirt I tion. One hundred thousatid Li from north to south, and one
liuüdred tlurusand Li from east to west multiplied would give a
million sij^uanj Li.*
Tsou Yrn opines that between heaven ami eartli there are
nine continents like China. At the Choa period the Nine Circuits
measured five thousand Li from east to west, and from nortii to
south also five tlujusaud Li. Five times live gives twenty-live, one
contiuent therefore would contain twenty-five thousand square Li,
whicli would be the size of China.' Twenty-five thousand Li multi-
' Loyaiuf is considered tiie ceiilre of tlie wurid t. e. Chlua.
' Wwng CKuitg is a better theoriat than arithmetician. The square of
lOfMXX) is tO/)00 fluHioiis, not I million. Wang CKwijf soppoaes the eardi to be
aa eqollateral, r^taiigular square.
* The same mistake. The square of 5,(KX) is 25 millions. 2.t million square
U, about b million square kilometer is approxiuiately the area of tiie Eighteen Pro*
viaeea or China Proper.
38
plied by nine would give two hundred and twenly-five thousand
square Li. Tsou Yens figure ' may ajjpear too higlit hut computation
and a thorough iuTestigation show us that, on the contrary, it is
too low.*
The Literati say that heaven is air, and therefore not far from
man. Consequently it immediately knows, whether they are right
or wrong, and whether they possess secret virtues or vices, and
also responds to them. This is regarded as a proof of its vicinity.
But, if we examine the question critically, we find that heaven's
body is not air.
Men are created by heaven, why then grudge it a body?
Heaven is not air, but has a body on high and far from men.
According to private traditions heaven is upwards of sixty-thousand
Li distant from the earth.' Some mathematicians reckon the entire
circumfeienee of heaven at 365 degrees. Thus the world all round
is divided into degrees, and its height measures a certain number
of Li. If heaven were really air, air like clouds and mnt, how
could then be so many Li or so many degrees? Besides we have
the twenty-eight constellations,*' which serve as resting-places to
sun and moon, just as on earth the couriers lodge in postal stations.
The postal stations on earth correspond to the solar mansions on
heaven. Hence the statement found in books that heaven has a
body is not baseless. To him who considers the question, as we
have done, it becomes evident that heaven cannot be something
diffuse and vague.
I 825^000 aqnare Li (22S miUtont), which nnmber b bued od ZVeii Fm'«
hypothesis that there arc nine continents M hu^ as China.
' Wanff f'finnp has calrulated a million s<]nare Li (lO^OTlO millions). Tlie
area of our Karth measures about 5l<1 million !.)|uai c kilometer, not 2,500 millions
(=: 10,000 milliou square Li) as reauits from W ang Chuny '^ calculation.
* Huai Aon Tät lays 50^ Li.
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Poms: Lud 'Hing.
39
CHAPTER XX.
Oü the Son {S/mo-Jih),
i lie Literati say that the sun, wheo lie becomes vmible in
the nionn'ng, conies forth from darkness, and that, when he dis-
appears in the evening, lie re-enters darkness. The 17/* fluid of
darkness is obscure, the^ say« Üiereiore the sun disappears in it,
and beeonies invisible.
In reality the sun neither leaves nor re-enters darkness, but
how can we { rove that?
Night IS (iarkness; its lluid is also obscure.' Rut if a fire is
made during the night, its light is not extiniruisbed by the night.
The darkness of night is the darkness of ihv north. 1 he setting
sun, \vhi«;b rises in the morning, is the kindled lire, i'he hghL of
a fire, kindled at night-time, is not extinguished, tliat shows that,
when the sun sets in the evening, a fluid ^ cannot be the cause of
bis disappearance.
Observing the sun-rise and the sun-set ip winter, we remark
that, in tlie mornhifj, he riscü in tlie south-east, and, in the evening,
lie sets in the soutli-west. The south-east and the south-west are
not the region of tlie Yin or darkness.' How then can it be said
that the sun proceeds from and reverts to darkness? I urthermore,
the stars notwithstanding their sinallness remain visihie, and the
sun is extinguished in spite of his greatness? Tiie reasoning of
tbe scholars of to-day is thoughtless and shallow.
They again say that the shortness of the days in winter, and
their length in summer are also brought about by the Yin and the
Yang, In summer, the Yanjf fluid abounds, and the Ym fluid falls
short The Yang flnid ahhies with the same splendour as the sun.
Coosequently, when the sun comes forth, there is notliiug to ob-
seoie him. In winter, the Ym fluid is dusky, and ovefshadows
■ I^g^t ts hen teken as aomethiiig positive, Mmelhin^ like a black veil, or
dark air, not u the abtenco of li^t, which does not'csnae the diaappearauee of tbe
fOB. but is its conseqaencc.
* The dark fluid oi night.
* Accordiiig to Cliiiiese syjiiboUsni the Yin principle of darkness corre«puiidM
to the north.
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40 Fobxb: Lnn-iUng.
the sun-light. Therefore, although the sun rises, he remains dsj'k
and invisible. Thus in winter the days are short. Tlio 1^ is
paramount, and the Yang is scarce, just the reverse of what takes
place in summer.
However, if we consider ^e question seriously, we will find
that the I'm and the Yang are not responsible for the length or
the shortness of the days. This is made evidtot by the northern
stars. The Fm of the north is the Ym of the sun. The Yin of
the north does not overshadow the sparkling of the stars, why
then should the Yin in wrinter obfuscate the brightness of the sun?
Hence those who speak about the Ym and the Yang miss the truth.
As a matter of fact, in summer the sun stands in Gemioi, in
winter in Aquila.' Aquila is far from the pole, therefore the curve
described by the sun is short. Gemini being near the pole, the
solar curve is long then. In summer the sun proceeds northwards
as far as Gemini, in winter southwards as far as Aquila. There-
fore the extreme solar points in winter and summer are called
winter** and "summer limit."* Because in spring and autumn
those extremes are not reached, one speaks of vernal** and
autumnal division.***
Some people hold that in summer, when the Yang fluid
abounds, it is in the south, and that in consequence heaven rises
and becomes high. In winter the Yang fluid decays, and heaven
sinks down, and becomes depressed. When heaven is high, the
course of the sun increases in length, and (he days are lengthened;
when heaven is low, the solar curve decreases, and the days are
short.
Now, if owing to the exuberance of the solar Yang fluid,
heaven rises in tlte soutli, and the course of the sun is lengthened,
the same increase ought to take place in regard to the moon. In
summer, when the days are long, the sun rises in the north-east,
but the moon in tho south-east. In winter, when the days are
short, the sun rises in the south-east, whereas the moon rises iu
the north-east. If in summer heaven \vere raised in the soutlt,
sun and moon ought equally to rise in the north-east, and, if in
winter heaven were lowered, sun and moon should both rise ia
the south-east. It results from this,. that in summer heaven does
■ Literally: Tvag-dting the " Eastern Well," aiid CKien-nu
the UerdsmaLD."
* - The two solstices.
* ^j^. The two equiiioxc«i.
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Fobkk: LuQ-Ueiig. 41
not rise ia the aouth, and that in ^vinte^ it is not depressed. On
the contrary^ in sainiDer, when the days are long, the stars from
which the sun rises are in the nortli, and in winter, when the
days are short, these stars arc in the south.
The following question may be raised. In summer, in the
fifth moon, when the days are long, the sun stands in Gemini,
which are near the pole, therefore the course of the sun is long.
Nf)w, wi- see that in the fifth moon t!ie sutj rises in tl 10 sign VVn '
and sets in IJsfl.^ The solar curve being so long and far from
men, how is it that we see the sun rise in Yin and set in lUii?
When the smi stands in Gemini, he is very near to men. Gemini
are near tlie pole, hence, when the pole turns round, they ought
to remain always visible.^ Provided that Gemini are by the side
of the pole, ought we nut to have no night, but continuous day?*
Some scholars assert that sun and moon have um« diilerent
courses, therefore, they say, the sun in his course is near or far,
and day and nijL;lit are long or short. — However, in the üfth month
day-time makes up and night-time and in the sixth month
the day is "^/m ^"'1 ^^^^ night From the sixth month to the
eleventh month every montli the day decreases by '/,„. That means
that to the course of the sun every mouth ' is added. In the
lapse of a year the sun takes 16 diiferent courses on heaven and
not 9 only.
Anotiier idea is that heaven is high in the south and depressed
in the north. When tiie sun rises into the higher region, he be-
comes visible, and when he sets into the lower one, he (lisajjpears.
Heaven is believed to be like a reclining umbrella, \\ hieb is show n
by the fact that the pole, as seen from us, is in the north. The
pole is the centre of the world. Since it is north from us, heaven
must evidently resembie a reclining und)rella.
If to illustrate the shining ol' the sun the aaah)gy of a reclining
umbrella be used, heaven must really have the sliape of an um-
brella. The polar star in the north of the uppti pan would cor-
respond to tlie top of the umbrella, the south in the lower part
woulil be like the stick of the umbrella, but w iiere would that
be? An umbrella reclining on the earth cannot turn round, but
raise it straight, aud it rotates. Now, provided LhuL heaven revolves,
1 This qrdical sign deAiotw ENEVilN on tbe oompaM and oorrosponda
to Gemini.
* H»u = WNW7«N and Anuariitt.
' Ttiniing round with the pole.
* The 8UU tuniiiig ruuiid tliu pule in Geiniui md never disappeaiUig.
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42
FoBus Lnn-Hlag.
its northern edge cannot touch the earth, for how could it revolve,
if it knocked againat the earth? We aee firom this that heaven
cannot be shaped like a reclining umbrella, and that the sun rising
or setting does not follow the elevation, and the depression of
heaven.
Some people maintain that the northern edge of heaven sinks
down into the earth, and that the sun foUowiog heaven enters
into the earth. The earth being massive, obscures him, so that
men cannot see him. But heaven and earth are husband and wife.
They unite in one body, heaven is in earth, and earth joined to
heaven. Their fluids mix and produce tliingH. The north is Yin,
When both are coupled, and their fluids mingle, it is in the north
therefore,^ but does heaven revolve in the earüi? If not, die earth
in the north would be depressed,* and not even.
Let us suppose that heaven really is revolving in the earth.
On digging up the earth ten feet deep we find »prings. Does then
heaven revolving in the earth pluoge into the water, and then
come out again? If the north were depressed and not level, the
Nine Streams* ought to flow north without ever filllag it up. In
reality heaven does not revolve in the earth, nor does the sun
become obscured, because he follows heaven. Heaven is quite as
level as earth, and the sun rises, and sets, being turned round
along with heaven.
Heaven appears to us in the shape of a bowl turned upside
down. Therefore the sun rising and setting looks like coming from
and entering into the earth. When the sun rises, he is near, when
he sets, he is far, and becomes invisible, hence the term setting or
entering. When in his rotation the sun appears in the east, he is
near, hence we say that he is rising or coming out. But what
proof have we? If you attach a moonlight pearl to the bow over
a cart, and turn the cart round, the pearl will also turn.
To men heaven and earth seem to unite at a <listarioe of no
more than ten Li. That is the effect of the distance, for they do
not come together in fact When we behold the sun setting, he
does not set either, it is also the distance. At the time, when the
sun sets in the west, the people living there will perhaps say that
he is culminating, and looking from the point, where the sun is
setting, eastward to our world, heaven and earth may appear to
^ The north is ffn, which is sjmonyrooos with female, here the femsie oi^gan*
* Viz. by heaven knocking against it in its rotation.
* The Nine Streams regulated by 1«. See PL II, Now 267.
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Fom: Lnn-Heng. 43
the beholder joined together. Our world is in the south,' therefore
the sun rises in the east, and disappears in the northern regions.*
If the sun rose in the north, he would set in the south,' for rvrry-
where, what is near seems to rise, and what is far, to set. la real-
ity there is no setting, but it m the distance.
If stanch'n^ on the shore of a big lake, yon look out to its
limits in the four directions, they are blended with heaven. As a
matter of fact, they are not blend^nl, but tlie disttince ^ives this
ini|tression. Through distance the sun seems s<'ttinf>;, and tiirough
(listani e the lake seenis to be blended with heaven. It is tlie same
in both cases. The lake is bordered by land, bnt we do not see
it, for to the observer it looks, as if it were blended^ with heaven.
The sun also looks like setting. All this is brought about by distance.
The height of Mount 7^ ni equals that of heaven, and is lost
in the clouds, yet from a distance of one iumdred Li the mountain
does not appear as big as a clod of earrli. At a distance of one
hundred Li Mount T'ni disappears, how much more the sun, w hose
distance from us is counted by ten thousands of Lil The example
of the 7' a!- Jinn <jives an explanation.
Let a man take a big torch, and walk at night on a level
road, wliere there are no ^aps. He will not have walki 1 lo a
distance of one Li from us, before the Htrht of the fire is «;uiie out.*
It does not go out, it is the distance. In tlie same manner the aun
revoivuig westuard and disappearing does not set.*
The following quesuon may be asked:-- Heaven is level as
mui-h as the earth. Now, looking up to heaven and regarding the
movements of the sun and the moon, it seems as though heaven
were high in the south and low in the north.' How is that to
be explained?
* See above p. 36. On p. 44 Wang Cktutg says that oar world lies in tlie
■oatliHBaait of the anlvwMk
* The ann aets in the west and puses thnw^ the north, before he risee
tffSok in the east.
^ To jieople living in the f^^t of the universe ». f. bt-low liie farthest casteni
I mit re.T'f'Pfi l»y the sni? in )iig course, the sun woold appear to ris© in tlie nortti,
to culiiimate in the east, and to set in the huuth.
' The context requires that we should read Uendtd instead of look
«rf of the text
* The light beeqmeo invlsibte for tiioee who look after hun.
* The great dtstiaee makes the son invisible.
' Because the sua anH the moon, whioli are suppost^d to he attached to
heaven and revolving witlt it, ri»e on the sonthom hemisphere, and go down on
the northern.
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44 FoBKs: LoiiVHIfig.
The answer is this: — Our actual world' is lying in the south-
east. Seen from below, heaven looks, as if it were elevated, and
the courses of the sun aud the moon are south of us. Now, our
world lies beneath the courses of the sun and the moou, therefore
it seems to us, as if in their motions they rose in the south, and
descended in the north. How shall we account for that?
If heaven were elevated in the south, the southern stars should
be elevated likewlae. However, we see than goiug down. Is then
heaven agam depressed in the south? The celestial bodies which
are near appear high, those which are distant, low. To people
noHh of the pole it seems high, and the south they n^ard as
low. The same holds good for the r^ons'east and west of the
pole. All ri gaud as high, what is near, and as low, what is far
from than.
He who from beneath the NorHtem J^aue»* looks up, sees the
polar constellation above him. The north of the Ibmng-tm is the
border^land of the earth. Seen in the north, heaven still appears
high in the north and low in the south, and sun and moon in
their courses ascend heaven there also. For a man standing on
Mount T'td it is high, whereas ten Li from its foot it appears low.
The height of heaven is like that of Mount T'td as seen by men.
The four quarters and the centre, which are levd, are of the
same height, if, therefore, heaven seems to be depressed at the four
cardinal points, . this must be an illusion caused by the distance.
Heavoi does not only seem depressed there, but joined to the earth.
Some eaoant» hold that at sunrise and sunset, in the morning
and in the evening, the sun is near, and that while in the zenith
he is far away. Conversely, others maintain that the sun in the
zenith is near, whereas at sunrise and sunset he is a long way
off. Those who believe that the sun is near, when he rises or seta,
and far off, when he culminates, have remarked the large size of
the sun rising or setting, and his smallness at noon. We find that
things are large, when they are near us, and small, when seen from
a distance. Therefore the rising and setting sun is considered to
be near, and the sun in the zenith to be far distant. Those who
believe that at sunrise and sunset the sun is far off, and at noon
near us, Imve on the other hand made the observation that at noon
the sun is warm, and that he is cool, while rising or setting. When
a fire comes near us, we feel hot, whereas, when it is at a distance,
* /.e. Gbina.
> Id Moogolia.
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Fonn: Lnn-H^g.
45
we fed cold. Hence the idea tbat the sun at noon is i^ar, while
he is at a distance, when he is rising or setting.'
Both views are well-founded, and it has not yet been ascer- *
tained, which is right, and which is wrong. If we consider the
question seriously, we arrive at the condnsion that the sun in the
zenith is near, and at sunrise and sunset far off, as the following
experimoit will show. Plsoe a pole upright in a room. The room
is 30 feet In'gh. The pole placed vertically under the roof-beam
knocks against the latter above, and reaches to the bottom below.
The beam then is 30 feet distsnt from the bottom. When the pole
is inclined a little sidewards, its top divei^s sidewards, and cannot
touch the beam anymore, because the distance from the bottom is
more than 30 feet.
Whm the sun is culminating, he just reaches the highest
point on heaven, exactly like the pole standing upright so, that
the distance from the bottom measures 30 feet. The sun rising or
setting is deflected to our right or left like the pole inclining to
one side, whereby the distance from the bottom exceeds 30 feet.
We leam from this that the sun in the zenith is near, and the
rising or setting sun more distant.
Let again a man- be seated in the central hall, of a house,
and another walk on its roof. When he has readied the centre
of the house, he is just above the man seated, and the distance
from the man on the roof to tlie man sitting in the house, is
30 feet. When he is at the eastern or the western comer of the
roof, his distance from the man in the house is greater than 30 feet.
The sun in the zenith is like the man standing in the middle
of the roof, when the sun is just rising or setting, he resembles
the man at the eastern or western comer. The sun in the zenith
is near us, therefore warm, at the time of his rising or setting, he
is far, and consequently cool. However, when the sun stands in
the zenith, he is small, whereas at sunrise and sunset he is large.
That is because, when the sun is culminating, the brightness of *
dayfight' makes him appear small, and when the sun is rising or
setting, daylight is fading, and he looks larger in consequence. In
tlie same manner a fire looks small at day-time, but big at night.
What is shown by fire, can be proved by the stars also. The stars *
' This problem is already enunciated by L>ch Tge V. !' wlm makei? two lads
expose it to Confucius. They ask the Sage to decide between the two antagonistic
ti«wB, Imt hft is onaUe to give a ntiafaetory reply.
« Wm^ CHwitg mods to tliink that aayl^ftt i« diathtct firom the Ifglit of
tbe toil.
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46 Forke : Ltui - Heng.
are not visible during the day, because tlic brightnesB of the day
eclipses them. At night there is no light, and the stars become
visible. Now the sun and the moon are Btars. When the sun ap-
proaches the horizon, and is about to set, his Ught fades, and he
appears bigger.
The scholars argue that in the morning tlie sun rises from
Fu Sang,^ and in the evening sets in Hsi Liu.* Fu Sang is tlie
eastern region, Ihi Ldu the western d^ert, both are the confines
of heaven and earth, and the places where the sun and the moon
use to rise and set.
1 big to put the following question:— K very year in the se-
cond and tlic eighth months tlie sun rises exactly iu the east, and
sets exactly in the west.* We might say then that the sun rises
in Fu Sang^ and sets in IIH Liu, But in summer, when the days
are long, the sun rises in the north-east, and sets in the north-
west.* In winter, when the days are short, the sun rises in the
south-east and sets in the south-west. In winter and summer rising
and setting take place in four differcut corfiers. In which place
exactly are Fu Sang and Hsi Liu situated then? Tlw above state-
ment, therefore, is true for spring and autumn, but not for winter
and summer. Yet, after all, the sun does not rise in Fu Sang nor
set in //vf' Tyiu for the reason that he revolves with heaven and is
visible, when near, and invisible, when far off. While he is in
Fu Sang or fht Liu, the people there, from their standpoint, will
say t)i;it the 8un is in the ztnitli. At other times it may appear
from Fa Sang and ffs! Liu, as tlioui^h the sun were rising or set-
ting. When he is above ()eople's heads, thev eall it noon, when
he is on one side, tliev call it niorninL": or cxcnin*;. Mn\v cau the
sun under these eircumstances rise in Fu Snug, and act m ITsi Lkt?
The Literati ai;ain assert that ]i»'a\en is revolving from riglit
to left,' and that the sun and the m ' »n in their courses are not
attached to heaven, but have enclt their own movement. It iniu-ht
hv objeeted that, in ease the snn and the moon had their jiroper
movements, and were not attached ti» heaven, the sun would proceed
one degree, and the moon tiiirteen. After their rise, both ought
to go on and turn from west to east, how is it that nevertheless
' Fu Sang has been ideutilicd witli Sakhalin.
* Hd Liu mittt be the 31onffolian Dmrt,
* At the eqninoxM. Sea above p. 39.
* Viil. above p. 40.
From riglit to left, facin? the polar »tar \%hich remains motioolesa and round
which heaven revolve» from east to west (cf. p. 48).
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FoMOi: Lim- Hing.
47
they commence to turn westward? They are attached to heaven,
and follow its movements during the four seasons. Tlieir movement
may be compared to that of ants crawling on a i^oUing mill-stone.
The movements of the sun and the moon axe slow^ whereas heaven
mom yery fast. Heaven canriea the son and the moon along \viib
it, therefore they reaUy move eastward,* but are turned westward.
Perhaps the following question might he raised; — The sun,
the moon, and heaven have their movement each, but the number
of degrees which they traverse is not the same. To what can their
Tetodty be compared. If referred to the things of this world?
I would reply that heaven makes one circumvolution every
day. The sun moves on one degree equal to 2,000 Li, of which
he makes 1,000 during the day-time and 1,000 during the night.
The unicorn* also runs 1,000 Li during the day, therefore the
speed of the sun is very much like the pace of the unicorn.
The moon moves on 13 degrees. 10 degrees being equal to
20,000 Li, and 3 degrees to 6,000, the distance made by the moon
in oae day and one night is 26,000 Li, which is like the flight of
a wild duck.
Since heaven turns round 366 degrees, the multiplication gives
730,000 Li. This movement is very fast, and there is nothing like
it It can be compared to Üa rotation of a potter's wheel or the
•peed of an arrow, shot from a cross-bow.
But although the rotation of heaven he so very fast, it ap-
pms to us slow, because heaven is so high, and far away, for
distant objects In motion look motiouless, and things sliifHng their
place, stationary, as the following observation will show. If any
body is on board a ship, sailing with the wind, in a river or on
sea, her speed is fast, while she is near the shore, and slow, while
ihe is far off. The ship's real speed remains the same, its quick-
oem or slowness merely depending on the distance from which she
it seen.
When we look up to heaven, its movement does not appear
w quick as that of the unicorn. With the sun over it the unicorn
hastens on, but when darkness faUs, the sun is in front, why?
' Their own movement being i'roui west to east, oppusiite to that of heitven.
* Tbe Kili/i, hy Europeans uüually called onioora, whose prototype scents to
Ittve been the ^lalTe. The ^ntC« gnllops like the fastest borse. The swiftest bones
vt ISkemm said to nako 1^ U a daj.
48
Fobkk: Lun-Heng.
Because the unioom is near, whereas the aun is far. Distance
conveys the imfirossion of slowness, and proximity that of speed.
If a joumy exten<ls over 60t000 Li, it is difficult to form an ade-
quate idea of the real movement.
The Literati assert tliat the sun moves one degree, and heaven
365 during one day and one niglit, that heaven turns to the left,
and the sun and the moon to the right, and that tliey meet heaven.
The following question may be asked: — The movements nf
the sun and tlie moon depend on heaven, they move, attaehed to
heaven, not strai<j;ht on. How sliall we describe it? The YiJcvi^
says: — "The sun. tlie tnoon, and the stars rely on heaxen. Fruits,
•jraiises. and trees rely on earth."' Kelvin«:;; means that thev arc
attaelied. J lie movement attached to heaven is like that of men
walking round on the earth. The simile is like that of the auts
crawling on the roiling mill-stone.
There is the question: — How do we know that t]>e sun does
nut detach liiniself from heaven, nor move straiclit on independently?
If the sun could do so, lie ouf^ht to turn eastward of himself, and
not share heaven's movement to the west. The movement of the
moon is the same as that of the sun, both being attached to heaven.
This is proved by a comparison with the clouds.
The cloud.s are not attached to heaver), they always remain
in their place. Provided the sun arrd the moon were not attached
to heaven, we would expect tliem to keep their places hkewise.
From this it is evident tliat the sun's movement is connected with
that of heaven.
Another question arises: I lie sun is fire. On earth fire does
not move, why then does the sun move on liea\en?
The tluid arfaclied to heaven has motion, that attached to
the earth has not. If fire be attached to the earth, the earth does
not move, consequently the tire dues not move either.
Some one might object, how could water move, if the lluitl
attached to earth had no motion. The reply is that the water
1 Yiking, 30t!i flir(<rrani (Li), I.rrjpr . tratisl. p. 2?^7.- C'ni ;< xt slighüj differs.
It adds "and the stars,' and writes *' iVuita " iitatead of ''grams.'
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FoRKi: Lna-H^. 49
flowB eastward into the ooeaa, becMise tbe north-western region is
high, and the south-esstern low. It is the nature of water to seek
the low phices, whereas fire will rwe. If the earth were not high
m the west, the water would not run eastward eitiher.
We will hare to meet another objection as to how men, being
attached to the earth, can move, if the fluid attached to the earth
is motionless.
Human actions and desires all have an aim. Since purpose
is at the root of human nature, man works and strives.
The ancients were plain and simple-minded. Though on the
frontier of a neighbottring oountr)^ tiiey heard the cocks crow and
the (logs bark, they never had any intercourse with that country.
Somebody wiU ask perhaps, why the stars do not move, if
the fluid attached to heaven is in motion. I reply that the stars
SK fixed in heaven. Heaven moves, and since they are turned
round along with heaven, they move also.
An opponent might uige that human nature is based on pur-
pose, and therefore acts, but how could heaven inove, since its
prioeiple is absence of purpose? — Heaven's movement consists in
the spontaneous emission of fluid. The fluid being emitted, things
are pnoduced of themselves, but the fluid is not emitted on pur-
pose, in order to produce things. Without movement the fluid can-
not he emitted, and unless the fluid be emitted, things cannot be
created. It is different from the movement of man. The move^
ncDts of the sun, the moon, and the five planets all consist in the
canasion of fluid.
The Literati hold that there is a tiiree-legged raven in the sun,
and a hare and a toad in the moon. However, the sun is the
heavenly fire which does not differ from the fire on earth. In the
fife on earth there are no living beinge, how could there be a raven
ia the heavenly fire? There are no living creatures in the fire,
when they enter it, they are burnt to death. How could a raven
ranaio unscathed?
The moon is water.' There are living beings in tlit^ water,
bat not hares or toads. When a hare or a toad remain long in
the water, they inevitably die. The sun and the moon are attacluxl
to heaven just as shells and oysters swim in the deep, evidently
^ A^iin the mitleadiiig symboliam. The moon reprsMnia the fenale pria*
sple, 7m, to which water eonresponda, whence the naive deductiott m made that
<be mon i» %vater.
■
iak.i.8a&£0riMLflpvMk«ik ISO?. LAIil. 4
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50 Fonnt Lun-H^ng.
benatise tlioy bolong to the same fluid. Ai*e perhaps that what we
call a hare and a toad, shells or oysters?
And let us ask the Literati whether the raven, tlie Itnre, and
the toad are living or dead. If tliey be dead, and nMnain for a
long time in the sun and tlie moon, tliey nnist become charred,
deeav and putrefy. If they be alive, wliere are they at the time
of a total ee]if)se of tlie sun or, when ou the last day of a month
the moon totally disappears?
The raven, the hare, ;md tlie toad must be tlie (hiid of the
sun and the moon,, as the intestines of man, or the heart, ;ind back-
bone of animals are the fluid of these creatures. It is still possible
to examine the moon, but. when we look at the sun, our eves are
dazzled, and we cannot make out ^\hat fluid really pervades the
sun, yet we should be able to distinguish an object in tlie «uu,
and call it a raven? In fact, we cannot see tlie entire body of a
raven, and we should remark that it has three legs? This is cer^
tainly not true.
Moreover, we hear the Literati sneak of manv animals, whv
then is tliere only one raven in the sun, and one hare and a toad
in the moon?
The savants maintain that the eclipse of the sun is eaused
by the moon. They have observed that the eclipses of the sun
always fall on the last and the first day of a month. At that
time the moon is united with the sun, therefore slie must eclipse
him, they think. Many e<'lipses of the sun have occurred during
the "Spring and Autumn'* period. The Classic records that on
the first day of siu h and such a moon the sun has been eclipsed,
but it does not lollow that the moon has any thing to do with
these eclipses. If the chroniclers had known that the ^uu was
eclipsed by the moon, why have they been silent ou this point,
and did not speak of the moon?
They say that, when an ecUpse of the sun takes place, the
Yang is weak and the Ytn strong. When a man possesses great
strengil», he can subdue others in this world. Now, on the last
day of a month, the light of the moon is extinguished, and, on
the first day of the new moou, it is gone so to say, which is the
highest degree of weakness. How could it vanquish the sun, for
the eoHpM of the sun is said to be caused by the moon? If, in
an ecUpse of the sun, the moon is believed to eclipse it, where is
the moon? The ecUpse is not caused by the moon, since the moon
herself is destroyed. If we regard the sun from the same point
of view as the moon, his light at an eclipse » destroyed of itself.
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FfHin: Lnn-Hliig.
51
On an aTerage, an eclipse of tbe sun occurs every 41 or 42
moutlis« and an eclipse of the moon, every 180 days. These eclipsea
• bave their fixed tune, and these changes do not always take fdaoe.
When th«j happen, it is through the spontaneous acstion of the
fluid. The last and the first day of a month reeur rery ofteu, but
does the moon cause an eclipse then? The sun being in his (vU,
the change is brought about by his shrinking together. Must we
suppose something that consumes (eclipses) the sun? What con-
fuineB the mountains or the earth, when the mountains oollapee
and the earth shakes?
Some say that, when the sun is eetipsed, the moon covers
hisL The sun being aboyCi the moon below, her shadow falls on
the 8im*8 body. When the sun and the moon are united, but the
moon is 'above, and the sun below, the moon cannot cover the
ran, whereas, when the sun is above, and the moon underneath
htm, she casta her shadow on him. The light of the moon then
oovets the light of the sun, hence the expression:— eclipse.^ The
«hadow of the moon is like that of tbe clouds which cover the
sky in such a way that the sun and the moon are invisible.
Ph>vided that both unite with their extremities, they must
eclipse one another, and if both, when they come together, are
joined üke two pieces fitting one into the other, the sun must dis-
appear as a matter of course. That the sun and the moon meet
on the last and the first day of the month is a very common ce-
leitial phenomenon, but it is wrong to say that at an edipse the
noon covers the light of the sun for the following reason: —
la case that, when the sun and the moon unite, the moon
covers the light of the sun, the edges of the two luminaries must fall
together at the beginning of the eclipse^ and they must change
thdr places, when the sun comes out sgain. Now, let us suppose
that the sun stands in the east, the moon in the west. The moon
mores quickly eastward, where she falls in with the sun. She
eovm the edge of the sun, and after a short time she passes the
snn and proceeds eastward. The western edge of the sun has
been covfxed first, its light must then come back. The eastern
edge has not yet been overshadowed, it will be eclipsed next.
' TTie Chinese exprensiun is "to ronsume," "to eat"(^^ or ^^)- In the
poi»aIix belief the suii at an eclipse is being devoured by the heavenly dog, ' ati
idea perhaps derived frooi fiidia. hi Wat^ CKm^s time U nra»t not yet have been
^nwti ftr otberwise he «nndd most likely not have omitted to mentim Mid con-
«•nrt it.
4*
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52
Fobkk: Lud -Heng.
ThuB we see that during an eclipse of the sun the light of the
western edge is extinguished, and that, when the sun comes back^
the light of the western edge returns. Then the moon goes on, «
and covers Üie eastern edge, while the western edge returns. Can
we say then that the sun and the moon are joined together, and
that one covers and oversh-idows the other?'
The scholars assert that the shape of the sun and the moott
is quite round. When they look up to them, they appear shaped
like a peek, or a round basket. Their shape is a regular circle,
they are not like the fluid of a fir«/ »em from afar, for a fluid is
not round. — In reality the sun and the moon are not round, they
only appear so through the distance, as will be seen from the
following:— The sun is the essence of fire, the moon the essence
of water. On earth fire and water are not round, why should
they be round in heaven alone? The sun and the moon in heaven
are hke the Five Planets, and the Five Planets hke the other stars.
The stars are not round, only their i^diance appears round, be-
cause they are so far from ns. This will become evident from tlie
following fact: — ^During the "Spring and Autumn" periorl stars
fell down in the capital of Sung.^ When people went near to
examine them, they found that thev were stones, but not round.
Since tlie .stars are not round, we know that the sun, the moon,
and the planets are not round either.
The scholars discoursing on the 8un, and tho mechani»» hold
that there is only one sun, whereas in the '* Trilmte of Yü " and in
the Shan-hai-kiny it is .stated tliat there are ten suns. Beyond the
ocean in the east there is the "Hot Wntpr Abyss,"' over which
rises Fu-sang. The ten suns batlie in I he water. There is a Inige
tree. Nine suns remain in its lower branches, while one sun sfavs
on the upper branch.* Ihiai Nan Tsie also writes in his liook
about ten suns whicli were shining. During the time of Yao tlie
ten suns came out togetlier, and scorched everything, whereupon
* Wmg CKung here speaks of a partial eclipse. Tliat the «hadow of the
nMMMi in most cases eov«rs only part of the aan cannot invdidato llio ri^ view,
which Wang Chung rejects on utMuffielent groonda.
> riiuu-cKmt Dnko B»t 16th year (£^, Claaaiei VokV, Pt.1, 170^
' T'art(/-kji.
* Shcin-hiti-king chap. 9, p. Iv,
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Flom: Lnn-BIng,
53
¥09 shot at them.' Henoe thej neTor wen seen together any
Dore on the same daj.^
Commonly the '^oelestial stems*** axe called suns. From the
fizst to the last stem theie are ten suns. There are ten suns, ss
there are five planets. Intdligent people and disputing scholars
aie at a loss, how to find out the truth, and do not wish to
dedde in favour of either opinion. Thus the two antagonistic
statements are transmitted without criticism, and neither of the
two opinions meets with general approval. Yet, if we ezamine
the question thoroughly, there are not ten suns.
The son is like the moon. If there he ten suns, are there
twelve moons? There are five planets, but the five elements:* —
metal, wood, water, fixe, and earth all bum with a differttit light.
Should there be ten suns, their fluids ought to be different. Now,
we do not discover any difference in the light of the sun, and we
find that his sixe is Äe same at different times. If there were
really different fluids, the light would certainly be different If,
on the other hand, the fluid is identical, it must be united into
one sun, and there cannot be ten.
We see that with a sun-glass fire is drawn from heaven, the
sen being a big fire. Since on earth fire is one fluid, and the earth
has not ten fires, how can heaven possess ten suns? Perhaps the
to csUed ten suns are some nther things, whose light and shape
resembles that of the sun. They are staying in tlie Hot Water
Abyss. " and always climb up I^Mong, Yü and Yi* saw them,
and described tliem as ten suns.
Some people have measured the light of the sun, and cal-
culated his size. They found the diameter to be 1,000 Li long.
Provided that the rising sun is the sun on the Fu-sang tree, this
tiee must overhang 10,000 Li to cover the sun, lor tlie diameter
of one sun being 1,000 Li, ten suns will require 10,000 Li.
Heaven is more than 10,000 Li distant from us.
When we look up at the sun, his brilhancy is so dazzling,
•od his glare so bright, that it becomes unbearable. If the rising
t AoeoffiÜiig to other accoants Yao ordered his minuter I't, a fiunone ereber,
to iboot at the snns, of which he destroyed miie.
- The appearance of ten suns is mentioned in many ancient works: — in
ikiumy Tae, the Li-xao, the Bamltoo AnnaU,'' the Tao-chwxn^ etc
' The ten cyclical aigns.
* The five eleiiienle are coneidered to be the aobetanoes of the Five Planets,
triäch have beeu named after them;— Metal 8tar(yemia), Wood Star (Jupüer), etc
^ CCp.Ul.
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54 Fo«n: Loa -Hing.
sun was tlie sun tVoiii the Fu-saiig tree, Ytl and 17 would not have
been able to recognise him as the suu. A look at one sun would
have sufficed to dazzle tlie eyes, liow much more so, if there were
ten suus. When Yü antl Yi saw the suus, they appeared to them
hke pecks and round baskets, therefore tliey called them sun».
Tlie lires looked like pecks and baskets, but an object seen at a
distauce of 60,000 Li appears different from one looked at and
examined quite near. Consequently what Yü and Yi saw they took
for »uns, but were not suns.
Among tlie things of heaven and eartli many resemble one
another in substance, yet tliey are not the same in fact. Beyond
the ocean iu the south-west there is a pearl-tree.' It has pearls,
but they are not fisli-pearls.- The ten suns are like pearls of the
pearl-tree. The pearls of the pearl-tree look like pearls, but are^
not real pearls. Thus the ten suns look like the sun, but are not
real suns. Iliuii Nan 'J)si' having read the Sftan-ftm-king wrongly
asserted that for a Sage teu suns were lighted, and made the random
statement that at Yao's time ten suns rose together.
The sun is fire, the " Hot Water Abyss " water. Water and
fire annihilate oue another. Therelure the teu suus bathing in the
"Hot Watti- Abyss" should have been extinguished and destroyed.
Fire burns trees, Fu-scuty is a tree. When ten suns rested upon
it, it ought to be parched and scorched up. However, iu spite
of the bath in Tang-kn the light did not become extinguished, and
though the suns ascended Fu-sang^ its boughs were not scorched
or parched. The ten suus are like the sun which rises to-day, yet
they eaiiMOt be tested by the live elements.' Hence we infer that
they were not real suns.
When Yü and beheld ten suus, it cannot have been night-
time, but must have been day. When one sun rose, the other nine
must have been left behind, hoAV could they rise all ten together?*
It must have been like dawn before the sunrise.^
Furthermore, heaven turns and passes through a certain number
of degrees. If the various suns follow this moTemeiit, and turn
' Presumably a corftl-troe in the Persian Sea is meant.
" I'he Chinese tma^oe that pearls or the t»roduce of fieb, not of eheiis
or oysters.
* If they were of the etme etnff as our eon, eft. fire, they would have been
extingtti.shed in u ater, end have burned the wood of tlie A-ittiy tree. Sinen they
did not do that, tliey cannot have been real suits like mnt.
* The on** snn in the tipper branches of the Fu-mnff tree must have rieeu
prior to the nine others stiU lingering iu the tower branches.
^ Aü far the irine «wi« are eoiiccntcd, which were etiU below Uio horitoii.
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55
foimd with heaven, how could they lemain in the branohee of
Ftt-sanff OT in the water of the **Hot Water Abyss?** In case they
stay bads, they miss the movement, and differences in the movement
would bring disharmony. If, therefore, Ihe rising sun be different
from the ten suns, they only resemble sons, but are not sons.
** During the ^Spring and Autumn* period on the htin mao
day, in the fourth month of summer, in the seventh year of Duke
Clmmff at midnight the common stars were invisible, and stars fell
down like rain.***
Kunff Yang in his commentary asks:— Wbat does "like rain'*
mean?' It is not rain. Then, why use this expression? **Theun-
revised CA'vin^dl'ni ** says, **It rained stars, which previous to ap-
proaching to within a foot of the earth d^arted again.** The Sage
corrected this, and said, "The stars feU down like rain.***
" The unrevised C%'tm-cA'ui ** refers to the time, when the Ch'mr
ek'm was not yet revised. At that time the Chronicle of Lu had
the following entry: — "The stars fell down like rain. They came
near the earth at a distance of over a foot, and then departed
igain.** The Sage is Qmfueku. Cai^tieku revised it, and said " The
fttazs fell like rain.** His idea was that on the earth there are
mountains, hills, and high buildings, and he was afraid lest the
statement about the stars coming near the earth at a distance of
over a foot should not be true.' Therefore he made an alteration,
and said " like raiu.** Being like rain they came down from above
the earth. The stars also fall down from heaven and depart again.
On account of this similarity he says **]ike." Although there was
the notice that the stars came near the earth at § distance of over
a foot, he merely said "like rain." The expression "falling" whicli
he uses refers to those slars. Though he assigned them their places,
and fixed the text, he speaks of the failing stars in the same way
is the Chronicle does.
When from the plain we look up at ISlount T'oi, and behold
a erane on its summit, it appears to us as big as a crow, and a
crow, like a sparrow. It is the lieight of Mount T'ai and its dis-
tance which cause us to lc»se tlie true estimate oi the size of things.
' or. Ch'm-ch'iu iLeffife, Oaam» VoLY, Pi. I, p. 79). The asvttith y«ar of
Duke Chuanff of Lu is <>H<», B.C.
* A quotation from Knnff Yan^'n coiuiuentary to the Chun-rhiu.
* Had Ibe distance of th<^ meteors not been wore than one foot froui the
mfiua of tlis earth, they wotdd iDevitably have oollided with the elevationa of the
unh, such as nioiutains, biiOdings, etc Tberafore Confueku omitted the remark of
the oi^inal tout.
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56 Fouot: Loa -Hing.
Tlie (listanco ol* lieavou troni eartli amounts to upw ards of GO, 000 Li,
wliicli is DOt t>iily tlic lu'iglit anil the distance of tfie snniinit of
Mount T ai. The star» are (Ixed to lieaven. ^\'hcn wo cxaiiiiue
them, wp do not ol>ta!n a correi't idea of tluMr nature, for tlie con-
flit ions, inider which wo soo tliom, arc still more unfavourable tlian
iho.so, uiidoi vvliich wo look at tlie crane or the crow. By cal-
culations wo lind that the size of the stars must bo a hundred Li.
Their brilliancy is so strong, that they shed light. If. novorf holess.
tliey appear to us only as big as a phcenix egg» we have lost the
true estimate by distance.
Let us suppose that tlio falling stars arc in fact stars falling
from heaven, then we w* uiti not he able to recognise them ajs stars,
wiien they appniaoh the earth, because during their fall tlieir size
is not the same as that which they have m heaven.' Now, as long
as we see the falling stars in heaven, thev are stars, if tbev are
not, they are made up of air. We soo ghosts having tlie semblance;
of tlead j)Oople. In reality it is but air condensed into those forms,
not real dead people. Thus the falling stars are in reality not
shaped like stars. Confucius correctly calls them falling, which means
that they are not stars, and rightly characterises them as being
like rain, t. e. they are not rain, both features being opposed to
the real nature of stara.
The Tn-^mn remarks on the above quoted passäge of the
Ch'ttn^iUt **0n the Anh-moo day, in the fourth moon during the
night the* common slan were not visible, becanse the night wan
bright The stars fell like rain i e, together with rain.** This re-
mark that tlie stars were inyistble owing to the brightness of the
night tallies with a passage in the Yiking^ to the effect that at
mid-day the Dipper* » viable. If during the day the Dipper ia
visible, it must be dark, not bright, and if during the night the
stars were invisible, the night must have been bright and dear.
The facts were different, but the idea is the same, and it is con-
sistent with truth.
The Tuh^^mn says together with rain,*' which is tantamount
to combined.** On the ftnn^mao day the night was bright, there-
fore the stars were invisible, but this brightness shows that there
was no rain. The rain fluid is dark and obscure, how could there
be brightness than? There being brightness,' rain is impossible,
how could the stars fall together with rain?** Consequently the
^ Tlio meteors never measure a hundred LL
> Tikinft 55th diagram {Fai^), Legye» traml. p. 330.
' A eoostellatioD.
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Forxk: Lan-H^ng. 57
p^cpression ** together with rain " is wrong. Moreover, if it be said
tliät the niglit was so bright, that t!ie stars became inTisible, how
OCHÜd tlie stars falling together with rain be seen?
" On the wu-sJi^n (lay of the first month in the 16th year of
Duke list five stones fell down in S-ungy ' The Tso-chuan remarks
that they were stare. Sine.e falling stones are calhnl stars, those
sfars are believed to have become stones by falh'riir. The stars
falling in the /tsin-mao uiij^ht were stars, but in reality stones then.
If the stars falling in the hsin-mao night were like those stones,
the enrth liad higli buildings, which inust have been smashed.
Although Confucius omitted to mention iliut tlir stan» came near the
earth as far as one foot, tli re ('ertniiil\ lias been a certain dista nee
from tlie earth, and the histurigrapher of Ln, who saw the event
with his own eyes, would not have said so at random.
According to the Tso-chtum the stars fell down together with
rain. As rain collects on the earth, tlie stones must have done so
likeAvise, but, since, when they touched the earth', they did not
demolish the buildings, it is evident that they were not stars.
Hesiijr s, on what does I so Chin Ming base his statement that the
btones \vt re stars? When the stones came down, their fall was
▼ery- hght, but why must they have fallen down from heaven?
During tlie Qiin epoch tliree mountains disappeared. Partly
thev were not dispersed, bnt collapsed, where they stood, which
nvii-i Uave caused a great noise. Perhaps at that time the mountain
ül the / 7V went off its base, and came d own in Sung. When the
people of Sung heard the »tones fall, tiuy called them stars, and
when Tso t'kiu Mmjf had examined them, he also gave them this
name.
The substance of the stars is identical with that of tin various
things and like that of the sun and the moon. The so-called Five
Planet« are the light of the substance of the five elements. The
live Planets and the other stars all liave the same light, there-
fore I aiii afraid liiat we miss the truth, if we regard the fixed
stars alone as stones. In reality the stara which fell during the
htin-mao ni^lit were like laiu, luit they were not stars, just as the
ten suns in the *• Hot Water Abyss " resembled the sun, but were
not real suns.
The Literati also maintain that the expression that rain comes
from heaven means that it positively falls down from heaven. How*
' Qnote(i from the Chun-chm {legye Vol. V, Pt. I, p. 17Ü}. Tlie event took
JiUce III B.C.
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58 Fokkk: Lnn^Hliig^.
ever, a tlisrussi ui on this subject leada us to the conclusion that rain
coiiRs iroiu above the earth, but not down from heaven. Seeing
tlie rain gatliering from above, we sinj[)ly say that it comes down
from heaven. As a matter of faot, it comes from above tlie earth.
But how can we demonstrate that tlie rain comes from tJie eartl»,
» and rises from the mountains? The Commentary to the CK t/n-rh in^
says, "It breaks throu<)jh the stones one to two iiielies tliick, and
gathers. That in one day's lime it spreads over the wliole Empire,
is only the case with the YcU-slian."^ — From the T ai-slum it rains
over the whole Empire, from small mountains over one State, the
distance (h'j)eiids on the height. As regards the fortlicominjj of
the rain from the mountains, some hold tliat the clouds carry tlie
rain with them. Wlien the clouds disperse, the water falls down,
and IS called ram. Thus the clouds are rain, and rain, clouds,
"When the water comes forth, it is trausforme<i into clouds: they
condense, and become rain, and, when they arc compressed still
more, coagulate into dew. Wlien garments are moistened as wiüi
rain, it is uot the eflect of the clouds, but of the rain which tiiey
carry.
Some persons will refer to the S/tukitu/ which says, " When
^ the moon follows the stars, there is wind and rain,"^ and to the
Sftiking, where we read that " The moon approaches the Ilyades,
which will bring heavy showers of rain."* They all believe tliat
according to these pa.ssages of the two Classics it is not heaven
which is causing the rain. How is that?
When tiic rain comes from the mountains, the moon passes
the stars, and approaches the Hyades. When she approadies the
Hyades, it must rain. As long as it does not rain, the moon does
not approach, and the mountains have no clouds. Heaven and
earth, above and below, act in spontaneous harmony. When the
moon approaches above, the mountains are heated below, and the
fluid unites. The fortuitous connexion between the various fluids
and bodies is due to spontaneity. Clouds and fog show that
there is rain. In summer it becomes dew, in winter frost Warm
it is rain, cold, snow. Rain, dew, and fn)8t all proceed from earth,
and do not descend from heaven.
' Kunp Yanff'.'S Commentary, Dtike &i 31st JMT.
* The highest peak in JShantuiit/.
» i>h>dif»f, Uang-fan, Pt.V, Bk. IV, iis [I^eygr. Vol. III. I'l. U, p. 342).
* Shiking Pt.U, Bk.Vm, Ode 8 {Uygc Vol. IV, Pt. n, p. 422).
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FoBu: Lim>U^ng.
59
CHAPTER XXI.
On Heat and Cold {Ilan-we/i).
People reasoniiig on heat and cold assert that, when the
sovereign is pleased, it is wann, and, when he is angry, it ia cold.
How is that?
iof and anger originate in the bosom. Subsequently they
find their way out, and once outaide, are the causes of rewards and
punishments, rewards and punishments being the manifestations of
joy and anger. When heat and cold are suffidently strong, things
become withwed, and men are injured, and that is done by heat
and cold, which are said to be the representatives of joy and anger.
Within the course of a few days a sovereign is not always
full of joy or anger, which sentiments having broken forth from
the bosom, expand and appear as heat and cold outside, thus showing
the feelings of the bosom. When the sovereign is pleased or' angry,
this fluid of his bosom is not changed into heat or cold. Why
should the fluid in his bosom be different from the fluid within the
t^ritory of a country? The fluid of the bosom is not transformed
through joy or anger, how theo should heat and cold originate
within the territory?
During the time of the Si» «State»,' and the C/»«r> and Han
epoch the feudal princes were subjugating one another, armour-clad
warriors filling all the roads. The States were investiug eacli other
with the greatest animosity, and their leaders thought of nothing
else than of vanquishing their enonies. A feeling of universal
slaughter pervaded everything. Yet at that time it was not always
cold in the £mpire. The time of Yd was one of universal peace.
The government was good, the people contented, and the sovereign
always pleased. In every house they were playing the guitar,
singing, beating drums, and dancing. Yet at that time it was not
constantly warm in the Empire, is the feeling of Joy and anger
evoked by small things only, and does it not care for great ones?
How is it so little in accordance with the deeds done?
' l en, L/iao, Ilan^ Wei, C'Ai and 6'Au, which in 332 b.c. made an otlensi\ e
and defensive alliinee to check tiio encroadunenta of the Clii» Stats, but by aud by
tlie Utter overpowered and absorbed them all.
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60 FoMw: Lm Vkag.
Near the water it is cold, near the fire warm, the heat and
the cold decrease iu proportiou to the distance, for the quantity
of the fluid varies according to the distance. The scat of the fire
is always in tlie south, that of the water in the north,' therefore
the northern region is cold, and the soutliern limit hot.
Tlie fire in a stove, the water in a ditch, and the fluid in the
huinau body are all governed hy the same principle. When the
sovereign is pleased or angry, tliis fluid of heat or cold ought to
he especially strong in his private apartments, and much less so
outside his territor}'. Now the temperature is the same withcjut and
within, cousetjueniiy it cannot well be the result of the sovereiffira
joy or anger, and the assertions of our scholars to that effect me t u tile.
Willi an t'iapei'or a sudden cliunge of the uu'ntal (lui l takes
place in the empire, with princes in theu tirritory, w uh niiuisters
and high officers in their depart uient, and with common people
iu their house. Since even ordinary peo[)le are liable to such
changes, their joy and their anger must also produce such fluids
(as heat and cold). The father quarrels with the son, and hus-
band and wife reprove one another. If there ought to be anger,
but anger be turned into joy, or if faults be forgiven, and the
wrong done hushed up, there would be cold and heat in the same
house. This shows us that the sudden changes (of tempemtuie)
are not being caused by joy and auger.
Some one will lay that there is attnu^on by affinity. If a
man he pleased, he is kind and genial, and in hia kindness gives
rewards. The Yatig principle is giving, and the Yang fluid is warm,
therefore the warm Huid corresponds to it. If a man be angry,
he is enraged and indignant, and in his rage puts people to death.
The Ym principle is cold murder, and the Ym fluid is cold, there-
fore the cold fluid corresponds. to it. *^When the tiger howls, the
wind blows from the valley, and when the dragon performs its
antics, the brilliant clouds rise.**' Their fluids being identical, and
their species the same, they attract one another. Hence the saying
that with the body one removes the shadow, and that wiUi the
dragon one attracts the rain.* The rain responds to the dragon
and comes, the shadow responds to the body and goes.* The nature
* Acoording to anetenl natnnl phüoaophy. (Tonaeqitmtly tampeiatnie eaanot
be the result of tlie feeliii^ of the sovereign.
* A (juotati(»n from Huai Nan Tse III, 2, wit!? a sllglit variation of the text.
* Tiiei ei'ore dtu iiig a drought clay figures ol dragons are set up and worship-
ped to attract tlie raiu. Cf. I, p. 235, No. 47.
« V»; with the body.
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Foub: Lan-H^ng. 61
of heaYen and earth is spontaneity. In autumn and winter punish-
ments are meted out.' Smaller misdemeanours are partly pardoned,
but the capital punishments cause a bitter cold. The cold comes
as an accompaniment of punishment* which shows that they attract
one another.
If lieat and cold be compared with wiud and clouds, and joy
and anger refer to the dragon and the tiger, a mutual attraction
might be possible, provided that the fluids be the same and tlie
catesjories similar.* Wlien tlie t\<^eT liowls, tlie wind rises from tlie
valley, and when the drai:;()n gambols, the clouds rise witluii n
radius of one hundred Li, but in other valleys and other regions
there is no wind nor clouds. Now, sudden changes of temperature
take place ever^'^vhere. and at tlw same time. There may be exe-
cutions within a territory of n hundred J,\. but it is cold within
a thousand Li, conse(|uently this could not well be considered a
proof of a connexion between the two events. C/ii and Lu were
conterminous, and gave rew ar js ainl punisbrnents at the same time-
Had Ch i rewarded, while Lu punisheii, the ellects would have been
different also. Could then the C/i i State have been wann, whereas
it was cold at the same tune in the Lu country?
In former times nobody was more cruel in punisliuig than
(%'ih Yh and the d oomed prince of T/j m.^ The subjects of CV///< Yu
were most perverse and dissolute, arxl in doomed C/iin red clad
criminals were walking on the roads slioulder to shoulder, and yet
at that time it was not always cold in the P^mpire. On the market
of the emperor's capital oxen and sheep were slaughtered every
day by hundreds. He who executes man as well as he who kills
animals ha^ a wicked heart. Albeit, the air on tlie market place
of the capital cannot always be cold.
One might object that a man is far superior to animals, and
that man alone provokes the fluid. However, does the one who
puts to deith provoke the lluid. or do those who are ])ut to death,
caiis<' the change? In the first case, no matter, whether the one
wlio intli(,-ts the death penalty executes a man, or kills mi atiinial,
the mir>d is the same, and in the latter men and beasts are both
creatures. They all belong to the ten ihousand beings, and would
not a hundred mean ones be worth as much as one precious one?
Some jjeople will maintain that a so^^ereign alone can evoke
the Huid, but not common people. If, to set the fluid in motion,
» Cf. I, p. 328 Note 7.
' An attractloQ between joy and beat) anger and cold.
• Ch'in SMh Huang Ti.
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62 Fowcx: Lvn-H^ng.
a sovpffign is n tjunfd, wliy does the world make so inuc!» of Tsou
Yen? 'Ison Y>u, a iU)mmoner. and yet lie could move the fluid
quite alone, as everybody admits.'
When one man is put to fleath, the air becomes cold, but,
when a roan is born, does the temperature become warm then?
When a general amnesty is granted to tlic four (|uarters, and ;dl
punishments are remitted at the same time, the fluid of the mouth
and the year does not become warm thereby.
In former years thousands of people have had their iiousrs
burnt, so that the flames and the smoke went up to lieaven, and
the Yellow River broke through its dykes, flooding a thousaud Li,
8o that far and wide there was no bound to the prospect. Fire
is identical with the hot fluid, and water with the cold one. At
the time of tlie confla;2:ration or the inundation of the Yellow River
it has not been warm or cold. The setting in of heat and cold do
not depend on p;overnment, I dare say, but eventually heat and cold
may ])e simultaneous with rewards and puiushments, and it is for
this reason tiiat the plienomenalists" describe them as such.
Spring is wauu, s iiuim r hot, autumn cool, and winter cold.
These four seasons an s[)ontaneou8, and do not concern the sover-
eign. The four seasons are not i-aused hy government, but they
say that heat and cold correspond to it. At the beginning of the
first month and subsequently at the commencement of spring"
all the punishments have been meted out, and the prisons remain
empty. Yet one day it is cold, and one day warm. W^hat manner
of punislimeiit is being inflicted, when it is cold, and what kind
of rewards are given, when it is warm? We see from this that
heat and cold correspond to the time periods of Beaven and earth,'
and are not made by men.
When ])coplc are suffering from a cold or from fever, their
actions have no influence upon these diseases. By exposure to the
wind, or to bad air their body has become chilly or feverish. By
changing their habits, or altering their s^^le of life they do not
* When I'sou )"', :i holar of the 4th cpnt. n.r.. liad heen put into prison
upon a tramped uj) chaigt^, iw lookrd u]) tu he.ucn and wept, Ali of a suddca
snow begau to lall, alihuugh it wa^t iiudsuiiitner. 8ee also 1, p. 294.
* A daw of aeholars, oftan UMattoaed in th« £im«ilA|^, who Mem to hav«
devoted themsehes to tlie ftndy of nalural phenomoiM and calamitioa, auch as heat
and cold, inundations, droughts, famines, etc. to which, howewer, they did not ascribe
natural, but moral causes, misled by the pseudo-scienre of thp Yiking and similar works.
* Of which the Chinesse distinguish 24, beginning with U-ch'un " couunencement
of spring." They count from the da)i> on which tliu »uu enters the first aud fifteenth
de|jfee of one of the sodiacsl si|pi«.
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Fork r. : Lon - H^rig. 63
get rid of tlietr cold or their fever. AUhotigh the body is quite
Dear, it cannot bring about a change and a core. Now a city or
a State is much more distant, how should it be possible to regu«
tote their fluids? — When a man has raught cold, he drinks inedi-
doe, which soothes his pain, ancl when, being somewhat weak, he
baa got fever, he swallows pills, which make him perapii«, and
thus core him.
In Km there was the Cold Valley " in wliieh the five kinds
of grain did not grow. Tsou Yen blew the flute, aod the Cold
Valley " could be cultivated. The people of Yen sowed millet in
it, and called it " Millet Valley." If this be true that with playing
the flute the cold fluid was dispelled, how could this (;alamity be
averted by a change of government or action? Therefore, a cold
and fever cannot be cured but with medicine, and the fluid of the
Millet Valley " cannot be transformed but with music.
When Ym was visited with the Great Flood, he ordered Yil
to regulate it. Cold and heat are essentially the aame as the Great
Flood.* Yao did not change his administration or conduct, being
well aware that the Great Flood was not the result of government
or conduct. Since the Flood was not brought about by govern-
ment or conduct, we know that heat and cold cannot be caused
by government either.
Some one might in disproof quote from the " Various Veri-
fications " of tijc Hung-fan which says that "excitement is as a rule
accompanied by cold, and cheerfulness by tepidity.'"* Afrnmpanied
means: followed, tepidity: warmth, and *' as a rule: " always,
When the sovoroign is excited, cold wratlier always follows, when
he is cheerful, -wnrni w<^ath»^r follows. Cold and lieat corrcsjiond
to excitement and cheerfulness, how can tlieir coiuicxioii with the
sovcriimciif h(» chmicd? Does tlic ^lassie say that excitement causes
no cold, and tiheerfulness no w .n iinh?
The sovereign being excited or cheerful, cold or lieat st't in,
but hy chani'c and of their own accord. If they corresponded in-
ttntiniiaily, it would be like the obtaining of omens by divining
with shells, or like the finding of numbers by telHn<>; thr* fortune
fmni straws. People pretend that heaven and eaith resjiond lo
the questions addressed to them. but. as a matter of fact, it is
uoiiiing but chance. Heat and cold respond to excitement and
cheerfulness, as omens and numbers are the rcspouse to the m-
' Tliey are a!! mtnral ptienomciia.
» Simkmg, Uung.Jnn Pu V, Bk.IV, 34 {Uggt Vol. Ill, Pt.U, p. 340).
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64 Fobkb: Lon-Btog.
(luiries of the diviners. Externally they seem to respond, but actu-
ally it is ha/ard. How can we prove that?
The principle of heaven is spontaneity. Spontaneity means
absence of purjiosf. When the two kindig of divination are applied,
things may meet cxentually, or happen by accident, and perhaps
coincide with human affairs. Tlie lieavenly fluid is there already,
therefore one may speak of a j)rineiple. Should it correspoud to
government, however, there would be no more spontaneity'.
Ching^ has distributed the 64 symbols of the Yikiug over f)ne
year. One symbol rules over 6 days and The symbols (Consist
of Yiti and Yang.- The flnid rises and falls. When the Yang fluid
rises, it becomes warm, and, when the Yiu lluid rises, it become
cold. According to this theory heat and cold depend on the sym-
bols, but do not correspond to government. In accordance witli
the " wu-waujj " symbol* of the Yiking^ inundations and droughts
have lixed tunes. All the ioQumerable calamities and disasters are
of the same kind.
1 am afraid that the phenomenalists liave uussed the truth
for the following reason:—" The ideal man is cud nved A\ ith the
same virtue as heaven and earth. When man takes the lead, heaven
does not disagree with liim, and when be follows heaven, l e n-
s])ects heaven's time."* The I lung-fan on the otber hanfl saNs that
''excitement is as a rule accompanied by cold, and chceriuluess by
tepidity." According to this [)assage of the Ihing-fnn the lieavenly
fluid follows man. The )'ikiug however only says that, when man
tnlvca the lead, heaven does not disagree with him. But why does
it add that, when he follows heaven, he respects heaven's time?
To follow means that heaven was already cold or hot before, and
that man followed with Iiis rewards and [lunisliments afterwards.
1 bis statement of men does not agree with the iS/iukmg, That is
my tirsi doubt.
('hing deter unties heat and cold by the }'/// and the Y(ntg fluids
ascending and descending, wliereas the phenomenahsts lay all the
stress on punishmcnls, joy and anger. The two schools walk dif-
ferent ways That is my second doubt.
When [K-uple determine la ai and cold, it may be cold to-day,
and warm to-morrow, or at dawn there is plenty of hoar-frost,
* Ckbig Fm^t a nietaphy«i«ian of tb« lat eenl. b.c., who apent nmdi labour
on the elucidation of the Yiking.
^ Marked by broken and unbroken linM.
' The 25th hexagraui of the J iking.
* Quoutiou from tiie Y iking ^ 1st diagram {VK'itn). C£ 1« pp<. 278 and 300.
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Forxje: Lan-Heng.
65
and in the evening resplendent light, or one moniing is niny, but
wtnn, ud another bright and cold* Now nun is 1^ and bright-
DMB Ymg, and convenely cold is Ym^ and warmth is Yang, A rainy
day may dear np, and become oold, and a bright day become
rainy, and warm. The categories do not correspond corre<^y. That
is my third doubt.
These three doubts are not set at rest, and the prindple of
spontaneity is not upheld either.
66
FoBKg: Lob -Hing.
. CHAPTER XXU.
On Thander and Lightniiig {Lei-hsü).
In midsummer tfauttder and lightniog rapidly following each
other, apHt trees, demolisli houses, and occasionally kill men. Com-
mon people are of opinion that, when the lightning strikes a tree,
or demolishes a house, Heaven fetehes a dragon, whereas, when a
man is killed, they ti^j that it is for his hidden fanlts. If in eating
and drinking people nso impure things, Heaven becomes angry, and
strikes them dead. The deep rolling sound is the expression of
Heaven's anger like the breathing and gasping of angry men. Every
one, no matter whether intelligent or stupid, says so. But if we
look into the matter, taking human nature as a basis, we find that
all this is nonsense.
By a thunderstroke one fluid is set in motion, and one sonnd
produced.' A tree Is hit, and a dwelling damaged, and at the same
time a man may be killed. When a man is slain, a tree may be
struck, and a house damaged also. But they assert that, when a
tree is struck, and a house damsged, Heaven fetehes a dragon,
whereas, when it kills a man, it punishes him for his hidden
guilt. In that case something inauspicious would clash with the
auspicious fetching of the dragon.' That both things should happen
at the same moment, and with the same sound, would not be proper.
It has been argued that the rolling is the sound of Heaven's
growlii^. That would be appropriate for the punishment of the
gnilty, but out of place for fetching dragons. In meting out pun-
ishment. Heaven may be angry, but, when it fetches a dragon,
what fault hss it, that it should be irritated like that? Provided
that the dragon be a spirit, then Heaven in fetching it, ought not
to be angry. If, however, a dragon has faults, which are to be
atoned for like those uf man. Heaven would kill it, but why must
it still fetch it? While destroying a man. Heaven may be in wrath,
but, when it fetches a dragon, what wrong has the dragon done,
that Heaven should be so enm^^od at it? Having smitten a man.
Heaven does not fetch him. If under the same circumstances it
' The same force destroys tlip tree, the house, and the man.
* The dragon is accoanted a sacred animal.
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Fobkb: Lan-HCng. 67
does so with a dragon, wbat diflercnc*' is liiere between huiiian
guilt and that of dragons? If both are put ta death, where docs
a difference come in? We can uo more accept the assertion that
Heaven fetches dragrms, than aj)prove of the idea that the guilty
meet with their dues lor the following reasons:
When the thunder instantaneously follows upon tin- lightning,
and a man falls to the ground dead, the rolling sound is close
above his head, which brings about Iiis dt'alh. But is tlic rolling
really Heaven's anger? If so, in its wrath, it would l<ill a man
by the angry breath of its mouth. But how can the angry breath
of a mouth kill a man.' On examining the body of a man, who
has been struck by a thunderbolr, (>ne discovers traces oi burning.
Provultd that Heaven used its mouth in its anger, could ita angry
breath become fiery then?
Moreover, the mouth is connected with the body, and its move-
ments must be the same as those of the body. When lightning
strikes, the sound is on the eai th, and, w hen the work of destruc-
tion is done, it is a^ain in the sky. Now, the moment, when the
sound is on the earth, the mouth must aj>proach it, and the body
do the same. But, li" at a tbuiuUr-clap we look up to Heaven, we
do not see it descending. Since we do not see it come down,
the rolhng sound cannot be the expression of Heaven's anger.
Heaven's anger cannot be different from that of man. When
an angry person comes near anybody, his voice sounds loud, when
he is for off, his voice seems low. Now, Heaven's voice is near,
but its body far away. Therefore, anger is out of the question.
When the peals of thunder rapidly succeed one another, the
sound may be in the East, the West, the North or the South.
Provided that Heaven be angry and move its bod^, then, if its
mouth is in an eastern, western, northern, or southern direetion,
looking up we ought to see Heaven in one of these directions
likewise.
Some one might object that Heaven really was in one of these
diiectiooa, but oould not be seen by man owing to the obscurity,
caused by the donds and the rain. Yet over a distance of a thousand
Li there are not the sajne winds, and within a hundred Li there
is not the same tempest As the Yäckiff has it: — **A hundred Li
SIS frightened by the conenssion.'* ' The region where the thun-
derstorm is raging, is darkened by the thunder^clouds and the rain,
but beyond a himdred Li, where no laan is falling, one ought to
> TOk^ BookY, CMb Hexagram (No. 51).
6»
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68
Fram: Loa-H^ng.
see Heaven moving eastward, westward, north- or southward. The
mouth being joined to Heaven, Heaven mmt follow it. Whenever
the moiitli moves, the entire Heaven must shift its place also, and
it is not only where the tempest rages, that Heaven follows the
movements of its mouth.
And who is it, whom we believe to be anpr\'^? The Spirit
of Heaven or the dark lilue sky ? If we say, the Spirit of Heaven,
an angry spirit can c^ive no sound, and, if we say, the dark blue
sky, its body cannot become angry, for anger requires a mouth.
Heaven and Earth are hke husband and wife, they are father
and mother of mankind. Now, let a son have committed a fault,
and his father in a (it of passion beat him to deatli, would not
his mother weep for him? When Heaven in its wrath slays a man,
?2arth ought also to cry over him, but one only hears of Heaven's
anger, and never of Kartli's crying. If Earth cannot slied tears.
Heaven cannot be angry either.
Furthermore, anger must have its counterpart in joy. Men
have hidden faults, but they have also latent virtues. Hidden faults
in a wan call forth Heaven's anger, which prompts it to kill him,
but la case of latent virtues Heaven ought .also to requite him
with good. If Hie rolling sound is regarded as an expression of
Heaven's anger, H«tven, when pleased, ought to give a hearty laa^.
Men are pleased or angry, therefore the same Is said of Heavoa.
We try to get a conception of Heaven by aseribing human qualittes
to it The source of this knowledge of Heaven is man. If man
would feel no anger, theje is no reason either, why Heaven should.
Since our knowledge of Heaven Is derived from that of man, human
natnie in its entirety must be taken as basis. A man, when angry,
breathes heavily, when pleased, he rings and laughs. We much less
often hear of Heaven's joy, than of its anger, and much more
seldom see it reward, than punish. Is Heaven always irritated
and never content? Does it mete out punishment pretty freely,
but is rather sparing of its rewards? How does its anger and vin-
dictiveness become manifest, whereas there are no instances of its
joy and liberality?
When lightning strikes, it hits a tree, damages a house, and
eventually kilts a man. This is looked upon as Heaven's anger. But
not unfrequently a thunder-dap is without effect, causing no damage,
and destroying no human life. Does Heaven in such a esse indulge
in useless anger? A sovereign's joy and anger are not in vain. Being
pleased or angry, he will certainly reward or punish. Useless anger
without punishment would be unbecoming in Heaven. Doing some-
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Fom: Lon-Hlnf.
69
thing unseemiug, it would lose its dignity thereby, ihat in not
Heaven's way.
The Avriters on goveraraent liold that cold and heat coincide
with joy and anger. When the sovereign is pleased, ths weather
» mild, when he is angry, it is cold. Then on the day of a thunder-
storm the temperature ought to he cold.
Before Hon Kao Tm was born, Dame Lkt^ while sleeping on
the banks of a big pond had intercourse with a spirit in her dre&m.
At that time there was thunder and lightning, and a great dark-
DMB. HeavcQ was just then emitting its fluid, and ought to have
baen pleased,' why was it irritated and thundering?
If striking and breaking is construed as a sign of Heaven's
anger, and not striking or breaking t» a sign of HeavenV joy, the
roHii^ noise would not be appropriate in both cases.* Man ex-
presses joy and anger by different sounds, if Heaven used the same
sound for two different purposes, there would be a fundamental
difference between bim and man. From what circamstanoe then
ooold we infer Heaven's anger?
To give other persons impure things to eat is a small offence.
For Heaven to cbastise such email offenders in person with its
own most precious body, would be derogatory to its majesty.
Exalted persons do not punish personally, therefore does tbe em-
peror not execute tbe criminals with bis own hand. Heaven is
more exalted than tbe emperor. If it punished small misdemeanours
itielf, its virtue would be inferior to that of the emperor.
Heaven's sentiments must be similar to man's feelings. Wben
a prince punishes the wicked, he upon first hearing of their crime,
becomes furious and eondems them, but when it comes to taking
their lives, lie conuiiserates and pities tbem. Therefore the Arudeets
say ^When you have found out the truth, be grieved and pi^
them, and do not feel joy."* Cftow was utterly depraved, yet, when
1f« Wan^ was going to put bim to death, he deplored and pitied
him. Thus in tbe Skukmg he says:—" I commanded the wild tribes,
but I am sorry for you.*'* A sovereign puts the bad to death.
' Thtt mother of the emperor Kao Tsu. Cf. I, p. 357.
' Hmvco u a sptril wa« jiut tfaen engendering Ban Kao TVk, the Son of
Ueiveri.
' In the case of joy as well as of auger.
* -I'la/^f^* XIX, 19. The criminal judge Vany Fn having consulted the phtlo-
aopher l-hag Tat ou the duties of iiis olTice, the latter advised hiju tu pity the of-
fioAmWf whoM toudeeils were perhaps a consequence of had adnüobtratkm.
^ This puMge b not to bo foond in our text of the Shakiuff.
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70 Fobkk: Lnn-Heng.
but with a feeling of comaiiseratioD, whereas Heaven in punishing
misdemeanourst strikes people dead in its rage. Thus Heaven
would be less merciful then man.
Rain is believed to he a fluid emitted hj Heaven. Put forth
by Heaven, it becomes moistened, and gives the rain. When the
rain saturates eveiything, one speaks of timely showers. Unless
he be in good humour, man does not show kindness, and unless
it be pleased, Heaven does not pour down rain. If thunder be
taken for an expression of Heaven's anger, then rain must be a
sign of its joy. When there is thunder, it is always accompanied
by rain. One must suppose, therefoie, that Heaven is at the same
time grumbling and laughing, k sovereign does not mctc out re-
wards and punishments on the same <day. Should Heaven's anger
and joy coincide in time. Heaven and man would not be in harmony,
and their ways of rewarding and punishing quite different. More-
over, anger and joy are botli fitful. To fly into a fit of passion
out of disgust at man's C4)n(liu;t, to punish him fur his oflmoe,
and, in doing so, to be guided by passion, would bo unwortly of
Heaven.
Regarding a thunderstorm in winter, people assert that the
Yang fluid has lost its force. When it thunders in spring, they
say, it comes out, but when there is a tempest in summer, instead,
of owning that then the fluid has its greatest force, tlicy speak of
Heaven's anger. Of course that is nothing but idle talk.
Man is a creature between Heaven and Earth. Other tTtuiturea
are Uke\\ ise creatures. What other creatures eat and drink. Heaven
does not know, and it should be aware of what man eats and
drinks? All beings are to Heaven like children. The kindness
and love of father and mother to all their cliildren are the same.
Why then doe^ Heaven watch the nobler and more intelligent
being so cK^sely, but takes no heed of the humbler and less gifted
ones? Why does it piy -into all that man does, but ignores other
creatures?
Dogs and pigs eat human excrements, yet Heaven does not
kill them for that. Provided that Heaven restricts only man on
account of his superiority, then, if rats coutaniiiuite his drink or
food, and man unwittingly eat it by mistake, Heaven does not
destroy the rats. If Heaven can pardon the rats, it ran do the
same for man. Man may by mistake give others impure things to
eat, and those unaware of it, may eat them. But they will never
offer rotten thiu^s on purpose. Should they do so, the others
would not take thcra.
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Fosn: Lin-Htog. 71
The Kmpreiis Lü Hou^ cut oflf Lady LA t a hands, tore out
her eyes, and plarrd her in a privv as a human swin»'. Then she
cailed people, and sliowed them her victim. Al! felt sick at heart.
When the emperor fl/i> Ti saw her, he fell si' k, and did not rise
again.- Lü Hau acted ou purpose, but Heaven did not punish her.
If on tlie other hand Heaven strikes people dead for a mere in-
advertence without mercy or r^ard for the faults, ita government
is tyrannical.
When men eat something impure, tliey do not discover it
by the taste. If they feel it, after having swallowed it, they call
it a pollution ()f their bowels. When Lady Ch'i was put into the
co^s-pool, lier whole body was disj^racelully soiled, which is nothing,
else than impurity, for the ])()dv does not differ from the bowels.
To care for the intestines,, but disregard the body, to resent im-
purity, but not to feel the afore-mentioned horrible disgrace, would
not be like Heaven.
The news that anybody has eaten something unclean does
not disturb people's minds, whereas all that saw Lady 67* i felt
sick at heart. Man being hurt, Heaveu must feel pity too. Com-
raiseratioij; Lady C//», it must hate Lü JIou. Notwithstanding, when
Lü Iktn died, she was not struck by a thunderbolt.
The Taoist Liu Cliun made a fool of the king of ('Ku, Ying^
tnd caused him to eat some dirty stuff. Liu Ch un died later ou,
but it needed no lightning to make him die.
In the 6th month of .summer of the year 79 a.d. CJiin Chumi
o( K u^i-rhi^ was killed by lightning. Of the sheep which he used
for his daily meals, five died together with him. Whai hidden
faults had these ainiuiuU, that the ligliuimg killed them?
Ii atnu u sometimes jioUute a stream up-river, while other people
drink ilb \v;Uer down-river. Yet the boatmen do not die by liji iiiiuuy,.
The Spirit of Heaven dwells in heaven just as a king in his
residence. A king lives behind many gates, therefore the Spirit of
^ The finl wife of Ami Kao Tw, who warped the imperial power, and reigned
nlcr her own naine against all eutom from 1S7-179B.O. Her bo-,., ' Emperor
tfni Ti, whose nominal reign laateJ from 194 187 b.c., was uolhitig l»ut a [)U]jj)t't in
W hands. Lu Hou was a fiend in tiuman shape, who had always »uiiie poiituii ready
for her enemies. One of her first acts, after she came to power, was to wreak her
Tcageanoe co her rivalt Lady (Xi, a eoneobiiie of Am Kw Itw, who had attempted
to have her own aon made heir-apparent in place of Ail Ti, the eon of Lu Hou.
Ulli Ti, a very kind-hearted, bat weak sovereign did all in his power to ahield hia
btlf-brother from the wrath oT his mother, who poii^oiied him all the aamOi
* 'f his story is abridged from the Hhi-chi chap. 9, p. 3.
> A dty itt Oidtkmf,
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72 Foitt: Lnn-Hteg.
Heaven must stay in some secluded place likewise. As the king lias
his palaces and lialls, ilea von also has the Tai-wei^ Tse-kung^ ILiiari'
yum and Wht-di ang mansions.'
A king being far away from men does not know tlieir occult
crimes. How could the Spirit of Ilruvtii in his four palaces see
the secret misdeeds of" men? If a kiii^ hears of the faults of Iiis
subjects, lie learns it through others, li Ihaveu l)ec()ines c()i:;nizaut
of tlie criuK's of nlen, it must have it from it> atigels. hi case
the spirits are Heaven's informants as to crimes, it must also
entrust the spirits with retributive justice. Such being tlie case,
the so-called anger of Heaven is not that of Heaven, but of the
spirits.
A king inflicts capital punishment in autumn,^ Heaven kills
in Sttinmer. Thus the king in meting out justice, does not observe
the time of Heaven. As HeaTen's anointed he should in executions
alflO imitate the example of m^estic Heaven. Heaven chooses
summer for killing, whereas the king executes in autumn. Heaven
tod man are thus at variance, which would never do for Heaven's
deputy.
Some people wiU argue that giving impure things to eat or
drink is a great crime before Heaven, which in killing the culprit
does not pay attention to time.' Grreat crimes in the eyes of kings
are high-treason, rebellion, and lawlessness, whereas Heaven con-
siders the offering of unclean things to others as food or drink as
a serious offence. The crimes condemned by Heaven are of dif-
ferent gravity. Were the light and the serious ones all equally
dealt with, the king would have to imitate Heaven's government,
and put to death every one, who had given others unclean things
to eat or drink. When the holy emperors were ruling, th^ had
not such a penalty. That wotdd mean that the holy emperors
were remiss, and had forgotten this punishment.*
It may be said that the ghosts have power over what is se-
cret, and that a king's sway extends over what is public only.
Secret faults are wrapt in darkness and invisible to man, therefore
spirits must be employed to watch over them. I reply, there being
* Nuii«t of conttfllklioiM.
' In Chitia the r«galur exwntimis take phoe in autamn.
^ It dttstrayt the fpSHty on die spot, end doea nol delay jadgmeut nntO
aotiumi.
* A deductio ad absurdum IVom a Chinese point of view, for tlie holy euipcrorü,
YaOf Shunf and the like, were perfect, and conld not have omitted to punish seriooa
misdeeds.
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Fovn: Lmi-IUnf. TS
not only one secret fault, why are not all the offenders [lut to
death? To fix upuu one single offence would not be a just retribu-
tioD for liidden sins.
Heaven vents its atijrer, before ttie sun returns, and an out-
burst of liunian ire takcjs less tlian the time o!ie needs to turn
rrtund upon one's heels.' However, secret crimes of men often
be<.'<)inc manifest in winter and not excluHively in summer. If he
who mise(»nduct4i liimself in winter, is not struck by thunder tortii-
witl). hut must wait till summer, Heaven's wrath cannot be (quicker
thau a revolution of the sun.
When painters represent the thunder, it is like so many joined
drums, hea[)ed together. They also paint a man havin«;- the sem-
blance of an athlete and call him " the Thunderer " {Lei Kuuy),
Witli his left hand they give him joined drums to pull, in his
right hand he brandishes a hanuner, as tliough he were goinp; to
strike. It means that the rolling sound of thunder is produced by
the knocking together of the united drums, and that the suilden
crashing noise is the blow of the hammer. When a man is killed*
he is struck with the drums and the liammer at the same time.
People also believe in this, and nobody objects. But if wc
get at the bottom of it, we find that these pictures are pure fic-
tions. Thunder is cither a sound or a lluid. How can a sound
or a tluid branUibh a hammer, or pull drums, and have the shape
of joined drums? If the tliuüder caa really swing or pull these
tliiji^s, It must be a creature. That which, when knocked together,
produces sounds, can be either a drum or a bell. Should the roll-
ing sound be produced by diunis or bells? In that case, bells and
drums could not hang free in the air, t]u*y would recjuire a frame
with vertical and cross-beams. Suspended between, they co\dd be
sounded. Now, the bells and drums have nothing to hang upon,
and the feet of the Thunderer nothing to walk upon, how then
should the thunder be produced?
Somebody might object that for this very reason there must
be a spirit, for, if in order to produce thunder a frame were re-
quired, or a support for the feet, it would be quite human, and
by no means spirit-like.
I hold that spirits are diffuse and incorporeal. Departing or
coming ta they need no aperture, nor have they any hold above or
below. Tberafure one ualk) tbem spirits. Now the Thunderer has
a body, and for the thunder there are inatromentB, how can he be
* Thia MemB to be ao old adage.
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74 Fomn: Lon-Edng.
deemed a spirit? If tlie Thunderer were incorporeal, his semblance
could uot be drawn, and, if he powseasea a body, be does not
deserve the name of a spirit.
People talk of the dragon spirit rising to heaven. But who-
ever thoroughly examines tin; question, discredits this idea. Men
sometimes see the shape of a draj^on, and owin^ to this circum-
stance they paint the shape of a draj:;on rising in iuaven. The
best proof that, as a fact, there is no spirit is, that it can be
pictorially represented.
My opponents will argue: " ^ren also see apparili(jiio oT^ hosts.
Are they not spirits?" I say: 'Mf men see ghosts sometimes, has
anybody alieady seen the Thunderer? Ghosts are called spirits,
hut tliev walk about on eanh hke men. The Thunderer, however,
does not rest his head in heaven, nor walk on earth with his feet.
How can he, therefore, he a thuuderer?"
All il} ins^ creatures have wings. Those who can fly without
wings are styled genii. In re[>resenting the forms of genii men
give them wings. Provided the Thunderer is like the genii, he
ought to have wings equally. If, in case the Thunderer does not
fly, the painters pretend that he can fly, they are wrong, and if
he really could fly, but had no wings, it would be wrong likewise.
Thus the pictures of the Thunderer's outward appearance, made
by painters, are merely fancy work.
Those who argue about thunder aver that it is Heaven's
angry snorting, whereas those who sketch it, contend that the
Thunderer in his anger pulls the joined drums. If it is really as
the critics say, the painters are wrong, and if they are right, the
critics must be in error. The two classes are antagonistic. If both
their views were taken as genuine, there would he no difference
of right and wrong, and in defianlt of Hiat, no rntl right and wrong.
Doubts would not be settled, and fallacies would triumph.
The speaks of a goblet with the drander carved upon
it* One thunder rushes forth, the other reverts, one Is coiled op,
the other stretched forth. Their friction would give a sound. They
look as if they were colliding, piled up in a grotesque and phan-
tastic way. This, form represents the thunder. When through
friction the air breaks, there is a rolling sound, the sound of friction.
• Neither the L>/<:i nor the ('hon-li contains such a pa.ssage. a.s far as I could
make ont. On the old sacrificial lui-nrc vasciJ, called istin — goblets, clouds
aiid ihuuders i.e. coiled up cIoud.s were represented. The thiuider onuunenl is the
CblnoM Moulder. S|iee!i»fltw of theie gobteto «ao be seen in th« i^-j^w-f chap. 7.
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FoBu: Lun-H^ng. 75
A sudden crash is the sound of the shooting forth of the sir.
When tills shooting air hits a man, he dies.
In üjct thuiKler Is nothing else than the exploding solar fluid.
How do we know? — In the first month the Yemg fluid begins to
he roused, consoqneatly we have the first thunder during the first
moon. In the fifth month Ymtg is at its cynosure, therefore at
tliat time thunder rapidly follows upon thunder. In autumn and
winter Yang declines, therefore thunder ceases during these sra-
8ons. In the midst of summer the sun reigns supreme, but the
Ym fluid eiuleavouTs to get the upperhand. In this dispute of the
Yang and the Ym fluids it comes to frictions, and these frictions
lead to explosions and shooting, which are destructive. A man
struck by these forces is killed, a tree split, and a house demolished.
A person under a tree or in a house may also by chance be hit
and killed.
To test the justness of this statement take a basin full of
water, and throw it on a fire, used for melting purposes. The
vapour will explode with a puff like the sound of thunder. Should
any one be too near, his body will be burned. Heaven and earth
are like a great furnace, the Yang fluid is an immense fire, clouds
and rain are huge masses of water. When they struggle, explode
and shoot, the efiects must be most violent, and a man hit and
injured cannot but die.
When founders melt iron, they make a mould of earth, into
which the liquid iron runs down. El^^e it bursts out, üoAs over,
and spurts. Hitting a man's body, it burns his skin. Tlie fiery
Yang fluid is not only as iiot as liquid iron, the exploHini: Yin
fluid has not merely tlie wetness of earth and clay, und when
the Y-mg fluid hits s man, it does not simply cause the pain of
buroiug.
Thunder is tire. A inati hurned by this fluid must show traces
of it. If those traces of burning look like written characters, people
seeing them use to say that Heaven has written the man's guilt
to make it known to the whole world. This is also unreasonable.
If Heaven destroys men with it« thunder, after thev have,
perpetrated their misdeeds, he ought to make their wiekeciu« ^s *|uite
publi«% with a view to friirhteuing for thr i iture, and write the (;harac-
tf rs clearly, but not quite indistinctly, it does. When tlie " Plan "
came out of the Yellow River,' and the " Scroll " emerged from
* The " Plan '■ appeared to the Emperor Uuung Ti in the Yellow Ri\ t t .
K hig fish carried it on Its back. JJuanrj Ti reccixfid tlin Plan, which ooasiated of
a combiaation of syiubolical lines and diagrams like the Pa-ktia.
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76 FoMoet Lull -Hing.
the ZrO,^ Heaven and Earth produced them for men to read and
take note of. The writing on people killed by thunder is also
Heaven's work. "Why is it so difficult to understand?
Let us assume that the human skin is not fit to be written
upon. The wife of Duke Hut of Lu,^ Cheung Tse was daughter to
Duke Wu of Sung.^ When she was born, she had a writing on
her palm to the elVect that 8he was to be ducliess of Lu. The
writing was distinct and intelhgible. Therefore Ch ung Tf^e was
married to Lu. The thunder's liandwriting not being eh*ar, it cannot
serve as a deterrent for the future. Urgo the burnt spots are not
characters engraved by Heaven.
Sometimes people exaL'^i^cratc (liiu^s that really exist, souie-
times tliey invent things thai hin«' im r<'al basis at n!L Imposed
upon by iallaeies, they indulge in labri eating wouders and miracles
as the following arguments will prove: —
1. Tiiiuider is fire. When a man dies struck by tiiunder, one
discovers upon examining his body» if the head be hit, that the
hair is singed, and if the body be struck, that the skin is charred.
Coming near the body, one scents the smell of burning. 2. Taoist
expenuientalists hold that a stone heated by a thunder-clap, becomes
red. If it be thrown into a ssell. tlie stone being burning hot, the
well cool, au explosion ensues witli a loud detonatiou like thunder.
3. When somebody takes cold, the eohl fluid enters his stomach.
The stomach being &ü a rule warm within, the warmth an<l the
cold struggle together, and the exploding air gives a thunder-like
sound. 4. In a thunder-storm brilliant liglitinngs appear everv now
and then like the glares of big iires. 5. Wiien the liglilnuig stnkeü,
it often burns man's houses and buildings, or gra^s and trees.
Those who declare thunder to be fire liave these live argu-
ments, those who preutend that thunder is Heaven's anger, not a
single one. Therefore this latter assertion is without any foundation.
Uow ever, it might be obje(*ted that there is a passage in the
Analects to the effect that, when thunder followed (liuiidtr, ;ind the
storm raged, Coi^udus used to be deeply impressed.* The Lfiki bays.
' The *♦ Scroll " was carried by a dragon-horse, which rose from the waters
of the Lo, a tributary of titc YeUow Ri\'cr, at Fu Hin's time. From the mystic ftigns
OD lätöM ** Serail" th« emperor la reported to have derived Uie Eight Diagnuna and
die flnl syaleiii of written characters, which took the plaee of the knotted eorda,
qaipos, tlien in tue.
> 7Ü7-721 B.c.
» 764 746 f,.r.
* Quoted fi-om AnaUct« X, 16.
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Forkk: Lull -Heng. 77
**when a strong \v\nd blows, and the thundei^daps quickly follow
each other, and rain falls in torrents, a superior man will be deeply
moved. Though it bo night, be will rise, don bis elotbes and cap,
and sit up " ' in awe of Heaven's anger, fearing lest its punishment
should readi him. If thunder were not the expression of Heaven^s
anger, nor its striking a punishment of the guilty, why should a
good man be frightened by thunder, put on his official robe, and
sit straight?
The Master' means that the relation of Heaven to man is
similar to that of father and son. The father being moved, the
son cannot remain indifierent. Therefore, when Heaven is moved,
man must be likewise. Being in harmony with Heaven, he proves
that be does not act in opposition to it.
Man suddenly hearing a dog bark outside the house, will be
startled, and with trembling limbs barken to find out, what it means.
How much more so, when he hears Heaven assuming an extraordinary
voice like the noise made by the quick rolling of heavy carts!
The remark in the Ancäects and the observation of the Liki
both refer to the wise man. The wise man displays the utmost
care in all his doings and knows that he has no guilt, just like
sun and moon, which, when eclipsed, have not clandestinely given
impure food to men. Kxamining; his heart, he feels no fear, where-
fore sliould he be afraid of thunder? If he is not afraid, his e\-
dfement can be no proof of Heaven's ancrer, heeaiise lie fears nothing
for himself Sliould he really be afraid ot" thunder, even that \\ ould
not suffice to prove the punislunent of hidden crimes, for people
struck by lightning; nre mostly t|uite innocent. The wise man aj)-
preht-nds that he might be hit by cliance. Therefore lie is anxious
and alarmed. tbis alarm of the wise man cannot be jmt for-
ward to demonstrate that thunder is Hravf-n's anger, it shows,
on the contrary, that tliuTvb'r strikes at random. Because it hits
ar random, and does not punish the guilty, people are afraid. Tf
thunder actually punished the guiltj% the wicked ought to stand
in awe, and the wise bad no cause for apprehensions.
Tile king of Sung asked T ang Yavff saying " I have killed a
great number of people, yet all the officials are still quite fearless.
What is the reason?'*
Tana Yaiu/ replied : Those that Your High ne.S8 has piinislied
were exclusively bad characters. If the bad arc called to account.
» Quoted from tlic Liki Book VI Yn-t^ao {L^^ffc, ^tacrcd BookaVoLXXyUI,p.5).
* dmfudttM in the passage quoted from the AnakcU.
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78 Fomue; Liiii>H^g.
'wLy should the good be frio;}5fp!ir(l? If Your Highness winhes all
the officials to be in awe, the hent way is to make no diisUnctioii
between good and bad, und cliastise them all occasionally. Then
all the officialdom will be afraid." *
The king followed Iiis advice, and all the functionaries became
frightened, whereupon the king of Sun^ turned very angry. Owine
to the indis' i ill) mate punisliments of the king of Sim^, the wliole
people of Sung got greatly alarmed. Because thunder and liglitniug
strike indi^^criniinately, a wise man becomes agitated.* Ills alarm is
like tiie great fright of the kingdom of Sung.
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79
CHAPTER XXm.
On Poison (Yen-tu),
Sometiiues the following ([uostioii ia considered Between
heaven and earth there are the ten thousand beings with tlieir
chara<'teristic nature. In the animal kingdom we find adders and
vipers, bees and scorpions, which are ]ioisonous. When their l)ite
or sting has hurt a human body, the sicltness whir-li tliey cause
must he most <;iretuily treated, for witliout timely help, the vims
Pj)rea<is ilirmiüli the whole body. In the vegetable kingdom we
have oroton oil beans ainl wild dolichos. whicli, when eaten, cause
a siomach-aehe. and in lar^i«- doses kiil a man. "What uianuer of
fluid have these created heinji^s received from heaven? The ten
thousand beings, when created, are endowed with the original fluid.
Is there any poibon iu the original tluid?
poison is the hot air of the sun: when it touiditM a man,
he becomes empoisoned. If we eat sometliinü^ which causes us
such a pain in tlie stomach, that we (;annot endure it, that which
proves so nnendnrahle is called poison. The liery air of the sun
regrularlv produces poison. This air is hot. The people bving in
the ktinl of tlie sun are impetuous, i he mouths and ton^ies of
th^e impetuous people become venomous. Thus the inliabitants
of C/t u and IVW/ ^ are impetuous and passionate. When they talk
with others, and a drop of tlieir saliva happens to fly against their
interlocutors, the arteries of the latter begin to swell and ulcerate.
The Soufhrni ("trcnit- is a very hot region. When tlie people
there curse a Sree, it witliers, and, when they spit upon a bird,
it dro|)s down. Wizards aic all able to make people ill hy their
prayers as well as to avert their misfortunes. They hail from
Kiang^an^^ and are imbued with the hot fluid. Poison is the tluid
of the sun, therefore it bums like fire, when somebody is as[)ersed
by it. When people bitten by a viper cut out the flesh, as some-
Bukmi^ and CMwy.
*
^ The «nmtry aonth of tiw Ta$ifftte, now the provincM Xhnffm*, KUmgä^
and A»km.
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80 Forke: Lun*IIeiig.
times they do, and put it on tlie ground, it burns and bubbles up,
which shows tbnt thorn is a hot fluid in it. At the four cardinal
points are border-lands, but the south-eastern comer alonti haa
broiling hot air, which always oomes forth in Spring and Summer.
Iq Spring and Summer the sun rises in the south-eastern corner,
which is the proper sphere of the sun.
When the air of other things enters into our nose or eyes,
they do not feel pain, but as soon as fire or smoke enter into
our nose, it aches, and, when they enter into our eyes, they pain
us. This is the burning of the hot air. Many substances can be
dissolved, but it is only by burning fire that they are scorched.
Eatinc" »^H eets is not injurious to man, but, when for instance
he takes a little too much honey, he has symptoms of poisoning.
Honey is a secretion of the bee, and the bee is an insect belonging
to the Yang fluid.
If a man without having hurt himself against anything in his
movements feels a sudden pain in his body, for wliicli there is no
apparent reason, and if those parts of his ])ody whieli pain him
show marks of flogging so to speak, he sullei-s from lumbago.
This lumbago, they say, is caused by devils wlio are beating the
person. Devils are supernatural apparitions produced by the sun.
If the disease l)e less acute, one calls it sciatica, and uses honey
and cinnal)ar to cure it. Iloncv and cinnabar are substances be-
longing to the Ydiifji fluid. This cure is homeopathic. As an anti-
dote against a cold one uses cold, and against fever one uses heat.
Since to cure sciatica they take honey and cinnabar, it shows us
that sciatica is the effect of the Yang fluid and of the diffusion of
a poison.
Poisonous air is floating between heaven and earth. WTien a
man comes into touch wnth it, his face begins to swell, a diseitse
which people call a sun-stroke.
Men who have .s('<mi ghosts, state tliat tliey have a red colour.
The su])('rnatural lorcc of the sut! must, of course, have this colour.
(!iios.fs are burning poison; the man whom they assault, must die.
Thus (lid Karl Tu shoot King Jhiian of CJtou dead.' The para-
phernalia of these demons of death are like the fire of the sun.
The bow as well as tlie arrow of Tn Po were both red. In the
south they l^'rm poisun "small fox." The apparition of Earl Tti
had a bow in ]iW liarid, with which he shut. 1 he solar ihud wtis
kindled simultaucousiy, and, when it was thus intensified, it shot.
Cf. I, p. 382.
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FoBn: Lm-Hlng.
81
Therefon-, when he hit the kixiy, he seemed providetl with bow
aud arrow.
When lieut is pent up, and tlu* tctiipt'ralure iiuTcasod, tlie
poison in the blood is stirred up. Tlu'idoie eating the hver of a
rare horse will canse a man's death, tlie lluid pent up in the liver
having been chafed. During the dog-days, when a scorching heat
prevaib, people die by insolation; the extreme heat has been turned
into poison. We perspire, while running, near a stove, in the sun-
shine at noon, and, when we are feverish. The four causes have
been different, but they all engender perspiration. The heat is the
same, and it has been equally pent up.
Fire is a phenomenon of the sun. AU created beings of the
worid are filled with the aolar fluid and after their creation contain
tome poison. Reptiles and insects possetising this poison in abund-
aaee become Tipers and adders, bees and scorpions, plants become
croton seeds and wild dolichos, fishes become porpoises and '* to-
iAk*** fish. Consequently men eating » porpoise liver die, and the
bite of a toshu ** is venomous. Fishes and birds are related,
therefore birds can fly, and fishes too; birds lay eggs, and fishes
abo. Vipers, adders, bees, and scorpions are all oviparous and have
a similar nature.
Among mankind bad chancteis take the phtce of these creatures.
Their months do mischief. The bad men of the world are imbued
with a poisonous fiuid. The poison of the wicked living in the land
of the Bun is still more virulent, hcmoe the curses and the swearing
of the people of southern produce such wonderful results*
A proverb says, **Many mouths melt metal.** The mouth is
fire. Fire is the second of the five elements, and speech the second
of the five actions.' There is an exact correspondence between
speech and fire, therefore in speaking of the melting of metal one
sajs that the mouth and the tongue melt it. They do not speak
of pulling out wood and burning it, but expressly refer to the
meltiog of metal. Metal is overcome by fire, fire and mouth belong
to the same class.*
Medicinal herbs do not grow in one place only. Tai B> left
luB country and went to Tl^^ The melting of metal does not take
' Kar)(^-hi qnotes this passage, but does not say what kind of a fish the
•'losku'' i^ijj^ i** It nay be a variety of the which atetm to be a kind
of storgeon.
» Cf. SkukiHfi (Uung-fan) Pt. V, Bk. IV, 5-6.
' AaeAsr iattaBee of Chinese symbolism, which they mistake for science.
« Gf.i,p.aoa
Atd.8«Du£0ncBt.8pnMben. 1907. LiÜ>t. ft
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82 Forke: Lan-H^ng.
place in one foundry alone. People speak v«ry mudi of T'miff-chi
in Ch'u,^ The warm air on earth lias its regions. One dreads to »^n
into the southern sea, for the secretary falcon lives in the south, and he
who drinks anything that lia» heen in contact with it, roust die.'
SItäi appertains to the dragon and sse to the snake. &iin
and sse^ are placed in tlie south-east. The dragon is poisonous,
and the snake venomous, therefore vipers are provided with sharp
teeth, and dragons with an indented crust. Wood engenders fire,
and fire hecoines poison. Hence the Green Dragon " holds the
** Fire Star " in its mouth.*
Wild dolichos and croton seed both contain poison, therefore
the dolichos grows in the south-east, and croton in the south-west.
The frequence of poisonous things depends on the dryness and the
htimifÜty of the soil, and the strength of the poison is influenced
by the locality, wlicro thev have i^rown. Snakes are like fish,
tlierefore thev «^row in the i^rass and in marshes. Bees and scorpions
resemble l)irds and are born in houses and on trees. In Kinng-ftfi'^
the land is dry: eonsequentlv bees and scorpions abound there. In
Kuin(/-nan the soil is wet, hence it is a breeding place for great
numbers of snakes.
Tliose creatures fTrf)\\'in^; in liic^b and dry |)Iaces are like tlie
male prineijiN". The virile mendxT liatiirs down, therefore bees and
scorpions .sting with tlieir tails." i he «-reatures living in low and
wet places resemble the female |)rinei]»le. The female organ is soft
and extensible, therefore snakes bite with their mouths.' Poison
is either concealed in the head or the tail, wlience the bite or the
stiug becomes venomous, or un<ler the epidermis so tliat the eating
causeii stomacli-acbe. or it lies hidden in the lips and the throat,
so that the movement of the tongue does mischief.^
* A place in Ilonan celebrated for its foundries. Vid. p. 15S.
* Chni secretary falcon has become a synonym for poiaoii.
' The fifth and the- sixth of the Twelve Brandies (Dnodenary Cyde of symbols).
* The *' Green IVagon " ie the qvadnuit or the diWafon of the eohr mtneione
oceapyiqg the eeet of the eky. The Fire Star'* ie the Fliiwt Man, Man is the
quadrant of tho " Green Dragon " forebodce war I. «. pmaon; nothing bat nme
ejrmbolism. (Cf, ch;i[). 27, p. Gv.)
^ The country north of the i anylae, now the northeni parts of the provinces
Kiangtu and Anhuu
* Whidi heag down likewise.
' Which are aoft and extensible.— To sndi ineptitudes even the moot elevmted
Chinese minds are led by their craze of symbolisation.
* The mischief done by the tongae in speaking, whidi is not only eompored
to, bat identiJled with poison.
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Forke: Lun-Heng. 83
The various poisons are all grown from the same fluid, and
howerer different their manifestations, internally they are the same.
Hence, when a n}an dreams of fire, it is rxplained as altercation,
and, when he sees snakes in his dreams, they also mean contention.
Fixe is an emblem of the mouth and the tonnen p; they appear in
snakes likewise, which belong to the same class, have sprung from
the same root, and are imbued with the same fluid. Thus fire is
equivalent to speed, and speecli to bad men. When bad men say
strange things, it is at the instigation of th^r months and tlieir
tonc^ies, and tlie utterances of month and tongue are provoked by
the influeuire heaven has exercised upon the persons in question.
Consequently the second of the five actions is called speech. The
objectionable manifestation of speech is presemptuous error, sym-
bolized by constant sunshine." ' Presumptions error is extravagant
and shining. In the same manner snakes are gaudily ornamented.
All ornaments oriiyinatc from the Ynn(/^ which produces them, as it
were. Sunshine is followed by talk, which accounts for the weird
songs so often heard.^
Tlie magical force engenders beauty, but the beautiful are
very often vicious and depraved. The mother of S/m Hn^ was a
beauty, ^hu Ihiang's* niothrr knew her, and would not allow hrr
to to the chamber of her husband. !^hn Hsumg roiiKnistrated.
** In the depths of mountains and in vast marshes dragons and
snakes really grow," said liis mother. " She is be.iutiful, but I
am atVaid, lest slie g;ive birth to a dragon or a snake, w hicli would
brinf; niishaj) uj)on you.^ You are of a poor family. In the States
great favours are sonu^times given, but wliat cAn the recipient of
such favours do, wiien he is being slandered by malicious people.
How should I be jealous of her? "
She then allowed her to go to her husband's couch, and she
besot a son, named Shu Hn. Owing to his beauty and hero-like
strength Shu became a favourite of Lwui Ihuu Tse\'^ however,
' Cf. p. 27 and above p. 81.
^ A half-brother of £Ai» Häanf, Hia mother waa a eonenbme of Shu
Htmrn^* father.
♦ An ofBcer of CUn,
* Being an eacceptiooal woman by her beauty, ahe wonld give birth to an
exnordnmiy aon— a dragon, and it wotdd be dai^eroos for an ordinary man like
bcr eon Htiang to be a blood rdätion of auch an extraordinary peraon, since
late likr* to strike tho exalted.
Quoted from the ^'«o-cÄtkm, Duke Hsianff, 2Ut year (651 b.o.).
0^
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84 Fonnc Liin>H^.
wIkmi Fati fJ-f/fni Tse exp**ll»Ml Ltmn Hum Tsct^ he killed S/m Iluy
and so brought misfortune upon SJm Usiaug.
Tlic recesses of mountains and vast marslies are tlie plares
where dragoiia and snakes breed. Shu Hus mother was compand
to tliem, for under her charms tlie poinon lay hidden. She bore
a son, Shu FTti, whf)se beauty consisted in Iiis hero-like strength.
1 his strength grew from his beauty, and the disaster came from
his streng'th.
Fire has splendour, and wood has a pleasant appearane<\ Draj^-
ons and snakes oorrespmid to the east. Wood contains the essence
of fire, hence ita beautiful cokiur and graceful ap]>oarance. The
gall being joined to tlie liver, courage and strength are prodm ed.
The force of the fire is violent, hence the gr»*at courage: wood is
liard and strong, liencc tlie {»;reat streuL'^th. When there is any
8U[)ernatural apparition ])roduced, it is through beauty that it brinisys
about misfortune, and throngl» courage and strength that it injures
like poison. All is owi ug to beauty.
Generous wine is a poison; one cannot drink iiiueh of it. Tlie
secretion of the bees becomes: honey; one cannot eat niu<'h of it.
A hero conquers an entire State, but it is better to keep aloof from
him. Pretty women delight the eyes, but it is dangerous to ke^p
them. Sophists are most interesting, but they can by no means
be trusted. Nice tastes s])oil the stomach, and pretty iooks beguile
the heart. Heroes cause disasters, and controversialists do great
harm. These four classes are the poison of society, but the most
virulent poibou of all is tliat llovviug from the moutlis of the sophists.
"When Couj'ucinii caught sight of Yang IIu,^ he retreated, and
his perspiration trickled down, for Yang IJn w as a glib-tongued man.
The poison from a glib tongue makes a man sick. When a man
has been poisoned, he dies alone, whereas a glib tongue ruins a
whole State. Thus we read in tlie ShiJcing:^ — " Endless are the
slanderous reports. They threw four States* into confusion." Four
States were thrown into confusion, how much more would be a
single individual. Therefore a man does not fear a tiger, but dreads
the calumniator's mouth, for his mouth contains the worst poison.
1 Two noblemen of Ckk^ ef. I, p.388.
■ A powerful, but unworthy oflleer in Im.
> Shi/>-mff Ft. 11, Bk. VU, 5.
* Modem romtnentatoni exphun the expreHion {[^ ^ meei^ <*UioliMr
qtuutera of the empire.**
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FoBxx: Luü- Hälft 85
CHAPTER XXIV.
On Anüiroposcopy {Ku-Mmjfy.
It is a commoa belief that fate w difficult to foresee. Far
from it, it can eaaily be known, and by what means? By means
of the body and its bones. As man derives his destiny from heaven,
it becomes visible in Iiis body. An inquiry into these manifestations
leads to the knowledge of fate, just as from a look at measures
one learns their capadty. By manifestations I understand the osseous
configurations.
According to tradition Buang Ti bad a dragon face, Chuan Hsü
was marked with the character Wu^ on his brow, 7i Ku had a
doublt- todtli, Yao's eye-brows had eight colours, Shttn's eyes double
ptt{nls, VtJ'of* ears three orifices, T'at^ hhd double elbows, Waug
foar nipples, Wu Wai^s^ spine was curbed backwards, C/ion Kwig*
was inclined to stoop forward, Kno Yao^ had a horse's mouth, -
t'onfttcms arms were turned backwards." These Twelve Sages t itlu^r
hdd the poisitions of emperors and kings, or they aided their
sovereigns, being anxious for the welfare of the people. All the
world knows this, and the scliolars speak of it.
These reports being given in the Classics and Annals can be
lelied upon. The light literature, sach as journals, iettexs, and
memoirs which the Literati do not read, afford a great many more
instances: "Vsaiig ILieh had four eyes and became one of IJunng
IT* ofdcials. Clk ung Erh, prince of C/<in,^ had a double rib, and
became the foremost of all the feudal lords. Su CA' in* with a bone
' Huang Ti, Vkuan Htü, 7t A'u, Fao, ishun^ and Yü are mythical or half
legeiickry rulers of old Cbiua.
* Tang, VfiH Wmgt and W% Wang are the fonndara of the Shang and CAeit
* ToJi, Duke of Chtm, a younger famither of Wm Wan^r, whom he helped to
wia the throne.
* A minister of Shun.
* Like the wings of a bird.
Y CKmig Srh raigned as marquis of CAto from 634-026 b,c.
^ A famous statesman who in 3li3 u.r. succeeded in fonning a loegUO of the
bia State»: I'en, Chao, /Jan, Wti, Ch\ and CK% against CKtn.
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86 PoBsx; Lud -Hing.
on his nose obtained tlie premier.sln*p in all tlic Six Kingdoms.
Cltang Yi^ having a double rib was also made a minister in Chin
and Wei. Ilmang Ffl, who owing to his double pupils was regarded
as a descendant of the Emperor iHum^ shared the empire with
Kao Tm. C/iin P'ing^^ a poor fellow who had not euougli to eat
and drink, had nevertheless a very fine appearance, whicli sur-
prised every one so much, that they exclaimed: what on eartli does
CK in I' i/i;/ eat to become 8u<*h a portly man. Hon Hsin^ was
rescued I'rom the axe of the executioner, when he caught the eye
of the duke of T ihig, and was pardoned also on arronnt of his
extraordinary appearance. Fine looks and statehuess can be cha-
racteristics as well.*
Kao Tm had a high nose, a dragon face, a tine beard and
72 black spots on his left leg.^ Lii from S/tan-fu^ was skilled in
prognosticating from looks. When he saw Kao Tsu's carriaije, he
thought him very remarkable, and therefore *;ave him his own
daughter, the later empress Lü Hou, to wife. Afterwards she gave
birth to Prince Hsiao Ilul' and to the princess Yuan of Tai. Kao
Tsu was lirst a headboKmi^li on the river Sse.^ Then he gave
up his post, and took to fanning, again living with Lü IIou and
his two ehil hen on bis farm, when an old man passed by, and
asked for a (irink. la return he divined Lii lion's fate by her
features saying: " Madam, you belong to the great folks of the
empire." Called upon to foretell the fortune of her two children,
he said in regard of Hsiao Hut: "Tlie cause of your greatness,
Madam, will be this son," and with respect to Yimh of" Lu: "You
are all uobie. " When the old mau had left, Kao Jlu came home
from abroad. Uj>on being informed bv Lii Hou of what had taken
place, he ran after the old man. and .:,tiippt'd him, ^vishing to hear
his own fortune too. Tiu* old fellow rejoined: 'MJefore, the lady
and her children bore a resemblance to you in their looks, but
* A celebrated politician of the 4tli century ü.c., in early life a fettow-stadeni
of Su CXin,
'-' A partisan of the founder of the Ihm dynasty, Kao Tm, one of the Three
Heroes, who in eviy youth lived in greet poverty end eubaeqnenüy rose to Uie
hi^eet honours.
* Anotiier adherent ol Han Kao Tsu, also one of tlie Three Heroes, tlie
lUrd bebg CAoiy LSeng» He was to he executed for treason, but was pardoned.
* As anomaloDS features.
^ Tlii.s passage ocean in the Sld^ du^. 8| p. 8» whidi treats of Ifon Kao Ttu,
' A place 111 Shanttmg.
^ He 8ucce(>deii liLs futher Kao Tsu in 194 b.c.
^ A river in öhanttmtf.
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Foun: Lno-H^. 87
your mien is so grand, that words fail me to describe it." ' After-
wards the empire devolved upon Kao Tm^ as the old man had
toretold.
If we draw a general principle from this, we find tiiut meiuber»
of the same family all show their nobility in their appearance.
ßeion£>:infij to the same caste and animated by a similar spirit, they
must necessarily have some kindred traits in their mental and
physical quaUties. It however liappens that two persons of different
classes and incongruous minds meet together. A grandee, wlien
marrying, gets a great lady for his wife, and a gentlewoman also
finds a no]»le lord. If two individuals meet despite discrepancies
Ol appearance, a sudden deatli ensues. In case they have not yet
come into contact, one party is overtaken by death previously.
Wang Many s aunt Lady Clieng was bespoken in marriage.
When the moment came for her to go, the bridegroom suddenly
died. TTie same thing happenetl n second time. Then slie was
given away to the Prince of Chno, hut the Prince had not yet
taken her, when iie breathed his last. N(in Kuny Ta Yu of CK itig-ho^
met with Lady ClUng's father, the Honourable Cltih, with whom he
was acquainted, and prognosticated her fate saying: "She is so
exalted, that she will become the mother of the emj)ire." At that
time Hsn/in '/V was emperor and yuan J'i heir-ap])arent. Tlirough
the goverjior <>\ the principaUty of Wet, CMh then gave her in mar-
riage to the lieir-apparent, wlio was very pleased with her, and
became father to a son of the name of ChOn Shuag. At the death
o( fhiUiit Ii tlie lieir-appaient ascended the tlirone. Lady t /n'/ig was
made empress, and i hiiu iShany heir-apparent. When Yiuui Ti* died,
the heir-apparent assumed the reins of government and became t\\e em-
peror Ch^ntj and Lady Chiiig became empress-dowager and thus
mother of the empire. Lady ('heng had something in her features
indicative of her future imperial motherhood. The tw(» jncn to
whoui she was betrothed tirst, and the Prince of C7mw> had uu marks
»Lovviiig that they would be fathers of the empire, therefore the
two died, before the marriage could take place, and the prince
expire<L The two fumcrs and tlie Prince of Cluto were not pre-
destinated for imperial sway, and Laily Cheng wua apparently no
match fur ihem.
1 Ce SMI he, €tk which tUghdj difiera.
> A city m filmltfiy; M^ufkir No. 1642.
» 73-48 B.c.
« 4t*-32 B.c.
» 32-6 flu;.
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88 Forks: Lun-Hlng.
The prime iniiiister Huang *fse Kung, ' who was origiuallj a
bolder wardeo in Yang-IiMo^* travelled with a sootliMiyer ia the sane
carriage, when tlu-y perceived a womao seventeen or eighteen years
old. The fortune-teller pointed to her and said:— "This woiiau
will be raised to high honours, and become consort to a marquis.**
Hvauff T^se Kw*g stopped the carriage, and looked at her careftily.
The fortune-tdler said: — **If this woman wall not become noUe,
my divination books are of no use.'* Ihumg J^teKuuy inquired abcut
her, and learned that she was from the next village, a fenule
belonging to the Wu family. Thereupon he married her, and after*
wards really gained high lionours, was given the post of a prime
minister, and created a marquis.* Since Huang T*9e Knng won wealth
and honour, his wife had to be on a par with him. Consequently,
when tlK*y were brought together, they both became illustrious.
Had Hucuig V«e Km^a fate been mean, he would not have got that
woman as a eonaort, and had th^ not tallied together as man and
wife, they would have had the same misfortune as the two persons
above mentioned and the Prince of Chao, If an entire family has
a glorious destiny, then later on every thing turns to their honour
and advantage, whereas in case of incongruity of osseous structure
and physical shape- they will be separated and die, and cannot
enjoy great happiness long.
In noble families even servants and slaves as well as cattle
and horses which they rear are not like the common ones. From the
looks of the slaves one sees that tltey do not easily die. The cattle
and horses often produce young. The seeds in the fields grow up
luxuriantly, and quickly put forth ripe grains. In commerce those
sort of people manage to get excellent merchandise, which sells
without delay. Those who know fate, find out the great folks
amidst low people, and discern the miserable among the magnates.
Judging from the osseous structure and distinguishing the hues on
the skin, they discover mau*s fate, which always confirms thmr
predictions.
Viscount Chka of Ouxo* bade Ku P» Tw OCing tell the for-
tunes of bis sons. He found none of them lucky, until he came
to the son of the slave>girl Ckaiy Wu Hbü^ whom he declared to be
a peer. Wu Haü had an excellent character, and was stamped a
' Hiianff T'ge Kunp WU prime minuiter of the emperor Htim Ti, died 51 s c.
' III Hönau.
* A parallel passage occurs in the Uan-thu, quoted ui the T'ai-p'it^ jfi^isn
729 p. 4.
* 516 457«.c.
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Fob ke : Lun - Heng. 89
nobleman to boot. Later on Viscount C/o^i put the heir-apparent
aside» and raised Wu Ihii^ who aftenvards became \'isoouiit Hsiatig.^
A soothsayer said of C^'ing that he would be tortured, but
tlien become prince, and *he really was made a prince after having
suffered punishment.'
The father of Wei Ch'ing* Chhtg (Vi liad illicit intercourse with
a maid of the princess Ymg Ildn^ Wei. Wei Cli'iug was boru in the
Chiai-chwig Palace. A convict read his destiny in his features and
said He is noble, and will be invested with the rank of a marquis. "
Wd (Xing replied: — "For a slave it is quite enough not to be
whipped or reviled. How could he dream of a marquisate? After-
wards Wei Ch'ing entered the army as an officer. Having dis-
tinguished himself in several battles, he rose in rank, and was pro-
moted, till lie was made generahssimo with the title of marquis of
tea thousand families.
Before Gtou Ya Fu ^ became a marquis, Usü Fu predicted his
fortune sayin^j: —*» Within three years hence Your Honour will be
a general and minister, and have the control of the empire. You
will rank so high, that amoi^ your fellow officials there will not
be your equal. But nine years later, you will die of starvation." —
(Äo« Ya Fu repHed laughing, ' My elder brother already inherits the
title of marquis. When the father dies, the son succeeds to his
title. Why do you hint at my becoming marquis? But should 1
really attain to this dignity, as you say, how can you pretend tliat
i shall die of starvation? Explain this to me." llffü Fu pointed to
the perpendicular lines converging at the corner of his mouth, and
said. "This means death by starvation." — Three years passed. His
brotliiT, marquis S/teng of C/iiang'' was punished for an olfence. W^n
7«"' was in favour of the marquis of Chiang's son. The wise coun-
ciiiü» proposed Lhou Ya Fu^ who thereupon was created marquis of
• 457 425 B.c. Cf. p. 7 and Shi-rhi chap. 43, p. 8 seq.
' A military adventurer of the 2iid century b.c. Hi«i surname vtm originally
itag Pu. It wa« diaiiged intu the sobriquet t'fCmg Vu " Brautled Pu ' , alter tie tiad
kflcn branded in hii oarlj lifo. He mode his escape, joined in tlie rebellions which
M to the rise of the ifim djoBsty, and was rewarded with the title and the lief of
• "Prtuce of A I iA.-/fl//." Mayert Reader's Manosl No. 921k
' Quotatiou from iSAi^' chap. 91, p. 1.
« Cf. I, p. 349.
* Quoted from the Shi-chi chap. Ill, p. Iv.
> Cf. fS»le$ Biogr. Diet. No. 426» wheie the end of Ckou Ya Fu is told a little
iflerently.
■ The capital of tlio Chin State In Skiaui, the modem Ckimig-ehou,
» Han Wen Ti 179-156 B.C.
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90 Foub; Lmi-Bfaig.
7'' wo ' and succeeded the marquis of C/iiang. During the six later
years of Wen Ti\i reigu the Ihmnff-nu invaded the Chinese territory,
and Chmt Yrt Fu became general. When Ching Ti- assumed the govern-
ment, Chou Ya Fu was appointed prime minister. I.ater oii he retired
on account of sickness. His son bought from the imperial arsenal
five hundred mail-coats, which he wanted for his father's funeral.
The coohes employed at the job were irritated against him for not
having received their money, ivnowing that fiscal property liad
been clandestinely purcliased, out of spite they denounced Chou Ya
Fu's son to tlie throne. C/iinf/ Ti gave orders for trying and tor-
turing Um* Ya Fu^ who did not eat for five days, spat blood,
and died.'
leng T ung took tlie fancy of Win 71, who held hiui lu higher
esteem than a minister, presented him w^ith enonnous sums (jf money,
and treated hiui almost as his equal.* A fortune-teller predicted
his destiny. The verdict was that he would become poor and
miserable and die of starvation. When Win Ti died, and Citing 'It
had mounted the throne, Ting T ung was punished for unlawful
coinage. On examination Chiug Ti found l^ing T ung already dead.
He stopped at the deceased man's house, but did not discover a
single cash.''
The prime minister Ilan^ when a youngster borrowed 50 cash
from a fortune-teller, and together with him entered the Imperial
Academy. The fortune-teller divined the successes of the scholars
in the academy. Pointing at I Kumi'' he intimated that this youth
would rise so high as to become a chief minister of state. Han sent
the fortune-tell^ with his card to / Kuan^ with whom he contracted
the mcnt Intimate frien^hip. He exerted hhmelf to the utmost in
order to show his reverence. For the purpose of lining together
with / Kutm he moved hu restdenos, and drew as near as possible.
I Kuan was sick, Ban nursed him like a servant. His kindness
towards I Kuan was greater than towards those of his own blood.
Later on his name became famous all over the world. / Kvan ob-
tained the post of a secretary of state. The local officials had to
obey his orders. He recommended his friend to the throne for an
^ Anodier andflot dty in 8kmd not far fitkm Chiang.
s Hm CklHfi Tt 156-140.
3 Quotation in a abridged farm from Shi-chi chap. 57, p.6v. aeq.
♦ Tenff T'uny was a minion of tlio Enijieror Win Ti.
Cf. Trng I'mig's biography io Shi-dU cbap. 125, p. 2.
* iian An Kuo^ 2nd cent B.O.
« DiAd 112 M.
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Forke: LoD-H^ng. 91
appointment at the eourt. Man aabaequeoily was promoted to the
post of a prime minister.
The convict, Hgü and the men who told the fortunes of
TSuff J^ung and / Kuan can be considered as soothsayers who knew
fate. These sort of people examine the symptoms of the physical
frame, and perceive wealth and honour, poverty and disjgraoe, just
as we on seeing plates, know the use thereof Fine veraels are
used by the higher classes, coarse ones with the same certainty
fiiifl their way to the poor. Sacrificial vases and tripods are not
put up in outer buildings, and gourds are not to be found in the
principal hall. That is a matter of course. That noble bones do
not meet witli the liardships of the poor, and that wretched
featin-fs never share the joys of the grand, is on the same
principle.
Vesisels used as measures may contain a peck or a picul.
Thus between tlie human ranks there is a difference of liigh and
\i<\\. If vessels are fiücfl over their size, their c<:)ntents runs out,
anil is lost. If tlie limit ol" a rank is surpassed, the holder perishes.
By making in (uir discussion of fate tliis comparison with a ve-^'-r!,
in order to asfcrtain the iiatinr of anthroposcopy, we arrive at the
conclusion that fate is lodged in the corporeal form.
But not only are wealth and honour, poverty and wretched-
ness visible in the body, pure and base conduct have also tlu'ir
phenomena. Pre-eniinen(re and misery are tlie results of fate, pure
and base condm i flt j)r nd on character. As there is a method
detenniuing fate by the bones, tliere is also such a science doing
the same for the character. But, whereas there are famous sooth-
sayrrs. it is not known that a science determining the character
by the leatun ^ e.vists.
ban Li^ left Yn^h. From 67* he despatclied a !ettj»r to the
high t)fficer (Jiuny reading as follows: — " Wlien the Hying birds are
all exterminated, the good bow is put away. When the cunning
hare is dead, one cooks the grcyiiound. The king ol Ytu-h has a
king neck and a mouth Hke a beak. One may share hardsinps,
but not enjov happiness with him. Why do you not lea\ e him?**
Tiu* ofticer Chung could not leave, but he pretended sickness, and
•lid not go to court, whereupon • the king sent him a sword, by
which he died.^
< A nativ« of ths Y9A State, and infai»tar of King JTom <^'m of FOeA, In
nodeni Ckekiarg^ 5th oenl»B<o;
* An old Si^tf^ in ShrmUmg.
* Quoted from tlie JShi-cM chap. 41, p. 6 v. The last clause is abridged.
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92 Pom«: Lan-Hteg.
Wei Luio^^ a native of Ta-lmng,^ proposed to Ch in SiuJt Huang
7«^ a scheme to eonquer tl)o erTipiro. (li'in Sfiih Huang Ti accept<»d
1Ü8 proposal and fonfVrred upon Inin the higb»»st distinctions, givinu;
him the same dr sses and the same food as lie had himself. Wei
Liao said, " Tlie king of (^t in* lias a hij^h nose, long eyes, the
chest of a vulture, the voice of a jackal, the look of a tiger, and
the heart of a wolf. He knows no kindness. As long as he i»
liard up, he is condescend in but, wlit-ii he ha.s got what he wanted,
he despises men. I am a simple citizen, yet he aKvays treats me
with great condeacent-ion. Should 1 really serve the king of i'Jt
he would gain his ends, and the whole world would be robbed.
1 can have no deahiigs with him." Thus he weut away.^
Fan Li and Wei Liao correctly determined future events hy
observing I lie outward signs of character. Things really happened,
as they had foretold from the features. It is evident, therefore,
that character and destiny are attached to the body.
The instances quoted in the popular literature are universally
regarded as true. Hesides there are a great many cases in oldea
and modem times not much heard of, which are all well founded.
The spirit comes from heaven, the body grows on earth. By
studying the body on earth oue becomes cognizant of the fate in
heaven, and gets tlie real truth.
Confucius is reported to have examined 7' an T at Tse Yit,^ and
T any C/iii'' to have divined for 7" mi Tsi^^ and that both of them
were mistaken. "Where did their error come from? The signs were
hidden and too delicate. The examination may have for its object
the interior or the exterior, the body or the voice. Looking at
the outside, one perhaps misses the inside, and occupied witl» the
body, oue forgets the voice.
When t'<jiifiu:im came to C/iSng^^ he lost his disciples. He stood
by himself near the east gate of Chh\g. Some man of Ch^tig asked
T&e Ktuig saying: — " There is a man near the east gate with a
1 Wei £iM wrot« • work on the art of tnur.
* All aiideat Mime of ICm-feng-fu.
^ The first emperor of \hc f'h'in dynasty 221-209 BUS.
* S/iiA Ihtattff 7V*.« kint;(i<)iii ill Shrrm.
* Quoted in an abridged form Iruiti the iHn-tlu chap. C, p. 6 seq.
* A diae^lo of Ceiy^udut, extramely ugly, but very talentod. Cf. AnaJkd» VI, 12.
* A famoiu phyaiognomist 3rd coot 8.c.
* A native of Fen, wlio first studied physiognomy with Tang Chu and later
on was appointed roniister by King C'A*ae Htiang of Chin (305^249 bx.).
' III Hunan.
A diaciple of ( onfucius.
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Foukk: Lüh -Heng.
93
head like that of Yao, a neck like that of Km Kno, and shoulders
resembling those of 'Jse Ch'an.^ But from Iiis waist downward he
is by three inches shf>rter thon Yu. He is worn out like a stray
dog.** Ise Kung ioformed Confticitis. Confuaus laughed heartily and
said, My appearance, never mind» but like a stray dog! just so,
just 80."»
In the matter of Cw^udus' appearance the man of Ch^ig was
wrong. He was not ( lever, and his method was very siiperticial.
Con/ucitu made a mistake with Tse Yn, and T'ang Chfl was in the
wrong with T mU Tsd^ as the man of Ch^tg in looking at Confttcim
(lid not apprehend his real appearance. Judging from his mien
Con/ueius was deceived with Tse Yü, and going by words he was
in error in regard of Tmn Yü,*
^ The appellation of Kuag Sun Ch'iaOf a famous minister of the Ckiitg State
in the 6th cent. b.c.
> A qnoCatkm fWtni 8ltS-«M ehap.47r p. 12 v. Gf. Lr^^ Amledi, iVolym^
«MP.7&
' One of the disciples of Confucim, wliose character was not qaite on a level
with his HiK^nn' of spporh, wherefore the Master said of him, "In choosing a man
for his gift of speech, I have failed as regards T»ai Yü.''
i
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94
FoKi; Lnn-Hlng.
CHAPTER XXV.
Long Life and Vital Fluid (Chi-slum).
The fate wliich every one receives jb of two kinds, one (leter*
mines those events which he must encounter, the other is tlie fate
of streogtli and weakness, of long or short life. The events to be
encountered are war* fiie. crushing, and drowning, etc.; strength and
long life, w^&kn^ short h'fe are connected with the copious-
ness and scarcity of the received fluid. War and fire, crushing and
drowning can supervene, there fore there is not necessarily a period
of invariable lengtli for what has been received as fate.'
If the limit of strength and long life be a hundred years,
then the fluid of those who do not reach a hundred years must
be insufficient.
When the fluid is <'opiou8, the body becomes strong, and the
body bdng strong, life lasts long. On the other liand, vvlien the
vital force is scanty, the body is w^eak, and with a weak body life
is short. A short life is accoraj)nnicd hy much sickness. If the span
be short, people die soon after tliey are born, and are anniliilated,
before tliey are fully developed. That is because their vital fluid
is too little and too weak.
Those imbued with a copious and a strong fluid do not all
at once end their lives. If people do not meet with any accidents,
and, leading i\ quiet life, become exhausted and worn out, until
they die for want of vitality, it is owing to tlie insufficiency of
their vital fluid, wliich they have completely used up. Their fate
is similar to that of those \\lio expire soon after their hirth and
are cut off, before they liave grow n up. In all these cases the de-
ficiency of the fluid is the reason, why those persons do not live
a hundred years.
Tlie fhiicl which fills men is citlier full and abundant — then
they are strong and vigorous, or scanty and poor — then they are
weak and feeble. Imbued with a full quantity, they are strong,
> What has been received as fate ie the ^itsl fluid or life. The length of
life depends on the quality of this fluid, but it can be shortened by accidents, such
as WW, fire, etc. coming from abroad, before vitality is eacbaasted, and death would
ensue under iionnal conditions. — The Clnneso word used here, means fate "
as well as ''life.'*
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Foub: Lud -Heng. 95
and five long, filled with a small dose, they are weak, and lose
thnr bodies.
WKen HeaTcn and Eartii produce things, sometimes these thin^
do not grow to their full growth, and when father and mother en^
gender a child, sometimes its full deyelopment is checked. It happens
that a plant bears a fruit, but that this fruit withers, dies, and
drops, and it also happens that people hare a son who is killed
in his jronth. Had this fruit not withered, it would also have com-
pleted one year, and had the son not been killed, he would like-
wise have lived a hundred years. The decay of the fruit and the
death of the son are brought about by tibe weakness of tlieir vital
force. Although their forms be complete, their feeble fluid does
not suffice to fill them.
When the cries of a new-born infant are shrill and piercing,
it will live long, when diey are whining and pitiful, it will die
young. \Vliy? Because, when the new-boms receive their fate of
longevity or short life, the greater or smaller quantity of their fluid
forms their nature.
Wlifn a mother nurses her child at longer intervals, it will
be fit for life, wliereas, when she nourishes it very frequently, it
will die. Why? Because the nursing at intervals shows that the
fluid is copious, and the child is strong. The frequent suckling
proves the insufficieni^ of the vital fluid and the weakness of
the baby.
A fondling is a son anterior to whom anotlier son has already
been brought up and died. Tliey say that such a fondling cannot
Hve, and call it a fondling. The idea is that, another son having
already died, the mother is too anxious about the new one, and
spoils his nature. The former son is dead, and the fondling is
doomed, because be is nursed much too often. His fluid being
too feeble, he cannot thrive. Though he may grow up, he is too
easily affected by external influences. He wiU always be the first
to catch a disease, and his alone will prove incurable.
A fate of a hundred years is the proper one. Those who
cannot complete a hundred years, though they have no proper fate,
still have a fate. In the same manner the proper height of the
human body is ten feet.^ Therefore a man is called chan^fitj^ and
> And this nature becomes manifeel bj the way in whidi the new'-bonw «7.
9itmi^ babies bave etrang voieee, weak ones give only a whine.
' Oil tlie Chinese foot see p. 101 Note 1.
* Wmfi Ck'uHjf explains the term chai^-fn ^ " joang man ** as origin-
iDy meaniiig a man of ten feet = elumg*
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96 Forkk: Lim-Hrng,
dmug-jt'u is aa hoaoraiy desigaatiou for an old gentlemaa and an
old lady.' A man not measuring ten feet has not the proper heiglit,
but nevertheless lie possesBes a lioly. A body cannot he declared
to be no body because of its falling short of ton feet. And so fate
cannot be said to be no fate on account of its not coming up to
a hundred years*
Heaven does not distribute' long and short fates, of wliich
every one would obtain either. We may say that man receives his
fate in his fluid from Heaven, which is the same, whether he fin-
ishes it sooner or later. There is a saying to the effect that, if
somebody aspires to royalty and does not succeed, this pretender
can remain a leading prince. Leading princes are unsuccessful pre-
tenders to royaltjr. A pretender should rise to royalty, as a long life
ought to come up to a hundred years. Unable to become a king,
he retires and continues a leading prince, and thus he who cannot
attain to a hundred years resigns himself to a premature death.
A king and a pretender do the same, but are given different
names, the one an honourable, the other a contemptible one. A
long and a short life are caused, as it were, by the same fluid, but
they are of different duration, either long or short. How do we
know that he who does not live a hundred years, and dies an
untimely death, possess^ a fate of a hundred years all the same?
Because his liodily frame is as big and as tall as that of others.
A body that has lived a hundred years docs not diffor from another
of fifty years. The bodies not being different, the vital fluids cannot
differ either. Birds and animals have other bodies than man, hence
the length of their hves must differ from the human.
How can we prove that human life, if it be long, lasts a
hundred years? There are such cases in the world, and the Literati
say that during the time of universal peace people iised to be very
tall, and live about a hundred years, which was tin' olTect of the
hartnonious fluid. In tlie Canon of Yno, Yao says, 1 have been
seventy years on the throne."* He wished to abdicate, and found
Sliitu. S/lun was tried and had occupied tlie throne thirty years,''
when Yao retired owin^ to his old age. p]ii;ht years afterwards he
expired. Ninety-eight years bad elapsed until his decease.^ But he
' ^ . A husband thus addresses his fatlier and mother-in-law.
• Quotation from the Shtkinff Pt, I, chap. Ill, 12 (Le^ffe Vol. Ill, Pt. I, p. 25).
s The Shi-cM chap. 1, p. 20 (CAooohmv, JTAm. JSfiM. Vol. 1, p. 09) writes
twentf years.
* In that caM Skm CMmat have rdgned for lum tonger than 20 jrasra, for
70 -h 20 + 8 = 96.
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Fo n K E : Lnn - H^ng. 97
must already have lived, before he asoended the throne. Counttng
all tliese numbers together we arrive at an aggregate sum of over
a hundred years.
It is further stated that ''Shun was thirty years old, that he
was tried thirty years, and that he was on the throne fifty years,
when he went on high and died,"^ which makes just one hundred
years.'
WM Wang said to Wu Wang, am a hundred years, and
you are ninety. I will give you three years of mine." Wing Wang
was ninety-seven years old, when he died, and Wu Wang ninety-
three, when he departed.'
The Duke of Chou was a younger hrotlter of Wu Wang. Between
brothers there is generally no greater difference than ten years*
After the death of Wu Wang, Chou Kung became reo:« tit. Seven years
later he returned the government, and retired owing to old age.
That would make about a hundred years. The Duke of Shoo was
an elder brother of the Duke of Chou. At the time of Kin^ K'ang*
he was still Senior Tntor, which would make more than a hjuindred
years.
Sages are endued with the harmonious fluid, tlierefore the
years of their destiny liave the proper number. The Iiarmonious
fluid is conducive to a tranquil government. Therefore during the
age of universal peace the number of tall and long>lived persons
was' particularly great. One hundred years is the proper number
of years of a long human life, as autumn is the proper timo for
the fate of plants, since plants live until autumn, when they die.
Plants perishing before or after autumn are similar to men
whose life either exceeds or falls short of a hundred years. The
thne before or after autumn corresponds to more or less than a
hundred years. Some plants fade already after they have pierced
the earth, as men may die soon after their birth. Other plants may
pass the autumn without withering just like men whose years may
eventually be from one hundred to three hundred.
* Qootntiaii from tiM Shukin^ {Shun-tim) Pt. II, Bk. I, elM|». VI, 38 (Z^ye
YoLm; PLi, p.51).
* The compatatiOB fpvea 110 not 100 years. We should read "he was tried
twenty years'" ii!<;tr-\d of thirty, the reading adoptrd in tlie S/iJ-rhi m\d defended by
several old commeutatorv. Cf. Legge' a notes to the passage and Chavannea toe. cit.
p. 91 Kote 2.
* Quoted from the Ittf, WM Wmg M4te (£^«. Sacred Book» YcLlOCVE,
p. 344)w Tbe eommentalore are at a Ims» hoir to eacplain that W6t Woiy was only ten
jean older than his son, Wu Wbty, and how he conld give him aome of hia years.
« 1078-1053
1^ 4. a^tiMmLStrtrnkm. MOT. LähL 7
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98 Timm: Liiii-H^.
It is on record tliat Imo Tse lived over two Imndrrd years.'
The Duke of Slmo became one hundred and eiglity years» old. K'!i>
Tmtiff^ reigned one hundrctl wars, aiui Iving Mu of the Cfioti dyn-
asty hkewise one hundred. ' Inchiding the time before his ascension,
there must have been upwards of one imndred and lliirty-four years
altogether.
' Ma Ch'ifn mentions this report in tiis biography of Lao Tte (Shi-rh>,
chap. ()3, p. 3). Some said that Lao T*e became over 1(30 years old, Others that he
lived over 2()() years, proionginj: Iiis life by the practice of virtue.
« The JSitukm^ PuV, Bk. XV, {Uff</e Vol, 111, Pull, p. 407) expressly
states thst Kao Tnm^ = Wu Ting enjoyed the throne for fifty end nine years, not
for a hundred. He reigned from 1324-1266 b.c.
3 Thu.s the Shuking {Lü-hnng) Pu V, Bk. XXVII, 1 {Legge Vol, III, Ft. II,
p. as 'Waiuj Ch'nrui :ind others understand the passage (On J.'gge's different new
cf. his notes). Aceordiiig to the Shi-chi King Jlus reigu lasted but 56 years. It is
usually reckoned from K>i.>l-i)47 b.c.
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Foin: Lon-Rlog.
99
CHAPTER XXVI.
Hirades {(M-kuai^»
The Literati pretend that Sages are not born from Iiuman
sperm, but that they are endowed witli a special essence from
Heaven. The mother of Yfl swallowed pearl-barley,' and gave birth
to Yil,^ whence the IlsUt dynasty haa its surname Sse.^ IJsi^fi .s mother
consumetl a swallow's egg, and was delivered of Hsieh * whence
the y'm dynasty derived its surname T,se.^ The mother of flou Chi
walked in tiie foot-steps of a giant," and bore IIou Oii^'' whence
the ihoti re«ieived tlieir surname Chi.^ The ShUcing says. "There
was no rendirtir rnid no tearinj^, thus Hou C7n was horn.""
They turtlu'r state tliat }7/. and Hsieh were horn unnnturally,
isjstiiiiij from tlieir mothers bai'k, and that lion Chi wa.s horn na-
turally. There was no rending and no tearing;, the mot her's hoily
did not suflTer. hence tlie expressi'>ii: — no rendinir and no tearing.
The deseen<laiit!s of those horn unna t u [ ally die rm unnatural death,
while the descendants of those born naturally die naturally. There-
lore r/.fW' and I'hoH^^ were executed, and Nan Wang^^ was deprived
of his cities. These words seem to be seU-consisteut, therefore
• f ®-
* 1^18 legend I* msntiottad in the W« THA CWhimAVhi the Chronlde of WW
and by Cha0 Tth of the 1st cmt. a.D.
♦ Cf. Chap. XXXVII. Tho Skiking Ft. IV, Bk. III. Ode 3 only says tliat
Bearen commissioned the swsQow to descend and giro birth to (-^y Vol. IV,
KU, p. 636).
' ^^p*, which also may signify an ^gg*
' ( iuit' fj \>inj\, the mother of Hmi ('hi " troH nti tlip toe-jiriiit made by God"*
Mjs the Shikiny, i'l. iil, Ük. il, Ode 1 (Z^yy Vol. iV , I't. ii, |i. 4l.'»).
* ijj^* r«, HäiAt «nd Him CH ore the aocestora of the Three DynMtlee;—
Bä^ I'Ai, and Cfto«. The Skt^-vsin observes that because the mothers of these
Sifes wens moved by Heaven, Son of Heaven became a term for a Holy Emtieror.
» Shiking VuTO, Bk.U, Ode I. 2.
Th*» \&sx entperors of the fhia and the I'm dynasties.
The last reigning emperor ot* the house of TAom {314 -2:itj b.c.), who in
256 had to surrender 36 cities to the King of Chin and in the same year died as
a prisoner of CNin,
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100
Foikb: Lnn-H^g.
people believe them, and sinoe, in addition, evidence is given to
establisb their truth, they rely on these utterances.
The Chan^ihi^ also rdates of the mother of Yao^ Ckmg 7t«,
that she conceived from a red dragon, when she went out into
the country, and gave birth to Yao, From ihe chronicle of Kao
Jkn* we learn that dame U» was reposing on the banhs of a large
lake. In her dream she met with a spirit. At that time there was
a tempest with thunder and lightning and a great darkness. Tei
Kong} went near, and perceived a dragon above her. She became
eneauti and was delivered of Kao Tm, These instances of the supers
natural action of spirits are not only narrated, but also written
down, and all Üie »aoanU of the day swear by them. A thorough
investigation, however, will show their futility.
The statement of the Skikmg that there was no rending and
no tearing viz* that the mother's body was not much affected may
be true, but the assertion that Yü and HM issued from their
mother's back is irrational. When cicadas are bom, they break
forth from the back of the larve. Did Heavm in generating those
sages follow the law of the Iarv«e?
Hares conceive by licking the pubescence of plants. When
the leveret is bom, it issues from the month of the hare. Since
the motiier of Yü swallowing the barley and that of Htuh, who
consumed the swallow's ef^, were like hares licking the pubescence,
their sons ought likewise to have issued from their mouths, and
not from their backs. Consequently the statement about the back
is pieposterouB.
In the world many persons die a sanguinary death by the
sword, and it is not necessary that tlieir first ancestor should have
had an unnatural birth. When the Ch'in lost the empire, Yen Yiieh*
belicaded IIu Hai,^ and Hsiang Yü* executed Tue Ving.' Was the
forefather of the CA'tn, PoYf" hom unnaturally? Ergo the thesis
of natural and unnatural births based on the ancestors of the Three
Dynasties is erroneous.
* A book of prophedo* wrongly ueribod to Conjucpu.
* Skt-eM chap. 8, p. 2.
* The father of Kao Tmu
* The son-ill-law of the powerful eannch Chao Kao, who oontrivod tlio dooth
of tbo emperor. C(. ChavannP'-', M-'m, Hi^it.Yoi.U, p. 213 seq.
^ The Emperor Erh iltuuy Ti, son of (.'hin SAih Huang Ti^ 209-206 b.c
* Cf.I, p. 358.
^ A child which ooeqMlod tho throne 6S days only.
* The fonstw of the Emperor 8km.
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Fowu: Lun-H^ng. 101
Moreover, pearl-barley is a plant, a 8M'alIow*8 egg a bird, and
a giant's foot-prints are earth. These three things are bodies, but
not a fluid, how oould they procreate a man? With regard to
Sages people suppose that they receive the essence of Ueaven» which
is an exceptionally £ne fluid, wherefore their doings are so different
from tho&e of the masses. Now the progenitors of the Three Dy-
nasties are born from a plant, a bird, and earth. Could these be
regarded as very fine essences?
Since among the productions of Heaven and Earth man is
the noblest, the others are common. Now, if the essence of those
common things should be the sperm for the noblest creature, man,
how could it be very fine?
Let us suppose that a pigeon or a sparrow emitted their fluid
into a wild goose or a wild swan, it would never produce an e^g.
Why? Heeause a pigeon and a sparrow are too small, compared
with a w ild goose and a wild swan. Now, the body of a swallow
measures but five inches, and the stalk of pearl-barley not more
than several feet. How could the two women who swallowed
the egg and tlu- \x^t\in Iiavu begot a creature of seven feet?'
Supposing that one melts the copper required for a tripod
and pours it into the mould of a cash, it is plain that one could
not produee a tripod. Now the giant is the Spirit of FTeaven, there-
fore his foot-prints were so big.' The man with the hu^e foot-prints
i?* like the molten copper for a trij>nd. ami (liinug Yuans^ body like tlie
mould of a cash. Should the giant emit his fluid into T/iw«^ Ff/aw,
her body would b<' mueli too small to receive the whole easence, and
without this whole essence Hou Chi ixjuld not have been born.
If Yao and Kao Tm were really the sons of dragons, their
nature as sons ought to have been similar to that of their dragon
fathers. Dragons eau ride on the clouds, and Yao aud Kao Tm
should have done the same.
All plants growing from earth resenibU ilieir own species, but
not earth, for thev are jiot produced by earth, which merely nour-
ishes and feeds tlu iii. A luuther with child is like the earth feeding
plants. rii»' mothers of Yao and Kiut Tsu received the emissions of
t}>e drn^ )M-^. earth receives the ^eeds of plants. Since grow ing
plants are snniiar to their own species, tiie two emperors also
aiiould have been like dragons.
' Msn flMsaom wven feet acoordiog to tha ncsaarsmeat of the Chim ^ocb,
whm 1 foot was like 20 cm., and 7 feet = 1,40 m.
The Shikiny loc. tit. explicitly states that the foot-prints wsre made by God.
Tlie name of Hou Chi'* mother.
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102 Toub: Lnn-Hteg,
Of animals with blood males and females pair. Wlien tliey
come togetlier and see one of tlieir own kind, their lusi is excited,
they wish to satisfy it, and then are able to emit their lluid.
Should a stallion see a cow, or a male sparrow a heu, they would
not couple, because they lu'long to diirerent species. Now, dragons
ntid itiuii are of a dillerent species likewise. How then could a
dragon be njoved by a human being so as to impart its fluid?
Some say' that. wIm-ti flic ll-iii dynasty was near its down-
fall, two dragons iouglii Ujg< rher in tlie court, and spat tlieir sali\a
on the ground. When the ihagons had disappeared, their saliva
was [ni'served in a casket, tmtil King Yu of the Choxi- dynasty
opened it. Then the saliva ol' the snakes eliauged into a l)laek
li/.ard, which slipped into the scrai^Ho, where it had intercoui*se
with a palace girl. The result was the Inrtli of Mjo tke.^
A hlaek lizard belongs to another class than man, how could
it become enamoured with a palace girl, and emit its lluid? Tlie
intercourse with the black lizard was vicious, therefore J'<io
catised disasters, and overthrew the Chou dynasty. When dilVcrcnt
sj)ecies recklessly mix together, their offspring l)ecomes uu))rincipled
and mischievous. Now, the mothers of Y<uj and Kao Tsti had illicit
intercourse,* why did the two emperors become wise aud sage meu,
and were quite diU'erent from Pao Sse?
They say that Viscount Chien of C/iao was sick and lor five
(.lays did not know anybody. When he awoke, he said, ** 1 ha\e
been to God's abode. There appeared a brown bear, (iod hade
me shooL it; 1 hit the animal, and it died. Then came a spotted
bear; I hit it also, and it died. After the two bears bad died, I
asked a ghost on tiic road. Tlie ghost said: — "The bruwn and
the spotted bears arc the tV)refalhcrs of two ministers of (7«/*.'**
Bears are animals, and as such of a tlill'erent class from mau.
How should they bt'come of the same class aud the ancestors of
the two ministers? The tinie, when the ancestors of the two min-
isters, the brown and the spotted bears, killed by Viscount Chien,
were doomed to die, was one of luck for the Viscount Chien. He
saw them as in a dream. They were empty semblances aud must
' For details d. t<lu-clu dmp. 4, ]j. 25 {Chavatum^ J/<w. //iW Vol. I, p. 281)
whtdi quotes a passage fron the Kwhyü, and Lun^nf BLV, p. h. {J-k^u).
< 781-77111.0.
* The fiunone fovourile of King Jit, who ruined the empii« hy her extras
* With two dragoas.
' 8e« p. 0, vvlicre Una stury is told in detail.
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Foux: Lnn-HAog.
103
aot hAve been real Should fhey reaUy bave existed, then perhaps
the two hears were Bist metamorphosed into human beingSf before
they engendered the two ministers.
Nm Ai^ Duke of Lu, was changed info a tiger during a sick-
ness.* Man can be transformed into an animal, as animals can be-
eome men. Probably the black lizard, which entered the harem,
was also first changed into a man.
Between heaven and earth it does not happen that creatures
of a different species mix and couple. Should Heaven have the
same law as man, their likes and dislikes would also be similar.
Man does not like different species, therefore Heaven would not
consort with such either. Although man is created by Heaven,
he is like the lice wbidi are produced on man. Man does not love
those lice, for what reason then should Heaven desire to beget
through man? Different classes have different natures, and their
sentiments and desires do not agree. Heaven and Earth are hus-
band and wife. Heaven emits its fluid into Earth and produces
the various things. Man is bom by propagation. If Sages are
formed of a veiy fine essence, yet they receive the fluid firom their
fathers, and are not endowed with a special essence from Heaven.
Should the recipients of a special essence become Sages, HsUh
and Hott CM are not Sages, and, if it be necessary that all Sages
should have received a special fluid, the Twelve Sages' did not all
meet this requirement What fluid did the mothexs of Huang 7t,
71 Ilu, Chuan Ihü and Shun receive, and what did the motliers of
Wanff, Wu Wang, Clum Ktmg^ and Conßtekts swallow to become
pte^ant?
Perhaps the surnames of the Three Dynasties: — Sae, Tte, and
Cki gave tiie impetus to the invention of those unfounded and
marrcUous stories, as the legend of Huang TTs ascension to heaven
originated from the local name of Tmg^.^ Not only are they
irrational, but those names are also misinterpreted. When T^sang
Ihieh* invented writing, he made the signs agree with the ideas.
Chiang Yuan walked into the foot-prints of a ^iant. " Foot-print **
[cht = uicaus a " basis " (c/ii ^.), tlicreforc the surname
should be ^ his " (ek't = ^) with earth {tu ^ ±) below, but
it is " woman " {nü = with " vhin " (i - at its side. This
•> Cf.p.107.
* Cf.p.8&.
> For this legend vid. p. 113.
* A niaister of lluat^ 2^ p. 25.
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104
Fom: Lvtt-Hlng.
is not the character cAt = ^ or cM — nor in accordance with
the circumstances,' whence their truth becomes very doubtful.
Judging by the surname Chi of the Chou of those of the Una
and we arrive at the conduaion that Tae and Sse have nothing
to do with a swallow's egg or pearl-barley. May be that the
mothers of FA, UsieJi, and Üou Chi were just going to conceive,
when they happened to swallow a grain of pearl-burley and a
swallow's egg, or walked upon the foot-prints of a giaut. The
world is fond of the marvellous, a propensity whi<^ has been the
same in ancient and modem times. Unless they see wonders, people
do not believe that a person possesses extraordinary faculties. Thus
they explaiu surnames acconling to their preconceived ideas. The
world puts implicit faith in these ezplanatioos, and they are there-
fore r^;arded as true. Sages have repeatedly uttered their doubts,
but they could not solve them, and the shallow discussions of the
scholars of the day cannot discriminate between right and wrong.
The literati, who approve of all that is old, have put forward
those arguments. The Shiking says that there was no rending and
no tearing, which means to say that by I lau Chi's birth the body
of his mother was not much affected. From this the literati, per-
verting; the right j)rinciples, have derived the story of the unnatural
birth of Yü and Uneh. The fecundation by the dragon and the
dre<Tm of the meeting with the spirit are of the same nature. The
mothers of Yao and Kao 'I'm vrere just about to become enceuUe^
when they met with a thunder-storm and a dragon carrying clouds
and rain along. People seeing these phenomena then told the stories.
A dream that one meets with a dragon is an augury of the
birth of a wise son. Is a dream of a meeting with gliosts not like
a dream of a reiukz-vous with a spirit? How could it be real?
When the mother had intercourse with the dragon in the wilds,
and when the dragon appeared on high, Yao and Kao Tau perchauce
received tlieir destiny of wealth and honour, for a dragon is an
auhjneious animal, and to meet it appearing above is a lucky ouien
and a .sit;n that fate has been received.
When tlie lünperor Kuany Wu Ti saw the hght in the C-Va-
^071^ palaee, a pluenix alighted on tlif i^round, and an auspicious
grain ^i-ew in one rotjiu.- When Sages are born, and strati<^«' birds
and auspicious things appear as portents, strange and auspicious
> The surname Chi = jj^ doet not point to tho foot-priaUi wbirh CMm^
Yuan 'a believed to have miked apon.
* Cf, 1, p. 300.
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Fobsb: Liin>Hteg. 105
things become visible indeed. Tf, however, we are to regard tlie
children born then as the offspring of those things, should we
consider the Kmperor K\uing Wu Ti as the essence of the auspicious
blade or the fluid of the plueiiix?
According to the chapters on the pedigree of the Kinperoni '
and the Genealogical Tables of the Three Dynasties* Yn was the
son of Kill), and Ih-ieh and Hou Chi were both sons of the Kmperor
A"w, their inothrrs being second wives of A'^". Yno also was a «on
of the Emperor A'w. Why then must the wive^s of kings and
emperors walk into the country? A]tlu)ugh the ancient times are
noted for their simplicity, yet there w ere already certain rules of
propriety established. And why did these ladies bathe in the
rivers?' It follows that the assertion about the Satres receiving a
special Üuid frouj Ht-a . cn and tlieir mothers becoming pregnant by
swallowing something is a fallacy.
As a rnatti>r of fact Sages have their prototypes among their
ancestors; being as virtuous as W^n Wmu/ and Wu Wang, they siili
find their peers. Con/ticitts, playing the flute, knew that he was a
deisceiidant of the Yin,* and llsiang Yii^ having double pupils, was
cognisant of his lieing a scion of Shitn.^ The Five Eniperor« and
Three liulrrs liad all Huang Ti as their ancestor. He was a Sage,
who first rert ived a grand destiny. Therefore all his descendants
beeanie emperors and rulers. At their births there were miracles
of course, which, if they did not appear in things, became mani-
fest in dreams.
» ChBp.^of liw
« Chap. 13 of tiie Shi-<hi.
* As tlie mother of//«'eA did, when she swallowed tlie egg, cf. rliap. XXXVII,
♦ We learn from Lttn-hr'nff Bk. XXIV, p. 3 that it was agaiiiift tiie custom
to make uitutic on the anniversaries of tiie downfall of the Hfda and Yin dynasties,
« one did not write on tfaa death day of Tiang HriA, the inventor of writli^.
I bfcr fifom tiiio that the laet enq^erars of the htia and Ym dynasties were famous
for Uieir masic, and that Confaemn fediiig in bhnself a talent lor mnme imagined
tint he was a descendant of the Ym ouip^rs.
^ Hkvn had double pupils a« well, vid. p. öS.
Foma: Lsn-Hing.
CHAPTER XXVII.
Uiü'üuiided Aiisertions ( Wu /taiiu/y.
Men receive the vital fluid from heaven at their birth, and
are all given a fate fixing the length of their lives, in accordance
to which their bodies exist for a longer or shorter period. Just
so vases are formed out of clay by the potter, and plates from
copper by the founder. As tlie shape of a vessel, once completed,
cannot be made smaller or bigger, thus the duration of the coiporeal
frame having been settled, cannot be shortened or prolonged. The
said fluid forms tlie constitution, which determines fate and shapes
the body. The fluid and the material body pervade each other.
Life and death correspond to fixed periods. The body cannot be
transformed, and likewise fate cannot be lengthened or shortened.
We may elucidate the question as to the duration of human life by
observing the potter and founder.
Some one might object saying, " 1 rue, if a potter uses his
stufl* to make a vase, this vase, after its completion, lasts, until it
breaks, but cannot be formed anew. If, however, a founder casts
a plate out of copper, although it be finished, it can be melted
again, and be made into a cup or, if that is not possible, into a
vessel. Although men, who owe their spirits to heaven, all have
a destiny fixii^ their span, by which their bodies are regulated,
they can, if they know the right way and an effiective elixir, change
their bodies and prolong their lives all the same.**
I reply, If a founder recasts a finished vessel, he must first
liquefy it in fire, before he is able to enlarge or diminish, extend
or shorten it. If a man desiring to protract his years, should
wish to be like the copper vessel, there must be some sort of a
furnace witli coal, where the change and the transmutation of his
body could take ]>lace. The body having been changed, the life-
time might abo be extended. How could men, in order to change
their bodies, undergo a smelting process like a copper vessel?**
The Li Ki states, When the water poura down, one does
not ofier fish or turtles for food."^ Why? Because, when äie
' Li hl chap. 1, No. 1 {fhi'i h'), p. 20v. (/^«•y^e'* translation Vol. I, p. 84.)
Various reaM)na have beeu as&iguud by llic cuuuuentator^ for this rule. They say.
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Foin: Lui>Hnig. 107
rain water rushes down, snakes and reptiles are clianged and l)eeonie
fish or turtles. Since tliey give n[) their original real nntnre and
are transformed ouly lor a while, t!ie servants take eure aud dare
not offer them to their masters lor food. Would ineu desirous of
having their hodies traiisnmted, be satisfied with a change like that
of reptiles and snakes? Those reptiles whi<'h are liable to a cliaugc
are worse oil* than those which do not change at all. Before they
diaii^e. tlio v are not eaten hy men, hut, when they have been
iraiisrornied into lish and turtles, men eat them. Being eaten»
their long lives are cut short, and that is not what people desire.
Years aud months change, and the intrinsic fluid may trans-
form one species into another. Frogs become quails, aud sparrows
turn inio clams. Man longing for bodily transformation would like
to resemble (juails and crabs. These are in the same plight as
fish and turtles. Man fishes for crabs and eats them, when he
catches them. Although without a metamorphose of the body, life
cannot be lengthened, this result ' cannot be aimed at.
Duke Ntu Ai of Lu was laid up with a malaily for seven days,
when he was trausformed into a tiger.'* Kttu^ when banished to
Mount Yü-shan turned into a moose. Do those who seek trans-
formation desire to become a tiger like Nia Ai, or a moosi' like
Knii ! The life of a tiger or a moose is not longer than the human,
lu liiis world the human nature is the noblest of all, therefore the
trausmuiation of a man into a bird or a beast cannot be desirable.
It would be a great boon, if au old man could be transformed into
a youth, or if at least the white hair could turn black again, the
lost teeth grow once more, and the animal forces be strengthened,
so that the person could jump about, devoid of all decre])itnde.
Tliis would be grand indeed! Where would be the advantage of
a transformation, if life were uot prolonged thereby?
If a thing is transformed, its concomitant fluid, as it were, fa-
vours the change. Human work may produce new forms, it is not
liiaveii which transforms tilings in ortler to prolong their duration.
No more can a r; ansforni:i: ion be brought about by eating divine
herbs or wontlerlai drugs. A man constantly using cordials can
ui upposiuou to Wang Chungs that ditriug heavy liuu-lalls ühU are so easily gut a»
not to b« viduable, or that then Üuif are muUj and not ftt finr eating. Thte UM
ntma wtnnt the most pUumble.
* To become like a quail Of a crab.
' Quoted from JIuui A'm Tm, wbo add« thai the t^er devoured hio brother,
wfa*n he opened the door.
" A legendary iniiiister oi i uo aud liuiicr to Great ] '/.
108 Fomb: Lnn-Hteg.
thereby merelv strengthen his constitution and add to Iiis years.
A sudden transmutation is not caused by the real lieavenly lliiid
or tlie true nature, witli which men are endowed. Il«'a\eii and
earth do not change, sun and moon are not transformed, and the
sUir^> do not disappear. Such is^ tlicir real nature. As man has
received part of their real fluid, his body cannot be transformed
either: men do not sometimes heroine women, or women men. .\
high mound may be turned into a valley, or a deep ravine intn a
hill. But then the elian|;e keeps ])a( e with humau labour, it is a
change by labour, not by iiilierent nature.
At the rise of the ILin dynasty, an old man presented Chang
Liang ' with a book, and then was transformed into a stone. There-
fore the essence of a stone waa a propitious omen for the rising
Huti. Niniilarly the essence of the River'' became a uian who gave
a jade-badge to tlie envoy of Cliin^ which was an unlucky augury,
indicating the downfall of 67* wi.'
The silkworm feeds on mulberry leaves, when it grows ohl,
it sets to spinning, and becomes a cocoon, and the cocoon again
is changed into a moth. The moth hati two wings, and in its
altered form widely differs from the silkworm. Grubs change into
chrysahss^, and these turn into ericlvets. The crickets arc born
with two wings, and are not of the same type as grubs. A great
many of all worms and insects alter their shapes and transform
their botlies. Man alone is not metamorphosed, beina: the recipient
of the real lu avenly fluid. Born as a chihl, he ürows into a man,
and, when be is old, into greybeard. From birth to death
there is no metamorphose, for such is his original nature. Creatures
which by their nature are not transformed, cannot be induced to
do so, whereas th(jse \sliich must pü.ss liirough a metamorjiliose,
cannot forego it. Now, the length of life of those transformed
creatures does not compare favoural)ly with that of non-transformed
ones. Nothing would be said, il a man desirous of a metamorphose
could thereby prolong his years, but if he only changes his body
witliout increasing bis years, he would be merely on a level with
crickets. Why should he like this?
Dragons are reptiles which appear sometimes, and then again
become invisible, and which sometimes are long and sometimes short.
It is in their nature to undergo transformations, but not for good,
^ An adherent of the founder of the Han dynutj. The Taoiali hftv« daiined
turn M 00« of tlieir iiatriarcht and mjr«tici. See p. 16.
• The I tlioir h'tvtT,
* Thij» eveul ui U>M iu detail on p. 14.
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FoBKB : Lon - Hfng.
109
siiice after a short while, they relapse into their previouft stato.
Eigo, every thing considered, we find that the human being, endowed
with an nnchangeable body, is not liable to metamorphoses, and
tliat his years (*aDnot be prolonged.
Km Tsung^ having witnessed the abnonnal growth of a paper
mulberr}',' is reported to have repented of his fauhs, changed tlie
st}'le of government, and enjovMl happiness for one liuudred years.*
This is not correct. Of Duke Ching o( Sung* it is said that on his
having uttered tliree excellent maxims, the planet Mars left out
three solar mansions, and twenty one years were added to the duke's
life,' which is likewise unfounded. Duke Mu o{ Chin* is believed
to have been rewarded by God' with nineteen extra years on ac-
count of his conspicuous virtue, an untruth too. Ch'ih Sung^ and
Wmg Ch'iao* they say, became genii by their love of Tao^ and
lived on Avitbout dying, also a falsehood.
I^t OS suppose that a man is bom, gets a body, and is given
the name A, then he always preserves this body called A through
his whole life up to his death. Adherents of Tao are said to have
become genii, but it never has happened that A was transformed
into B: neither can the body pass through a metamorphose, nor
years be added. Wlierefore? Because of the body, the vital force,
and the constitution, which are from heaven. The body being
* Posthamoos name of the Shanjf emperor Wu Tiny, 1324-1265 b.o.
* A paper omilbeiTy tree greir in the oourt of die Emperor, whidi had two
i|NM of ciiaimfereBM on the aooond day already. This waa, of eowee, fegarded
aa a portent. Cf. Lun-heng Bk. V, p. 1 {Yi Htii) where the legend is told in full.
> According to the SshiUekng Pt. V, Bk. XV [Leggt VoL III, Ft. II, p. 467) Kaa
T»ay reigned 59 years.
« 515-451
* Tfaie fltory ie toU in fiiD io Um-kSng Bk.iy, p.9v. ivMch eeenu quoted
fron Bmit Km Tm SI, llv. The planet Men being in the eonetellation of the
"Heart," the aatrologer Tm Wti informed the Dtike that Heaven was going to
inflict a ponishmrnt upon liim, :!f!vi>,iiig him, however, to shift this niisfpifuiu' on di^
prsme mioister, or on his people, or on tije year. The prince thrice (iei-imed to
iDow othen to suffer io his «tcad, giving his reasons for each refusal. The«e are
<he three good mazfane of our teat. Tae Wid then changed and eragmtoUted the
^e, saying that Heaven had heard the tfiree excellent aentimente uttered by hin«
that the same night it would cause Mars to pass (hrou^ three solar manaiona, and
that it would add twenty-one years to hie life, each manaion oonaieting of cevea
Mara and each star repr^euUng one year.
« 658-619 B.C.
* Skamg Ti, the eaprene behig, God.
' A magician of the time of ^hfn
' A prince of Chin 571 b.c., who became a Taoist and an imnoTtaL He wae
leea riding through the air upon a white crane. Ma/yrri^ No. 801.
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110 Forrk: Liin-H^ng.
spring, the vital (orvo is summer.' Man's lifetime is the outcome
of his vitality. The boUy follows the vital force in its actions. If
the vital foree and the constitution are not the same, there must
he a diversity in the bodies also. The life of an ox is half as
long as that of a liorse, and a horse lives half as long as man.
Therefore, the oiitw ard forms of the ox and the horse must be
different from the human. Having obtained the shape of nn ox
or a horse, one cannot but get their spans too. As oxen and horses
do not change into men, their Hfetime is also shorter than that of
human beings.
Because of Kno Tmng and the like it is not stated that they
under^vent a transmutation, b\it simply that their lifetime was leng-
thened, people put faith in these reports. The force pulsating in
the veins of the body is like rice hoarded up in a sack. Tlie hulk
of a picul sack also corresponds to a picul. If rice be taken away
or inore added, the sack appears smaller or bigger. The vital force
dt't('rinin(*s the length of the human life. It is like the rice, and
the hody like the sack. Tn order to increase or dimitiish the life-
time, the body too must become bigger or thinner, it cannot remain
the same. Slionhl anybody think tlie human body to be quite
different from a sack, and tliat tlie vital force cannot well he com-
pared to rice, we may still take anorlier illustration from a coiird.
The juice of a gourd is like the human hlood. its pnlji like tlcsh.
Now. let a man lake awav or add some juice hut so tliat the
gourrl's t'orm remains unal^^^'red : lu' will ])e uiirih]«« to perform tliis.
It !i( ing impossible to man to dimitn"sh or to re])l«'nish the juice
of the fjourd, how can Heaven extend or curtail the liuman span?
As the human life can neither he lenttthened uov shortened, who
could have done such a thing in the case of Kao Tsutng and others,
so that we might sjveak of an increase of years? The assertion
that Kno T-uiitj and others were metamor[)b(>sed, and their years
increased would alter all be credible, but the stati Ditnt advanced
now that their vears wiMc prolonged, no nietiTion being made of any
traust ormation of their bodies, is past all beUef for tlie following
reason:
Man receives the vital force from Heaven. Wlien it is ct)m-
plete. the bodv is informed. Durini; life both work harmoniously
tnuether up to the last, death. Since the body cannot be trans-
formed, the yeacs cannot be increased either. As long as man
' The ineaniiiir t^. «minnior U preceded by i^iring» thna Ihe body oxista,
before it ia iiirormed by the vital force.
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FoRKX : Lun - Heng. Ill
IiVes, he can move, but when lie dies, he collapses. At death the
vital foToe Taoiahes, and the body is dissolved and decomposed.
As a man, whtte in posaeesion of life, cannot be metamorphosed,
how should Iiis yeaiS be prolnnjjed?
What changes on the body firom birth to old age is the hair
and the skin. The youth's liair is black, the aged man's, wliite.
Later on, it turns ydlow. But this change concerns the hair alone,
not the body. A youngster has a white skin, an old man a dark
one, which, later on, becomes Markisb. as if covered with dust.
Respecting the yellow hair and the dusty skin the //t-Är» says: " We
will have yellow hair and wizened faces indefinitely,"* If the
liair changes, people reach an old age and die late. Despite tin's,
bones and flesh do not change; the limit of life being reached,
death ensues.
From amongst the five elements earth alone admits of several
transformations. Moistened with water, it can be shaped into a
horse, and this again be altered into a human being, but be it
noted that it must not yet have been put in a kiln and burned.
If. after liavino; been modelled as a utensil, it has already been
hardened l)v burning; in tlio kiln, a new transformatioTi i« out of.
tlie question. Now. man mav be tlmuj^bt of as liavini; been baked
and moulded in the furnace of Heaven and Earth, liow can he
still undergo a change after bis shape has been fixed?
In representinj:^ tlie bodies of genii one rjives them a ])lumai;e,
and their arms are changed into winces with \vhieli thev poise in
the clouds. This means an extension of their lifetime. They are
believed not to die for a thousand years. Tliese pictures are false,
for there are not only false reports in tlie worhl. hut also fancy
pictures. However, man in reality does n(»t heloui^ to the class
of rrickets and moths. Tn the tlnrty-live kiniidoms hevond the sea
there live plumigerous and feathered tribes. F<'athered relates to
their pinions.' These people are the produce of their 8oil, it eaiuiot
be said that their bodies were eoveretl with plumat^e and feathers
through the ioiluence of Too. Yü^ and Yi* visited Wang Mu^^
* Thi.** vprse does not ocror in the Liki, hut iti ilu; Shikiiu/ Pt.IV, Bk, III,
Ode n {L^pffe, Cini^ icA Vol. IV, Ft. II, p. B.T»):- •' He (tlio aiit (>stor ) will \A^'^s ns with
ibe ejebrowa of longevity. — Wc will have yellow hair and wizened faces indefinitely."
* Fors mora dataib ise Uie SBkan-hm-hibtg,
* Onst Y% 2205-2197.
* A roimster of Fii.
* A Taoist pod(les.s. Cf. my artiVle " M't Wanrj vnd rfir TOmiffht von Saba**
ia the MiWihmgen dft Seminars fur Orientalische Sprachen tu Berlin Vol. VII» 1904.
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112 Foftx«: Lun-Htog.
but she is not reported to have had a plumage or feathers. There
are also immortals in foreign <;ountries, hut they are not descrihed
'tis having a plumage and feathers, and, conversely, the plumigerous
and feathered tri!)es are not said to he immortal. As phnnag*' and
featliers nre not nvcrilxnl to tlie immortals, these attrilnitf^s eannot
iTiifjly immortality. How then can it be inferred that the genii
must live for ever, because they have wings?
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Foan: Lon-IIC^g.
113
CHAPTER XXVllI.
Taoist Untruths {Tao-hsü).
In the books of tlie Literati it is stated that* Httnng It ex-
ploited the copper miues oi' Mount Shou^^ and out of the ore
auil tripods at the foot of the Chiiiy Mountain.* When the tripods
were completed, a dragon witli a long beard came down, und went
lo met't Hmtnfj Ti. Huang 'It mounted the dragon. FTis whole suite
includini; the harem, over seventy persons in all. mounted together
with him, whereupon the dragon ascended. The remaining smaller
ojffif iais. whu cuuld not find a seat on the draj^on, all got hold of
the dragon's beard, whieb they pulled out. /lu/ituj I'i'.s bow fell
down. The people gazed after him, until be disappeared in the sky.
Then they hugged Iiis bow. and the dragon's beard, aad moaned.
Therefore later ages namt^d the place Ting-hn (Tripod Lake)^ anil
the bow of the emperor Wu-liao (Raven's Cry).^
The Grand Annalist in his eulogy on the Five Emj/erors^ also
say» that having performed the hill-sacrilice Ihtang Ti disappeared
as a genius, and that his followers paid their respect to his garments
aud cap, and afterwards buried them.^ I say that tliis is not true.
' The following story is taken from Ui6 Shl^M, elm]). '2^, p. 28v., where an
official relates it to Hon Wu Ti, Cf. Chavannti, JUim. EisL VoL ill, p. 488.
* In S/iansi Province, near Pu-chou-fn.
* This uioiuitaii) lies in Shnvn, near ilid-an-fu.
« The context reqvim 0 ^ Tripod beard«** but we read ^ instead
of A place, called ''Tripod lake" actually exiiits in llonan (Playfair
Chies and Towns No. 7329). This nanie has perhaps been the origin of the legend,
at Winy Chung suggests (ef. above p. In aneienl timea onlj tJie phonetic part
of a «haraeter «M ofUn written, and the ndioal left out. Thns jf^ eould aland
Ibr H -beard** a« weH aa for ^ •«lake.'* Our text haa the «beard.*'
* Some commentators iiold that the name \Vu-hao =; Raven s Cry
nfam to tile lament of tibe people, othera tiiat [t waa the name of a tree well' fit
Car Ae iabrieotion of bows.
* Huang 2^ Gfttian Hȟ, K'u, Yao, and Shun. According to other writers
lb< Five Emperors are- — T"«« Ffno, Yen Tl, Huduij Ti, S/mo If (to, and ('It .'in JIsu.
' Shi-chi chap. 2S, p. 30v. When ( 'h'in Shih Ihmng Ti haii .sacrificed on the
(cub of Huang Ti upon Motint CUiao, he asked, how Huang Ti could be an imniortal,
«ad yet be buried there. Then somebody replied that Haanff Tt bad ascended to
heaven at a geoins» aad that only hia gaments and cap were left and interred.
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114 Fobke: Lun-Hcng.
What does Hiuxiig 7i really mean? Is it an appellative or a
posthumouB title? Being a postluimous title it must be some praise
bestowed upon him by his subjects, for tliis kind of title is a glori-
fication of what the deceased has doue during his life-time. Huang
7% was a votary of 7iio,^ and subsequently, as they say, rose to
Heaven. If his subjects wanted to lionour him, they ought not to
have styled htm fltMi^, but ought to have given him a title im-
plying his ascension as an immortal.
According to the rules for honorary titles tlie pacification of
the people would be called Huang^ which means that he who is
styled so kept the people at peace,' but the word does not denote
the acquisition of Too. Among the many emperors those given to
arts and literature were called Whi i. e. Scholarly, those fond of
War i e. Warriors. Hoth designations had their real basis.
They served to exhort others to do the hlce.
K at the time of Huang Ti posthumous titles were not yet
given according to qualities, of what genemtion were those who
first called him Huang Ti? Huang Ti s own subjects must have known
their prince, and later generations could trace his doings. Although
our doubts about the existence of appellatives and posthumous titles
at Huang 7i'.v time may not be set at rest, at all events it is evident
that Huang cannot mean an Immortal who rose' to Heaven.
A dragon floes not rise to Heaven. If fliiang Ti rode on a
dragon, it is clear tliat lie could not have ascended to Heaven
either. When a dragon rises, clouds and rain aj)j>ear simultaneously
and carry it along. As soon as the clouds disperse, and the. rain
stops, the dragon comes down ajjain, and re-enters its pond. Should
Huang Ti really have ridd^'ii on a draijon, he would afterwards
have been drowned with tiie dragon in the pond.
Huang Ti was interred in the Chiao Mountain,' and still they
say that his officials buried his garments and caj). If he actually
went up to Heaven on a draiiou. his garments and cap cannot have
separated from his body, and if he b( i ;i(ik' a genius after the hill
sacrifice and vanished, he cannot have left his garments and cap
' The fundamental i)ritii ij)le of Tauisni. The T.ioists have always claiinmi
Huang Ti as one of llieirN. Hence the legend of Iiis a.stension to lieavcii.
' This seems to me a i'aiicy etymology. Huang is "yellow," bat never
iiie.1118 '* to pacify." The Yellow Emperor ** wm oftHed yellow from the oolonr of
the earth, over which he raled. Thus the ouae is geuerailj explained, whether
correctly is doubtful.
' Some say that this mountain is situated in the province of JKaMMf othen
more eastwai d in the province of IShttuL Vid. <SAi-cAt cbsp. 1, p. 8.
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FoBKx: LttU'Heiig.
115
behind either. Did Huang 71 really become a genius, who could
jMt die, but rose to Heaven, his offioers and people mast hare seen
it with their own eyes. Having thus witnessed his ascension to
Heaven, they decidedly knew that he did not die. Now, to bniy
the garments and cap of somebody, who did not die, would have
been, as if he had died. Such a thing would not have been in
accordance with the feelings of the officials, who were aware of
the real state of affairs, and could distinguish between life and death.
It is on record that the seventy-two sovereigns who ascended
Mount 7*0«,^ had troubled and toiled, worrying themselves over the
state of the ^pire. Subsequently their efforts were crowned with
success, and things settled, so that universal peace reigned throughout
the land. When there was universal peace, the whole empire en-
joyed harmony and tranquillity. Then they ascended the T'oi-dWi
and performed the hiU-^iacrifioes. Now, the pursuit of Too and the
struggle for immortality are different from the vexations of official
life and business. He whose thoughts all centre in Too, forgets
woridly affairs, because to trouble about them would injure his
nature.- They say that Yao looked dried up and Shun withered.
Tlteir hearts were sorrowful, and their bodies feeble and care-worn.
If Btiang J* brought about universal peace, his appearance must
have been similar to that of Yao and Shun, Since Yao and S^
did not attain to Too, it cannot be true that Hmng 77 rose to
Heaven."* If Huang It iu Iiis pursuit of Too neglected all wordiy
affairs, his mind would liave been equanimous, and his body fat
and strong. Then lie woul<l liave been quite different from Yao and
Shtn^ and consequently his achievements could not have been the
aarae. In that case the universe would not Iiave enjoyed universal
peace. Without the universal peace his sacrifice on the mountain
would not have taken plaoe.^
The Five Emperors and Three Rulers were all remarkable for
their wisdom and virtue, Httany Ti not more tlian tlie other?*. If
all the sages became genii, Huanjf It would not be one alone, and
if the sages did not become genii, why should Huang '£% dlone be
' China's most sacred mountain in Shantung.
* Taoism incnleates contemplation and ijuietism, and nhltors an active life.
* Only he wiio possesses 7ao, becniiics immortal, and can nttrend to heaven.
If the model emperors Yao and Shun did not attain to T ao, wiiy should tluang Ti,
provided chat he worited as hard as Yao and Shan.
* The hUI^aacrifice, ^jpip waa not performed, tmlesa the ompire enjoyed
['Xi' . 3Dci peace could nut be sL-ciired without hard work. Hard work precluded
a Iwiisi life, and without Joe, Hmt^ Ti eoold sot ascend on high.
8*
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116
FoBKc: Lud -Heng.
8 genius? People seeing th^t Bmg 71 was ywy partial to magical
arts, which are practised by genii, sunniaed that he was a genius.
Bforeover, on finding the name of " ün^A» " *^ Tripod beard ** *
they said that Huang 7« exploited the copper of Mount Shou, and
caat it into tripods, and that a dragon with a floating beard came
to meet him. This explanation would be on the aame line widi
that of the K*ud^ Mountain.* The purport of the name of this
mountain ia said to be that the emperor Yn of the Hsia dyuasty
on a tour of inspection held a meeting (^) and a review (^) on
this mountain, whence its name K'wi-ehL^ Yü went to iCudM for
the purpose of regulating the water courses, but not on a tour of
inspection, just as ITuang Ti was addicted to magic, but did not
ascend to heaven. There was no such thing like a meeting or a
review, as there was no casting of tripods, nor a dragon with a
long beard. There is a village called Shing^u Vanquish mother/'
Does that mean that there was really a son who vanquished his
mother? A city is called Chao-ko "Morning song." Are we to infer
that the inhabitants of that city used to sing, when they roae in
the morning?
The books of the Literati relate that the Prince of HtUM-noR^
in his study of Taoism assembled all the Taoists of the empire,
and humhled the grandeur of a princedom before the expositors of
Taoist lore. Consequently, Taoist seliolars flocked to Utiai-nan and
vied with eat^h <Uher in exliibiting strange tricks and all kinds of
miracles. Then tli [>rince attained to Tao and rose to heaven with
hia whole household. His domestic animals became genii too. His
dogs barked up in the sky, and the cocks crowed in the clouds.
That means that there was such plenty of the drug of immortality,
that dogs an<I cocks could eat of it, and folloAv the prinre to
Heaven. All u lio liave a fad for Taoism and would learn the art
of immortality believe in this story, but it is not true.
Man is a creature. His rank may be ever so high, even princely
or roval, his nature cannot be difl'erent from that of other creatures.
There is no creature but dies. How could man become an im>
* The text says "Tripod lake.'' Cf. above p. 113.
* ^" ^'^ province of Vhekian^. »
> Thia etjnnology is given by Sm Mo ChUeUt Shi-ehi chap. 2« p. 26.
* lAu Ani Prince of Ifoaf-iMm, comutonly knowii a« Hmd Nm Tm, a Taoist
philosopher and alchymitt of the 2iid cent. b.c. He was a prince of the impertd
family of (he Han emperors. His principality was sttuated in Amkm,
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Foin: LvB'Heng. 117
mortal? Birds having feathers and plumes can tly, but they cannot
rise to Heaven. How should man without feathers and plumes be
able to fly and rise? Were he feathered and winged, he would
only he equal to birds, but he is not; how then should he ascend
to heaven?
( reaturea capable of flying and rising, are provided with
feathers and wings, otliers fast at running, have hoofs and strong
feet. Swift runners cannot fly, and flyers not run. Thrir bodies
are differently organised aeeording to tlie fluid they are endowed
\^'itli. Now man is a swift runner by nature, tliercforc he does
n<it irrow frarhers or plumes. From th(> time he is full-grown ujj
till his old a<ie he never gets them by any mirarhv if amongst
the believers in Taoism and the students of tlie ar t > f" immortality
some became feathered and winged, they might eventually Üy and
rise after all.
In case the nature of creatures could be changed, it oui;ht to
be possible that metal, wood, water, and fire were also altered.'
Frogs can he change<l into (juails, and sparrows (li\ c into the water
and become cianis.^ It is the upshot of t heir spontan(»ous, original
narure, and cannot be attainpd bv the study of Jao. Lest the
Taoists shoidd be put on a levet with tlie aforesaid animals, I say
that, it' men could have alt the necessary featliers and plumage, they
might ascenil to heaven.
Now, the growth and development of creatures is not abrupt,
and its changes are not violent, but gradually brought about. Tf
the Tanists and students of immortality could first ijtow feathers
an i plumes several inches lonir, that tliey could skim u\vr the
earth, and rise tf) the terraces of high buildings, one might believe
that they can ascend to heaven. But they do not show that they
an» able to fly even a small distance. How can they suddenly
aijqujrc the faculty of flying such a lojin way through the study of
their miracuh)UB arts witliout any giathial {»rogre-SS? That such a
great result might be really elTected by means of feathers and wings
cannot be ascertained.
rile human hair and beard, and the diflerent colours of things,
when young and old, ailbrd another cue. When a plant comes out,
it has a green colour, when it ripens, it loiiUs yellow. As long as
man is young, his hair is black, when he grows old, it turns white.
*■ The elements of whidi the bodiM of all creatiiraa are comtMMed caonot be
tniiiflfonne<i. thc-n-fore tlio«;« rronttirns r.annot chari^'c their nature.
2 Tdcsr metatni)ii)hose.s are iiK iitiDuetl in ancteut works, and believed bjr Uie
Chinese up to the preset) t day. Cf. p. 107.
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118 Pom: Lan-Hin^.
Yellow i?^ the sign of maturity, white of old age. After a plant
has become yellow, it may he watered and tended ever so much,
it does not become green again. When the hah has turned wliite.
no eatinj^ of dru<:*s nor any care bestowexl upon one's nature can
make it black a<;ain. Black and green do not come back« how
could age and (lerre[)itude be laid aside?
Yellow and wliite arc like the frying of raw meat, and the
cooking of fresh fish. What has been fried, cannot be caused to
become raw again, and what has been cooked, to become fresh.
Fresh and raw correspond to young and strong, fried and cooked,
to weak and old. Heaven in developing things can keep them
vigorous up till autumn, but not further (m till next spring. By
swallowing drugs and noTirishing one's nature one may get rid oi'
sickness, l)nt one cannot jjrolon? one's Üfe, and become an uHuiortal.
Iiiimonalü have a light body and strong vital energy, and yet they
cannot rise to lieaveu. Light and strong thougli they be, they arc-
not provided with featliers and wings, and therefore not able to
ascend to heaven.
Heaven and earth arc both bodies. As one cannot descend
into the earth, one cannot ascend into heaven. Such being the
case, wliere would be a road leading up to heaven? Man is not
strong enough to enter and pass through heaven's body. If the
gate of heaven is in the North-west, all people rising to heaven
must pass by the JCtm-lun Mountain. The State of Hum Nan Tse
being situated in South-east of tlie eartli, he must, if he really
aaoended to heaven* first have gone to K*Utt'4tta vfith all his house-
hold, where he would have found an ascent. Provided the Prince
of Hwu'^um flew straight acroaa the land to the north-western comer,
flapping his wings, then he must have had feathers and wings.
But since no mention is made of his passing by the A"iin4w», nor
of feathers and wings growing out of his body, the mere assertion
of his ascension cannot be but wrong and untrue.
Liu Ant prince of Hw»-nan, lived contemporaneously with the
emperor Bnao Wu His father Zni C/umg was banished to Yen^
too ^ in iSAit' for some ofleuce, but died on the road, when he ar-
rived at Yung-<^ou.* Liu An, who succeeded him in his princedom,
bore a grudge against the emperor for having caused his father's
» 140-86 B.c.
^ The modem Ya-choti-fu.
* An old kingdom in Sfechuan.
* One of the Nij»e Proviuccs, into which 1 u divided llie Empire, comprislug
SAau4 and Kanm$,
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Fonc: Lon-Htag. 119
death m exile, and thought of making rebellion. He atiiachd all
sorts of schemers, ami intended great tilings. Men like Wu /W filled
his palaces, busy in writing books (in riic Taoist arts, and [juhlishini;
essays on tiie most niiraculous subjects. They were bustling about
aud putting their heads together.
In the " Mcniolr of the Eight Co/zipanions" ^ thoy vnshed to
prove supernatural ton et?, as if they had attained to y</o. But they
never reached it, and had no success. FIkmi Ifimi Nan Tse plotted
a rebellion titg^'tli. r with Wn /W. The h» iiu* wiu> discovered, and
he cominitt4»d sui* ule or, a.s sonn' sav, w as done to death. Whether
this be the case, or whether he conHiiitted suicide is about the
same. But people finding his writings very <hiep, abstruse, and
mysterious, and believing that the predictions of the " Pa-kung-
chmn ' had been fulfilled, divulged the story that he had become
a geaius, and went up to heaven, whicli is uot iu accordance
with truth.
It is cbTonided in tht books of the Literati* th*t Im Ao^
wbsD wandering near the ** Northern Sea,*'^ psased the "Great
North," and through the ** Dark Gate*** entered upon the Mon-
golean* plateau. There he beheld an indtvidual Mrith deep eyes,
a black nose and the neck of a wild goose. Lifting hie shoulders,
he soared up, and rapidly came down again, gamboling and dia-
porting all the time against the wind. When he caught sight of
1m he suddenly took down his aims, and sought refuge under
a rack. Im Ao saw htm there resting on the back of a tortoise
and eating an oyster.
Im Ao accosted him saying, "Sir, I beUcTe that, because I
, have given up what the world desires, separating from my kindred
•ad leaving my home, in order to explore what is outside of the
ttx cardinal points,' you will condemn me. I b^an travelling in
my youth. When I had grown up, I did not care for the ordinary
^ The eight prindpit Taoiat «Moctates of Umi i\'an TW, one of which wm
' The following story ui taken from lluai Aan T»e.
* A Invdlflr of the 3rd eent. a^o.
* This expression can mean the Gobi.
•'• The ''Great North" and the "Dari; Oatr- " ;iic Taoist fancy names.
* It is interesting to note the name Mongol here. The last character
M ^mffpn now. The Mongols were already known to the (^htriPsi" nrider their
actoal name in tiie set-ond century b.c., when tiiey were living in tlie north of China.
' To wit tlie four quarters, ahove and below.
120
Finn: Liiii>Hing.
duties of man, but managed to travel about. Of the four poles
the "Grfjath North** is the only one which I have not yet seen.
Now unexpectedly I find you here, Sir. Shall we not become
friends?**
The stranger burst out laughing and said, Why, you are a
Chinamaa. You ought not to come as far as this. Yet sun and
moon are still shining here. There are all the starsi the four
seasons alternate, and the Ym and the Yang are still at work. Com-
pared to the Nameless Region*' this is only like a small hilL
I travel south orer the Weary Waste,** and halt north in the
Hidden Village.** I proceed west to the Obscure Hamlet,** and
pass east througli the "Place of Dimness.** There is no earth
beneath, and no heaven above. Listening one does not hear, and
to the looker-on the objects flit away from siglit. Beyond that
region there is still shape. Where that ends, one advances ten
million Li by making one step. I could not yet get there. You,
Sir, reached only this place in your travels, but ^eak of exploring.
Is not that an exaggeration? But, please, remain. I have to meet
Han Man^ on the ninth heaven,' and cannot stay longer.** — ^The
stranger then raised his arms, gave his body a jeik, and off he
went into the clouds.
Lu Ao stared after him, until he became invisible. His heart
was full of endless joy, and at the same time he was grieved, as
though he had lost somebody. Compared with you, my master*
said he, I am nothing more than an earth-worm is to a wild goose.
Crawling the whole day, I do not advance more than some feet,
but myself consider it far. It is pitiable indeed.'* —
Such 9B Im Ao held that dragons alone have no wings, and
when they rise, ride on the clouds. Had Lu Ao said diat the
stranger had wings, his words might be credible. But he did not
speak of wings, how could the other then ascend to the clouds?
Those creatures which with agility rise into the clouds, do
not take human food or human drink. The dragon's food is different
from that of snakes, hence its movements are not the same aa
those of snakes. One hears that the Taoists drink an eliidr made
of gold and gems and eat the flowers of the purple boletus. These
extremely fine stufis make their bodies light, so that they become
spirits and genii. The stranger ate the flesh of an oyster. Such
is the food of ordinary people, by no means fine, or rendering the
' TIÜ8 is probably the nanie of a genius.
* Afioordiiig to the belief of the Teoiate tliere aw nine auperpoaed etagee or
spheres of the hesveoa.
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Föns: Lon-Hlag. 121
body light. How cüuld he then have given liiiUBclf a jerk and
ascended to lieaven?
I have lipard that those who feed on air do not take solid
food, and tliat tiie latter do not eat air. Tlie above mentioned
stranj^er ate something substanlial. Sin«!e he did not live on uir,
lie could not be so light, that he mis:ht liave risen on high.
May bi- that Lu Ao studying Too and tning hard to become
an immortal, travelled to the Northern Sea. Having left human
societ V , a.{j(l none lar away, he felt that he did not succeed
in ac(juiring I'ao. He w;ia ashamed and afraid, lest his fellow-
countrvraen should criticize him. ivuowing that thinj^s would eert-
ainlv turn out so, that every body would reproach hiui, he invented
the extravagant stories. He said that he met with a stranger.
The meaning of the whole story is that his efforts to become im-
mortal were not successful, and that time had not yet come.
In the case of Liu Ati^ Prince of Huai-nan, who suffered death
as a punishment of rebellion, all people heard of it, and at that
time saw it, and yet the books of the Literati say that he obtained
Too, and disappeared as a genius, and that bis cocks and dogs
went up to heaven also* We cannot be surprised tlien that Im Ao^
who alone went to a &r-off country, leaTing no trace, should speak
obicoie and mysterimis words. EKs case is similar to that of Hmag
Men Til' of P'u-fan* in Bo-4mg?
Egiang Man T\i was » followw of Too and a student of spirit-
ioiL He abandoned his family, and went away. When after three
yean absence he came back, his people asked him, what had hap*
peoed to him. Hriang Man Tu replied I have no dear recollection
of my departure, hut I suddenly found myself as if lying down.
Several genii appeared, who took me up to heaven, until we were
al some few Li^s distance from the moon. I saw that above and
beneath the moon all was dark, so that I could not distinguish
East and West. Where we stopped near the moon, it was bitter
PcAd. I felt hungry, and wished to eat, when a genius gave me
a cupful of morning-red to drink* After having taken one cup, one
does not feel hunger for several months. I do not know, how many
years or months I stayed there, nor what fault I committed, for sud-
denly I found myself asleep again, and brought down to tliis place."
» In \hr Wat.M Classic " y^i^j^ /A«any Man 7» ^ ^ is called
Hieiang Anuf I a ^ .
* The modern P'u-chou-fu in Shatm.
* A dreuit eomprtoing the aontlieni part of SAoMi.
122 FoRu; Im-Bhig,
The Ho-tuiKj people gave him the surname of "Fallen Augel."
But dealing thoroughly with the subject, we liiid that this storv
is impossible. If Hsiang Man Tu could rise to lieaven, he fnw-
have become a genius. How could he return after three years nuu .'
If a uian leaves ]u> 1 i mired, and ascends to heaven, his vital lluid
and his body must have undergone a eliange. Now, all creatures
that have been metamorphosed, do not return to their previous
state. When a chrysalis has «lianged into a cricket, and received
its wings, it cannot be transmuted into a chrysalis again. ^Vil
iTc aturea that fly up, have wings. When they fly up, and come
down again, their wings are still there as before. Had Jimmy Mau
Tus body had wings, his tale might be reliable, but since it had
not, his talk is futile and not more trustworthy than Ln Ao's.
Perhaps it was known at Iiis time that Ilsiaug Mim Tu was
a fervent believer in Tao, who stealthily left his home, and wandered
about in distant lauds. At last, when he achieved nothing, and
felt his strengtli exhausted, and his liope gt)ne, he stealthily re-
turned lionie, hut being ashamed, if he liad nothing to say. he
told tlie story ol his ascension tu licaven, intimating thereby that
'J ao (*x>uld he learned, and that there really were genii, and tJiat
he himself \\ as degraded for bumc fault, alter iui\ lag readied the
goal, first rising to heaven, and then coming down again.
The books of the Litenti contain the statemeDt that the king
of CKi being dangerously ill, a measenger was sent to Sung to fetch
Win Chih*^ When he arrived and saw the king's sickness he said
to the heir-apparent: **The king's illness can certMnly be cured,
but when it has been, the king is sure to kill me/'
The heir^apparent inquired what for, Win Chih replied, With-
out anger the king's illness cannot be cured, but when the king
gets angry, my death is certain."
The heiivapparent bowed his head, and entreated him saying.
Should you cure the king's sickness, myself and my mother are
going to forcibly restrain the king at the cost of our livt^. The
king will certainly please my mother. We are Mrishing that you,
master, shall have no trouble."
Wri, Chih gave his consent and said that he was prepared to
die. The king with his eldest son fixed a time. Thrice the phy-
' A famoiui doctor, who cannot have lived later than the 4th cent, b.c., for
he it nuBitioiwd in Litk Ttt,
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FofRKx: Xun-H^ng. 123
ndan was expected, but did not come so, tliat tlie king of (7* » was
already very angry. When l»e eanie at last, he did not put off
his siloes, hut walked upon tiio bed and tread upon the sheets.
llv asked the king about his sickness, but the king was so furious,
that he did not speak with him. Theu lie said something which
but aggravatetl the king's wrath. Tlie king abused him, and rose
up, and his disease was gone. He \\ a,s so en raffed and sn b'ttle
pleased, tliat be w ished to boil Wen VhUi ali\e.' Tlie heir-apparent
and the ijueen lortbwitli interfered, but eould obtain not hing. Wen
Vhih was actually boiled alive in a cauldron: After three days' and
three nigin s cooking, his appearance had not yet changed. Wh.
i JtiJi said, *• If one really is anxious to kill me, why does one not
put on the lid to intercept the Y^in and the Yanrj fluids.'*
The king had tiie Hd put on, whereupon Urn ChiJi died.
Wen ChUt was a Taoist, in water he was not drowiu'd, and in lire
he did not burn.- Hence he could remain three days and three
nights in the kettle without changing colour.
Tliis IS idle talk. WM Chili was boiled three days and nights
withuut changing colour. 11 tluMi only in consequence of the lid
being put on he was choked and died, this proves that he was
not in j»ossesaion of Tao. All living and brcatliing creatures die,
when deprived of air. When they arc dead and boiled, they
hecome soft. 11" living and breathing creatures are placed in vessels
with a lid on, having all their fissures carefully filled, so that the
air cannot circulate, and their breath cannot pass, tliey die instant-
aneously. Thrown into a kettle with boiling water, they are also
cooked boft. Wliy? Because they all have the same kind of body,
the same breath, are endowed by heaven with a similar nature,
and all belong to one class. If Wen Ckilt did not breathe, be would
have been like a piece (d" metal or stone, and even in lajiluig water
not be cooked soli. Now he was breathing, therefore, when cooked,
he could not but die.
If Win Chih could speak, be must have given sounds, w liich
rcrpiire breathing. Breathing is closely connected with the vital
force, which resides in bones and flesh. Beings oi" bones and llesh
bnog cooked, die. To deny that is the first untruth.
Provided that Win Chih could be cooked without dying, he
wit % perfect Taoist, similar to metal or stone. To metal or stone
it makes no difference, whether a lid be put on, or not. There-
* A parallel passage of this stoi-y otcurs in the Lü-ahili-ch wi-chiu.
* That is wtiat the Taolsts say of tlicui»elvcs.
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124 Fonic: Lan-Hing.
fore, to say that W^t Chi/i died, when tlie lid was put on, is a
second uu truth.
Put a man into cold water, which is not hot like boiliog
w^ater, and he will die for waut of breatli after a short interval,
his nose and month being shut out from the outer air. J^n])mer«j;;ed
in cold A\ aler, a man canuot remain alive, how much less in bub-
bling, boilini; water, in the midst of a violent iire? To say that
Win Chill survived in the boihng water is a third untruth.
When a man is submerged in water, so that his mouth is not
visible outside, the sound of what he says is inaudible. When
Whi ChUi was cooked, his body was certainly submerged in the
kettle, and his mouth invisible. Under those circumstances one
could not hear, what he said. That Win C'hiJi should have spoken
is the fourth untruth.
Had a man who after three days* and three nights' cooking
died, not clian^ed colour, e\i*a iji^norant {)eoplc \\ouId have been
ama/.ed. If the king of Ch i was not s\irjjrised, the heir-ap])uii ui and
his ministers sIkjuKI have noticed this wonderful fact. In their
astonishment at Wrn Cfii/i they would have pravtil that he be taken
out, granted high honours, and be venerated as a master, from
whom one might learn more about Tao. Now three days and three
nights are mentioned, but nothing is said about tlie oflicials asking
for his release. That is the fifth untruth.
At that time it was perhaps known that Win Chih was actually
cooked, and that his death was caused by it. People notiemj^
that he was a Taoist, invented the story that he lived a subtle
life, and did not die, just as Ilmny Ti really died, whereas the
reports »ay that he rose to heaven, and as the prince of Hum-^um
Buffered the punishment of rebellion, wliilst the books say that he
entered a new IKe. There are those who like to spread fadse
reports. Hence the stoiy of Win Chih has been propagated until now.
There are no instances of any one having obtained Tao, but
there have been very long-lived persons. People remarking that
those persons, while studying Tao and the art of immortality, be-
come over a hundred years old without dying, call them immortals,
as the following example will show.
At the time of Han Wu li^ tliere lived a certain Id Shoo CAon,
who pretended that by sacrificing to the Hearth** and abstaining
from eating grain he could ward off old age. He saw Üie emperor,
who conferr^ high honours upon him. lA Shoo ChOn kept his age
> 140-85 B.c.
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FoBKx: Lou-H^ng.
125
and the place where lie wu born and had grown up secret, always
saying that he was seventy old, and could efTect that things did
not grow old. On his journeys he visited all the princes around,
and was not married. On hearin«^ that he could manage that things
did no*: uge, people presented him with luuch riclter gifts tliau they
would otlierwise liave done. He had alwavs inonoy, üold, dresses,
and food in abundance. As people believed that lie did not do
any business, and was yet richly provided with everything, and
SB nobody knew, what sort of a man he really was, there was a
general competition in offering him services.
Li Shoo ChUn knew some clever mancnuvres and some fine
tricks, which did not fail to produce a wimdcrful eifect. He used
to feast with the Marquis of Wit-an. ' In the hall there was a man
of over 90 years. Li Shoo Chfln indicated to him the places which
his grand-father frequented, when shooting. The old man kiu w
them, having visited them as a child with his father. The whole
audience was bewildered.
When Li S/tao Chun saw the emperor, the emperor had an
old bronze vase, about which he asked him. Li Sfiao Chfln replied
that in the 15th year - of the reign of Duke //uom of Ch i* it was
placed in the Po-ch in hall. The inscription was examined, and it
was found out that it was indeed a vessel of Duke Huan of Ch'L
The whole Court was startled, and tliought that TA f^fiao Chün was
several hundred years old.* After a long time he died of sickness.
Tliosc who now-a-days are credited with tlie possession of
Tofi are men like Li Shoo Chliu. lie died amongst men. His body
was seen, and one knew, therefore, that his nature had been lon-
gevous. Had lie dwelt in mountain-forests or gone into deserts,
leaving no traoe l)ehin(l him, he would have died a solitnry death
of sickness amidst higli rocks. His corpse would have been food
for u«;ers, wolves, and foxes, but the world woidd again have be-
lieved him to hav«' disappeared as a real immortal.
The or li[iar\ students of Tao have not Li Shoo Chiln's a^e.
Before reaclung a liundred years tliev die like nil the otliers. Yet
unrultured and ignorant people still hold that they are separated
fri ni their bodies* and vanish, and that, as a matter of fact, they
do not die.
> A diatriet in Hmiaiu The oame of the Mai^ub wii« Tien Fen,
* The SMMi says the tenth /ear.
' Duke Burnt of Ch'i rdgn«d from G83-6I1 sx. The I5th year of his reign
was 0(;0.
* This story of Id Shoo Chun is qnotcd from the 6hi-cM chap. 2Ö, p. 21.
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126 Fornns: Lnn-Hfng.
What is understood by sppamtion from the body? Does it
mean that the body dies, und the spirit disappears? Or tliat tlie
body does not die, but drops its coil? If one says that the body
dies, and the spirit is lost, there is no dilference from death, and
every one is a genius. And if one beUeves that the body does not
die, but throws off its eoil, one must admit that the bones and
the flesh of all tlie deceased Taoists are intact and in no wise
diji'ereut from the corpses of ordinary mortals.
Wlion ilie cricket leaves its chrysalis, the tortoise drops its
sholl, tlie snako its sln'n. and the stag its liorns, in short, when
th*' linrncd and skinned animals lose their outward cover, retaining
only tiicir flesh and hones, one might speak of the separatiou from
the body. But even if tlie body of a dead Taoist were similar to
a <*hrA'saIis, one coidd not use tin's expression, bccanse, when the
erieket leaves tlie chrysalis, it ("aniiot he considered as a spirit \N itli
tefjard to the chrysalis. Now to call it a separation tVoin the bodw
when there is not even a similarity with the chrysalis, would again
be an unfotinded assertion inissinn,' the trntli.
The Grand Annalist was a conteni{H)rary of Li S/iao t'hUu.
Although he was not amongst tliose who came near to Li Shoo
i'hiln's body, when he had ex{>ired, he was in a position to learn
the truth. If he really did not die, but only parted w ith his body,
the Grand Annalist ought to liave jmt it on record, and would uot
Jiave given the j)la(:e of his death.
The reference to the youth of the nonagenarian in the court
Wf)uld prove Li ^luto i'hini^ a^e. PerIia{)S he \Nas fourteen or tif-
teen years old, when the old inati accompanied Iiis i^randfather as
a boy. Why should Li Slioo Chiln not know this, if he lived
200 years?*
Wu Ti's time is very far from Duke Huan, when the bronze
vase was east,^ and Li Shrm Chiln cannot have seen it. Perhaps
he heard once that in the palace there was an old vessel, or he
examined the inscription beforehand to s[Kak upon it, so that he
was well-informed, when he saw it agaiti. VVlien <Hir amateurs of
to-day see an old s\vord oi- an anti(pie crooked blade, they gener-
ally know where to place it. Does that imply that they saw, how
it was wrought 1*
Why 200 years? U Shoo CMm would have known itie nona^nariu'«
grandfather, if he was aboilt ninety years old hiin«elf*
' The inten'al U upwards of 5U0 years.
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FouKE : Ltin - 1 leng.
Tung Ftmg So is said to hnvp. also been possessed of Too, His
oame was T/mi, his style Man cKien^ but he changed bis names
and for a time took office with the Han dynasty. Outwardly be
was eoxisidered an official, but inwardly lie passed to another
existence.
This is wrong too. Tung Fang So lived together with lA
Shoo thün under the reign of Wu 7Y, and must have been known
to the Grand Annalist. Ia Shoo Chün taught Too and a method
to keep '>fV old age by means of sacrificing to tlie " Hearth." lie
determined the period of a tripod cast under Duke liuan of C7/*,
and knew the places frequented, when buntini;. I)y the grandfatlior
of a nonagenarian, and yet be did not really attain to Too. lie
was only a long-lived man, who died late. Moreover, Tung Fang
So was not as successful as Li Shoo Chün in magical arts, where-
fore then was he credited with the possession of Tao'} Under Wu
Ti there were the Taoists Win Ch ing and Wu Li anil others of the
same type, who went on sea in search of the genii and to find the
physic of immortality. Because they evidently knew the Taoist
art«5, they were trusted by the Emperor. Tung Fang So undertook
no mission on sea, nor did he do anything miraculous. If he had
done, he would only have been a man like IA S/iao Chün or on a
level with Wen Ching and Wu IA. Nevertheless he had the ehanee
to be credited "with the possession of Tno. He again resembled
Li Shao Chiln, insomueh as lie made a secret of his birth place,
and the courtiers did not know his origin. He exaggerated his
a;:*'. People finding that he looked ratiier strong and yoimg and
was of phlegmatic tem[)er, that lie did not care much for bis olTire,
but wa» well versed in ilivination, guessing, and otlier iuterestiug
plays, called him therefore a man possessed of Too,
Tlir re is a belief that by the doctrine of />r/o Tsf one can
tr54ij«^> . 11(1 into another existence. Through quietism and dispassion-
ateness one nourishes the vital force, and cherishes the sjiirit. The
length of life is based on the animal spirits. As long as they are
unimpaired, life goes on, and there is no death. Tjv> T.ie acted
upon this principle. Having done so for over a liuadred years, he
passed into another existence, and became a true Taoist sage.
Who (ian be more quiet and have less desires than birds and
animals? But birds ;ind animals likewise age and die. However,
e will not speak of birds and animals, the passions of which are
128 Fobxe: Lun-Heiig.
similar to the human. But which are the passions of plants and
shrubs, that they arc born in sipring, and die in autumn? They
are dispaasionate, and their lives do not extend further than one
year. Men are full of passions and desires, and yet they can be-
come a hundred yeai*s old. Thus the dispassionate die prematurely,
and the passionate live long. Hence Lao Ise'a theory to prolong
life and enter a new existence by means of quietism and absence
of deriree is wrong.
Lao Tse was like Li Shao Chun. He practised his theory of
quietism, and bis life happened to be long of itself. But people
seeing tliis, and bearing of his quietism, thought that by his art
he passed into another existence.
The idea prevails that those who abstain from eating grain,
are men well versed in the art of Too. Tli^ say g. that Wemg
Tjw Ch'iao ' and the like, because tbey did not touch grain, and
lived on di Here at food than ordinary people, bad not the same
length of life as ordinary people, in so far as having passed a
hundred years, they transcended into another state of being, and be-
came immortals.
That is another mistake. Eating and drinking are natural
impulses, with which we are endowed at birth. Hence the upper
part of tlie 1)ody has a mouth and teeth, the inferior part orifices.
With the mouth and toeth oue chews and eats, the orifices are for
the fliscliar/^e. Keeping in acirord with one's nature, one follows
the law of heaven, goin«: against jr. on ' violates one's natural pro-
pensities, and nenrleets one s natural spirit before heaven. How can
one obtain long life in this way .'
If Wang Tse Cliino had jj^ot no mouth, teeth, or orifices at
birth, bis nature would have been different from tiiat of others.
Even then one could hardly speak of long life. Now, the body
is the same, only the deeds beinj; different. To say that in this
way one can transcend into another existence is not warranted by
human nature.
For a man not to eat is like not clothing the body. Clothes
keep the skin warm, and food fills tlie stomaeh. With a warm
epidermis and a well-lilled ])ellv the animal spirits are bright and
exalted. 11" one is hunsiiy, and lias nuthing to eat, or feels eold.
and baii nothing to warm one's self, one may freeze or starve to
death. How can frozen and starved people live longer than others
' A inagicinii <^r the 6Ui cent, b.c., son of King lAng of the Chou djrnssly.
He is reported to have boon aeeu riding oa a white crane through the air as an
immortal.
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P'orke: Lan-Heiig.
129
HoreoTer» during bis life man draws his \ntal force from food,
just as plants and. trees do 5om earth. Pull out the roots of a
plant or n tree, and separate them from the soil, and the plant
will wither, aud soon die. Shut a man s mout!i, so that he cannot
eat, and he will stanre, but not be long-lived. *
Th<» Taoists exalting each other's power assert that the " pure
iiiau ' eats rhc lluitl, that the fluid is his food. Wherefore the
books say that the fluid-eaters live long, and do not die, that,
althougli they do not feed on cereals, they become Jat aud strong
by the Hiiid.
I his tof) is erroneous. What kind of fluid is understootl by
fluid? If the fluid of the Yin aud the Yang he meant, this fluid
caQMot satiate people. They may inhale this fluid, so that it fills
their belly and bowels, yet they cannot feel satiated. If the fluid
inherent in medicine be meant, man may use and eat a case full of
dry drugs, or swallow some ten pills. But the effects of medicine
we very strong. They cause great pain in the chest, but cannot
feed a man. The meaning must certainly be that the fluid-eaters
lireathe, inhaling and exhaling, emitting the old air and taking in
the new. Of old, F'Sng Tsit^ used to practbe this. Kevertlieless
he cotdd not live indefinitely, but died of sickness.
Uany Taoists hold that by regulating one's breath one can
nourish one^s nature, pass into another state' of being, and become
immortal. Their idea is that, if the blood vessels in the body be
not always in motion, expanding and contracting, an obstruction
eoanes. There being no free passage, constipation is tlie conse-
quence, which causes sickness and death.
This is likewise without any foundation. Man a body is like
that of plants and trees. Plants and trees growing on the summits
of high moontains, where they are exposed to the squalls of wind,
sre moved day and night, but do they surpass those that are
hidden in mountain valleys and sheltered from wind?
* The Chinese Methxuialrh, wlio b believe(l to lia\o lived over SCO years.
Aod to have beeit a great grand«oi) of the legeudar^ Kujperor (Jkuan Iljfü 2511 b.c.
■aid.SM.C0rii »fnOm, HW. LAM 9
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130 FoM»: Lnn-Rtng.
When plants and trees, while growing, are violently shaken,
they are injured, and pine away. Why then should man hy
drawing his breath and moving Iiis body oain a lon^ life and not
die? The hlood arteries traverse the Ijody, as streams and rivers
flow through the land. While thus flowing, the latter lose tlieir
liinpiditv, and become turbid. When tlie blood is moved, it be-
coiues aii;if:ited also, whieh causes uneasiness. Uueasincss is hkf
the hardsiu[)s man has to endure without remedy. How can that
be conducive tu a long life?
The Taoists sometimes us< laedicines ^\ ith a view to renderinjc;
their bodies more supple and tlieir vital force stronger, hoping
thus to j)rolong their years and to enter a new existence.
This is a deception likewise. There are inanv examples that
by the use of mcdiciues the body grew more supple and the vital
force stronger, but the world alfords no instance of the prolongation
of life and a new existence following.
The dili'erent physics cure all sorts of diseases. When tliey
have been cured, the vital force is restored, and then the body
becomes supple again. Aceordiui; to man's original nature his body
is supple of itself, and bis vital force lasts long of its own aeeord.
Bui l>y exposure to wind and wetness he falls a victim to hundreds
of diseases, whence his body becomes heavy and stiif, and his farce
is weakened. By taking an efficacious remedy he restores his body
and tbe vital force. This turee is not small at the (jutset, or the
body heavy, and it is not bv medicine that tbe force lasts long,
or the body grows supple and light. \\'ben liist received,' they
already possess thoac quabties spontaneously. Therefore, when by
medicines the various diseases are dispelled, the body made supple,
and the vital force prolonged, they merely return to their original
state, but it is impossible to add to the number of years, let alone
tbe transition into another existence.
or all the beings with blood in their veins there are none
but are born, and of those endowed \vith life there aie none but
die. From the fact that they were bom, one knowe that they
must die. Heaven and Earth were not bom, therefore tbey do
not die. The Ym and the Yang were not iMirn, therefore ihey do
not die. Death i» the correlate of birth, and birth the countei^
part of death. That whieh has a beginning, must have an end,
and that whieh has an end, must necessarily have had a begiH'
' Vis. received by mm at his birth, when Heaven endows him with a body
and tiie vUal flnid.
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Fomue: Lon-U^. 131
nug. Only what is without beginnhig or end, lives for ever and
never dies.*
Human life is like water. Water frozen gives ice, and the
vital force concentrated forms the human being. Ice lasts one
winter, then it raelts, man lives a hundred years, than he dies.
Bid a man not to die, can you bid ice not to melt? All those
who study the art of immortality and trust that there are means,
by which one does not die, mmt fail ae sure, as one cannot cause
ice never to melt.
' This the TaoUts say of tlicir fundauionlal principle. " Too la without
begiuning, witbottt end," Chuany Tse chap. 17, p. 13, and thu the Tvasta,
nUdk hxn becone one with Too, sre iaimortal.
132
Fobkb; Lnn-H^.
CHAPTER XXIX.
On Dragons (Zkh^Asu).
When in midsummer during a thunder-storm lightning strikes
a tree or demolishes a house, it is a common saying that Heaven
fetches the dragon, wliich is believed to hide in the tree, or to be
concealed in tlie house. The lightning striking the tree, or demol-
ishing the house, the dragon appears outside. On its appearance,
it is seized upon by tlie thunder, and carried up to Heaven. The
unintelligent and tlie learned, the virtuous and thp wicked are all
agreed upon this, but trying to get at the truth, we End that it
is idle talk.
Why should Heaven fetcli the dragon? Provided that tlie
drairon be a spirit and Heaven's envoy, as a virtuous minister is
the deputy of his' sovereign, then it ought to report itself at a
fixed time, and would not have to be fetched. If, on the other
hand, the dragon sneaks away, and does not come back, it does
not behave like a spirit, and would be of no use U) Heaven.
According to the dragon's nature its real al)0(le is Heaven.
Being there it certainly must have ofrsj)nng. There would be no
reaison, why it should be on earth again. If there are rising and
descending dragons, the latter cl.iss might bear its offspring on earth,
and Heaven fetcli it. when gro\\ n up. People call a tempest an
expres.sion >>i Heaven's auger, but in fetching the sdon of a dragon
it cannot be aniiry.
Furllier the dragon generally lives in ponds, not in trees or
houses. Whence do we know that? .^7/// Jtsiang's^ mother said:
" In the de[)th8 of mountains and iii ' ;is( marshes dragons and
snakes really grow," - And in books we read, "Where the
mountains are highest, the rain clouds rise, and where the water
is deepest, the diflerent species of dragons are born."^ The annals
> A miiuAtar hi CAte, 6th cent b.c.
- Quoted tnm the TtO'chmm, Duke llmang 2lst jtme {Ltgs*t C^auie» Vol* V«
Pt. II, p. 401). The inothM' of S/tu Ihiang spoke these words in a fignmtive sense,
with rrf(>rpnr(> fo Shn fhtan^* half-brother, and his beautiful mother, a concabiae
ot her husband. Ci". j).
* A parallel passage, worded a little differently, ooeim in Arib 7«t»
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133
go on to My that, when Yü crossed the YanglMf a yellow dragon
carried bis boat on its back/ and that, when Ching Tie Ed went
orer the Huai, two dragons swam round his ship. Near the
Eastern Sea* there lived Im Chm Enn, a bold and strong man.
When he once passed the Spirit Pool, he ordered his charioteer
to give his horse to drink there, but when it drank, it sank down.
dm Hun got angry, drew his sword, and went into the pool
is. pursuit of his horse. He then beheld two dragons just in the
act of devouring his horse. Sword in hand, he slew the two dragons.'
Henoe it is evident that the dragons called **4^nao*** and the others
always live in the water of pools, and not on trees or in houses.
Living in deep water dragons belong to the same category
as fish and reptiles. Why should fish and reptiles ascend to
Heaven, and what could Heaven use the dragon for, if it fetched
it up? If the Spirit of Heaven should ride on the dragon, a spirit
is something diffuse and incorporeal. Entering and departing, it
Deeds no aperture, nmther would it require a dragon to ride upon.
Should the genii mount the dragon, then Heaven would fetch it
for their sake. But the genii are imbued with the fluid of Heayen,
and their bodies are so light, that they can fly up like wild geese.
Therefore, why should they ride upon drsgons?
People in general say that Huang 7i ascended to Heaven on
a dragon. This statement is as inane as the other, made now^a-
daja« that Heaven fetches the dragon. If the dragon id said to
riae to Heaven, it implies a dragon spirit, because only a spirit can
soar on high, this being in fact a characteristic feature of spirits.
Among the creatures produced by Heaven and Harth man
beiug the noblest, the dragon must be inferior. If the noblest are
not spirits, can the inferior be so? Let us suppoue that the nature
of dragons be such, that some of them are spirits, the others not,
and that the spirits rise to Heaven, while those that are not spirits,
casnot: are turtles and snakes likewise partly spirits and [)artly not,
asd can the turtle spirits and the snake spirits ascend to Heaven?
Moreover, what essence is. the dragon endowed with, that it
should alone be a spiiil? Heaven has the four constellations of
the Blue Dragon, the White Tiger, the Scarlet Bird, and the BUck
* This fact is recorded in the .'^hih cliun-chm and iu lJuai Aan Tte Vll,
IJ». ViiL also Lun-Zunff Bk. V, p. 4 ^l'i-/»nt).
* Tb« Ydlow Sm, eact of Gbioa.
* Thi* atoty ia narrated in the Han-thA-4iraf-ckiian loO a.*;, and tlie JR»-iptt-
dit, « here tbft bmto ia called T*ai Chm ffam bowevsr.
134 FoBu: Lnn-H^.
Tortoise. Earth also has dragoin, tigen, scarlet birds, and turtles.
The essence of tlie four constellations pouring down, produces those
four animals. The tiger, the scarlet bird, and tlie turtle not being
spirits, wherefore should the dragon alone be a spirit?
Man ranks first among tlie naked creatures, as the dragon is
the foremost of the scaly, animals. Both take the first place among
their kindred. If the dragon is believed to ascend to Heaven, does
man rise to Heaven likewise? If under the above respect the dragon
is on the same h^vel M ith man, but alone credited with tlic faeultv
of ascendinfj to Heaven, the drat^on must be supposed to be a spirit.
The world also says that the sai^es being spirits, have the
gift of prophecy, as tliev «;iy tiiat the dragou spirits are able to
soar to Heaven. The divination of the sajj^es thus l)ein«^ accounted
for, it is but natural that the special talent of the dragon should
be found in its power to rise to Heaven.
That whicli amidst Heaven and Earth is vague and un-
substantial as the vapours of cold and heat, wind and rain, has the
nature of a s[»irit. Now tlie dragon has a body, having a body,
it nunes about, moving about, it eats, and eating, it has the iiafure
of other creatures. According to the orgaiu'sation of Heaven aud
P^^arth whatever possesses a body, moves about, and eats, caooot
be a spirit. How so?
The dragon has a body. One tiuds in books the staienient,
that out of the three hundred scaly auimals the dragon is the tirst.
Being the first of tin- scaly animals, how can it be a\ ithout a body?
Chitj'ui-tn^ said that the dragon fed in limpid [)laces, and lived
there, that the tortoise fed in limpid places, and lived in the mud,
and that the fish fed in t\w mud, and lived in clear water. He
did not attain to the dragon himself, but was neither equal t<»
the lisb, he was only to be compared to the tortoise, which takes
the middle rank.
The Shon-hm-king ' relates that beyond the four seas there are
men riding oii drajron snakes. As a rule, dragons are pictorialiy
represented with a hoi-se's head and a snake's tail. Hence they
must be hybrids between the hoi>;e and the snake.
S/i^n Tse^ informs us thai the thing dragons mount the clouds,
and tlnit tbc soaring serpents raiablr (lirough the fog. W hen the
clouds disperse, and the rain ceases, they are like earthworms aud ants.
1 Tlie «Hounteia ud Sea Glaaaic," the oldeet geographical work of the 4th
or the 8rd cent b.c.
- The Taoist philosopher Sluai Too of ihe 5tb ceuU u.c., of whose works
oiily ü-agmenta are leil.
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Fohb; LnooH^ng. 135
Han Fei 7««' teaches that the dragon is a reptile, which obeys
a call, and allowesj itself to be patted and mounted. But under
its throat it has a protruding scale over a foot long, if a man knocks
against it, the dragon always kills him.
In sliort, the dragon is compared with earthworms and ants, and
it is further saitl to be a reptile, which can be pattotl and mounted.
It must therefore havf- somethin^'^ in eommon with snnkes and horses.
Tt is reported that when Chou - used ivory chopstieks,"* Chi Tse*
burst into tears. He wept, commiserating hit^ excesses. There being
ivor\- chopsticks, there must have been jade cups also. Tbesr jade
cups and ivory chopsticks were certainly used to hold and to sei/e
dragon liver and unborn leopard. ° Dragon liver was ratable, but
a dragon liard to be found. This being tlie ease, tl»e emjjeror wonld
frown upon his subordinates. That would bring them into distress,
therefore Chi Taes sympathy.
If the dragon were a spirit, its body could not be killed, and
its liver not be eaten. The livers and the unborn young of birds
and animals are not tiie same. Dragon liver and utdiorn leopard
being specially mentioned, man must have eaten them, and thereby
learned to a|)[)reeiate their excellent laste.
Düring tiie e[)och of Spring and Autumn,*"' a dragon appeared
in the outskirtö of Chiang.'' Viscount Jhien of HW interrogated
Tiai M^* saving, I heard say that of all creatures none is as
intelligent uü the <lragon, which tJivrelore cannot be cjiught alive.
Is it true what they say about its cleverness?" The other replied.
"Those tliat say so, really do not know. As a lact, tlie dragon
is not intclHgent. Of old, dragons were domesticated, therelore the
empire iia<.l its families of Dragon Keeper {Haan Lung) and its
Master of the Dragons [Yu Luugy'^^
» Cf. I. p. 3?iO.
' thou Hsi/t, the last emperor of tlie «SAany dynasty.
' Ivory chopsticks are very common io China now, and no loxory.
* Yiaeount Cfti, one of the foremost nobles under CSIok üsfin, 12th cent i».c.
^ Dngoo liver and unborn le<^ard would eeem to have been considered greet
dsticicies.
* Ttie histoiital period comprised by tlie Chun-chim (Spring and Aulunm)
between 722 aiid 4t^\ b.c.
' A ptincipality in ShantL
■ A feudal lord ander Duke CWov of Cftte in 5ftaiMi, 530^524 n.e., wboee
«aeee^rs became inarqaises, end at I«st kings <^ Wei.
' Hie grand historiographer.
'I fie raiiiily nnnips fltian Ltmg and )' '< f^n'uf, '^P which
liiendly laeati Üragou Keeper and Master of the Drdguiis, iiave probably given rise
to tha queei' siovy.
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136 Foub: Lim. Hing.
Viscount Ih'mi observed that of tliese two he liad heard also,
but did not know their origin, and why they were called so. Ts ni
Ml' said. "In ohh'ii time there was Shu Sioh/^ of l/mo.'- Oue of
Ills «iistaiit descendants, Titnrj Fu was very i<Hi(l ot^ dragons. He
could find out their taste.^ and likings, so as to be able to stipj>ly
litem with food and drink. IMaay dragons canie to him, and were
thus bred by liim. With tlieni he waited upon Shun, who be.stowed
upon him the family name of anil the clan-name of Dragon
Keeper {Ilitan Lung)^ and invested him with Tmny-ch uau. The
t sung- J family were his deseendants. Thus dragoos were reared
at the time of the emperor Slmn.**
*' During the //.via time A nug Chia^ was obedient to God,
ulio presented liun with a team of dragons from the Yellow Hirer
and the Uau, there bi'ing a male and a female from eaeh. A. ung
Chia was at a loss liow to feetl them, for no member of t lie Ihutu
Lung family was to be found. But among tlie remains of the Vao
T'aity ' laiuily, which had perished, w.is one Lin Lei, who had learned
the art of rearing dragons from the Iliian Lung family. Witli that
he served K ung Chut, and was able to give food ami wat<M- to the
dragons. The Ihia ruler was so pleased with him, that he con-
ferred upon him the clan-name of Master of the Dragons {Yü Lung).
He took the place of the descendants of Sliih Wei.***
** When one female dragon died, hv' secretly liad it chopped
up, and offered the meat to the ruling emperor of the house of
Ilsia as food. The emperor had it cooked, and asked for more.
Then Liu Im became frightened, because he could not procure
it, and emigrated to Lu^ksien.^ The Fan family were hts des-
cendants."—
Viscount Hsien. asked, why there were no dragons to-day.
Tsm Mi replied, Such animals have their offidals, who know their
treatment, and think of them day and'niglit. When they suddenly
lose their post, the dragons die. The cashiered functionaries do
not feed them any more. As long as the competent officials do
their duty, there fre always animals coming to them, hat» when
^ The Lun-hvng calls the man ishu 6ung. In the Tuo-chtum his name is
Shu An.
* A mall Stets.
» The emperor K*wtg Chia 1879-1848 h.c.
* T'no T ang wa<! t!ie pi ino<>dom of the emp«ror Too in Shantt^ whose de-
sceudaiits t ffieir clan iiiiine therefrom.
* A nuble wiiu iluumiied uuder lite HJtang dyuasty.
The modern Lu-ahm-Mm in Hanav,
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Fokkb: Lnn-U&ig. 137
they are neglected, they lie down listless, and their pruductiuo is
stopped." ' —
Thus we may say tliat dragous can be reared and eaten.
\Vliat can be eaten, is certainly not a spirit. When the pmper
officials an not at hand, nor ujen hke Tuuy Fu and Liu Lei, the
slragons ab.scoinL and hide themselves, and appear but rarely. Wben
tlit v once come out, tliey also ride ou the clouds, a course, man
can never take, and are then regarded as spirits. As lone as tliere
are the proper offieials, or the proper men, the dragon is like an
ox. Wliy ^.liould they be spirits?
Taking into consideration what iliv ^han-liai-kiiig SRys, the
evidence of ^h>'n i'.se and Jlan Fci 7«% the usual pictorial represent-
ations, the despair of Chi 'J'.sc, and the information given by Ts at
we see that the dragon cannot be a sjjirit, nor rise to Heaven,
and it is evident that Heaven does not fetcli it with thunder and
lightning.
Tlie common belief that the dragon is a spirit, and rises to
Heaven, i«s preposterous. But there is a reason for it. In light
hl«rature we meet w Ith the statement that without a tree one fot»t
higli the dragon cannot ascend to Heaven. They speak of ascending
tu Ueavcu, and of a tree one foot high, implying tliat the dragon
rises to Heaven from w ithin the tree. The authors of tliis sort of
hterature are uncultured people. They have observed that at the
saine time, when the thunder rolls and the lightning flashes up,
tin dragon rises, and when thunder and lightning strike a tree,
the dragon happens to be close to the tree, just like thunder and
lightning. When they arc gone, the dragon rises on high iii>^ewisc.
\ Therefore they pretend that it ascends to Heaven from within the
tree. As a niatter of fact, the thunder and the dragon are of the
same kind, and luuiually auraci one another, when set in motion
hy the forces of nature.
The Yiking says that the clouds follow the dragon, and the
wind the tiger, it is further stated that, when the tiger howls,
the wind passes through the valley, and that the variegated clouds
Tmt, when the dragon gambols.^ There is a certain manner of
fjnipathy Ijetween the dragon and the clouds, and a mutual at-
tiaction between the tiger and the wind. Therefore, when Tung
• This eonvemtioD between Viscount Hsien and T'xd Mr on the rearing of
dragtius in ari'-iftit times is literally called ffoni-tlie 2Vo-cAt/aii, Duke t'h'ao 2$Hhyear*
CL Legge, Chun-cAm Pt. U, p. 731.
* I'Aiotf Book I, (Ut'ien iiexagraui (No. 1). See also p. 60 Note 2.
138 Fcwn: I«ii-Htof.
Chung Shu^ offered thr rain sacrifice, lie put up au earthen dragon
vvitii a view to attract tlie rain.
Wlien tlie summer is at ita height, the sun reigns ^.upreine,
but the clouUä and the raia oppose it. The bun is lire, clouds and
rain beinff water. At the colhsiou with water, fire explodes, and
gives a tsound, which is the thunder. Upon hoarinn; iho sound of
thunder, the draj^on rises, when it rises, the clouds appear, and
when they are there, the dra»i;on mounts them. The clouds and
the rain are alleeted by the draL(on, anrl the dragon also rides on
the clouds to Heaven. Heaven stretchea to the larthi-st distance,
and the tliuuder is very high. Upon the clouds dispersing, the
dragon aliglits asain. Men seein*:- if rifling on the cloutis, lielieve
it to ascend to Hiaven, and behoidsüg Heaven sending forth thunder
and lightning, (hey iiniigiue that Heaven fetches the dragon.
The scholars of to-day reading the Viking and the historical
records, all know that the dragon belongs to the same class as the
clouds. They adhere to the common gossip without knowing, what
it means. Besides they look upon the light literature as an author-
ity. Tims they say that Heaven fetches the dragon.
Heaven docs not do that, nor does the dragon rise to Heaven.
W'lien Lu Chili ll^iu sh-w the two serpents, lie dragged them out with
his liatuls by the tail, but the nioiuiMit they were out of the pool, a thun-
der-bolt fell. Serpents are a species similar to dragons. When serpents
or dragons make their appearauec. clouds and rain arrive, upon their
an ival tlu're is tiiunder and lightning. If Heaven really fetched the dra-
gon lor its ow n use, w hat benefit would it have from dea<l serpents?
Fish, though living in the water, yet follow the clouds and
the rain Hying, and riding on them ascend to Heaven. The dragon
heh)ngs to the class of fish, it rides on thunder and lightning in
the same way as the fish fly. For following the clouds aud the
rain, fish are not considered to be spirits, the dragons alone are
called spirits because of their riding on thunder and hghtning. This
common beUef is contrary to truth.
All the creatures in the world liave their peculiar veliicles: —
The water serpents ride on the fog, the dragons ou the clouds«
and birds on tlie wind. To call the dragon alone a spirit, because
it is seen riding on the clouds, would not be in aocordauce with
its real nature, and would only detract from its skiU.
But the reason why the <lragon is looked upon as a spirit is,
because it can expand and contract its body, and make itself visible
> A Mholar of die 2n4 cant; ii.r. See I, i>. 219.
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Font: Lon-Heng. 139
or invisible. Yet the expansion and contraction of the body and
its visibility and invisibility do not constitute a spirit,
Yn Jang ' swallowed charcoal and varnished Iiis body, so that
he got ulcers, and nobody recognised hira. Tse Kung^ burned off
his beard, and took the semblance of a woman, so that nobody
knew him. Wlien tlic dragon transforms itself and absconds, men
are also unable to [>erceive it, such is its skill in metamorphosing
and hiding itself.
Much in the nature of creatures is spontaneous: — Tlu' rhino-
pitliecus' knows the past,* magpies foresee tlie future,^ ;uid parrots
can talk. These three peculiarities may be compared to tlie trans-
formations, which are in the nature of drasrons. If by astuteness
one could become a spirit, Yü Jang aud 7>v' Ku/i(j would be spirits.
Confurtus said, "The roving animals can l)e ensnared, the flying
birds be shot with an arrow. As regards the dragon, I (h) not
know, whef}ier it can ride uu tiie wind and the clouds, and thus
rise on in^li. To-day I saw Lao Tse, Should he perhaps be like
a dragon? "®
Provided that the dra:;<in rises, mounted on a cloud, and,
when the cloud disperses, comes down a^ain, then the class of
creatures, to which it belongs, might he ascertained, and all about
its celestial and terrestrial state known. Yet the) say that (hnfucius
did not know. A sage like Ccnfucim ip;nored the nature of draj^ona.
How much less can common people know, whose learning is de-
ticienr. who are biassed in favour of the marvellous, and whose
niiods are unable to d« i nie, w'hat is possible and what not. That
tht»T should call the dragon a spirit, which rises to Heaven can
therefore be no matter for sui'prisu.
1 A nathrtt of ths Cftdi State» 5th and 6th cent b.c. He twice made an at-
lenipt upon the life of Viieoiint Btkmg of CAoo to avenge the death of his master,
the Earl of Chih, wiium Ihiang had ^!.ull. Both attein|)ta failed. The second time
iie disguised himself in ilic way described here.
* A disciple of ( 'onfiintiif.
' A kind of inunkey in western China.
* Thb probably means that monkeys have en excellent meoioiy.
* Magpies are believed to know, whether the next year will be very stormy,
tur in that case they bttild their itcsts near die ground. Moreover, they annotmce
fware juy, hcmo tlipir popular name "birds of joy."
* A <^uutalion Iruui the Biugraphy of Lao Tm in tlie ^m-«/m chap. G3, p. 2 v.
140
Focnr: Lnti-Btiig.
CHAPTER XXX.
Argameaia on Ominoiis Creatures {CAiang-Jm^
The scholars in their essays claim for themselves the faculty
of knowing the phoenix and the unicorn, when they see them.
They, of course, rely on the pictures of tlie phccuix aud the uni-
corn. Besides there ia a passage in the Ch'un-chiu concerning the
capture of a unicorn to the effect that it was a sort of a deer with
a horn." Hence a deer with a horn must he a unicorn. When they
see a bird like a phtcnix, they take it for a plnTnix.
Huang Tt, Yao, Slum, and the sovereigns of the (!/iou dynasty,
when it was llounsln'ng, all caused the plurinx to make its appear-
ance. Under the reiij-ii of If^lm} Hsilan Ti"^ a pluenix aliglited in
the ^Mng-liii [»ark, aud alterwards also on a tree at tlie east-gate
of tlie Ch(ing-(o palace. It was five I'eet liigh. and had a heaiitiful
variegated plumage. The unieorn caught l)y the people of Chou
resembled a deer, and had a horn: the unieoru of VT« Ti was also
hke a deer witli a horn. If there be a huge liird with a varie-
gated plumage, or an animal shaped like a deer having one horn
on its head, it is possible, they fancy, to determine, whether it be
a phcenix or a unicorn, by referring to drawings aud pictures, and
to ancient and modern traditions.
Now the phcenix is the holy bird, and the nnicom the holy
animal as the Five Empfmrs, thv I'/irrr Rnirrft, Kdo Y<u), and Ca>h-
fwin.s are tlie holy ones among men. Tiie Twelve Holy Men-* vary
coubiderably in their appearance, can we ihen eall a deer with a
born a unieorn, or a bird resembling a piicenix by this name? Be-
tween the hair and the coloui' of rhc holy birds and the lioly
animals there is as much diiTerence as between the ossetius structure
of the twelve holy men.
The horn is like the character " w\: " worn on the front. C/atan
Usfl had this character on his brow, but Yao and Shun were not
necessarily marked in the same way. If the unicorn caught in Lu
* The ImI ptfagraph of the CAWeAVii» Doke At 14th year, merdj mentioiM
the capture of a lin. That it was a deer with one lioni i.s recorded in tilO '* Family
Sayiugs " of ( onfuciut. See L^fg^ii tranii. VoL U, p. 834, Note.
2 7:] 48 B.c.
• a. p. hö.
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Fokkk: Lan-Hrng. 141
bad a horn, it floos not follow anyhow that the unicorns observed
later on bad all a horn. Should we be desirous to learn to know
the umcom of the present day by using the unicorn caught in Ln
18 a prototype, we may be sure to fail in our endeavour. The
for, the bones, aad the.hom vary. Notwithstanding their difference,
there may be a certain resemblance, but that does not mean identity.
Shun had double pupils« and Wang Mang also, Duke Win of
Chki had his ribs all in one piece, and Chang Yi likewise. If a
resemblance be based on the oss^us structure, the hair and the
complexion, then Wang Maag^ was a Shm^ and Chang Yi* b. Duke
WSn of Chin.^
Yu Jo in Lu bore a striking resemblance to Confuchts. After
the death of the latter, his disciples all made Yu Jo sit down and
questioned him on some points of the doctrine, but Yu Jo could
not ans>ver. Why? Because there was only a likenpss of his ex-
ternal appearance, whereas Iiis mind was different. Thus, variega-
ted l>irds and animals with one horn may sometimes look like a
phcenix or a unicorn, but, as a matter of fact, tlify are not real
one?*. Therefnn^ it is a mistake to distinguisli a phoenix or a
unicorn by their sJiape, thrir liair. or tlicir colour.
In this manner did Yen Yita/i* almost ('(lual ('<nifnc'nts, \mX he
was not liko him, wliereas Yu Jo, i|uito an or<liiiary typt* of man,
looked like a sa<;e. ( "onsequentl y a real plKeuix or a real luiirorn
may perhaps not look like it. in its outward sliape and, on flic
other liand, (inifc coininon l)irfls and animals n*semble tlie real
nluerux and uiucorn hv tlieir hair and eolonr. How can tliey l)e
distinguished? Tlie literati who maintain that they are able to
recognise a plncuix or a unicorn, when they see them, must also
say of themselves that they know a holy man, when they per-
ceive liim.
Kmj Yao had a horse mouth, and Conßo iu.^' arms were turned
harkwards.^ If, later on, their wisdom far < \r i led that of other
popie, still they could not be called san;es on account of the horse
rootitli <»r the eonca\e forehead, for as tlie features of the Twelve
Tloly Men dilVered from those of former sa^'^cs, they cannot be
«•haracteristic tMther for future sages. Tiie configuration of tlie
bones difl'ers, as do their names and their physical frame; and they
1 The QMirper.
* A politica] adventnrer, cf. I, p. 295.
3 An enlightened soverei^, cf. I, p. 342.
* D'töciple of Ctmßtdm»
* Cf:p.85.
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142 Fmnce: Lvn^H^^.
are born in tlillenMjt places. Therefore, how could a sage be
known, provided that one were born again?
Hmn Chiin S/ian^ said ro Yanj Tue Yiin,^ *' If in future g«MU'r-
ations there sliould be again a man like the sages, people would
be well aware tliat his talents surpassed theirs by far, but they
would not be able to know, whetlier ho really was a holy man
or not." Yang Tse Yüu reph'ed. " So it is, indeed.'*
It is diffieult to know a saije. Even nu'U like Huan Chfln
Slian and Ycmg Tse )7/;j, who could judge the exeellence and the at-
tainments of a sage, felt incompetent. Tlie seholars of the age
represent mediocrity. The knowledge of niedioerity eonsists in the
eoinbination of ordinary observations, but we can be sure that, on
seeing a sage, they woidd not be in a position to recoi:;nise him
as such. Being unable to reeognise a sage, they could not know
a jduenix or a unicorn either. Why must people at the present day, ,
who are speaking of the phceuix and the unicorn, pretend that
they have such a knowledge?
In former generations people used the words phcenix and uni-
corn merely upon hearing of the queerness of a bird or an annual.
If those had a peculiar plumage or horn, and if they did not ily
at random, or wildly roam about, struggHng for their food w ith
other birds or .animals, they were called pluenix or uuieorn. The
knowledge wdiich the men of to-day have of the sages is of very
much the same kind. They liave been told tliat sages are wonder-
ful men. Therefore, when a rium's body shows some peculiarity
of the bones, and his wisdom is profound and extensive, they call
him a sage. Those who really know what a sage means, do not
give that name at first sight, and when they have heard a man
for the first time. They first bow to him, hear his lectures, and
receive his instruction, and afterwards learn to know him* This
will become more clear from the following facts.
When Tse Knng had served Cor^cnu one year, he thouglit
hiaudf to be superior to Confucius, after two years he thought
himself to be his equal, but after three years he had learned that
he could never come up to him. During the space of one and
two years, he did not yet know that Confucius was a sage, and it
was not until three years had elapsed, that he became aware of
it If Tse Kung required three years to find this out, our scholars
' Iltiiiri Tan ffuan ('hün Sftan lived in the Ist cent. vs.r. and .^.d. He
wns a man of wide learning. Of his works the *^Hiin-iitn" "New Reflections *'
liavc iieeii preserved.
* liifl Confiidao phOoaopher, cf. p. 172.
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Fokxb: Lun-H^ng. 143
must be in error, when UbiCf imagine they know a sage, for they are
l««B gifted than Tse Kwig^ they aee a sage, but do not study under
him, nor have they three years intwcourse with him, » sudden
glance is all they rely upon.
In 7.M, Sltao Ching Mao^ was jilaced on a level with Confucius.
The school of Confucius was three times full, and three times empty.
Only Yen Yuan did not leave him. Yen Yuan alone knew that Con-
ßtcmg waa a sage. The other pupils abandoned ConfucktSy and re-
turned to Shoo Cking Mao. Not only did they not understand tlio
sagehood of Confucius, but they did not even know Shao Ching Man.
The disciples were all imposed upon, so that Tse Kung asked Cou-
fucius saging, " Sftao ChSng Mao is a famous man in 7/M, how can
you know more about government than he? " ('onfuciti.^ replii d.
** 7>^» Kitng\ You had better leave this, for you are not up to it."
Only the intelligent can distinp;ntsh the artificial. iSince a man
like Tse Kung was unable to know a sap^e, it is nonsense, if our
scholars claim to know a sage upon seeing him. From their in-
ahih'ty to know a sage we may inter that they do not know a
phoenix or a unicorn either.
Let tis suppose that a pluenix lias lonsj; and broad feathers,
and that the hoch of a unicorn i^ Inirli and bii;. I lien the be-
holder would refi,ard them as a big bird or a hiit;;e animal, but by
what should he distini^uish them? Tf their h'v^ size Avrre to be
taken as a criterion, then one n-ii^ltr to know a sam' by his size
also. During the "Spring and Autumn Period there arrived a bird
and remained, but it could not be considered a pluenix, and, wlien
the tall 7i' made tlieir appearance, they could not be taken tor
sages either. The pluenix and the unicorn being like otlier birds
or animals, wliat can people do to know them?
Slioiilil ihr -( rrearuros not live in China and come across the
»iesrrt, tiiey wouitl be like the '* inainah,'"^ whic.h is nr»t a ("lilnese
bird: nor would the plurnix and the unicorn be Cliint-se ani-
mals riien. \\'hy then tlo the T^iterati decrv tlie mainah," and
applaud the phoenix and the unicorn, if none of them is of Chi-
nes* origin?
* Shne Chnig Man, a hich officer nf Lu, was lattr on exeeut^cl liy (ontuci t.i
for high ttieasoD, when Con/uciug was assistant-minister {SM-chi chaj). 47, p. i»v.).
Some aay that JS^ao^hf'nff is the offldal title and Mao the cognomen. £iftaö-eMli»y
n^g^ mean a «ibdh«ctor, or an aMMtant>-jttdge. (Cf. HuatAtm Tm XOL, 22 oomm.)
See olao rh^Pomie*, Mim. IHtt. ToL Y, p. 326, Note 7.
» Cf. XV, 4.
> Acridotherea cristauillus.
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144 Foi»«: LiiB-Hfng.
Some one may say that, wlien at the time of Hsiao Hsüan It
a phipnix alif^htetl in the Shang-lin park,' flocks of hinls crowded
around it on the trees, thousands and ten thousands. They rever-
ently followed the pluenix, because it surpassed all the other hirtl««
by its size as well as by the holiness of its spirit. Provided that
a large bird around which, when it alights, all the multitudes of
biffls gather, is a phcenix, then we would know what a ph<eiiix
really is. Now the j)li(enix has tht" same character as the unicorn.
If, when a plucnix appears, all the birds follow it, then all the
animals ought to accompany the unicorn, when it shows itself,
likewise. But in regard to the unicorn of the "Spring and Autumn '
no mention is made of all tlu' nnirnals following it. HsQan Ti and
Wu Ti both got a unicorn, but nothing is said about animaU ac-
companying it.
Should anybody be of opinion that the train of tlie unicorn
disperses, when it is caught by man. whereas the pln^nix is never
caught, and that the birds folhnving it become visible, when it is
dying about, 1 refer to the S/iuklin/. Tbere avc read that, when
the nine parts of the imperial music were performed, the male and
female ph<enix came gambolling.^ The Tn-rhunn^ speaks of a plm iiix
on the trees, but does not mention that flocks of birds were l^illow iug
it. Was tlie jiluenix atti acted by tlsüan Ti of another kind perhaps?
One might suggest that this is an omission ou the part of
the chronicler, that under Yns reign the plaenix was really ac-
companied by other birds, that the time of remote antiquity is so
far away, that the chroniclers fni«jbt well have omitted to mention
it, and that the text of the ( lassies canuot be a proof. Of course,
it may happen that something has really taken place, whieh the
historians have dropped, but, in the same way, it can be the case
that something really never hapjiened, and was invented by the
liistorians. riierefore it is difficult to find out the truth from the
text of the work.s of the Tiiterati, and our attempts to know a
pluenix from its following are in vain.
!\I(^reovpr, there are cunning fellows among men, who succeed
in winning followers, m tliere are wily birds, which assemble others
around themselves. Was tlie phcenix of the time of Yd honest
then, and that of flsilan Ti's time a trickster? How is it possible
that they were both endowed with the virtue of holy men, and
that still their actions should be so dissimilar?
~Vid.^. 140.
» shukinp, r i- Pt. n, Bk. IV, Ü (Lrffr/f Vol. ni, Pt, i, p. 88).
' ~/r'{^' f'i^ must be tlie uame of an aiicieut work.
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Foam: Lm-Wtng. 145
A bird may perhaps be a phcRnix, although thero nre no
birds following it. or it may not bo a phtrnix, notwithstanding the
great number ot birds llorkiug around it. The superior man leads
a pure lite. He preserves his intei^rity ;uid does not care to have
many adherents. In his doings and (b-alings be lias not many
followers. A cunning intri«Tuer. on the other hand, uses all his energy,
and bustles ab(Md so much, that the seholars gather around him
like clouds. The phcrnix is lilie the superior man. If the number
of followers were to decide, w^hether a bird is a phcj'nix or not,
then a cunning impostor ought to he considered a superior man.
Ihe more retined a song is, tlie fewer are the persons who
••au sing to tbe tune, and the more disintere>!fe<l one's actions are,
the fewer are one's 8ym[)atliisers. The same Ik Id- u'iood for birds and
animals. To Und out a pjuenix by tlie number of its followers would
be like calling a song a erood one, because it can be sung by many.
The dragon belongs to a similar class of animals as the
pbcrnix. Under the reign of IIsüuh ti^ a yellow (ira^^on came out
at Hsm-fviKj,' bur the snakes did not accompany it. The " spirit
bini " and tbe "fuan" take a prominent place amoni; the commoa
binls. Altbongb their goodness and their lioliness be not as devel-
oped as that of the pliuinix, still they ought to have a suite of
ai least .some ten birds.
Hsin Ling and Ming Ch ang '- entertained three thousand guests,
and were called wise and superior men. The Hnn general Wei
Ch'ing* and the general Ho Cltü Ping^ had not a single guest in
their houses, famous generals though thev were. The Li rand An-
nalist notes that robber Che, in spite of all his misdeeds, had several
thousand partisans, whereas Po Yi and SIm ClCi^ lived in conceal-
ment on Mount Shao-fjang.
The actions of birds and animals are like those of man. A
man may win the crowd, but that is not sufticient to characterize
him as a wise man. Thus the fact that other birds follow it, is
not a sufficient testimony for a phrenix either.
Some say that the phtenix and the unicorn are omens of uni-
yeraal peace, and that at a time of universal peace one sees them
> 73-48 B.c.
s A localilj in 8him$i provioee.
> The princes of Häbi Lmg and vt'Ma^ Ch'mp, ef. dwp. XL.
« Vid. p. 89.
* A relehratcd coaimanderf who >gniQed many brUliant victoria* ovar tha
Bmmg'tm. Died U7 b.c.
• Cf. I, p. .348.
JütL d. Sen. tOrieatSprMbea. 1907. L Abe JO
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146 Föns: Lvn^HIng.
arrive. However, tliey also appear, when there is not universal
pefico By their quaint plumage and extraordinary bones they
distiiiguijsh themselves from the nrdinary hirds and animals, and
can l>e known. Provided tliat the ])li<pnix and the vinioorn usually
arrive at a time of general peace, then the unicorn of tlie Spring
and x^utumn jx'riod must have disliked to apiienr during tlie reign
of Confucius, When the Emperor Kttany H //^ was born in llie
('hi-yaug palace, a j>h«eiiix came down. Kuaug W u 77".^ birth fell in
the time of C/h'ih/ 77'^ anil .1/ by no means a time of universal
peace, nevertheless the plnenix made its appearance. If it did so,
because it knew Kunuy W'u Ti's w Isdom and virtue, tlien it was an
omen of the birtli of a holy eni|)eror. ljut not a sign o'l universal
peace. Lucky (unt-ns may corresj)f)n(l to universal peace i>r happen
to mark a special birth. It is tiiilicult to find out the real cause.
Therefore it would aot be proper to think of a period of universal
peace only.
Some say that the phtKuix and the unicorn are born as
members of a certMin species of animals, just as the tortoise autl
tlie dragon belong to a <'ertain species. For this reason a tortoise
will always beget a toitoise, and a dragon will al\\;iys beget a
dragon. In shape, coUtur, and size the oUspring does not dilTcr
nuicli from the progenitors. Why should it not be possible for
us to know thes<' annuals, seeing the father and beholding the son
and the ijrand-son ?
For the loHowing reason. (V)mmon creatures have their sp<xies,
but ominous creatures have not: they are born by accident. There-
fore they say thai the tortoise and the dragon are endowed with
virtue. How can [jcople distinguish a spiritual tortoise or a divine
dragon, when they' perceive them?
At the time of King Yuan of Suny* fishermen caught a spiritual
tortoise in their nets, but they did not know that it was a spirit.
The scholars of our days are like those fishermen. Since the
fishermen did not know a spiritual tortoise, we may be sure that
the [)eople of to-day do not know a divine dragon either.
SometimeB a dragon is like a wake, and aometimea a anake
resembles a dragcm. Ekm Fd Tse remarks that a hone resembling
a stag is worth one thousand chm. An excellent horse resembles
a stag, and a spiritual dragon sometimes looks like a snake. If
> -JS-SS A.D.
2 ;32-G B.C.
' t> B.C-1 A.O.
« 580-515 S.C.
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Forks : Luti - H^iig. 147
thoee creatures really belonged to a certain species, there would
be no discrepancy in shape or colour.
During the time of Wanff iUoji^ there was an enormous bird,
as big as a horse, with vari^ated plumage adorned with dragon
like ornaments, which, togeth(n- w Ith several ten other birds, alighted
in Ch'i-haien in the State of The pha*uix, which during the
time o£ HtOan T* sat down on the ground, was 5 feet high, wliich
would correspond to the sizo of a horse afore-mentioned. Its
plamagr was multicoloured, which would be like the variegated
colour \v itlt dragon ornaments, and the several tens of birds would
be like the flocks of birds all aligliting at the same time. If at
HsOan TVs time it was a phienix in shape and colour, accompanied
by all the other birds, liow do we know that it was one? Pro-
vided it was, then the bird attracted by Wang Mang was a phosnix
likewise. That being the case, it cannot have been an omen, since
Wang Mang caused its appearance, and if it was not a phcenix,
how is it that in shape and colour, and, aa r^ards the following,
it was exactly like it?
AU ominous things originate from a propitious fluid. Born
in an ordinaty species, they have their peculiar character, and
therefore become omens. Thus the arrival of a phoenix is
Uke the appearance of the red crow." ^ If the plucnix is said
to belong to a species, is there a distinct species of **red crows"
also?
As regards the auspicious grain, the wine springs, and the
sweet dew, the auspicious grain grows amidst other grain, but it
has its peculiar spikeleta, wlicrefore it is called auspicious grain.
The wine springs and the sweet dew flow forth sweet and nice.
They come from sources and dew. but there is not a special kind
of sweft dew in lieaven, or a certain class of wine springs on
eanh. During the just reign of a wise ruler the sweet dew falls
down, and the wine eomes uj).
Tlie "felicitous plant""* and tlte "vermilion grass" also grow
on cartli along with other |)lauts, but tiiey do not always sprout
from the same root. Ihey come forth for a certain time, an<! rtl'ter
ten days or a mootli they wither and fall ofl*. Hence they are
1 9iM:.-23A4>.
* In modern Anini,
' A fMPOpitioss bird whidi ^patred to ^Vn VTnng^ ef. I, p. 310.
* The fetidtous plant, '* ming «Ate** ^^.waafoood in the court-yard of
.V,. ,,j^p^p(-,p Ynn. With the waxing moon it grvw ona naw leaf avary day, with
ibc waning moon one leaf di'0|»ped every day.
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148 Fobkk: Lua-H6ng.
considered as omens. The pbcenix and the unioorn aie omens as
well. Why should they form a distinct species?
When there was perfect peace under the C/tau dynasty, the
people of Yiiehr^fiang^ brought white pheasants as a present. These
white pheasants were short-lived and of white colour, hut there
was not a special class of white pheasants. When the people of
Lu caught a deer with one horn, and called it a unicorn, it des-
cended perhaps from a deer, and there was no species of unicorns.
Accordingly the pha?nix is perhaps also bom from a <?now
goose or a magpie, but difTfring so much from the majority of
birds by its quaint plnmage and peculiar feathers, it is given the
name phrrnix. Wlierefore must it belong to quite another class
than the other birds?
1« Jo- said, ''Tlir position tlie unicorn takes among quadru[»cds.
the phoenix takes amon«? Hying birds. Mount T'ai amonjx hills, and
the Yellow Kivor and the Ocean amon^ water-courses." Consequently
the pluenix and tlie unirorn are to be classed together with birds
and animals, only tlieir sliajie and colour is exceptional. Tliey
cannot constitute n separate class. Belonging to the same categorj-,
they have their anomalies, by these anomalies they fall out of the
common ruu, and owing to this irregularity the distinction becomes
difficult.
Yao begot Tan ( hit, and Shtm, Shanff Chün. .>//a/<^ Or^// and
Tan Clin belonged to the same species as Y<io and Shun, hut in l)ody
and mind they %\ ere abnormal. Khd begot Yil, and Ku iktu, iSJtuu.
Shun and Yil were of the same class as Kun and Ku Sou, but dif-
fered from them in wisdom and virtue. If we try to sl>^\ the seed
of auspicious grain, we cannot reap auspicious grain thereby, but
we may frequently lind millet with abnormal stalks or ears. People
beholding Shu Liant/ llo could not know that he was the father of
Confueius, nor could tliey see in Fo Yü the son of Conjticiiu. The
father of Chang T'ang^ was 5 feet high, Chang 7' himself 8, and
his grand-son 6. The phrrnix of //.wV/o H.Hlan Ti measured 5 feet.
The bird from which it was })orn perhaps measured but 2 feet,
and tiie own offaprinu' of the jilm-nix only 1 foot, for why should
a species be quite stereotype.' Since classes and species are not
stereotype, Ising Hsi had a son, Ts^ng Sh^n,* whose character was
> Id chap. XL we raid THih-than^ ^ , wUch mn a peaiik
ne&r the Annamese frontier.
' See above p. 141.
' Chang T cmg lived ai tl>e bpgiiiüiiii,' of the \s\ cent. a.i>. Tk/. rliap. XXXVUL
* Tn'iuf Tue, the well known disciple of Con/udw, ci\ I, p. 344.
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FbiKt: LvioHlng. 149
unique, and Yen Lu was father to Yen Uui, who outshone every
one in ancient and modern times. A thousand Li horse must not
be the colt of a unicorn, and a bird may be benevolent and wise
without being the fledgehng of a plioenix.
Th«^ brooks on the mountain tops are not r,onuected witli
rivers and lakos, still they are full of fish. The generative power
of the water has producetl tlu-m inde])i*udently. On the terraces
of ruined palaces and crumbling halls grows grass, sent forth by
the force of the soil of it.self. The iisli in the brooLs and the
grass on tin* terrace* of tlie halls have no progenitors of their own
species, hi the same manner an omen corresponding tf) something
happens spoutaoeoutfly, there is not a special class for it in the
world.
An omen corresponds in the same way, as a calamitous event
superveoes. Tho *>men corresponds to something gooil, a calamity
to somt'ilmig Ijad. Uood and bad are opposites, it is true, but
the corrcjjpouding is the same. As a calamitous revolution does
not beion*; to a class, an omen corresponding to something has
no species. The tluids of the ) /// and th<' ^"ny are the fluids of
lh-a\ en and Karth. Falhng in w itli somethinu good, tliey harmonize
with it, and meeting something had, they suddenly turn. l)o Heaven
and Earth in aihlition to the goveranu ni which they exercise over
good and evil still produce a harmonious and a suddenly clianging
Ouid.' Hy no means: — when an omen corresponds to something,
it is not of a certain class or category, but it comes forth along
with something good, and grows trom the harmony of the fluids.
Sometimes during a })eaceful administration and, wliile the
tluids arc iti harmony, various <*reatnres undergo a metaiiioi [ j I n sis.
In spring f. (j. the eagle cliaogcs into a pigeon, and in autuinn the
j)i2coii becomes an t^agle. Snakes, mice, and the like arc trans-
lorraed into lish and turtles, frogs into quails, sparrows into clams.'
1 hese creatures change in accordance with their fluids. Their
existence cannot l)e denied, llunuy ShUi' became au old man, pre-
sented Umny Linny with a book, and then became a stotic again.
The Literati know this. Perhaps at the time of universal peace,
when all the fluids are iu iiarinony, a deer might be transnuited
into a uuit f rii, and a snow-goose into a plm-nix. lu this way the
iiaturi- of aniiuais uould be changed at times, but there wouhl not
bo a stereotype species.
» Cf. p. 117.
» J,e." Yellow Stone."
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150 Fobib; Lnii'H^.
Poo Sse^ was the daughter of a black lizard, and born from
the saliva of two snakes.* Two ministers of Chin were tlie proi^eny
of a brown and a spotted bear.' The stories about the raiing
of the swallow's eg^g,* and the pearl-barle\ , and tlie walking upon
an enormous fout-print" arc likewise accepted by the people of
to-day, why then shall the omens belong to a stereotype species?
If we eonsider tlie question from the i»oint of view that creatures
ha\ (' not a \\ I'U-defined species, nor men a separate class, and tliat
a body can be metamorpliosizeil, then the pho'nix and the uniconi
are not born from an unchan^feable specie^. But wlierefore must
they be alike then in shape and colour?
We read iu the chapter on omens in the Liki' that the male
pha*aix is called •* Feng " and the female " lluangt* and that the
male sings *'c/ii, cAi," and the female "ton, I«*."* In the Shu
king we find the following verses: — "The oil tree is growing on
yonder high hill, and the male and female pbcenix is singing there
in the morning sun-shine. Luxuriant and flourishing is the tree,
**yunfft gung, chieh, chieh" sing the phoenixes.' — The chaptcar on omens
as well as the Shänng describe the singing of the phcenix, the
one as **tiA« cAt, tm tai/* the other as **gmg, yttng^ chieh^ dUeA.**
These aonnds differ. Provided that they are really hke this, then
the shape of the birds cannot be the same« and if it is, then there
is a discrepancy between the S/uking and the LikL Consequently
the common traditions about the singing of the phcenix are
suspicious. •
Of the unicorn caught in Lu it is said that it was a deer
with a horn, that means that its colour was like that of a deer.
The colour of a deer is invariable, as the colour of birds is. At
the time of Wu Wanff a stream of light appeared in the form of
a crow. Its colour is said to have been red. Red not being the
colour of crows, it is expressly stated that the colour was red.
1 The favourite oomort of the Emperor Tu Wm^^ 781-771 B.e.
' On tliis legend, see p. 102.
' Fatt \\'<'n T«e and Ch ung Hang Chao 'Av, cf. p. G.
♦ Tlie niotiicr of Hfieh, the ancestor ot' tlie i »« dynaatjr swallowed an egg
dropped by a swallow, and thereupon conceived. Cf. i». 95>.
* The mother of Great IIS is eaid to have «onoeived aller having eaten
pearl-berley. See p. 99.
• F.V/. p.99.
' There is no diapter on omens, " Jmi-wih^," in the lAki now.
* A similar passage octiors in Uie Han-t/tih-tcai-chuan {T tu-ping-yA-ian) 2ad
cent. a.c.
« Pt. m, Bk. II, Ode VUI Vol. IV, Pu n, p. 494).
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Fonn: Lnn-Rlog. 151
If the unicorn resembled a deer, but had a different colour, it would
rrrtninly have been a'lded tiiat its colour was white or black. Now
the colour was the usual one, thcn lore they merely say that it
was a deer. A deer is hornless.' iSince the deer in question was
different iVom the ordinary ones in this respect, it is said that it
had a horn. lo this maoner the uuicora caught in Lu was shaped
like 't deer.
Dunn;! tiie time of Wu It a huntinj^ party in the west caup^ht
a white unicorn with one liorn and five feet. The horn was then
as in other case^, but the reference to tlie five feet sliows that it
lia<l not the same number of legs. The unicorn found in Lu is
described as a deer. The colour u'lt hein;^ nieutioned, it must
have been a deer of no lunisuai colour. Wu J'i is rc])orted to liave
got awhile unicorn. White colour does not agree with a nnieorn.
The statement that a unicorn is a deer, means thereh»re tliat it is
an ordinary one, w liereas the allegation tliat it is a white unicoru,
shows that its colour is unuj^iial.
Under the reign of ffsitto IhiUtu Ti the Vhin-rheu'^ sent as a
tribute a nnieorn shajted like a deer, but with two horns. It thus
differed from tlie unicorn of Hs'mo Wu Ti, to which one horn is
ascribed. During the Spring and Autumn Period the unicorn wa,s
like a deer, that of the emperor Ilsünu Ti is desciilied as resembliug
a iitag. A slag is double the size (d" a deer, and diUereully shaped.
The unicorns which appeared under the reigns of those three
empert»rs vary very much, as regards the colour of their hair, the
horn, the feet, and tlie size of the body. If we infer the future
frum these instances, it is quite evident that the unicorns eventually
appearing at the present time will not be hke those of former
generations. In this respect tlie unicorn is like the ]>lio tiix. The
unicorns varied at different periods in shape and eolt)ur. If we
were to start from the plucnix seen at the time of llaiuin J'i, measur-
ing live feet and beina" in ' il Ucoloured, and to foretell the future from
the past, it would Ije a mistake to maintain that a phnmix
appearing later on must be like that one. There ciux be no doubt
tliat pbicnixes and unicorns, which will appear later on, will not
resemble those observed formerly, ilow can the scholars assert
that on seeing them they would know then)?
When the people of Lu caught the unicorn, they dared not
straightway call it a unicorn, but said that it was a horned deer.
' China [>(m&^es several varicti&s of honiless deer.
* A tribe Lii Amiam,
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152 Foun: Lon-Htof.
*At that time in fact thoy did not know it. Wu 11 called upou the
censor Chung C/ifln to give his opinion about tlic unicorn. Clmvg
Chün ropHt'd that it was a wild aiiiiiial witli joined horns, show ing
that tlie wliolo empire liad grown from tlie some root. He (h'd
not at once style it a unicorn, but (h'chired it to be a wild animal.
Chung Chün had iii.s doubts as ^\-^A\. and did not kno'v it. Tlie
knowledge of the scholars of our ag( ddcs ?iot exceed tiiat ot the
people of Lu or ol" (luirKj CJiün. Should they see a jd^enix or a
uuicorn, they \\ ould certainly have tlie ««ame doubts as tiie latter.
How is it possible to find out a piuenix and a unicorn anions^
uncommon birds and animals? if shape and colour be taken as a
criterion, they are not always alike. If there be a big train of
birds and animals following them, this is not always a proof of
their excellence. 11" their rarity be regarded as a characteristic,
there is the mainah " also, and if im|iortance be attached to
peculiarities, then Bages as well as m ise men have strange physical
features. Both sages and wise men arc abnoruial, and there is no
means to «listiuguish between tliem.
Taking wisdom and sageness as a startinL:^ point, we find that
sage birds and sage animals do not possess more peculiarities than
ordinary birtls or common animals. Tlie wisdtun of sage or wise
men may be quite extraordinary, whereas their liones show no
anomaly. Thus sage and wise birds and animals can be endowed
with benev(dence, honesty, unselfishness, and purity, though there
be nothing remarkable in their [)hysical constitution. Sometimes
there are rich and noble persons w ho have not the body of a sage,
and the osseous structure of many points tu wealth and honour,
who do not i)rove to be sage or wise. Accordingly some birds
are multicolour, and some animals have a horn, but are devoid of
benevolence or sagene.»*s. Hoxs do wc know then but thai the
phcpuixes and unicorns, set n in olden days, were common birda or
animals, and the magpies and deer seen at present are phtenixes
and unicorns.' The present holy age is the result of the reforms
emanating from Ycm and jSÄu», why should no benevolent or wise
creatures be born?
It may happen that phcenixes and unicorns are mixed with
snow-geese, magpies, deer or stags, so tlial our people cannot
distinguish them. When precious jade was hidden in a stone, the
governor of the king of Ch u did not know it, which distressed
the owner so much, that he wept teara of blood. ^ Perhaps now-
« Cf. I, p. 293.
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FoBss: Lon-Hteg. 153
a-days the phtrnixes and unicorns also hide their benevolent and
wise heart under a common plumage and ordinary fur, and have
neither a single horn nor five colours as a distinctive mark, so tliat
our people know them no more, than tlie jade in the stoiio was
known. How can we prove that? By a reference to the plants,
which at the commencement ol tlie period ' wore always
presenting omens. When tlie emperor IJsiao Ming Ti was mani-
festing his kindness, all sorts of omens happened at the same time.
At the Ynnn-hn and Chaiiy-ho epoelis,^ when 1Js;mo Chang Tt's virtue
was shining. [)erreet harmony pervaded the world, and auspicious
oin>^ii«* r\nd strange things corresponded. Piurnixes and unicorns
came torth one after the other, an<l were ohserved on many
orrrifi;if)ns, nnich more thati at the time of the Five EmjM'rors. This
chapter was already completed, therefore I could nut mention
it then.^
It might he ohjected that arguing on omens, T liave tleclared
that the phtpuix an<l the unirorii are hard to know, and that the
omens of our age cannot be distinguished, whether, therefore, tlie
phoenixes and the unicorns attracted now by Hsiao Cluxny Ti could
not be known? — I say that according to the " Itecords on the Five
Birds"* there are big birds in the four regions and the centre
which, when they roam about, are accompanied by all the other
birds. In size, and the colour of the plumage they resemble a
phtfnix, but are difficult to know indeed.
Sinei» the omens of our age do not allow of distinction, how
caii we lind them out.' By the ijov crrinient of the empire. Unless
the virtue of the reigning emj^eror etjualled tiiat of V//, we \\'ould
not p(^rceive plmuiixes and unicorns with our own eyes. The
<>nicn-> of Yil were undoubtedly genuine, and Ydos excellence is
f\idciit. Under ITmao llsuan 7V the world enjoyed a still more
universal peace than at the time of Yao and «S/mm, as far as ten
* Style of the reign of tlie Emperor Ming Tt^ 58-70 aj>.
« Styl« of the Emperor Chnng Ti, 84-87 and 87-89.
* This chapter mmt have been written prior to 84 a.d., so that the anephaoiw
reign of the Emperor Chang Ti coold not yet be referred to. The author made
tiiis addition lat«^r >. r. after 89, for it was not before this year that the eiiiperor
nerved bis pusthuuious title H«iao Chang Ti.
* By the Five Birds perhaps the Five Phccuixes '* Wu Frng" five dUTerent
Uade of phcenixee, whidi differ hj their colours, are meant. The ** FeHjf*^ ia red,
Ibe •• y'aam eAu*' yelJow, the " Luan " blue, the " 1« tm** pwple, and the "A«*'
whit«. Whrreas " Fi'ng" and '* FAian" are still used as names for the plurnlx,
' n onderstaiids by " } uon c/iu ' a kind of pearock or pheasant, bj "i ü-lsu" a
kiiiti of dock, and by " Ku " tlie suow-goose or swan.
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154 FcwKs: LnB-Htag.
thousand Li, |)eople were anxious for reforms and progress, and
tht moral laws louud an edio everywhere. Affected bv tins stale
ol thinj^s. the benevolent birds and animals made their ajjpearenee,
only till" ^j/c, the colour of tlie hair, the feet and the \ving> of
those aubpiciuus creaturen were not ahvay.s ilie same. Taking the
mode of government and tlie intelligence of the rulers as a criterion
for the various omens, we find tliem all to be genuine. That
means that they are hard t(» know, but easy to understand.
The sweet dew may also serve ns n- a key. Tlie sweet tlew
is produced by the harmonious iluui, it has no cause in itself
which could make it sweet; this can only he done by the iiitt-r-
veution of the harmuiiious fluid. When the harinonious tluid
appears, ilie sweet dew pours down, virtue permeates evei y thinj^,
and the varitms omens come lorth lo^ellier. From the Yuny^j* iny
down to the Chang-ho period the sweet dew has continually been
falling. Hence we know that the omens are ail true, and that
jihumixes and unicorns are likewise all genuine.
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Fonts: Liin-H^ng.
155
C^lAPTEli XXXI.
The Forming of Gharftoters {Shuai-hamg),
Speaking of liuinau nature one must distinguish «jond and bad
characters. The good ones are so of themselves, the wiilvcd can
be instructed and urged on to do good. A sovereign or a latlier
seeing that his subjects or sons have good eharnctci-s, proviiU's lor
thein. exhorts them, and keeps them out of the rca<'li of evil. 11"
the latter come into contact with it, they assist and shield them,
and try to win them back to the cause of virtue, it is by the
transition of virtue into wickedness and oi* wickednefiü iuto virtue
tb^t the characters are formed.
The (hike of S/tno adinonislied Kinu' ( Inny saying: — "Now you
for tilt; lirst time carry out Heaven's decree. Ohl you are like a
youth with whom all depends on his first years of hfe."*
I?y youth is meant the age up to fifteen. If a youth's thoughts
are directed tow ards virtue, he will be virturms to the last, but if
his propensities tend to badness, lie w ill end badly.
The Sltikiiig says "What can that admirable man he compared
to.-*"* The Tso-iJitinn answers, ''He is like boiled silk; dyed with
indigo, it becomes blue; iH)loured with vermilion, it turns crimson."
A ynutli of fifteen is like silk. Iiis gradual changes into good or
bad reseml>liug tlie dying of b*>iled silk with imligo and vermilion,
which gives it a blue or a red colour. When these colours lune
once set, they cannot be altered again, it is for this reason
that Ycmg Tse^ wept over the by-roads and Mi Tue* over boiled
> The AnnomieeiDflDt otShaoY, Bk. XII, 18-10. Wanp CKmuf reads
js^jlgl »«iwr iiutMa of pjln^.
» Shikingl, Bk. IV, Odo IX, 2 where we re«d HOW ^]^~f*^ "what
en he give?" instead of ^ "what can he be compared to?"
' Yntuj f'hu, the philosopher of ejjotsm The story referred to here is told
in Lit/* f*e Vlll. lOv. A i>heep had heen loü»i on by-roads. When Yaxp ('hu lieard
of it, he became thoughtful aud changed cuuuteuaiice. No meutiou is made of lii^
having wept. Wang CKung wotrnm to have quoted frcmi Buai i\an T9f XVII, 2Sv,
who expressly mentions Vang Tte's weepmg.
* Ml' Tt, the philosopher of altruism. We read in his works: — 7Vie
rhav. >, ji. 4 (What cohiun*) and in the Lii-fhih-ch un-ch hi cliap. 'i, \o. t. p. S (CoU>nr»
ix^ that J/* Tse witnessing tlie dying of silk said, heaving a mtjh, Dyed blue, it
twne Uq^ and dyed yellow, it tui tts ycUow " aud tlieu he guc» on to explain, how
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156 Fobb: Lim- Hing.
sillc. They were sorrowful, because men liaving gone astray from
the right patli rannot be transformed any more, fluinau uature
turns (nnu good iiiio bad, and frooi bad into good only in tliis
manner. Creepers growing amidst liemp, stand upright without
support by themselves. White silk yarn placed amongst dark,
becouie« black without boihng. Cree{)ers are not straight Ijy na-
ture, nor is the hlaek eoloiir an attrihnt»» of silk yarn. The heatp
affording support, and the dark silk lending the colonr, creepers
and white silk become straight and black. Human nature liears a
resemblance to creepers and silk yarn. In a inilieu favourable to
transformation or colouring, it turns good or bad.
11(7 ^/ Lian(/ and Tsao Fu were famous as charioteers: — out of
unruly nn<] vicious animals they made good ones. Had they only
been able to drive good horses, but incapable of breaking bad ones,
they would have been nothing more than jockeys and or lm;iry
equerries. Their horsemanship would not have been remarkable
nor deserving of world-wide fame. Of Wang Liang tlie saying goes
that, when he stepped into a chariot, the steeds knew no exhaustion.
Under the rule oi' and ^hnn |>eople were neither setlitious
nor ignorant. Tradition says that the people of Yao and SJmn
might have been invested with fiefs house by house^* whereas those
of Chieh Kuei^ were wortliy of dt'ath door by door. The people
followed tlie way prescribed by the three dynasties. That the
people of the holy emperors were like tliis, those of the wicked
emperors otherwise, was merely tfie i r-ult of the influence of their
rulers, nt»t of the people's original uaiurL'.
The covetous heurii.;^ of I'o Yi's'^ fame became disuiu rcsird,
and the weak resolute. The news of Liu Jhia Ilui's* reputation
made the niggardly generous and the mean liberal. If the spread
of fame alone could bring about such clianges, wliat then must be
tlie effect of [)ersonal intercourse and tuition?
The seventy disciples of tlie school of Confttciiis were each of
them able to creditably till the post of a minister of state. Cou-
man alw takes the colour of his enviroiimeilts, ecpecially of tliose with wlioni he has
intcrconrsp, whcrcfoi L- " oolouriog *' is a vtry Mrious affair. Mothiog ia aaid about
his liaving shed tears.
* So excellent were lliey all.
* The laat empen»* of tho Htbi dynasty, the of a tjrnat
* Fa Yi and Sh» C'A'i, two brothera famoiie for their dinntereetedoeM in r&>
fusing to ascend the throne of tbmr father, leet the other ahoidd be deprived of iC
Mojfora No. 54B.
* An t>nicial of the State of Lu faiiions lor honesty and upri^ii diaracter,
often menUoned by Conjuciim.
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Fohke; Lun-Hoiig. 157
forming to tlie holy doctrine«, they became aroompluthed scholars,
and their knowledge and skill grew tenfold. Tliis w as the result
of teaching; thus latent faculties were gradually developed. Before
tbey joined Cot^cim school, they sauntered about in the streets as
quite ordinary and in no wise exceptional people. The most tm-
p>veniabie of all was Tse Ltt, who is generally reported to have
been a oommou and unsteaily individuaL Before he hev&me Conßtchis'
pupil, he wore a feather hat and a pig skia belt. He was brutal
and unmannerly. "Whenever he heard some reading, he tossed up
his feather hat, pulled Ids belt, and uttered such a yell, that he
deafened tlie ears of the worthies and sages. Such was his wicked-
ness. Con/itcius took him under his guidance. By degrees he pol-
khed and instructed him. The more he advanced in knowledge,
the more he lost his fierceness, and his arrogance w«as broken. At
last he was able to govern a state, and ranked in the four classes.'
This is a shining example of how a man's character was changed
bom bad into good.
Fertility and steriHty are the original nature of the soil. If
it hp rich and moist, the nature is good, and the crops will be
exubt ranr, whereas, if it be barren and stony, the nature is bad.
HrAvever, human efforts: — deep ploughing, thorough tillinir, and a
I'ojiious use of manure may help the land, so that the harvest will
Iteconu' like that of the rich aiul well watered iields. Such is the
case with the eh^vation of the land also. Fill up the low ground
with earth, duix out by means of hoes and spades, and the low
land will be on a level with the high one. If these works are still
' ontinued, not only will the low land he on a level, hut even hijj;her
than the high land. The high ground will then become the low
one. Let us suppose that the human natures are j)artly ^ockI,
partly bad; as tlie land may be eitlier high or low. By makinij
use of the good effects of education goodness can be spread and
generalized. Reformation bein^ jjushed on find instruction perse-
vered in, people will change and become still better. Goodness will
increase and reach a still higher standard than it ha<l before, just
as low ground, filled up with hoes and spades, rises higher than
the originally elevated ground.
T*se* though nr.t predestinated thereto, made a fortune. His
capital increaaed wiiitoui a decree from Heaven which would have
^ The foor daasea, into whicii tha tan principal follawera of Qn^iteiiu ware
divided. Cf. AnaUcts XI, 2.
* A disci[)lc nf r.,/j/^, \y}y.,K,^ M] nntup was Ttian Mu T'iie ȆM Tm ICun^y
iMMetwd of gre&t abilities. He became a high ofßcia).
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158 FoKu: Lnn-H^ng.
liini rieh. TliP aciMiiiiulation of wcaltli is due to the cleverness of
the rich tncii of the time in makiii|i; a fortune. Throntrl» this al)ihty
of tlieirs thc\' aic themselves the a\ithoi*s of tlieir y;ro\viiiä[ wealth
without a special decne from Heaven. Siinihirly, be who lias a
wicked nature chatig^es his will and his doings, if he hapiu'ns to
be t:iii<;lit by a Sage, altiiQugh he was not endowed with a good
character by Heaven.
One speaks of «j^ood swords for which a thousand c//i>/' are
paid, such as tlie Yi'i-cJi any- sword of 1^ (lua-rh and the T ai-a
sword* of Lfing'ch iinn/^ Their blade is ori^nually nothinu more tlian
a common piece of iron from a mountain. By the folder's sjnfltin;:;
ami hammering tlu'y become sharp-edged. But notwithstanding this
smelting and hammering the material of good swortls is not different
from others. All depends on excellent workmanship and on the
blade-smith's ability in working tlie iron. Take a sword worth
otdy one chin from Tunq-Iisia, beat it again, and forge it, giving it
sufficient fue, and smoothing and sharpening its edge, and it will
l)e hke a sword of a thousand chin. Iron and stones are made by
Heaven, still being worked, they undergo a modification of their
substance. Why then should man, whose nature is imbued with
the five virtues, despair of the l>adness of ins character, before lie
has been thoroughly worked upon by Worthies and Sages?
The bkilUul physicians that in olden days were held in high
esteem, knew the sources where virulent diseases sprang from, and
treated and cured them with acupu mature and medicines. Had they
merely known the names of the com{)laints, but done nothing be-
sides, looking quietly on. would there have been anything wonder-
ful in them .^ Men wlio are not good liave a tlisease of tlieir nature.
To expect tlieui to chan^a' without proper treatment and instruction
would be hopeless indeed.
The laws of Heaven t an be ajiplied in a right and in a wri»ng
way. The right way is in harnioiiy with Heaven, the wrong one
owes its results to human astuteness, but cannot in its effects be
' i'he name of t!»p ancient copper coins, which first were called "metal,"
not " gold," as may be seen from tiie wurk« on cutnage.
' T)ufl «Word is said to have been fabrieated by the famous blade-smith Ou
Ytk in the kingdom of Yüfh,
• A place in Uonan.
' * Thi.s sword is tlic work of Ou »/« of Yüeh and Kan Chiang of Wk, both
celebrated swnrd-rtiflprs, who wrought it for \\\p King of Ch'n.
.V plate likely in ('hrki<t!,'j, called J|| "Sword river" under Uie
^■«/l</ dynasty, ttat^air, tUtes No. 4 (»50.
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Forke: Luii-H^ng. 159
distiogaished from the right one. This will be shown by the
Mowing., Among the " Tribute of Yü'" ^ are mentioned jade and
white corals.^ These were the produce of earth atui £^«*niiine precious
stones and pearls. But the Taoists melt five kinds of stones, and
make fire-coloured gems out of them. Their lustre, if compared with
real gems, does not differ. Pearls in fishes and shells are as gcntiiin-
as the jade-stones in the Tribute of Yü. Yet the Marquis ott>m^
made pearls from chemicals, which were as brilliant as genuine ones.*
This is the climax of Taoist leamii^ and a triumph of their skill*
By means of a burning-glass one catolies fire from heaven.
Of five stones liquefied on the Jfist^wn'^ day of th(' r)th moon an
instrument is cast, which, when polished bright, held up against
the sun, brings down fire too, in precisely the same manner as,
when fire is caught in the proper way. Now, one goes even so
far as to furbish the crooked blades of swords, till they shine,
when, lield up against the sun, they attract fire also. Crooked
blatles are not burning-glasses; that they can catcli fire is the effect
of rubbing. Now, provided the bad-natured men are of the same
kind as good-natured ones, then they can be influenced, and induced
to do good. Should thcv be of a different kind, they can also lie
coerced in the same manner as the Taoists cast ^ems, iiui lion made
pearls, aud people furbish the crooked blades of awords. Kn-
light«'iird with learninii; and familiarized with virtue, they tOO begin
by and by to practise benevolen<v> and erpiity.
When Fluntig Ti foui^ht with Yen for the empire, he taught
ljear>. leopards, and tii^fr-^ to (•f>nibat for hiui ia the wilds of Fnn-
^äan. After three battles he gained Iiis end. and Yt'it J'i was rontrd.
Yno yielded the empire to iS//?/?? Awi,^ one of his vassals,
desired to become one of the tliree cliief ministers, but Yao did
* The Tribute of I'ti, Yü-kumj. is also the tiame of a book of the Shukkifft
> Cf. Sfi,h-nff Pt. nr. Book I (/^, Classic» Vol. IH, Pt, I, p. 127).
* A principality in Uiipei.
* The time of thfa ^farqnis of Sid is usknowii. Hb pearta are very faniotia
» Chineae Itteratnre. Aeoording to one tradition the Marquia found a woniided anake,
and cured it. Oat of gratitude the snake presented him with a precious pearl, whictt
ahooe at nii,'lit. Wan^ f'h'nyrj makes the Manjuis ]l^•)(^ucc artificial [leails hinisolf.
^ A niunbor of the scxageuary cycle used fur the de«igttaUon of years, moutlis,
and d^ys.
* 7% ta naually identified with 8k^ Kmg and aaid to have been hie
pfdaneaaor, but we do not learn that he fooght with Huamg Ti for the empire.
' Aeeording to Kai^ Bit = 1^ would be the aanie as ||^ JiTiM, 1W«
^Irnister of Works, who in vain endea^xored to drain the waters of the great flood.
HLs > ■ > >/. who «nH'<f iriiorifty became emperor, succpcded at laat in r^gtilating the
water cuar^ea. Here we seem to have a different tradition.
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160 Foin: Lim-H«ng.
lit t liaten to this t<'(]ue.«5t. Tliereiipoii Kun became mt)re infuriated
tlian even ferocious aniinalö are, and wishetl to rebel. The horns
of animals, all in a line, served him as a rampart, and tlieir lifted
tails were Iiis baunei*^. They opposed and tackled tlieir foi* with
the utmost determination and eiuTi^y. — If l>uds and beasts, which
are shaped otherwise than man, can nevertlieless be caused to liglu.
how riiucli more so man's own kindred? Proceedini;- on this line
of arf^umcTit we liave no reason to doubt that (by hiusu') tlie multi-
tuilinuus aiiimals were made to dance, the fish in the ponds to
come out and listen« and the six kinds of horses ' to look up from
their fodder.*
The equali/.anon of wliat varies in different categories as well
as the dilferentiatiou of what is the same in similar classes^ does
not depend on the thin«^ itself, but is man's doing.
It is by instruction that living beings are transformed. Amone
the Three Miao tribes^ some were honest, some disreputable. Yao
and ^lun made them all ahkc by conferring the boon of instruction
upon them.
Suppose tlu' men of rV< and IvW/ ' to settle down in Chitnng
or Yü.^ Having passed there months and years, they would become
pliant and yielding:, ^'I'l their customs changed. They say that tlie
people of Chi are soft and supple, those of Cfiiu unsteady and
versatile, of CKu lively and passionate, of Yen^ dull and simple.
Now let us sup}»ose that people of the four States alternately went
to live in Cliuang and Yü for a certain time, the prolonged stay in
a {)lace remote from their country would undubitably bring about
a change of their character.
A bad natured man's heart is like wood or stone, but even
wood and stone can be used by men, why not what really is
neither wood nor stone? We may hope that it will still be able
* kinds of bones were distint^iahed in the stads of the CAen empeix^mf
Mcording to tiMir height. Tcham Li (Chou Li), trad, par BM^ Vol. II, p. 2G2.
' There are many myths illustrative of the power of music. Hu Pa, pi, ,
l^layed the miifar, so that the fish came ont to listen, and Po Vn, 'ff^'^^. played
the lute ill such an admirable way, that ihe horses forirot their lodder, and looked up to
harkeo. Han-sAih-trai ch'uan, (jiK^ted by the P ei-wen-jfiin fu cliap. 96 under f^i^^*
• The aborigines of China.
' Tiiey were settled in modern Huhteutg and ClkktoMg,
■ An aUnsiou to Mmehu Bk. HI, Pt II, chap. 6, where the difference of the
dialects of CSIt and Ch'u la pointed out. Chtmff and Yü wer» two qnurteiv tn the
capital of ChU.
" 1 he (.'h'i State was in uorlhet a i>hiintaii</, ( hm in 6Atn^ and ) en in C/ui*.
The characteristic of the inhabitants of these provinces is partly still true to-day.
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Fowu: Lau -Heng. IGl
to underataDd tlie preoepta of superior men. Only in the case of
imuui^, when a person sings and weeps in the streets, knowing
neither east nor west, taking no heed of scorching heat or humidity,
tmaware of his own madness and unconscious of hunger and satiety,
nature is deranged and upset, and there is no help. As such a man
sees nothing before him, he is afraid of nothing.
Therefore the govemment does not abolish the officers of
paUic instruction or dispense with -criminal judges, wishing thereby
to inculcate the observance of the moral laws. The schools guide
people at first, the laws control and restrain them later on.
Even the will of a Tan Cka might be curbed; the proof is
that the soldiers of a big army are kept in order by reproofk
Men and officers are held in check to such an extent, that they
look at death as a return.
Ho Lu^ put his soldiers to the test by the "Five Tiakes.***
They ail cut their arms with swords, that the blood trickled down
to the ground. Kou C/ilen^ also gave his men a trial in the hall
of bis inner palace. Those who jumped into the fire ati<l jxTished,
V ( ro innumerable. Human nature is not particularly fond of swords
and fire, l)ut the two rulers liad such a power over their men,
that they did not care for their lives. It is the effect of military
discipline to make light of cuts and blood.
Min^ Pin* WAS bold, but on hearing the order ibr the army
he became afraid. In the same way the officers who were wont
to draw their swords to fight out, whose merits were lirst, went
through all the ceremonial, and prostrated thcmst'lves (before the
emperor), when SJiu Sun Tung^ liad fixed tiie rites, imperious and
overhearing first, they became obedient and submissive. The power
of instruction and the influence of virtue rmTi-torm the character.
One need not sorrow that a character is bad, but it is to be
r^retted, if it does not submit to tlie tea(;hiugs of the sages. Such
so individual owes his misfortune to himself.
Beans and wheat are different from rice and millet, yet their
oonsDmption satisfies the appetite. Are the natures of low and
< King of the Wu State, 514-496 b.c.
* Another name of the T'ai-hu lake in JOan^Ut which conawted of five
lakai, or five connected sheets of water.
* Tlw ruler of the Ji*«/» ijtaie, 4tM> v.c., wlio overthrew tlie kingdom ol Wu.
* A hero of mtmuom straigth in tiie Chou epoch.
* An official of great power under Han JEao Tmt, who aubdued tiie arrogance
ud MpereOiotuaeaa of the princes and nohles by the ceremonial ttiey were made
t» udargo at aa audienoe before the new etupen^. Shi-ehi chap. *J9, p. 7v.
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162
FoEiLE : Lun - U^g.
superior men then of a different kind? They resemble the Fiw
Grains,* all have their use. There is no fundamental dilferenoe
between them, only their manifestations are unlike. The Huid men
are endowed mth, is either copious or deficient^ and their character
oorrespondingly good or bad. The wicked have received but a
small dose of kindness, the irascible, plenty of temper. If kindness
be unaufficient, people do wrong, and there is not much hope for
an improvement. With plenty of temper, people become violent,
and have no sense of justice. Moreover, their feeling of eympathy
is defective, joy and anger do not happen at the proper time, and
ihey have baseless and irreasonable fears. Reckless men like that
commit ont rages, therefore they are considered bad.
Kan has in his body the Five Qualities' and the Five Oigans.^
If be got too little of them, or if they are too small, bis actions
do not attain to goodness.^ IVlan him»elf is either accomplished
or deficient, but accomplishment and defidency do not mean a dif>
ference of organisation* Use leaven in big, or in small quantities,
and the result will be similar. In rich as well as in poor wine
there is the same leaven. Good men as well as bad ones are
permeated by the same original fluid. According to its greater or
smaller volumen the mind of the individual is bright or dull.
Ilsi M4n Pao would tighten his leathern belt, whenever he
wanted to relax himself. Tung An Yü loosened Iiis girdle strings,
when he was going to rouse himself.^ Yet neither passion nor
indolence is the rijyht medium. HoxN ovrr, he who weare a belt or
a f^irdle ou his body is properly dressed. When the question
arises, how deficiencies can be made ^ood l>y nicans oi' belts and
strings, tlie names oi HsiMinFao and Tung An Yü must be mentioned
together.*^
* Hemp, millet, rice, wheat, and beans.
* The Five Cardinal Virtues: — beuevolence, justice, propriety, knowledge,
and tmth.
* The heart, the KvoTi the atomach, tho lungs, and the kidneys.
* Human character, to wit the Five Quditiea, depends on tiie volumen of the
origina] fluid, the vital force, which shapes the Five Organa. Accordine is tln»v
are bigger or smaller, the nature of the individual is different. This idea liii<i.«> (.-.x-
prc^iou ill til© Chiiieüc laii;^uago. A maji with a big lieart, ij^^Jy.» ü't^'if rouis
«ad liberal, with a small heart, mean. The fluid of the etomadi, ^
Is equivalent to aiiger.
' In both cases liie belt or girdle is tho same indtspenaible part of a gentle-
man's toilet, hut tlio nso made of it, and the reeolta achieved, are quite different.
The same may be suid of human uature.
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FoBzx: Lon-Htog.
163
Hoasee of poor, wretched people sre not in a proper «täte.
TbiBj have holee in the walls under the roof, to which others take
objection. When rich and well-to-do people bnild houses, they
have the walle made in a way, that they find there real shelter.
The whole house is in good repair, and nobody could say anything
agpbst it^
In Wei* the land was divided in lots of a hundred mowy in
alone the lots measurod two hundred mow. I Is! }fM Van ir-
riirated his land with water from the C/iom/* and made it so fertile,
that it yielded one bushel' j^' T mow. Man's natural parts are like
the fields of Yeh^ tuition and education, hke the water from the
(Xsn^. One must be sorry for him that cannot be transformed,
bat not for a man whose character it is difficult to govern.
In the streets of the city of Loyatig^ there was no writer. It
WIS therefore pulled up from the Lo by watermen.' If it was
streaming quickly day and night, it was their doing. From this
point of view kindness and justice must increase manifold in him
who comes into close contact with an excellent man.* Mencius'
moüier changed her domicile, for she had ascertained this truth.'
Water amongst men is dirty and muddy, in the open countiy
it is dear and limpid. It is all the same water, and it (lows from
tbe confines of heaven; its dirtiness and limpidify are the elTects
of its environments.
Chao T o, king of the soutliem Yüeh^ was originally an honouf^
able man of the Ban State, but he took to tJbe habits of the
southern barbarians, disregarded the imperial commands, dressed
hi< hair in a tuft, and used to squat down. He was so fond of
* Haman nature ia like thoae houses. They are all houses, aiid servo the
■■e ]mrpo«e, boi MMBe art ut good repair, otben b a «ratehed atate.
* An aadeot State in Noith Honm and Sonth CkOL
' The moilcrn Chong-U-fit,
* .\ large tributary of the rivfir Wei in ffonan, near Chang-te-/u.
^ A < hunt/, an ancient measure equal to 4 [>ecks — 1 busliel, as some say.
AcuM^iiiig to uthcrsi it would be as mucii as ^ pecks.
* The capital of the dkw dynasty in Bmutn, the modem Hwtu^.
^nhMj witii pamp-woffcs.
* Tbe exeeilMit man io like the river Xo. Streane of kindneas and Jtutlce
pft froo) him.
* She changed her donucUe for the purpose of saving her son from the bad
^■CDces of the neighbourhood.
CXm 7*0 mt to JiiaA, modem faoR^-ikM^, as genend of Ch'in SUA
^^t»S 7i, and anbaeqaflDtly becama king ni tim sonthom buhariano, wboM eoatoma
^opted. Lu ( Ma was sent to him bj the fint amperor of the Han dynasty to
iMns hit daciaralMm of ailegiaaoe.
1 C4 Forks : Lun - Heng.
this, as if it had been his nature. Lu Chia spok«- to him of the
virtues of the ITan^ and impressed him with tlieir holy power, so
that he suddenly rose up, and felt remorse. He received the com-
mands of his sovereijy^n, and communicated them to the savages.
Against his hair-dress and to his squatting; he lelt something Uke
a natural r« jmgnanc^. First he acted in the atorenaid manner,
aftcrwardii thus. It shows wliat force instruction also has, and
that nature is not tlie only factor.
*
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Forxb: Lon-Iltag.
165
C HAPTER XXXIL
On Original Nature {PinMng),
Natural feelings and natural disposition arc the basis of human
activity, and the source from which morals and music s[)riog. Mor«
impede, and music diecks the excesses of original nature. The
DatanU disposition may be humble, modest, and yielding. The
moral laws are enforced with a view to general i/.inir sucli praise-
worthy qualities. The natural feelings may be good or ))ad, cheerful
or ingiy, mournful or merry. 3Iusic is made in order to make
evfry one ]>ehave respectfully. What morals and music aim at are
tbe natural feelings and natural disposition.
The ancient literati and scholars who have written essays
have all touched upon this question, but »ould not give a satisfactory
aosirer. The philosojdier Shih Tse^ of the C/kiu time held tliat
homan nature is partly good and partly bad, that, if the good
nature in man be cultivated and regulated, his goodness increases,
and if his bad nature be, his hnfluess develops. Thus in the human
heart there would be two coullicting principles, and good and evil
depend on cultiTation. Accordingly, Shih Tse composed a cliapter
OD cultivation.
Fu Tse Chien, Cfii Tiao K aij and Kung Sun Ni Tse^ also dis-
cuss this subjert in very imich the same way as Shih Tse, all de-
daring that nature is partly ^nnd, partly bad.
yfnmiis ^vT1^te a chapter on the goodness of nature,' contending
thai all men arc originally good, and that tlu' bad ones are cor-
rupted by tlie world. Men, lie says, arc created by Ijohvcii and
earth: tliey are all provided with a good iiatiirt', but wlieii tliry
up and come into contact with the world, they run wild,
' Uia full Dauie is Shih S/u'. He was oue of the seventy disciples of Con-
/nit aod a writer, Catalogae of the Banshu chap. 30 nieiitiona twenty-one
<^>lm of his pen. Fabtt in hb IMctrIne» of ('on/udwi p. *!& at«tea that the title
rrUie lost work of Shih She was yang-tku'^ * ^ ^ ^
b«ea a disciple of ChU Tiao K'ai, wtioiti vide.
' .^11 disciples of (\mfuciu*, whose writtng-s were still extant Hnrin<» the ffim
dpuij, but are now lost. According to Liu Utint Catalogue fu Tse ('lUen alias
A JV CXt wrote 16 «hapters, CKi Tiao ITai 12, and Kwtg Sun Si 7V 2H.
• JfwteBLVI, PtL
166 Fotne: Lnn-Hiiig.
and are ixTverted, and their wickedness increases daily. According
to Alencln,^' opinion, man, when young, wouhl be invariably good.
Wei Ti>e ' said, " I have formerly remarked, that as a child
the prince (Chou) did not show off.'*
When Chou wsm a child, Wei Tse observed that lie liad no
good character. IncHned to evil, he did not eclipse the commou
people, and w hen he had grown up, he caused endless revolutions.
Therefore 7W remark.
When Yuiitj-Sli,' ShiJt-Wo^ was bom ami Ludy S/iti 8a\v Jiiin.
and upon entering tbe ball heard hiiu cry, she went bark and said,
*' His voice is that of a wolf. lie bas a reckless character, dcjiti-
tute of all afl'ectiou. Ikil fur bini tlie Yung S/tS family would not
perish." Afterwards she declined to see him. When he had grown
up, C/i i Slihtg made a rebellion, in which S/ii/i-Wo took part.
The people killed him, aud the Y^ang Slid family was extinguished
thereby.^
Clum's wickedness dated from his childhood, aud Shi'Woi
rebelliou could be foretold from the new-born 's whine. As a new-
born child has not yet had any intercourse with the world, who
could have hrought about his perversion?
Tan (Jk» was born in Yao*9 palace, and ^Mng Chün in Shun't
hall. Undigr the reign of theee two sovereigns, the people house
hj house were worthy of being entrusted with a fief. Those with
whom the two might have mixed, were most excellent, and the
persons forming the suit of the two emperors, were all most vir-
tuous. Nevertheless, Tm Chu was haughty, and Skang CKfin brutal.
Both lacked imperial decorum to such a degree, that they were
set up as a warning to coming generations.
Menems judges men by the pupils of their eyes. If the heart
he bright, says he, the pupils are dear, if it be dark, the pupils
are dim.* However, the clearness and dimness of the eyes reaches
back to as far as man*s birth. These differences are due to the
different fluids received from heaven. The eyes are not clear during
childhood, or dimmed, when man grows, and associates with other
people. Nature at first is spontaneous, goodness and badness ate
> The YiMonnt otWei, a kinnmm of prioee OAm i. e, CAm JBirin, the lui
emperor of the Shea^ dynasty, who lost the throoe throng^ hü widtednen and
tyrany (1154-1122 b.c.).
* The Tnn^ Sfu I'aniily was very powerful in the Chin State. Ledy Hhm had
married one I'anp tShe and wam thus related to Yang-SAt ShiA-Wi^
* This took place iji the CMn State in 513 b.0.
« jraicfa*Bk.lV, Pfc,I,diap.X7.
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Fobsb; Lnn-Hfaig.
167
the outcome of diffeTent dispodtions. What Mtncku nys about
oiigioal natuTo is not true.
Yet eomething may hare contributed to the idea of the good-
BCBB of nature. A man may be benevolent or just, it is the wonder^
ful proficieQcj of hb nature, aa m his locomotion and movements
kfi shows his extiaordinary natural ability. But his colour, whether
wbHe or Uack, and his stature, whether long or short, remain un-
changed until old age and final death. Such is his heavenly nature.^
Everybody knows that water, earth, and other substances
difier in their natures, but people are not aware that good and
evil are due to different natural dispositions. A one year old baby
is not inclined to violent robbery. After it has grown up, its
greed may gradually develop, and lead to ferocity and aggressiveness.
Kao n», a contemporary of Meneku denies the difference of
g(v>doess and badness in nature, comparing it to flowing water
which led to the east, runs eastward, and to the west, westward.
As water cannot be divided according to its eastern or western
direction, a division of men into good and bad ones is untenable.*
Therefore Kao Tte asserts that human nature is similar to the
natore of water. Such being the case, water may well be used as
«I illnstratioB.
Nature is as metal is metal, and wood, wood. A good man
has a natural bent towards goodness, and a wicked man to wicked-
Dcaa. Man is endowed by heaven with a spontaneous mind, and
hsB received a uniform disposition.* Therefore portents appear at
the time of birdi, from which man^s goodness and badness can be
diaeovered.
People with whom no difference of good and bad exists, and
who may be pushed one or the other way, are called average
people. Being neither good nor bad, they require instruction in
order to assume a certain ^pe. Therefore Canfuam says that with
people above Uie average one can discourse on higher subjects, but
that with those under Üie average one cannot do so.^ Kao Tse's
oomparison with channelled water applies only to average people,
hut does not concern extremely good or extremely bad persons.
* The ^ifa<ltna] BatDva may be tranafomed, but ndfc the phyaical oncb Homan
B4ture is so wonderful, that even originally bad people may by much training be-
(ome benevolent and just. Mmchix seeing these wonderful resulta waa mialed into
tlte beUef that haniaii nature vim origiaally good.
* MtntSM Bk. VI, PL I, chap. IL
* EMiar good or bad, not partly good and pardy bad.
* JMfafr H, 1«.
168
FoMOt: Lau-H^ng.
AocordiBg to Cov^ueinu people are nearly telated to one another by
character, but become veiy different by habit ^ The character of
average people is the work of habit. Made familiar with good,
they turn ont good, accustomed to evil, they become wicked. Only
with extremely good, or extremely bad characters habit is of no
avail. Therefore Om/ucMw holds that only highly cultured and
grossly ignorant people cannot be changed.' Thdr natures being
either .good or otherwise, the influence of sages, and the teaching
of wise men Is impotent to work a change. Since Cot^ueiua^ the
Nestor in wisdom and virtue, and the most eminent of all philo«
Bophers, asserts the unchangeability of highly cultured and grossly
ignorant people, we may conclude that Kao 'iWs sayings arc not
correct.
However, there is some foundation for Kao Tse^s view. The
Shikinff^ says: — **What can that admirable man be compared to?**
The Tso-ckuan answers: — " He is like boiled silk; dyed with indigo
it becomes blue, coloured with vermilion it turns crimson.** leading
water eastward or westward is like dyeing silk blue or red. Tan
Chu and Shmff Chün were also imbued with Yon and Shun*s doc-
trines, but Tan dm remained haughty, and Shang ChOn cruel. The
extremely bad stuff they were made of did not take the blue or
the red colour.
In opposition to MancUfs, Sm Chüig* wrote a chapter on the
wiekedneas of nature, supposing human nature to be wicked, and
its goodness to be ficticious. Wickedness of nature means to say
that men, when they are bom, have all a bad nature, and ficti-
ciousness that, after they have grown up, they are forcibly induced
to do good. According to this view of Sun Chinjf^ among men, even
as children, there are no good ones.
C/ti as a boy amused himself with planting trees. When Con-
fiudus could walk, he played with sacrifidal vessels. When a stone
is produced, it is hard, when a fragrant flower comes forth, it
smells. All things imbued with a good fluid develop accordingly
with their growth. He who amused himself with tree planting.
' Analect.^ XVII, 2.
» Analects XVII, 3.
» SMhng I. V>k. IV, tide IX, 2. \%f. aluyve p.
* Uiie oi tlie Ten Philosophers, whoso work has come down to u.s. He
lived ill Uie 3rd cent. b.c. His ürigiiial suniaine //^" - heoce Iliiim Tiv
was changed into 8m Jf^ under the reign of the Emperor Bt^im Ti of tlie Han
dynaaty, 73-48 m.o., whose personal name was /Mn. Cf. ÜSdÜfemi, *^SiAn\King tAe
FUlhtophfT ** in Jcwnal of tkt Roj/a! AiUUie Sudefy, Shaiiphai Vol. XXXITI, p. 46.
^ kjui^uo i.y Google
FoKRi: Lnn-H^ng. 169
became the minister of T'ang^^ and the boy who jdaycd with
sacrificial vessels, the sage of C/iou. TUius;^ ^vith a fragrant or
stony nature show their hardness and IVa;^raiice. Sun Chiug's
opinion is, therefore, incompatible with truth, yet his belief in the
wickedness of nature is not (juitc without foundarion:
A one year old baby has no yielding disposition. Seeing
^omething to eat, it cries, and wants to eat it. and bidiohbng a
nice thing, it weeps, and wants to play with it. After it has
vTQwn up, its propensities arc checked, and its wishes cut dowu,
and it is compellpd to do good.
Lm Tse Cli^ng^ objects tbat in this rase heaven would have
no lluid. Where wotdd tlie first good deetl rome from, if the Yffng
and the Y'rr, principles and good, and evil were not counterbalancing
each other?
Lh C/tin^ says tliat. \\ hen heaven and earth create n)en. tliey
jiredispose tliein in favour of propriety and justice, tbat man can
8«>e what for he has received life and aet acconHngly, whieh ac-
cordance is called virtue. Lu C/iia tiiiiiks that the huninn niin<l
is turned towards j)ropriety and justice, and that man also can dis-
cover what for he lots come into life. However, tlie rit;bl -minded
do good (»I tlieir own accord without waiting for tliis chseoverv,
and tlie evil-minded disregard propriety and defy justiee, altliough
tliey see «piite clearly in the matter. It is impossi]»le tbat juslitx'
should win tliem to the good cause. Thuy the covetous can speak
ver\' well on disinterestedness, and t!ie rebels on good government,
robber Uie* cuudc;ais theft and (^Imang i'liiai)-' stigmatises lawless-
ness. They have a clear c(jnception of themselves, and know liow
to talk on virtue, but owing to their vicious charaeter they do not
practise what they say. and rlie good cause derives no benefit from
it Tlierefore Tai Chin s opinion cannot be considered the right one.
i'ung (y^'iiio .SVi«" having read Mencins and Sun Cfiwrj's writings.
(XHuposed himself an essay on natural feelings and natural dis-
' Vtz. of Y(f > who reigned at T'arif/, in Chili.
^ A f amous author, more generally kuown by the name Liu h*iai^, bO-9 b.c.,
wboae works we stUi possess.
' A politidan asd sclioUr of the Svd and 2nd cent b.c., author of the N«w
Wgrds** ^ , the aame as mentioned above p. 164 aa envoy to the king of the
MBtban TisA.
♦ Cf. p. 319.
' Another (Mitlaw.
* An author oi the 'Jiid rent. b.c. who wrote Uie " Dew of the Spring aud
^^'^'"'^ ** ^ ik ^ ^ which is still extant.
170
positiou, in wliicli lu' says: — Heaven's great principles arc on one
side the Yin^ on llic other the Ywig. The fjreat principles in man
are on one side the natural iecHn^, on the other natural disposition.
The disposition comes out of tlie Yaiig, the feehnjs^ out of the Yin.
The Yin fluid is base, the Yang fluid humane. VVlio believes in the
goodness of nature sees the Yang, who speaks of its wickedness
the 17«. That is, Tung CItung Shu means to say tliat Mencius saw
only the Yang, and Sun Ching the Yin.
The opinions of the two philosophers may well thus be
distiDguished, but as regards human nature, such a distinction does
not bold good. Groodness and badness are not divided in this way.
Natural feelings and natural disposition are simultaneously produced
by the Yin and the Yemg combined, either more or less copiously.
Precious stones growinji^ in rocks are partly of a single colour,
partly multicoloured, how can natural feelings or natural disposition
growing in the Ym and Yang be either exclusively good? What
Tung Chung Shu says is not correct.
Zm» Tte Oiing teaches that the natural disposition is formed
at birth, that it is inherent to the body and does not come out,
that on the other hand natural feelings arise from the contact with
the world, and manifest themselves outwardly. That which mani-
fest» itself outwardly, he calls Yang, that which does not appear,
he calla Yin. Thus Uu Tie Ching aubmits that the natural dis-
position is inherent to the body, but does not come out, whereas
the natural feelings unite with external things, and appear out-
wardly. Therefore he designates them as Yang. The natural dis-
position he designates as Fbt, because it does not appear, and has
no communication with the outer world. lAu 7W Ckh^M tdentifica-
tion of natural feelings with Yang and disposition with I%i leaves
the origin of thesje qualities quite out of tlie question, insomuch
as the Km and the Yang are determined in an off-hand way by
outward manifestation and non-appearance. If the Yang really
depends on outward manifestation, then it may be said that na-
tural disposition also comes into contact with external things. *^ In
moments of haste, he cleaves to it, and in seasons of danger be
cleaves to it."' The compassionate cannot endure the dgbt of
suffering. This non-endurance is an efiQuence of benevolence. Hu-
mility and modesty are manifestations of natural disposition. These
qualities have all their external objects. As compassion and mod-
* A qnotaUou from AjmIckU IV, 5, where we read thai the saperior man al.
wsyi dssMs ts bsiMwilBnMik
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Foub: Lun.miig. 171
estv manifest tlieni*!*»lvps ontwanlly, I am airaid that the assertir^xi
tbar natural (iis[)(>siii()u is ?<ometlnng inside without any ronutH-liou
with exterual things, cannot be right. By takinn; into consideration
merely outwardness and inwaninpss, Yin and Yang, without rcl'cr-
ence to the goodness and l)a(hiess of nature, tlie (nirh caunot be
ku(n\ n. As lAu Tse Cheny lias it, natural disposition would be Yin,
aud natural feelings Ycuiff^ but have men not good as well as bad
passions?
From ^Jeui;in6 tlowu to Liu Tse Ch/ii<f the jirotouiiut st scliolara
and greatest thinkers have |»rupounded a great many (lillVicnt views
without, however, solving the problem of original nature in a satis-
factory way. The arguments of the pliiIoso])hers .^7///' T» . Knug
Sun Xi Tse, and others of the same dass' alone contain much Uutli.
We may say that it is eajsy to undersraml the hubje<'t, but the
difficuhy IS to explain the principle. Style and diction may be
ever so brilliant and Üowery," ami ilie conceptions and arguments
as sweet as honey, all that \h no proof of their truth.
As a matter of fact, human natural disposition i« sometiuies
good, and sometimes bad, just as human faculties can be of a
high or of a low order. IIip;h ones cannot be low, nor low ones
high. To say that human iiaUire is neither i^ood noi Uad wmdd
be the same as to maintain that human laculties are neither high
nor low. The onginal disjiosition which Heaven gives to men, and
the destiny which it sends down, are essentially alike. By destiny
men are honoured or despised, by nature good or brul. if one
disputes the existence of gtxxlness and badness in Iiuman nature,
lie might as well call in question that destiny makes men great
or miseruble.
Tlie nature of the soil of the Nine Provinces ' is different in
rF'<>ai J to goodness and badness. It is yellow, red, or black, of
superior, average, or inferior tpiality. The water courses are not
all alike. They are limpid or muddy, and run east, west, north
or southward. IMan is endowed with the nature of Heaven and
Earth, aud imbued with the s|)int of the Five Qualities.^ lie may
' Who maintain tlint Inunan nalnra is partly good nd partly bad.
* Tlie test hM K'^jQISiS ^^"^ lool^* ^ • name:— the Record of
Fhg Wim Map, The fect» however, that • phiiowpher of tlie name of Wen
Mao is unknown, and the synimetry of Uie context letda me to the oondtt^oa that
imtead of we should read 1^ and translate, as I have done.
^ In preliistoric times Ch'ma. wns divided into nine proviaceSt hence the term
the Nine Province.*! has heroine a ayuonjm of Qiina.
* Cf.p. 162 Note 2.
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172 FoaKi: Lud -Hing.
be benevolent or just, it is the wonderful pruüciency of his nature.
In his locomotion and movements he may be majestic or agile, it
is his extraordinary natural ability. But his colour, whether white
or black and his stature, whether long or short, remain unchanged
until old age and final death. Such is heavenly nature.'
I am decidedly of opinion that what Mencius says on the
goodness of human nature, refers to people above the average,
that what S'-n Ching says on its badness, refers to peo{)le under
the average, and that, if Yang Ihinng teaches that in human nature
goodness and badness arc mixed together, he means average peijj)Ie.
Bringing people back to the unchaDging standard and leading them
into the rigbt w ay, one may teach tliem. But this teaching alone
does not exhaust human nature.
> The Ia9t sentences are repeated from p. 167.
(To he continued.)
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FoKix: Luii'H^ng. 173
CONTENTS.
B. MelapkjftkaL
17, Spook Storiflo (Ghi-yao). BLXXn, Chap. 1 1
1& M about Ghoota (Tiog^knei). BLXXII, Chap. O 2U
19. On Heaven (T'an-t'ien). Bk. XI, Chap. I ^ . . 31
*2'\ On the Sun (Sl,uo-jih). Bk. XI, ("liap.II 3«)
21. On Heat and Cold (Han-wen). Bk. XIV, Chap. U 59
22. On Thunder and Lightning (Lei-hsQ). BL VI, Chap. IV G6
25. On Fbisan (Yen-tn). BlcXXEI, Chap. I 79
84. Oa Aathropoacopy (Kn-hsiang^. Blum, Chap. XI 85
Long Life and Vital Fluid (Chi-ahou). Bk.I, Chap. IV 04
26. Mintcle-s (Hii-kuai). Bk. UI. Chap. VI 99
27. Unfounded Assertions (Wu-hsiiig). I ?k. II.- Chap. HI lOH
28. Taoist Untruths (lao-hsü). Bk.VIl, Chap. I 113
2a. On Dragona (Lung-hsü). Bk.VI, Chap. Ill 132
SOL Aijgmnenta on Qminoua Creatures (Chuiig-jni). BL XVI, Chap. IV 140
D. EtkleaL
31. The Fonniqg of Charaekan (Shtiai-haug). BLD, Chap. IV 155
32. On Original Nature (PIn-haing). BLID, Chap.iy 165
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174
Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
Vorwort
den venebiedenen Refonueo, wddie Ouna auf &st allea Oebieten
der Verwaltung eiog^hrt hat, ist die Beorgaoisatioii des Heerwesens wohl
schon adff wdtesten rorgesehrittea. Die gmndlegendeo Ideen der Heeres-
reform finden wir in der von Herrn Dr. Hauer Qberset/ten VerordnuQg,
welche von dem neuerrtchteten Reiclisbeeresrat ausgearbeitet
und vom Thron genehmigt ist Sie schließt sich eng an die deutsche
Heeresorganisation an.
Zur gleichmäßigen Durchfiüininii^ des Systems im «^anxpn Reiche ist
die Erriclituni» von MilitSrnnstalten verschiedpiKM- Art iu Aussiclit genommen,
und zwar in den llaupUstädten der 21 Provinzen, einscIilielMich der drei
mandscluii Ischen, je eine untei'e Militarschule j|i /J^'t^^' lacking,
Nanking, Wuchang und Hsi-an je eine mittlere Militärschide Pjl
^^^» in denen die Zöglinge der unteren Stufe ihre Fortbildung erbaltm»
und in Peking eine Hauptmilitftrschule |^ ^ ^ ^ s&or weiteren Au8>
blldung der Abiturienten der vier mittleren Schulen. In Peking soll außerdem
noch eine Ofligiersschule -p^ ^ ^ ausschliel31ich zw Heranbildung von
Offizieren sowie eine Generalstabsschule errichtet werden.
Zweelcs Einhdtliclikat in der Ausbildung und Bdumdlung der Truppen
hat der Beichsheeresrat femer angeordnet, daß alle sonstigen das Heerweeen
betreffenden Bestimmungen « worunter Bzerzierreglemait, Felddienstordnung,
Schießvorschrift, Mititarstrafgesetz und' Proaeßordnung fallen, au kodi«
fixieren sind.
Die Redaktion.
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Uaoxb: Die Beoi^gauisatioo de« cbinesucbeD Ueerweeeoa.
176
Ymtdsmgt betreffend die Dienstrerhältaiiflse und CtebOhr-
nisse der Aimee.
Vom ItttchsheeiQsmt dem Throne lur Grenehmi^ung unterbreitet
Uberaelzt von Dr. Hausb.
1. Gruodgedftnken der Verordmi np;en nht^r die Dienstverhält-
nisse und Geh ü iir n isse.
Wie es noch kein System gegeben hat, das fiir aJle Zeiten giit ge-
wesen wäre, hat sich auch auf dem Gebiete des Militärwes-ens im lirsonderen
eine uminterbrochene Keilieiifuljje /eit^emäBer VerSndefruiijcn benierkhnr
macht. Alle Dynastien und alle Epochr'ii haben ihre eigenen Heeresverfas-
suDgen gehabt: alte Pflaster jiassen so wenig aut lVischc Wunden wie Pelz-
rücke zur Sommertracht. Hsün \Vu unter den C'lün schjiffle die Wagen-
burgen ab und verwaiidte Fufitruppen , König Wn Ling von Chao filhvte du
Bofenaeluefien zu Pferde ein, und Tsao Ts*o rOslete anter der Han-Dynastie
dis Heer mit langen Lanzen aus; alles das, wdl die ZeitverhUtniaae solch
aireekniifiige Neuemngen geboten.
Heutzutage gehen im Heereswesen aller Linder tiglich so viele Neue-
motten und manatlich so mannigfache Umgestaltungen vor, daß es des sorg-
faltigsten Studiums und der genauesten Gegenüberstellung l>edarf, um alle
Einrichtnr)i^»M) vergleichend zu prüfen und das Passende auszuwählen. Das
Militärwesen ist zu einer besonderen Wisscnsch.itt jieworden mit kcnnpli-
zierten Reglements luid Verordnungen, die sich uui die l>eiden Ilauptge-
siditspunkte der Dienstverhältnisse und der GcbQhrnissc gruppieren.
Bei der gesetzlichen Regelung der Dienstverh&Itnisae kommt es nidit
aHelD auf die Hebung der nationalen WOrde und die Stirkung des Ansehens
SB, vielmehr entscheidet auch der Wert der im Frieden erlangten Kriegs-
iMrdiaehaft den Sieg oder die Niederhige im Felde. Fdddieostordnung,
Exerzierreglement und die Verordnungen fiber die Dieni^verhältmsae mOssen
«Ue einheitlich von derselben nrutidla^e ausgehen, damit V^oigesetzte und
Untergebene sich verstehen, Offiziere und Mannschaften zusammenhalten»
i** 2Jahl der Verbände im rechten Verhältnis steht uful alle Hlieder zu-
^mmeDwirken, wie der Körper den Arn» inul der Arm die Finger iu Be-
wegung setzt. Jedes Zuviel oder Zuwenig ist vun Schaden.
Die Verordnungen über die GebQhrnisse haben diese weder zu hoch
Doch zu niedrig y sondern auf das rechte Maß festzusetzen und f&r ein wohl-
geordnetes Verpfl^ungssystem und Transportwesen Sorge zu tragen. Gibt
CS doch io der Garnison keine grSßere Verl^nheit als das Ausbleiben
«icr Verpflegung und im Fdde keine ernstere Oefiihr als das Versagen der
17fi
Hai er: Die Reorganisation des chiiiesischcu Heei'wesens.
Zufuhr. Scheuen sich die Offisiere vor Vcruntreiiungcii, so vvini auch die
Intendantur keine Unterschleife wvgfui} und die Regierung wird ihre treoeo
Untertanen belohnen.
Manche behaupten v.wiu; im Kiie^^r' sei die Strategie die Hanptsaclie
und nicht das Reglement; schon Koufiizius liabe j^esagt: »Guter Plan gelingt«,
und die militärischen Schriftsteller der Han-Annalen häiku den strategi-
scheu Plan (Qr das allein Wesentliche erachtet. Wer so spricht, ubersieht,
dafi die Strategie erst die Aowendang des R^lements bedeutet und das
Vorhandensein eines solchen zur Voraussetsung hat. Sind die grundlegenden
Reglements unzurdehend» so wird der bette strategisdie Plan susebanden
werden.
Das Heerwesen Chinas liegt seit lai^em im ai|;en, und die militärischen
Verhältnisse haben sich unaufhörlich verschlimmert. Ein Zurückgreifen auf
das Beispiel anderer und die Einfilhmng von Reformen ist dalier ein drin-
gendes üebot, wenn auch die geographische Beschaffenheit des Landes . die
Eigenart des Volkes und die Lage der Finanzen uns verbieten, es uiit (jewalt
andern gleichtun /,u wollen. Wir können nur alles anschauen, vergleidiea
und zeitgemäße Maßnahmen erwägen. Durchgreifende Reformen werden
ihren Nutsen bringen.
2. Aufstellung der Armee.
Im Alteiiiim hatte der Kuser 6 Armeen und die großen Lebnsstaaten
deren 3; jede Armee gliederte sich ohne weitere Unterscheidungen in 4
Abteilungen, die »vordere«, «hintere«, «rechte« und «linke«. Heute sind
die Truppenformationen aller Länder stattlich an Zahl und mannigfach an
G&stalt. .\bgesehen von der Marine begreift man alle Verl)ände unter dem
Namen -Armee» und zählt sie nach fortlaufenden \ntninern von 1 bis über
100; ^h'iel» einer Käsehschniu* durch da.s Land ge/ogen sind sie die seine
Adern vereinenden Sehnen. Die Soldaten sind Soldaten der Regierunji.
Ausgeschlossen ist es, daß Truppeu iui Solde von l'rivutjiersonen stehe»
oder in ii^endeinem Winkel versteckt gehalten werden können. Die Führer
. können die Trupj)en weder selber benennen noch anf ihre besondere Art
au^Uden. Alle VerUnde unterstehen ohne RQcksicht auf die Entfernung
ihrer Standorte dersdiben Obergewalt und dersdben der Landesgeographie
angepaßten Einteilung; alle Reglements und Verordntmgen werden von
gleacbmäßigen Grundsätzen beherrscht. So köiuKMi Ti n^tpenteile nadi Be-
heben irgendwohin versetet werden: sie gliedern sicit sofort gleichwertig
andern Formationen an und ein und sind jjleich bereit /.um Angriff wie
zur Verteidiixunj^. Alle Offiziere können Jeden Truppenteil fähren und in
j^e Ausbildung beiiehlitiend eiii';ieilen.
Die Wehrmacht Chiuas ist in einer Neugestaltung begriffen, und die
Truppen aller Provinzen sollen nach neuen Methoden ausgebildet werden;
aber viele Maßnahmen harren noch der Durchfahrung, da sich mannig>
fache Schwierigkeiten in den Weg legen. Es besteht jetzt die Absiebt,
dafi zunSchst der Reichsheeresrat und das Rri^mloisterium gemeinsam
beim Throne die Entsendung hoher Wflrdentriger zur Besichtigung der
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HAvnt: Die ReoigMiwation dei duaerischen HeecwMana.
177
neuautgc-sleUten Truppenteile aller Provinzen beantragen. Die vorschrift-
mißi;; aiuigebildeten Truppen sind durch iiaiserliclie Order in Divisionen,
Brq^den, Rc^menter und Bataillone zu formieren und durcligangig zu
aumeritf^n, die unturelcbeod oder nicht nacli dem Reglement vorgebildeten
dagegen von dem xnstiadigen Bannergenend, Generalgouvemeur oder
Gonvenieur dem Tbrone namhaft au machen, damit die Benchtigung hinaus-
gesclioben und die sorgfältige Durchbildung der \'erbiinde vollendet wird.
Dabei haben sich alle Befelilshaber auf das peinlichste an die vom Throne
genehniigten Reglements zu halten. Nach Beendigung der Ausbildung sind
diese Truppen hpim Tlirone r.nr Besichtigung anzumelden und erhalten ihre
Nummern. So wird man ufi der Nummer eines jeden Truppenteils dessen
ürüih oder spat erlangte Dienstbrauchbarkeit erkennen.
3. Einteilung der Armee.
Die Armee tdlt aieh in 3 Klassen:
1. Das aktive Heer {cKang-pei-ekBn) wird aus der diogeaessenen
Bevölkerung ausgehoben. Die Mannschaften tun aktiven Dienst»
erbalteo volle GebObmisse und werden nach 3 Jahren in die
Heimat entlassen.
2. Die Reserve {ksu'pei-chün) setzt sich aus den nach dreijähriger
Dienst/fit im aktiven II«'erp zur Entlassting gelangten Mannschaften
zusammen. T^ifsf ^vf^^(h^II zu rt-i^eliiiüßigen Übungen h<'iaii'2:ezoj;pn,
empfangen get ingere iiebührnisse und scheiden nach 3 Jahren aus
der Heserve aus.
3. Die Landwehr {iiou-pei-chün) besteht aus den entlassenen Mann-
schaften der Reserve. Auch diese werden su Übungen einberufen,
erhalten wiederum verringerte Gebühmisse und scheiden nach
4 Jahren aus dem MilitSrverhXttnisse aus.
4. Aktives Heer (ch'ang-pei-chän).
Im Frieden bilden 2 Divisionen {eMn) ein Korps (csMm). Die Division
besteht aus:
a) 2 Brigaden (hsieh) Infanterie, die Brigade zu 2 He(;imentern (piao),
das Regiment zu 3 Bataillonen ijfwg), das Bataillon %u 4 Kompag-
nien (htf);
b) 1 Regiment Kavallerie zu 3 Bataillonen , das Bataillon zu 4 Kom-
pagnien ;
c) 1 Regiment Artillerie su 3 Bataillonen, das Bataillon su 3 Kom-
pagnien;
d) 1 Bataillon Pioniere su 4 Kompagnien;
e) 1 Bataillon Train su 4 Kompagnien.
Bei der Infanterie, Artillerie und den Pionieren gliedert sich jede
Koaijtagnie (tui) in 3 Züge ip*ai) und jeder Zug in 3 Korporalschaften
{p''ny), hfl der Kavallerie in 3 Züge zu 2 Korporalse! laftf-n, beim Train
in 3 Zü<;e mit 3 Korporalscliaften. Jede Korporalsehaft aller Wafiengat-
tunp n zahlt 14 Mann.
Xitt.a.{>ca.£0fiwt.8pimaM«. 1907. LAbt. U
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178 Havir: Die Raoi^ganiaatMm dat rWiiiwbffhen Heerwwanfc
Der Etat einer Division beläuft sicii auf 748 OfBziei'e uu«l lie-
ainte, 10436 Unteroffiiiere and Manoachaften und 1328 Kolis, zimmmen
12 512 Minn.
FOr den Kriegifidl kftnnen bei der Mobiloiadiiing je nach dw Be-
schaffenheit dea Oelindea und der Lage der Verhiltniase beim Feinde 3
Diviaionen zu einem Korps zusammengezogen oder mehrere Korps zu einer
Armee {ta-chün} vereinigt werden, auch kano eine einzelne Division einen
Sonderauftrag erhalten. Die Vorschriften dea Reglements binden nicht,
sofern die Kriegslage es iM-fonlert.
Im VnWc »Miicr iMobilinafhiirifi; werden die Divisionen in der Art ver-
stärkt, daß jeder Zug Infanterie 3 Korporalsrhaften He>;i"rvi.sten zugeteilt
erhiilt, denen ausgesuchte Leute des aktiven Heeren ais l ■ iiterufBzierc vor-
gesetzt werden. Bei der Artillerie bleibt jede Kompagnie zu 6 Geschützen
beateben, auch wird die Zahl der Bedienungsmannsdiaften nicht vermehrt;
hingegen ^d Beserviaten und im Bedarfsfidle Landwelvlente zur Heribei*
Schaffung der MunitionsvorriLte und der übrigen BedOrfbisse heranzuziehen.
In Anbetracht der schwierigen Ausbildung der Kavallerie und der Pioniere
darf deren Verstärkung im Kriege nur durch ▼oUatlndig ausgebildetes Mate*
rial erfolgen, die Einreihung von Rekruten ist unstatthaft. Der Train kann
den Wegeverhältnissen entsprechend je nach Bedarf beliebig vermehrt werden
und wird von Reservisten und Landwehrleuten, im Bedarfsfälle auch von
angeworbenen Kulis bedient.
»
8. Reserve {/tsü -pei-chün).
Die Mann^t&ften des aktiven Heeres erhalten nach Ablauf ihrer drei-
jährigen Dienstseit einen Ausweis, auf Grund dessen sie in die Hetmnt
enUasaen und «ur Reserve flberf&brt werden. Sie erhalten monatlich einen
Tad Sold weniger.
FQr jedes Departement und jeden Kreis, innerhalb dessen mehr
als 100 Reservisten wohnen, wird ein besonderer ße/.irksunterofßzier be-
stellt, bei einer grSßeren Anzahl von Reservisten melirere. Sind mehrere
Bezirksiiiiteroffi/iere vorhanden . so kann ihnen ein Rezirksuffizier vorge-
setzt Avriclcn. Sind weniger ah- liiO Reservisten vorliniiden . so können
zwei Ue/.irke zu einem zusanuueugeiegt und von eiuem Bezirksunteroftizier
verwaltet werden.
Die Bezirksbeliördc zahlt monatlich eiiunal iu Geineinschaft mit dem
DepartMAOltsvorsteher oder Magnat den Sold aus und bMprgt auch die
Soldteüzalilongen an die Familien der im aktiven Heere dienenden Mann-
schaften; femer liegen ihr die AushebungsgeachSfle ob«
Die Mannschaften der Reserve dürfen nach Belieben iigendwelehe
Beschäi^'gung treiben.
Im 10. Monat jedes Jahres kommandiert der zustlndige oberste Be*
fehlshaber Offiziere in alle Präfekturen, Departements und Kreise zur Be-
sichtigung und weiteren Ausbildung der znvor von den Bezirkshehörden
einberufenen Reservisten. Die Üf>ttn«^«^n dauern 1 Monat, währeiul dessen
die Mannschaften die vollen Gebührnissc des aktiven Heeres beziehen«
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Hausb: Die Reor]gU)i«Uion dttt chinemchen HearweBW. 179
Je DÄch der Zalil der Reservisten haben die Vorstände der Präl'ek-
tureo. Departements und Kreise die Lieferung der benötigten Menge von
Gewchi«a, Waffen, Üoiformen und AosröstiuigMtQcken bu beantragen.
Diese werden wShrend der Übung getragen und hernach von den Bezirks»
bebSrden an die Hagaane surQckgegeben.
Werden ta Friedenseetten militirtacbe Maßnahmen aur Unterdrückung
von Atifiitinden n. dgl. nutig, sn kann jeder Magistrai in Gemeuisdiaft
mit der Be7.irksbeburde die Reservisten einberufen. Die.se erhäUcn dne
besoiulere Vergütung und wenlen nach Fortfall des Anlasses der Einbe-
rufung wieder t"ritln«:5;fn ]e<]v \\ vitorc Kinbehallung zum Dienst ist verboten.
Die Hf^ervisten dürfen auch aiiBcrh.-ill) ilirp«* lleiuiatsbezirkes irgend-
wplfhen Bt-schriltigungen nnchgeiien nnd küutifii sich in jeder Provinz mit
iirufr lieeresotganisation zur Ableistung vuu Übungen melden. Die Meldung
hat im d. Monat jedes Jahres heim Magistrat des Heimatsortes zu erfolgen,
der im 8. Monat das Gesuch an den Oeneralgouvemeur oder Gouverneur
der IVovina des Aufenthaltsortes wdterglbt. Wird das Gesuch genehmigt,
io braucht der Reservist zur Übung nicht in die Heimat zurQcksukehren.
Beservisten. die wen^;er als 1000 Li vom Ueimatsorte entfernt wohnen,
haben indessen au ihren Übungen dortbin aurückzuk ehren.
Gesuche um Befreiung von Übungen wegen Krankheit oder aus mulcrea
wichtigen Anlassi n sind wahrheitsgemäß r.n begriinden tinrl von den üe-
bürdeu genau nacli/.upröfen. Falsche Angaben werden streng bestraft.
Im l'alle einer Mobünmchnng werden alle Mannschaften der He>ei\c
im IIei[n.itsl»c/.irk oder auch anßei'halb einberufen. Wer sich nicht stellt,
vnrd nach deui Kriegsgesetz bestraft.
6. Landwehr (Aoii'/w'-dlAn).
Die Mannschaften der Reserve werden nadi 3 Jahren unter Erteilung
öoes anderen Auaweises In die Heimat entlassen und aur Landwehr flberflihrt.
IKe Landwehr erhält die halben GebOhrnisse der Reserve. Fur jedes Do-
pa rteaient und jeden Kreis mit ungefähr 200 Landwehrleuten wird ein beson«
derer Uezirksunterofßzier ernannt; sind weniger als 150 Mann vorhanden,
s»i ur;tei>teh» ri diese der Rerirkshehorde der Reserve. Die Sidd Zahlungen er-
folgen in derselben Weise wie l)ei der I{(>serve. Die Mannschaftea können
tigendwelchen gewinnbringenden Hesehäl'tigiuigen nachgehen.
Die Landwehrleute müssen im 2. und 4. Jalire l'bungen ableisten
geoau wie die Reservisten, sind aber im 1. und 3. Jahre von Dienstleistungen
befrdt Nach Ablauf des 4. Jahres scheiden sie aus dem Mitit&rverhMtnla
n»; sie beaiehen keine OebQhrniase wdter, werden nicht mehr einberufen
oad erkalten abermals einen neuen Ausweis.
Ba einer Mobilmachung könnai aicfa alle Leute, die aus der Land-
wehr bereits ausgeschieden sind» aber das 45. Lebensjahr nocli nicht vollendet
haben, unter Vorweisung Ihrer Mititirpapiere bei den Bataillonen zum
I'ienst melden. Diejenigen unter ihnen , welche wahrend ihrer zehnjrdirigen
I>ienstzeit stets intelligent, kräftig nnd diensteifrig gewesen sind, werden
2u Leutnants, Felüweljeln und UulerofUzieren ernannt.
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180
Havsb: Di6' ReorganltttioD de« chinerisdien Heerwiiani
Die Offiziere und UnU-Tuffiziere sowie die liexirk.sulTizicre und Bezirks*
unteroffiiiere der Reserve und der Loodwekr werden der Reibe nach beim
Throne tu DienatowsMichpuDgen in Vorsebkig gebrtcbU
7. Aufsichtsbehörden.
Jeder Bannergeneral, Generalgouverneur oder Gouverneur ist fur die
Ausbildung der Truppen seinw Provinz verantwortlich. Da aber wichtige
Dienstobliegenheiten mannigfiwher und schwieriger Art diese Beamten hindern,
ilire ganze Aufmerksamkeit der Ausbildung des Heeres au widmen, ist fQr
jede Provins mit neuer Heeresverfassung» dow Kontingent sich auf min-
destens eine Brigade Stellt, dne Oenerailnspektion {Tu-lien-cKu) zu er-
licliten, die mit ausgesuchten, gut vorgebildeten und intelligenten Oflßueren
besetzt wird, in 3 Abteilungen die Krie^srHsfiingPn , die Generalstal)san^e-
legenbeiten und die Reorganisation hearljeitet und für die Umgestaltung und
moderne Aushildun«; der alten Proviuzialtriippen Sor;;e triii^t. Die iianner-
generäle, Geaeialgouvernpure und Gouverneure haben in jeder Hinsicht
Ilili'e zu leisten, behalten aber nacii wie vor die Oberaufsicht, damit alle
Masehen des Netses an einem Striek glatt ausammengezogen werden. Die
Erfkbrung lehrt, daß die Staaten — mag ihr Heer groß oder kidn sein —
einer obersten milit&rischen Zentralstelle bedürfen, wenn sie aus eigener
Kraft kriegsbo^t sein wollen; nur dann geht alles am Schnörchen und
wird den Vorschriften entsprechend au^geHihrt; dies ist dUe Meinung aller
Sachvers tindigra.
8. Offiaierstellen.
Die Truppenlührer haben eine überaus große Verantwortung« Sie
mflssen im Fdde nicht nur mit größter Sorgfalt die strategischen Pline
. erwigen, sondern auch die Verhiltnisse beim Feinde genau erkunden, um
Angriff oder Verteidigung vorzubereiten; sie haben sich daher vor jeder
Zersplitterung ihrer Krilfte durch Beschäftigung mit Nebendingen zu hüten.
Sind die Sonderpilichten aller Dienstgrade scIiaiT al)r::egrenzt, so wird sich
im Frieden jeder einzelne einarbeiten und im Kriege keine Unordnung
vorkommen.
Die I{ei;lements aller Länder haben nelien den Offizieren und Unter-
offizieren zur gegenseitigen Hilfe und Unterstüt/ung weitere Beamte fiir
Sonderaufgaben vorgesehen. Namen wie Zahl dieser Beamten sind unver-
meidlich ftußerst mannigfach. Wir müssen uns den VerhEltnissen entsprechend
dabei bescheiden» die unumgänglich notwendigen auszuwihlen und ftkr sie
besondere Stellen mit eigener Verant%vortuog zu schaffen.
Die moderne Krit^kunst ist in fortlaufender Entwickelung begriffen,
so daß sich die Offiriere unabilasig damit beschäftigen müssen. Alle Miclite
haben verschiedene Arten von Spezialschulen begründet» auf dmen Ofßziere
in ein/elnen Kursen der Reihe nach ihre Ausbildung erhalten und die neuen
Mi thotlen studieren. Vm dafür von jeder Koni[>agtiie mindestens einen
Zuiinilirtr frei/.umarlien , müssen im Reglement für die Friedens/eil 2 — 3
Zugluhrei' zum Aiu»bilduugsdiuust iu der Garnison voi^eseben sein; unter
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«
Haoeb: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens. 181
dn Mindesliiiaft Ton airüekbldlmideii Oflßcieren kann nnmftgÜch
beniiitergegangeii werden.
Hinzu kommt, daß in Anbetracht der verheerenden Wirkniif< der
modernen Waffen und der dadurch bedingten erliobHchen Verluste an Toten
und Verwundeten ein starkes OfBi^ier- und Unteroffizierkorps tmerlaPlich
ist. Hamit sich im Nodalle Ersatz findet. AusgebilHete Offiziere und Unter-
offiziere lassen sich nicht aus dem Boden stampfen. Daher scheuen alle
Mächte weiler Kosten uoch Mühe, schon in Friedenszeiten für einen reichen
Emtz Sorge zu tragen, damit im Kriege kein Mangel eintritt.
Welter veriangt die moderne Taktik auifgelöste GefechtaforitHidonen
fom kldnsten wie vom größten TruppenverlMude und lEßt die aufgelöste
Seblaebtlinie sich Uber weite l^me erstrecken, ao daß eine Kompagnie
nck mehrere 100 Sehritt weit atiaddinen kann. Sind nicht genug Offiziere
nnd Unteroffiziere vorhanden, so ist es schwer, fortlaufende Befehle zu
geben und die Truppe stetig in der üand zu behalten. Die Offiziere und
Unteroffiziere unserer alten Schule vermögen diesen Anforderungen nicht
gerecht zu werden: das ist der (inuul nnsner militärischen Schwäche.
Wir müssen nach dt'iu \'orhilde anderer Länder die Vermehninj; der Offi-
aüwe und rnteroffiziere ins Auf^e fassen und so die .Schla^ferti^kint cihühen.
Für die Infanterie kommen in Betracht: hei jeder Kuuipagnie 1 Kom-
psgnieflllHrer (An-Jhian), 3 ^gf&hrer {pai-chang) und 1 Feldwebel (ms-
•»•ola»9). Oer Feldwebel besorgt die ioneren Angelegenheiien der Kom-
pignie. Jeder der 3 Zugführer führt einen Zug. Im Felde lißt der Kom-
psgniefilhrer» sobald ea die Lage erfordert, zunichst einen Zug ausschwftrmen ;
der betreffende ZugfTdirer leitet dann nach eigenem Ermessen den Angriff.
Je Dach dem Verhalten de.s Feindes sehwSrmen weitere Zuge auSt bis die
ganze Kompagnie aufgelöst ist. Der Kompagnicfuhrer geht voran, um die
Verhältnisse heitn Feinde und die ReschafTenheit de»s Geländes zu erkunden ;
die ZnglTdirer folgen iliren Zügen und gehen acht, daß niemand zurück-
bleibt t)der fortlSuft. Wird der Konipnunieffthrer getötet oder verwundet,
so tritt ein Zugführer au seine Stelle, damit die üefechtski*aft der Kom<
pagoie nicht erheblich leidet.
Alle diese Umstinde sprechen l&r die Sdiaffimg eines starken, nach
Kiiften zu ▼mnehrenden Offizier^ und Unteroffizierkor])s. Erst dann kfinnen
wir von dner Armee apreehen,
9. Offizierersatz.
In allen Ländern ist die Lehre vom Kriege eine h«'sondere Wissen-
schaft, und jeder Angehörige des Heeres vom Zugführer .uifwärtH hat vor
sHnfr Beförderung bestimmte Kenntnisse nachzuweisen. In riiin.-i steht die
Krie^sH i.s»enscfjal\ noch in den ersten Anfängen, olme daß man e.s Ix-i dem
großen Mangel an geeigneten Kräften den andern Ländern gleichtun könnte.
Wir uiii^en uns, so gut es geht, behelfen.
Nachdem der Gesetzentwurf betreffend die Errichtung von Kriegs-:
sdudea die Allerhöchste Genehmigung gefunden bat und allen Provinzen
die unverzQgliche Ausführung des Gesetzes zur Pflicht gemacht ist, werden
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182
Haüer: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
in Zukunft bei der Aufstellung neuer Truppenteile nur noch Abiturienten
einer Kriegsschule und auserlesene Oflßzierdiensttuer bereite bestehender
moderner Formationen zu Oftiziernn ernannt werden.
Die alten Offiziere und Unteroffiziere sind genau zu sichten; vorzu-
inerkeu ist, wer etwas lesen und schreihen kann und Lust iiat, sich weiter-
zubilden. Werileu nach der Aufstellung neuer Truppenteile Offizierstellen
daselbst frei, so sind die^e ausschließlich mit den b^^steo Abiturienten der
Kriegsschulen £u besetzen. Offiziere und Unteroffiziere aller Pormttionen
können, wenn sie außergewdhnlich begabt und in der Ausbildung von
Truppen erfahren oder mehrfach auagezeichnet oder dekoriert worden
sind, auch ohne eine der neuen Militirschulen besucht zu halten, nach
freiem Ermessen vcr seh irdene Posten erhalten.
Militarmandarine der Provinxialstreitki-afte und der Milizen haben sich
nach deren Auflösung, sofern sie in die Neuorgant5.ation ühcrtreten wollen,
einer Pi i'ifun>; durch die /tistSndigen Beamten zu unterziehen und sich eine
Qualifikation erteihni zu I.ism ii , in der im Frieden erhaltene Auszeiclinimgen
und etwaige aktive I)ii;iust/.eitcn zu venuerken sind. Das Attest wird dem
lieichslieeresrat und Kriegsministcriuni eingereicht, che nach eingei tender
Prfifung die Übernahme des Bewerbers genehmigen oder abldmen.
10. Aushebung.
Werden Rekruten in grußer Zahl augeworhen »ind wird die Heere-s-
verfassung von der Regierung durchgreifend umgestaltet, so laufen nur
zu leicht gelegentliche Ungehörigkeiten beim WerbegeschSft unter; daher
ist die genaue Beobachtung und Durchführung aller Vorschriften uner-
läßlich. Wir mOasen uns die Heeresordnongen der MIchte des Westens
tmd die Rekrutierungsgeselze der Hau- und der Tangdynaatie zum Vorbild
nehmen.
Jeder Generalgonverneur oder Gouverneiir hat die Bevölkerungsziffer,
den Flächenraum, die Straßen und die Verkehrsmittel aller Departements
und Kreise seiner Piovinz genau zu prüfen und danach Musterungstermine
an paiisend ausgewählten Orten anzusetzen, nachdem dort zuvor die ijesetz-
lichen Bestinunuiigen über die Aushebung in Form von Hekaiuitiiiaelmngen
eine angemessene Zeit öffentlich ausgehangen haben. Am festgesetzten Tage
entsendet er Beamte, die gemeinsam mit dem zustindigen PriLfekten oder
selbständigen Departemenlsvorsteher und Magistrale das Aushebungsgescbift
leiten. Dabei gdten folgende Nonnen:
1. Altersgrenze: 20 — 25 Jahre.
2. Körperliche Beschaffenheit: MindeatmaS 4 Fuß 8 Zoll; im SQden,
wo die Leute von kleinerem Wudise sind, kann auf 4 Fvi& 6 Zoll
heruntergegangen werden. Leute mit Fehlem der Sionesoi^gane,
mit Augen« oder Geschlechtskrankheiten sowie Leute yon scliwich-
Itcher KÖrperkonstittttion werden nicht angenommen.
3. Kraft: mindestens 100 Catty sind mit gestreckten Annen empor-
zuheben.
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Hal'er: Die HeorganUation des chinesischen Heerwesens.
183
4. Die Aszendenten mOssea eingeseflMoen Familien angehören. Der
Anfjeworbene hat die p;<»nanen Adressen dreier Geoemtionen und
eine Anzahl Fini^erabdrücke einzureichen.
5. Opiuuuaucher. Leute von schlechtem Leumund und Vorbestrafte
werden nicJit angeuomuien.
Die DoriscIiuUen , Ältesten und Gemeindevursteher haben genaue
Lürten aller Ui^liehen Leute ni f&bren nnd der MusterungskommlMion vor^
xulcgen, welche die. ihr. geeignet erscheinenden Mannschaften aushebt Ver-
botoi ist es, nngeeigneCe Elemente Yorsuachlagen und fahrendes Volk,
desertierte Milisen oder den gesetzlichen Erfordernissen nicht entsprechende
Leute auf die Liste 7.u .setzen oder sonst irgendwelche Tataachen zu ent-
stellen oder 7M verheimlichen; femer ist es den Unterbeamtrn . Dorfsrhulzen
und Gemeindevorstehern streng untersagt, da.s Musterungsgeschäft zu S«|iiee7.e-
reieo zu benutzen; jede Verfehlung wird untersucht und «chwer bestraft
werden.
Die vom General^ouverneur oder Goiivernt ar* entsundteii KtHnini.s.sMrf,
die sich xuui Aushebung-sleiiiiiii nach den \ enscliii-deiieu Muslerungsorteu
hieben, haben die angenommenen Mannschaften in die Stammrolle ein-
ntrageo; eine Alisehrift davon wird den zusflbidigen Lokalbdiörden mitgeteilt.
Die zar Musterung Torgestellten Leute erhalten vom Kommissar pro
Mino und Tag eine kleine Bation, die Ausgemusterten von der Einstellung
aa anfierdem eine Geldsulage zur Bestreitung persönlicher BedQrfnisse.
Ferner erhält die Familie eines jeden Rekruten einen vom Kri^Bdepar«
teinent {pm</'j^i-ch'u) abgestempelten Ausweis.
Nach Antritt des aktiven Dlfnste.s heginnen die Gcbuhrnisse der Mann-
scfiaftcn vom Anfanj:; des /weilen ^h)nats ah in nionatÜchen Stufen zu steifjen.
Ein Tiil der Gebülirnisse wird einbehalten und alle ♦» Monate von »1er
Mililärkaj.jieiiver\valtung durch be.sondere Delegierte an ihe lleiniatshehtirdeii
gescliickt, die darauf einen Tag bekannt geben, an dem sich die Angehö-
rigen des Mannes persontieh das Qdd abholen können. Die Abzahlung
oriblgt in Gegenwart des Delegierten, der ausführliche, Datum und Rate
genau angebende Quittungen entgegennimmt. Haben Angehörige Ihren Aus-
weis verloren, so mllssen sie das 1 — ^2 Tage vor dem Zahlungstermin durch
den Dorlscbulsen und Gemeindevorsteher den Lokalb<>hr>rden melden imd
den Delegierten darüber Auskimft geben, wie die Urkunde abhanden ge-
kommen ist. Gewinnt der Delegierte die Uberzeugung, daß der Ausweis
wirklich verloren gegangen ist. so kann er trotzdem ausxahl^'n und einen
neuen Ausweis atisstellen. Sollte der Delegierte Abzüge irgendwelcher Art
machen oder Geld einbehalteii , so haben die interessif'Ttfn Familien da.s
Recht, an die betreffenden Soldaten zu schreiben, damit diese bei ihren
Vorgesetzten Beschwerde fuhren.
3 Monate nach der I^stellung findet eine Besichtigimg statt, tnn die-
jeo^ Leute festsostelleo, welche am weitesten in der Ausbildung forfge-
adtoitlen rind. Den Angehörigen dieser Leute wird nach Vorbild des Ge-
tetus betr^end die Aulstellong der Kavallerieroilizen der Grundsteuerzu-
M^tig i&r dO Mott erlassen und dies den »istindigen De|>artementsvorstehem
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184 Hauzr: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
find Mftjjistraten bekanntgegeben. Stellt (s sich dabei licratis, daß ein
Mann von fremden Leuten vorgeschoben worden ist, ao treten strenge
Strafen ein.
In Prdviniten, die keinen üriindsU'U'Tziischlag erlieben, können als
besondere Ausnahme geeignete Familienangehörige des Mannes Hir die
Verleihung des Titels »Graduierter der Kaiserlichen Akademie« (ekim
MhStig) von der Heimatsbehürde in Vorsclilag gebracht werden. ÜbeU
bdeumundete oder vorbestrafte Leute sind von dieser Aoaxelehnung aus-
gesehloosen. Werden Angehörige der Familie in Prcnesse verwidkdt, so
sollen sie ebenso wie ein Oraduierter der Kaiserlichen Akademie das Recht
haben, nicht in eigener Person vor Gericht zu erscheinen, sondern sieh
rcrtrfeten zu lassen.
Nach dem Ansi^cheiden des Mannes aus dem Heere hören alle diese
Privilegien wieder auf.
Die auf li'mKnc Zeit liciiHntihten oder aus dem lieere entf'eraten
Mannschaften \v( rtlcn von den /nsiändigen Militärbehörden den» Kriegsde-
parteuienl {jping-pei-cliu) uionattieh gemeldet, damit dieses die betrelTendeo
HeimatsbebQrden benachrichtigt Aus dem Heere «Atferale Leute dOifen
nie wieder in einen Truppenteil au%enommen werden, auch dürfen sie bei
späteren Musterungen nicht wieder von den Dorfichulxen oder Gemeinde-
vorstehern auf die Vorschlagsliste gesetst werden. Die Familie solcher
Leute hat wieder denselben Grundstenersaschlag wie früher su entrichten,
bzw* geht ihr das Hecht verloren, sich vor Gericht vertreten zu lassen,
auch wird ilir Ausweis zur Geldabhebung von den Lokalbehörden kassiert
Hatte ein ans dem Heere enffcrntei- Mann wahrend "-ciiit^r Dienstzeit irgr-ml-
u'f'lchen militärischen Rang iiekU-idrt, so ist da^ vom Kriegsdepartement
den lleimatsbehurdeu zur liegistiiei ung mitzuteilen.
11. Beförderung.
Alle Linder tdlen die Angehörigen der 1. Klasse des Soldateostandes
nach Begabung und Anstelligkeit in verschiedme Dienstgrade, die den Wür-
digen nach eingehender PrBfung durch die direkten Voigesetsten verliehen
werden. So wii'd der allgemeine Eifer angespornt: eine vorzil^iche Ein-
richtung, die Nachahmung verdient.
Von allen neueingesteliten Hekruten ist der fiinfte Teil auszusondern,
daninter die Leute mit einif^er Kihliin;^ und (h'e k«»r[>erlic}i Krliftigen. Diese
erhallen (jefreilfnlöhunnu ; ilie hcsiun niit<'i- ihnen werden nach fünfmonat-
licher Aiisbildniij,' zu l iitcroltizicn'u (Ju-mu) befördert, die übrigen zu Ge-
freiten {cheny - jjiiiy). Die dadurch freigewordenen eiaisniäßigea Stellen der
Truppe wei'den mit neuausgehobeuen Leuten besetzt.
Die UnterolBziere und Gefreiten sind fUr die dnzelnen Koiporal-
schaden verantwortlich. Die besten Unteroffiziere rücken nach einer wei-
tereu Ausbildung von 3 Monaten In freie Sergeantenstellen (eMi^-SM«) ein.
Sobald alle etatsm&Bigen Gdreitenstdlen besetzt sind, treten alle mwen
Rekruten hinfort als Gemeine ißt-pmg) ein. Nach flinfmonatlicher Aus-
bildung wird eine Anzahl ausgesuchter Leute zu Gefreiten befSrdcrt und
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Uaukb : Die Reorganisation dos chineslachen Heerwesens.
185
im weiteren Verlaufe der Oienatadt «Ue di^nigen» die sich besondere
berrortan.
Gleich nach der Aushpbnng und unmittelbar nach der Finstelhmg
lassen sich unter den Mannschaften nur schwer Unterscliicde machen; da-
her soll die vorgc.se Ii enc ctatsniüßige Zahl der verschie(h'iien Dienstgrade
erst 10 Monate später voll besetzt sein, doch können auch noch weiterhin
znr Belohnung oder zur Strafe Veränderungen von dea zuständigen \'ur-
lesetilen veriugt werden, damit UntoroilBaiefe und MannachaAen nch stets
einer gerechten Beurteilung ihrer Leistungen bewußt bleiben.
Entfernung aus dem Heer und Degradation kann nur von den dasu
eimichtigten Besmten verhSngt werden* Fflr die Beförderung vom Gemeinen
zom Gefreiten ist der Kompagnieflihrer, för die Beförderung vom Gefreiten
zam Unteroffixier der BataUlonskommandeur sustlndig.
12. Be f e h 1 s c r t e i 1 II n i;.
Der milittrische Befehl muß kurz, klar, })estiuunt und alliieniein ver-
ständlich sein, Itn Buche der Wandhinfjjen heißt es: -Mächtig wie schwel-
lende Wasser llutet der Kul« und im Buche der Urkunden: »Das Gebot
O^ht und wird befolgt, nicht aber übertreten«. Soll der erteilte Befehl
ausgeführt und nicht mifiachtet werden, so muß unbedingt i^cbon in FHe-
dewxeiten das feste Vertrauen begrfindet sein , dsß der Fahrer im ISnuU
liüle alle Umstinde berQckaichtigen und die richtigen Maßnahmen treffen
wird. Wer in Friedensaetten aber Vertrauen erwerben will, muß Strenge
uod Wohlwollen geredit abwigen und dai-f niemals die Gewalt über sich
Tcrlieren; seine Worte müssen wohli'iberlegt sein, und nietnals darf er sich
hinreißen lassen. Weder dürfen Auszeichnungen leichtfertig verteilt, noch
Vt'rjelien unL'osüInit diu-chgelassen werden: alles ist viehneltr auf Grund
d» i- ep^ati-ieiMTi \ orschriften ausscuführen und zu enlsclu'iiien. Unveränder-
lich wie der Lauf der vier Jahreszeiten und uneiNcliütterlich wie die Bei*ge
mU das Recht seinen Weg gehen; dann wertien die Untergebenen den
VorgCKtzten achten. Wenn jeder Mann weiß, daß der ergangene Befehl
wddflberlcgt ist, so wird er ihn aus eigenem Antrieb genau befolgen und
reqtdttvoll im Gedlchtnis bewahren, und niemand wird es wagen, Einwen>
düDgen zu machen oder nach Ausflüchten zu suchen.
Im Felde hat der Befehlshaber alle Umstinde ohne V.oreingenommen-
iieit sorgsam zu erforschen, au prüfen, zu erwägen und (hmn die der Lage
entsprechenden Anordnungen zu treffen. £r hat dabei die geistige und
köq»erliche Fäfiltikeit des Hefelil.sempfann^ers zu berücksichtigen inul danach
sWnpa<vsen und zu entscheiden, oV» der Aull ra<^ .scliwer oder leicht sein, ob
tr hIidciI oder langsam ausgeführt werden umÜ. Alles ist Punkt fiir Punkt
»ipam zu überlegen, denn nur so kann man sich genaue Uechenschaft
geben, ob die geplanten Maßnahmen Erfolg haben und nicht etwa bereits
foihandene Vorteile in Frage gestellt werden.
Mtti brmnchc kdne unklaren oder schwerverstlndlichen Phrasen, man
Miene sich keiner Wendungen, die aweierlei Deutung zulassen, man hüte
lieb vor hochfahrendem Wesen und geringsdifttalger Bebandltmg der Unter-
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186
Havkb: Die Reoi^gtnuation des diinestseben Heerweaens.
gebeueti und man j^L-be uiiler keinen rin.slüiidcn detn Willen der Leute
nach. Nach reil'liclier Ul>erlef;iinf; fasse man seineo Entschluß und erteile
dann einen hestiinniten , klaren Befehl, der, einmal erla^iseu, ausgeführt
werden muß, ungeachtel aller eiwa entgegenstehenden Hindeniistie iind
Scbwferigkdten irgeudwelelier Art. Die Kunst der richtigen Befehieertei*
luDg ist der lialbe Weg ztim £rfoIge.
Man onterscbeidet 2 Arten der Befehlserteilang: der strikte Befehl
scliretbt *ile Einxelhtiten vor, die der Befelilaempflbiger «u befolgen hat,
wihrend das Wesentliche des direktiveo Befehls darin zn sehen ist, dafi
er dem Ermessen des Befehlsempfangei-s einen gewissen Sjn'elraum läßt.
Die Befehlserteiinng erfolgt, je nachdem es die Umstände erfordern,
gedniokt, schriftlich, tnundlich oder dureh mündliche Bestellung. In allen
Ländern des Ostens und des Westens ist die Lehre von der Befehlst'rteiluiig
und BeleliUüberuntieliMii; ein wichtiger Zweig der Krieg.swissenseliaften-
Die Übermittelung der Befehle geschieht in l>cstimn)ten F'ormen und be-
stimmten Zeiten, und die huheren Führer haben ein besonderes Meldeper-
sonal zur Seite« damit alle Anordnungen sofort an die Truppen wdter-
g^ben und dort befolgt werden können, gleichwie dn Hebet das gaose
Maschineowerk in Qang setxt oder &n Windstoß alle Giiser beugt.
Sollen alle Teile des Heeres mit vereinter Kraft, alle Zehntaasende
eines Sinnes in den Kampf ziehen und in heißem Sturme den Sieg erringen,
so sind obiges die Vorbedingungen dazu.
13. Dienstunterricht.
Der rechte Weg zur Krzieliung des Heeres besteht darin, daß die
Manu.schafuui zuerst unterrichtet und dann einexerziert werden. Der Dienst-
unterricht weitet den GesichU»kreiä und vertieft da^ Wis.>ea, durch ihn
werden die natürlichen Talente und Fähigkeiten geweckt und wdteiigebildet.
Allen Mannschaften muß gleich beim Eintritt ins Heer Treue und
Gehorsam zur Hauptpflicht gemacht werden; die Grundregeln darüber sind
in leichtfaßlicher Form festzuli^n, damit sie von den Offizieren und Unter>
Offizieren erkllrt und von Zeit zu Zeit abgefragt werden können*, aus den
erhaltenen Antworten können dann die Lehrer ersehen , ob die Unterwei-
sung bei Gelegenheit wiederholt werden muß. .led^^r Mann muß die wich-
tigen pntriotisclien Pflicliten genau kennen und den festra Willen haben,
die Woiihaten des \'aterlandes zu ver^;elten.
Weiter sind lüe ( ii'iind?,(i^e der Heglenient.s, vom Leichteren zum
iSciiwierigen lurl&chreilend, m in.strnieren. Dahei ibt allein auf das wirk-
lich Nützliche und leicht Erlernbare Wert zu legen, aJles nur äußerUcb
Prunkende aber zu venneiden, damit die Krafte der Leute nicht uoaQta
vei^eudet werden.
Die Offiziere und Unteroffiziere sind stets ffir die FQbruog und Di*
rektive verantwortlich; Sieg oder Niederlage im Kampf, Leben oder Tod
der Mannschaften, alles das hängt von ihnen ab; bleiben die Leute aber io
Unkenntnis über den Zweck de; Krlcrnten und im Unklaren über das Warum
der Anwendung, so ist das der Weg zur Niederli^e. Daher müssen die
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Uaucb: Die Reorganisation de« chinesischen Heerwesens.
187
HamischaAen zu regelmäßigen Instruktionsstunden versammelt werden, in
denen die Kampfesweise erklärt wird. Weiß der Führer seine Leute, weiß
der Manu seine Waffen richtig zu gebnachen, so ist damit schon der Er-
(o\g lur Hälfte Vf*rl>iirj;t.
In allen Ländern erteilen die Otiiziere und Unteroffiziere persönlich
den Dlenstunlcrriclit. Nur was die Leute iui Frieden von ihnen erlernt
haben, lassen die Offiziere und Unteroffiziere im Felde von ihnen ausHihreu:
daher It&meii die FQfarer ganz nadi Gefalleii verftlireOf ohne beAlrehten
zu miteseii, daB Hiademtsse In den treten oder die Untergebenen
iSgero werden. Alle Organe greifen aar AusfQhrung jedes einmal gefaßten
Planes ineinander und sind jetler Lage vollkommen gewachsen.
UiisL-re Offiziere und Unteroffiziere der alten Schtale sind ziun größten
Teile oltne Bildung. Gründliche t^rfahrun^ in Throne und Praxis ist aber
die Vorbedingung fur je<len Instrukteur. Die eigentlich fi'ir die lOrleihuig
de« rntrnirhts in Betracht kommenden Offiziere und Unteroffiziere sin<l
enlwt^il^'r st llKst noch in der Aiisbildunj; begriffen und daher nicht verwend-
bar, ridi-r aber nnahkurnndich , weil sie iKttwendiir ^eln auchl werden. Wer
plOLzliuh in einen großen Wettbewerb tritt, kann nicJit gleich allen Anfor-
derungen gerecht werden.
Da gerade jetzt, wo wir die ersten grundlegenden Schritte aur Rc-
ofganisalioo des Hemvs ton, ein filhlbarer Mangel an hinreichend vorge-
UUeten Offizieren herrscht, können wir uns nicht der Bel&rcbtuqg ver-
.vchlieBen, dafl die gleichzeitige Übernahme des Dienstunterrichts durch
Offiziere eine Überlastung derselben darstellen wflrde. Es soll (1nl ' < In t-
w eilen in jedem Regiment ein besonderer InstruktionsofBuerange^lelU werden,
der nach den Ideen und Finfjerzeigen des Kommandeurs die Ausbildung
!pi*ft tmd anrli die iihri^en Ofli/.iere in allen /weisen (h'r Kerilements unter-
weist. So wird er nach oben hin detn Kominnnileur heifeiiil zin- Seite
stehen, oime uu geringsten in deasen Wirkungskrei.s einzugreiü-n, und nach
UQteo zur Belehrung der Offiziere beitragen. Sobald erst nach vollständiger
Bariehtung der Kriegsschulen einige Jahi^gänge atis diesen herroi^egangen
nad, werden die Offiziere und Unteroffiziere auch selbstSndig den Dienst»
aaterricht Qbemehmen kOnnen. Der besondere Posten der Instniktions-
eflmere wird dann abgescliaflfl werden.
14. Besichtigungen.
Nach den Riten der Chou (Chou-li der Choudynastie, 1122 — 25.'>
Chr.) rief der Mai-sehnll im zweiten Frühlingsmnnd die Triijifien zu den
Fahnen; im zwriti ii Sdiiniir rinond lehrte er sie Lager bauen und im zweiten
ii*::rb.Ntuiuiid cxerzunte er sie ein; im zweiten Wintermond endlich hielt er
One große Heerschau. Seitdem herrschte unter allen folgenden Dynastien
^ Brauch, das Kriegswesen durch Besichtigungen der StreitkiiUle zu
flWern. Sie rüsteten ftlr den Kampf, indem sie ftlr die StrdtwagenkKmpfer,
Ar die Instandhaltung der Waffen tmd f&r die Formierung der Schlacht-
nihen genaue Anweisungen erllefien. In der Sonderung des Guten vom
Schleehteo, des Gesehickten vom Unbrauchbaren und in der darauf beru*
188 Baosb: Dfe Reorgsnisation des diineatsdim BeenreMnt.
henden gerechten \'erteihing von Belohnungen und Strafen beruhen die
großen Vorzüge solcher Einrichtungen.
Unüerin Erhabenen HerrscherUause hnt ki iegprisches Genie den Grtind
gelegt. Daher haben von weiland Seiner -Majestät dem großen Ahnheri'n
und Friedenskaiser {Tai-tsung WM'huang-ti) und der R^erungsepoche
•HiaimekerlettcbtUDg- {Tim-it'ung 1627—1644) an die Kaiser und die
Prinzen des kaiserliehen Hauses persönlich ritterliche Tugenden geObt und
damit den Anstofi sn den großen Besachtigungen gegeben. Alle spiteren
Hmrscher haben diese Gewohnheit voneinander Qbemommen, und Ic einer
hat sich in der Ausflbung seiner Pilichten vertreten lassen. Aus den PSssen
der Großen Mauer sogen sie zum Jagen, itn Sddpark (iVim*yBaR, sQdlicli
von Peking) übten sie das Weidwerk unil auf den beiden Kxerrierplatzen
(bei Peking) besichtigten sie ihre 'rnijijien: st» stellt es übeiall in d^n An-
iialen verzeiclinet. Zur Zeit der Hulie dachten sie der üefalir und übten
und lehrten d;i.s WafTenhandwerk vveitaussciiauenden Blickes. RegchiiäßiR
kehrten am Kai.seri)ol'e die Besichtigungen der Pekinger Lager und draußen
in den Fhnrinsen die Revuen der fibrigen Strdtkrifte wieder, in gewisMOi
Turnus, ohne Unterbrechung.
In allen Undera des Ostens und des Westens ist jetat die Lage adir
ernst. Daher werden die Truppenteile entweder einaeln oder in größeren
VerlAnden oder in besonderen großen Manövern besichtigt, und es gibt
Herrscher, die diese mit ihrer pcrs&nlichen Gegenwart beehren. Hohe Of-
fiziere werden eigens als Zuschauer und iSchiedsriehter kommandiert und
spezielle Regulative erlassen, auf Grund deren die Besichtigungen abgehalten
werden und auf Grund deren fiber den Ausfall der Übuugen Bericht er-
stattet vvinl.
Chinas Heerwesen gleicht heute einem ungespannten Bogen, und die
alle drei «lahre vorgeschriebenen Besichtigungen werden von der Mehrzahl
der liohen Flrovinzialbeamten als leere Form betrachtet. Aber in jüngster
Zeit ist die Frage der Verteidigung eine iußerst widitlge geworden, und
die besten finanziellen Krifte des Reiches sind aa ihrer LOsung erschöpft
worden. Wird bei den neuarichteten Truppenteilen nicht gleich von vom*
herein besonderer Wert «auf genaue Kontrolle der Schlagfertigkeit gelegt —
wie könnten wir da der Gefaiir von außen und den Unruhen itn Innern
wehren? Wir liringen daher die folgenden drei Regehi in Vnrscldag:
1. Kaiserhche Bpsielitignngen. Alle drei .lahre werden von S'-incr
^L'ijestät auf Antrag des Heichsiieeresrat«» und des Kriegsnuniste-
riuins « ine Anzahl hoher Ofiiziere abwechselnd in die Provinzen
entsandt, um dort Uesichtigiuigen abzuhalten. Üas Aussehen, die
AnstdligUeit, die ]>raktiache und theoretische Ausbildung , der Zu-
stand der AusrOstuqg und der Lüger, der Geist der Truppen and
die Dissiplin sind eingehend au pr&fen und dem Throne wahrheits«
geuilß au melden, inwieweit den r^lementarischen Anforderungen
entsprochen worden ist.
2. Provinzialbesichtigungen. Die Bannergenerale, Generalgouvemeore
und Gouverneure liaben in ihren Provinxeo j&hrliche Besichtigungen
»
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Hauer: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
189
abzuhalten und sich personlich von dem Zustande ihrer Truppen
zu überzeugen. Sie haben dein Keichsheeresrat und dem Kriegs-
ministerium auHführlich zu berichten, wie weit die Divisioneo,
Brigaden und Rep'menter in der Ausbildung fortgeschritten sind
und wie weit öie deu Anforderungen der Reglements genügen.
3. Korpab«flichtigungen. In allen Korps Inben ^« KömnmndeiMre dar
IMTiaiiMien, Bri|piden und Regimenter zu gewissen Zeiten Besich-
tigungen abzuhalten und eingehende Berichte darftber dem zu-
•findigen Bannergeneral» Oeneralgouveraeur oder Gouverneur ein-
znreidien, der ne an dea Bdchaheeresrtt und das Kri^fBrnini*
sterium weitersendet
Eine besondere Verordnung betreffend die Abhaltung von Beslchti«
gongen wird dem Throne noch zur Bestätigung unterbreitet werden.
In. Operationen.
Da die neu aufgestellten Truppenteile aller Provinzen gleich gegliedert
sbd und nach gleichen Grundsätzen ausgebildet werden, können sie gleich-
oiiflig Verwendung finden.
Werden an der Grenze gröfiere mUltirische Operationen notwendig,
iit dies zuvor dem Reichsheeresmt und dem Kriegsministerium zu melden,
dsmii dieses bei Seiner M^estiU die E^ennung eines Feldmnrsdiells (te-
fn^-Ai-cA*^) erbittet. Der Feldmarschall erörtert mit dem Kcichsheeres-
rat, dem Kriegsministerium imd dem Finanzministerium die Verhältnisse
beim Feinde, die Rcschaffenhcit des Operationsf^cbiftes und die .\ufbrinf;nnp;
der nöticen Mittel. Krweist sich dif» Hinzuziehung von Trujipcn mehrfn-pr
Prtivirizpn notw^endig, so ist von »Seiner Miyestät ein entspr^hender Bei'clil
lU erwirken.
Die Gesamtstreilkräfte unterstehen dem Feldutai.sciiull , dtu- darüber
nach GotdQnIcen deponiert imd die alleinige Verantwortung ti Sgt.
Brechen in den Provinzen AufstXnde aus, welche die Herbeiziehung
vm aktivem SliKtlr benötigen, so hat der zusttndige Banneigenerai, Oene>
nfgouvemeur oder Gouverneur zuiAclist die Truppen der eigenen Provinz
m verwenden. Reichen diese nidit aus, so ist durch den Reichsheeresrat
and das Kri^sministerium die Herbeiziehung von Streitkiiidten der Nach-
^arprovinzen beim Throne zu beantragen. Nach Wiederher*stellung dlM*
Ordoong kehren diese Truppen wieder in ihre Provinzen zuröck.
16. Auszeichnungen.
Die ersten Schritte zur Begründung eines neuen 1 leeres sind äußerst
«diwierig, doch werden Organisatiou und Ausbildung bei Befolgung der er-
gangoien ReglcmenU aUmlhlich fortsdireiten und vollkommener werden,
M» dafi man die Truppen als sdblagfertige Waffe brauchen kann.
Die Bannergenerale, Generalgouvemeure und Gouverneure haben beim
Throne die Entsendnng von Beamten zu erbitten, die auf Grund der Ver-
ordnung betreffend die Besichtigim^en die vorgeschriebene Resiehtigung
aUnlten. Erweist sich die Ausbildung als unzureichend, so ist eine Frist
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Haubs: Die Reorganisation dee duneeiadien Heerweeena.
zu bestimmen, nach dereu Ablauf iiocliiiials eine Besic!itif»iin^ stattfindet.
Ist die Ausbildimg dagegen %wecktn«ßig und vollkommen, so sind hei der
ersten großen Bealehtigung dieser Art von jeweilig 100 Leuten imiiier 2
Seiner Mi^est&t und Z dem ziistindigen Baanergenend, GenenügouTemeur
oder boavemeur zur Verleihung von eii6eiigew5bDlichen Auszeiclinungen
in Vorschlug £u bringen. Olfizlere und Unteroflixiere, die gewissenhaft ihre
Pflicht erfiUIt haben und den Anforderungen entsprechen, werden vom
Reiclisheere^rat und KHegsministerium in eine be^^ondere Liste aufgenonunen
und bei der Besetzung offene Stellen und bei Beförderungen in erster
Linie berncksicliti^t.
Bei den später alle 8 Jahre erfnlf^fiulcn Besichtigungen wird die ^Icirlie
Anzniil Leute für gewöhnliche Auszeiehiiuiip;fii in X'orschlag gebracht. Das
geschieht aber nur in der ersten Zeit nach der Aufstellung des Heeres,
denn, nachdem erst einige große Besichtigungen stattgefunden haben, wird
das Interesse geweckt und die Kraft einiger Jalirgänge enlfkltet sein, so
daß die Fortbildung leichter f&llt. Die simtllchen Fieher der Kriegs-
wlsaenschaften in Theorie und Praxis zu beherrschen, ist dann die selhst-
verständliehe Pflicht der Offiziere und Unteroffiziere, und es werden be-
sondere Bestimmungen Ober die Verlnhung von Auazeicbnnng^n erlassen
werden.
Offiziere und Unteroffiziere, die sich während der Fnedensarl>eit durch
besonderen Dienstriffr hervortun, sind von den Banncru'^f'iifr nloii , General-
gonverneuren timl Ciomeni euren am Knde jedes Jalues dvm Throne tu
incldfii. Es gelaugt an diese ein vom Heielishecresrat und Kriegsministerium
in ö Klassen hcrzustelleuder Orden zur X'erteiiung. Die tQchtigsten Mann-
sehaften und die besten Schätzen erhalten vom Rachsrai und Kriegsmiot-
Stenum festzusetzende silberne Medaillen und Ehrendiplome, die von den
Provinzen selbst zu beschaffen sind und von den Banneig^neralen, General*
gouvemeuren und Gouverneuren bei Gelegenhdt der jihrtiehen Besichtigungen
verteilt werden als Ansporn t&r den allgemeinen Eifer.
17, Bestrafungen.
Fur dip Würde und das Ansehen des Hefres ist es unprlaßlich, daß
\'orgesetzte und Untergebene sieh einer elu enlinften l'iilu iinii lielleißli^en. Ab-
gesehen von den Vertiehen det- OCfi/ieie und Manustchaflen, die nach dein
.Militärstrafg<'setz gealuulet werden , sind alle Nachlässigkeiten und Verstöße
mit Diszipliaarstrafeu zu belegen. Je nachdem sich bei der Untersuch i mg
die einzelne Tat als leichter oder schwerer darstellt, behält der zustSadtge
Vorgesetzte zur Strafe einen verschieden abgestnften Teil der GebOhmlsse
ein und verwendet ihn zur Belohnimg anderer. Sind Offiziere so bestraft,
so wird dies nach oben gemeldet und dort vermerkt; hinsichtlich der Unter-
oDIiziere und Mannschaften werden dergleichen Strafen monatlieh im Bataillon
bekanntgegeben und auL^erdem dem Regimentskommandeur gemeldet. In
leichteren Fallen sind Offiziere und Unteroffiziere mit einfachem oder ver-
scbärfteuj \'er\veise, Mannselinfteri mit Ärmst oder Arbeitsdienst zu Viestrafpn.
im aUgeuteiuea ist darauf zu sehen, daß ^ur Aufrcchterhaitung der Mauues-
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BAon: Die Reorganintkin des ehineatsdien Beerwreaen*. 191
iiiclit kriep'geriehtliche Strafen inuglirhst vfiiniVrlpn werden und die Iricli-
tert^n Disziplinarstrafen an ihre Stelle tictfii. Wenn die Lpü!»' sich s«>lbst
achten gelernt haben, werden gerichtiiclic Strafen nicht leiciit eintreten.
18. Fahnenflttcht
Die «lag^benen L«ite dteintfrendig bd der Fahne bu halten ist
oieht Idefat; laufen sie nach einiger Zeit halbauageliHldet fort, so sind Zeit»
Odd und MCAe für sie umsonst yei^udet worden. Ist dies schon &u6er8t
Maoerlieh, so stellt die Falineoflachl im Augenblick des Krieges eine
ernste Gefahr dar, und es niQssen .somit die strengsten BCafinahmen mr
Wiederergreifung fahnenflüchtiger Soldaten vorgeselien werden.
Außer dem von zuständiger Seite geföhrlen gerichtlichen Verfaliren
lüpldet das Kriegsdepartenient jeden DpsertHin- *;eirier Heiinatshehörde. die
darnuf den l»etreffenderi Dorfältesten, Gemeiniievorstehern und Famiiien-
aageitürigen die eingehendsten Nachfoi sclujiigen und die Festnahme des
Fahnentluchtigen zur Ptlicht macht, sobald dieser in die Heimat zurückkehrt.
Verfaamlichen die Dorfältesten oder Gemeindevorsteher die erfolgte Ruclc-
kehr, so werden sie sSmtlieh streng bestraft. Solange; der Deserteur nicht
in die Heimat zurückgekehrt ist, haben die DorfUtesten Sicherheit zu stellen,
dsB «ie den Mann nach seiner RQckkehr einliefern werden*
OrtsbehSrden, die sich bei der Verfolgung und Festnahme von De-
serteuren lasfdg zeigen, sind in folgende Dis7.iplinar.<:trar(>n zu nehmen:
Werden Deserteure innerhalb eines Jahres nicht gefaßt, der Beginn des
Jahres mit dem Tage gerrchnrt, an wck lieni der {x'Lrcfrende Benrnte die
Anzeige des Kriegsdepartenient s erhalten h.it, so hat der zuständige General-
gouvprneur oder Gon%'erneiir auf Antra-^ des Krieffsdejmrtemenls die he-
sonJeren Umstände- zu prüfen und den betreffenden Departementsvorsteiier
oder Magistrat v.n bestrafen:
bei 1 — 2 nicht gefaßten I)<'serteuren mit Gehaltsabzug für 9 Monate,
bei o — 6 nicht gefaßten Deserteurea mit (lehaltsabzug ftii- 1 Jahr,
bei 10 und mehr uiciit gefaßten Deserteuren mit Gehaltsabzug für
2 Jahre.
1st ein weiteres Jahr vergangen, ohne daß die Deserteure fes^e-
nonmen wurden, so werden die betreffenden Departementsvorsteher und
Msgistnte weiter bestraft:
bei 1 — 2 nicht gefaßten Leuten mit Verlust einer Rangstufe,
bei 5 — 6 nicht gefaßten Leuten mit Verlust einer Rangstufe und
Versetzung,
bei 10 und mdir nicht ge&ßten Leuten mit Verlust zweier Rang-
stufen und Versetzung.
Diese Disziplinarstrafen treffen in höherem Msße als die bisherigen
Batimnmngen die Wurzel des Übels. Noch wesentlicher ist es aber, daß
die Führer w ährend der Friedensausbildung durch gute Behandlung und
zweckmäßige Erziehung einen dienstfreudigen Geist unter den Leuten wecken,
M) dafi diese ihnen wilh'g und gern folgen und gehorchen. Dann wird
192
Haveai Di6 ReMigftniMlion de« chbeaisdien Haat'weten».
Fahnenilucht ein seltenes Vurkoiiunnis sein und nur noch solche Leute auf
eine Gelegenheit zum Lotlaufen warten, die sich den . Anstrengungen des
Dienstes enlxiehen wollen oder aber eine Strafe fQr begangenes Unrecht
f&rchten. Bei solchen Deserteuren liegt die Ursache der Flucht in ihnen
selbst, und ihre Zahl kann nie groß sein, denn die Zahl der FahneoflOch*
tigen bildet ein Moment bei der Beurteilang der FOhrer; ist sie zu hocfa,
so müssen die betreffenden KompagnieAlhrer mit DissipUnarstrafcn belegt
werden.
19. Pensionen.
Unter der Herrschaft unseres Erlanclitpn Knisprhanses haben im zweiten
Jahre der Regieningsejjoche »StaiuliLM' Höfie« {('h'ion LurKj) (1737) »so-
wie im 6. und im 11. Jahre der Kegiernngse])oc}n"« •Stgtui-.wiinder- ((^hia
CKing) (1801 und 180G) Allerhöchste Edikte und Reskripte wiedcrliolt be-
stimmt, daß bei militärischen Operationen für gefallene Soldaten eine Geld-
entsdi&digung 7.u xahlen, fiir gefallene Offiziere je nach dem Range ent-
weder eine OeldentsehSdigung oder eine posthume BangerhShung vonni-
sehen sei. Hinsichtlich der Verwundeten wurden je nach der Erheblichlteit
der Verletaungen fflnf Klassen unterschieden s Schwerrwwundete erhielten
die HUAe der für Gefallene gezahlten EntschädIguQg, Leiditverwundete
geringere Summen. Leute mit Dienstauszeichnungen oder Ehrenzeichen
erhielt«»n, wenn sie wegen Alters oder Krankheit aus dtnn Dienst schieden,
die Krie^sration oder dir Frifdensratinn in Reis; Offiziere bezogen im
gleiehen Falle das ganze oder das lialhe (iehalt weiter. Starben .solciie
Offiziere , so wurde den tSühuen der Titel {ym-s/i^ru/) verliehen, während
nach dem lüde ausgezeichneter Invaliden dereu Familie die Reisration
weiterbezog. Das waren vorzQgltcbe Regeln.
Heute ist die gute Einrichtung in langer Friedensxeit ganz in Vergessen-
heit geraten. Alle Michte des Ostens und des Westeos halten sie aber
ftir iufierst wichtig und beachtenswert und haben fUr alle im Kriege oder
im Frieden sterbenden OCBaiere und Mannschaften Pensionen ausgeworfen
und flir alle \'er1etxungen Entschädigungen vorgesehen. Offiziere und Unter-
offiziere erhalten nußerdein nach einer aktiven Dienstzeit von mehr als elf
J«liren ein Gnndenuelialt . das nach ihrem Tode der Ehefrau und nach
deren Tode ihren Kindern Ms zm- (ii oßjälirii;keit vveiter;;ezalilt wird. So
wird allen fürsorglich geholfen und niemand zurückgesetzt, lutd es Leii\sclit
daher «in fteutliger Geist, der alle befaliigt, durch Wasser und Feuer zu
gehen und dem Tode furchtlos ins Auge zu schauen.
China hat jetzt bei der Reorganisation sdnes Heeres die beste Ge*
l<^enheit, den Geist und das Interesse weiter Volkskreise durch zweck*
roftßige Verordnungen zu wecken* Daher sollen
1. fDr alle im Kampfe Gefallenen»
2. fiir alle im Kampfe Verwundeten,
3. für alle im Dienste Verunglückten,
4. für alle Militärpersonen, die lange mit Auszeichnung aktiv ge>
dient hal>en und dann an Krankheiten gevtorhen sind,
5. liu- alle aus Aileri>rücksichteu \'erabscliiedeten
Digiti^cü by Google
Havib: Die BMigMiintion des diineeiwhen Heerweeene. 193
ID verschiedenen Abstufungen Pensionen y.ur Aui>zaiiiuri<; gelangen. Die
liSügeo Mittel werden Ton den ProvinsudregierUDgen aufgi hracht und ver-
redinet TVotx des gegenwärtigen Ahlbaren Maagds an staatlichen Fonds
DMifl das fttr diese Penakuusahliingea nötige Gdd unter alten Umstilnden
bewliafft werden.
Machen die mit der Pensionsauszahlung betrauten Beamten Abiflge
oder behalten sie Geld ein, so hat der Ptrislonsenipfänger das Recht, per-
sönlich oder durch einen Familienangehörigen bei seiner alten ürigade oder
seinem Refjiment Beschwerde zu führfn. Zur Entsclicidiirii; dci- Beschwerde
ist in den Proviti/er) ät-r Rannergeneral, G ciu'ialf^ouvrnicui- oder Uouver-
neuTt in Peking dt-r iilt-ichisheeresrat und das Finanzmiiiistcriuni zuständig.
Erweist sich die Beschwerde als begründet, wiid der schuldige Beamte
streng bestraft; außerdem hat er fur alle Unterschleife vollen Ersatz zu
20. Altersgrenzen.
Pttr jede TVuppe ist frischer Mut das kostbarste Out, passive $chlaff>
heit die größte Gefahr* Daher werden die BCannsehalten in immer neuen
Jabig^Dgen herangebildet und nach vor|];( srIiiiebene]l Zeiten wieder entlassen;
aber auch fUr den Rücktritt b^abrter Offiziere ^^tht bestimmte Kegeln.
So werden nach den Oesetzen unseres erhabenen Herrscherhauses alle Ofß-
yifte \()in Ci«'neraliiiajor { ftt'chianff) aliwärts mit dem 60. Lebensjahr verab-
srhiedel. In den Lan<I«Tt) de>s Ostens und des Westens gibt es für die
unsenii General (t'i-tu) ents])rechenden Dienstj^rade keine Altersgrenze; da-
gegen sind fur die unserm Generalleutnant {tmm^-pmg) entsprechenden
6<5 Jahre, füv die uns^m ßeneralm^or (/«-«Aionjr) entsprechenden 60 JaHre,
i&r die unsom Oberst (Ar'an-dUBR^) entspredienden 54 Jahre, fllr die
onaerm Oberstleutnant {yu^chi^ entsprechenden b\ Jahre, l&r die unserm
Major ond Hauptmann (te-iie und »hau^pei^ Mitsprechenden 4$ Jahre und
lor die unserm Oberleutnant and Leutnant entsprechenden {eKim^iamg
und pa-tsung) 45 Jahre die äußerste Grenze. Wenn auch die niederen
Dienstgrade weniger Geschick und Mühewaltung erfin'dern als die hohen
Chargen, so ist doch ni berf^cksichtij?en , daD die Offizi<>rp vom ]\!a}nr bis
zum Leutnant abwärts die von den liöheren N'orgeselzten criialteneu Befehle
nach unk-n hin in die Tat uinznset/.en liaben und täglich die Atisbildung
überwachen müssen; nur körperlich rüstige uud gesunde Männer sind aljer
di^r Aufgabe gewachsen.
ünaer Gesetz, daß dte OCfiiiere vom Generalm^or abwIrts nicht Ober
60 Jahre alt sein sollen, 1st zu unbestimmt Bei der jetzt beabsichtigten
Festsetzung der Altersgrenzen wollen wir nicht allein das Ausland nach-
ahaen, sondern in Anbetracht unsere eigenen Lage die Tüchtigkeit des
finrfirrn itnd die jeweiligen besonderen Umstände nach Möglichkeit be-
r'uk sichtigen. Wir schlagen daher vor, daß filr Generale und General«
Ifulnants keine Altersgrenze bestinimt wird . dapjegen sollen Generalmajore
mit 65 Jahien. Obersten und ni)erstleiitnanls mit ('•<• Jaljren , Majore
lind Ilaupüeute mit 55 Jaliren, Offiziere vom Oberleutnant rdiwärts mit
öO J allien veraliscliie»lei weiden. Wenn erst mit der Ausgestaltung der
Kitt d. Sem. t Orient, äpraoben. 1SI07. L Abt. IS
194
Kriegsschulen allmäiilich ein größerer Offiziersersatz herangebildet sein wird«
•o soll die Herabsetzung diesw Altengrawen in Krfrilgung gezogen werden.
Hdhere OlBxiere vom Obentieutiiant aufwirls kftnnen» kfirperliche
ROst^keit und besondere Erfshning vomusgesetit, im BedaiftTalle Mich
neeh errinchter Altersgrenze auf weitere 5 Jaiire im Dienst bdassen werden,
sofern dn diesbezüglicher Antrag des zusl&ndigen Banner^enerals , General-
gouvemetirs oder Gouverneurs die Genehmigung Seiner Majestät findet.
Nach Ablauf dieser Frist dürfen sie nicht linger im Dienst bebidten werden.
21. .S.-mitätsweseD.
Wohl lind Wcfie eines Landes Ijcrnlit auf der Armee, die Leisumv^s-
fähigkcit der Armee wieder auf der Brauchbarkeit der Offiziere und Mann-
schaften, die Felddienstfähigkeit der Offiziere und Mannschaften auf der
Oesmidheitspllege; daher ist ein wohlgeordnetes Sanit&tswesen von der
allergrofilen Bedeutung. Aas Liebe zu den Soldaten haben die Herrscher
unserer gdieOigten Dynastie aiyibrlieh an Zeiten der feuehten Sommer^
bitte Hedikanente an die OflSaiere und Mannsehaften verteilen lassen, und
aus Mitleid mit den Verwundeten hat Ihre Mi^jestat die Kaiserin -Rifl|g^ntiD
kürzlich die B^n>'^d*i"g ^'n^i* Koten -Kreuz -Gesellschaft befohlen. Je na^ir
für den Krieger in sanitärer Hinsicht gesorgt wird, desto bereiter ist er
zum Kniiii)re.
Die niiiitSrisrlicii Hc,u;leinents aller Länder des Ostens und des Westens
legen das grüßte dewicht auf diese Beiätiu;nnp; der Nächstenliebe; sie hah*»n
besondere Bildungsanütaltea für Militärärzte begründet und eigene Stelleu
l&r militärische Sanitiltspersonen geschaffen, .die alle Zweige der Gesund-
beitspflege flberwachen.
Wo kriftige Männer in grofier Zahl Tersamm^t sind, entstehen leidht
Seuclien, und bei den Anstrengungen und MQihsalen des Marsches kommen
häufig UnjAOlichkeiten und Erkrankungen vor* Kranke und Verletzte, die
nicht im Frieden au^eheiit worden sind, brechen bei der Mobilmachung
susammen und vermehren nur die Verluste; Es ist vorgekommen, daß
Armeen heim Kintrefff*n nnf dem Kampfplatze zwd bis drei Zehntel ihrer
Streitkräfte eingebüßt hatten, allein weil die Gesundheitspflege vernachlässig
worden war.
Bei der jeUigen Aulstcllung dta neuen Heeres haben wir die sanitären
Vorkehrungen aller Länder sorgfaltig zu prüfen und zu studieren imd da-
nach unsere Msfinahmra su trcAiso. Im «OgemeineD kann auu 3 Haupt-
gesicbtspunkte unterscheiden:
1. Sanitätswesen im Frieden: Bei richtiger Ausbildung muß beim
Aufetehen und Sdilsfengehen kontrolliert werden, ob die Stuben
aufgeräumt und gelüftet sind. Kleidung und Essen sollen sauber
sein, außerdem ist Baden eine notwendige Pflidit, damit Erkran-
kungen vermieden werden. Kranke kommen in abj:^psondprte
Zimmer und werden von be.sonderen lieainten untei-siidit. Fur
jedes Bataillon wird ein Revier, für jede Division ein Lazarett ein-
gerichtet, das unter ausschlielälich militärischer Aufsicht steht.
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Havkb: Di« Beorgialiatkm dw chinmlMlMin Hewwetwa.
195
2. Saiiitätswesen auf dem Marsche: Eile iunl Huhf, Anstrpii^nnc; und
Muße sind vei"schiedene Dinge. Üliiie Scliutz gt-^t it tliti UnWiltleii
von Wind und Sonne, gegen die EiuÜüsse von Regen und Tau
jBofi jeder niederbrecheo. Dmher werden die Marschgeschwindig-
keiten und Maradwtreeken genau geregelt und die Baracken und
Biwaks naeh «probten Grundsitxen Ungerichtet. Viele Erkran-
kungen entstehiai durch unpaaaendes Schuhzeug, durch Sntteldruck»
durch Erkältung und durch Diätfehler. O^n diese vier Übel ist
erhöhte Vorsicht am Platse.
3. Sanifitswe.sen im Felde: Im Donner der Gewehre und Ge^^chfitze,
wenn Fleisch und Uhit g^eneinander unten, gibt es kein Mitleid.
Wie kann das Bittere gemildert werden? Auf das Schlachtfeld
müssen Sanilätskolonnfn mit Tragbahren geschickt werden, um
die Verwundeten foitztiluilen; \veit<'r müssen im Hückcn eine An-
zahl \'erband platze eingerichtet werden, wo den \'ci let/ten tlie
erste Uilfe zuteil wird, und weiter hinten eine Atizalil Feldlaza-
rette für die weiter^ Behandlung. Da das Personal di<sMr Feld-
lassrette aber mit dem Heere vorrQckt« muß es dureh Reserve»
personal ersetzt werden. Das Feldhisarett whrd damit sum vor»
deren Fddlasarett (di»'iM-«jlan«t-yi)an). Abgesehen von den als
gdieilt Entlassenen sind auch die übrigen X'erwundeten und Kranken
von Zeit zu Zeit zurückzuschicken, damit die iQckwärtigen \'er-
bindungen nicht behindert werden. Für solche Fälle werden weiter
rückwärts liint'Te Feldlazarette {hon - chrtn - i - yi'ian) eingerichtet.
Diese Feldlaz.u ntf . die ehenOills noch vor deniFeindp errichtet
werden, schicken liir Kninkeninaterial an die stehenden Kriegs-
lazaretle {tsung-dm-i-yuan) weiter, die auch von den vorderen
Feldlazaretten direkte Verwundete und Kranke aufnehmen. Alle
MOitirpersonen finden dort Behandlung und Fliege. Gebeilte, die
nieht mehr felddienstfahig smd, werden gel^enüieh nach Hause
geschiekt und können dort in irgendwelchen Posten angestellt
werden«
Wird so fOr alle Verwundeten nnd Kranken nach KriLften gesoi^*
«0 wird niemand auf dem Wege liegen bleiben, und jeder Mann wird tapfer
«ein Leben in die Schanxe schlagen. Genatic Bestinmiongen werden besonders
Sugearbeitet und dem Tlirone /nr Oenehmigung linterbreitet werden.
Weiter muß den wertvollen Militnrpferden be^sondere Aufmerksamkeit
gewidmet werden. Alle Lander halten Tiet -at /n« isrhnlen begiündet , an
dfnfn die Behandhmp der Krankheiten des Pferdes ^clehii wird. Auch
Chitu muß dergleichen ailmälUich in Angriti' nehmen, um tücliiige Koßürzte
heraazubilden.
22. Gebührnisse.
Nach den alten Regidativen waren die Bezüge der Offiziere des stehen-
^■m Heeres sehr gcrinfi. imd im Falle militärischer Operationen ph'Uzlich
Lmgereihte erhielten das Doppelte bis FünÜaclie. Jetzt ist gerade die rechte
13*
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196
Haoib: Die Reor^gmiaatioii das chiAestidifln HeanraMni.
Zeit, (lern lieere einzuschärfen, daß alles wohlgeordnet zugehen muß. Jeder
soll sein Auskommen haben , damit er nicht in \'ersuchuog gerat und unsere
aufrit^tige FQnorge klar nitage tritt Die jetst fiMtsuaetKeaden Gebühr*
niase werden höher aän als die in den alten RegulMiven vorgesehenen,
niemand aber darf sich dann mehr irgendwelehe Nebeneinnahnen versehaffen,
wie das bisher in weitesten Umfange gang und gibe war, wo unersftttlid)
alles Erreichbare eingeheimst wurde.
Fur die monatliche Löhnung der Mannschaften werden nach den
RegliMnt'iits aller Länder nur f»eringe »Summen ausgeworfen, dap;ej»f*n werden
Kleidung, Bcköstij*iing und alle Gehraiichsgegenstäiide vom Staate g<"lit lVrl.
1st das Heer zalilreich, so werden die Ausgaben hieiTrn' zwar recht erheb-
Hell, aber die Leute können sich ausschließlich dem Dienste widmen , i)!ine
für andere Dinge sorger» zu müssen. Daher ist solch Verfahi*eu vorzüglich.
China hat leider bisher keine für die Verwaltung derartiger staatlicher Zu-
sehflsse ausgeUldeten Sonderbeamten snr Verfügung. Da die Zeit driLngt»
mnfi die Ausbildung solcher Beamten mit Eifer betrieben werden, denn
ehrliche M&nner von absoluter Zuverlässigkeit gibt es wirklich nicht viele.
Der Umstand, daß dergleichen Beamte äußerst geschlft^igewandt sein müssen,
macht ihi (> Auswahl noch schwieriger und erschwert auch die Untersuehung,
wenn einmal Unregelmäßigkeiten vorgekommen sein sollten; andererseits
steht aber zu befilrehten , daß Offiziere keine Geschäftsleute sind und Ober
militärische Fonds ungeschickt disponieren.
Einstweilen sollen die Banner^enerale, Geuei-algouvemeure und Gou-
verneure die besonderen Verhältuisse ihrer Provinzen prulVn und nach dem
Vorbilde der Reglements anderer Länder je nach dem Silberkurse und der
Marktlage der betreffenden Frovinzen Durchschnjttsiirejse festselaen, damit,
wenn möglich, von den monatlieh aus der Staatskasse fliefienden Geldern
«in Überschnß surQckgelegt werden kann. Mit diesen Finanzoperationen
sind suveilassige Beamte zu betrautti, die gelegentUehen Revisionen durch
Offiziere unterworfen sind , damit die lihnnschaften das ihnen Zukommende
erhalten und Unredlichkeiten ausgeschlossen werden. Genaue Darstellungen
des einjjesehlairenen Vei'fahrens sind dem Reich sheeresrat und Kriegsmini-
steriuni zur Prülunj^ einzureichen. Liegen die Verhältnis.se niu-r Provinz
ungünstig oder fehlt ( > an geei-^neten Beamten, so können die obigen Wei-
sungen nicht mit (Jewalt ausgeführt werden, da sonst Ubelstände und Miß-
giiife niclit zu vermeiden wären. Dem zuständigen Bannergeneral, General-
go uvemeur oder Gouverneur bleibt es vielmehr in solchen FSllen überlassen,
die Truppenbefehlshaber anzuweisen, selber ein zoverlissiges Wirtscbafts-
^stem dnsurichten und dies dem Reichsheeresrat und Kriegsministerium
zur Begutachtung zu unterbreiten.
Zu jedem Lohnungsappell wiegt das Proviantamt (hgiang-diü) die
Rationen aller Mannschaften sb ntid V)Ittet den Delegierten, die Überweisung
an die einzelnen Bataillone zu !)ewirken. Nach Beendigung des Dienstes
wie?»en und prüfen dort Offiziere die Rationen nach und verteilen sie auf
dem Lxerzier|ilatz an der Hand einer namenlliehen Liste. Aus dem von
den Ufüziereu aub/uiiilleudea Empfangsfonnular muß sich ergeben, daß alle
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Havkb: Die Reoi^^iMtion des chinesischen Heerwesens. 197
Rstionen ricbtig verteitt sind; du iat durch Beidruck des Amtasi^SelB su
beglaubigen. Auf die im Dienste unzuverlässigen oder sonst unsicheren
Leute ist besonders zu achten, damit s'\ch nicht einer falschlich für finrn
andern au5!^ht tin'l <lt";son Ration einstreicht; cIhmiso ist sorgfaltig zu prüfen,
ob die Zahl der I rlauher und der Kranken stinunt. Macht sich jemand
betrügerbcher Manipulationen verdächtig, so erhält er nichts und wird ia
Untersuchung genoinnien. Beamte, die bei der Auszahlung der Lohnung
irgendwelche Abzüge machen, werden streng bestraft; auch können in solchen
Filtei die beteiligten OfSxiere xor Verantwortung gezogen werden. D»-
diirdi wird die Bedeutung der Ebriidikdt offen sutege treten.
23* Kesernementa.
Heute sind die Heerlager keine HQtten mehr. Die früher üblichen
Offiziers- und Mannschaf^hfltten, Vorratsräunie , Ställe, Küchen und Ab-
tritte waren größtenteils enge und winklige, elende und dürftige, dunkle
und nnsaubere Bauten, und die Leute lagen in 2 !iis 3 niedriLjeti Räumen zu-
sa:nmpn;;epterclit ; sonst gab es luu' noch einen Kxer/ierplatz und weiter
nichts. Fehlen al)er Stätten für Lern- und Lehrzwecke, so leiilet der Unter-
richt; mangelt es an geeigneten Wohnungen, so treten leicht iviankheiten
auf; gibt es keine V^orratsriume und Werkstatten, so bt jede geordnete
Wirtidiaft ausgeschloasett.
In allen Lindem des Ostens und des Westens verfügen die Kasernen
über weite H6fe und Hallen und gerilumige Zioimer und Ginge. Die U&user
werden oblong, quadratiseh oder in Kreuzform, stets aber so ang^gt , dal^
die frische LuA ungeliindert hindurchziehen kann. In dar Regel finden
sich innerhalb der Kasernements eines Regiments; Mannschart.<;stuben der Art»
daß auf jeden ^lann 50 Quadratfuß Raum gerechnet wird, nffizier''- und
Lnleniffiziershäuser .sowie Wolinungen für Arzte, Sanitatspersruiai, Scfu'eiher,
Spielleute und Handwerker. Weiter gil)t es In.struktions/.inuner, ."^p .n.sesäle,
Bureaus, Versammlungs- und Repräsentationshallen, Telephon- und Karteu-
ximmer, Räumlichkeiten f&r die Aufbewahrung von Brennmaterial, Kranken-
ilaben, Badefaioaer und Vorratskammern fSr KleidungsstQcke, Proviant und
Wafen, Gerichtszimmer und ArresUokal. Draufien liegen Kilehen und Ab>
wasehflume, Wasehanstalten nnd Sehwimmbider, Übungs* und Exerrier-
pÜtze, Schiefistlnde und Plitse fOr Fechten, Ballspiel und Turnen, Waffen-
reparaturwerkstätten und Arbeilslokale für Schmiede , Stellmacher, Schuster,
Schneider, Sattler und Beschl 'uniede, Pissoirs, Latrinen und Stallungen.
Bei der Artillerie kommen noch <Je.schützschuppea hinzu, bei der K.ivallerie
Reitbahnen. So gibt es Nfirnen und Bezeichnungen in solcher Zahl, daß
äe unmöglich detailliert autgezahlt werden köiuien.
China muß bei der jetzt in Angriff geauinuienen Neugestaltung des
Heeres großes Gewicht auf den Bau zweckmäßiger Kasernements legen.
Aber unsere finanzielleo ICräfte sind beschilUikt und die Staatskassen er-
schöpft, so daß wir nicht so großart^e und stattliche Anlagim sdiaffen
filmen wie andere Under. Andererseits ist es wied»* nicht leicht» mit
bmehriakten Mitteln Gutes zu schaffen, denn alle die genannten Einrich-
198
Hauer: Die Reorganisation des cliinesischen Heerwesens.
tungen sind von höchster Wichtigkeit fur den Dienst, und es darf keines-
falls vorkommen , daß unzureichende Anlagen später als unbrauchbar auf-
gegeben werden müssen. Im allgemeinen gelte das Prinzip, eins nach tiein
andern allmählich in Angriff zu nehmen. Die Bannergenerale, General-
gouverneure lind Gouverneure der Provinzen haben alle militärischen Befehls-
haber anzuweisen, unter Berücksichtigung der jeweiligen Verhältnisse das
Wichtigste zuerst in die Wege zu leiten.
24. Uniformierung.
Die moderne Taktik mit ihrem Aufspringen und Niederwerfen. Aus-
schwärmen und Zusammenschließen, Vorgehen und Zurückweichen legt den
Hauptwert auf .Schnelligkeit und Gewandtheit; beim Zusammentreffen mit
dem Feinde und im Gefecht ist es aber wesentlich , daß man dem Gegner
möglichst verborgen bleibt und von ihm nicht erkannt wird. Daher müssen
die Uniformen einerseits anliegend und der Ivorperform bequem angepaßt
sein, anderseits aber bunt«? Karben vermeiden, die das Auge des Feindes
leicht auf sich lenken. Im Winter macht die schwarze Farbe, im Sommer
die Erdfarbe auf weitere F^ntfernungen unsichtbar.
Hinzutreten grön eingefaßte Achselstücke verschiedener Farb<'n und
verschiedene Abzeichen der einzelnen Klassen und Stufen der Dienstgrade
vom Offizier bis zum Gefreiten. Solche Unterscheidungen müssen ange-
wandt werden, um \'erwechselungen tmd Unordnung zu vermeiden. Um
unsere OflGziere leicht kenntlich zu machen, sollen sie auch an der Kopf-
bedeckung Abzeichen tragen.
Der Vorderschirm der Kopn)edeckungen soll ein wenig breit sein , um
gegen Wind \\m\ Sonne zu schützen und genaueres Zielen zu ermöglichen.
Eine dedaillierte Bekleidungsvorschrifl wird dem Throne zur Geneh-
migung unterbreitet werden. Die Offiziere haben sich selbst vorschrifts-
mäßige Uniformen und Kopfbedeckungen anfertigen zu lassen, den Mann-
schaften werden sie vom Staate geliefert
25. Feldzeichen.
Alle Infanterie- und Kavallexieregimenter führen Kegimentsfahnen. Im
Frieden werden besondere Unteroffiziere zu Fahnenträgern ernannt, um
durch solche .\uszeichnung den militärischen Geist anzuspornen, im Felde
geht der Führer mit dem Fahnenträger voran und alle andern folgen. Beim
Vor- und Zurückgehen, beim Angriff und bei der Verteidigung, innner ist
die Fahne das Wahrzeichen des Regiments; daher sind nur die tüchtigsten
UnterofBziere zu Fahnenträgern auszuwählen.
Die Fahnen sind das Sinnbild der Treue und <ler Kriegerehre und
im Heere von der größten Bedcuttmg. Leben oder Untergang der Truppe
hängt an der Fahne: ist die Fahne verloren, so be<leutet das die Vernich-
tung des ganzen Regiments, andernfalls werden die für die Fahne Ver-
antworthchen .schwer bestraft
In allen Ländern werden die Feldzeichen vom Herrscher verliehen
und die Offiziere und Mannschaften erweisen ihnen dieselbe Ehrfurcht wie
Google
ÜAim: Dia Reoiguiaatioo das chineHaehen HeerweMOS. 199
ihren Kricgabemi, um to kandznliui, daß sie im Heraen «teCs des Herr-
leben gedeokea. Wir wollen diese sebflne Sitte such aDoehnieD, and dw
Beichsbeeresrat soll Muster TOO FeUbcekthen drm Throne zur Genehmigung
und Verteilung an die Aitnee vorlegen. Diese Fahnen sind bei ihrem Ein-
treffen b»'i den Truppen von nllcn Offizieren und MaimschalVn fflt-rlich
eiuzuiiulen und zu Qhcrnehmen. Am Geburtstage Seiner Majestät, aui Neu-
jahrstairc und an» Tage der Wintersonnenwende werden vor den Fahnen
Feierlichkeiten abgelialten. Auf der Straße werden vorüberziehende Kaimeu
durch Fronliuachen g^üßt. Auch daa isi ein Mittel zur Erziehung vater-
ttndhAer Gesinnung.
26. Bewaffnung.
Die Waffen aller Lander sied mit der Zeit immer Tollkommener und
wirksamer geworden. China muß bei der gegenwärtigen Reorganisation
seines Heeres die neuesten und besten Modelle fih (iewehie und (leschiitze
auswählen, um kriegsbereit zu sein. Es kommt nicht allein auf .siniurithe
Konstruktion der Waffen als vielni«'hr darauf an. daß der Meclianisnnis
nicht 7.U kompliziert und das Material stark und dauerhaft ist» damit es
mchl nur anfangs gebraucht werden kann, sonderu lange vorhält.
Jn neuester Zeit werden nach vergleichenden Versuchen als wirksamste
Waffen verwandt: Schnellfeuergewehre von 7- mm -Kaliber mit einer An-
&ngsgesGfawind%keik von 600 m und mdir und einer Wirkung bis Qber
2000 m; Geaehfitae von 7'/, -cm- und größerem Kaliber, die Feldgeschatse
nit einer Anfiuigsgesebwindigkeit von 500 m und mebr und einer Wirkung
von fiber 4000 m, die Oebiig^pischfllKe mit dner Anfangsgescliwindtgkeit
von 300 m und mehr und einer Wirkung von über 3000 m; Belagerungs-
ttnd Festangsgesdi&tze von in., 12- und 15 -cm- Kaliber. Für die Größe
und Abmessungen dieser Waffen bestehen keine festen Regeln. Für alle
Geweljre und Geschütze muß rauchloses Pulver Anwendutii; finden.
Die Bewaffnung der Streitkräfte des Reiches ist gegenwärtig eine
»ebi verschiedenartige und buntscheckige und nur uiiL großen ydiwierig-
kdteo einheitlich zu gestalten. Wir wollen jetzt unter Berücksichtigung
obiger Gesichtspunkte folgendermaßen GldehfSrmigkett erxieleo: Im ganxen
Beiche sind einstweilen bei der Infimterie die Mannschaflen desselben R^*
nwnts, bei der Kavallerie* der ArttUerie, den Pionieren und dem Train die
Leute desselben Bataillons mit der glmcben Waffe auszurfisten; je mehr
D)err*instimmimg herrscht, desto besser ist es. Unter keinen Umslinden
darf geduldet werden , daß innerhalb desselben Regiments oder desselben
Bataillons rwH verschiedene Modelle in Gebrauch sind. Sob ild von den
Pmvinz'^n die prf trdrrlirlien Geldmittel aufgebracht sind, tiabcii die zu-
ständigen Baiiuergeneraie . (i«'neralgouverneure und Gouverneure sivU mil dem
Reichsheeresrat und dem Kriegsministeriiun über die zu verwendenden
Modelle schlüssig zu werden und diese allutählich zu beschaffen und gegen
äit atten umsiiweehseb. Spitestens S Jahre naeh der Aufstellung der neuen
Fonnalsoneo sind alle alten Waffen an die Magazine der betreffenden Pro*
vinami abnuliefem » um gelegenUich tu tTfaungsswücken xur AusrOstung der
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200 Havkb: Die Reorganintion des ehineaieclieii Heerweaeae.
Oendarmerie oder bei der Unteidruokunt!; von Unruhen Verwendung zu
finden. Sind nn«?ere eigenen WaneiilaljriktMi er"st fertif^ ausgebaut und
lei.«jlu«gsfälii^ , so wei-df'n sie genau su uiite WalTeu liel'etn können wie die
übrigen Länder; der ganze liedarl' wird dann aus ihnen gedeckt werden,
damit der Verdienst nicht Fremden zufließL
27. Zufuhr.
Zieht d«s Heer au» uod bewegen sich die Massen, so wird dne Un-
menge von Dingen nStig, die kaum mm sehnten Teile aus dem Lande ge-
deeict werden können. Sind wohlberechnete Vorräte bereitgestellt uod ist
die Zufahr der LebensbedQrfnisse geregelt, so wird der Nachschub Imcht
nach bdiebigen Punkten p;el(>nkt und in ununterbrochenem Flusse gehalten
werden, und Menschen wie Pferde bleiben frisch und braudtbar. Versagt
die Zufuhr, so werden trotz, straffer Disziplin Ausschrei tnn«j;en unvermeidlich
sein, und auch das br^ti^rsdiulte lleei- \\ inl auf eigene Faust phinderti. Die
lvrieg.swi.s.senschaft leint dalier: ohne Train gelit das Heer unter, dhne
Lebensmittel geht das Heer unter, ohne geordnete Zufuhr geht das Heer
unter; Schlagfertigkeit und Versagen, Sieg und Niederlage, alles beruht
In letster Linie auf der Zufuhr.
Alle Linder des Ostens und des Westens, die großen Wert auf das
Heerwesen legen , haben daher der Zufuhr die gr50te Beachtung geschenkt.
Ob auch Millionen auf dem Kriegsfuß stehen und weit in Feindesland vor-
dringen, nie brauchen sie sich ob drohenden Mangels xu sorgen, denn Er-
satz und \'erteilung sind wohird)erl^ und vorberutet und jeder Mann
kann seine äußersten Kräfte einsetzen. So ist es unerlißlich, diese Metho-
den zu studieren, nachzubilden tuid r.u befolgen.
Im alltzemeinen lassen sich '<2 Arten der Zufuhr unterscheiden: Bagagen
{gui'Chnn - s/iu - t/iin) und Krsatrdepots {Aou ilu-shu-yün).
1. ilagügen gibt es dreierlei :
1. Die kleine Uaga«;e (h^ian - rhtfh-chi) folgt Jedem Infanterie- oder
Kavalleriehfitaillon und jeder Artiliene- oder Pionierkninjjagnic mit
dem Mnnitionsersat/, , Wei kzeugen und \ erbandmatenal, die auf
dem Kanijjtplalze beuütigl werden.
2. Die große Hat^at^e {ta- chieh - cht) ^chlieiät sich einem Rei^iuient
oder einer Brigade uder lier ganzen Division oder einer abge-
sweigteu selbsttndigen Truppenabteilung hdm Vor- und Zurück-
gehen an und enthält einen Tagesbedarf an Leliensmitteln , Fu-
rage und Brennmaterial sowie das O^ick der Offixiere und das
LsgergeriL
3. Der Train (6^-dlw»jr-<iMt) folgt dem Korps mit mdirfachem Muni-
tioosersatx und Lebensmitteln fAr einige Tage} er fiUtrt auch die
Gerätschaften der Feldlazarette, Sanit&tskolonnen, BrOckentrain
und Feldtelegraphen mit sich.
Auf diese Weise kann aller Bedarf zweimal, nämlich vor und nach
dem Kampf, voll eq^nat werden.
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Haükb: Die RewganUation des duDanschen Heerwesen«. 201
n. ErsatzdepotH p[}ht es zweieiid:
1. Die einen fulgen der eigenen Armee auf dem Kriegsschatiplats
und en-ichten innerhalb des okktipinrten Gebietes an atisj^ewähl-
ten, sti*ategi^cli wichtigen Punkten der Eiseiil)aliiien , Wasserwege
nnd Verbindungsstraßen Mnpazine vor dein Feinde {ch' ien - ti - chuan-
yün-tsurt^-chu)f in denen Kriegsbedarf jeglicher Art aufgestapelt
wird. Im Anschluß daran werden errichtet: Hintere Feldlazarette,
Telegrapfaeniinter, Postimter und WafienrepanitQrwerkstiUteo, die
flimtlicb der Magpzinvemaltung unterstellen. Wenn nötig, können
je nach der Kriegslage nnd der Besehaffenheit der Verbindungen
weiter vorwlrte oder im Rttcken dne AnzaU Zweignwgazine (ySlki-
chü) eingerichtet werden, um den Trninkolonnen leichter Ersats
zuxufiihren und die tele^grapliiBche Beorderung der Zufuhr au er-
möglichen.
2. Die anderen Ersatzdepots folgen nicht der Armee auf dem Kriegs»
Schauplatz, sondern errichten entweder in den zum Operations-
gebietgehörigen Provin7.('n oder an anderen geeigneten, dem \'ri kehr
und Naehschtib bequem znirangiiciien Plätzen im RüeUen der Armee
ein Gerieraldepot, i fsung - chün - hsä - cK n) mit alien Arten von
Kriegsbedarf, datnit die Magazine vor dem F^einde von dort aus
die Vorr&te ei^ozen können, die sie nicht selbst zu beschaffen
imstande sind. Die Oeneraldepola sind in der Regel ingr50erem
Mafistabe anzulegen» haben sie doch den gesamten Bedarf der
Armee nach dem Kriegsschauplatz hin und von dort zurQck zu
leiten, haben ne doch fttr die gesamte Zufuhr aus anderen Pro*
vinzen Sorge zu tragen und die Transportstrafien einheitlich aus-
zuwählen und zu überwachen, wie wwm eine Uaod alle Fäden
leitet.
Ist die rückwärtige Zufuhr aller Bedurfnisse auf solche Weise liin-
reichend gesichert, so knnn sich das Heer vertratiensvoll frei bewegen.
Sind die Leute satt und zufrieden, so haben sie Kraft und iVisciien Mut,
der k riegeriselie (Jeist erstarkt und hilft bei Angritl und V^ei'teidigung zur
Voilbringuug von iiuiimestateo.
28. A r 1) e i ts d i e ns t.
Ausbildung ini Fne<len, Kampf im Krieye ist die aUeinige Pflicht des
isoldaten; alle anderen Arten von Arbeitsdienst gehen ihn nichts an. Unter
der alten lieeresverfassung war die Unsitte eingerissen, Soldaten als Polizei
n verwenden oder Mannscliaften als Tischler oder Maurer arbeiten zu
lanso; auch wurden richtige Soldaten von den OiBzieren als Diener, Tflr^
lAter, KSche und Viehtreiber verwendet. Solche MiBstlnde maeben nicht
■Ucin jede geordnete Ausbildung unm^lich, sondeni untergraben auch das
Aasdien des Heeres.
Bd der gegenwärtigen Neuregelung der Dinge werden allen Offizieren
besondere Ordonnanzen {hn^ping) überwiesen, die sie zu allen Di^istleistungen
202 HAxm: Dte ReorguisBlion das chbesiaehoi HeenveNm.
iuneihalb des Lagers verwenden können; im übrigen sind die Ik'züge der
Offiziere so hoch beinessen, daß sie sich mit Leiclitigkeit Privatdiener mieten
küuueu. Unter allen Umstanden ist es verboten, Mannschaften zu Dienst-
Idstangen fur die eigene Person heranzuzielien. Zu Arbeitsdienst, Aus-
' bess^ngsarbe&ten und dergleichen dQrfen die Leute dot dann komnuuidtert
werden, wenn ihre luiegsgeinftfie Ausbildung dadurch In- irgendwelcher
Weise gefördert wird. Soldaten sind keine Kulis. Zuwiderhanddnde OlB«
ziere werden streng bestraft.
29. Remontierung.
Auswahl und Ergilnziinp; der I)ienst[)ferde sind für die Armee von
größter Bedeutung. Früher traf man nur nach Farbe und SchnelIii,'t<P!t die
Wahl unter der llci lt' luid ließ es damit bewenden ; besondeie Kegein über
die KeinoiiiiL'i ung gal) vs nicht. Unser erhabenes Herrscherhaus liat ^tets
auf guten Pferdeersatz, grüßen Wert gelegt; in den kaiserlichen Mai-siäUen
und auf den WeidepUtzen in der Mongolei, bei den Kavalleriemilizen der
8 Provinsen und den übrigen TVuppenteilen wurden ttberall von Zeit au
Zeit Masteningen abgehalten: so steht es in den Chroniicen gesdirieben und
kann dort von Fall »i Fall nachgeschlagen werden.
Heute hat io allen landem des Ostens und des Westens jeder Armee-
bezirk seine eig(Mien Reinontierungsbehurden , die bei der Auswahl der
Remonten darauf achten, daß nur Tiere mit starkem Knochengeriist,
kräftigem Körper und gesunden Beinen genommen werde?i und daß Alter,
Temiterament und Futterzustaud den vorgeschhebenea Anforderungea ent-
spreclieu.
Gegenwärtig wird von der Kavallerie mehr verlangt als früher: Auf-
klärung und Unterhaltung der \'erbindungea , Meldedienst und Alarsch-
sicherung sind ihre Sonderaufgaben gcwordm. Bd der Artillerie mOssen
die Pfi^rde die Geschfitze und Munitionswagen, beim Train die Bagage-
und Vorratswsgen ziehen und werden damit zu einem höchst widitigea
Teile des ganzen Ueeresmechanismus.
Bei den jetzt fur die Auswahl der Remonten zu erlassenden Bestiiii*
mungen ist zunächst darauf zu sehen, daß die l'ferde willig und dressur-
frdng sind und keine Neigung zum Schlagen, Beißen, Scheuen oder Durch-
gehen haben; ferner s-»I!e!) sie kraftig gebaut sein, um ein i^utes Gewicht
tragen >veite EnlleinunL;en /.nrnckleiren zu können: das sind die Haupt-
gesicht.sj)nnk£e. Außerdem sind vvünseiienswert: eine breite und hohe Stirn,
geräumiger und nicht gesenkter Rücken, klares und nicht tückisches Auge,
dastische und kurze Lenden, starke und nicht spröde Hufe, wohlausge-
bildete und kräftige Muskeln und Sehnen, gesunde und starke Haut, gerside
und nicht gebogene Beine, die eine mittlere Geschwindigkeit gewihriebten.
Hmsiditlich des Alters ist zu beachten, daß nur kiiftige Tiere mittleren
Alters genommen werden, die noch längere ZSeit gebraucht werden kSn>
nen; zu junge Tiere sind zart und weich, zu alte schwach und nicht aus«
dauernd* 5 — 6jälirige Tiere sind am geeignetsten. Bei der Farbe ist da-
rauf zu sehen, daß keine aufTällig gefirbtea, leicht sichtbare Tieren geaom-
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Haükh: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
203
men wrrden, die den Blicken des Feliulo?! nur scliwfr rti entziehen sind.
Rap(>«n und Brautie .sind ani i^esten, dann t'uigea Falbe; öcheckeDi SchilUinel
und Grauschimmel sind am «jefährliclisten.
Die Remonten sollen, was Länge, Größe, Höhe und Stiii-ke an;;eht,
gewissen NormaU'orderungen entsprechen. Die aus der nördlichen Mongolei
komiModeii Herde flwneo 3 FixB 9 Zoll bia 4 Fuß & Zoll; die mos der
wesdicbeD Mongolei sind im allgandnen um 3 Zoll höher. Diese Maße
f erstdien steh nach dem amtlichen Sdineider-Foß (Awni'lr*ai'dl*ift). Die
diesen Mafien entsprechenden Remonten aolten als Reitpferde Voveodung
finden, vihrend f&r die Bespannung der Geschfiize nnd Munitionswagen
andi etwas größere, für die Bes|)annang ^ier Trainkolonnen und ^^)ITats•
wapen auch ein wenig khnnere Tiere genominen werden können. Hie Reit-
tiere scipn lan2;2;ebaut imd gelenkig, die Zugtiere starkknochig und kui-z.
Abfr )(•(!(' Gegend hat ihre besonderen Itassen , nnd es würe unsinnig, alles
über tinen Leisten zu schlagen. T''nler Beachtung der vorstehenden rini^er-
zetge ist * me /.weckiuuiiige Auswahl gevvuiuieistet, und damit ist schon ein
guter Schritt vonvärts getan.
30. Abänderungen.
Obwohl die neuen Verordnungen in allen Provinaen gleichmißig zur
DuFchföhrung gebracht werden sollen, ist doch darauf Rftekskht au nehmen,
dafi die besonderen X'erliiltnisse der Provinaeo nicht die gleichen sind und
daß unter Umständen notwendige Abändeiningen Platz greifen müssen. So
zum Bei'^piel kann für Provinzen , die im Flachlandf^ liegen nnd gute Fahr-
wege haben, eine V'ernieiirnng der Feldartillerie und Kavallerie in der
Weise in Erwägung gezogen werden, daß an Stelle des für jede Livimoh
torgeseiienen Kc^iinents eine Brigade tritt. In gebirgigen Pi-ovinzen wird
eine Vermehrung der Gebirgsartillerie und der Tragtiere inid daneben die
Uittiaxtebung von Lasttrigem loa Auge au fassen aein und in Gegenden
aiit guten Wasserverbindungen die Verwendung von Schiffen und Treidel-
knUa. Laasen sich iHr die Gebiigsartillerie die nötigen Tragtiere nicht be-
adialfen, so kann auch fftr die Fortsdiaffung der GeschQtae und der Mu*
aition Menschenkraft in Anspruch genommen werden.
Sold und Gebührnisse der Leute Wie die Fonrage der Tiere, Uni-
formen und sonstige Bedürfnisse sind zum Marktpreise der einzelnen Orte
zu be^rlinfTen und in der Regel an Ort und Stelle voll aufznhringefi. Ver-
euie i'rovinz nicht über die nutigen Mittel, um sofort naeh Inkinft-
trtten der neuen Verordnungen die Aufstellung eines K<ui)s oder einer
Division bewerkstelligen zu kötmeu, so 1st folgendermaßen zu verfahren:
im 1. Jahre sind zu errichten die beiden Infanterieregimenter der 1. Divi-
äoB, das ]. Batailloa Kavallerie und das 1. Bataillon Artitlerie sowie je
1 KoaBpagnie Pioniere und Train} im 8. Jahre das 1. R^jment der 2. In-
&ateridirigBde, das 2. Bataillon Kavallerie, das 2. Bataillon ArtiUerie sowie
je dne weitere Kompagnie Pioniere und Train; im 3. Jahre das 2. Regi-
Bieot der 2. Inianteriebrigade , das 3. Bataillon Kavallerie, das 3. Bataillon
ArtiUerte und je eine weitere Kompagnie Pioniere und Train, äo ist fort-
204
HAvnt Die Reoi^g«nlntIon dw AiauSadun Hflenraseot.
Äufahren, bis allmählich der SuUbestand erreicht ist. Sieht sich lAuc Provinz
auch nach Ablauf von 3 Jahren noch außen;tande, den vorgeschri<*bi'iu;n
Anfoi'dernrigeii zu genri^cii, si» 5?ol1 es verstattet sein, nur '/j bis '/^ der
Friedensstärke der Bataillone und Kotnpagnien aufzustellen: das ist alier
das äußerste Mindestmaß, unter das nicht heruntergegangen werden daif.
Alle AbinderuDg^n sind vom zusündigen BannergeDenüt OeoeniU
gouveniettr odor Gottvemeur mit dem Rtichsheeresnit und dem Kri^pi-
miniaterium su beraten und Seiner Miyestftt sur Entechddtmg xu unterbreiten.
31. Besetzung einer Generalinspektion (te-fiim*eA'ii).
Generalinspekteur (tu-pan) ist in tUni 3 mandschurischen Prt»viii/,en
und in den Bannergamisonen der /.ustandig»- iiaiuiergeneral, in den Provinzen
der Generalgouvemeur oder Gouverneur. Er föhrt die AuCsicht Aber die
3 AbteiUingen der Generalinapektion und ist der hSdiste Voi^esetste aller
ilim unterstdienden Truppentdle. Sem Stab besteht aus:
Riten (tt*an'i-htan) für die Ausarbeitung der Befehle und die
Besorgung des sehrifUidien Verkehrs,
Assessoren (ttän^an) sur UnterslAtsung der BSte,
kommissarisch beschäftigten Zivilbeamten (sui-yüan) fur gelegeat>
lUshe besondere Auftrige,
Ordonnanzoffizieren (hsim-/Aiff'huiH)t
Kaiizb'iräten (ch'ing-shu) sowie
einer Anzahl von Ordonnanzen, Sekretären, iStabswachen und
Boten.
Die etatsmäßi^e Zahl der den obigen Kategorien augehOrendeu Be-
amten, Offiziere und Leute ist je nach der Wichtigkeit und Größe des
Armeebezirks vom QeneFalinepekteur dem Throne zur Festsetzung in Vor-
schlag zu bringen.
Die Generalinspektion zerfällt in 3 Abteilungen:
1. Das Kriegsdepartcmnnt (ping -pet' ch'u) unter 1 Direktor {tswiy-pan)
ist das Organ das Generalinspekteui-s zur Durcliführung der
Reglements, für Gnaden- und Sträfsaehen» Verpfl^ungs«, Rflstungs-
uttd Bechnungsangelcgenhdten sowie f&r das Medizinalwesen.
2. Das Oeneralstabsdepartement (tr*mi-m<Mt-cA'tf) untM* 1 Dirdctor
(<Mifi^-j»ii) ist das Organ des Oeneralinspekteurs f&r die Ausar-
■ beitang von Plänen und Karten sowie l&r das veigleichmide Stu-
dium des gesamten In- und attslindtachen Kriegswesens.
3. Das Instruktionsdepartement (dUoo-fiiM-dl«) unter 1 Direktor
(iNMjr-jMii) ist das Organ des Generalinspekteurs fllr die Ausbil-
duQg der Truppen und die Beaufsichtigung der Schulen.
Jeder Abtdlung werden Del^wte (toM-yfiofi) als Ullfaaibmter sii-
geteüt, die den Verkehr zwischen den 3 Abteilungsdirektoren vennitteltl.
Ihre Zahl richtet sich nach dem Umfange des Geschiftsganges.
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HAvm: Die Reorganüstion des ebinestsduMi Heerweaeos.
205
32. Besetzung eines Korps (chün).
Kin Korps zählt 2, 3 oder 4 Divisionen. 0?? gegenwärtig ntir wenige
Divisionen besiehen, werden sie einstweilen im Frieden nicht zu Korps
vereioigt; im Kriegsfnlle werden unter lierück.sichtii^unjj; der jeweiligen
Verbiltnisse dein Throjie entsprechende Vorschläge unterbreitet.
Werden 2 Divisionen zu einem Korps vereinigt, so set/.t sich das
GaMnBtoaraiaado wie folgt zusammen:
1 Kommandierender General {tmug'fung) als Oberbefeblshaber des
gesamten Korps,
1 Gen era Istabschef {bnmg'tsan-mou-kuan),
Geiici alst.'»b5?ofBziere I.Klasse ii-tMg-t^'an-mmi-kiuin)^
2 Generalslalisiäfßziere 2. Klasse (e'rh - tc'/u/ - Lh' an - mou- kuan),
1 Kommandeur der Artillerie {pao-(ui-hsieh-Iing-kuan) fUr die
Leitung der Artillerie auf dem Sclilaclitfelde.
1 Koniniandeur der Pioniere {kuny - cKing - tu - ksieh - laig - kuan)
für die Leitung der Pionierarbeiten,
1 Kommandant der Stabswache (hu-chiin- hmn) zur Aufsicht Qber
die zugehörigen Unteroffiziere und Mannschaften,
1 Adjutant des Konnnandanten der Stal)swache (cAiA-s/uh-kuan)
zur Untei^tuizung des Kommandanten,
4 Sekretare L Klasse {i-tMg-shu- chi),
1 Oherkriegsgericlitsrnt {tsmg'chih •fa-kwm) für das Gerichtswesen
deii gesamten Korps,
1 InteTtflnnt (tsung - chün- htm) flir die Verpflegung und Ausrüstung
des gesamten Korps,
1 Oberzeuiinieister {tsung-chun-hsirh- kuan) für die Beschaffung
von Waffen iind Munition für das ganze Korps,
1 Kot-; <^arzt {tsung - cAün-i-fcuan) fur das JSanitatsweseu des gesamten
Korps,
1 Korp.sstabsveterinär {(.^ng-ma-i-kuan) fur das Veterinärwesen
des gesamten Korps,
5 Sekretäre (shu -chi-chang) für den Scbriftvwkehr, je einer fiir
den Kommandanten der Stabswacbe, den Intendanten, den
Generalsiabflcbef» den Oberzeugmeister und den Korpsarzt,
3 Kanzlisten (sta-Mh-sk^g), je einer fftr den Kommandanten
der Stafaswadbe, den Intendanten und den KorpsstabsveterinSr,
15 Schreiber (99e'^'9Mnff), 6 ffir den Kommandierenden Oe-
oeral, je 2 fiir den Generalstabschef und den Intendanten, je
1 fOr den Kommandeur der Artillerie, den Kommandeur der
Pioniere, den Kommandanten der Stabswache, den Korpsarzt
und den Korpsstabsveterinär,
1 Wachtmeister {chi-ch'a-kuan) der Stabswache^
206 Haukr: Die RmrganiMlloii del cfaiDMitdiea HMrweaeoa.
3 Meldereiter-Unteroftiioiei e \ können vom ivuiiiuiaudierendeii Ge-
20 Mddereiter / neral dnzelnea Offiztovn oder Be-
6 OrdonnaoK^Uiiteroffiziere I amten flir Sondonuiftrige zugeteilt
60 Ordonnanzen ) werden,
6 Kulis zw Bedieoung der Stabewache und für versehiedene Ar-
beiten. In Kri^gszeilen Icann ihre Zahl nach Bedarf erh5bt
werden ;
H3 Reitpferd« filr die Meldereiter - Unteroffiziere und Meldereiter.
Die vorstehende Besetzung des Generalkommandos versteht sich fTir
den Fall, daß 2 Divisionen zu einetii Korps vereinigt sind. Werden 3 oder
4 Divisiotieii zu.saimnenge7.op;en , so sind weitere Stellen fur Obei-krir^s-
gericiitsräte, Intendanten, Oberzeugmeister, Kurpsärzte und Korpsst^ibsvete-
rinare zu schaffen, auch kann im Bedarfsfalle die Zahl der Generalstabs-
olBziere» Sekretire, Kanzllsten und l^relber heraufge^tzt und die Stabs-
waehe verstirkt werden.
33* Besetzung einer Division («Afi»).
Die Division besteht aus 2 Brigaden Inf u t i ie, je 1 Regiment Ka-
vallerie iwd Artillerie» je 1 Bataillon Pioniere und Train und 1 Kompagnie
Musiker.
Ein Divisionsstab hestfli? -ms:
I Divisionskonuitundeur i/wiff - chih) als Oberbeiehl^liabei* der
ganzen Division,
1 Generalstabsüffizier 2. Klasse (A'h-tSng-ts'an-mou-kuan),
1 Generalstabsoffizier 3. Klasse («m-lAijf-i/ait-iiMNi-AiMfi).
Diese unterstehen dem Oeneralstabsehef des Kor^; bed
einer selbsttndigen Division treten 3 wdtere Generalstabs-
Offiziere hinzu.
1 Divisionsa^jutanten (chung^i^ün) ) zur Besorgung versdiiedener
1 Adjiitnnten (ehih'sMh-kuan) ) Angelegenheiten,
3 »Sekretaren 1. Klasse (i-tAig-shu-chi-lnian),
1 Krie^sgerichtsrat {cMng-eh^'/a-kuan) fÜr das Gerichtswesen
der Division,
1 Intendanturrat {cht'iuj - chün-hsu-kuon) (ÖT die Verpflegung und
AusriLstuiig lier Division,
1 Zeugnieister (ch^riff-cAün-hsieh'kuan) f&r die Beschaffung von
Waffen und Munition ffir die Division,
1 Divisionsarzt (ehing^^tiin'i''kuan) ffir das Sanittts- und Apo-
thekenwesen der Division,
1 Divisionsstabsvetoinir (eMiff'- mo - t-Avts») ffir das Veterinirwesen
«1er Division,
1 Oberstabstrompeter (sM-Aoo-Awon) f&r die Kontrolle der Spidl*
leute der Division,
7 Sekretären (.^hti - rhi - chnng) , 2 für den Kriegsi^erichtsrnt nni\
je 1 für den Adjutanten, der» Intendanturrat, den Zeu{;:niei>ter,
den Divisionsaizt und den Generalstabsüffizier 1. Klasse,
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Hahbb: Die ReorgaalMitioii dea ditneiiMhen Haerweaena.
207
15 Kanzlistf'n (sse-shih-sh^nff), je 3 fiir den Kriegsgerichusi at , den
Inteudantiii rat, den Zeugtueister, den Divisionsarjit und dea
Divisionsstahsveteriuar,
1 Meldereiter - Unterofftxier,
1$ HddareiterD, 8 für den Divisionskommandeur, 4 Iftr den Kri^s-
gerichtarat and je I flir den Intendanturrat, den Zeugmeister,
den Divisionsenct mid den Diviaionsstebsveteiinir,
3 Ordonnaos-UoterolBsieren, 2 f&r den DaVtsionskommandeur» 1
fur den Kriegigerichtsrat,
30 Ordonnaniien, 18 fur den Divisionskommandeur, 5 fur den
Krie««jgerichtsrat, 3 fur die OeneralstabsolBziere und je 1 ftir
den Jntendanturrat . dm ZeogmeisteTy den Divisionsarat und den
Divisionsstabsvetei iriar,
5 Kulis für die Bedienung der UuterofBziere und Mannschaften;
17 Beitpferdea für den Meldereiter-UnterofEzier und die Meldereiter.
34. Besetzung einer Brigade (htieh).
Die Brigade besteht aus 2 Regimentern Infanterie.
Ein Brigsdesteb bestellt aus:
1 Brigadekommandeur (eOk'lmff'ktum) als Befehlshaber der ganzen
Brigadef
1 Generdstabsa^jutanten {ttm-tAitn'kuim) zur Unterstfltsung des
Brigedekonun and ours in der Führung,
1 A^atanten (ckih'tkih'kuan) am Besorgung venehiedener An^
gelegenheiten,
2 Sekretären 2. Klasse i&h - t^-ghu'Chi-kuan),
2 Kanzlisten {sse'shih'Shing)^
1 Stabstrompeter {gsf - hao - chang)^
1 Meldereiter - ü uteroffizier,
(S Meidereiteniy
1 Ordonnans-Unterdfiizier,
10 Ordonnanaen»
2 Kulis;
7 Beitpfisrden, Ar den Meldereiter -UnteroflBsier und die Melde-
reiter.
35. Besetzung eines Rej^iments (piao).
Das Regiment besteht bei der Iniantcnc aus 3 Bataillonen, bei der
KsTallerie und Artillerie aus 3 Kompagnien.
Zum Beglmentstab gdi5ren:
I Regimentskommandeur (t'ung'tai-kuaa),
1 Instruktioiisolfizier (ektao-km'him), leitet im Frieden die Aus-
büdttiig des B«gimeDts und tot Im Fdde Dienst als General-
stabsofiBcler. Sobald aus den Kriegsschulen genflgender Offiziers-
ersatz hervorgegangen ist, füllt diese Stelle fort,
1 Adjutant {ckih-thih''ktian).
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208 Haukk: Die Raorguilntion dt» chinemdien Heenwem.
1 Fahoeoträger {chanff - ch i - kuan) ^ tragt die Kaliue oder Standarte«
wird bd der Artillerie nicht vorgesehen,
1 Intendanturasseasor (/^f»-dli)»-il<it-Aiia»), sorgt bd der lolknterie
und Kavallerie auch f&r Waffen und Munition,
1 Zeughauptmann (ßt-eh9n'Ameh'kuan)t nur bei der ArUUeriei
1 Stabsarzt (Ju'ckSn-i-hian) Air das SaottiEtswesen des Regunents»
1 Subsveterinir (/u'ina'i^kuim), nur bei der KavaUerie nnd
Artillerie,
1 Stabstninipeter {ssf-hao-chang),
2 Sekretäre 2. Klasse {^rh- teng-shu-chi-kuan),
2 Kanxlisten (sse-shih-sMiu/),
1 Meldereiter - Utiteroffizier,
4 Meldereiter,
1 Ordonnaoz-UnteroUBsier»
8 Ordonnanzen,
1 KuU;
Beitpferde: für ein Infimterier^^ent sind 5 Pfa^e snttfndlg» nSm-
lieh je 1 für den Meldereiter- Unteroffizier und die 4 Meldereiter,
för ein Kavallerieregiment 17 zur weiteren Berittenmachung des
Standartenträgers, des Stakstroinpetcrs , des Ordonnanz -Unter-
offiziers lind der Ordonnanzen, fiir ein Ai tillerieregiinent 7 Pffnle
zur Berittenmachung des Adjutanten, des Stabstrompelers , des
Meldereiter- Unteroffiziers und der Meidereiter.
36. Besetzung eines Bataillons Infanterie {pu'ttd^ffvng)*
Das Bataillon zerfUlt in 4 Kompagnien: die vordere («A*m»*Ah), Unke
(««•Im), rechte iyu-ttd^ und hintere (Ami-Am), jede Kompagnie in 3 Züge,
jeder Zug in 3 Korporalschaften. Die Korponüscliaft zihlt 14 Mann.
Das BatuUon z&hlt:
1 Bataillonskommandeur {kwm-tai-kuan),
1 Bataillonsadjutaoten {tu-ttd'kuan) zur OnterstÜtzuog des Bataii-
lonskommandeiirs,
4 Kompagnietuhrer {tui-kuan), fiu* jede Kompagnie 1«
12 Zngfuhppr {p ai-chang) , liir jeden Zug 1,
4 Feldwebel {sse-ttu-chaug) , für jede Kompagnie i, zav Verwal-
tung aller inneren Angelegenheiten,
36 Sergeanten {ch^g-mu), fi'ir jede Korporalachaft 1,
36 Unterofifiziere {ßt'inu)^ IQr jede Korporalscbait 1,
144 Gefreite (rA/n^-jm^), fi)r jede Korporalsdiaft 4,
288 Oemeinen (Ju-pit^f), für jede Korporalscbait 8,
1 Tntendantursekretar (cM'tn - hxü - chatig) für die VerpflegUOf^ und
Hekleidungsangelegenheiten des Bataillons,
1 Ob»'inr/.t {chün-i'cAtmff) zur Soige fUr die Verwundeten und
Kranken,
1 Assistenzarzt (i-shAig) zuv Unterst&tzuug des Oberarztes,
1 Sekretär {shu • chi - chang)f
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Rai«: Die Reorguiaalion des cMnesladien HeenraMoa. 209
t) Kanzlisten (sse- s/iiA- sfi^nq) . J iTir il«n Bataillouskominandeuiv
jf 1 fiir jeden der 4 K()m()agaiefiihrer,
I Trompeter- Unteroffizier (Äao-mu),
8 Trompeter {hao-pmg) ^ f&r jede Kompagnie '2,
1 OrdoniiADx-UnterofiBzier»
18 Ordoonanseii, 6 für den Batailloaskommandeur und je 3 Air
jeden d«* 4 Kovpagoieftthrer,
1 Werkatattimteroffixier
4 BQchsenmacher
4 SaUler
4 Sinnttatssoldaten
36 Ersatzlerite, fur je<!e Korpnralsrimft 1, werden im Frieden mit
austjrhildet und dienen \n\ Kriege zur AusfiiUnng von Lücken.
Auf dem Marsche überwachen sie die Lagergerät« und daa
Gepick,
38 Kulu, 2 i&r die Handwerker, die Übrigen Iftr die Sergeanten
der 36 Korporalseliaften. Auf Weisung der Vorgesetzten kochen
sie das Essen entweder lUr jede Korporalsdisll oder die ganze
Komiiagnie, doch ist dss inneriislb jedes Korps einheitlich zu
regeln,
4 Kutscher f&r die Bsgagewagen; ihre Zahl wird im Kriege ver'
dreifacht,
4 Furaireurt- /nr Putterbeschsfiiing; ilu% Zahl wird auf dem Marsche
verUreiiacht,
4 Bagagew ai;*'n , werden im Felde \ erdreilaeiit.
12 Ziigniauluere für die Bagagewagen, werden im Felde auf 36
erhöht.
37. Besetzung eines Bataillons Feldartillerie {lu-lit'p*aO'kd-ymff).
Die beiden ersten Bataillone jedes Eegioients werden als Fddartillerie
eingerichtet Das Bataillon zerfUlt in 3 Kompagnien: die mittlere (cAmi^-
tw), lioke {t*o-hi{) und rechte (yu-tei), die Kompagnie in 3 ZOge» der
Zog in 3 Korporalschaflen* Die Korporalschaft s&hit 14 Mann.
Das Bauillon besteht aus:
1 Bataillonskommaadeur,
1 Bataillonsndjutanten,
3 Kompagnieiiihrern , für jede Kompagnie 1,
9 Zugf&hrern, fiir jinlen Zug 1,
3 Feldwebeln, Itir jede Kompagnie 1,
'27 Sergeanten, fur jede Korporalschaft 1,
27 Unteroffizieren . für jede Korporalschaft 1,
108 Gefreiten, für jede Korporalschaft 4,
21t> Gemeinen, fiir jede Korpornlschaft 8,
I Intendantursekretir {ür die Verpllegung und Bekleidung des
Bataillons,
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I&r die Besorgung von Reparaturen,
RAuts: Die Reoi^ganitatkHi dm ehinMiadMn Heermaem.
1 Zfutili'iitnatit (rhf'm -hsieh' chant/), sorgt im Frieden fTir die In-
staudlialiuiig dar Geschütze uud wirkt als Lehrer .in der Ar-
tillerieschule , beschafft im Felde die Munition,
1 OberwEt,
I Assistensant,
1 Pferdetnspektor (dk'a'iM»ekmg) %ur Kontrolle den Pferdebe-
stondes»
1 Oberveterinftr,
1 Veterinär,
1 Sekretär,
5 Kao7.1isten , 2 fiir den Bataillooskuminaodeur, je 1 l'ür jeden der
3 Koinpagniefllhrer,
1 Trompeter- Unterofti/.ier,
0 Trompetern f fur jede Kompagnie 2,
1 OrdonmiiK*Unteroffi»er,
18 OrdonnanKen, 6 Air den BaUillonskomniindeur, 4 Itir jeden
der 3 Knmpagnieltthrer,
1 Werkstatt- Unteroffixier,
3 Schlossern,
3 Schmieden,
(! Bcschlagschtnieden,
3 Stellmachern,
3 Sattlern,
3 Sanitätssülduten,
27 Ersatzleuten, fur jede Korpur&lschaA, 1,
31 Kulis, 4 für die Handwerker, je 1 f&r jede KorjMralscImft,
(> Kiitachem, werden auf dem Marsehe verdoppelt,
0 Futtermeistern, werden' auf dem Marsclie verdoppdt,
3 Obermafas» f&r jede Kompagnie 1, werden auf dem Marschr
verdoppelt,
39 Mafua, 13 für jede Kompagnie; im Felde treten bcsi jeder
Kotnf)«p;nie 9 weitere Maftis dazu.
Ih (jeschüi/i'ii . hei jeder KoiDpa^nif».
18 MunitioiiswugeD , 6 bei jeder ivumpagniet
3 Feldschniiedewagen,
3 Gerätewagen,
9 EreatxmuniUonswagen , werden im Frieden bereitgestdit,
6 Vorratswagen, werden im Felde verdoppelt,
116 Zuffi^erden, 6 fllr jede» GeschOta und jeden Munitionswagen,
36 Zugpferden (Qr die Feldschmiede- undGeritewagen, werden nur
im Mobilmachungsfalle aufgestellt,
54 Zugjirerden fur die Ersatamunitions wagen, werden im Frieden
nicht gehalten,
64 Reitjjfeitlen, je I fiir den Balaillonsadjutaiitcn . die Ivoin patrnie-
liihrer, die Zugführer. Feldwebel, Sergraiitt ii und Troin peter;
im Felde werden 4ü weitere Pferde eingestellt zur Beritten*
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Havcb: TKe ReornaoiMtion dw ehineaisehen Heerwewa. 211
maclmni; dcN Z»Mij;l»Mitnants , des lntPndantni-5ekr«*Uirs , des Obor-
ar/.tes, d«s Aü.si.sU*ii/.äi'/.les , dfs I*rerd«'insj)ektc>rs , dro Ober-
veterinürs, des V'eUrinärs, des Sekieläis, des Uiitcroffixient,
des Werkstottaufseiiei-s , der OrdoDnanzen« Htifscbmiede und
Sanititflfloldaten,
18 Zugmatdtieren flir die Bagagewagen, werden im Felde verdoppelt,
36 ErafttEpferden , werden im Frieden gehalten.
38. BeseUung eines Bala.illn ns (Gebirgsartillerie QcuO'Shm'pao-
tui-ying).
Das 3. Bataillon Jedes Artilleripregiments wird als Orbirgsartillerie
eingerichtet \\m\ zerfüllt in 3 Koiiipaj^nien , die nülllere {chutig - Uti) , linke
(£«o-/u<) itiid reclue (ytt-Aii). Die Kompagnie gliedert sich in 3 Züge zu
je i Korpui-alschuften. Die Korpuralschaft a^äldt 14 Mann.
Das Bataillon hat:
1 Bataillonskoniniandeur,
l Bataillonsa4iutsDten,
3 KompagniefÖhrer, fiir Jede Kompagnie 1,
9 Zugfilhrer, för jeden Zug 1,
3 Feldwebel, fiir jede Kompagnie 1.
27 Sergeanten , fHi* jede Korporalscliaft 1 .
27 Unteroffiziere, fTir jede Kor|)üralschaft 1,
IU8 Gefreite, iVii' jede Ivorpuralsciiaft 1,
"ilH Geineine, fiir jede Korporalschaft Ö,
I Intendantursekretär»
1 Zeugleutuant,
I Oberarxt,
1 AssialenzaRt,
1 Pferdeinspektor,
1 Oberveterinir,
1 Veterinär,
1 Sekretär,
5 Kan/Iisten, 2 Hir den BataiUonskommandeur» 1 fur jeden der
3 Kompa^^iiiefiilirer,
1 Trompeter- Uuleroftizier,
t> Trompeter, fur jede Kompagnie 2,
1 Ordonnanz. UoteroilQzier,
18 Ordonnanxen, 6 fDr den Balaillonskommandenr, 4 für jeden
der 3 Kotupagnief&hrer,
1 Werkstatt-Unteroflitier,
3 Schmiede,
6 Sehlosser,
6 Beschlagficbmiede,
3 Stellmacher,
3 Saltler,
'i Samt&tssoldateo,
14»
212
Haou: DI« Reoi^ga&iMtioa des ehine^Mhen Heerwemu.
27 ErsaUleut«, fttr jede KorporalscimlL 1,
31 Kuliä, 4 für die Uaudwei'ker und 1 fiir j*sde KorpoialschaiV
18 Gemeine mm Sehutee der Phckpferde } werden im Mobil-
Id Futlenneister Ar die PeclEpferde imediunga&lie verdoppelt»
3 Obermafus, l&r jede Kompagnie 1, im Felde «if 6 erhöbt,
39 Mafuft, fttr jede Kompagnie 13; im MobilmacbongafaHe treten
bei jeder Kompagnie 5 wdtere binsti,
18 Geschütze, 6 bei jeder Kompagnie,
144 Packpferde zum Transport der Oeacbtttse und der Munition,
fUr jedes Oeschntz 8,
90 Packpferde zum I rnusport der Ersatzmuuitioo , f&r jedes Ue-
schOtz 5, im Felde 10,
18 Packpferde zum Trausport der Keldschmicdegeräie und sonstigen
Utensilien, 6 bei jeder Kompagnie, werden im Frieden nicht
gehalten,
16 Reitpferde, je I fttr den Bataillonsadjutanten, die Kompi^ie-
fllhrer, die Zogfllhrer und die Feldwebel. Im Fdde treten 8
weitere Pferde hinm Air den IntendanturMkretftr, den Ze^g-
leutoant, den Oberarzt, den Assistenzarzt, den Oberveterioir,
den Veterinär, den Pferdeiuspektor und den Sekretär,
36 I'ackpferde fTir die Bagage, im Felde 72,
36 Ersatzpferde, werden im Frieden nicht gehalten.
39. Besetzung eines Bataillons Kavallerie (ma-tui'ying).
Drei Bataillone bilden 1 Regiment. Das Bataillou zerfällt in 4 Kom*
pagnien, die vordm (dl*f0M-AM), linke (lflo*fat}, rechte (jfu-lui) und hintere
(hou'hd^f die Kompagnie in 2 ZOge, der Zug in 2 Korporalachaften. Die
KorpOTabchaft zihlt 14 Mann.
Das Bataillon beatefat aus:
1 Bataillonskommandwir,
1 BatailIonsa4jtttanten,
4 KompagniefDhrern , für jede Kompagnie 1,
8 Zngfiihrern, filr jeden Zug 1,
4 Feldwebeln , fur jeden Zng 1,
16 Sergeanten, für jede Korporalschaft 1.
16 Unteroflßzieren , für jede Korporalschaft 1,
64 Gefreiten, fiUr jede Korporalschaft 4,
128 OemeÜMn, (Ar jede Korporalsehaft 8,
1 Intendanturseknstir,
1 Oberant,
I Pferdeinapdilor,
1 Veterinir,
1 SekreiÄr,
6 KanrJisten. 2 fi'ir den Bataillonskommandeor, 1 fur jeden der
4 Kompagniefülirrr,
1 Trompeteruiiteroffiziei',
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Hal£b: Die KeorgaiiUatioii fk-a chineai«clien Heerwesens.
213
8 Trompetern , fur jede KoiD]Nignie 2,
I OrdonoanzunterofSzier,
1*J Ordnntianren . 1 Hlr den BataiUoiuikominandeur, 2flirjedeQder
4 Koiiijirit;iiifiuhrer,
1 Werkstattun tPioffizier,
2 Buchscuiimchet n, •
4 BeschUgscbnueden,
2 Sattlern,
4 SenititMoldaten,
16 £mtileuten, Ar jede Korporaleehaft 1*
18 Kidis, 2 ftr die Handwerker» 1 fftr jede Korporalsobaft,
4 Kutschern, im Felde 8,
4 Fiittermeistern, im Felde 8,
4 OVtprmafiis. fiir jede Koijipajinie 1,
32 Mafus. iiir jede Kompagnie b,
264 Reitpferdeii. ]m Mohilinachuiigsf«!!* tr«'leii 14 weitere Pferde
hinzu xur iu riLU nmacliung des Inli iidajiturspkretärs, des Ober-
arztes, des Pferdeinspektors , des Sekretärs, des Werkstatt-
unteroiBxiers, der Beschlagschmiede und der Sanitltnoldaten,
4 Bagagewagen, Im mobileo Verfalltnis 8,
12 Zagmaultieren, im mobilen Verliiltnis 24.
40. Be<fetzung eines Bataillons Pioniere {ktmg-ch'Mp-tui-yinff).
Jedes Pionierbataillon trägt die Nuinuier seiner Division. Das Bataillon
wrfällt in 4 Kompagnien, die vordere (ch'ieii'tui). linke (tso-ffti). rechte
{yu-tui) und hintere (hou-tui). die im Felde jede fin- sidi Briickeubauten,
SchatiMrbeiten . Fpldtelegiaplirn nn«l Minenvvesen be.sorgen. Die Kompagnie
iftflWi in H Züge zu je 3 Korporalscbafteo. Die Korporalschaft zählt 14
Muuu
Das BataUlon hat:
1 Bataillonskommandeur,
1 BetaiUonsB4jatanten,
4 Kompagniefahrer, Ittr jede Kompignie 1,
12 Zi^giUbrer, itir jeden Zug 1,
4 Feldwebel, für jede Kompagnie 1,
36 Sei*geanten, fur jede Korporalschaft I,
36 UntemfBziere, fOr jede Kiirporalschaft 1,
144 Gefreite, für jede Korp* nalischaft. 1.
28^ Gemeine, für jede Korporalschaft 8,
1 Inteiidafitursekretär,
1 Oberarzt,
1 Aesiateniant,
1 Sekretir,
6 Kanzliaten, 2 fttr den Betafllonskommandeur, 1 fOr jeden der
4 Kompagniei&hrir»
1 TrompeteFonteroffisier,
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214 Hauer: Die Reorganisation des chinesischen Heerwesens.
8 Trompder» fHr jede Kompagnie 2,
1 Onlnnnnnzunteroflfizier,
18 Ordonnnnzen, H fTir den Bataillonskuintnandeitr, 3 für jeden
der 4 Koinpasnipnilircr,
1 Werks tattunterotfizier,
4 Buchseoinacher,
4 Sehmiede,
2 Sattler,
4 Stellinadier,
4 Sanitätssoldaten,
H6 Krsatzleute, fur jede Korporalschaft 1,
40 Kulis, 4 fTir die Hnndwerker* 1 (Dr jede Korporalschaft,
4 KuJscher, im Felde 12.
4 Fiitternieister. im Ffldr 12,
•1 Bagajiewageii, im Feld». 12,
12 ZugmaiUtiere, im Felde 3t>.
41. Besetzung eines Bataillons Train {ts4'chung^iui'ying).
Jedes Tratnbatidllon trigt die Nummer seiner Division. Das Bataillon
xerflllt in 4 Kompagnien, die vordere (cA'wii-Aii), linke (£10 -An), rechte
(jrw>Aft) und hintere (ümt-lM), die im Felde jede fAr sich den Transport
der Lebensmiitel, der Munition, der Lagergei^te und des Bröckenroaterials
hesdrgen. f)ie Kompn^in zerfällt in 3 ZQge zu je 3 Korporalsehaften
Die KorporaKchaft /äiilt 14 Mann*
Das Batnillon Ual:
1 Bataiilonskommandeiir,
I Bataillnnsadjutanten,
4 Kompagniefidirer, für jede KonipHgnie 1, ,
V2. Zugführer, fiir jeden Zug I,
4 Feldwebel, für jede Kompagnie 1,
3H Sergeanten, fllr jede Korporalsehaft 1,
36 Uuteroffiaiere, für jede Korporalsehaft 1,
144 Gefreite, lür jede Korporalschaft 4,
288 Gemeine, für jede Korporalschaft 8,
1 Intendantursekretär,
1 OluM-arzt,
1 Assisieir/:ar/:t.
2 Pferdeinspektoren,
1 Obei*veterinär,
1 Veterinir,
1 SekretSr,
6 Kanzlisten, 2 Ar den Bataillonskommandoir, 1 fllr jeden der
4 Kompagnielfthrer,
1 TrompeterunteroiYizier,
8 Trompeter, für jede Kompagnie 2,
1 Ordonnanzunteroffizter,
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Hal'kk: Die Reorgauisation des diinestsclten Heerwesens.
215
IH Ordonnnir/iMi . H fiir dea BaUUlonskominandeur, 1 fDr jeden
der 4 Kompa^^iiieluhrer,
1 Werkstattuntcroffizier,
4 BQcliseiunaciier,
4 Schmiede,
ft Besebli^scbmiede,
4 Stetlmacher,
4 Saltier,
4 SanitAtssoldaten»
3t> Ersat/l'^iito . fur jede Korporalschaft 1,
41 Kulis. .j fur die Handwerker, 1 f&r jede KorporaUchaft,
^ Obermafti?. im Felde 40»
7*.' Mafus, itii Fekle 3«0.
72 1 raiiiwatten , iili Krldf HHO.
10Ü Reiiplerde. je 1 t'lii' den Bataillonsadjnlanten . die Kfitiipnj^nie-
fiihrer, die Zugführer, die Feldwebel, die Seigeanten und die
Unteroffiaiere. Im Mobilmachungafalle treten 8 weitere Pferde
hinan anr Berittenmachung des Inlendantttraekretlrs, dea Ober>
arates, des Assistenzarates, der Pferdeinapektoren. des Ober-
reteiinirs, des Veteriolrs und des SekretSrs,
Zugmaultiere« im Felde 1 300.
Deutseb chinesisches Wörterverzeichnis der tecimischen Ausdrücke.
Division ^
Divisionsa^^titant \^ \^(
nivisi»)n.santt 'iji' ^'^'^^^ 'g^*
Divisionskoiiiuiaiulem-
Dixisionsstabsveterinär Jj^ ^ ^
l':rsat/.d»«i»üt ^i^ ttiäi
; Fahnentriger ^'^jgg'g
Feldsrtillprie # l'^C
Fe!<lni.ii>, !iiiU 'Pf
Feldwebel mJ ^
Gehir^rtillerie [J^ ^
Ueliriter yp
Adjutant ^i^'g
Aktives Heer ^ rfi;
Anuee - Landheer |»^ j|£
Vniier (taktische
Asastenzant
Hani»fni*«nrral {|^V^
BitatUuu ^
Mionsadjittant 'jg'JßfLiS
BataiUi>nsk»uiniandeiir ^* ^
Brij;ati« kuinniandeur ^ iH^ß*
216
HAon: Die ReorginiMtioa dw ehiiMtwelwo Heerwtwon».
Gemeiner
HSeneral
Generddepot
Geneialgouvemmir
Cicneraliiisju'kteur
Gcneralinspektion ^^^^ |^
Generalleutnant ^^-^
Generalmajor
General8Ubsa4intant
Generalstebsehef ^
( MMipr.ilstaV^sdepai'teineiit
tieiit I alf^tahsoffizier 1. Klasse — •
Generalstabsoffixier 2. Klasse ^
Generalstabsoi&tier 3. Klasse
Große Bagage "^J^^^
Ii<iU[iliuann -vj'
llint4'ro Komj>agiu«' |);
Hintei^ Feldlazaratt ^j^^J^
Infanterie
Intendant
Intendanturaasessor ^[J T] i* 'j^
Intendanturrat
IntciulantursekretSr i^* ^
Instniktioiistlepai'teiiK tit ^
Instruküonaumaer
Kaiserliche Besichtigung |^
Kansleinit
Kanslist ^
Kavallerie
Kleine Bagage /»J^-^i
I Kommandant der Slabswacbe ^
I
j Kommandeur der Artillerie ^ |^
Koinniandeur der l^ioiiiei e
Kommandierender General jj^
Kompagnie ^
Koinpagniefllhrer ^ ^
Korporalschalt
Korps ^
Korpsarat jft^Hlg
Korpsbesichtigung
Korpsstabsveterin&r |J^i '^''.i'^ 'g'
Kriegsaei)artement .FT fjj^'j ^
Kriegsiniuisteriuui
Kuli if^^
Landwehr ^ |^ $
Leutnant flH^
Linke Kuinpagnie ^
Magazin vor dem Feinde j|f|j^^
Major ^ ^
Meldereiter ^
Meldereitemnteroffizier ^ ^
Mittlere Kompagnie ifl
Miisikerkompagaie ^ ^ |^
(^herarzi ^ ^ ^
Oberkriegsgerichtsrat j^^l^^j^
Oberleutnant -f'jjjjll
Oberst
Oberstabstrompeter ^ 'j^
Oberstleutnant j^. Ig
Obcr/.eugineister ^ ^ jjg^ 'j^
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Hackr: Die iieorgaiitNatiou des chinesischen Heenve^etis.
OrdonDanz ^j^.^
Ordoniuuixoffizier -^f^tfl^
(Momunsnnteroffizier ^ g
FfoDiere XSfi|t
Proviantamt |jpj
Provinrirfbesichtigting
Rechte Kompagnie y^}^
Regbieiit
217
KepmentskommandPMt T0i^f^*l^
Keiciksiif ei'^'sj-a t
Reserre Hf ü 9
Schreiber ^ ^
Seki-elar
Sekretär 1 . Klasse
üi«kretär 2. Klnsse — ^
I
jStab«inrt giJ1|lP^^
: Stabstrompeter a] ^ ^
Stabsveterinär 0"|J ^ g
I is teilendes Kriegslazarett
[Train || i](
.Trompeter yj^^
TrompeterunterofBzier g
UnterofBsier fj^ g
! Vorderes Feldlazarett ^ ^ ^ ^
'Vordere Kompagnie
I Wachtmeister jfj^^'j^
Ze..^i.i. ister iE^|^'gf
(Zugführer
jZweigmagazin ^
Die Beneooung der einzelnen Dienstgrade der OlBzIere ist dnrrh
Kiiserlidie Verordnung vom Januar dieses Jahres auf Voraehlag des Reiehs-
heeresrates und des Kriegsministeriums hinsichilieh der neuaufgestellten und
nenmifiuistellendeo Truppenteile wie folgt festgesetzt worden:
Generalleutnant ^J:g(S)j^
Geoeralmiöor fft^SiK
Obentleutnant ^
Major tÄ^^i
Hauptmann
Oberleutnant fH^igt
Leutnant
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218
Kurze Gescliichte der Mariauen.
Von (tkorg Fritz,
Gi wkm 1519 *i Ma^ltaws htmafak gkm E^patm para mh lago Jan
Im «fahre (Art.) K^elt von nacli Westen mit
5 na «al^a» düleikf.
Schuren klein.
Mato ffnma fp Brasil Jan kadaiiüalidte ffmm tstt para son liicAan
Kr kam an xuerst in untl folgt von da nach Sfiden
i hrijan Sud Amerika asta ke ha$oda tm /ardv/ajan para * ta*ex
die KQste bis dafi er flndft eine Dnrchfahi-t nach dem Meer.
pag^ko.
ÄB§o gumen manmgkmg, didide nmgkanonUm Jan didide na hatmm
Dort sehr kalt wenig Nahrung ihrig und Wasser
mottUy. Mnjai i/l inaiujatrhnng MoffttUann monmaSngo 1 mmaiattganiha
gut. Viele der Mannschaft (des) verlieren den Mat ihrig
Jim ma»matago mtinmahmau para Eupama. Imu i kapito» iilnuimi ha
imd wollen lUehen nach. Aber der ftirclilloa er
aguaffuate siha para umanigr,
zwingt sie zu folgen.
/ hiuiUKvi asta ndjo hataka mas dt un sakan. Siha manlajak para
Die Heise bis dort dauert mehr aI$ ein .lahr. h>ie segeln nach
sati layo, lau ti manmnnjmh tano asta defpufS dt trts trifsef. Ja
Westen aher nicht sie Huden L.ind bis nach drei Monat, lind
adpt nai i tnamxpaniot uhnhe palo maiidikike na tano.
dann die Spariier sehen einige (l*liir.) kleine Inseln.
Gimn rsfr viftjai ua tautau tano manmamaUa ffi
\'ot\ ()n viele Mensciicii (des) Landes (l'liir.) kuiiimen auf
Sahjan7ii/ia, AJin siha Jan ijnniha na i/nlaidr himajak mandikike manman'
ScIitfTen ihren. Diese auf iiiren Buiiten Segel kleinen bringen
Juujute nijtde Jan paU» na tinektcha para / tantau hujuny siha. Ja
Kokos und andere Früchte l'iir die Menschen fremd (Flur.) Und
/ manfspaniot numac sifia ntnaen '>""idiktke. Taigufnau i mauixjianiot
die Spanier geben ihnen Gesclienke kleine. So die Spanier
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Funz; Kurac Ceschiclites der Marianen. 21U
jan » lau fan tano ittAa manabok, (au ti amam halte na fstf
und die luingeboreneu Freunde, aber nicht lange« sie sehen, daß diese
«ils 0MwiianMi^ haßi i hagoda fmnutna i lilok. Pnt mau n Maga*
stehlen, was nie finden, xiierst das Eisen. Wegen dem
Mmf« h^mMtn i tano manjnke. Hafchulf'honm Mntr un galauh ja
er benennt die Insel (der) Diebe. Sie holen auch ein Boot und
«iffo ftMNrteAmi t «nminio »a ptäo ^ imtitnt knUrn mmmamatai.
dann beg;innt der Kampf, in dem meiirere der Gingeborenen getötet werden.
Si MapaUttiuis hange para i f&^mas ana* maiai poi ßnaUah^,
fährt weiter nach den wo tot durch Verrat.
Gi änaie i manetpanioi immhahm pah na biah i tauoäka
In dpr Folge die Spanier pehtia herein einigemal die Inseln
gi hitianauuiha yinen Akapulko para Manila ; lau fenma yi sakan 1667 man'
aiif Reisen ihren von nacli aber erst im Jahre sie
raäd'au ginmi.
niedeilsüsen hier.
K^ff na stiknn iini maf'< i palt' SonvitOftS f/i ja irunhiin jnn yxj/n
Iii' ilifM'iu .Jaiij- *la kam di-i* Patt'r nach (iiiani mit t'inigen
v.<ii)\iili jmra uhafanaguf nl i kfnl!i<i'7nn i tautau tano. Mfif'>>ian>i
I'nestern um zu lehren im Chri.stcntuin die Eingeborenen werden gciiaunt
I tmto .s'iha I Marianas pot / minan E.*jyiriin. l ja MoHona* gttaha
(iie Insehi die nach der Künigiii Spaniens. Die es- i;it»t
/■> na tano: Guahan, Luta, Agiguan, Tmian, Saipan, Anatakan, MedmiUa,
ln>e|n:
64uig(ntf Guffuan , AlamagoHf Ih</an, Agriiinii , Asxongso/ig , Matttj . ffaca.i.
Mfgai na tautau gi /enena yt ja Mariana»: Gija GuaAan*«*taba 30000, gija
Viele Menschen im Anfang auf auf
Se^m 20000 na tautau jan (odo i palo na tano manmatautayuf.
^lenschen und alle die andern Inseln sie waren bevölkert.
Manjasaga gi megai na songsong mandikiki ni i 10, 20 pat SO na guma.
i>ie wohnten in vielen Dtirfern klein von oder Häusern.
/ ginui fiha manma/iatsa gi hilo haligeu ntcho; manmatodda
Ihe Häuser .sie waren gebaut auf Pfeilern Stein; sie waren geschmückt
fOft mrjffmatclinff rrt d na ßnn.tngn ni i quafak.
und geteilt in Zimmer durch Matten.
/ lalahe manlodo, i hiUtniha manugis, i i/o manmagiifsgufS /urta
Die Männer dick. Haut ihre (Plur.) hell, Kopf kahl, außer
«I akijo gi kakogtmg. I ' fantatauem mananako i gapotiloniha jan
anea Schopf auf Scheitel. Die Frauen lang ihre Kopfhaare und
nanaapaka ni i a/og. I ni/enniha manatilong. I lalak^
aMchten weiB mit Kalk. Die Zähne machten sie schwarz. Die Männer
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220 Fftm: Kurz« GctcMdite der Marianen.
manaidahnyf lau * famalauan man minagagago ni i finifog pogse,
(l^hir.) nackt, aber die Frauen kleideten (sich) in Gewebe Hibiscus
Jan un hulon na manaijadbo ni i harakot manttikike. Gi talan-
und ein Giirtelt den sie uiaciien schon mit Mtischeln klein. In ihr«'
ganiha hapohtluje ßnaadameUmg siha ni i l-ar,ii Jan f^m-ps. Mcrnjo-
Ohren steckten sie Ringe aus Schildpatt und iiiunipn. Sie
tchofcho nijok sa mepai , tupo y pugas, nika , gabgab,
aßen Kokos, dcnctj viele (es gab), Zuckerrohr. Reis, Rüben, Pffilw tinr,,
nga , fiago, svne, pigOj hafo. Hakokone lokue megat na guihan
I'aridaniis , .Tarn, Taio, (Tarn), (Pandanus). Sie fingen auch viele FiNche
«/ i hagtirt . i atchuman, >' lagua . i tchintchiilo.
mit der Angel, ileut Käderstein« dem Wurfnetz, dem Staknetz.
Guaha yuihe dos klasen tautau i manmagat Jan i
Es gab hier zwei Kasten (von) Menschen, die Fdlcn und die
managpapa. J mantnagas manmafanaan €hamorri} senbanidoso siha ja ti
Niederen. Die Edlen hießen sehr stoU sie und nii lit
man ^nan jan i managpapa; madesonra i gima anai tchumotcho
venuischteo mit den Niederen; es war entehrt das Haus, wo aß
iin togpapa; jagin un Chamorri umasagua jan un tagpapa, guia lokue
ein Plebejer; wenn ein heiratete mit einer Niederen, er auch
humalum tagpapa.
trat ein (wurde) Plebejer.
/ atmasniha togleka na tnlang tautnu , jan ait ho
Ihre Waffen (waren) Speere aus Knochen (vom) Menschen und Steine
Ja manmandadagau sen tchadek ni / nhtjxii.
die wurden geschleudert sehr geschickt mit der Schleuder.
Ibjftti na Üdie matummo t sen^song «Aa. Lau Jagm 2
Viele Male kSmpfen die Dorfer (untereinander). Aber wenn
pat S manmakä, . mandfmmihg. I mamnaamau man'
oder getötet waren, sie machten gut (Frieden). Die Unterlegenen gaben
numnAme lahgmg Adgan m i manmiBagana, ja e^te Mka magepia
Schilder (der) SchildkrOte den Siegern und diese feierten
I ginanmiha pat haäa Jan kofUa. Mangigimm kwlau na mqfadUinaa
ihren Sieg mit Tans und (besang. Sie tranken Laulau, das wurde gemacht
ginen pugas Jan tehigo manka,
aus Reis und Saft (der) jungen Kokos.
/ fenena % Anfftm Mariana* ha t^nmgok i ßnanagtun i mamale Ja
Im Anfang die Marianer hörten auf die Lehren der Priester und
megai hanqfanmatagp«^tan^ tihajan i famaguonniha. Lau H OMMMl ft
viele ließen sich taufen , sie und die Kinder ihre. Aber nieht lange nicht
mmmaguf sa i mamate manmamagat »a / hhe dehf utb^m
zufrieden, weil die Priester emudinten, daß der Mann mOsse xosammenleben
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Fnn: Kurze GoMihidito der Bfarwnen. 221
fodii i hnnninia jan I osaynania ja / Ii !u tchfininilui / ilrtiau 9iha iai'
alle seme läge mit seiner Frau und das 1 teibtii der (sei)
ladjt. E-sU siha i inanjnfrro ni yi kcuia .tonysong mamfni gima
schlecht. Dipse, die .Tunggeseileii, *lie in jedem Dorf luiiten Haus
dankxiUi anai ntanjisiha Jan mamaio na fnnnjotera ni i luijafahan gi man-
gioßcs. dort lebten sie mit einij^en Aladolien, die sie kauften von ihren
Jiamamha. Lokur megai yi man sobetbio na Chamorri man - öostm pot i
Eltern. Audi viele der stolzen unzufrieden wegen der
ßnanaymn kUisiano na i menait jtios todo i taulau manatrhaiyua, Gi
Lehre christlich, daß vor Gott alle Mensclien gleich (.seien). In dem
S4.ng.*ong Paa sumasaya im moro China na i naania CKoko. lieg'
Dorf lebte ein heidnischer (^hinese, dessen Name Kr
«KI ni i tautau tano i utamale numailadjf ; uhnpuno i famaguonmut
sajte zu den Eingeborenen die Frie.ster schlecht; sie töten eure Kinder
tu t Imnum latatsi jan unnina fanmainngo hamio pot i man inayuaguayualf
mil Wa:5i>er giftig und sie machen krank auch durch sie zwingen
hamio na in/anmtnagayn. Taiguim- 1 stng.stmg siha gi finale rnuna
euch, daß ihr (euch) bekleidet. Su die Dörfer am Entle wurden
tnanalborotao , ja yuayttaha minimo. Fenma viapuno si pale Medmäla
an%ewie^elt und es gab Kampf. Zuerst wurde getötet der Pater
gi ja Laulan yi Saipan ; ja, i suk^m 1672 i Chamorri sifia as Hirau
in auf und in» Jahre die riiain iri {l'lur.) (.^rt.)
jan Makytang pumuno si p^^lf Sanvitwes yi ja Tamlunn gi Üuahan.
und tüteten den Puter in auf
Gi senysong Smm yi peninsula Oroie mmmtuonyys i yima
Im Dorfe auf der Hftlbiosei sie verbraooteo das Haiii
jw)t jan hakone i famayuon na adjo nai manmafanayut ni t kinili-
Gottes und futirten weg die Kinder, die dort gelehrt wurden im Ghristen-
Kfam. I pale Sumai jan i mamalo na manespamot manmaiayo
inm. Der Pater (von) Sumai und die andern Spanier flohen
j>nra i inai jan todo i Chamorri »ika hadalaldlakp para adjo; lau Ii
lum Strand und alle folgten nach dort; aber niciit
haatotga xiha nmembeste fa i manMpwwt manyai pak«. Ja adjo nai
wagten sie angreifen, weil die hatten Gewehre. Und da
m Ckamoni na naania Cheref ileynia :
fiA sein Name sagte:
€WAo higogue hamio; hukone hamio yi gabädeho para HagtUma,
Ich schlitze euch, ich geleite euch im Boot mein nach
/ pale inanyoko yui jan memmatatchony yi yaktidmia. Lau anai
Der Pater vertraute ihm und sie setzten (sich) in Boot sein. Aber als
«Ke mangaiye yi tadtmg na tote, «i CSIer^ traidat hakagom i yalaide. I
rie wareo im tiefSsn Meer Verrftter warf tun das BooL Das
222 Prits: Kline Reachiehte d«r Maränen.
peibolim i moMupmiot mm^algon ja |t «mts ma» maH$namakr. Ana»
Pulver der Spanier wurde nafl und nicht kfinnen mdir sie schießen. Als
9iha man namuiffo kUo para % orija, toth manmapmo, Kaai todo i
tat schwimmen wieder nach dem Ufer alle werden getötet. Fast alle
tenffitmg tiha manjaujau hmira t mofunpaawt, Fmia, TaUtaif Orok, Sumoi,
Dörfer empörten sich gegen die Spanier,
Agqfan, I mnuudha yi pimta » Aguarm, lumugofig liagatnia
und war ihnen an der Spitae Diese griff an AgaAa
jan MMia» mtgai na iatUa» gi tote jan yi fauo, I tnmupamioi l^a
mit sehr vielen Leuten xu Meer und su Land. Die Spanier (hatten)
na 15 ha pai 20 na iauiatt. Lau i Chamarri Afihi ama^uda »ha Jan i
nur oder Menschen* Aber half ihnen mit
iaviaumaf ja kiifmns imma t Hmgongniha manai&ale. I maga'
seinen Leuten und so ihr Angriff wurde imtanglich. Der Gou-
Isiie jSon i Ckammri siha AJihi, Stkm, Uinetij hataütijt i mana&omtaöf
vemeur und die verfolgten die AufrOhrer«
na nugai man mapuno jan m^jfai man malayo para Lata» l
von denen viele getütet wurden und viele Ilohen fiacli Kota. Am
Hnaie i Chammri siAa mamnangayau in^amaukg,
Ende baten (um) Beilegung (Friede).
Manmahatsa 6 na yiina juos gi ja Inapsa/if Payo, huüahan,
(Es) wurden errichtet Hluser Gottes in
Malesuf IJmatag , AyaL I palo songstmg man majulang ja i UnUauniha
Die andern Dörfer wurden zerstört und ihre Be-
mtm maatotchoteho para u/aniaga gi ja liagatnia jait adjo i 6
wohner wurden genötigt xu wohnen in und jenen
na lugat.
Orten.
Df^fle arijn na tiempu manmale/a yusi ni i pinajoniha t/i/tf
Seit jener Z«*it verj»aßen (siet rasch ihi«- Gewulmheiieu vtm
i manjaifia ; i kantan man nidHd , man maünyit. Manmaatotchotchi)
den V'uri'ahren die ilesiinge die alten wurden w^rloicn. Sie wurden ge-
manasayna todo i haattpnniha , uhaha/oi i manmatai gi
zwungeu zu lieirat«»» (für) all iiirt- l.el)t;i!»e, sie l>eerdi^ti'n die Toten auf
ftfmmlejtm lahjajau; u/anmiiiagayo laujuthe i man^xpnnutt.
dt'iii Friedhol ^eiiieinschaltlicli ; sie bekleideten sich wie die S|»anier.
IlaiKtuiion tnanuAclut catne jan manma/iununi inaits. / Chatiiorrt siha
iSie begannen zu essen Fleisch und zu hauen Mais. Die
ni i manabok i manespaniot manman iahlau piucka ja yi kada jumysony
welche Fr t imde der Snauier. erhielten Ämter und in jedem Doi l'
guayua/ta wi hulon Jan /m/o mamiaipeka na C/iamorri.
war ein Schulze uud uiehrere üeainteu.
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Fbttz: Kuno RcHM^hichte der Marianen. 223
Gi sakau KiS^i «4 Euplana HutmntfaliJalw. 1 fmufinaiyue na
Im ilalire wurde Gku VfiiuMi-. Dt'v scitlierij^e
magdnhf si Quiroga humanau jmrn Tmian ; hatchuhhanau jtaltf gi
Gouverneur f«J>*t natli er nalim nu'l lort »'iiiige von
tri>]Mi gl un sahjan jan ini(/ii na Vhamorri gi 40 na gaiatde.
der Tnqjpf iu einem Schiff und viele !n Booten.
Main fmma gi' ja TuUan anai 1 tautau nrfjn, jmpn / iinago
Er kam an ztifrst in wo die Kinjj;ehorenen unter tleni lieiehl
Kaüa guse mnnmnyana. l galaidtttHta manfhirm jnrt i mamnin ja
ra'^rh hrsifü;t. Ihre Boote vereini;;teii sicli mit (it;n atidern «unl
imnnialaij SoipOii. Manifilum gi Mgiia Tattapag, Anai i
eihe» (uacl») 8ie fuliitMi ein in den H;itVii \(in Dort
Chamorrm Saipan tnmugong sihtt manmatatnga ja kana luitchvle i mhjan.
w;riffen an .sie kuhr» un<l fast nahmen das Schiff.
(ri tinatf 1 maiUfijKMtot manhalum gt taiio ja hajufang i smgsong
Solilieisiicli Ixtraten das Land und zrr>ir»rtfn das I)(»rf
dankulit AHajau ja t humaluhihr si Ladahan tnaiago para / Gant; taiguitic
irr(»l> und <ler AnlTdirer Iloh nach tiem so
THamHofamiitann / Itiun silia gt .tan katnn iSaip<tn. I inanrspaniot
wurden genannt die In.sehi im Norden von Die
fuma/anmetgpt xifta gi sau liii /tan / tann gi rnia/o i hagni jan
machten sich stnrk im biiden der Insel zwiselieri der L;ij;ime und
(H^atn, Faio gi impft manhanau jtara i (Sani na rnanmuguna
Kirdge der Truppen j^ingeu nach dem das wurde unterworfen
ft muri aguaguat.
nicht scliwer.
Anai rsff gi ja Saipan manahujung un jinaujau gi Guahan, Un
Während dies in kam heraus ein Aufruhr in Kin
dTmffiijo Gf) gi manjttujau papa i tinngo Jula yinen Äpurgtio» manha-
^uwvAwii der Kmpörer unter dem Befeld (des) von kamen
luHi gi tfiyna jnm ja i finngpo i misa hahtgrmg i mOfttspaniotf
herein in die Kirche und am Knde der Messe sie greifen an
fnoiitnamuno 45 na sendalo jan 3 na rnanude ja mana/'nnj^tnot i mtigalnhf .
löten Soldaten und Triejiter und verwunden den (iouver-
/ Chaawrri as Hineti turnugung i pah ja Jutnnfanhnjung
nenr. Der j^rifT an die andern und machte hiuau.sgehpn
I maifjaujau. Si Jula iokue matai. Anai i gi Lita jan i gi Tmian
die Aufrijlii*er. mich tot. Als die liota und von Tiuian
Itulnuyo f. st'' lokur inanjaujai/. Gi ja Tinian manmamtmo 17 na
prfiilireii (lies aucli . sie enijjürl''n sidi in \viif<len getoti'l
nanejspantftt ja masonggf i sa/tja/i (^uiroga. l gi TJtn manmalag
und vei'brauuten die Fregatte Die vuu Huta eilten (nacli)
224 Fkm: Km» 0«Mbidite der Kbrianm.
Saqtan. Todo i ta/ta vianjaujau lau H sinia magana si Quiroga
AUe Iimfai empörten sieh aber nfeht kSnnen besi^pen
Gi tmate tumalo guato gi ja GuaJutn, ja mauleg ßnakmUi,
Am Ende er k^rte zurRck dortiün nach Guam und gnt seine Ankunft,
M oBta i Tagalo siha maneetnon ja» i manjaujau. Desde adjo
denn sogar die Tagalen vereinigten sich mit den AnfirBhrmi. Von nun an
• mant^amei kamiau i Chamorri aiAa ja ti abmam todo i tano
besiegieo und nicht lange die ganze Insel war
htmq/anmahgong.
gemacht ruhig.
6*1 sakan 1695 ti Qiuiroga hunuman para Tinian jan i senthJoHta.
giti^ mit Soldaten seinen.
/ tautau Tinian manmalago para Agiguau^ anai nm majjoi hu malum
Die Leute (von) Hohen wo sehr schwieriL: zu l.inden
pf>t i napo. Lau t manespaniot manajuk para i fxust rou tifsdc i
wegen der Brandung. .\ber sprangen auf die l'elsen von den
palOy ja manmagana i C/uitnorri na todn i Udahr ^ fainalauan jan
Raen (aus) und schlitj^en von denen alle MSnnoi-, Frauen und
/amaguon muniuukone juira üuaiuin. l^thsu i tauUiu öaipan jan i tautau
Kinder getrieben wnrden nacii Aiicli
Gani manmoaiotc/iolc/io manradtkao gi jn Gualian, Taiguine gi sakan 1700
wurden ger.wungen anzusiedeln So
dosha na tantj mannmiautague, Guahan jan Ltuteu l ChammTi esiaba sen
zwei nur Inseln waren bevölkert. waren sehr
didide pot i megai minima jan p(4 t sago jan i Itailaa ginm
weni^ irtfolge der vielen Kampfe und der Seuche Hungersnot infolge
I manmaktmeniha todo gi un kmo. Gi sakan 1110 taia na 3078 hd na
zu^ammentreit>en sie alle auf eine Insel. nur nar
tautau iano jan gi sakan 1790: 1U39 hd, Desde adjo mandania
Eingeborene Von da an vermischten sie sich
jan t tagalo süui jan i manespanUd taiguine na gi ja Lutahä na maim
mit den Tagalen so daß auf Rota nur allein
jan gi settgsong dücike gi ja GuaJui$t nai guaha pago Chamurri magahet.
und in den TfMem kldn auf es gibt heute acht
Taia na ndmanman gumtmha desde adjo. Katla lakan matn un biah^
Nicht«? Erstaunliches geschah seitdem. Jed<.> .l;ih[ kam einmal
i siihjnn //iuf'n Akapuiko para Manila , Jan pjiie lokiu> mumagpo y# sakan
das i>ci)iff von und die^s auch endete
t811, Gi tak) enau na sigh manmdfato kada sakan i mansalülungai,
In der Mitte jenes .lahrhunderLs kamen jedes .laiir die Walfänger
lau pago lokue dididehd marmidfato para i ! itio. D^sde i sakon lölö
aber beute auch weuijj uur kummeu nach der lusel. Seit
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Fsns: Rnne Gttgdiidite dar MariaiMn.
226
w ^ Bthu mmndHttm gi Ja jan ffi 9akm i86S m«i 1869,
«iD%e Ksrolina' Wedelten an auf
mol^fm gi mil manmata gmm i taw gi Afa« jMTS IVgm, IMm, jSb»'
nähr ab kamen tou den Inadn Karolinen nach
Gi iakm 1899 i ja Quahan maiekak pot i Ämenkano
die (Insel) Guam wiurde genommen von den
lüfly ja» j mamah na kmo maamaaae gmtBtpatda ißt Almumia,
and die anderen loteln wurden ttbei^geben von Spenleo an Deutachland.
ühersetaang.
Im Jahre 1519 acfgdte Iftigalhmes mit fQnf kleinen Schiffen von
Spanien nach Weaten.
Er kam saerst nach Brasilien und folgte von du der Kfiste Sftd-
aaierikas nach SQdra» bb er eine Durchfahrt nach dem Stillen Meere fand.
Dort war es sehr kalt; man hatte wenig Lebensmittel und wenig
Elites Wasser. Vi*^lp von Mer Mannschaft des Magallanes vnloren don Mut
und woilteo nach S^jauieu zurQckkehreo. Aber der furcbtlo.se Füiirer zwang
sie, ihm zti folgen.
Die lieise hatte bis hier mehr als ein Jahr gedauert. Sie segelten
wdler nach Westen, aber erst nach drei Monaten fanden ne Land, dann
cnt iahen die SpaiUer einige kldne Inaelo.
Vide Bngehorene kamen von dort auf die Sdiiffe.
Anf ihren kleinen Segdhooten bringen sie den Fremden Kokos und
andere FrQchte, und die Spanier gaben Ihnen dafilr kldne Geschenke.
So wurden die Spanier und die Kitigehnrenen Freunde; aber bald
merkten sie, daß diese stahlen, was sie fanden, besonders Kisen. Daher
nannte Magallanes dieses Laixl die Diobesinseln. Auch ein Boot nnhmen
weg und es kam zum Streit, in dem mehrere Eiogeborene getutet
wurden.
Magaiiiiiies fuhr dann weiter nach den riiUippiiien und starb dort
dmch Verrat.
SpSter besnditen die Spanier zwnr öfters die Inseln auf ihren Reisen
von Acapolco nach Hanila; aber erst im Jalire 1667 lieflen sie sich hier
In diesem Jahre kam der Pater Sanvitores mit eloigen Priestern nach
Guam, um den Eingeborenen das Christentum zu lehren. -Nun wurden die
inseln nach der Konigin von Spanien die Marianen genannt.
Die Marianen sind 15 Inseln: Guam, Rntn , Ap^'ptan , Tinian , Saipan,
AnaLiliau, Me<linilia, Sarigan, Guguan , Alaoiägan, Pägan , Agrigan, Assöng-
sotig. Maug, Urak. \'iele Menschen lebten früher auf den Marianen: Auf
Guam waren 30 000, auf Saipan 20 000 Einwohner und alle andern Inseln
waren bevölkert. Sie wohnten in vielen kleinen Dörfern von 10, 20 oder
SO HIasem. Die Hioser standen auf SteinsEulen; sie waren geschmQckt
mid in vier Zimmer geteilt durch Matten.
lEttASoB-tCMMtSpiadHB. 1807. LAbi. 15
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226
FaiTz: Kurze Geschichte Marianeii.
Die M&nner waren dick, ihre Hautfarbe hell, der Kopf kaU bia aof
einen 8diopf auf dein Scheitel. Die Frauen trugen langes Haar und
bleichten es mit Kalk. Ihre Zähne schwirzten sie. Die Männer gingen
nackt; aher die Frauen kleideten sich in Gewebe atis Bast mit «-inem Gürtel,
den sie mit kleinen Muscheln verzierten. In den Ohren trugen sie Ringe
aus Schildpatt und Bluiaeu. Sie aßen Ivokos, von deneu es viele gab,
Zuckerrohr, Reis, Rüben, Pfeilwura, Pandannsfrüclite , Jam und Taro. Sie
fingen auch viele Fische mit der Angel » dem Ködei-stein, dem Wurf- imd
dem Slaknebc.
Die Eingeborene waren in zwei Kasten geteilt, den Add und das
Volk. Die Edlen hiefien Ghamoni; sie waren sehr stolx und vetkebrtea
nicht mit den Niederen; entweiht war das HauSi wo ein Plebiger g^essen
hatte, und wenn ein Chamorri ein Midchai aus dem Volk hdmtete, so ge-
hörte auch er zur Kaste der Plebejer.
Ihre Waffen waren Speere aus Menschenknochen und Steine, die
sie sehr geschickt mit der ScldendtM- warfen.
Oft kninjiflen die Dörfer miteinander; nher wenn zwei oder drei ge-
fallen waren, so ni.irlite man Frieden. Die Unterlegenen gaben den Siegern
Ivrötenschilder utui diese feierten ihren Sieg mit Tun/, und Gesang und
tranken Laulau, das sie aus Reis und dem Saft junger Kokosnüsse be-
reiteten.
Anf&nglieh hörten die SCarianer auf die Lehre der Priester und viele
liefioi sieh~ und ihre Kinder taufen. Bald aber wurden unsufrieden;
denn die Priester malmten, der Mann mltee sein Lebtiig bei seiner Frau
bleiben und nichtsnutzig sei das Treiben der Uritau. Das waren nämlich
die Junggesellen , die in jedem Dorf ein großes Haus besaßen. Hier lebten
sie mit einigen .Tungfraiien . die sie von ihren Eltern gekauft Isatten. Auch
waren viele der stol/en rimniorri unzufrieden mit der christlichen Leiire,
daß vor Gott alle Meni>ciien gleich seien.
Im Dorfe Paa lebte ein heidnischer Chinese mit Naujeii Choko-, der
s^te zu den Eingeborenen: die Priester sind schlechte Leute, sie toten
eure Kinder mit giftigem Wasser und madien eudi krank, wenn sie euch
nötigen, Kleider anraziehen.
So wurden sehltefilieh die Dörfer aufgewiegelt und es kam sum Kri^.
Zuerst ward der Pater Medinllla in Laulau auf Saipan umgebracht
und im Jahre 1672 tüteten die Chamorri Uirau und Matapang den Fater
Saavitores in Tomhom auf Guam.
Im Dorfe Siiinai auf der Halbinsel Orote verbrannten sie die Kirche
und führten die Kinder vveg, die doi't in der Uliristenlelirc nnterrichtet
wurden. Dim- Pater von Siimai und die übrigen Spanier IIoIkmi /um Strand
und alle Chamorri folgten ihnen dahin; doch wagten sie keinen Angrüf,
weil die Spanier Gewehre Imtten.
Da sprach ein Chamorri, der hiefi Cheref: Idi schlitze euch und gie*
leite euc^ in meinrai Boot naclT Ilagutnia.
Der Pater traute ihm und sie seteten sieh in sein Boot Aber als «ie
waren auf dem hohen Meer, da warf der verriiteriadie Cheref das Boot um.
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Fkm: Kmne Oosdiiehte der MMunen. 227
Dis Pulver der Spanier wurde naß and sie konnten nieht mehr sehießen.
Und ab üt xurflcksehwemmen sinn Ufer, wurden alle getutet.
Fast alle Dörfer empörten sich gegen die Spanier: Funia, Taliaai»
Orote, Sumai, Agafao; an ihrer Spitze stand Aguarin.
Dif^sfr p"iflr tiiit ?:ihireichen Streitern Apana zu Wa.sser und zu Lande
an. Die Spfinier waren nur 15 oder 20 Mann stark. Aber der Chamorri
Ajihi unterstützte nitt mit sciiicn Leuten, so daß der Angriff abgeschlagen
wurde. Der Gouverneur und die Chamorri Ajihi, Soon, Hineti verfolgten
die AuTrührer; viele wurden getötet und viele flohen nach Rota* Schließ»
Bdi baten £e Chamorri nm Frieden.
Nun wurden sechs Kirchen errichtet: in InApun, Pago, Inarahan,
Heriio, Umattg, Agat. Die übrigen l>5rfer wurden serst5rt und ihre Be-
wohner genSt^, sich in Agafta und in jenen aecha Ortea aoxuaiedeln.
^'(ui nun an gerieten die Sitten der Vorfahren rasdi in Vei^essenlieit,
die altes Gesinge verloren sich. Man mußte auf Lebenszeit heiraten. Die
Toten wurden auf dem j»emeinsamen Friodliof beerdij^t. Man kleidete sich
wie die Spanier und fing an Fleisch zu e^s*'fi nr<d zu pllanzen. (']»a-
inorri. die Frriinde der Spanier wjireri, er'hielten Ämter, und injedem Dorf
war ein Sclmlze und mehrere Bt auiie, alle«? rhamorri.
Im Jahre 1683 wurde Esplana Gouverneur; sein Vorgänger Quiroga
wog nach Tinian; in dnem Schiff führte er einige Soldaten und in 40 Booten
ride Chamoni mit sielt.
Zuerst kam er nach Tinian und unterwarf bald die Eingeborenen,
ODtcr Kaixas Befehl; ihre Boote schlössen sieh den andern an und segelten
Bsdi Saipan. Sie fuhren in den Hafen von TntiMpiig. Iiier aber wurden
ae von den Chamorri Saipans kühn angegriffen; fast hätten sie das Schiff
erobert Schließlich landeten die Spanier und zei*storten das große Dorf
Afüjan, dessen Anfnlirer Radalian nach dem Gani Hob: so hießen die Insfhi
ririnllich von Sni})an. Die Spanier verschanzten sich im sudlichen Teil der
I&hd zwi^hen der Liigune und Objam. F^inige Soldaten wurden uacli dem
Gani geschickt, das sie ohne Muhe unterwarfen.
Wlhrend dieser Vorgänge auf Saipan brach anf Guam dne E^pSrung
SOS. Eines Sonntags kamen 60 Verschwftrer unter dem Befdile des Jula
von Apniguan zur Kirche. Nach Sctiluß der Messe griffen sie die Spanier
aa, tüteten 45 Soldaten und drei Priester und verwundeten den Gouverneur.
Der Chamorri Hineti trat ihnen entgegen und trieb die AufrQhrer hinaus.
Aach Jula fiel. Als die von Rota und Tinian dies ^fuhren, empörten auch
sie sich. In Tinian wurden 17 Spanier getütet und die Fregatte Quirogas
verbrannt. Die Männer von Rotn eilten nach Sai[>an und alle Inseln waren
in Aiifnilir; aber sie konnten Quiroga niclit bezwingen, der schließlich nach
Guam zurückkehrte, zur rechten Zeit, denn sogar die Tagalen verbanden
sieb mit den Emporern. Nun aber siegten die Spanier Ober die Chamorri
sfld bald war die ganze Insel beruhigt.
Im Jahre 1695 fuhr Quiroga nach Tinhkn mit seinen Soldaten* Die
Bnrohner von Tinian flohen nach Agiguan, wo es wegen der hohen Bran-
duag sehr adiwer ist au landen. Aber die Spanier sprangt von den Rara
It*
228 Fritz: Kurza Geachtdite der Marianeo.
aus auf die Felsen und schlugen die Chainorri. Alle MSnner, Frauen und
Kinder wurden nach Guam überf&hrt. Auch die Bewohner von Saipan und
des Gani mußten sich auf Guam niedorlassen. So waren im Jahre 1700
nur iiorh zwei Inseln, Quam und Rota, l)e\volint. Infolge der vielen Kämpfe,
der öeuclien und IIunger?;not, die nach dem Zusammenti eibeji aller auf der
einen Insel ausbrachen, blieben nur .sehr wenif^ Chamorri übrig: 171Ü waren
es noch 3678, 1790 nur noch 1639 Eingeborene. Von da ab vermischten
sie ideh Biit den Tagalen und den Spftniern, so daß es beute nur auf RoU
und in den kleinen DOrfem von Guam noch edite Chemorri gibt.
Seit jen«r Zeit erdgnete sich nichts Bemerkenswertes. Jedes Jahr
I^(te einmal das Scliiff von Acapuloo nach Manila hier an und auch dies
hörte auf im .lahre 1811. In der Mitte jenes Jahrhunderts kamen dann
j&hrlich die ^^'al(%nger« al>er auch von ihnen besuchen heute nur noch
wenige die Insehi.
Seit IM 5 siedelten sich Kaixiliner auf Saipan an und von 1<S65 bis
1869 kamen nach luid nach melir als Tausend von den KaroUoeninseln
nach Pagan, Tinian, Saipan und Quam.
Im Jahre 1899 wui'de Guam von den Amerikanern erobert und die
Übrigen Inseln wurden von Spanien an Dftitacblind abgetreten*.
1 Eine ansfllhriidtere Darstettiing ist fai meinar •Geaehiehte und Etimographie
der Hsrianen« enthalten.
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229
Der amtliche japamsciie Briefstil
nebst 18 erlftuterten Dokumenten.
Von Dr. jur. W. Külleb.
Vorwort
In der vorliegenden Arbeit, die hauptsächlich praktischen Zwecken dienen
soll, hat df'r Verfasser versucht, die Kij^entütnlichkeiten dt« aintliolnn
japanischen Briefsiiis kurz '/.usamnienzufjisseii imd, soweit es sich um rein
fframmafi>clie l"iaf;en hanilelt , svstpmaf isch dar/iistpllen. Die Stii«lieii liier-
m liüt er im iSeminar lur Ürienlalii»chc ypracheii zu Herlin unter Anlei-
tung seines ehemaligen Leiirers, Herrn Prüf. Dr. Ii. Lange, begonnen
umI dtnn an der Hand der Fraxb in Japaii forlgeselKt. Ihrem H«upttwedce
neb stellt sich die Abhandlung als eine pralcUsche Anld^tung zum sdb>
tfSnd^D tlfaereetxen amflieher Urkunden der. Weno es nun auch bei dem
großeo Wortrdchtum der japanischen Sprache und der Kompliciertheit des
Schrifii>3'.stems als ausgesclilossen gelten mufi, daß .\usländer Je der Hilfe
des Lexikons werden entbehren können, so darf doch erwartet werden,
daß die Belierrschung des in den beigefügten amtlichen Noten enthaltenen
Materials die Schwierigkeiten, die ein selbständiges Arbeiten auf diesem
Gebiet erfahrungsgemäß bereitet, eriieblich vermindert.
Der Anlinni; entiiiilt eine Sammlung der wichtigsten Ausdrücke der
vnt&chen jaj»anisclieii Schrii'tsprache. Die darin aul'geführten Wörter und
Wortverbindiuigen (fast ausschlieBUch chinesische Romposita) sind aus einem
<iBcn Zeitraum von mehr als 20 Jahren umfassenden Material eines in Japan
be6ndlidien deutsehen Konsulats sowie aus sonstigen Quellen susammen-
isrtdlt Hit Rfidctncht auf den Zweck dieses Buches ist die Anordnung
oaeb Strichen gewählt worden, damit — wenigstens au einem gewissen
Teile — dem Übersetzer die Midie des schwierigen und umständlichen
Nackschlagens in japanischen Wörterbüchern erspart bleibt. Sclbstverstand-
Ücli darf und wUl die Sammlung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit
erhebfn.
Krnllich sti es mir gestattet, aii dieser Stelle den Herren Prof. Dr.
l^nge in lieriin, Prof. Dr. FUirenz in l oky«) für ihre werLvi)llen Rutscliläge
Mwie den Herren Konsnlatslinguisten Asahina Mutnsaburö in Köbc und
»lud. jur. Tanaka Sokuji in Kioto für ihre freundliche Untersttltitung meinen
verinndltefasten Dank auszusprechen.
KG he, im Oktober IU06.
Der Verfasser.
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230
MCixn: Dar amtlidM ji^aiuMhe BriefttD.
Eiiileitiing.
Der amtliche und private japanische Briefstil sind voneioander mir
wenig verschieden. Beide beruhen auf dein sogfiiunnteii söröbun, d. h. dem
Stät in dem das Hilfszeitwort sörö (auch soro), verwendet wird. Beiden ist
eine in festjijezogenen Grenzen .sicli bewegende Satzkonstruktion ei^jentrimltch,
die, vefbtindcn mit einer aus fiiilierei- Zeit übernommenen und zum TeÜ
von dem chine.Niselien Sat/hau Lelierrscltten Phi'aspologie, dem stilistischen
Gewatide der japanlsdieu Korrespondenz eine gewisse iSteiflieit verleiliu
Nur in den Einleitungs- und Schlußredewendungen weisen der amiliehe und
private Brie&til bemerkenswerte VerschiediBnheiten auf. So falten in der
amtliehen Korreapondenx die in Privatbriefen ablieben Gesundbeitabegiack-
wOnachungeo weg. Anderseits enthält der amtliche Brie&Ul Japans, analog
demjenigen andrer LSoder, eine Menge graßtenteits aus neurer Zeit stam-
mender Termini technici und Ranaleiauadrücke, die dem Privatbriefe fciilen.
Was die Schriflform anlangt, so findet in amtlichen Briefen neben
der Kaisho die Gyösho, in einzelnen Fallen auch die Sösho, Verwendung.
Indessen wird in dem schriftlichen Verkehr zwischen den fremden und
japanischen Behörden des Landes die Kaislio bevorzugt.
Vgl. Basil li iü ("liamberlain: A practical Introduction to the »Study
of Japanese wriUng. 12th section: "Tin' K])isfoIary style."
Derselbe: Simplified Gramniaf. Ciiapter X: " The Epistolary style."
1 Systematiseher TeiL
LKapiteL
Das Hilfsxeitwort söro,
A. Fonnenlelire.
Von dem Hilfsxeitwort wn (urspr. 'samurau dienen« ; vgl. das Sub-
stantiv •Samum der Lehnsmann*) kommen folgende Formen vor:
smv (^)> Gegenwart und Vei^angenheit', auch als Attributivfonn *
gebraucht
mramAa ^ n rf fsHs es ist.
«^wfla r f da es fst (bisweilen mit «dhnno&a verweebseli).
söraeflor/io ^^^^^^ oder '|^-^^:L obgleich es ist,
' Fniher drückte man die Vergangeniieit von »ürö dorcb Yerbindougen mit
grauimatisclien Nüiszeitwörtern aua, z.B, sörai-ki usw.
* Bekanndieh ist der japaniseben Schriflsprache die B&dang besondrer Ai-
tribtttivfonaen ainzelnw Tempora dgentAmlidt, so daß awiaehen diesen und den
eigentlichen Schlußformen zu unterscheiden ist; z.B. neg. PrSs. a) Schlußform: y-tk<;zn
man gctit nirht , i/oroshifcaram es ist nicht gut; b) AtUibtttiv: yuibieani aiclit gebend,
jforoahikarazaru nicht gut.
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Mduke: Dar anlficha japAnisebe Briafitib
231
^ tomo (oder sörö mo) ^ (oder <^ ) weuu on auch ist,
sein sollte.
mratcait es wird sein, wofür man heute jedoch meistens
sagt: bdm-sörö pj /|^.
iMfe ^ X. Sttbordinaüonsfonii (selteo).
Qewine «inttiche Briefe, wie Gesuche usw., schliefien r^lmifiig mit
mr? iMfi, etoer Umschreibung, wie sie auch sonst in der Schriftsprsche
vorkommt
B. Sjntax.
1. £SirD in Verbindung mit V^erben wird stets an die Stammform, in
Verbindung mit Adjektiven an die Adverbialform ntigehängt, B. üashi-särö
ich mache, yoroshiku-aörö es ist fj:ut. Steht da.s Verbum oder Adji-lvtivtim
im Negativ, so tritt äörö an die Schlußfonn des Präsens, s. B. ütuasu -wv,
jforeihikarmv - nörö.
2. SÖrä tritt in Hrr Regel nur an das Schlußprädikat des Satzes.
Koordinierte Z'>\ isi i rnsätze endigen mit der Slammform des Verbtims ' brw.
der A(iveri)iaitonn diis Adjektivs, z. U. Utmzuki wo ayamctri mchi ni kyuka
m jfökyü üashi'Sörö: man handelte gegen das Verfahren und suchte die
Erianfanis erat spiter nach. Yoraekiku bmd m* kon ari'äSn es ist gut und
schön. Mit chinesischen Zeitwörtern (chinesischen Kompositis) wird tSn
mitonter auch direkt verbunden , s. B. SeikjfS ämrö es ist nachgesucht
worden (Bri^2). Innerhalb eines Satzes kommt «Sro nur ats AttribuüT>
Ibnn vor*.
8. Nach taku and bdm fUlt aSrö biuflg w^.
iL KaintoL
Verbindungen mit tUrö,
(tum) machen wird In Verbindung mit wrö im BrielsUl gew5hn-
tidi dnrdi andre, der Höftiehkeit dienende Verba ersetxt. Diese sind;
a) l&r die 1. Person:
1. ÜBM, also UeuM'«mS,
2. tgmimnaiaurUf also tsukamatsuri'SÖrä.
In besondem höflichen Redewendungen gebraucht man auch tote'
Mttarw oder $ei^itatematntru, a. B. gaM Mmaisuri'Wfft Ich gestatte mir,
awine ehrerbietigen Qliickwiknsche auaausprechen.
b) ftr die 2, Person:
1. Kudaaaru, audh fumki-kudatarUf im Interesse des Brieftchreibers;
s. Bii Waga koktffin no tame go-jimyoku nmkikudasare arigatak» »hä»ki tale-
' Von Chamberiain Indefinite form genannt.
' VgL Brief 2, Mekoakuhi ni oyobi-sörö da$$ea»haf die aberlieferten De-
«erteora.
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232
Mvlur: Oer aintlieh« jipanltdie BiiefttiL
matsuri-sörö: Fur Hure liebenswürdigen Bemühungen um meine l4Uiddeute
s|»r«che idi Urnen meinen ▼erbindlielwlen Dtiik «us.
2. flOMim, «Ibo nawr«-cörö.
8« ikuaru, slso UamavtSr^
c) für die 3. Person:
Su (Attribiitivform »um), ebenM» auch xuweflen Uasu {itasam) und noiani.
Im Passiv, Negativ, der Stamm- sowie der Atiributtvform gebraacht
man jedoch id der Regel die entsprechenden Folviai von •«!• , z. B. kj^
mankaru m yori infolge davon, daß gewidmet worden sind (vgL Brief 3).
d) Audi d»-fMrt-«^in Verbindung mit der Verbalstammform oder
cbioesisdien Zdtwörtern (Kompositis) entsprieht der Bedeutung
nach hinfig dem Zeitworte «m« , *, B. lon^kaikartti m-nan-'mro yo:
daß Sie veranlaaen roSchten ; go-seik]^ m'mm-tSröt Sie haben
ersucht. Ai hnt hie» seine Bedeutung »gegenseitig« Terioren
und braucht überhaupt nicht übersetzt zu werden.
Eine hSiifij;e Verbindung ist auch die von ni njfoÜ'äöm
mit der Stammform oder einem chinesischen Kompositum, z.B.
qo-tmchi ni oyfihi - h'to Ihtipn mitgeteilt| wurtl.; ist
gelangt um einer Benachrichtigung au Sie.
3. Kapitel
Kopula»
Die Kopula des Briefstils ist:
L Li Terbindiug mit tSföt
a) Positiv: b) Negativ:
1. nt hon ari'San ni kore naku*mim
hart oH und ^-sa in go-xa-äSn können wi^allen und sörö nur durch na
verbunden werden, z. B. ßaim ni äSnx es ist unklar. In Verbindung
mit chineMsehen Zeitwörtern sowie nach Adverbten wird m regehnäßig
weggelassen, z. B. köfu kore ari-sörö es ist übersandt worden (Brief 5),
ö'ö kor» ari'täm es ist liftufig der Fall (Brief 6) K
IL Ih allen Qbrigen Flilen, besonden in Nebenriitsen.
Nari (atia m an« was bisweilen daftir gebraucht werdtii kann) und
Airi, Zm B« mono norasinvAo'^nt nrasffiv&ci) wenn es nicht Leute sind (Brief 6).
kanchö Umahi ka^^mUaüf der (damals) als Kommandant fungierende KapitSn-
leulnant (Brief 5).
' Am Ende koordinierter ZwisL-lieusät/o wird als Subordiiiationsform der
Kopula wie in der gewöhnliolien Schriftsprai'lie ni ttfiitf gebraucht, ■/.. R. hy'/.-'hi ni
fthiUf kyökyo itu.^hi - sörö. »Nicht nur, aoudern aucli* heißt ... w kore ari-mh-ö ttomi
mwasu ... m kore ari-HÖrO,
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Mfiun: Dar amtUehe japanische Brit^atll.
233
4 KapiteL
W II n s c h fo r in.
Der Wurisr}i witd (iiircli tahu ausgedrückt, das an die Stammform tritt,
z.B. gn-söfu kvdasart - fjikn: Ich bitte Sie, (e.s) mir zu senden ; kudoMTU
bezieilt sich aui den Eiiipfänger, taku auf den Schreiber des Briefes.
6. Kapitel
V ro n u Ml en.
lu niiitlichen Briefen redet der Hi'iefschreiber von sich häutig in der
3. Person und bezeichnet sich dann als -dieser BfTiuter*. Solche Ver-
bindungen sind hon-kican^ hon-shoku, el>eni>o lum-iiaijui dieser Minister, sho-
Awa», hi-kmm der kleine, niedere Beamte.
Das Pronomen possesaivuin »Ihr« in der Anrede wird meistens 1. dareh
ih ^ (geehrt) ersetxt, z. B. Mohorn Ihre (die geehrte) Behörde, ki-kohtfm
Ihr (der geehrte) Landsnuuin, ki'kokutm das Schiff Ihres (des geehrten)
Landes.
2. durch das Höflichkeitaprftfix go (on, o) ^jfy, das Oberhaupt
wertvolle Anhaltspunkte f&r das Verständnis des iTextes gewährt So deutet
es fast immer darauf hin, daß es sich um eine .Angelegenheit des Adressaten
handelt, z. B. go-kimi von Ihnen bezeichnet (Brief 5). Mitunter ist go
freilich auch Gegenstan<len de-s Uriefschreibers beigefügt. Dann handelt es
«ich aber stets um eine im Interesse des Kwpfäugers vorgenouuiieae Tätig-
keit (vgl. Anm. 5 zu Brief 2).
Außer go {on, o) kennt die Schriftsjjrache, hauptsächlich aber der
Brie6ti1, noch andre Wörter als Präfixe, die überbleibsei dei" iltern Um-
gaogsspraehe sind und bisweilen auch heute noch in der Umgangssprache
gebnmdat werden können. Dahin gehören die Verba: «, sashi, hätii iori,
ankt usw. Dieselben liaben aber ihre ursprQngUche Bedeutung veriaren:
X.B. »"tugai bitten. MsAt-^ darbieten, kiki'Waiemt fibei^ben, tori'sMnbe
naterraeheo, ueü'Watmt vei^eaaen osw.
6. Kapitel
Chinesische Sehreibwelse.
Bei einigen Wortverbindungen und Verbatformen ist noch die chine>
sisehe Sebreibweise hiufig. Dahin gehören:
Vgl. auch
Mwb kU {wo)
itMu ^ , z. B. ^ jj'^ J' hijo üoitM-wro,
motte , /.. B. J[^^-jjy(| ^ftokan {tco) motte^
234 MÜLun: Dttr Amtliche jtp«iiiadi« Bn«lkta>
an ' soro.
kore ^ , z. B. ^ jß^ kort;
kataxhi (in Ziisammensetztiogen gaia*hi) ||||, z.B. ^^(g^'f^ ^'"^
hakaraiyaUtku - sürö.
henhi 1^ ^ z. B. mösubrku-itwöy
noffwa X. B. '^^il^ nagOFa^
zu (neg. PrSs.), dnrch ^ ausgedrftckt, 3&.B. Alwosii,
asttkam «. B. j^illfl/ß"^ ya-yakkni (/«) asKJborft
miftmUbi {iii) itari,
ö:u Z.Ii. iS^fipIfli^ yo-sckyü (ni) fizu,
kömunt ^ , z. B. ^ ^ ffo-kojö (wo) Aromur»«
jte (ICndung der ICausativfonn) k.B. tIeiMMe»
shUagan iff^, z. B. fi^ ^ j^j -"^rrt (nt) «AiKa^^
.v.'.v.v« .(^ , /.. B. ^ fifj rai/rau (ui) .sr.s.ttt,
ttUenrntsuru , /.Ii. ^^^^'I^ nfyai - UUfntatfiuri • fiöroy
Z.B.
moArow 'j^, z.B. '^^'^ kimei (ni) ntakwte^
S/oru , z. B. ^ I^J r/-» (««)
Die Passivendiing wird durch voi^gesetztes au^edrQckt« also:
Wie obige Beispiele ersdien hwaeo, werden die betrelTeodea Aiu-
drfleke den Wörtern oder Wortrerbinduiigen, denen sie gremmaüseh folgen«
vorKngesehrieben. Die FlexionaparCikeln too und m fidlen denn weg nod
müssen beim Lesen ergänzt werden. Schreilit man sie jedoch mit der
japanischen Ivana, so werden die betreffenden Wörter, die sonst vorstehen,
nachgestellt} so kann man schmben: (s.das 1. Beispiel).
r.KipitoL
Konj unk tion.
Durch folgende als Konjunktionen verwandte Wörter wird haupt-
särlilicli dio Unterordnun-^ ganzer Satze bewirkt. Aitia tokom
Dir »Tstcrn Ix-idcn Ansdrurkf köiinpn mit »Wfil«, »du«, -nach-
dem-, der letztere mit »obgleich- ril)ersetzt werden; ItftiiBg pibi man >sie
aber aucli, die betreffenden Sätze kourdiiucrond, mit »daher«, •suniit«, >nuD-
rnehr* bzw. mit ■indessen« wieder. Das gleiche gilt von Ihnlichen Ans-
drOcken, wie «• yo«« (/t -ßc "C , «• UM ^ >fvf , im Mfo t]^ »
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MfiuJtt: Dw amtliche japaniMbe Briefsül. 235
^' ni fai ['Z , ni ktcan shi ['Z. . fÜ»' samtlich dim
deutschen • belrefl's • , «in beznp;«, •hc/n;^lich« enUspreclien. Ni yori
l^Z 0 'n ViTbinduug mil Substuntiven , sowie motozuki heißt
»in Gemäßhrit« , »auf Grund«, «nach«; jö » verbunden mit Snb.stan-
tiT*»n oder Adjpktivpn, drückt obcnfaüs den Zweck oder (Jnind rms,
r. Ii. kenkojn auf die (jcsundheit hin, aus GesiindhritMiV-k sichten. -Daß«,
•danut« hciCt ijö /|=^J^ . nnint ^ und nmomuki Di<' l)citlt u !ct/tea V\ örter
bfiit iteii fi<^cnilich Inhalt, Zweck. Auch die Verbindung beider Zeichen
XU einem Worte ^ shmhi hat (iiesell)e Bedeutung.
8. Kapitel.
Dtp häufigem Kioleituop- und Schlußredewendungen aintlicber Briefe
«od die folgendea:
I. Ki n 1 ei t n n |i Ii 1- a se n.
(»cwöhiilidie Briefe,
l. f>otkt' (kinkri).
Beantwortende Bticfe.
3. ^ ^^''^■f-^) fi'iM-u {hatßiku).
JI. Schlußph rasen.
Gewöhnliche Briefe.
( * * - % ^ ^ {' ' ' yo'ithökwai ni ogfohi^MorS
• . • ÄfiPiJIU^^-) . • • go-tsürkö ni f»fobi-mrö).
7. ^ ^ ^ f^Pl$^^{^ go'hirö ni otfitbi-mrö.
Beantirortende Briefe.
236
MCixn: Der amtliche japanlache BriefttO.
in. Schlußworte'.
Übersetzung.
1. Ich habe die Ehre, ergebenst iriit/.ut» ilen.
2. Hierdurch beebre ich mich, Ihnen folgende amtliche Mittdiang
zu Diachen.
3. Ich lia]>e die Khn' f^eliabt, Ihr Schrpibpti zu lesen.
4- Ich halx' \<»n Ihrem fielTiUijL^en Öchreiben Kenntrii.s genommen.
5. Ich bitte Sic uiu Ihr geneigtes Einversländni.s mit dem Obigen.
(). Obiges beehre ich mich ergebenst mitzuteilen.
7. Hiermit beehre ich mich Ihnen roitzuteflea.
8. Obige Bitte beehre ich mich eigebenst vorzutragen.
9. Ich benutze diese Gelegenheit, Gw. Exzelienz meine vorzQgltchste
Hochachtung zu erneuem.
10. Obige.s beehre ich mich eigebenst zu erwidern.
11* Eichenst
9. Kapitel
Einiges Ober den Briefumschlag.
In j'apani.schen Briefen, privaten wit- auch amtlichen , ist stets auf der
Rückseite des Umschlags Name. Titel und Adresse <li's Absenders anjrec;eben.
Auf der \'orderseitc des Briefumschlags finden sich links neben der
Adresse mitunter folgende Ausdrücke:
1. On-Jü l^p^, wenn der Brief nicht an die Person, sondern an
die Beho5|^f adressiert ist; onjü heißt eigentlich »geehrte Mitte« . also an
ein Mitglied der betrefl'enden B'^horde (onjü ist auch der im Briefe selber
enthaltenden Adre.'sse in der Regel beigefngt).
2. himitsu oder kimitm geheim.
3. shinten j^j^ persTmlich.
4. 8hikyü ^^^^ eilig.
10. Ka|iltaL
Anleitung zum Übersetzen.
A. Eiolettiinga- und SdiloBphrasen.
Es empfiehlt sich, die im Kapitel 8 aufgeführten Redewendungen bei
der Übersetzung einer Note xunichst unberücksichtigt zu lassen und zuerst
in das Verstftndnis des Zwischentextes einzudringen. Ist man sich Uber
den Inhalt des letztem khu* geworden, so ergibt sich die Übersetzung der
fra^ichen Redensart ganz von selbst Pltrasen wie haik», haidaku, «Mun
' In dem flrliri{\li(*!uMi Verk^^hr zwischen japaiiiäciien Behfirdao untereinander
fallen die Eioleituugs- uiid öclUußphrasen In der Regel weg.
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Mullsr: Der amtliche japaniacbe Briefstil. 237
«9 meU$ k$iß itashi-sörü braucht man meistens überhaupt niclit zu uber-
sptfpn. Am yir.'ikti.sclisteii faßt man sie mit den üblichen Sclilußrede-
weiKliiii','*-ii wie kono dan kii wo r-söro /.usammen und übersetzt : K-.v. nsw.
(je »ach dem Hange des Adr«'ssati'n entweder Kxzcllenz j\ kakka
oder Ifwh wohlgeboren ^'~|\ kika) beehre ich mich ergebenst mitzu-
teilen, daß usw. Handelt fs sich tun eine bf'nntw ortende Note, welche an
dem in drr Kegel gegen Scliluß des ScIirUt.slikks sich findenden VV^orte
'htmUf als solche erkentitiar ist, so übersetzt man am besten unter Hin/n-
figiing des Datmns des im Text zitierten Krsuchungsschreibens die Aulanys-
uad Schlußphrase zusammen mit: Kw. usw. beehre ich mich auf das ge-
ßUigp Schmben Tom (Datum) ogebenat zu erwidern, daß usw., oder:
In Erwiderung auf das geflUUge Schreiben vom (Datum) beehre ich mich
Ew. usw. ergebenst mikauteilen, bzw. nachstehende eirgebenste Jifitteilung
ttt uneben.
B. Eigentlieber Text
Bei der Obersetaung des Zwischentextes ist zunXcIist die Satxabteiiung
voD grSfiter Wichtigkeit. Trotx der im Japanischen votiierrschenden Neigung
lutn Subordinieren der Sätze und trotz des Fehlens jeglicher Interpunktion
ist dies im Sörölnm verlilltnism&fiig einfach. Denn da das I^iädikat, sei es
ein VeriHitii . Adjpktivnm oder eine Kopjila . stets am Ende des Satzes steht
und in der Kegel mit sort! verlmnden ist, so bildet Ji'd("^ im Text vor-
kommende sörö (!f"ii Schluß eines Sat/.es. Ausgenommmi sind nur die
seltneji Fälle, iu tleuen sörö Allributiviun ist. Nach jedem soro lasse man
siso eine Ruiiepause eintreteu. Da nach beku und taku, besonders nach
letzienu, «oro mitunter wt^flUt, so deuten auch diese Wörter auf das Ende
cioci Sstxes liin. Hat man auf diese Weise eine Art Interpuniction vor*
geaommen, so gebe man bei der übersetaung der einzelnen Sitae von dem
Pridikat aus und sehreite dureh Fragen nach dem nibern und entfernten
Objekt .sowie sonstigen nihern Be.stimmungm allmählich nach oben aufwärts.
Difs Verfahren rechtfertigt sich durch die Higentümliclikeit der japanischen
Syntax wie im besondern dadurch, daß im Japanischen, zinnal dn das Sub-
jekt häufig fehlt, das Prädikat die alleinige Basis des Satzes bildet.
Diese Methode soll zunächst nur dazu dienen, in das Vcrständuis des
Tfxted einzudringen. 1st dies geschehen, so kann die schriftliclie über-
setning in freierer Weise vor sich gehen. Um in das obige Verfahren
siher einzuführen, ist der Bllfte der Kustwbriefe eine Teztanaiyse bei«
gdtigt, die unter Weglassung der Einleitunga- und Sditußphrasen sowie
oebeosieblleherer Sitse und Wörter auf der fraglichen Metbode bwulit.
•
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Müuj»: Der amtliche japanische Brie&tU.
2. Japanisoher Text der Dokamente.
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MCixsb: Der amtliche japantache Briefstil.
239
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240
MCllkb: Der amtliche japaniache BriefsUL
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MüLUu: Der Mutlidie japuiiMiw foiefstO.
241
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■tti'8Mk£Oili^8prM]MB, 1907. LAbL
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242
Mvun: Der amtliche japanische Briefstil.
^ ^
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MCuir: Dar amdiche japanbdie BrielMl. 243
^^^^ KiA'
244 MAun: Dor amaicbe japuiadw BriafirtiL
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^ %2 4 ^ '^i' W ^ ^ '
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MSium: Dir uMlidM jfnimtit BrieftlO.
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246 MCtun: Der «mlliche ji^tuuMhe Briefstil.
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Mount: Der «nitliche japauMcfae Briefstil 247
^ 'r»J ^ »v^'W -'H
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248 MÜLU«: Der amtliche japmiwlie Briefstil.
^ K< V? r ^ -^w^ ^'«^v ® ^^
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M6ixn; Der «ntliche jftpiniidie Brief»til.
249
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250 . MüLun: Der amtliche jtpauische Briefstil.
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MSlur: Der amtliche japaniedw BriefstiL . 261
^.^'^^ «.( ^ ^ »toi ^ ^
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^ -v^l^'-*- ^^^sVj« 5f '«^
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252
MCluck: Der amtlich« japanitehe Briefstil.
3. Tnmskriptifni der DokmneDte.
Nr. 1.
Shokan wo motte keitatxu ttashi-söro. Nobureba hrnkweut gi^ honjUm
jökyö itashi-sörn ni t'^nki fuzai-chü shokUcmm* tiö* ckömu dttiri Uaghi'WÖ JS.
kono dan ttüchi made kü too e-sUrö.
keiffu,
Meiji mn jü hachi nm ni ywatm jü san nichi.
liyugoken clUji
bo.
Doümkoku työji*
nam no bö küeo*
Anmerkungen. ■ ^hat hiw die Bedeotuiig von tr«. ^ >Ao = kaku\ ki:=i
thinmi: hrnn j/niu; Jiokikiran eiitapricht unserem -Sekretär-. Der Titel sAokiktran
ist für die liöliereii Beamten der Kencliüs seit einig^er Zeit in Wegfall gekommen
und durch Jimukicun ersetzt wordeo. * bö =. wregtulu ein Gewisser. Eigemianien
«ind in den Briefen in der Regel fortgehasen and darcb b6 eraetaL * Koneul ry£ =
«Mawm; ß ^ koto.
Nr. 2.
Shokan wo motte kfiitatsv itwhi'Sörn. Nobvreba taifio^-mjokö* ni yori
taiho'kafn^ rjo-^eikyU^ ni motoziiki saki ni an* hiki-watashi ni oyobi-i^rÖ
kikokvs/fi litt (jft rfn.fff'n.tha'' brj hokn kunif^ ni laisuru 8vsa' oyabi ^nnn ta no
hiyö yokei kin hyaku t/o tfc» brs.shi no töri bo krisntm shochö yori amkt/ü törö
Jö yo-sökin*' ai-nari-taku. ktmo dan yo-shöhcai ni oyubi-äörö. keigu.
Mo^i am ßl kaeki nm ni gwatsn aan niekL
Kobe ehikS*'ta»an8ho^*
kmfiori^^ bS.
Doitntkoku ryöfi
nant no htt kika.
A II ni e rk II ng rn. ' Vf^rliaftiing ko — ioraeru. ' Hilfeleistung en tasHkrru ;
jv — tasiikriH. 3 i(f,(a rinlckt in Irt-jldrlit-n Verbindungen den Infinitiv mit -zu- aus.
* Kfäudieii ttei = koii ; kyü = molonteru, -* on weil die CbQr]gabe im Interesse des
Einpfangerü erfolgt ist (vgl. Bemei^iing sum S. Kapitel). * Daaerleur 4akm = noya-
rer«; am = f*«**\ dia^mono, ' Ermittelung ad = aaya«i; ag = Mrahera. • Geld-
sendung 9Ö = okvTu ; kill — kan* ; fihnliche Verbindungen mit »ö sind z. B. «öhon
Bflchersendimg ; /»««rXv - - ('Ivorj^tMiihing (\cs St.nidojiicglstcrs. "^— '-^ - Landgftrirtit ;
rÄiAö =: Landschaft. Die iii])aiiiMlien Gerichte heißen: a) /h//>'//Aa/)v/(o = Amtsgericht,
b) chihömibanjtho — Landgericht, c) kösoin — Appeliationsgcridit, d) tJcushinm= Heich»-
geridat kenjisei =: Ekvter Staalaanwalt hm s:: dUraiberu ; Ji = koto ; Mi ladleaite'.
Nr. S.
Shokan wo moUe üattelnf Uasbi'ääv* Nobnnba Kobt-oki moio kyoryücki^
kn^ma^ sbicM Jü go ban bo aAöXnooi dtnkjfS^ kikeku^jimmin nam bo alt
yori Tökjfo^^iikoku'/töhott*'dttigaku ge ^/Ö*-kwi^aktübwa* kjföokUm* paJhy'nftw
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M0ub; Der tmdicbe jajMoiache BriefätiL
253
mehdim^ «AmAö* im küB tonhak»ai* oki-tön jS, kono dan go-
kmdS ni cyohi^wrS. keigit.
Meyi *am ßt tkiehi nen ichi getnt JiT ruhi nichL
Hyoffokm cAgn nam no bö
DoiUukoku ryöfi
dairi nani no bö kika,
Aomerkutigen. ' FrenidenniederlaMung (Settleraent) kyo = oru\ ryä
toiomaru: chi =z ba^ho. Die alten Settl(>ment.s sinH seit Jem iiri .Tahre 1899 erfolgten
bkrafttret'-n Hor ncnm Handelsverträge in Wegfall gekommen, daher moto = früheren.
' Tecliu;^clie ! akuluLt kö — takwni; fctca = Abteilung. ' Ausübung, Anwendung,
G^gealMl von TheoHe. * iLbteilung fQr CiMime ihm = hakeru; yoiu =. Wiaaan-
tAdL * Lahnul kg9 =r Mtont; shitm =r Aryo. • Punkt; wird hlofig fltr Stflck
gebraucht ^ Holz - Sakebecher nwku ~ ki : hai-- aaktuvkL Sakebecher sind beliebt«
Gelegenlieitsgcsclieiike japanischer Bchürdeii an Privatpersonen. Auch goldene {kimpni)
und $ilbeme {yimpai) Sakebecher werden je nach der ( irößo der Verdie»i«te gewidmet.
' Bilrgemieiater. «Ai Bezeichnung Hlr größere, chö für kleinere Städte. Der BQrger-
■«ifler der letzter«! heifli eJlecAö, der YontMid einee Dorfes (mmto) heißt mmchß.
* Taraalanen, verfllgeii (ein in der aaitlidiea Sprache htnfig vorfcomiaendes Wort).
Nr. 4.
jä kon an betM kimd* no kUo^ no skotai* tori^Make-sSrö lokoro
fimui m itmki kikwan ni oüs gO'SkScki no kado * mo kore mi törmeaba on-
Ukom nagofia* idt^fo*'rm*-nai jfe mmo thoud go-kki^* m-'Uaturmoaaki^'»
hhu kono don jbn wo e-jörv. keigu.
Mti/i tan ßi kaM nen ni gwUnt jü skichi ntcAt.
I^be zeimusho'Chö
mnutkwm bö,
Dmtsvkoku ryöjtkwan
Anmerkungen. ' kokuzei = StaaUsstener; ktnzei := Keiiäteuer; shizn
itUtiadie Steuer; »onzei = Dorfsteuer. Krheben chü = mexu; »hü ~. o»atner%i.
* Tofieidmet Af^ste'iMii; Mi=.ficp«erH, * Aofenthaltaort ^ = Utkor9\ tat = am.
'=PeiikL « wördieh: Ee ist ebe fieUstigiug («»itm«) l&r Sie {on) aber . . ^ Aus-
zog, Haopu'nhalt Uki = ttamamu\ yQ = ktumM, * Rubrik ran — ioahL * Hhieiii-
idniben Ü^^skinun; ngü^irtrn, ^ «MdffMWMW = beUstigen.
Nr. 5.
Shakan tto motU" h ijo itaxhi'Sörä. Nohurfiba Mkoku Hfm bö gö ga
Bmgo-katkyö ni oite teikokti suiraitri dai Imi gö to shötotsu shiiaru ken^ ni
hcm^hi FlfTisfmrg ka^ishimjximho'^ yrri no mn/thi - tatf^ ni inntnzuki kikan go-
kiiai sJttko Jiko* ni isuki .setsumn-sho ' suj'u-kaia /ionmu ähichi gtcatsu jil kn
aiefc* tuke dai skichi jü gö kikan wo motte go-shöktoai no omomuki keishö'^
•M><Sro. Migi tea «mmAk kaigan'daijin ye ioko* ni ayobi'Oki-Mö iokoro
M«M» dö'daijin yori skiSMtu ßfi dai bö gö tmekS iarifki kaigttn'taii hö no
254
Mülur: Der amtliche japanische Brie&til.
utiunmgko beashi m iwi «öfu höre ari'Smv ni tauki koko rU go-im* ni oypd^
gnrö aida shtkaru-beku Oft' tori- haharai ai- nari- taht kon dan go - fncaiio kaiagOla
hm-daijm wo koko ni koJtanete iaikka ni nnukaUe Juü wo AyäiA««4»rö. keifpu
Meifi sm ßi Itaeki nm ku gwattu m* mefti.
Gamu'dtt^ HS,
DdUu iokum0i''geiükm'kä»hi**
nam no hö kakka,
AiiiD«rkiing6ii. 1 Angelegenheit km = ihr<^. * Seeanii hat = vnn;
ji s= Ao/o; «AAi s f9miiaWttka{mrti)\ hm {ptm) = Idmtfu: «Ai» sr Meoro, Ih» See*
mannsanit heißt kainhtshoi mu — tsutomeru; «Ao --^ yaht»ho Behörde. * Aussage.
* Sache ji = kofo ; kü - Punkt. •' Erläuterungsschi'ift = fokif. m'-'i — (t'.h- ika
(ni siiru); «ho — kaku. * Kenntnis kei =. uyamau; «Aö = ukettim<iti anu ' Vom lu-
halt Kenntnis geben t =^ u<mu«u; chö — tegami. Schicken i = utttuu; m = ukuru,
* Den ganzen Audnidc oit- fori- AoAorof ai~nawi-Uthi Abeiw^t man an besten mit:
«ur weiteren gefiiUigen Veranlaasung. f0AiMvl-saiAea«Aä«Af = AuBerordendieher
Cicsandter und Bevollmäclitigter Minister, loku — hilori\ mri erncimcii ; :m = tmtlta-
A-ii; ^^n = Recht, Macht; kä — öyakf; shi = (."i'^'n. Der Butschafier heißt frotAi;
der Miniaterreaideut =. bcnri-köthii bm = tralima^'/'u; n = o^amcfu.
Nr. 6.
SMtm wo motte keifS ilaehi'Smrö. Nohureba kakiaim ehic/ä yicatm kMco
eembm^'kS Jisehi* go iaibako no yvnyü wa N^ppm e^u no endcm* ni sokmhi
kqfm VM kenXn-JS skSktum-ß kakU'bdmrasaru taibako ni kaghi arakojime
no kjfoka wo eU yunjfü wo nashi-uru koio to m-nari-äöro. TtuHe wo dö jü-
gaUu itsuka dm roku een go hgaku ski ßi ichi gö wo motte kompö sairi/ü* no
kikoku /ihimtmi ye »ono mme täueki ai'^nari'taki gö go^irai ni ogobi'ekt-sörö
tokoro jmU^ mo nao eono tetsusuki* tpo nyerniari gempin töchahi go ni oite
kyoka trn yokyti fnini mmn ö-n köre ari-mrö. Korera vn hikkyö shitn^üj'
xhiko'" no sai imadd frisiictiki ni tsügyd sezaru mono lo mitome^ xhtns/inku^^
tro kuicac toku ni kyoka wo atae ' kitari - taru shidai ni kort; nri - •^oraf domn
ima ya tabako setnbai-Iut jiii>ihi go sude ni ichi nen yü-yo wo keikwa slii nwhaya
tokubetsu no sMnehaku tco kutcö-beki riyü kore nashi to mHomO'eSro anibi kongo
wa eeiß no ieteutidki wo ßmi mala kenJm'jö dütkwan-jo tono kUnqfö wo kai ewv
aiawataru koto wo kakunm^* ski-vru mono ni orazarAa kgoka HaetoM'Oörö
mda ktärka ni oite imaneku eatrgu ehtmmtn ge m^ no tdU$8hi kokudU^* kaia
eM''(ori'hakarai ai^nari'^v go «AwAt- taku. konkwan wa koko m kakka m km
wo ^oeki^emro* ke^
Me^i son jS haeki nen ßi iehi gwateu m j« ieM mekL
Tkbahf een^aäigoku'dÜt hö,
Doüeukoku rg^
nam no hö dono,
Anmerkungen. ' Monopol een 7=z mopparoi bai = vru. * Ansl^hrang
ßieu SS moAofe; Msshodokouu * AtteinigM Recht * Aufonthalt eof = ere; vyd =
todomaru, * Von dann ab /i = «m; rof = htm. * Verfahren. ' Neues Ocsela
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Mülucb: Der amtlidie japantscbe Briefstil. 265
«Am = «tePMitf; ho = köräm. * In Kraft treten tkS — iodokoau; kö = okoaau,
* Erkennoit ^i&r halten. "* Rücksicht ahm — kakaru\ 9kaktt = kumu, yü -
trru: t/o — amari. " Siclicr erkeuncu A'oJini = /«utAt/fca; mn :s miYtfnwrv« " Mit-
teilung koku — txugtru ; cM = sJutm,
Nr. 7.
S/iol'ftn fco /7jo//^ ktdoLni itfrMi - föro. N(>bureba sffsha gi kornpan Osaka
(h<hf>- s-^^f-^usho k'ujisti ni hoserare^ lutnJUsu shünm'* itaslU'SÖrti jö, kono dem
gO'Ufucht ni oyohi - sorn. keigu.
ifctn^'f San j»l skicht nm sfii giratsit jü ni nicht.
Omka chilui-saibumho kenjisei nani no Oö.
Doiisukoku ken* SuiUsurukoku ryöji
nani no HS kika.
A ntricrkuii fjeij. ' Ao — cyina« - - pnienrifii. ' Daa Amt antreten »hü —
t»tkuy nm = ghoka, Amt. * Und zugleich ken^kanrra, zu gleicher Zeit etwas
and«M Mtn; in di«««n Falle; Dentseber nnd Schweizerisdier Kousul.
Nr. 8.
SJiokan to mottr kcitat-su ttashi- .sorö. Koburrba hoiu/t lsu mikka :uke
wo motte tttiluj-kaUi yo-seikyii ai-nari-sjro kikoku-sen to gu dasxi/is/ut Lessht
tkimei^ no mono «a Jtunyetsu mikka &o keiaaiausho ni oiüt taiho »irä ni tsuki
igdoM ni imten SBÖ*'kata tori'bakmw-tSrS yö dS-thtefüi ye tMki* m
Ojfobi'Cfn'tSn jö migi ^•ryöehi ai^fiari-teJb«. kono dan go-tmieki m offtM"
ton» Mn^Um
Meffi »an jß kadU nen ni gwaHu yoM».
Kobe chihö'SaibandiO.
kntfiaei bö*
DoHtukoku ry^i
na/ti no bö kika.
ADmerkiingen. ' Vor- und Zuname tthi = uji; tn«l=^ntt. * Hinsenden
ö = »neerw; «f = okaru, * Leite» *ki ss ynbiHuu; ki = fttmu s= acbfltteln.
Nr. 9.
SAi^Mm wo motte keifö Hatü'törö, NobunOa Jb/m/w» dat^id^-k^öffaldko
kyöifhi kikoku-jin bö shi döbutsu kenkyU no tarne Okinawa- ken jf$ shatekö ni
l$uki kono cki ryokö-chü chihökwansho^ no hojo* ni asukari-iaki mutK" mö.vhi-
id^-Mf7rn omomuki hongetsu ni jü san niehi zitke kikan wo motte go-raishi^ no
dan ryosfuj^ ita«hi-söro yotie migi nn rmnmvki shikyü* Okinmrn-kin rhiji ye
Um hi ni oyobi-oki-sörö aida go-shöciu kore ari-taku. kono dan ktoaitö made
kn wo e-sörö. keigu.
paimu'daijin bo.
TM feint niekL
Doii$tt iokwnei'tenken'Jtödti
nani no hS hakht»
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256 MClleb: Der amüidie japanische Briefstil.
Anmerkungen. > LandesbehGrden chi — iokoro ; hö = höffok» Bidltailig;
kuHzn — Beamter; »ho = Beliörde. - Hilfe, Unterst'"»?'!-:: ho "fjinau ; r ta.<m~
kera. " Gesuch rai — ■ kitaru; «lü — »himem. * KcauUns ryO — oeru ((nooru);
ahö = uketamavaru. * Sofort »hi = Utu-u^ itatte; kyü — itogu.
H^r. 10.
Shokan wo motte keijö äoM-^ro. Nohureha honktcan gi kano taJU K^fe-
zetmu-kantokti^'k^goku^-chö iant no üoto hongeUu ichi jitsu yori »hinsetsu* ai'
nari-taru Köbe-emmukyoku-chö kemmu* meizerare-sörö ni tsuki enimu'^ ni ktoan-
suru tssai nn jimu wa kögo tö-kyoku* nai m oUf tori-ataulco-beki ni ttvki
koko Iii gc-hira ni oi/obi-sörö. keigu.
Me^i San Jü hachi nen shi yvoatm shichi nichi.
Köbe-iomu'kttiäohtkjfaku-'cAö ba.
Doüntküku ryofi
nani no bö kika.
Anm erka ngen. * KonlroUierea kan = kmtgaitdr* =t nadweben ; Mm = «w-
beni - — beherrschen. Abteilung. Mit kyoku werden im beaonderen auch die einzelneo
A^f^'il'iiigen der Ministerien bezeichnet Eine Unterabteihmp (fi*s ki^oku ist ktra —
Sektion, eine Unterabteilung hien'on A-n^-nrf — r Uutersektion. ■* Neu «»rrichtet -hin —
atarasJtü\ *et»u = mökeru. * Zu gieiclicr Zeit verwalten ken = kaneru; gleichzeitig
etWM tan «UM = imthmtnu * Sakverwaltang «i — «ftj»; mu = ttMiomtm, * Dies«
seitige Abtetlnng tS = dam.
Nr. 11.
Shokm wo nmUe keUaint Htuki'äSn, Nchttnha kongettu nmuika smke '
ken ni tntki tono fftnin ehösa-kata ffO'inri ai-fiari-Mv mumuki ryöshö tadaeht
ni Ynra-yösai*-shireihBan* m taishi migi toi^awate^MTÖ iokoro töji adakatno
keieisen* kötai'-chü ni kore ari'Wrö nomi narasu i^iisu tea tetüeo furyü nari
shi famr kntagata gni ni gai ktsen wo hakkoishi f>:/irishi ni ynri nan föro.sha
«I taishite tva shörat migi yu no futsugö kore. naki yü jülniti gentaLm '^ shi-oki-
tarti mune hmilö kore • art - söro jö migi yö go-shöchi ai-nari-taku. kono dan
ktoaifö made kii ino e-mrrj. kcigu.
Metji san jü shtchi nen shichi gwatsu kokonoka,
Hyogokni chiji
nani no bö.
Doitsukoku ryöji dairi
nani no bö kika.
Anmerkungen* * Postschifi* yü — ^mini; «m = ßme. * Me^twenge
kni uiiii; kyü z= itemai. ' Stoppen tn ^= to'hmenr, nen — ßme.. * Festung yö --^
kanavu; sai = ioride. ^ Konmtandant thi - tmkaxadoni; r« — yobu; ktran ■= yaku,
* WachtsebüT kei — imashinuru; ei s manioru\ sen = /un», ^ Abwechsltmg kö =
kaumru ; fei = kawan» " Der betreffende Betmle tö s aim; ro = «nieJU; «An =
mono. * Strenge Anwelenng gen = AfUaAff; loten — Um.
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Mduxs: Der untlidie japaiuMh« Briefatil.
257
Nr. 12.
Htmgflsu til ju rokti ntrhi :nkfi dai tu hyaku go jn ku go kiknn tm motff
kikoku'jin Lö jihi ye .san <- ka - yetsu kiyen no iiaichi-ryuko-menjn^ ko/u-kata
yo'irm no tmumuki shöchi iiashi-wn- Shikaru ni miyi bo shi tea Doitsu^
kyöhd-pttJi^ no yatin-kyoshi m jMtr gm ni ßika* K^maeHäeu mbandüö
ßl yo baitehi ni kyökjfo UashU'Ori-wrn iokaro waga kokujm ni yatonBore iyih
rficki.ffwai m kyökjfo no mono y» tco kaki i/^nm hffSgyS* no kinttu* ni anuam
lafti wo oubele ni «Ai kam jfo no tyoko wo igoka «rmpn raki* ni koM an-
mm aida ikan nagara ffo-raii ni ojigaiaku söro jo migi yS gO-ryStkS m-nati'
tokn. kono dan htoUÖ mSffAl-MMMM-mw. k«igu,
Toihi getm nidA,
Gmmu'dttißn Itä,
Doittu lokumei zenkm-köskL
nani no bo kakka.
Anmerkungen. ' Paß nun ~ yurum; jö . tfgemi. • Im Fu: Ära in
•ler^leichen Verbindungen heißt innerhalb , z. B. kenka Im Ken. • Ferien kyä —
yanumu ; yyö = waza, * Zeitpunkt ki ~ Tertuiu ; ^eUa = /«oAt. * Regel rn =
Nr. 13,
HaäuL Nobun^ kongfittu yBka ktkoku kös^ yori dai td kjfoku nku jS
idii gö okokan wo metk naidü-tyekö-mmfo kqfit-kata go-nikyS ai-nari'Soro
kikoku'jm Kofi iS »H wa k^mio Kmagmoa kmka ni oHe ytiAo-AiÜln' m
äuM ' thitaru no kado ni yofi gtnkon ytvaimu-daijin yori yo-shöktrai-chU ni köre,
ari-sörö kik(tku-jin C. bö sAi to seimei tomo hobo döiisu ni kore an-sord ni
tjnihi hnlnshltf döit-*ti-jin nan ya inn ya nm no tamr sJwchi ita.'^hi -tnht-.'^örö
aula on - ttkazu rtngarn on - tf/ri - shirabe go - fiöchi ai- Jutri • laku. kono dan go-irai
möahi-sugutne-iüoro. krigu.
TogJU geisu nichi.
Gtcaimu-daijin ktcambö^ shomu* kwat.Uo.
Doitim JimMkvMm ghekikuian kiht.
Anmerkungen. ' Bestimmmig ki ~= okite; fei = hodo. • Ztuvidcrhandhmg
i=iayoui han =. okam, * Geheiuie Kanzlei kvHin — yaku\ bö ~- fitm. * Ver-
«hiedene (Zentral-) Gaechlft» «Ao ^ MoroMer»; mu s= Uvtimiau»
Nr. 14.
Hongftgu yöka zttke dai ni hyaku roku jü ichi gö kikan sesshu ' hietnt*
ito$hi'SÖrfi. Noburrba zai Yokohama kikoku sJuJnin bö shi byöki yöjö no tame
mvkö rokka-getsu kan Nikkö sono ta ye ryokö-menjö kößi no gi go-srikyü
yu> ommmthi shöcbi iiashi-srprö shikaru ni dftshi toa kalsuie S/iiznokakrnka tii
keimtnuktßan rw seishi^ wo gamzfiztt ryokö'mmjö kisai no cliiltö igtcai ni
rgokö ahiiaru km ni tsuki saki ni hondaijin yori kakka no yo-vhüt* wo una-
goM-oki'Wn kikoku -jin bö thi to kobo tnmä dSUm ni tsuki nm no Inm
Alö* jikNNKjhM'Aftö IS $ori kihoan diokikvxm made iekiö on-lot-aiiwiM m'
10H.4.8i^eOH«tiffiMh«. 1907. LAU 17
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2^8
MvuKKS Der amtliche japanisdie Briefirtü.
oydU'Wm iokoro hatasAit« ddHtsU'jin nam mme no kteaitö wo e-aörö, TMfe tea
3,ao.mi ihoMha Matm no km nikum sü ki-ga ry^ se^noaidam
oUß manJHiku naru kj/^' ai'Monoi-soro made tea dö-shi ni iaishi naichi ryoko-
meiyö ho/u no gi tea nanihun tori - ItakaraigiUaku sörö aida migi jfo ffo-työihö
ai-nttti'iaktt, kono dan kteaitö rnad^ kü too e-tiörö, kmgtL.
Gtcaimu-da^m bö.
Doitsu senken 'köshi
hS kaMta,
AnmerkungeD. ^ Empfangen »eUu = /ureru berühren «Iv = le. * Er*
halten Af A/raAi»; «Uu = mim, * Verbot 9H = iodomeru; «Ai = Moment. * Ihre
Anfmerfcsamkdt ehü = sosopu; i = h^tmro* * Dieaea MImeterinm tö = atara\
skö = luurimim, * UberNnkommeo kjfö = Motum; ^ = kaiUam (Aatom) enihlen.
Nr. 15.
Kckttffittu ni jü $an fddti zuke kikm 9e&tku ikoH'äöi^ NdhurAa ki-
teäMnt kwmsö^'kökm* hö go kmdiö hö »ki konhoai Boldiaidö m Anftö m-
nari kampo m»km aJkifto' ye k&tan* Uamre-'taiki nume teo moUt nuyi koko m
kwmntru tensJio kö/u-kata go-ircd no omomiki i^oekiüagM-söro, Stmawacki
kiju* ni öji bewhi tetuho ittsü sashi-suaume-sörö aida do-kancKö ye go-tensö*
ai-nari-tnkii hatm rm-mnshi-koshi no omomuki tea gaikan tsüktca'' no enkai
chihö ye ai-tasshioki mösu-bekU'Särö. kono dan kwaUö kü woe'törv* keijfu.
Toshi getan nicht,
GtoaimU'daijin bo,
Doitsu tokumei - zenken - koshi
nam no flo kukka.
An merk a Ilgen. ' Sdinetlaul'end kwai = kokoroyoi\ sö~it<uhuu. ^ Ka-
mmenboot kö ss: ithibiya; km = Iktuabtine. Die fibrigen Arien der Rriegeeduffe
heißen: Schlachtachiff tenton (nen — ikum), Kwaw ^jtmsfökam (/iiii = nuHram;
yö ; - öumi) , Torpedoboot = «utrailn; mh' = imra; nri ^ kaminarii tri = kobunr,
Torj)Pcloier8törer kuchikukan: ku = tpashint; chik-u — ou wrfolgcn ' Sämtliche
Häfen fho ~ moromoro ; kö m'mato. * Aniaufen ki - yoru; kan — Kriegs-
acbiO*. * Ihr Wunsch ki =^ taUoi; ju — nmtome. • Übersaaden ten = korobu;
«ö =: okmtt, ^ Ftesieran (einen Hafen nach dem andern anlanfeo) taH =s Ipm;
Nr. 16.
Jiaidoku. Noburfhn kihnhi -jfn hö hoka go mei KyTitn (josho riaralu ni
Nijö riktffi ^ haiku an ti/ (/ai-i(If' no yi sashi -yitruffare sörö ni tsuki l'fs'^fii teitiho
go-stifu ni oyoOi-suro Jö lionnin ye go-dmiatsu^ ai-nari-taktu kono dan go-
ktcaito ni oyobi-sörö. keigu.
Toshi getm tti^
Tonomo no* kmni* hö,
Doiim tokumei unken-köM
nani no bö kakka,
Anmerkungen. * Kaiaerliehe YlUa H=. hanarent; kgA^m^ * -Ober^
geben den =s teuüterui tute» = Iomutn. * Verwaltunf der SddSeser. * Yontnad.
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MSun; Dar «ratiieha japftniadie BrialMI.
259
. Nr. 17.
Honyfisu mScka zuke dai san jü «Ai gö kikan wo motte iaUtm 90*^0
no budö'ifiu kamt rtti .^hmeki atco'irffi nana hako yunyu muzei l^tikipan no gi
YiAohnina znkxcan ye tasshi-kata go-irai no omirmuhi ryösKö itashi-sfirö. Su-
mumhi iM-sjihi tsüktcan^- ^hn* ippü mf^hi-siisume-Sf/rä nida gn-ryoshü ai-nari-
taku-snrö. Mftttomo genka n/ösn^ no gt icn zcikwau ye tsüchi wo gushi^söro
auia gaihm go-ryöshü no ue ai - wakari - sörawaba tö-shö ye go- tsüchi ai-nari-
Itht, kono dan hptritS kü wo t-äSn, keigu.
TM geltu meM,
Gwaimu'daifm bö,
lUMt HO bö kakktt,
Annarknngen. * Zdlpanuß t*ü =: tfr«; kwtm weil as aich am iä» Zoll-
•fflt tei-twan bandelt * Schein. • Gewicht und Zahl ryd = kokarui «i = Zahl
Nr. 18.
S/tokan ICO wotte kfijo itmhi-stirö. Nohurtha Puroisu shiho^ sümitmi*-
gikiean^ ken datgaku kgtgu^ 0(ß shi wo kun^ ui ui joserare* kyokujUsit' - slut^
w» tamaman^''tak% mtm« jSm"* itoMf hfku zoiyi'WrS. Ki-stifu m oHt go-
ttm *' koro naJat'9örö ya shBeM UatM'taku-ääro tuda en-tekasu nagara ki'-m^
f$ €»-toi'Owem no tie^ nanibmn no go-kwaUo ai-nari-te^. kono dan im wo
ToM gattm niM.
Qwamu'daifin 65*
DoUsu tokumei-zenken-köshi
nani no Itö kakka.
Anmerkaagen. * Jaatis «Aiss t/mlOuadar»; regieren kö = narl = Bedbto-
Dornt. * Sämititu -giktean bedeutet hier Gcheimmt. SOmUm («ü ztz Angelpunkt; Wichtig-
keit mit^rt ~ hi'ok'i) ist der Bc/elrlintinj» ff^r den japanischen Geheimen Staatsrat
tümiUuin entlehnt. Rat gi — hakaru; ktcan _ yokii. * Professor kyö =■ oshiera;
jn — iozukeru, ^ Orden kun ^ i-sooshi — Verdienst ° jo suru {jo = sazuka)^ mit m*
koaatniiert) heifit verieihen. Die Passiv« oder Potentialform ««rare ist als HSflidikeits-
fbrm gebraucht, weil vom Kaiser die Rede ist. Aufgehende Sonne h/oku ~ ntalUi
ßlfu — hi. * xhö {nkircüca) ist das zweite Zeichen von kun-shö = Orden. • ta-
mmcaiu = vprlpihen (vom Kaiser). " Vortrag Iialten (dem Kaiser) 70 = taifmahnnt;
«V — müBkiagtru. Verschiedene Meioong i = kokmaru\ zon = omou, naclidem,
aaf Grvnd.
17*
260 Mfiun: Der amdieha jApaniMlw
m
»
4 Deaiselie OberaetEiing der Bokmneiiie.
Nr. 1.
Vaw.v Ilochwolilgeboren beehfc ich mich ergebenst mitzuteilen, daß
icii heute nacii Tökyö reise, und daß während meiner Abwesenheit der
Sekretär, Herr X.. mich vertreten wird.
13. Februar 1905.
Gouverneur des Hyögo-Ken.
An den Kaiserlldi Deutsclieo KonauUiteverweser
Herrn X«, Hochwohlgeboren.
Wortliche Übersetzung.
Es reist nacli der Hauptstadt dieser Beamte (ich), infolgedessen nimmt
wahr vprtrpfnnirsweise die Amtsgeschäfte der Sekretär Herr X. während
der Abwciienlieit.
Nr. 2.
Infolge der von Kuer Hochwolilgehurea gemäß den UcKiinimungcn
über Hilfeleistung bei Verhaftungen beantragten Festnahme und Ubergabe
dar Ton dem deutsdien Sdiiffe Y« deaertierten Matroaen X. und 9 anderer
sind an Kosten (Qr Ei^greifung usw. 104 Yen laut bdfolgeDder AufateUuug
von di>m Polneivorstand liqiudiert worden.
Euer Hoehwohlgeboren bitte ich ergebenst, mir den Betrag geiUligst
zugeben lassen au wollen.
3. Februar 1906.
Der Erste Staatsanwalt des Laudgerichts /.u Köbe.
An den Kaiserlich Deutschen Konsul
Herrn X., Hochwohlgeboren.
Wörtliche Übersetzung.
Es sind Obeigeben worden zuvor auf Grund Ihres Geaudis um Ver-
haftung gemiß den Bestimmungen Hiher Htlfdeistung die Deserteure des
Sehiftes Y. Ihres Landes X. und 9 andere, in besug auf welche erbeten
aind T<m dem Vorstande der Polizeibehörde laut Anlage 104 Yen Kosten
der Ebrgreifung usw.
Infolgedessen bitte ich um Übersendung des Oeldes.
Nr. 3.
Der \ crlrcUT (l* r Firma Y. in Kobe, frühere Fremdenniedeilassuog
Nr. 75, Herr X., hat der Abteilung för angewandte Chemie der Technischen
Fakultm der Kalseriichen UnirersitSt in Tökyö als Studienmaterial Ar Lehr*
Mfiun: Der •mtlicfae japanische Briefstil. 261
saaliwecke künstlichen Indigo und 22 andere Chotniknlien überwandt. Ich
habe iiifulgedessen den hiesigen Bürgermeister veranlaßt, dem genannten
Herrn ein Danksagungsschreiben und einen iiolzemen Sakebecher zu über-
laittieln, und beehre midi. Euer Hochwohlgeboren ergebrast hiervon in
Kenntnis tu seteen.
Iti. Januar 1904.
Der Gouremeur des Uyögo-Ken.
An den Kaiserlidien KonsuhUsverweser
Herrn Z.» Hochwohlgeboren.
Wörtliche Übersetzung.
Ich habe, veranlaßt durch den BQrgermeister von Kobe» die Aushlndi-
gung eines Trinkbechers und AneriLcnnungsschrcsbens dafür, dafi gewidmet
worden sind 22 Sachen außer liQnatlichpm Indigo als Material (Gebrauch)
wissensduilUieher Studien im Lehrsaal fiir angewandte Chemie der (ab-
hängig von >gewidniet«) Technischen Fakultät der Kaiserlichen Universität
SU Tokyo von Ilirem Laudsoiann Herrn X., Vertreter der Firma Y. in usw.
Nr. 4.
Zum Zwecke der Erhebung der Staatasteuem beelire ich mich, das
Kaiserliche Konsulat ergebenst su bitten, die Wohnungen der in der bei-
gelegten Liste aufgeführten Penoneo in die entsprechende Bubrik eintragen
XU wollen, fklls sie dem dortigen Konsulate n&lier bekannt sind.
17. Februar 190S.
Der Vorstand des Lokaisteuenuntes zu. Kobe.
An das Kaiserlich Deutsche Konsulat.
Wörtliche Übersetzung.
Ich ermittele die Wohnung der Leute, die aufgefidirt sind in der
Anlage, indem dies wichtig? ist 7uv Erhehtin»; der Staatssteiier. Ich bitte»
Sie, Sil' helastitrend . mn KiTitrHgiinj^ der Wohnungen in die .ib^cki'ir/.te
Rubrik, wenn es nocli i ui/.eliieiten (kado) gibt, die bekannt sind in Ihrer
Behörde betreffs der Lakiarheiten.
Nr. 5-
Enrer Ixzellena gefallige Note Nr. 70 vom 19. Juli d. J. habe ich
XU erhalten die Fhre gehabt. In dersdbcn hal)en Kuer Kxzeltenx mir mit-
geteilt. 3aß das Kaiserlich Deutsche Seeamt in Flensburg mit Bezug auf den
in der Bunsostraße stattgehabten Zusammenstoß des deutschen Dampfers Y.
mit deu) Kaiserliehen Torpedoboot Nr t^ber viei- von Huer bixzeiienz
aiber bezeichneten Funkte Auskuui't erbeten habe. Ich habe vou diesem
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262
MCujni: Der amdidie jftpmlMhe BriefstiL
Wunsche den Marinemtnister sofort in Kenntnis gesetzt. Von demsd^beo
ist mir nunmehr die anliegende schriftliehe Auskunft des Kapitänleutoents Z.,
welcher zur Zeit des Zusammenstoßes das Torpedoboot Nr.«.. befehligte,
zugegangen, indem ich diese in der Anlage zur weiteren gcfallii^en Ver>
•dassung ergebenst beiftige, liabe ich die Ehre» Euer Exzelienz naeioe
ausgezeichnetste Hochachtung zu erneuern.
20. September 1905.
Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten.
An den Außerordentlichen Gesandten und bevollmichtigten Hinister
Herrn X., Exzellenz.
Wörtliche Übersetzung.
Ich habe Kenntnis genommen von Ilireni Eisuclien miltels Sciueibeos
vom usw. und Übersendung einer Auskunft fiber 4 Punkte, niher bezeiebnet
von Ihnen auf Grund einer Anfrage vom Seeamt in Flensburg bezQglich
des Vorfalls des Ztunmmenstoßes des Kaiserlichen Torpedoboots in der
Buogomeeresenge mit dem Dampfer usw. Ich habe mich sofort sehriAIich
gewandt an den Marineniinisler , und jetzt ist mir zugegangen anliegende
Auskunft dee KapitSnIeutnants X., der befehligte Nr zur Zeit des
Zusammenstoßes von demselben Minister, und dalier übersende ich aie Ihnen
jetzt zur weiteren Veranlassung.
Nr. 6.
Nachdem im Juli v. J. das Tabaksmonopolgesetz in Kraft getreten
ist, stellt das Recht, Tabak einzukaufen. allfMii der Kaiserliehen Rep^iernng
zu. LiT)z<»lppi"Sonen win! i»'(l'»ch auf ihren Antrag die Einfuhr solcher
Tabaksfabrikate erlaubt, deren sie aus Gesnndheitürücksjichlen und üewohn-
heit nicht entraten können. Infolgedessen liabe ich unter dem 5. Oktober v. J.
mittels Schreibens Nr. 6547 Euer Hocbwohlgeboren gebeten, den Inhalt
dieser Bestimmungen den in Japan anslssigen deutschen RdchsangehSrigen
zur Kenntnis zu bringe. Tkwtidem haben die Importeure zuweilen ver^
sucht, die Genehmigung zur Einfuhr erst nach Ankunft de^ Ware einzuholen.
In der^eichen FKUen hat nun die Behörde bish«r darauf R&cksicbt genommen,
daß das durch das neue Gesetz vorgeschriebene Verfahren den Importeuren
noch nicht genügend bekannt gewesen sein mochte und ihnen ausnaluns-
weise die Einfuhr gestattet. Naehdeui jedoch seit Inkrafttreten des Gesetzes
ein volles Jahr verflossen ist und daher /.n der bisher geübten Rücksicht-
nahme keine Veranlassung mehr vorliegt, soll in Zukunft die Erlaubnis
zur Einfuhr nur denjcnificn Importeuren erteilt werden, die des Genusscss
von fremden Tabaken aus Gesundheitsrucksicliteu und Gewohnheit nicht
entraten können; auch wird das bd der Einfuhr zu beobachtende gesetzlich
vorgeschriebene Verfahren von nun an streng innegehalten werden. Ich
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MSlueb: Der undichd japan'wdio BriefätO.
263
ckhte daher an Euer Hoch wohlgeboren die ergebene Bitte, den unter ihrem
Schübe stebeodea Residaiten den Inhalt dieses Schrdbens sehr geflll%st
rar Keonlois bringen tn wollen.
21. November 1905.
Der Direktor der Talialumonopolabtälung.
X.
An den KaiserUch Dentsehen Konsul usw.
Wörtliche Übersetzung.
Ea kann einAhren mit vorheriger Erlaubnis der Regierung nur {koffki^
aus Gesundlit it und Gewohnheit unentbehrilclie Tab.ike eine Privatperson,
indem es ist alleiniges Recht der japanischen Regierung, Tabak einzuluhren
nach Inkiafitr«'tt'ii des Tabaksmonopolgrsct/.es im Juli v. J. Infolgedessen
habe ic!i gebeten, daß Sin mitteileu möchten diese Bestimnning (mune)
Ihren Landsieuten , die in diesem Liindt' wohnen, ntittels Schreibens
vom ii.sw. Itidessen ist e,s öfter vorgekuiuüien . daß die Leute naelisuchten
die Erlaubnis in (der Zeil) nach Ankunft der Ware, indem sie fehlten
g^en das Verfidiren noch in der Folgezeit Ob^ddi nun der Fall (Umstand)
eugetreten ist, dafi man gab Erlaubnis ausnahmswdse» indem man Rflcksicht
Shead annahm, daß noch nicht bekannt sei das Verfahren sur Zeit des
lokrafttretens des neuen Qesetases, so nimmt man an, daß jetzt nicht mehr
Grand vorhanden ist, besondere Rücksicht zu üben, nachdem verflossen
ist über ein Jahr schon nach Inkrafttreten des Tabaksmonopolgesetzes.
Infolgedessen erteilt man nicht m(>hr I-',rlaulmis, wenn nicht solchen Personen,
die bestimmt nicht köimen aufgeben das Rauchen aus Oewohnheit und
Gesundheit, in«iein man einhalten wird das gesetzMche \'('ifalirpn jetzt und
s|>äter, und so {aifla) bitte ich, von seilen t^ner lAzellenz zu veraiilas.sen
die Bekanntmachung obigen Inhalts für die süuiliiciien dort wohnenden
Staatsange hörigen.
Nr. 7.
Euer Uochwobigeboren beehre ich mieh ergebenst mitzuteilen, daß
idi sum Erstell Staatsanwalt bei dem Landgericht zu Osaka ernannt worden
hia nod heute die GeschSfte der Steatsanwaltschall übernommen habe.
12. April 1904.
Erster Staatsanwalt bei dem Landgericht zu Osaka.
Ad den Kaiserlich Detttachm Konsul und Vertreter Schweizenacher Interessen,
' Herrn X., Hochwohlgeboren.
Wörtliche Übersetzung.
Ich habe das Amt angetreten heute, indem ich wnannt worden bin
xam Ersten Staatsanwalt des Landgerichts in Osaka.
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264
MOujm: Der amtliche japuiieche BriefatiL
Nr. 8.
Eiier Hochwohlgeboren bedire ich mich ergebensl ntteuteilen, daO
dem geflUHgen Ersuchen um Verhaftuog vom 3. d. M. entsprecheod, die in
der Anlage au(|;e(lihrten Deserteure des deutschen Daihpfera Y. von der
Polizei von Z. festgenommen worden sind. Ich habe daher den Polizei-
vni stand sofort angewiesen, die Übergabe der Leute an Bord des betreffenden
Schiffes zu veranlassen.
4. Februar 1905.
Der Erste Staatsanwalt beim Landgericlit zu Kobe.
An den Jiaiserlich Deutschen Kon&ul Herrn X., Uochwolilgeboreo.
Wörtliche Übersetzung.
Sie haben ersucht um Verhafliing mittels Schreibens vom usw. Es
.sind festgenommen worden von der Poli^pi zti Y. am usw. die vier in der
Anlage niifge führ ten Leute. Deseiteure Ihres Dampfers nsw. Infolgedessen
habe icli veranlaßt die Überführung dei'seiben aufs Schiff und bitte, hier-
von Kenntnis zu nehmen usw.
Nr. 9.
In Erwiderung auf Euer Exzellenz sehr gefälliges Schreiben vom
23. d. M.» in wdchem Sie mieh benachrichtigen , daß der Lehrer bei der
ersten Höheren Hittelsdiule Herr X., deutscher ReichsangehSriger» zum
Zwecke zoolc^sdier Forschung stell naeh dem Oltinawa-Ken hieben wird
und Hire Vei-mittdung nachgesucht hat, um vi^rend seiner Reise die
Unterstiit/.ung der dortigen Lokalbehördeii zu genießen, beehre ich mich.
Euer Exzellenz en$ebenst zu benachrichtigen, daß ich den Gouverneur des
Okinawa-Ken von dem Inhalte Ihres geHilligen Schreibens sofort in Kennt«
ois gesetzt habe.
Der Minister der Auswirtigen Aogelf^enheiten.
Datum und Unterschrift.
An den Außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister
Herrn Y., Exzellenz.
Wörtliche Übersetzung.
Ich habe Keuntnii» genoimneu von dem üesuclie mittels iSchreibens
vom usw., des Inhalts» daß gel)eten habe, zu erhnUen die Unterstützung der
Landesbdi&rden wSlirend der Reise, betreffend das Hingehen nach dem
Okinawa-Ken zwecks zoologischer Studien, der usw. Infolgedessen habe
ich in Kenntnis gesetzt den Gouverneur des Okinawa-Ken sofort von dem
Inhalte des Obigen.
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MSun: Dar Amtliche japuitdie Briofttil.
265
Nr. 10.
Euer Hoch wohlgeboren beehre ich mich ergebenst mitwiteilen, daß
ich nnter Beibehaltung meines jetzigen Postens (auch noch) xam Direktor
des am 1. d. M. neu erriehtelMi Salauntes ernannt worden bin. Infolge«
dosen werden alle Geachlfte betreffend Salzangel^genbeiteD in Zukunft
von dieser Behörde erledigt.
7. April 1905.
♦
Aa den iüuserlich Deutschen Konsul
Herrn X., Uocbwohlgeboreo.
Nr. 11.
In Krwiderting auf das gefällige Sflui-iben vom 7. d. M., betreffend
die Verspätung dtüs deutschen Postdampfers X. beim Passieren der Kiistraße,
beehre idi mich, Euer Hodiwohlgeboren ergebenst mitzuteilen, daß ich
aticb sofort an den Kommandanten der Forts in Yura gewandt habe. Der
geniante Herr teilt mir nunmehr mit, daß zur ft-a^ichen 2eit nicht nur
gende die Ablösung des Waehtscfaiffes stattfand, sondern andi unklares
Wetter war, so daß der Dampfer nicht gleich bemerkt wurde. Trotadem
sei die zustandige Stelle nachdrucklichst darauf aufmerksam gemacht worden,
daß in Zukunft dergleichen Unregelmlßigkeiteo zu vermeiden seien.
9. Juli 1904.
Der Gouverneur des Hyögo-Ken.
An den Kaiserlich Deutschen KonsulaLsverweser
Uerrn X., UocliwolUgeboren.
Nr. 12.
In Erwiderung auf liUier Exzellenz sehr gefall iges Sdirelben vom
26. d. M., in wdchem Euer Exzellenz f&r den deutsche Reiclisangehörigen
Horn X. einen dreimonatigen Reisepaß filr das Innere nachsuchen, beehre
ich mich. Euer Exzellenz ergebenst mitzuteilen, daß ich Euer Exzellenz
Wunsche zu meinem großen Bedauern nicht enteprechen kann, da der
^snate Herr bei der Vereinsschule als Lehrer angestellt und gegenwärtig
Nr. 14 Nilian Köjimaphikii , Tökyö, wohnhaft ist, nach den besonderen Vor-
schriften al)«'T- (!f'it'fni'4("n , welche V)ei Japanern ani;<^stellt sind und außerhalb
der Fremdcnnietlrrlassurig wohnen, im allgtuneiuen eine Reise von länger
»Is 2 Wochen auloor io den Sommerferien nicht gestattet wird.
Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten.
Datum und Unterschrift.
Aa den tit Herrn Y., Exzellenz.
260
MCiuk: Der amIIMw japanuche Briefstil.
Nr. 13.
Der Vo^ und Ztmame des deutschen Reiclisangchurigen Herrn Karl X.«
ftlr welchen mittds Schrdbens Nr. 261 des deutschen Herrn Gesandten
vom' 8. d. M. ein Phß zur Heise ins Innere nachgesucht worden istt iat
mit dem des deutsclien Reichsangehörigen Herrn C. X., beadgUch deaaen
wegen Überschrdtung der Vertragsgrenzen im Kanagawa Ken durch den
Minister der Auswünigen Angelegenheiten angeregte Verhandlungen schweben,
heinahe identisch. Ich hechre mich nun, das Sekretariat ergehenst zu
liirti n nacli p;ef^!li^pr Feststellung mich wissen zu lassen, ob die beiden
ein und diesi-llx* Person sind.
Der \'ui-stand der Zentralsektion der Geheimen Kanzlei.
An den Kaiserlich Deutschen Lej?ationssekrptSr
Herrn Y., Hochwohlgehoren.
Nr. 14.
V.net Exzelleii/ T>eehre ich mich, den Kmpfang des sehr gefälligen
Sclireihcns vom 8. d. M., in Wf^lclifin Kuer Exzellrnz für den deutsehen
Kaufmann Henii Y. in Yoknliaina um Znstplhnit; fines Passes /tir Heise
nach Nikko /.tu* Wicderherstelhing der Gcsundlu-it nrid für die I);iu«t von
6 Mttnaten nachsuchten, ganz ergehenst zu be.stäügen. Da jedoch licr Vor-
und Zuname des genannten Herrn mit dem deutschen Reichsangehürigeu
Herrn Y., auf den ich bereits wegen der von ihm seinerzeit im Shizuoka Ken
trotz Warnungen der Polizeibeamten vorgenommenen Überschreitung der
im Reiaepafi aufgefllhrten Route Euer Exzellenz Aufmerksamkdt gelenkt
habe, fiuit gldchlautend ist, so hat der Vorstand der Oeheimea Kanzlei
im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten, Herr X., an den Legations»
sekretSr der hohen Kaiserlichen Ocsnndtschaft eine diesbezQglicbe Anfrage
gerichtet und die Antwort erhalten, daß die beiden ein und dieselbe Person
sind. Ich lieehre niicli nun, Kuer Kx/ellen/, zu benacln'ichtijjen , daß die
Ausstelhini; eines Kcisepnsst's ins Innere für de»i oIxmi f^cnannten H«M'rn so
lange unuiüglich ist, als die Frage der Bestrafung des die \'ertragsgrenieen
V'erletzenden nicht eine zufriedenstellende Ei*orterung zwischen der deutschen
und der japanischen Regierung erfahren hat.
Datum und Unterschrift.
Der Minister der AuswSrtigen Angelegenheiten.
An den Außerordentlichen Gesandten usw.
Herrn X., Exzdlenz.
Nr. 15.
In Erwiderung auf das geneigte Sehreil)en vom 23. v. M., in dem
Euer Hocliwohlgeboren ntir mitteilen, daß der Kommandant des Kaiserlich
Deutschen Kanonenbootes Z.» Herr X., auf der Fahrt nach dem Hokkaidö
die HIfen von Japan anzulaufen beabsichtigt, und ein Einl&hrungmdirelben
nachsuchen, beehre ich mich, Euer Hochwohlgehoren Wunsche gemiO,
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MOiub: Der «ntliche j«pawichft Briefirtil. 267
Ibpeu das Ueifolgeude Einfuhningschreiben Kukommen xii lassen» und stdie
ei^benat anheim. dasselbe dem Herrn Kommandanten geföll^t xu überinittpln.
Datum und Untenehrift.
Der Minister der AuswirUgen Angelegenheiten.
An üi. Herrn X., Exzellenx,
Nr. IG.
Unter ßexugnahme auf Euer Exzellenz gefSlliges Selirtiluu heelire
ich mich, Hie erfjehtnst zu benachrichtigen, daß den deutschen Keichsan-
gehörigen Herrn X. sowie ö anderen Herren die Besichtigung des Nyö>
Palastes und des Kyoto -Sehlosses gestattet ist, und ich erlaabe mir,
Eoer Exxelleos' das beifolgende Empfehlungsschreiben mit der Bitte um
gefilUge Weiterbeförderung an die genannt«! Herren au Obtnwiden.
Datum und Unterschrifl.
Der Intendant der Kaiserlicbefi SddSsser.
An den tit. Exzdlena.
♦
Nr. 17.
Euer Hochwoiilgt-buren geneigtes Schreiben vom 3. d. M., mittels
dessen Euer Uodiwohlgebonm einen Zollpenniß tun freie Fassierung von
7 Wein, Papier und BQcher iQr Euer Hoeh wohlgeboren Gebrauch ent-
haltende Kisten durch das Zollhaus au Yokohama nachsuchen, habe ich au
erhallen die Ehre gehabt. Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich nun, in
der Anlage einen Penntß crgebenst zu Qbersenden. Da jedix-li vlmt <nit-
sprechendc Mittrilung an das Zollhaus in Yokohamn erforderlich ist, dart ich
Euer Hochwohlgeboren bitten, den Wert, die Anzahl und das Gtnviclit der
gedachten Gegenstande dem diesseitigen Ministfrinrn geneigtest angeben /.u
wollpn, tKiclideni Euer Hochwohlgeboren die (ic^ensiände in Empfang und
von dem Wert derselben Kenntnis genommen haben.
Datum U!ul Uiiterscliiift.
hcy Minister der Auswärtigen Angelegenheiten.
An den Kaiserlich Deutschen Außerui dentlichen Gesandten
Herin X., Exzellenz.
Nr. 18.
Etier Hnchwohlgelioren beehre ich mich ergebenst mitzuteilen, daß
icli Allerhöchsten Ortes die Verleihung der II. Klasse des Ordens der Auf-
geiieuden Sonne an den Preußiscben Geheimen .liKsU/.rat lierrn Prolcssor X.
in Anregung zu bringen gedenke. ICuer Uocliwülilgeboreu bitte ich ergebenst,
bei Ihrer Hohen Regierung gefälligst anfragen zu wollen, ob der beab-
richtigten Ordensverleihung nidits im Wege steht, und midi von dem Ergebnis
Ihrer &mittelung gefälligst in Kenntnis xu setaen.
Datum und Unterschrift.
Der Minister der Auswirtigen Angelegenheiten.
An tit. Herrn X., Exadlena.
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268
MCtutft: Der amtlieha japani«ehe Briefstil.
6. Samnliiiig widitlger Ansdrflcke der amilicheii japaiiische&
Sobriitspraohe.
Vorbemerkung.
Die nachstehende Sammlung besteht aus 1 1 18 Kompositia (Jukvffo),
die man als häufig vorknunnende Ausdrücke der amtlichen Schriftsprache
bezeichnen kann. Natürlich gehören y\>Ar dersrlhen nicht lediglich der
Amtssprache an, ein großer Teil kommt vielmehr auch in der sonsUgen
ScbrifUijirache vor.
Die Anordnung beruht auf der Zahl der Striciie des jeweilig ersten
Charakters. Dabei ist nun zu beachten, daß die ZShIweiae der Striche in-
sofern von der in den meisten japanisch "ebinesisclien Wörterbildieni Ob-
liehen abweicht* als nur die tatsSehüch vorhandene Anxahl der Striche
Kiignindc gelegt ist. Während also £. B. die meisten Lexika h» ^ sansvi
und te hm je vier, bei ^ shinyS sieben Striche sälilen, weil die ur-
spiiiiigUrhen Charaktere, deren VfTkiimintren sie sind (]?fC"^*^_)' diese
Strichzol)! aufweisen, sind in der Sammlung bei den ersten beiden nur drei,
bei dem letatcren vier Striche sa aihlen. Diese Htr den Anflnger weit
praktischere 29Udmethode findet sich fibrigeos attdt in dem von der Buch-
handlung Iku-bun-sfaa (-^^ ^ erst kOrzlioh (Mai 1906) heraus*
ueuebeiien japanisch • chinesischen I./exikon Kan-tpa-dai'ß-rift
^^J^\j' '""^ /.w ar in der am Knde di'sscilx'n bei>?efti<;tf' n Zusauuiii iistcllung
der insgesamt vei-WHiidten .">OÜÜ Ideographeii. Auch ;>oiisl ist dieses Wörter-
buch durdi große Ubei'siclitliclikeit wie aucli durch Aufnahme modemer
FachausdrHcke ia hohem Grade ausgeseicbnet.
bhaltgYenelduilB aller AaSutgukutkim der Kompodto.
271*
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271 271
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271 272 272 272 272 272 272 278 272 27« S72 J7S' 273 273
* ^ >j\ :K Ix. Ii n ^ M
* Die fettgedruckten Ziffer» bea^ichnen die Zahl der .Striche, die gevrohnlidieQ
die Sdte.
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llvixBa: Dar amiliche japaniscbe Briefstil.
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294 294 294 294
294 294 294
1» mm
294 294 294 295
295 295
295 295 295
295 295 295
295
»5 Ig
29&
27 J£
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MüLu»: Der arotlicbe japauiache Brieilitil.
1 -«
— • hiMsti. it.m oder irhi eins.
271
^^9bLM '^^ ftamfm Alleiu-
verkaiif.
iitökoktt (i rc )ßni acht.
— • * ippan im allgemeinen.
' — ^fl"* lA'Are» Angelegenheit.
— -*|^* tßAto einst, einmaL
— ^ ftfn bestimmt, Entschluß.
— ^ iehitan Überblick.
— Jt( * iehi-iehi eins nach dem
andern.
^ Alto, jin oder nw Mensch.
^ P * ^'mAo Einwohnerzahl.
AR'j«»*""» Börgpr.
A I'm* "''y^ Gesinnung.
A ite j''*^^ Menschenrecht.
A ^ * J'f*-i>* Anzahl der Persuueii.
A Hl * ß^'^ künstlich.
A ^ * ^'üinM Menschheit
A * jüuhu Menschenrassen.
A * Ȁi*o*ii Arbeiter.
A ".'/" liincingehen, ireru hioein-
^ jöshm Bericht
p Jök'okH Revision.
_tl jukohmhin Uevisiuns»
vei'haudlung.
g jokiniii li<.li('rcr Beiunter.
_tl|i/C* iierrenhaiis.
j^ftfteti wie erwähnt
"jC «Ato, «Amio; y«, Ür« unten.
|\ l^j* ka/u Ausstellung (k. B. von
passen).
~]\^* kam Abgeordneter.
ff«raku Preishembsetzung.
~fs * yesunlö Drainage, lünn-
stein.
~J\ sayeicatashi Ausstellung (von
Urkunden).
axu, kuH übertreten, verletzen.
~f^i^ f^'on.shö Interveniioo.
-pj^ kaa^ Mitarbeit
j^* kanktra Krieg (eigentlich
Sebild und Speer).
Sküy dm grofi.
i^^^M* ^^fSryö Prisident
ö3tiira«Ao Finanzmini-.
sterium.
^ ^ * flaij'm Minister.
pl kurhl . kö Mund.
|_| I'll: kökyn Gcstundrus.
P itL ^y^^* mündlich.
Pffi^W ^htnron mlittd-
liche Hauptverhandlung.
P ^ XiÖN|rtMii «um auä«
plaudern.
t(K ko Tür.
^ lläuseranzahl.
* Die mit* vwselwnen Komposita sind entweder Substantiva, Adjektiv« oderAd-
vnbii, die Ab^gen ktenen dnreb Verbindnng mit mam auch ab Verba benutzt werden.
tun.
A 5|^*".'/"*^'wry^J^'>fe"^«^"hr.
A ]^ riyükö V^uxUxXw'i in den llalen.
A^ «Sf^<*^ Eintritt in die
Schule.
A ^Hj. "y"''^^^'^' Submission.
A^^J^ * »yü/^en Eintrittskarte.
A"om*, ;V7, ää* oben.
joshinshn Bericht an
eine höhere Behörde.
272
Mvlucb: Der amtliche japanische BriefsUL
^ P * kokö Zahl der Hansbe- 1 §| hiku, m zidien.
wohner.
^ n ^ S AroX» ehSaa Zihlun^
der Uaushewohner.
koW'teari Faiiiili«ii-
)'< mm'
Steuer.
jil^ * Uneinigkeit, Un-
vereinbarkeit.
^ * -^"^ nnriihig.
^7 V«*^*»'^**^»<'^****'8-
keit.
^ ^ * /«zai abwesend.
^ shu Hand.
^j^* Mmteuki Verfahren.
■^1^* Mühe, Arbeit.
^* ^5 * Mittel.
J2 * «AwAö.UandarbeiU
'^IMl* «J(«9*tttnf Operation.
.sa*ö<7'i/, vakatm^ ethi; shi teilent
Zwelp.
^ shiharm Besnhlunj;;.
* shüiarai-zwni erledigte
Zahlung.
shit>n Zw ci^iiicdi'rlassun'i.
* ZweigHicilcrlassung
einer Behörde.
^I^^n '^'^^ Lielerung.
^ ffit», «fi Wasser*
^* »uiiyoku Wasserkraft
y]^ rl'j^ * •'''"'.'/'^ Quelle.
-;J\^ <[''|' * M/ii/fJ Wasserleitung.
^ * Wasserstraße.
^ ^Ij * mW Benutzung der Wasser-
kraft.
suigai Schaden infoige
Uberschwemmang.
^ I arrctiepeo.
^1 ^ hikiuke (iarantie.
§1 S jlE* hikntkexhö sciiriftUcbe
Garantie.
^1 ^^'''■B''^^* Ckbergeben.
^ Ai, Xnoa Feuer.
ij^^ kwastii Kciu'i-shrunst.
tj^ hcaji FeuersbrunsL
^^%* eilig.
kaem^ han gegen.
^'1" hnntai ( Je^eutL•il.
^^H^^* kantai-«ha Opi»usitio-
netler.
ifcofv m Aauä« dagegen.
U ^tVSM, fueM Tag.
^ ^* Nip)>rm Jjipan.
^ "^p* Anzahl voll i'ageo.
0 ^M* ^'^«Mi Anzahl von Tag^o.
B 16* Tagebuch.
B ^* Tagc.«tarbeil.
g mi«» Diäten.
^ ^-mX-i, ywatsu^ getm Monat.
^ ^ * ^«'^'yi* monatliches Gehalt.
^ $B * 9^PP^ monatliches Gehalt
iic/ii\ nni, rini innerhalb.
naimurtkö Ministeriiun
des Innern.
^ jg* naieki innere Politik.
J4b* Inland.
ft i^Üi ^T *
ins Innere,
jjgjr * nawM innere Politik.
ft ^ * «atyö Inhalt,
ft ^ * nai^oAru Kabinett.
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MfuJEK: Der amtliche ja^aniädio Briefstil.
273
^ «yaAv, kö Öffentlichkeit.
Aöffw Auitsgeschalt
k^:oku Bekanntmaehnng.
^ ^ A-öÄ«/ üfleiitliclHir Vcrkfiiil".
^^t* kökyö tii'iiieinstliiil't.
^ ^ * 4rö«Art üfieiitliches Interesse.
"^yiwn, dun, mon Schrift.
* inom^ii-tfÄöKultusmini-
n\
steriiiin.
J H _t * -iö hrieflich.
ntoiH^i Wurt.
y|C ib', bokuj tnoku Baum.
^;||^* mahihai iiöhtemer Sake-
bedier*
TI^^ * mokusö aus Holx gemacht.
^ taiftoaoffem, #Ai herrschen, ver-
walten.
^ ^ * skihff Jtistix.
^ ä * JusUxmini-
sterittm.
n] ^ ÄÄÄiÄö Verwaltung.
^ ä* * shikSkmm Justiz-
beamter.
IJ] ^ ^ * Mir«»««« Komman-
dant.
j^L to/f«, iaOru^ ritsu, ri/ü stehen.
~lf * rippö GesetZf;rl)Uiig.
jLL ' itsuan Entwurf.
Konstitution.
i iF* * Kinseteung des
Thronerben.
ijj * »eÄi, nM Markt.
^ ^ * shiyakwsho Stadtl>e-
hürde.
ijj ^ shichö Bürgermeister.
llitt.4.ikB.flOncotSpnMbeB. liNT?. LAbt.
l|l * «Am«» Stadtverwaltung.
T}] jjL * stidtiscli.
jjj ^ * «hiktem Stadtverordneten-
versammlung.
rtl#y#* «ilMan;i»iM» Ma.
gistrat.
ini(ji , i/it , 11 rcclits.
'^'^jfi «»Sf* /io wie oben
erwälint.
'j^ miyt no mono der Ge-
nannte.
wie oben erwähnt.
|rj4 iiiösii , jihin sagen.
^ fiw A'A/>*.V(^i Autrag.
^ 2ul ""ötrAi-tete Aussage.
«Am^uiitif Bericht.
Q »!/■. mtihi Auge.
^ ^ ^ imkinj/ki sum in
.Aiigensclifin nelrmen.
@ * tnokuroku inhaltsver-
zeicliriis.
tl 6^ ^ iiiokittrki Zwi'i'k.
Q*^* mokkon aitg(;nblieküch.
Q ~J\ * mnkka jet»t.
g ^ * mohtfi Verxeichnis.
^ »iMÄt, (MRO, «M< Herr, Hauptsache.
^ * ^t/iit(/i Prin/.ij).
i 5^ aAwcAö Behauptung, üeltijiid-
niaehung.
^ * »huyö-hiH Uauptartikei.
^ kawaru^ dm\ iai Vertreter.
^ gl dam Vertreter.
'f^ * '^"'^"^ - «'« Verlt t U T.
'Hw ^ ^ * '^'"'''y' - •'•'Äö \ ertreter.
-i^V Kon-
sulataverweser.
16
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274
HvLLBs: Dar nntlidie japainwhe Briefttil.
^ moto, lum Ursprung, HaopU jjjß kuwaeru^ ka sufQgen.
J^*^* honkvan ich (dieser Be- jjßM schwere Bestrafung.
Hinter). Jjjj jj^,^ yigen Befuiden, Proportion,
(fe* jj^ ^J^ Aahö Gehaltszulage.
* ^ • to»™ a.«» J.ü.r. Tirj«"'". 0') «ige».
" 71T ^ i**"* Röcksprache.
"pj^ Ar.vA/, Ära gut.
kakfitmit Ziistiuimung, An- in ^
nähme.
pj'^* A'oÄi gut oder schlecht
(Qiuditit).
sotn^ gicai außen.
^ |^j^^*jfic!a/i»tt-«Ao Ministerium
der aiiswirtigen Angelegenheiten.
ifnttikö Diplomatie.
/»S» * gwaihom Krieg mit dem
Auslände.
\jf^ motte, i mittels.
Jl^ % 1$ «Ao^o» UM motte mit
dem Schreiben.
\^ * ijö nl)er.
»jAw, .v/iö rulen, winken.
J^jl^ shökwan Vorladen.
^ x^Aa Berufung, Außbrde-
^{^{jj^" sAökwanjS schrifUiche
Vorladung.
^ nakttba, hon Hllfte.
^j^* hauki Halbmast.
AanitaAw die Uaifte dies
Preises.
^1,,)^ Aim^diemifle des Preises.
/A-f/M It'hcii: M//<«/. utnart^ni, .W,
.vAö geljälcii, geboren werden. I
yfj: |£ |- * xeikei leben.
wicA» iiM us/wio mittellos werden.
4"^* atjaniku {ainiku) leider.
jj. -j^ * .sW(// aufrichtlti.
* Rielitigkeit.
j£ ^ * wijitm Ehrlichkeit
hidart\ so links.
ffE ^ M
nacli-sleliend vermerkt.
^}-| f/^rr/, fia.su, «httt»u herausgehen,
herausgeben.
|Jj ^ thuttei Ei-scheioen vor Ge-
richt.
tfAtt/!p«r/ra Abreise.
[Ij ^ ihvicho Entsendung.
[I i liH ^^■^ Erscheinen.
lU ^ yi^ ghukkin sttru in den
Dienst gehen.
■j^^ nhixH^ hau ül>erNi-iir<*iten.
'ili ii'J * Gesetzwidrigkeit.
Aon«» Verbrechen.
A«i»-i verbrecherische Ab-
sieht.
6 zk M
^ misukara, onotukara^ Jü «ki von
selbst.
^ * Jikoku eigenes lAud.
^ ^ * ^'tAa eigenes Haus,
g ffl >5» privat
1^ 2i * J'^'^ selber.
uieindeselbstverwal tuDg.
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BlvLun: Der amtliche japanische BriefstU.
275
^ Ifyku^ oAoiMNf, Aö, gsfo gehen,
aiisfüfireo.
ffi^* ÄSWM» Verwaltung.
trÄ* ^ Tat, Handlung.
fflf)^* .yN^y«' Aufenthalt
i J 9tj * I/^'f^oki zukünftiger Auf-
enthalt.
//^v^/;/<M, Ayu aiismben.
^ Q * Ayii;«^ freier Tag.
fklS* Ferien.
^ ^ ^"ywyy^ frei von de»* Arbeit
k^jshoku Ruticstand.
^ am, zai sein, sich befinden.
^ ^ £011^ ansässig,
fl: ft :aishoku Im Dienst stehend.
^ zaikhi im Dienst st<*liend.
zuinm im Dieust stebeod.
i(t «Äf . Erde.
Mt^B.* Grundsteuer.
^f^ Jj * chihö Provinz,
■^ill^ ^ft* '■'f*'^'"-'^ l.nkaLsteiier.
^ >^ 1^ * cAiAd^m» Lokalbe-
nintpr.
Üj^^* ckikm ßeaitstitel (eines
Grundstücks).
it^j^* ckidtti Mietpreis.
fl^pJiX* Gnmdstack.
Js/f * Mibansko
Landgericht
^Jl. .ion \ ijrliaii(lfiisciii.
^aL^* *onrUsuki Daner des
Ristehens.
-j^^ «ofKiat Dasein, Vorhanden-
^ «Mytttor«, Ao verkehren.
kdkmm Tausch.
Aöeib' Tauachhandel, Ver-
kehr.
^ '^tj* AiqA* AussteUung (von Do-
kumenten).
fcSa&ö Vermittlung.
^ kSttd Abwerhslung.
>^ am, t/fi , II \'()rhandensein.
W 'liS ^ * y««**«^ Uleiclige-
sin liter.
inh * y^^^'' Nutzen.
^ISS^* If um Sein oder Nichtsein.
WäJ Äl RR * y****^ *^
der Gaitigkeit
ij^ #ia, m«, «lyö Name.
■^^* ""'f^' Natiicuvem'iflniis.
^ * m^iij" Khit*.
»M^i Name, Grund, \^or^
wand.
^ § * '"!/ömoku Name, Grund,
Vorwand.
^ mattaku^ sen ganz.
^fi* Vollmacht
^ ^ * :rnkf'n tin lievoil-
niächtigtcr Kommis.sar.
c/vJk/*- Aym7w be-
vollmächtigter Minister.
18 3^ HB* fais/ii he.
v()lliiiii( !ifij;tf»r Botsriiafter.
^ ^1 ' zmküku da.s ganze Land.
^ aif, oicoM«, ^ zusammenstellen,
ij I j?«*« Summe,
'o'.^ y«« Vereinbarung.
rj^ tomurou, chö bedauern,
irj^ cAdiA« Kondolation.
^ * chSM Halbmast
rj^ ijjg * eAöm* Trauerzeremonie,
rji ^y^' Küudülation.
18*
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276
MtLUta: Der amtlich« japaniadie Briefirtil.
^ SMW, vteL
^\ti* to&ö B«3chXitigiing.
^ j^l^ * tatan Beschift
^1^?^* teÄÜÄPiiw Miyoritäts-
heschluß.
1^ Ar«tew beschließen.
Bescbliifi.
^^l' ^ Äv^-»/^t Beschluß. •
Entschlossenheit
Ä-f-v-vaM K«'climiagsal)s< liluß.
1^ /ifldteM, M« wieder.
f^ÜS wiederliolte Unter-
saikm Wiedersehen.
gaitm wiederholt
^ miUhm Wiederaufnahme
des Verfahrens.
sakt, .sm früher, vorher.
* sennimlM AmUsvur-
«;anp;er.
* sniJHsu iHMilich.
«m/M die andei-e Partei.
^ «mo-imo, AroAii jeder.
^ * itdtibXw alle Under.
1^ * hakuji jedermann.
^j^* AoXf« alle, jeder Rang.
to*ki% nm Jahr.
4^ (|A * ^r«- Alter.
^* nm-wn jilirlich.
^^f4^* «I«hrrsgelialt
^^^^* ueukiH Pension.
1^ muffit dS gleich.
1^ ^ * dmten ein gleiches Jahr.
]^ ^ s'**'**^^® Ansicht
j^J * döri/ö Kollege.
^ gl * dökoku gleiches Laud.
1^ ^ * dyi gleiche Zeit
JflJ kfi Strafe. '
Jf^J ^ * h'ihö Strafreeht
^J^* krijt Kriminalsache.
^] * keibatsu Bestrafung.
Jflj ^ * keiki Zeitdauer der Strafe.
Jj^ Cam», mm V<»lk.
Jfö " ">*"'l>'' Burfjerreclit
iniiiji Zivilsnelie.
^ ' minkan heim Volke.
minyü Privatbesits.
Privatgeschiit
^ itartiy shi nelanfjen.
|||| tmtkau, kö gegenülierstehen.
^ in Zukunft.
Xvvi Sache.
^ Ai>u ziehen.
^Ilg* kiki/une Schleppschiff.
P v/i/« Untertan, Lehnsmann.
jj^* shimmiii St.iMtsaniieiiririaer.
»hüüia Bürger, Untertan.
^Ij tea Aweru, too^rm«, ^«toti absondei-n.
jjlj fg^ 6ei«At Anlage (einesBriefes).
^Ij^* d<39w anliegender Briet
M IB ^^*' Anlage ver^
zeichnet.
katachi, kri Geslalt-
J^j^* Av^'V^-' Spur.
i^«yö Gestalt
£P * «oftv>- sofort
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MrixKii: Der aiutliciiu ja^iauisciie Briefstil.
277
* Mkinku sofort
Q * mh^ägu derselbe Tag.
tMujtruy kuhu iriitteilei).
n
^ JJlJ hohihfLm Abschied.
^ *<MbfrAi Mitteilung.
2kl.
trt
4«^hijbitof Denunciation.
kohtm Strafamseige.
Kouüskation.
Mff^Kvit, 16^ weifen.
^ ilS ''^^^y^ Ankern.
•j^ ^öif//' K;ipitril;iiil:iy,r.
toki Sjiekulatioii.
jfj^ tamatajffm^ bo stören.
Störung.
ki Dampf.
li^Äft* nainpfocliifl'.
Ä Äft # Si * Danii>-
fei^sellseiiaft.
^ MwliiihMM, «As ich.
«iliwta* privat.
J^^i^* *hmtm privaL
j^*^ privat.
ÄÄw^« eigenes Interesse.
$ stiU.
'^a*»» Vereinbarung,
^j^'g'* db<? Richtigkeit.
/riair>iy)i, ktmi «livheii.
[[jj 5^ kwaisö Übersendung.
IJQ ^ AwaAlfM Umdrehung.
|B|:^ kwaie Antwort
^ oA-i, dUt hohe See.
^ * ^^*!/"' hohe See.
it 1^ A * Händler an
Bord von Schiffen.
Atfn entscheiden.
Ao»^««*» Entscheidung,
^j^l^ handan Kntsclieidiuig.
.^J^* hm^Ji Richter.
^ »M, «Am Korper.
^JC* mimoto Pci^inliclikeit
^ * iniOuu Stand.
^ 'f^ [(H * kagiri Konkurs.
^ «iMMi, jS wohnen.
sumai Wohnung.
'^^^*^Mm/« Bewohner.
^ * ß'^f^o Wohnnrt.
^ * jüka Wuhnhaus.
^ Mti«, ki liedauern.
& ^1 * ^'^^ Trauerzeit von Be-
amten.
& ff * Ti-anerateit
ii>in.^hir/irni , kai wamen.
J&M^* ^«^«w'« Verhingung
des BelagerungsKustandes.
JlmffAoAw Wamimg.
7^1] r# VorteU.
7^)^^* riV'A** Vorteil, Interesse.
^ * ri(/ai \'t)rteil und Nachteil.
TfOjfl}* r»teAw Vorteil.
7ft||]fß|* rytm Gewinn.
inamu^ hi verneinen.
"S^i^ /"Awa« Ableliuung (vom
Parlament).
1^ kokoroifoi . k?raf angenehm.
^Tk^m* ^MöAöAa» Ka.
noneohoot
j;^ hitosM^ km gleichmSßig.
— •* kmUxu gleichmäßig.
Jj^ ^ * gleichmäßig.
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278 Mi ixek: Der amtliche japanische Brie&til.
^ inamtkarmt^ mm Entgehen.
//fr/iAwffiiBeamtenentliwsnng.
-^j^^ iiintjn Befiriiiiin von etwas.
^ ilT '"^"h/" Ciciiehiiiimuif?.
I^HIFtUc* menkjfojö Ei-iaubnis-
scliein.
menoAttku EuÜassuDg (im
Dis7.i plinarverfiihifn).
^ ^ * menjo Erlaubnisschein,
Patent.
uketaiiHiicani ^ shö hörrii.
a7<ö«/h Aiu'ikruDung.
»ködaku Geuehmigiiog.
Einverständnis.
^ ^ I «Aöm Einvei'stSndnis.
8 A ift
tsuhnty tsukuy/u Ijeifiigen, ai»-
haften.
Sft /"^oht zujreliiM is.
pit jjjH /«*» Beifügung.
}f^^* furaku Beilage.
/m*i l)eiliegend veraeichnet
ji Sache,
-fj^ * Angelegenlieit.
4^ W * J'*^^^ Kontor.
4* * ^ '^'^ *Ȁfe*w nnch-
Iräßliche Geiiclimigimg.
^ W * J"""^'^''"'* Kommissar.
^ ^ JiJ'(^' Tatsache.
Jijö Umstand.
ff^ Ju Behörde, 8 große Städte (To-
kyo, Kyoto, Osaka).
ffiP )8 * /«cÄö Fu-GouveiTiement.
ij^ ^ /tfJhrffi Fii-Versammlunp.
* fmanjikicai Fll-
tatms/u\ rei Regel, Beispiel.
r«7b Regel.
^\ 4p * r<w«» wie j&hrllch.
I^J j^j» * rciijirai Ausnahme.
^ «Ott, entUng sein.
y{5'r,H[ * wiWi*K historische Ver-
inderung.
^Ö* ^ * nufanchi Küste.
^ Arff/M«, A«n surHckgeVien.
^ ^ hmin Antwort,
jl^^^ henhcan ZurücUgal»e.
Magistrat.
^ ßti liiji Fu-G<Mivoriieur.
~j\ * /uka innerhalb des Fu.
^ /oXoro, «Ao Ort.
H\ * gehörig,
'Ü* * "f"'^'^"" Amtsbezirk.
^ t 'J I'>i'>l^<»'»"»<'f^' Erwerb.
^ ^ * /»Ao«r.t^ni£M Einkommen-
steuer.
Mhokwaisu Aiitlsliezirk.
ffi^* 9^^^ Aufenthalt.
^ tndohrv^ keti meiden.
^ * Utdokfuh» Aiiincldung.
toru^ shu nehmen.
fnmhhmri Vorstand.
flK jt '''"-'"^^ Erhebung (z. B. von
Sieiierii).
Jj)t^ trtri'Oimkai Bcliandlung,
\"erfnhren.
^ rJI ^Jf * tarihihigho Börse.
^ * toritMiyinin X'eruiittler,
Makler.
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MOlucm: Der amtliche jaimiiisehe Briafstil.
279
^ torkthintbe Untersuchung.
torihakarai Veranlassuog.
sei Einrichten, Brscljrankfii.
* jseido lustitiit (KechtsiD-
stilut).
ifi'J wV/("/i llcsehränkung.
^it Verbot.
öm, o srhietien.
^ TAW l Itei-scnduiig.
aragu^ ki es ist sieht, nicht
^ Aman Tadd.
* fnjo aiifierordentlich.
'fj^ Jt "tt" * li'jo jokohi aiißer-
t)i-ilent!irlip Rcnifiirig.
0^^C DisposiÜüU.
Jp^ oru, Aiyo sich befinden an, in
• itictii Orte (von Personen),
jg^* ii^Ao Aufenthalt.
^ * ht*^^^^ Fremden-
niederiaasung.
/ia*», A-ö iimannen, festnehmen.
AcMoAn» BeschrSnknng.
OTV»' hin und zurück.
nuAti, 6a/«» ausziehen.
"t^v^lf f>ni-<<ugun AiiSzeictiiitiDg.
Ipl oMnoA», flifi, myo Klarheit.
^ * mtibtm Zivilisation.
^ ' meikaku klar und sicher.
^ Ö * '"^'Aaku klar uud ver-
ständlich.
ywlanfru^ makaw^ kutewthiif i über»
lassen, genau.
^ * II» Komitee, Mitglied eines
solchen.
im'n BevuHmichtigung.
:3c iE Aultrag.
genau,
amart^^ *hS ganz.
^Ij* «AtflS* genau, vollkommen.
* shui Umfang, Tragweite.
^ «aiicai, A'o Glück.
%m Glftckseligkeit.
kvxtn Amt.
^ 1^ * kttanri Beamter.
W 'll'l* f^o*^ amtlidie Organi-
sation.
l^t * f^'Toiisha DitMistW'tliiMiiiL:.
ß ~Q ktraiUtikii 1 )i( ii.sUV(»liiiimi5.
* k'iraiif i gevvi'rhiiche 1 ätig-
kpi't der R^ierung.
^ ^ * Anrfff^yogewerhliclte Tätig-
keit der Regienmg.
^>^* kmmyü Regierungseigen-
tom.
*^ kwmritm amtlich. '
^ ^ * kicambö Kanxlpi.
1^ * Itcgirnnijishaiipt-
gebaude.
A'tcatm't.m matlich.
kn/tamu, kyo verweigei*n.
'fli^f^ X'_yo;/'/.v« VtM'wei^eniug.
^ uk*ru, Ju empfangen.
^ "rj^ ß'^'lfö Empfangnahme.
ttjfr«(rjm empfangen.
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280
Mvlur: Der amttidie japanwehe Briefirti].
^ Inmoy mmMPu; kj/ö gdneinsam*
veisehen.
ityöAyS Liefeiimg.
1^^^^ Ajii^ geben.
f Jt Erklärung.
t/mcaraf/ti . tea (auch Japan)» Ä-«ja
rtilii^ werden.
lifV.
^ll^ * trnsf/i jnnanisclics >«<■
^jfl ^ * toaintn Japanischer «Stil.
^ ^ * KMn^j Friedensrerhandlimg.
5|«P froArat Vergleu'])« Ausgleich,
1^ n«n\ Korht.
A^m juristische Peraon.
^"^^ iStnm Gesetz.
Aör«(m Recht (im objek-
tiven Sinne).
Ü* ä * Gericlitshof.
y^^^* /löfci gesL't/.lich hestimmt
* A«rt Sinn eines Gesetsir.s
(ratio legis).
m/a7/, W schhii»en, angreifen.
:tft|^'- ''"Av^ Kritik.
'Iliij^ Uatiiikution.
^ ukeru^ empfangen (s. B. Opfer).
^ ^ Ay^'» Empfangen.
hl öflnon.
Airö Mitteiliwg.
Aut^im Öffnen und Lesen
(von Briefen).
sei Gi'Sclilrclit.
jl^^^ * seimei \'or- und Zuuaxue.
^ Auru, kiktnt^ rat kommen.
^jlH** raishi {raiji) Mitteilung.
^ kil'iw". kö Wirkung.
^■fl* kwyoku GßlUgkeit
^ ^1 * ms Wirkung.
$/j 3ji* Erfolg.
^ «Mwv, K selten.
kidoku wohlwollend.
^ 1^ * *»t seltsam.
1^ inatsiirigftto^ s<i Hf^iciung.
igtÄ?* '^'^^^ Rcgienmg.
igjrj^* cetji Verwaltung.
U^l^* mh» Verwaltungsrecht,
jg^ ^ * Mfimi Vcrwaltungsge-
schlfle.
ig^ ^ * ««Mdttt Politik.
^1^* /fetfai Renipninn:ssystem.
j^jj^^* scijika .suiat.sinami.
^ ß Umstand, Brief.
tii * Umstand.
^« Dnick.
J^|g* AdnAm Druckrecht.
^ gl * Aonib Gebiet
ruK-hiy ushiro^ gn hinten,
'^fl'^ * kömtisha Nachfolger.
Hille, Uückhalt.
I^IH* Reserve.
<i>i'i'loru^ hu vi'racliton.
biijoku lieleidigimg, Ver-
leumdung.
hodokoeu, «At geben,
jjijg ^ sAtftö AusfilhruDg.
J^äi^ .v.yf> Gabe.
Digitized by Google
MÜLLU: Der «mdiche JapaniadM BrMktfl.
281
^ okaau, skin verletz«D.
skmnjfS Eindringpn.
^ ^^''''''U'tfiu Erobenin!;.
shhulattH Ertiliniui^.
shinyai Zei"slüruug.
hohean in (nwahrsanj
öelmn'ii» KtJiilruUe iihen,
hozon Krlialtuti||;.
h(Hf<t Scliiitz.
{S^^ ZitrOcklassiiDg.
^Ulpf Veraicliening.
llf ÄoäAö Garantie.
Ol , w gegenseitig.
wüö eiitsprrclitfnd.
«0« Verschiedenheit.
^ taytiri, hm Nachricht.
ü j|[ * 6«*ijr* Be(|iiemlichkeit.
01 * bmri Bequemlichkeit, waa
geeignet ist
^ knname^ i/ö WicliligkeiL
^ ->}c .'/ö*y« Fordemog.
^ wichtige Angelegenheit.
* ywyö Hauptinhalt
f /i * yötm wichtiger Pimkt
^w?a/ Festmig.
1^ Am, «Att, /if aufnehmen.
fl^^ thütoku Ailfnehmen.
tlnf^lßi* «AütoAruAw Fund.
J[ «»^«9% <»i,yw iinteiiiqpin, tn^(
M ft * /***^* Schuld.
^ ^ * fujieki Verantwortlirhkeit.
/w'o« I-nst (vou .Steuern),
Verautwortliclikeit
amuu^ ktfö verdnbarra.
A-ii/^i Beratung» Konferenz..
* kySkwmi Verein.
^ /'yw-j/rz/'M Mitwirkung.
onumuku, /u geiien.
^ Jl' /um» mm sich auf
seinen Posten begeben.
JJJ^ ^liitagau^ßtku folgen, Sieh Unter-
werfen.
J!ft * Amtspflicht
* fuhixö Hrklcidiin^.
^ ^ yi/A'MjM (iclioritaui.
J||[>|^ /ukwki dicjiKu.
^ Mon-gotiki^ bö ein (iewisser.
* bwhi ein Ctpw isaer.
;en.
Scliift'en).
* gcwisst's Land.
^ /if einschließen.
/ünjfS Beiliigung (in einem
Briefe).
»f^ «MmiAif, W Rucken, sich
aufleimen.
W'^ü* Vet^ehen.
^1^2^ haifton Zuwiderhandlung.
^ Alt» Abteilung, Fakult&t
km^ Geldstrafe dtoli.
Keilich).
5f>'*j*'^* krcagaku Wissenschaft,
^'j- g * kvcamoku Fakultät.
1ca:t>,/H Wind.
Jg,>fg.*/i«o*w «itte.
JIL W * f^^^ Gewohnheit
kl fH * /"Ä"' «ä««-
Ä äa ' ^^"ssehen.
28*2
Mflixn: Der amdiche japaniselie Briefstil.
jj^^ sv7.sf/. !/»//>/, shi zeigen, Fingrr. ] yjß^ ou, tsui M^vu, verfolgen.
;^g::^AAf»iWEiii«inuDg, Vorschlag tmika Nachtrag.
jjl^ ^ * tsuishm Postskriptum.
Xtt einem Pt>sten.
^ ^hizu Befehl.
Anordnung.
^ I' kakaru^ Jen messen.
H-J-i^ krihrahi Plan, Projekt
g-j- k'pisan litM'hniing.
^ yuey Grand, verstorben.
koaho Hindernis.
1^ koxatfiu Totschlag.
W^M^* Awt Aliaicht
F^. * kirü Kaiser.
_ I
J^l * l^'^o&ei Kaiser.
* kwög^ Kaiserin.
^^mm nachtrigliebe Ge-
nehmigung.
^ ^ toriAö Landesverweisung.
/ij Seefahrt.
^ * Kalirsti-aße.
kokai Fahrt
koko Fahrt.
P[I ktifiaru, hai v«'rtt>ileii.
S& Aai/atoi Verteilung (von
Briefen).
SB Äaf'^ Besorgnis* Unruhe.
1^1 ^ * hemhi kaiaitrlicher Prinz. | iß^ *«w» Besorgnis, Unrulie.
Ö |j},J*Awöro*»kaiserlicheFami1ie. , >^ lc„ra, .vf7 Speicher.
31
hvr(tshit.su kuiserliclieü llaus.
yf//'M Veitrag.
yoh^ Kontrakt.
^ yakmoku Versprechen.
t/akktean Vertragsartikel.
■Jljlj cr/i vor.
* r^/»/-/ wie «»heu erwäiiut.
lly" Q * senjitsu früher.
^ 1^ * senjutau oben erwälmt.
* zembtm vorstehender Satx.
lliy * Voraussetzung.
oxiniirni ^ s/tu r»'parieren,
fl^^§ «Aü-sm Reparatur.
^^^^ ffküffoku Studium.
^ nozokut jo beseitigen.
^^^^ j*f9^^ Ausschluß.
^ * /oS^tn» Ausnalime.
»oko »Speielicr.
AaAüsrt», ryö altuiessen, wXgen.
^H'^* ry^'W'»* Geböhr.
^* I ^ ^ * fi/ön'gyö Uestauratiuus-
^e werbe.
«««', A"rt* Meer.
y$ * kai'riku Land und Meer.
^ * kttim Seemann.
^<***"<"* Meeresspiegel.
* kaiskö .Seehandel.
* Seehandels-
recht.
1^ ^ f 'J ^ * ''"'J' "^'"'pof*^^
Seenmt.
^ tfal}nni^ Im itfrliretlien.
T^^^ ^ hasüu Beschädigung,
fi^^ IxtrtiSH Explosion.
lS0i^ kasan Konkurs.
hakwai Zerstörung.
Digitized by Google
MCllei: Der amtliehc japanische Briefstil.
283
^ maknto^ *Mn Wahrheit
^ * sAhtAö Wirklichkeit.
^ jj^ * 9hingi Walirheit »der Un*
Wahrheit.
ka/ru, fihu Ilaumstuuipf.
^ * kabushiki Aktie.
1^ ^ ^ * kübmhiki heaiitha
Aktiengeseihwhaft.
kaMem Aktie.
^ ofiii/dkasu , kt/ö drohen.
^yöhaku Drohung.
ky^aint Dn>hung.
^[[ n^hieru ^ kii/t anwiMsen.
^ij ^ ktinrri Anweisung.
'^^1^ kunkai Warnung.
^7|f kuHfi Anweisung.
g kiirii, sliii/-it Xmv^iW.
«AaibicAu-;^ Pachtgeld.
Intra, moto. tfm IVId, IJrspruug.
^ * t/c/iau Lulu II rC.
1^ glj * ffmsoku GruuUsatK.
j^-^* ffenh^ Kläger.
^ @ * jTCAM Grund, Ursache.
^ ^ * ff'ftri Grtindsata.
jj^ koto ni, tnku besonders.
^ ^Ij * iokubetnu aiifierordentlicli.
i}^^^* tokkjfo Vorzugsrecht.
^ * tnkkm Privilefif.
tohätH buuderbe^tiiuiinuig.
^ «AtrMm, ki aufzeichnen.
^ kiji Beschreibimg.
öti^ XVroA-« Notiz.
kaktty gho schreiben.
^ * *kf*»kiki Formular.
^ %t\ * Sohrlftstflck, Akten.
(ill * ■'<f"»kis('i Srhrciber.
€ * skokikwan .Sekretär.
jimniofi \'»'ni('ltuiiing.
osarnfTUy Hö liefern, zahlen.
j^«^ h^u Lieferung (an eine
Behörde),
j^j^ »öcff Kteuercntrichtung.
^* mii/a, h't/ii, ku Tempel.
l'i ^ * Ilausiiiini-
steriiiin.
^* * h/iijö Palast.
AyK^/r/i I'alasl.
kuMU,, thaku schöpfen,
p^-^ shttkurjfB Krwagung.
kfxii , fthö Mschen.
?fi .'<houif tsu Eriüschcu (vou
Reclitcn).
^ />, X-fl, Ärc llaua.
^jS* Wohnhaus,
^j^j^* kaaknzm llausstener.
'4^ * yarAin Miete.
t(nlf>iii(ini ^ ri/ii liI<'ibeD.
f'n im' Haft.
^ ryiiNm im Amte verbleiben.
@ ^Ij «3^6^ Abschied.
nnrtt, jiJ falircn, reiten.
^ 'Jiii ^* "f"''k"'in,u Mit!^li(!d der
Besatzuni; (eines Scliifles).
* Jükaku Falu'gaüt.
284
MCujnt; Der amtliehe japanisebe Briefirtil.
.<tas/it\ sa Untcfscliied.
Mtkitnikae Hindernis.
Kntsendung.
H ^1 sashihiki Bilanz
kanfTu^ km /.u gleicher Zeit
etwas sein, tun.
^ kemmu ViM'j«ini«:;iin,y; von
zwei oder melireren Ämtern in
einfT Per8(»i.
jö i'ara^raph, Altselinitt.
# ^ * >>y«Arw \'ertitig.
* JSbm Paragrapti oder Ai*^
tikel.
Äft * Bedingung.
^^"j'öjtMNm Artikel.
:a>.sf'i Finanzpolitik.
<?afmtt*<a«intf finanxieile Ver-
^ ^ * cowan Vennögen.
^ ^^*«a^S^QueUedesV«nn5gens.
kakrni. kftsu fehlen.
}f]^} /v^ w/v Alwesenlieit.
jj^^ krkkm Ffhli n hei derArbeiL
1^^* kutwin Vakanx.
11 +-«
^ kdhoro, sho Ort.
»hch«n Erledigung, Be-
strafung.
^ 2 «AocAi Erledigtiog.
Jf skori Erledigung.
shitlmtsu BestraTuug.
■^jj /"/ AhteUung,
^* tmka unterstehende Person.
^ ^ * dum MitgUed.
m]^ ^ * .\bteilungschef.
fthlfagau^ ju folgen.
fj^ ^ j^JSzoku «um zugehörig
sein.
tarif ad valorem.
t'll * ^'^'^ Ungenauigkeit,
'-orif'ikii Unaufinei'ksnnik«*it.
jÜLii^ * *o;o/.vM \'ei*wickliiiig.
uiRorem, <a» geboren werden.
^ ^ * ftamtmtm Produkt
jjj smmhutjiti Fi odiiktion.
mnkahu rruduktiunünienge.
ktuU^ kaku Land.
^ * kokka Stoat.
^ * ^^^^ Staatssteuer.
^ * kokuyU staatliel).
^ * /-o^'^vT FrenndschaA »wi-
sc'luMi zwei Stnaten.
§1 1^^7*^ hihnsai N'erkehr y.wii$clieu
zwei Staaten.
kokumin Nation.
koktiscki .Nationalität.
^ ^ * kohtsho Beglaubigtmgs-
schreihen.
09 J^* kokko tstaatskasse.
^ 9iUfHru^ M^omf, Ihm nachforschen.
t/fc5i^* ^""^'"^ Ermittlung.
i'^iä, ^*'" Deteküv.
^ narotf, «A» Oben» lernen.
skSsoku Gewohnlidt
in'nkerUy mAm errichten.
»it9iAi Vorbereitimg.
Ig* g seicht Errichtung.
^ ^1 M^A« Plan.
Digitized by Google
Mvun: Der amtliche japanische Briefatil. 285
AiTH, «^cfm nehmen.
^ ^ «hikio Ausfulininf;.
1^ fhitMtnm GesehSAsfOhrting.
* •'^fii^oisuri GericUts-
^ «fmm, «rfNMtt, « hioabergefaen,
um^heOf fibertragen.
^ifl^ Um Umzug,
^f^* Mnm Auswanderer.
# ft Unwug.
^ rb<'rsendnnK.
H-hö L I)ermittluiii5.
^ nAuu^ htfS retten.
i^L^ Aryü/uCw Untenttatzung (z. Ii.
Armer).
m
kySgo Unterstfitzung.
A-yi7.v<M* Untei'stntzvini;.
•^1^ Ayw/rtiV* Uott'i'ätriUung (Ar-
mer).
^ 9F ^ * ^^^'^ Appellations-
pencht.
Abzug (rpchnerisch).
^ jrurwnf, Ay» genehmigen.
pj" Ayoka (Irnfhiiiiiiuiig.
^^^^ kyoyit (iiMictiinii^uii*;.
mIFI^ Aryw/ffAv/ Kiiivi'rst&ndnis.
If ^ Aysjyö Erlaubnis.
^ oMnoi, «Äö Handel.
* ithötftfö kaufuiäxtiiisclies
Gexhrifl, Ilarnlel.
jl^ ^ * yfirinin I^niifinaiin.
^ ^ ^ jj^ * liht^i-gteeüsha Han-
delsgesellschaft
^ j,^ * shötm Laden.
sKSkwan Handclsniedei -
Iftssang, Handelshaus*
^ * «hSgiö Firmenname.
I^jj^* ahS^yö Handelsmarke.
Ijp * ghSim Uandchiwanu
VOll/H-lKT.
^Ij^,^ shitsuji Sachwalter.
ISrvt j^yotff <nf durehgehen.
^ l^tBoCm Mitteihmg.
tsSchi Mitteilung,
j^^^ tmikö Pajfsag«».
jfi^T'^^* tvf/A'ö-c*»/ Fahi>UMH'r.
tmhca Vorbeigehen, Pas-
^Sk ^ ^""'A'tra die zur Zeit gültige
Münze.
txiishö Maadel.
f-'*Stfaku Dolmetscben, Dul>
metscher.
IM llfL '^"^''^ Mceresfabrt.
jj^ §3 ^ * Zoll.
kotmarti, i vorschieden sein.
* tco» Einwand.
iofirv, hfi scbtießen.
[y] hntftt iieseliSftsscblIeßung.
IVJ £ti Scbließuiig einer
Behörde.
tH^ £ Vff'^ Schließung einer Be-
hörde.
[yj Ama Vei^hheßung.
osa riifnt, ri ordnen.
rirw» Theorie,
^i^* riß Auditcur.
arairarfni , gm erscheinen.
</''»l^'öhö ur-Licnu artig
ill Krall hi'liuillielio (icsi-tz.
(j'nJi'ohan \ crbi-ccljeii
auf f nach er TaL
286 MCujjh; Der wntliehe japaniad» Briefstil.
^I^ü^* gatsai Praseas.
3^ * 9*^J^ jetziger Zustand.
||« * <jr„jö an Ort und Stelle
j^>^ * ytmkhi hares tJeld.
ML /Ü * BoÄtimmitng.
^Mfl^* Disziplin.
A-iy<ub< Vei-eialianmg.
fnuf^ sen Schiff.
^ * am»eki NatiuDaiität eiues
Schiffes.
* «engtaku .Schiff.
oirani, s/iü hcftidi^cii.
eiitllielien.
U U; fi fi* '^"t'P''
lianilhinpj Gesetze.
fjj^f^^* doKxeaitka Deserteur
(Matrose).
* yü Poststation.
^1^* tfUstm Postschiff.
^ ^mZ»/« I\»st.
fiHTji^iara, speziell.
]^ ^ sfmhoi Patent.
.««ftXrm Vorreclit.
snizoku aiisschlicßlicli ZU
etwas gehörig.
I^jj «o»/. /'///;/ daneben sein.
Wi <ft Vizekonsul.
ßtkkwan AcyutanL
.v/7s7/ Ix'i'iiliren.
^ t.-.
^ shuktfoku schließlich-
S *J'V^ Umstände, Vorui-teil.
kaknf^fru, Jen aushängen.
Wh '1'^ \ i r.jlVeutlithung.
^ m keinhutttu Anzeige.
>v/«f/v/, x^'A'i haften,
'fi * trkltiiit \"er;uit\\ «irlung.
^j^* aekimu Verantwortung.
^ kwa Ware.
j^^'^ kicabulj^u Ware, Güter.
mairu^ «an gehen, teilnehmen.
^ * «anjikttai vollziehender
Aussclniß.
^ ^ * .so/y/Ariwtiw Mitglied
desselben.
^ ^ * sanjikwan Uat (Titel). | g ^Ij * Bereich
.■"Uat Kniplang eines dasies.
* e.ssItoku BcrOhning.
setshu erhalten.
^ iiohcnt, rhm sagen, mitteilen.
g^^- nohiinlin was irh sami»
wollte, (ist liilgendes:).
yor», üri sich nähern.
^PH" *»> Widmnng.
'^•jti;^ A-Mff Widmung.
'^^^ hitaku Auftrag,
'^y^ AvAyT Anlanfen ein«'S Hafens.
^"l'"'!''" eines Hafens
(vnn Kriegsschiffen).
kkhttku übernachten.
1^ ku Abteilung.
hdki Bezirk.
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H^UiKb: Der amtliche japanische BriefsUl.
287
S ^ ^ * A^M«n^«^ Amts- 1 ij^ kiMOffem^ tri in der Hand tragen.
gertcht
|B A innerhalb des Bezirks.
noioru, steigen.
#/io/<*/i i3elurderuiig im Amte.
|||) on, y9| lenken.
tnthmmt. tri zurückhalten.
trishajö Station.
^ ^ Uikvai Suspension einer
^>!•sam III lung.
l»s<wStopi>en (von Schiffen).
2^ «Mru, fe» beifDgen.
■ |^**°'*^^(*o''*^')Kmpfelilungs-
schreibeu.
12 +-ie
l^y katmeara, ftö Seite.
^oA'tca/i zuselieii.
nwwte, lutau binden,
ig^* »M*«««! Resultot.
]g ^ * krkkt/oku Resultat, Ende,
endlich.
^i'^ ff^^***** Erfolg, Ende,
gjf aÄö hesrhfiriiijf 11.
|j£ ^ * «Aö«>m Zeuge.
»kSko Beweis.
«AmAo Zeugnis.
SWS* «^^*"e>*^ Besehdni-
t/ll: W -'i^ «J^äw« «wTtt beschei-
nigen.
oit -tS jt T ^i- «ÄöÄwfafer» Be-
ww» erbringen.
fif ^ * shöhtfö Beweis.
Sit^^li^* «AöA-wi imhi Stem-
pelmarke.
[fj iriskutau Überreichung, Be-
antragen.
letAyö Vorbringen (31. B.
eines Beweises).
«nAret Mitnahme.
^ tsuku^ chaku ankommen.
^\ ^ chakku Ankunft im Hafen.
chakunm Kintrefleu auf.
einem Pusten.
7^ ^j^*^ÄffA*«//i Ankuiill«'in»'r\Vare.
^-^J chakutö Ankiinl'L
^ utiaeru, so verklagen.
nfffö Wu7 Klag.',
" ^If siHjtran lJe.s«'li\v(mle.
iDf Ilic * '^^'j'^ Klagest lii-ift.
atdmi Ei^nzuBgsklage.
^ itatcaruy rd Mitlt itl iiabeii, sich
abmühen.
Arbeit.
^Jj Arbeit.
57 * Arbeitskraft.
^ ^ rwki Arbeit.
"fP'*^"^ ergänzen.
It luthtsu Ki-gilnzung.
hej» Ergänximg.
Mjft ^ Ergänzung.
hfyo Hilfeleistung.
^ :ri Steuer.
srikm Steuerbetrag.
srihS Steuergesetz.
* zrisoht Bestimmungen fiber
I Besteuerung.
R * Steuertabelle,
j It ^ * ifiritsu Zolltarif.
288
Müllxb: Der amdiclie japaniach« Bitofitil.
^ H * zeiiwan Zollamt.
'f*'«^ Steiteraint.
^ W * seimukrean Steuer-
b«unter.
moHomo, .sai höchst.
j * saikrikoku Äleistbe-
güristigungslaiid.
yjH ^ * saik-ö kmryoku
höchst t3 Gewalt.
Jjjp^ shitagau. jitn folgen.
Ig junjo der Reibe nacb.
^ feMot, M geehrt
'^~|>* hika Hochwohlg«'li(H«;n.
kikuku Ihr Land.
^-'g* kikican Sie.
kUhoku Sic.
«tiAnv, iS' veieinigeu.
^ (miau Vereinigung, Kartell.
^li ifx Kegieren.
jj^^J^ tokan Kontrolle (Titel des
Sf;itthaltfMS von Kurea);
* itlkat^u die entsprechende
Pii'höi'd«'.
j^^'l' tokd Statistik.
^ shäru^ tsujfoi, kyS zwingen, stark,
tfi'l Ö*I ^'/**^***» «wangsweise.
M Ife ^1 ' ^•5'^'**'
Zwangsvollstreckung.
$M ^£ * AyoX^ hartnilclcig.
jfft /ii'i/iii/H, kf'i ünade.
jK^i) Areüö Geschenk.
^i|iL ifc»>^ UnterstatKung.
fiMrAt, «RM (ist) nicht.
4ß^^* mwA'ökraftlos, wirkungslos.
is ft ilä ' UuentgelÜich-
keit.
^ Ä * unentgeltlich.
1^ «09, ^ noch.
H^HD Verzogerang.
hirakii . A"<ii> öflnen.
^ ]||^ Xö/cA« ErüfTuung ciuer Be-
hörde.
kaiyyö Erößnung einej» Ge-
schäft«?.
Jl^ A'ai/tw Eröffnung eines La-
dens.
^ ^ kalkicai Eröfluung einer
Versammlung.
ä^rawar», «a betrfigen.
f^^^J «f$pt Betnig.
tfc )Ö: HZ W ^«.v Betrug
(juristisch).
^ Tausch.
^ Außenhandel.
MS^* 6öritrAr^ Wert des-
selben.
^ ^ ^ ^ * 6M>ib» it«in;^ jihr>
licher Uandelslierivlit.
jgC nobftnt, imAcnw, /ff hfsteigen, be-
steigen machen,
j^l^ [Iß /öÄri Eintragung.
/owA-M Registratur.
^ f®- *Ä iä * Register-
tonne.
ij^ sau kleine Brücke.
;|;^>|^* samiashi SchilTsbrQcke.
j (ainau, kyu verh'ihen.
^ k'/üiiii Verteilung des Lei-
tungswassers.
1^^. k>/>n/n geben.
I&jm- ' Ayiiiyö GchalU
Aw erreicbeQ.
/^otAo Festnahme.
Digitized by Google
MCujut: Der anUliclie Japauische BriefstU. 289
t»mku, *hS, ju folgen.
^ "/limm Antritt d«i Postens.
'f fhushfiku Antritt des Postens.
imiryom, ki verach wenden,
i^fö Kosten.
^ Ui-^iiht nt, en helfen.
ßt i|/j Hilfeleistung,
«itgo Hilfeleistang.
M Periode.
* ^'y*'* Zeitdauer, Periode,
ttfj f/',J * kikan Periode.
m g * kijitsu Termin.
ÄBili5£^* ^ Ver-
jäh rung.
^fH* Awefe« Zeitpunkt
* inncrlialb des ilafeiis.
n(* ^("^»«^ Ua£enunt
^ Aö benachrichtigen.
/"x/a Mitteilung.
ÄöÄoAfM Bericht.
Aa(o)«nf Ausbruch.
deckt werden.
^ Jjs A * Gründer.
i'tasoneru^jun zum Muster nelunen,
Reihenfolge.
ji'i'ktp Reihenfolge.
4'- ^ junjfo Reihenfolge.
^ OK, kmu susaniineDtreffen.
^)j[f * Awiiffika OesellschafL
^ ^ ktcaiffö Versammlung.
^ A-«-a/^/ V'er.saininlung.
Kttd.8ea.C0ri«aifc.StiimdMa. 1907. LAbi
^ kteaik» Rechnung.
^ kwaiken Zusammenkunft.
*;f^ N'uuinier.
^ * j^öm Kommando.
^ InMoni, do sammeln.
^ /»Wm Snnunlung.
Aufnahme einer Au-
leiiie.
to Turm.
iSkai Laden (von Scbiffs-
gfitem).
^ Mft^A«ro4wmrK, deint verachten.
hetmfo Verachtung.
uyamau^ hi verehren.
^ ^ * ArmAö ergebenste Kenntnis-
iiahuie.
1^ ^ * krigu ergehenst.
^ * ^^''"'^^ ei'gebenst.
% ^ * ArmVgcehrtesEinTersUUidnis.
^ «Aar»', Im Anker.
'ßSliÖ ««'Ädhi Ankern.
hnhifni . rm traiispurtiercn.
i!^ ^K}*««*«»«»Transportschiff.
J2 ^ * wckm Fracht.
«m^M» Transport.
iill 'fljjl) "".'/" Transport.
)äi ^ * tintcilxhu iSleiieruiann.
HS /<»rt/, *Äö strahlen,
ü^, ^ «AöXwat Mitteilung.
Amt, {hyö) pasisieren, durch-
gehen.
$M lij * durch.
A-«Ä^Fa \'erlauf.
^'''-i-f^o breiten- und
Längengrad.
J ^ * keiribu Proviantamt.
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290
Müller: Der aintlithe japajiSsche Briefirttl.
^ gi Rechtlichkeit
yienkin Dei trug.
ha$hi^, Ju Booi.
^1 «ojfcoiMNf, Mf» Schaden.
songai Schaden.
^ ^ jfjX Ig * sonyai baishö Scha-
denersatz.
.sonshitsu Veilusi.
tazttgaeru, kei IrageD*
J^ i^ >^ /'l' A-W'«'" hei sich
tragen, uiitnelimen.
hin verhieten.
^1] kmsei Verbot.
iJ^ Jemshi Verhot.
Ärmm Verbot.
Jfco^^ora^«, • Wüle. Meinung.
17/« B.grifT.
«Ar«» Meiuuiig.
tsutatearu^ tsulaent, den ttber-
miUelt werden, flbermitteln.
dempo Verbreitung.
dcntatm Übermittlung.
^ oter», ofeni, iS* treffi&n, sielen.
^ Kapital, Schate
^ * «fttiteilNi Fihigkeit.
* «jUraf» Vermögen.
'ri >y
I
föffoi betreffend*
St i^S /örtwAa der BetrelVcnde,
saijastt^ *ö suchen.
60.<a hl uiittlunji.
sösaku Ennittlung.
^ «tt&an»> ioiBH beherrschen.
^iSL ^ ^ tohtsoku auKu aof-
fordem.
tokii^ kai lösen. .
fj^lfl^ kaishoku Entlassung a«is
dem Amte.
ff/^^ kakun Entbssung aus dem
Amte.
fßj^ kaiko Dienstentlassung.
XmXö Entlassung.
m ren biUig.
shio. m Salx.
nn. '
jl^ * tmmukiokii Salzauit.
A^K, «Am schöpfen.
S^j-Ovl ErwSgung.
poi passend , besagt.
>( i^i' po*^ betivffeD.
fio Landwirtschaft.
sterimn fur Handel unii Ackerbau-
* t^gyö Landwirtschaft.
* -
fwam Bauer.
tei Indem.
^^^* tpisAins/iö Vcrkehrs-
niinisteriuni.
^ teisö Übersendung.
do, «no Imitation.
wtow Imitation.
^ jl^ i/KH/i suru verf&lsclien.
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HUtuai; D«r amtiiche japarasdie Briefttfl.
291
shn prnenneot Amt,
«AoeA? BureaavoFfttand.
»homei Unterzeidinuiig.
osaineru^ ukeru^ lyo regieren, ex-
halten.
n/oj/ Kunsiil.
y^- * ryokai Meeresgcliirt.
tySio Gebiet
«yöiX» Bereich.
Intda, ktean Röhre.
^* ktraii/.-atsu Zustaudigkeit,
^ jJp kttanri Verwaltiin|».
kmmJta. im Amtsbezirk.
Mnorww, Am geboren werden.
^ijr ^-i/z/ö Geburt.
itsiiwaru^ gi fälschen.
jjSk^ gi^ Fftlschung.
ioku, mttu erkliren.
nil pife Wamiinf?.
ijlj /teisumet ili kiaimig.
n.irfn'ni, man Toll flein.
jj^ ^ * tROMJb' Ende der Periode.
^ mmcoXm zufrieden.
m
6a/^M bestrafen.
^ * Oakkin Strafgeld.
kmeashii, sei geneu.
^ttS* genau.
^;|r^* smhaku sicber.
Tfri ^IIH * genau.
mtifnnrru^ nii/i unerkenuen.
1^ pj^ ttmka Genehmigung,
g^g^ Genehmigung.
mwiSsftK Einverstindnis.
nmtei Anerkennung.
*i • Seü.
Ulf 9» Ek-haltung.
at/amarut go einen Feliler be-
gehen.
15^ nB ^''^^^ vei-schreiben.
j^'>A'at JNliJäverständnis.
^mnnif, tdei pflficken.
^j^ ^ * /eX^ Auszug, Hauptinhalt.
-fiS^ffll* t^^'yö-raH Rubrik.
takarfonn, krrku Palast.
^ ~|\ * kakka Exzellenz.
^ kyo sich aufhalten.
fiS temporärer Aufent-
halt.
kam}, kci leicht.
keiehö leicht und
schwer,
j^l^ k»ffen Erleichterung.
IIP* Mai Vei^ehen.
tayaii ^ i zuwiderli.inilrln.
Jfj^ i7(wy Zuwiderliandlung.
^ IIL Zuwiderhandlung.
^ ^ ^ * tA«vc» Übertretung,
PoLizeldeUkL
hart regieren.
^ kantoku Kontrolle, Kon-
trolK'iir.
h kamn Kon trolle.
^* kanji KuutruUeur.
nokoutf i zurQcklassen.
^Pjk* *^ Nachlaß.
^0^^^ \ «-'«^ shikkmm
Nachlaßverwalter.
^ * wÄÄmifiÄwi verlorener
Gt'geikstand.
iXran Bedauern.
1«*
Digitized by Google
292
Mlhxu: Der amtlieh« j^anifclie Bitefirtfl.
15 +aLÄ
^ AmmaftünaX», »Am genau,
^^i^ shmsa Untersuchung.
59 Verhur.
shtmjtan \'erui"teiluiig.
Beratung.
^ moMtf <o vermehren.
^\ \ Ztinahme.
^ * zörUsu Erliöhimg der
Steuersätze.
jQ'j^ zözei Zunahme der Steuern.
m fi nahe.
jg5(5*irh«8eit.
^1 tolonorniy shiraberu^ rhö iu Ord-
nung bringen , untersuchen.
äjH^ rÄäwi Untci-suchung.
in vf^ll ' ^'^""^ Vergleich,
gl^ gj chotä Vergleich.
^ /« erheben.
fukwa Versteuerung.
fniiiftiriiru^ f>hi verleihen.
shika Urlaub.
\^ ataru^ sho stoßen.
shöHotm Zusammenstoß.
uarfTit, kican sicli irowohncn.
^ ^ * kwoMhä Gewohnheit.
'I^^* Inoankö Gewohnheit
tS W * ^^*^*^ Regel.
au, troffen.
5^ sö/ia« Zu:)tußL'u eines Un-
glücks.
^|[^^ treffen.
)g kanau^ teki passen.
'^^^ ^ tek^fö Anwendung.
iekHS na j;eeignet.
[ f/ru, Im verkaufen.
^ iai%(M Ver- und Einkauf:
imitydtw Verkauf,
yj^ l^jj ariharai Verkauf.
^ >f\^ unkakedaikm Kauf-
geld.
«utsidiUy tei Kusammenbinden.
Verbindung.
^fji' [*i |]^ * tcinmkuku \'erlrags-
macht.
teiyaku Verti'ag.
ANjbmartf^ «;A« sich aufhalten«
pjj^ ^ (huzai Aiil'riithalt.
chüsatmt AufeuthalL
3^ kou^ ukeru, #M ersuchen.
.st tkyü Ersiiclieii, erhalten.
shödai Kinladuni^.
i|^JP[ sei^mm Bittgesuch.
tfwsii, chö erhclx'ii.
c/iös/iü Aushebung,
jj^^ cAöfto Aushebung.
chShm militftrische Aus-
hebung.
M '^^^^'^ Konskription.
]^ yaimm, Aoi au%eben.
^ ^ JUiAtMM AbschalTung eines
Amtes.
^ ij^ AomAi Aufgabe.
1^ haitihokv Abscliaffung einer
Beliiiidt'.
luügt/ö Geschäftöauigabe.
^ hemtm^ 9hö loben.
\uerkennungs-
schreiben.
Digiti-^Cü by Google
Mfituni: Der amtlidie japaiiiMhe Briefirtfl. 293
" m Wichtijikfit. ta^shika^ kaku sicher.
^ * tSmItu gikiean Ge-
heimrat.
«üMum der O'apanO
geheime Staatsrat.
Mtaru^ ri verwickelt werden,
ig * fttfttt Ungiack.
Armirn/ , Tto pniisen.
^itlc* Anerkennungs-
scbreiben.
16 +^
shittujau , jun folgen.
^ jtmahu Foigelei«tung.
^L^^ /vff^ Folgeleiatung.
juit^ gesetzesgem&ß.
iiioroinoro . s/uj vcvsrhn den.
shohan verschieden.
5rw transportieren.
^ yuslkttm Ausfuhr.
Ä>\. y""y" Einfuhr. •
^ yt«ö Transport.
kaeni, karsu^ hrctn zurftckkeliren,
zurücksenden.
i j?^ hrampu /.nri'icksenden.
^ kwankö liuckkehr (vom
Kaiser).
^ teotmerw, dm unterscheiden.
bensai Eotsehidigim^.
jj^' hm»hö Entschädigung,
//'«m« r'lädoycr.
^ it * ^<^f>Of>shi Rechtsanwalt.
P ^ ^ 0S * ^ÄsAi Minister-
resident.
jPj A«fl0rt, dioibf allein.
1^^* JMaw Deutsch.
dioAirdn« Unabhängigkeit.
$11^ kahOei fest bestimmt
^ * kakufüfu sicher.
^ ^ kakuß bestimmte Antwort,
{^g^ kaktmin Anerkennung.
Manoer« sei ordnen.
3|| Sft'rt" Ordnung,
.«dübf» Ordnung.
17 +-fc«
aganau , A-ö kaufen.
kokt/U Einkauf.
fl^JPl.^* ^'öOairi^fku iiaulkraft.
^ ara^d^'üms, vorlSofig.
Ö'i Uli Reserve.
^^^^ yokoku vorläutigeMitteihing.
Ä£ y^^' vuriäutige Bestiuiuiung.
^ yfwa« Ktat.
^ )tH Vermutung, Erwartung.
K^ESr yofto Vorbeugung.
ma/uru, gi nachmachen.
ffizö Imitation.
^ (Staate), Awi Departement.
^' kmeho Gouvernement
^^^■fl^* Av'«<Ä/;i Gouvemetir.
^Lj-, * h, tikirni K»'n- Vcrsaiiuiihuig.
^ ^ ^ * kmmnjiktcai Ken-
MagislraUsversamtnlung.
* A*«»Ara innerhalb des Kens.
ükMMtfTt«, « betreiben.
^ ' W/" Oe\v«u l)e.
•^yjij]* ein Gewinn.
jj^ ken nachsehm.
^^[/d: ^'^^ Besichtigungsattest
;^^^|J kensoku Unter.suchuug.
Digitized by Google
294
Mfiujn: Der amtliche japaaisehe BriefitO.
19 +X
tofftdf fiw Art.
kensa Untersudmng«
* jteneifti QuaraotSne.
^ * kmji Staatsanwalt
an wall.
^ ^ * kenjkhö Oberstaats-
nnwalt.
kenetsu TrüfuDg.
j|ic ff abschreiben.
>?Ji * /öÄo« Abschrift.
^ /ösAa mm abschreiben
nengnro^ km freundlieh.
^ * koMetsu freundlich,
ir * Freundschaft.
18 H-A«
korobu^ ten rollen.
^«^ fT' Verset/.ung.
tmiaku Umzug.
fpHj^ I0IMÖ Übersendung.
kaeni, ki y.uruckkeliren.
"ffi ^'^^^ Natiiialisation.
^ ^ Ac»A»Aw Backkehr nach d
Heimat
kisei Rückkehr nach dei
Heimat
tili Jii£ Rackkehr ins Amt
«AoA» Amt
«hokken AmUbefugnis.
* «^^"*« Amtspfliclit
* ahokmeki Atntspilieht
*^ ^^"^ shokushö Aintspllicht.
Mtsiumrii, ehin beruhigen.
^^W* chinju/u Krieg.shafen.
WA '^ S Mitverbrennen.
^il ''i'J Alit<-ilurig.
H^"!^ rvi^'t Ähnlichkeit.
AoroMi, cAö bestrafen.
laus.
f^^*^ rA^6afe»/ Bestrafung.
Bestrafung.
aiplinarbeslrafttng.
JhtJtmcidnf, kwan sieh bezidieo.
Iii] 1"^" H«-ZirliuiiEf.
^ ^ ^loanrm «utm sich
beziehen. «
20 -+itr:
imnshimeru, kei waiiicn.
bureau.
Ae«Xnmm Polizeibeamter.
JMJIö Warnung (Sturm,
wamudg).
patroullieren.
^^<^ keikoku Warnung.
^ ^ iNitoj Warnung.
^Äßf* Wachtschiff.
oboem^ MAni, AoA» kennen«
wissen, behalten.
tf^M^oM Protokoll.
^ /hiJhfcjU Bewußtsein.
j^g^ kakugo Gefaßtheit
ffi Beraten.
9*^ Beratungsgebinde.
^ <7yt Debatte
Y * ^ Mitglied des Rats.
Digiti-^cü by Google
Müllkb: Der amtliche japanische Brieistil.
295
9^*^ Beratungsballe.
i"*»* Entwurf.
yiA-ffe« Bi schliiß.
^^^^* giteiülHj schriftlich uie-
dei-gelegte Ubereiokunft.
^ ^ * gUshS Fribident.
^1 ^ * gtkwai Reichsti^.
(des Parlaineoy).
• Rubrik.
I^J * ramai {noeriialb der Ru-
brik.
H^J * ranyvcai außerhalb der Ku-
brik.
21 Ä
1^ hirogan«^ tebtt Eisen*
X. ^ij" * teit*35rĩ Eisenwerk.
* t'tsujo Schiene.
^ * tttaudö Eisenbahn.
^i^* AiMwm Eisenrobr.
fc]t il^n * Sehienenweg.
* tekh/ö eiserne Brücke.
^ lemaru^ km sich indem.
hmku-a ViTiijuIet uiig.
^ ^f' «/tÖ V eränderung.
A«nM» Verftnd«nmg.
22
Hecht.
?fs||* *«»n Recht (hn subjektiven
Sinne).
* kmnä Fihigkeit
ijj^'fl* kmrytiku Macht
* ^'^'J^" Befugnis.
* ^'^^^ Gleichuiäßiglieit.
koffornif kan Spiegel.
J^jjij^* kansatsa trhiubnissehein.
^ /jlj * kambdm Unterscheidung.
kansa Untersuchung.
0^ kaiUei Begutachtung.
kikUf cAS hören.
Hl^^if^ ehSkj/0 Genehmigung.
^ * chSkm Zuhörer.
kiküorislio Prutokoll.
24 -+Hfi
^ «Aojhi auftragen.
[1^1^ shokuktku Auftrag.
^ Aromom, j'ö brauen*
jcOT Brauen.
i/iizitru, ji) übertragen.
>äb> Übertragung.
jöXo Zurilcktreteo.
25 n+3L
miru^ kwan sehen,
ihrnmnm Begriff.
^ AnsoMolw Beobachtui^.
27 =. + ^
chö Behörde.
J^^* «ASmi AmtsgeschSft.
tender Leiter der Amktgeschäfte.
Digitized by Google
29G
MüuJw: Der Miilifibe j»]MUii«che BrU^atil.
>p|\ daishS {oküt chtuot) groß
und klein.
^ cAöte» (noffai^ n$ijikai) lang
Liste häufig vorkotiiiiieuder, zwei beRrilüicUe Gegensätze
cnthalteniler Kouipusita.
rÄM/en (mow, heru) Zu- und
Abnahme.
^ MS» (mmtXift, «touAi^M)
hißlicli und hfibseh.
JjJ^ koffm (hnM^fem, heru) Zu-
und Abnahme (s. auch
S. 274).
^ zennaku (yoi^ varui) gttt
nnd böse.
j\ kncjp. (takai, hikui) hoCil und
niedrig.
1^ ^ na«i (kafai^ yasui) schwer
lind leiclit.
chöseki («Äo, bati) Moi'geu
und Abend.
S ^ r/mi/a (Atnc, ^ont) Tag und
Nacht
1^ ig itoadivi (coflMff, nifJbi») kalt
und warm.
^ ^ kengu {l^$h!ikoii Woka) klug
und dämm.
^||] JbSMn* (teihimi, toitenai)
geschickt und ungeschickt.
^ ^ zeiujo {mar, ushiro) vom
und kurz.
^ ^tj^^ kteöksfo (Atrvi, semeU) breit
und adimal;
1^ shinjim (/«kai, asm) tief
un<l seicht,
^jjl^ /w<'7 (fair, i/'ik(i) iiorizontal
und vertikal.
kankyü (t/ttruyaka^ ünyti)
laiif^sriin und schnell.
tH* ^ eMsoku (CNN», ^yo») lang-
sam und eilig.
^ Amtjt/ti (ma^hü^ tomu) arui
und reich.
^ ^ ^/ashii) edel
und unedel.
^ röjaku (oi, teakai) alt und
^ 7^*^ ("J'*» «Alto) oben und
unten.
^ .sat/ü {hhlnriy tniffi) links
und recliLs.
j^. /;///» (/öt, chikai) weit und
Dil
nah.
und hinten.
g kokttbyaku (knroi, slüroi) j ^ shmko (aiarashd,/urui) neu
schwara und weiß. | und alt.
jj^ ^ i^'^'"'^'' ""^^^ heiteres
Wetter und Regen.
sntlnt) (hfirent, kumoru)
heiter und trübe,
j 1 1 Jll snnftnt (yatM^ kawa) Berg
und Fluß.
toÄi {mitinkn, ütaka) iStudt
und Land.
^ «a///if«i {tirhiy wlo) innen
jjf^ ' ///o/i {.<nirurioi^ niltui) üchurf
und Rttimpf.
^fc khnnn {knfai, yaißarokai)
hart lind weich.
^ jfe »d/myo {ptokoy onnä) Mann
und Weib.
1B* ktrnmniin (öyakr^ tami) amt-
lich und privat.
4!^ A'ävÄ/ (öi/akf, ^rofakushi)
üffeutlich und privat.
und außen.
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McLLsa: Der amUicbe japanische BhetstU.
^ ^ {eHö außer Morgen
auch Hof, no) amtlich uod
privat.
1^ kamku (fmi, oka) Meer
und Land.
^ Mtn^ (nwcv« oAo) Meer
und Land.
1^ tannö (oMt, Ao») hell uod
dunkel.
^ ^ löcat (hu/asM^ msJU) Osien
und Weateo.
297
kiia)
SfldiBii und Norden.
fWf) gehorsam und unge-
horsam.
^ ^^^^ '*^^)
nicht sein.
i(S (i/orokobtt, il-(int) fröh-
lich und äi^rlich.
aü'oku (kanaxhimuy tamshi-
mu») traurig uod. vergofigt
iMir. LAb«.
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2DÖ
Bücherschau.
Buddhist nnd Cliristian Gospels being Gospel Parallels fruin
Pfili Texts, now first compared from the Originals by Albert
J.Edmunds. Third and complete edition. Edited with Parallels
and Notes from the Chinese BuddbistTripitaka by M. Anesaki.
Das vorlit'STPnde Werk ist hervorgegangen ans eiiir.elnen Aufsätzen , welche
im Jahre r.Hiö und 1901 itn »Open Totn-t« in Chikago erechrenfn sind, und
ist der erste Versuch, butldhistische und christliche I.rlni-u aiil' Grund der
Palitexte zu veri^leiphen ; denn die frühern 8hnlich«'ii \' ersuche andrer Autoren,
wie Spcnce Hardy uud Rudolf Seydel , l>fi ulieii li:iijptj.ächlicli auf singhtilt-si-
schen oder chioesischeo nachchristlichen Texten. Das ganxe Werk soll später
in ein großes Sammelwerk, betitelt s Cyclu])acdta Eraogellca, an English
Documentary Introduction to the four Gospels, eingerdht werden.
In der Vorrede zur «weiten Auflage hat Kdmtinds seinen Standpunkt
dargelegt: «K^e Entlehnung wird in diesen Parallelen weder auf selten
d&s Buddhismus noch auf seilen des (Christentums behauptet. Wir bieten
keine Theorie, sondern geben die Parallelen als Tatsachen. Sie gehören
zum mindesten einer Gedankenwelt an , die dem pjanzen Orient gemeinsam
ist.« Dieser voi-sichtijre Standjnuikt ist sehr zu billigen. 7tjmal . wie <l»*r
Verfasser selbst weiterhin bemerkt, <lie Parallelen hauptsächlich in den
Gedanken, nicht in don Worten hervtu-treten.
Das Prinzip des V'erfassers bei der Vergletcbuog der PftUdarstellungeo
mit denen des Neuen Testameots ist folgendes: Wenn die Darstellung eines
Evangeliums sich der der FSlitexte mehr n&h^ als die der andern Evan-
gelien, so wird nur die erstere aufgeführt, sonst wird die des Markus
bevorzugt. Wenn Markus keine ents|)rechende Darstellung hat, 80 gibt
der Verfasser dem Evangelium des Matthäus den Vorzug vor dem des
Lukas. Selten werden die Apostelgeschichte, Briefe und die Apokalypse
zur \'ergleiclinn!x angeführt.
\'iele Parallelen wetden ztiin erstenmal gezogen, aiuhe beruhen auf
Aiit eguni4en von liekanuien Korscliern, wie Max Müller, itenao, Beal, Hhys
Davids, Oldenberg, Fausböll, Aiken usw.
Der Herausgeber der vorliegenden dritten Auflage, Anesaki, der sich
mit Uinlichen vergleichenden Studien beschSlligt, hat in dieser Ausgabe
noch Parallelen aus den ins Chinesische Qbersetxten Agamas in chinesiachem
Texte und englischer Übersetzung hin74igefiigt. FOr ihn ist es ein unleug-
bares Faktum, daß die Agamas, die dem Nordbuddhismus angehfireo, und
die Nikäyos des Sudbuddlüsmus einer und derselben Quelle entstammen.
Kr ist der Ansicht, daß eine Vergleichung der beiden Quellen geeignet ist,
Liclit auf den inlialt und Ursprung der buddhistisclieu Schriften zu werfen.
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Bächerachra.
299
und er hofft zugleich, daß eia Weric, wie da.s vorli^ende» isum gegen-
seitigen Verständnis des Christentums und des Buddhismus und der auf
ihnen benih»*n(len Zivilisfitioti fuhren wird.
Den Parallelen wir d pine ausfiihrliclie histnrischp KinleitUHg von S. 1—52
vorausgeschickt, welche in folgende Ahschiiiite zerfallt:
a) Das Alter der Pälitexte, S. 1 — 9.
b) Stellung der Suttns, die von der Gehurt Buddha.s handeln, im
Ksnon, S. 9—11.
c) Die christliebea Berielite Aber die Kindheit Jesu, S. 11—23.
d) Über die MSglichkeit eines Zussrnmenhanges zwischen Christentum
«ad Buddhismus, 8. 23—52.
Die Pälitexte waren wenigstens mündlich zur Zeit des großen Asoka,
des huddhistischen Konstantin* ▼orbanden. HekaontUch hat dieser FQrst
auf drei Felsen in verschiedenen Gegenden Indiens und in zwei Alphabeten
die Namen von fünf griechischen Herrschern, darunter Ptoleiriaiis Piiila-
delphus, eingraviert, zu denen rr Gesandte geschickt, und in deren Landern
die Keli'^'on des Buddha angenommen worden sei. Diese Angnb<'n werden
durch die Ceyluuchrunikeii bestätigt. Derselbe IvOnig enipßehlt auf dem
Fdien von Bairat Mooeheo, Nonnen und Laien das Studium verschiedener
Teile der Schrift, deren Titel zum großen Teil mit den heute ▼orhandenen
JWitexten identifiziert werden können. Naeh den Ghronilcen von C^Ion
berief Asoba auch ein Konzil, In welchem der Kanon der Schriften end-
gültig festgesetzt wurde« und die Glaubwürdigkeit der Nachrichten dieser
Chroniken, die zum mindesten älter als das 5. Jahrhundert n.Chr. sind,
ist durch neu gefundene Inschriften bestätigt worden. Nach denselben Chro-
niken soll der buddhistische Kanon unijefrihr 40 Jnhre v. Chr. schriftlich
fixiert worden sein, nachdem also der Text mehrere .lalirhimderte hindurch
von der Schule der Rezitatoren mündlich überliefert wonlen war. Kine
solche Sehlde von tiezitatoren winl nicht nur auf luNciu'ifien des 3. uud
2. Jahrimnderts Clir., sondern auch io den alten Kommentaren und dem
Kanon sdbst sowie in den «Fragen des Kdnigs MUiodo« (Menander) um
100 V. Chr. erwUint
Vom 1. Jahriiuttdert der christlichen An an ging eine Anzahl von
Missionaren und Übersetzern nach China, wo sie die helligen Bilcher ins
Chinesische übertrugen. Zuerst vorzugsweise die der MahäySnaachule, die
damals emporkam. spBter imi die Mitte des 2. .Jahrhunderts n. Chr. auch
die der Hinayänaschule. Der schon erwa'ntf^' japanisclie Gelehrte Anesaki
ist jetzt dal^ei , diese fur die V'ergleichuui; n if «leu Pälitexten wichtiiit*n
chinesischen Übersetzungen in eine freuitle iSjirache zu nhertrafjt'n. In der
kritischen Analyse der buddhistischen Schriften Lst noch viel z.u tiu». Unsre
jetzige Kenntnis entspricht etwa derjenigen des Neuen Testaments am Ende
da 18. Jahrhunderts. Wss vor allen Dingen getan werden mO0te, ist, die-
jen%en Stellen znaammenzustdlen , die den verschiedenen Rezensionen ge>
metnsam sind. Bumouf hat dies 1852 begonnen, starb abor leider zu frOh.
Edmunds ist der Meinung, daß sich auf diese Weise alle Pälitexte als
fiindamentale ur^rQngliclie Dokumente erweisen werden. Sicherlich ver>
Digitized by Google
300
Büchorachau.
halte sich dies so mit den Legenden fiber die Geburt Buddlias* die bisher
als sfSA entstanden beargwöhnt worden sden. In einem kursen* Artikel
gibt er hierfiir die nötigen Nachweise.
Im Zusainmonhaniic damit steht die darauf folgende laogere Abhand-
lung nher die Behandlung der Kindheit Jesu in den verschiedenen Kvan-
gelieu und späteren Schriften. Edmunds findet in der Geburt Christi von
einer Jiinglrau Spuren df*r zoroa.strisehen Lehre. Die FrajC^e, uVi der Evan-
gelist Lukaü hei meiner Darsteliuug der Kindheit Jesu die Kindheitslegende
von Buddlia benulst liat, hingt mit der Frage zusammen, ob d^ Evangelist
Oberhaupt den buddhistiachen Kanon benutat haben k5nne, und diese wird
im letEteo Abschnitt behanddt, der fiber die Möglichkeit eines Zusammen-
hang swischen Christentom und Buddhismus handelt. Zu diesem Zwecke
gibt der Verfasser auf Grund der hier und da verstreuten Nachrichten bei
griechischen und romischen Schriftstellern sowie von MQnzenftmden in
neuester Zeit eine ausfuhrliche Darstellung der Ausbreitung des Buddhismus,
besonders nach Westen, nach Persien und Baktrien, sowie der Beziehungen
von Indien und den westüchen Kulturländern der alten Zeit.
Der Buddhisnnis war zur Zeit der Entstehung des Christentums die
mächtigste' ReHgion, die noch durch Missioiistätigkeit in der Ausbreiluug
begriffen war. Bekanntlieh &nd sie in der aweiten Hllfte des I.Jahr-
hunderts n. Chr. auch in China Eingang. Es gibt auch eimcelne Nadirichten»
die uns einen größem Einfluß des Buddhismus auf die westiiche Kultur
vermuten lassen. Es wird von einer Hindukolonie in Armenien berichtet»
die vom 1. bis 4. Jahrilundert n.Chr. bestand; und es ist bekannt, daß in-
dische Fabeln Eingang in den Talmud gefunden haben. So ist es auch
nicht unmöglich , daß buddhistische Ideen his an die Grenzen von Palastina
gedrungen sind, wenngleich uns bestimmte Nachrichten darfiher fehlen , und
<laß der heidnische Apostel Lukas von diesen Ideen Kenntnis erlangt haben
kann. F'dmnnds stellt nämlich die fiieliL unvvahrsclaeinliche Ilypotliei^e auf,
daß der Evaugelisi Luka-s hei der l)ai*stelluug der Kindheitsgeschichte Jesu
von buddhistischen Ideen tHselnflußt worden ist Der allgemeine Orundsats,
den er vorsicht^erweise bei dieser Untersuchung befolgt, ist folgender:
•Our prindple should be to regard notiiing as borrowed unless proven by
express reference, by identity of text or sequence of narrative, sccompanied
with demonstrable intercourse- (S. 23). Edmunds macht nun darauf auf*
merksam, daß gerade diejenigen Punkte, welche Lukas vor ando'n Evan-
gelisten eigentümlich sind und, wie jetxt von den Kritikern ztigestanden
wird . fast alle Erdiehtungen sind — z. B. : Die Theorie vcm einer geistigen
Kraft, die die Mutter « iibersciiattet« ; die Vision der Freude der Inrnmlischen
Heerscharen durch einen Eremiten (die Hirten bei Lukas); der Lobgesang
der Engel; die VV^eissagung über die Laufbahn des Heilands durch einen
bejahrten Eremiten, der auf seine Ankunft geharrt hat — , wichtige Bestand-
teile der buddhistischen Legende sind und dort in derselben Reihenfolge
wie im Lukas auftreten. In dem Lobgesang der Engel bei Lukas findet er
sogar eine teilweise wörtiicbe Übereinstimmung mit don entsprecbendeD
buddbbtischen Texte S. 47. Daß die Ausdrueksweise beider Texte sum
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B&cherscbaQ.
301
niindt'.stf'n älinlicli ist, iiinP zug^^gebt^I^ wenien. FMnuinds glniibt nicht an
eine iliit'kte Entlehnung, liait es al>er fui* mehr alü einen bloßen Zufall, <1r^
der b^dniaehe Evangelist, der, wie erwähnl, allein die meisteo dieser Gfr>
sddchten ercihlt, einige der bemerkenswerteaten Enihlungen dw Imddbi-
atüBcheo Li^eode berObrt haben sollte.
Edmunds gebt nicht so weit wie S^el» der eine Betinflussong des
ganzen ChristenttiDiS durch den Buddhismus annahm, sondern glaubt« daß
der Einfluß sich nur auf Lukas, vielleicht auch auf .lohannes erstrecke,
während der spätere Buddhismus, wie Beai behauptet hat, vom Christen-
tum bePtnflußt sein kann.
Au» Schlüsse der historischen Kiiileitutifi <X\hl dfv X'fifiis.ser auf Ö. 49
bis 02 eine interessante Verj^U'ichung dei* beiden Hdi^ioru'u und ihrer
Stifter, zum Teil mit Bezug auf Schopeidiauer, und hebt in klarer Weise
die VerachledeDbeit^ und Abnlidikeiten derselben hervor. (Vgl. Wochen-
schrift f&r klassische PhUologie 1907, Nr. 25.)
R. Lanob.
Japanese Conversation-Grammar, with numerous rendtnpr les-
sons and dialogues, by Hermann Plaut. 1U05. Julius Groos,
H e i d e 1 h e r
This neat little blue book of 4(M) pa^cs is designed to help Kn^lish-
s jie.-ikiii«: studeriLs to a thorough knowlt'd^r of collo([uial .bi paiicse. The
grauHiiatical exposition dues not differ muterially from that in Prüf. Dr.
Langels '* Lehrbuch, " though it is quite differently arranged. The specimens
of colloquial style are entirely new.
ExcqitiDg the sentences used to illustrate the grammatical exposition
and the sprightly dialogues appended to each of the forty-two lessons, the
colloquial material consists of continuous narratives and descriptions* The
style is irreproachable, and the vocabulary is well chosen, Conlraste«! \s 'i\h
these delightful selections the short, disconnected sentences of the older
book i)i e pared by Prof. Dr. Lange ajipear at a disad\ antage. But considered
irom a pedagogical point of view the new book is weak.
The author seems to have in mind the typical German student of
modern languages, who has had considerable experience in linguistic work and
needs very little assistance in mastering the grammar of a strange tongue. But
En^ishmen are as a rule very slow to learn foreign languages. This, by
the way, is one great reason for the wide diffusion of their own language.
One who would write a grammar for English-speaking people must keep
this lact in mind and observe pedagogiGal principle The book before us
does well ia teachin<; tlie inflections of the verb and the adjective at the
start; but its method is too summaty, and the exercises are not properly
adapted to the grannnatical exposition.
This is not tiie place to criticize the author's use of tlte English. In
more or less literal trauslatioiiis from the .lapanese it i.s ui' course unreasou-
al»I*» to expect of any one a perfect English style; but this consideration
Mitt. d. Sen. L OrieoU Simehen. 1907. I Abt. 21
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302
BfldMradiuL
by no means Jiistities all the mistakes in the book. Happily the author's
Japanese far surpasses his English.
It is gratifying to the writer of this review to observe that the author
has adopted the terms " numeratiTe " and '«subordtnatiTe."
Omittiqg obvioua typographU^ errors 1 venture to suggest the foUow^
ing eorreetions: —
Page 6, the word hUo unmodified is always more or less indefiolle
and may not he. translated ** the man;" p. 39, the author's rule would require
the form mi'beki, whereas miru-htki is proper; p. 76, in the pnnfligrn of
the verli tlie future form lahr-nakaro, which rarely oecurs. sliuuld luit dis-
place the much more usual tabc-mai ', ji. 94» the o in YompjM is long; p. 1 18,
the rule (99) was formulated too hastily — the expressions aru koto toa aru
and nai koto ira nai are nut parallel; p. 135, kfxiomo ni shite va is to be
rendered for a child," nut "as for a child;" p. 221 it is fanciful to find
am in the passive termination* as comp«rison with the causative terminntion
will show;, p. 283, n> made is not used **only locally;" p. 296, the as in
j^yo M is quite different irom the m "at the head of n sentence."
Cbbistofbsr Noss.
Bctlla, gcitoskt is der Bciehadnekezai,
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Mitteilungen des Seminars
für Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
Otk. OlMr-R*glaiiiig«nt
JAHRGANG X
ZWEITE ABTEILUNG: WESTASIATISCHE STUDIEN
Berlin 1907
Kommissionsverlag von Georg Reimer
^uj ui.uo uy Google
Geschäftliche Mitteilung.
1. Der Preis jedes Jahrgaiigti« der »Mitteiluugeu« (besteiiend
aus drei Abteilungen: 1. »Ostasiatische Studien«, 2. »West-
asiatische Studien«, 3. »Afinkaniscbe Studien«) betiSgt 15,
der PxeiB der einzelnen Abteilung 6 Mai^.
2. Die 'Mitteilungen« biud durch alle Buchhandlungen des In-
und Auslandes zu beziehen.
3. Die für die «Mitteilungen« bestimmten Zuschriften, welche in
deutscher, franzosiscbw, englischer oder italienischer Sprache
abgefaßt sein können, wolle man an die Seminardirektion,
Berlin NW 7, Dorotheenstr. 6, oder an die einzelnen Redak-
teure adressieren.
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I
Mitteilungen des Seminars
f Ur Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
JAHRGANG X
ZWEITE ABTEILUNG: WESTASIATISCHE STUDIEN
Berlin 1907
KonniBSioiwverlag von Ceorg Reimer
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Mitteilungen
des Seminars für Orientalische Sprachen zu Beriin
Zweite Abteilung
Westasiatische
Studien
Redigiert von
Prof. Dr. K. Foy und Prof. Dr. P. Schwarz
Berlin
Koinmis$ionsverl«^ von Oeorg Reimer
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Inhalt.
Seite
Sewiuarchrouik fQr die TSeit vom Oktober 1901) bis August 1907 I
Ans den BIMiotliekcn von Kairo, D.inin<ikn«i und Ronataiitinopel. (Arabische
Handichriftcn geschiclillicheii Iidialts.) Von .) om<> f Hornvitz 1
VoQ deti rechtlichen Verliältniüseu der Christen im 8ai>auidenroidi. Von
Eduard S«eh«ii 60
Dn OemijM^te Handelaigericlit in der Tfliteu Unter bcsondersr Bertcksiditi*
gang des Genilschten Handelsgerichts in Konstantinopd. Ein ^tStng vam
Kapitnlationenrecht von Dr. Theodor Weber, ..*..»••• 96
Strofe e hrev\ testi amarici. Per Ignaaio Gnidi. . . * 167
Proben aus aiubariichem Volksramide. Mitgeteilt vou Engen Mittwoch . 1B5
Bibliograplueehe Anselgeii:
Hlatoire de TAfrique et de rEspagne intitulee al-bayano l-ningrib traduito
et annotee par E. Fagiian. Tome II. Alger, Imprimeric Orientale Pierre
Foütana, 19i»4. (Gouvernement ^neral de l'Algerie.) Besprochen von
Paul Schwärt 242
PublicaiMiis de l*Eoole dea Lettres d*Algw. Bolletln de Corres|K>udanee
Afrieainai Tome XXDt. — L'eiabllasemeiit dea Dyuaatiea dea ChenTa an
Maroc et leor rivalitc avec les Turcs de la Regeiuc d'AIgcr (1509—1830)
par Auguste Cour, ancien professeur d'arahf au coIIi jl;»^ dr Medea et repe-
titeiir au iycee d* Alger. Paris, Elmest Leroux 19(H. Besprochen von Paul
Schwan 282
Blhard Wiadaoann: 1. Beitrige inr Qeadiidite dar Natnrwiaaenachaften.
VIL über aiabiadia Anaaflge ana dar Schrift daa Arehimedaa Aber die
schwimmenden K0qMr. VIIL über Bestimmung der speziB» f n Gewichte.
IX- Zu der Astronomie hei d^n Arabern (S.A. — S. !5"i — 194 der »Sitzungs-
berichte der ph^-8ikalisch-u)edi£inischen Sozietät in Erlangen», Jahrg. .'j8, 1906).
— 2. Ihn aUUaitam, ein arabischer Gelehrter (S.A. = S. I4ä — 178 der
•Feataehrift lOr J. Roaenthal«« Laipxig 1906). — 8. Zur Phyaik bei den
Arabern (S. A. aus dem .Jahrbuch fQr Photographie und Heproduktions-
technik fur das Jahr 1906«, Halle). Besprochen von Friedrich Kern . 290
Nachtrag zu Jahrgang IX Abt. II S. 74 — 110. (Eine alte Liste arabischer
W erke zur beschichte Spaniens und Nordvvestarrikas ) Von Dr. G. Kaniplf-
mejer 296
Dan Andenken Karl Foya. Von Martin Hertmann 299
llitt.d.8cn.C0itni.8teMlic» iWt. HJAt
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I
Seminarctironik für die Zeit vom Oktober 1906
bis August 1907.
Das Seminar »Uüte:
<i) im Wintersemester 1906/07; 3U Mitglieder — darunter
10 Post- und 10 Eisenbabnbeainte als Mitglieder des KuEBUS
behufs Ausbildung im praktischen Gebrauch der rusai-
sclien Sprache — und 19 Hospitanten und Hospitantinnen.
Geaamtzahi der Seminarbesueher: 330 Personen.
b) im Sommersemester 1907: 197 liü%lieder — darunter 6 Post-
und 7 Eisenbalinbeamte als Mitglieder des Kursus behufs Aus^
bildung im praktischen Gebrauch der russischen Sprache
und 5 Hospitanten und Hospitantinnen. Gesamtzahl der
Seminafbesucher: 202 Personen.
Der Lehrkörper bestand:
a) im Wintersemester 1906/07 aus 27 Lehrern und 12 Lektoren.
Zu Beginn des Wintersemesters wurde der bisherige
Hilfslehrer des Russischen, Herr Dr. A. Palme, zum etats-
mifiigcn Lehr^ dieser Sprache am Seminar ernannt. Anfang
Februar 1907 trat Herr Wang Ching Doo aus Schanghai
als Lektor f&r den chinesischen Dialekt von Shanghai in
den Ijehrkör[)cr des Seminars. Mit Ende des SemcHters
schieden der Hilfslehrer des Russischen, Herr P. Klent se,
sowie die beiden Suaheli -Lehrgehilfen, Suedi bin Far -
jallah und Tabu bin Uledi, aus dem Dienste des Seminars;
letztere kehrten in ihre Heimat Bagamoyo in Deutsch -Ost-
alrika zurQck.
Am 25. M&ns 1907 verstarb nach kurzem Leiden der
Lehrer des TOrkischen am Seminar, Professor Dr. K. Foy.
Er hatte dem Lehrköq)cr seit dem Herbst 1890 angehört.
Dem Lehrer des Suaheli, Herrn Professor Dr. Velten,
wurde der Rote Adlerorden IV. Klasse und den beiden
chinesisehen Dosentm, Herrn Hsfteh Shen und Horn
Yao Pao Ming, der Kronenorden IV. Klasse verliehen.
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b) im Sommersemester 1907 aus 2G Lelirem und 12 Lektoren.
Mit Anfang des Semesters vniide der diplomierte Schüler
der tQrkiscLen Klasse, Herr cand. jur. Kurt Kamke, ver-
tretuogswetse mit der Abhaltung türkischen Unterrichts und
der Verwaltung der Geschäfte der vakanten tArkischen
Lehrerstelle beauftragt. Gleichzeitig traten an Stelle der
in ihre Heimat xurückgekehrten Suaheli'Lehigehilfen Suedi
und Tabu die neuen Lehi^gehtlfen Saleh bin Omar und
Makinjo Makanyaga aus Tanga in den Dienst des
Seminars. An Stelle des frühem Hilfslehrers des Russi-
schen, Herrn Klentze, trat Herr Baron Rein hold von
der Osten 'Sacken in den Lehrkörper. Am Schlüsse des
Semesters schieden der Iichrer des Arabischen, Herr Pro-
fessor Dr. Paul Schwärs, und der Lektor des Amhari-
sehen, Herr Aleka Taje« aus dem F^hrkörper des Semi-
nars aus. Letzterer kehrte in seine Heimat Abessinien
zurück.
Der Seminarunterricht erstreckte nch:
a) im Wintersemester 1906/07
auf 18 Sprachen:
Cliincsisc-h , Ja[)aiiiscl) , Aiahiscli (Syrisch, Ägyptisch, Ma-
rokkanisch), Amharisch, Äthiopisch, Persiscli, Türkisch,
Suaheh, Guzerati, Hindustani, Haussa, Fulbe, Bantu -Laut-
lehre, Englisch, Französisch, Neugriechisch, Rumänisch,
Russisch und Spanisch
und (» Realienfächer:
wissens<^haftlichp Boobachtungeii auf Reisen, Tropenhygiene,
tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch -Ost-
afrika, Landeskunde der deutschen west^frikanischcn Ko-
lonien sowie Kolonial- und Konsularrecht, Britisches Welt-
reich.
0) im Sommersemester 1907
auf 21 Sprachen;
Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, Ägyptisch, 31a-
rokkanisch), Aniliorisch, Äthiopisch, Persisch, Türkisch.
Suaheli, Guzerali, Hindustani, Haussa, Fulbe, Ewe, Nania,
Herero, En<:::!isch, Französisch, Neugriechisch, Kumaaiscb,
Russisch und Spanisoli
und G Realienfaidjer:
wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene,
tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch «Ost-
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Ul
afrika, Landeskunde der deutsclien westafrikanischen Ko-
lonien, Deutscbe Kolonien, wirtsebaftlicbe Geschichte Nord*
ameiikM.
Der Unterricht wnrde erteilt:
a) im Wintersemester 1906/07 zwischen 8 Uhr morgens und
S Uhr abends.
6) im Sommersemester 1907 swischen 7 Uhr morgens und
S Uhr iibends.
Ferienkurse fanden während der Herbatfeiien 1906 vom 15. Sep-
tembff Ins 14. Oktob« und iHlhrend der Oster Perien 1907 vom
15. 3IärK bis znm 14. April statt.
Zu außertttatutenmäßigen Terminen im Marz 1907 sowie sum
statutenmäßigen Termin im Sommer 1907 brachten die nachstehend
verzeichneten MitgUeder des Seminars durch Ahlegung der Diplom-
prüfung vor der KönigUchcn Diplom- Prüfungskommission ihre
iieniinarstudien zum yorschriftsmäßigcn Abschluß:
1. Franz Schmidt, Referendar, im Arabisch-Marokkanischen;
2. Wilhelm Lange, cand. jur., im Persischen;
3. Hein/ Buchen thaler, Oberleutnant, im Chinesischen;
4. Hans Taubert, Oberleutnant, im Chinesischen;
5. Wilhelm Hesse, stud, jur., im Chinesischen;
G. Artur Hösel, stud. jur., im Chinesischen;
7. Egon Krukow, stud. jur., im Chinesischen;
8. Walter Strzoda, stud. jur., im Chinesischen;
9. August Bali^cr, stud. jur., im Cbinesisohen;
10. Gottfried Dehio, stud. jur., im Chinesischen;
11. Eugen Neumann, stud. jur., im Chinesischen;
]'2. Hans Hülsen, stud. jur., im Chinesischen:
13. Erich von Wurmb, stud. jur., im Chinesischen;
14. Erwin Stroetzel, Referendar, im Chinesischen;
15. Kurt Berger, stud. jur., im Japanischen:
IG. Viktor Riesenfeld, stnd. jur., im Japanischen;
17. Jakub WoH'fHohn, stud. jnr., im Japanischen;
18. Walter Dirks, «tud.jur., im ,Tri]i:i!n^<'l)*Mi ;
19. Ernst Gierlich, stud. jiir.. uu Japauibciien;
20. Paul Prieß, stud. jur., im Arabisch -Ägyptischen:
21. Ilt'rhcrt Diel, stud. jur., im Arabisch -Marokkanischen:
22. /Vlfred I>(Mindt, stud. jur., im Aralnsch-Marokkanischcn :
23. Joliannes Haake, stud.jur., im Arabisch-MarolLkanischcn:
24. Ueinhuld Üertelt, stud.jur., im Arabisch-Marokkanischen;
IV
25. Gerhard Guertler, stud, jur., im Türkischen;
26. Kurt Zit'inket stud, jur., im Türkischen;
27. Paul Kutzner« Mittelschullelirer, im Russischen;
28. Frani Lencer, £ichmeister, im Russischen.
Soweit vom Seminar aus festgestellt weiden konnte, lialn^n die
nachstehend aufgeführtem MitgHeder des Seminars während der Zeit
vom August 1906 bis dahin 1907 in yerschiedenoi Ländern Asiens
und Afrikas Amt und Stellung gefunden:
1. Karl Steinführer, Referendar, aus Mecklenburg- Streiitz,
als Dolmetscher^eve bei der KaiserUchen Gresandtschaft in
Tanger;
2. Martin Fischer, Referendar, aus Anlialt, desgl. in Peking;
3. Kurt Schcffler, Referendar, aus Berlin, desgl. in Kon-
stantinopel;
4. Eugen Lohr, Assessor, aus Provinz Sachsen, als höherer
Beamter bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-
Ostafrika:
5. Eugen Dinkelacker, Assessor, aus Württemberg, desgL;
<S. Wilhelm Lorch, Oberleutnant, aus Bayern, als Offizier
der Schut/truppe in Deutsch -Siidwestafrika;
7. Cäsar Wegelin, Oberleutnant aus Bayern, desgl. in
Kamerun ;
8. Gustav Cunow, Oberleutnant, aus Bayern, als OlBzier
bei der Grenxr^ulierungskommission in Kamerun:
9. Kurt von Stegmann und Stein, Oberleutnant, aus
Schlesien^ als Offizier der Sclmtztruppe in Deutsch- Ost-
afrika: ,
10. Wilhelm Bock von Wülfingen^ Leutnant, aus Han-
nover, desgl.;
11. Burkhard Rabe von Pappenheim, Leutnant^ aus Hessen-
Nassau, (lesi;!.;
12. Ftaaz Reuter, Leutnant, aus Westfalen, desgl. in Ka>
merun ;
13. Karl Lessel, Lentnant, aus Königreich Sachsen, desijl.:
14. Krich Schiller. Kolm i ialeleve, aus Westlaien, als Kolonial-
eleve bei dem Kaiscriicheu Gouveruement von Deutsch-
Ostafrika:
15. Fritz Weidner, Kolonialeleve, aus Hamburg, de^l.;
16. Josef Bauer, Kolonialeleve, aus Bavern, desgl.;
17. Albert Hager, Kolouiaieieve, aus Königreich Sachsen,
desgl. ;
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18. (i <> 1 1 f r i e (1 H a u xi , Koloaialelevc , aus Hessen • Nassau,
desgl.;
19. Oskar Kars ted Dr. jur., Kolonialeleve, aus Berlin,
(los^l. :
20. Moritz Kurz, Kolonialfleve , aus Württemberg, desgl.;
21. Gustav Lauft", Kolonialeleve, aus Württemberg, desgl.:
22. Karl Orth, Kolonialeleve, aus Hessen- Na^^suu, desgl.;
23. Rudolf Häuser, Verkehrspraktikant, aus dem Elsaß, als
Beamter bei dem Kaiserlichen Gouveruement von Deutsch-
Ostafrika;
24. Justus Mathis, Verkehrspraktikant, aus Lothringen,
desgl.;
25. Franz HiHer, Landmesser, aus Herliu, desgl.;
26. Ludwig Schoen, Polizeibureaudiätar, aus der Rhein-
piovius, desgL;
27. Georg Hesse, Finanzaspirant, aus dem Großherzogtum
Hessen, desgl.;
28. Rudolf Regner, Balinadjunkt, aus Bayern, desgl.;
29. Max Scbarlau, Schichtmeister, aus Brandenburg, desgl.;
30. Max Spennemann, Forstbeamter^ aus Berlin, als Forst"
beamter bei dem Kaiserlichen Goavemement von Deutsch-
OsUfrika;
31. Felix Jahn, Forstbcamter, aus Ostpreußen, desgl.;
32. Bernhard Krumm, Lehrer, aus dem Rheinland, als Lehrer
an einer Regterungssehule in Deutsch -Ostafrika;
33. Ernst Rottner, Postdirektor, aus Baden, als Vorsteher
des Kaiseriichen Postamts in Eonstantinopel;
34. Wilhelm Rothe, Postdirektor, aus Hannover, desgl. in
Daressalam;
35. Pan 1 fi u rth al , Telegmphenaasistent, aus{Conigreich Sachsen,
'als Postbeamter in Deutsch- Ostafrika;
36. Kurt Menge, Postassistent, aus Pommern, desgl.;
37. Frits Waßmath, Postassistent, aus Hessen -Nassau,
desgL;
38. Georg Krueger, Missionar, aus Hannover, als Missionar
in Südchina;
39. Esnst Eichboff, Missionskaodidat, aus Hessen- Nassau,
de^l. in 'Deutsch-S&dwestafrika;
40. Gustav Becker, Missionskandidat^ aus der Rheinprovinz,
desgL;
4L Christian Kühhirt, Missionskandidat, aus Sachsen-
Meiningen, desgl.
Von den vom Seminar lipraiisf^O|n^ebenen Publikationen ist
im Dezember 190G Band X\ der 'Lehrbücher dos rSeini-
nais: Misch lieh, Wörterbuch dor Haussaspraohe« (*r^
schienen, während von dem »Archiv für das Studium
deutscher Kolonialsprachen* Band V: Costantini. Lehr-
buch der nenpommerschen Sprache, und Band VI: Hi'ndlc,
die Sprache der Wapogoro, in dt'n nächsten Tagen zur
Ausgabe geUingen werden.
Der Direktor,
Geheimer Ober-Rcgierungsrat
Sachau.
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Ans den Bibliofheken yon Kairo, Damaskus und
Konstantinopel
(Aiabische Handschriflen geschichtlichen Inhalts.)
Von JOSIF HOEOTITZ.
Während eines Aufenthaltes in Äp^ypten, Syrien und der europäischen
Türkei habe ich im Auftrags ties Principe Leine Caetani di Teano die in
den Bibliotheken von Kairo, Damaskus uiul Konstantinoj)el aufbewahrten
arabischen Handschriften untersucht, welche für die (ieschichte namentUcli
des ilteren Islam als Quellen in Betracht kommen können. Neben den
gesdttchtUcben waren es auch vor allem noch biographische Werke» auf
wdche ich mein Augenmerk riditete. Was die von mir antersnchten
Schriften an unbekanntem Material enthalten, soll sjAter in den • Annali
dell' Islam« Terwertet werden. Schon jetst aber ▼eroffentliche icli eine
kone tlberaicht dieser Kandschtiften« welche, wie ich hoffe , die Fach-
fienossen auf manches unbekannt oder unbeachtet gebliebene Werk auf-
inf'rk'jfjtji machen wird. Wenn ich so die Kristenz mancher fiir ver-
l^n^n £;i'liaU«'i)»'r, wertvoller Wei'ke nachweisen kann, so muß icli in anderen
Hlle/i lariggeiiegte HolTnuuf^cn zerstören. Nauicntlich die l\.onstantiiu)[teler
KaUiiuge haben duich allzu kurze udav gänzlich unrichtige Angaben Er-
wirtnngen her\'orgerufeu , welche eine Untersuchung der Handschriften als
lAbcgrOttdet erweist.
Die Angaben, die ieh fiber die Handscliriften mache, sind an Aus-
fiUirlichk<»t sehr verschieden. Bei den Handschriften der Kairoer Khedi«
?islbibliothek habe ich mich mit RQcksicht auf den gedruckten Katalog
meist kurz fassen können. Andererseits hatte ich, da ich in Kairo irin^'ere
Zeit bleiben konnte, auch wiederum die Möglichkeit, einige dieser Hand-
schriften ^enan diirchzuarhpiten und eine aiisfTihrlichere Analyse zu gehen.
Außer dei- Kiiedivialbihliollick konnte ieh aucli einige Handschriften der
gut gt'ordneten Azhai-Bibliuthek einsehen . von welclier — wie es heißt —
dn Katalog für den Druck vorbereitet wird. In Damaskus sind die früher
in den verschiedenen Moscheen aufbewahrten Bibliotheken bekanntlich zu
einer Sffe&tliebeD , allgemein zugänglichen Sammlung vereinigt worden , von
der ein siemlich ungenaues Verzeichnis im Jahre 1299 H. erschienen ist.
Xsmentlich die in den • Sammeifainden« (ma^^ml*) titsammengefaßteii kleinen
tJdmften sind unvollständig au^esahlt In seinem Bucli «IJssäin ai-kutub
liltd.8cMi£Oiicii*.SpiMlien. 1907. ILAbl. 1
2 Hosovm: Ana den BiblioUieken von Kairo, Oaroaakiu und Konstantinopel.
fi Diimiiq- (Kairo 1902) hat l^abib az-Zi^jit die Löcken des Katalc^ atis-
gefHUt und ein voUstftndiges und suveriisaiges Veneicbnia der nur hand-
schriftlich erhaltcneii Werke geliefert. Auch sonst enthält di<^e sorgfältig ge-
arbeitete Schrift allerlei nützliche Angaben Ober die Damaszener Bihliutheken.
Von den nicht melir zahlreichen Privatbihliotlieken in I>amnskus konnte ich
die wertvollste öfteis l)esiiclieM; an sonst un!ifk;mtiten Werken geschicht-
liclien Inhalts enthält sie wenig. Dagegen finden sich in <ler öfTentliclien
Hililiothek uuße« Ihn 'Asäkirs berühnitcj- Ucschicht«; von Damaskus eiiu-
Anzahl unbeachtet gebliebener Monographien geringen Umfangs, die mau-
dmiei Wortvolles endMÜten. Auch in Jertualem habe ieh die »ysli-
duje«, von der unter dem Titel «Bandinta^ aUmaktaba al-||i]id\üa« im
Jahre 1318 (1900) ein Katalog erschienen ist, besucht, aber nur ein sonst
unbekanntes Werk gefunden; in den Privatbibliotheken kein einxiges. In
Konstantinopei konnte ich durch das liebenswQrdige Elntgegenkoinnien des
Herrn Legntionsrats Dr. Gies Zutritt zu den sonst schwer zugänglichen
Büjliütheken erlangen. Ihm sowie den Herren Memdouh-Bey, Kwrak
müdir im Mearif naz.Tri t imd Miinir-Bey, Bahnhofszensor, gestatte ich mir
auch an dieser Stelle meinen herzlichen Dank auszusprechen. Da die Zeit
meinem Aulenthaltes in Koui>taiitinopel nni- knrz bemessen war, .sg könnt'-
ich nicht alle HibUotheken besuclien und inul3te mich auf das mir am wioli-
tigsten erschdnende beschriüiken; ich hofi'e meinen Bericiit später nach
dieser S^te hin ergänzen au können.
In meiner Übersieht habe ich im altgemdnen nur solche Werke be-
radksiehtigt, welche sich in europlischen Bibliotheken Oberhaupt nicht oder
nur fimgmen tarisch finden. Die Angabeji d«^ Kataloge habe ich, wo es
nötig war, bericlitigt und namentlich bei den großen Chroniken und bio*
grapliischen Sammlungen, von welchen einzelne Teile in vielen Bibliotheken
zerstreut vorhanden sind, eine Zusammenstellung der mir a»is den euro-
päischen Katalogen bekannt gewordenen Teile gemacht, welche einen llber-
blick über den erhaltenen Bestand gewährt.
i Allgemeine Gesohiehte des klam.
1. dirawaih Ibn SahridSr (gest 509), Kitab rijSd aUuns li-
'uqalt al-ins. Kairo, Tarit) 48 (Kat. V, 64).
Unser Buch beginnt Fol. 23 der Handschrift und endet Fol. 86.
Fol. 23^ heißt es nach einer frommen EUnleitung:
c
*J\ j^j <^^j i>^^ j\ ««.l^lj *L1juj «Jsi^J •»u-JJ
«iüi Ji\ ^ 4aJ •Ji^\^ <>^J *t5^
HauoviTZ: Auä cieii Bibliotheken von Kairo, Damaskus und KooataaUnopel. 3
23* imten: ^| J) Ä_J j^s»'^, mit einem kageo lanld bis
auf Said Ibn al-MusaJjab von Ibn *Abbi8.
25' jJu J\ ühr'i Ji, dann <\^\ /i,
dann ./waT
w'JMm^ nacb 'Ali.
• 28» ^\ t3yi*l darunter »A-»- /, 28» (immer
mit besonderen Isnaden), 31» ^^Lc, 33' UoH j «-uj, 35' 35»
Jfr 37'AiU-, 40V C;U, 41' ^IfcU^j .^ja^,
41»44Jl .jU-lj AiUl, 43* ^-U«il J>*
44» /i.
55' * Cpj O 56'«itijJ\ ^ (d. i. der Frauen, die *Ätik*
bießeo) uod i^^l^l ß (d. i. derer, die Fätima liieiien).
37r ^ I j^Ol-j»li ebenda ^ J| i^J^\ *U5f ^
fjji nach Ibn *Abbis.
^' iir'^ J>i>«3L-'l ^ j ^Üi ü; ».^1 f '^ und
62' Aäjj Ji.
»
64» ^*U» ^ ^.^U
09' -0:^ eine TradiUuu des
Abu Uuraira.
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4 HoRoviTz: Aus den BibUothckeu von Kairo, Damaskus uiid Konstaiitinopcl.
70^ 71'4,£rund oVjl
71' jik^ Cr, ö\>> 72' 4.t^^ oVjl ß.
72' unten 72^ 4»il5^und oVji Jl.
73r jJ-\, 73'*tS^and oYjl
73» Je- J- jw-l JlJj und ebenda •j'Vjl
74' j i!5^^ ^ 0^ u; »IJJ^ tendesxIdM
Tradition, wonach der Prophet gesagt hatte, das «Cbalifat« werde na/ck
ihm 30 Jfthre dauern, dann komme der •mulkm; Salina hieß BahrSn (nach
Usdal-gälja •Mihrau-), seine Kunja war ^\ j»L
74* ^}^J fCl J^i \j^f Genealogie; Dauer des Chalifals,
Todeadatum; 75*4» er
7r)f .I.i/.id Ihn Mu'äwija. seine Mrjtter, Huldigung, Regierungsdauer»
Tudesdatuüi , Leute, die iu) i>elben Jährt- starben; seine Schreiber.
7S' Mu'Swija Ihn Jaxid , Genealogie , Regierungsdauer, Todeadatum,
. Si^dinsehrift, Schreiber.
76* Marwän (immer daasdbe Schema: Genealoge, Regierongadauer
usw.).
75» 'Abdallah Ihn az-Zubair, etwas ausfuhrlicher.
76' 'Abdalinahk Ihn Maruän; 7<>' Al-Walid Ihn 'Abd al-Malik; Sulai-
niän Ibn 'Abil al-Malik; 77' 'Umar Ihn 'Abdal'a/Iz; Jazid Ibu 'Abdalmalik;
77' HiSäm Ibn 'Abdalmalik; M -Walid Ibn 'Abdalmalik; Jazid Ibn al-VValidj
78' Ibrahim Ibn al -Walid; Marwün Ibn Muhammad.
7a» ^Ul ^ As-SafiTil^, Mutter, Daten der Ueburi, der
Huldigung und dea Todes, seine Weaire, Si^gelinachrift.
78* AUMansür; 79^^ Kurz«* Bericht des 'AbdarrazzKq Ibn Hammiro
Ober Man&iira Befdil, den SttQSn a^'-Ttiui an kreux^en; seine Weaire;
' .Tahjä aUMaqSbiri's Bericht über den ^Innn, der den Man.s{lr cur Gottes-
furcht ermahnte und den sein Kammerdiener töteo wollte«
7*J' Mahdi, seine Wesire; nnjjehlicher Ausspruch Mtihfimmads über
Saffnh, Man>nr und Mnhdli ^80')i über den Traum, der Mahdi an die Ver-
gänghciikeit gemahnte.
80' llädi; 80' Raäid, seine Wesire, Anekdoten über ein Mädchen, in
das er sich verliebt hatte, das aber sein \'ater schon berührt halte; Verse
des Abül>'Atibya.
81' Amin, Mamün; 81* aUMu*ta.sim; 82' al-Wiliq; Ober Ibn Ahl
Duäd uod die Inquisition Ober die Lehre vom Geacbaffenadn des Koran.
82» ANMutawakkU; Ja^js Ibn Aktam über die Hinrichtung dea A^mad
Ibn Na^ al-Hu^l (audi bei T^bari); dann ganz kurz die folgenden ClialiTen
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HoBOViT?.: Aus den Bibliotiicken von Kairo, Dninaskns und Konst.intinopfll. 5
von al-Miintasir (8.V) bis al -Mustazhir (487 — 512)S:)V. Das Buch enthält,
vielleicht mit Ausnahme einiger Anekdoten Ober die Abbassidea, itaum etwas
Neues.
1«. Ibn Maskawaih, Ta^Erib al umam. Konalantinopel Aja Sofia
3116 — 3121. Ihn Maskawaiha Ta^irib al-umani, von welchem de Ooige
in den riaginenta historicorum arabicoram einen Teil herausf^egeben hat,
befindet sich vollständig in Knnstfintiiro|)el. Kin Kairoer Buchhändler,
Faragalläh al Kurdi hat den Plan, das Werk nach der Konstantinopeler
Haodschrilt, von der er sich eine Abschrift gemacht hat. herauszugeben.
Ajn Sofia 3116 »Teil 1» t iithält nnch t'inpm \'()r\vort, in wp!rhein dir
WaW des Titels ^Vl begründet wird, zunächst eiucu ausftihrlichen
Abschnitt über die persischen Könige von jS bis «um leUtcn Sassaniden
Dann wird die Geschichte Muhammads, Abii Bakrs, 'Umars»
'Utmlns behandelt» und der Band endet mitten im Bericht Uber den Kampf
zwischen Mu'fiwija und Xli. Der Band besteht aus 337 Fol., die Seite au
12 Zeilen. Die Schrift — alle Bände sind von deraelben Hand gescliriel>en
— ist ' ' ^rl r deutlich, aber lesbar.
i>117 »Teil II- setzt die Kr/.ählung vom Kampf zwischen Mu'äwija
und 'Ali fort und reicht wüter bis zum Jahre 103. Dieser Band besteht
aus 317 Fol.
3118 ist jetzt nicht zu finden.
3119 -Teil enthalt die Geschichte der Jahre 191—283 auf
337 Fol.
3120 »Teil V* erzShlt die Geschichte der Jahre 284—326 auf
844 FoL
^ 3121 .Tea VU erOhlt den Schluß der Ereignisse von 326 i ^
ßj ftlA> Jfr DoT ^) und reicht bis 369. Die letzten Worte selae
ich her:
i «Jy» ^ (ÄJj-^i JLd£^ <^_» ^J^\ . .
cr*> ^yi j Jtj* (y^^ ü^^J h\y ^A3^
A^V .^1 l VI
Dann heifit es nqch ausdrilcklich y\ 'a\zJ)/\ 4^ U j>T j
(j^ ^y^ ^j Jjf- Q (vgl. daxu Ibn at Allr ed. Tornberg VIII, 621).
Wir haben also das Werk vollständig vor uns.
Von europäischen Handschriften, welche Teile des Werkes enthalten,
AvA beksnnt:
Amsterdam 101 -Teil VI« enthilt die Jahn 196-- 251, folgt also
dner anderen Einteilung (herauag. von de Goeje, Fragroenta historiconim
siatncomni II).
Bodleiana 1 804 .TeU Vlll« enthält die Jahre 345—360.
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6 HoBOVtT7.: Aus den ßihliotlieken von Kairo. Damaskus und Kon.stanuno[iel.
Bibliotheque nationale 5038 (Scbefer) euthält als «Band III« die
Jahre 249 (Knde) his :U5.
tlsciirial ITnl »\ ol. II« hepnnt mitten im licricht iHier die Kntiiel-
schlacht (3(i) und ciidft mit Milljt.'irs Tode (»17). 11 Ko!. scliciiirii Mtrri zu ft-Ulen,
nach der alten arabisclien Paginierung zu schließen. (Die Angaben über
diese Handsdirift verdanke icli der Freundliehkeit C. H. Beekos.)
2. Muhammad Ihn al-*Afimi, Tarib* Konslantinopd » Qara Mus*
talk 3d8:
Qara Mustafi 398 enthält nach dem Katalog ^^JaJl ^jl'. Dieser
riitselhalle Titd heifit richtig und voINtändig — nach der letzten Seite der
Handschrift ^1 O, ^ 5^^'* eine Chronik, welche
mit der hibiiacheii Geschichte bepnnt und von Anfang der ialamiachen Epoche
iwu li Jahren geordnet his 538 reirlit. Die Abschnitte, die den ein/.elnen
Jahren gewidmet sind, sind meist sehr kurz, und der etwa 220 Fol. starke
Band dQrfte kaum etwas Neues enthalten.
Unser Buch ist also identisch mit dem Q ^ angef&hrten ^j»i^Ui>i\ '^J»
3. Ihn aU6aush Tari^ al-mantafam:
Die Binde des Tarih al-muntafam, w^che sich in Konstaotinopel
befinden, sind folgende:
a) As'ad-Efendi 208ö. Der Anfang fehlt; auf dem ersten Blatt nach
dem Titel heifites: ü <^ ci>-^ ^, Der Band behan-
delt die Jahre 22r) — 251 (?); die letzte größere Untti^chriii laut«^ i j
^UJi j\ jö^. Der Hand besteht aus etwa 170 Fol., die Seite zn
17 Zeilen deutlich geschriebener Schrift.
h) Aja Sofia 8002 — ^98.
;5nf>2 enthält «Teil 1. die Vorgeschichte von der Schöpfung bis an
Mul^auunads Flucht nach Medina; am Si-liltiß fehlen einige Blätter*
30(1:^ «Teil II« hrhandelt die Jahre i — :5().
301) l .Teil III. !,»4.andelt die Jahre .^7— 100.
H096 .Teil IV. behandelt die Jahre 101-107.
3096 .Teil Vi. bebandelt die Jahre 285 — 111.
3097 .Teil Vil. behandelt die Jahre 412—520.
3098 «TeU VIII. behandelt die Jahre 521—574.
Die Handschrift ist dentlich geschrieben.
47) &ir-Efendi 716—718.
715 Tdl 1 enth<: die Vorgeschichte, biblische Oeschichte und Le«
genden voxx Heiligen uaw.
710 enthalt laut Nachschrift - Teil III« und schließt mit dem Jahre 567.
Die Blätter sind falsch gebunden , und es sind auch viele dnr.wischcn. welche
früheren Banden angehören, z.B. Ereignisse der Jahre 50 l>ebaodeln.
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Hoiio%tr: Ans den BiUbtheken v<m Koiro, Dunadcos and Konstantinopd. 7
717. Der Band, dessen Anfang l't-liU, licginnt mit dem Jalirc 32 und
schließt mit dem Jahre 95. Am Ende wii-d er als »Teil VI- bezeichnet,
folgt also einer anderen Einteilung.
718 ist von derselben Hand geschrieben wie 71Ü. Er beginnt mit
dem si^ntoi Jahre nach Mubammada Geburt und scbliefit mit dem Jahre 13
(Tod Abu Bakni).
d) Köpriilüzäde 1172 ohne Titel; Aufmig ielilL Das Kriialtene be-
ginnt hn Bericht über das Jahr 9 und reicht bis tum Jahre 36; in der Ho-
graphie des (jr j^,J\ bricht der Band ab.
I17;i beginnt mit dem Jahr 35 und reicht bis 180; der Tit»*! fehlt,
arn S<?ilii(^ nh «Teil II> bezeichnet. Die deutlich geschriebene Handschrift
staaunt aus dem Jahre 649.
1174 Anfang felilt; die vorderen Blntter sehr wurmstichig. F>pr
Band beginnt jetzt am Ende des Al)schnitts ühcr das Jahr •2r»7 und rricht
bis 334 (dieser Abschnitt wird abtT nicht zu Ende getührt). Am Schluß
als «Teil III« bezeichnet: geschi ichcti 714.
1175, Titel: »Teil \'-, beginnt mit dein Jahre 198 und reicht bis 284,
gehört also zwischen Aja Sofia 3005 und 309G, und das Werk ist in
Konstantinopel vollständig erhalten.
Die vier Bände dicker UibUuthek cntstamnien nicht einem einheitlichen
Exemplar; jeder ist von einer anderen Hand geschrieben.
e) Die Handschrift Damaskus Taril) 62 enthüll den Teil des »Mun-
tauim«, welcher mit dem Bericht über die Scidacht am Jarmük beginnt
und hjs zum Jahre 35 reicht. Der Band besteiit aus etwa 165 Fol. deutlich
geschriebenen Textes, die Seilen ku 19 Zeilen.
Zu den bei Broekelmann 1, 502 aufgezählten Mnden: Beriin 9436
{Jahre 297—441); Gotha 1553 (Fragmente aus den Jahren 63—164);
LeideD 755 (Einleitung); Oxfoi^, Bodl. I, 171 (Jahre 96—136); Brit Mus.
353 (Jahr 3311; Auazug); Brit. Mus. Suppl. 460 (Jalire 228—289; diese
Handschrift ist dne Abschrift aus der im Kairoer Katalog \\ 160 be-
schriebenen), kommen noch Paris, Bibl. Nat. 5iK»l» (Sciu fer), enthaltend die
.IrJire 27.' r]i2, und Brit. Mus. Add. 7.320 (Cat. 30;;), w. k li.' Handschrift die
Jahre 58—198 enthält (s* Amedroa in J.K.A.Ö. 1906, ä.861).
4. Sibt Ihn al-<jlauä: MirSt az^-samin.
Vom MIrSt aa^zamin finden sich in Konstantinopd folgende B&ode:
e) As*ad-&fendi 2141* auf dem Titel als jU j>l j*
^J JL^ -njul-H -ia— 1 flJiT bezeichnet. Der Band bcginui
mit dptn Jahre 598 und reicht bis tJ.'- 1 , d. i., wie am Schlu.^sc bemerkt wird,
zum Kode des Werke««, dessen Wrf.i.sstM- ♦>.'} starb. D<t liaml enthält
tUva 180 Fol., die Seite zu 17 /eilen ; etwa '6V Kol. sind vollkommen ver-
wischt und absolut nicht mehr zu lesen.
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8 Hokovitk: Au den BiUiotheken von Kairo » Dtmukua und Ron8tantiDO|Ml.
6) A^a Sofia 3410—3412.
3410 Band I enihUt die Einleitung, die Vorgesebkhte (d. i. bibliadie
Gescludite, Gesdiiclite der Clnldler, Oriecben osw., die OeBchiehte der Ambrr
in der 6shiiyje) und die Oesdiicbte MulHunmads bla su 'Unurs Bekehrung.
3411 b^jnot mit dem Jahre 75 (aber nicht mit dem Anftng des Ab-
schnitts über dieses Jahr, wie 3412 reigt) und fHIu t dann weiter bis zum
Jahre 132. Von anderer Hand geschrieben als 3410.
3412 beginnt mit der Überachrift J\ ^^\J JiJ-i
Jtj im Jahre 61 nnd errilhlt dann weiter die Ereignisse und Biographien
bis zum Jahre 131, entiiäU also — bis auf die ersten 13 Jahre — den-
selben Stoff wie 3411. Dieser Band ist von wieder anderer Hand gesehrieben.
Aja Sofia 3146 enthilt einen -dait mirSt az-zamän*, und «war be-
handelt dieser starke Band die Jahre 654 — bis dahin reicht das Werk
des Sibt Ibn al-6auxi bis jS62. Das Jahr 662 ist aber nicht au Ende
behandelt; ein folgender Band sollte die Fortsetzung bringen. Der Ver-
faner acbetnt nicht genannt au sein.
c) In der Bibliothek Ilakim oglu 'AU Pm enth< Nr. 801 -l eil I-
des Mirät az-zaniän. d.i. die Einleitung und biblische Vorgescliicht«- . umi
pndet mit dem Abschnitt über die Jüoin. Die deutlich geschriebene iiaud>
schrifl ist im Jalire 1041 vollendet.
d) Läleli 2100 enthalt -^Rnnd I«, d. i. die Einleitung und die
biblische rioschiohtc his .Su'aib; deutlich geschrieben.
e) Köpruluzide 1154—1157.
UM» auf dem Titel ata OL» j'i «T^ <>• j^l bezeichnet, beginnt mit
der Oesdildite des j ^ (Ezra) und reicht bis «um Jahre 6 H.
1 1 rjf) , Titt^l : beijinnt mit 9 H. (aber nicht dem Anfanc
dieses Abschnitts) und reicht bis /.utu JaJire 31, dessen Geschichte nicht
zu Ende erzählt wird. Wurmstichig.
1156, Titel: JÜL^l, beginnt mit dem Jahre 96 (aber nicht dem An*
fang des AbaehnittSi sondern der Biegraphie des «jj^t cT und reicht bis
tum Jahre 121, dessen Ereignisse nicht au Ende entXhlt werden.
1167, Titel: ^ i^Ü^t »jJt-U beginnt mit 358 (aber nicht dem An-
fang dieses Abschnitts) und reicht bis 439.
Wie die Übersicht bei Broekelmann 1, 347 zeigt, enthalten Aa*ad-Efendi
2141 und Köprliiazlde 1 1 55Tene deaWerkes, welche sonst nicht voriumdeo sind.
7m den früher bekannten Handschriften kinunu n nun auch noch:
l»aris (Schefer) 5866 (Jahre 358 — 400) tmd 5903 (Jahre 175 — 202). Über
Mönchen 37Sc v;;!. Anicdros' in J.R. A. >S. 190.'). S. 476 Anni. 1.
Die K;iii t)tT liihliotfick etitliält auch (s. Kat. W 57) nls Tai'ih .">öl eine
anonyme Fortsetznnt; von »Mirät az-ramän* in zwei Händen. Band I.
des^sen Anfang tVhlt, beginnt in tlen Bitigraphifu (Ali), die z>nn Jahre 655
gehören, und fuhi-t auf 125 Blatt bis xum Ende der alphal^elisch geord»
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Hoiionn: Ans den Biblfothekan vor Kairo, Daiuadias nnd Koii«tantino|iel 9
nelen Biographien des Jahres (>.')(;. Band II hfi^irmt nach dem Titelblatt,
das ihn als Teil 17 des -Mirät az-zamän« bexeichiict , mit der Biographie
(lex 'Abdan'ahim Ihn Muhaiiiaiad al-.Mau.^ili und eothüU dann weiter die Er»
Zählung der Ereignisse mid die Biographien bis zum Jahre 685. Dieser
Btnd besteht aus 277 Folios.
S. Dfthabi: Tarib al-isUm.
e) Kairo, Tarlb 42 (Kat. V, 21/22).
Die Kairoer Bibliothek besitat zwei Binde von Dahabls großer Chronik.
Dri die Jnhre 145 — 190 in den sonst bekannten Handsclnlflen fehlen (vgl.
Wüstenfeld S. 173, s. aber unten Aja Sofia :W06), so wäre der riiip dieser
Bande, welcher di*^ Jahre 1H1 — 200 lip}iande!t, weni«rstens für i\iv .lahi"e
18! — 190 gpeitjnot, di»' Liiclvf ."iiiszundleii. Diese Kaitoej- Handschrift ist
um so wertvoller, als sie ein Autograph des \ erfassers aus dein Jahre 726
ist (vgl. die Bemerkung lü2a).
Der Band besteht aus zwei Teilen und umfaßt l<i2 Folios, die Seite
«1 23 Zdleo. Teil I, von Fol. 1 bis Fol. 80 reichend, behandelt »die
19. Klasse«, d. i. die Jahre 181--190; Teil 11 reicht von rot. 81—162
und behandelt »die 20. Klasse-, d.i. die Jahre 191—200.
FoL 1 — S'' enthalten eine Aulkihliing der Ereignisse, die zMriaehen
181 und 190 vorfielen; nur die Hinrichtung des 6a*far al Barmaki wird
rin>frihrlic!i behandelt. FoL 8^ beginnen dann die Biographien («J^t j
aU*). Unter den Biographien dieses Teils zeichnet sich durch großen
(Tio&ng die des fiL^j/S ^ jjlil Cr ^\ «us, die Fol. 35' bis 42*
dmiimnit. Die Schrift ist nicht leicht lesbar, und die BlSIter sind vielfach
W UnDjMyllMfc»
h) Kairo, Tarib 644 (Kat. V, 22).
Dieser Band von fiahabis Tarib enthllt Biographien der in den
•Uhren 500 — 030 verstorbenen Persönlichkeiten. Daß es sich um einen
Teil von Dnhabis Werk handelt — der Anfang fehlt — , zeif«;t die Nach-
schrifr Die Pajnnienmg betjinnt mit Fol. 144 und schließt mit 288; jede
Seite enthält 19 Zeilen in recht deutlicher Schrift.
In Koustaiitiiiopel befinden sich viele Bände des Tarih al-islnm in
den verschiedenen Bibliotheken; ich stelle sie hier in der Reibenfolge /.u-
aammen, in der ich sie gesehen habe.
c) 'Umümyje 5015. Dieser Baud des Werkes begiunt mit dem Jahre
451 und schließt mit dem Jahre 700, d. h. also, er ftlhrt das Werk zu
Ende, das nach der Nachschrift im Jahre 715 vollendet worden ist. Die
Abschrift ist in Kairo nach dem Original des Verfassers gemacht worden.
Der Band besteht aus etwa 150 Folios, die Seite zu 26 Zeilen ziemlich
deutlicher Schrift.
d) Aja Sofia 3005 — 3016 unifaCt Teile zweier Exemplare: die
Nummern 3005 — 3014 bilden Teile des einen, 30 M/ 15 Teile de,s anderen.
3005 enthalt <^Bnnd II«. H. i. die Biographie des Propheten und die
Crdguisae der Folgezeit bis zum Jahre 29.
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10 Hiwovm: Aus dm RihKothoken vnn Kairo, Daiiiaskos und Konstantinofiel.
^^Oflf), Der Anfaiif^ fehlt; rilialton ist der J^chluR der Biographien
des Jahreü IhO; darauf folgt »Klasse 19«, d. h. also das Jahr 181, und dann
gelit es weiter bis 200.
3007. Auf dem Titel -Band VUI-, ht giiuil mit 201 und iticht bis 2;J0.
3008 -Band XU- begannt mit 351 und reicht bis 400, enth< aber
nur die Biographien, nidit «ttdi die »Ereignisse«. 1
3009 .Bend XII« (sie!) enthalt die Jahre 401—450.
3010 «Band XV« beginnt mit den Ereigmaseo von 501, die dann bis
550 weitergeführt werden; dann folgen die Biographien bis 546.
3011 .Band XVIII. enthült zuerst die Biographien von 601 bis 620;
die »Ereignisse« dieser Jahre folgen dtnnn nach.
?>012 »Band XIX« enthält zuerst die Biograpliien von 021 bis 640, dann
die Ereignisse von ')21 bis 650.
3013 «Han«l XX« bi'ingt zunächst die üiograj)liien der 'itl — 'iü*'
storbenen Personen (die «Ereignisse« schon in 3012) und fuhrt dann weiter
bis 670.
3014 »Band XXI« beginnt mit 671 und seblieOt mit 700.
3015 enthUt die Jahre 571—700 und 3016 die Jahre 41—120; beide
Handschriften bilden Teile eines Exemplars, das von 3005 bis 3014 ver^
schieden ist
a) KfiprQlazIde 1015—1020 (Ober 1021, das im Katalog fUscblich
ebenfalls als Teil des Tari^ aU islSm bezeichnet ist, s. unten).
1015 -TeU 1« enthalt die Jahre 1—40.
1016 »Teil IV« beginnt mit dem Jahre 51 und reicht bis aum Jahre 80.
1017. Titel und Anfang fehlen. Das Erhaltene beginnt mit dem
Jahre 266 und reicht bis 280. Die Biographien der letaten Delcade dieses
Zeitraumes (271—280) werden nur bb ^y-f' «-^X ^. S^ben.
Am Schluß als »Teil 13« bezeichnet.
1018 (so' auf dem ersten Bktt, auf dem Rand außen «1019«) beginnt
mit wÜt 4LL)\, d.i. dem Jahre 81, und reicht bis 110. Die Biographien
der iHt/tPH »'labaqa« werden aber j)ur bis «LC- ^J {j ^\
(^jLdVI 4^1 gegeben.
lu demselben Baude folgt dann j ^ J\ *J^U der mit dem
Jahre 6ö6 b^innt (d. Ii. tiitt den Biographien dieses Jahres) und mit den
• P^reigiiisspn- des Jabies '570 endet; die Biographien von 661 bis 670
stellen aber nicht luchv in dioem Baude. Am Schluß heißt es:
1019 «Teil XV« beginnt mit 301 und reicht ins 350; die Biographien
der loteten Dekade (341—350) erhtit der Band nicht mehr.
1020 -TeilXXXVI. beginnt mit den Biograi)liien des Jahres 686^
die dann bis 690 weitergeführt werden; darntif folgen die »Ereignisse«
der Dekade 681 — 690. Dann reicht der Band weiter bis 700, d.i. — wie
es am Schluß heißt — zum J:^nde des Werkes.
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Howvm: Aitt den Bibliotheken von Kairo, DamaadiiM mid Konstantinoiiel. 1 1
(KSprOiüxide 1021 wird vom — von spiterer Haod — als j^J»
^Äl! ^'>L«'V1 bezeidinet, wovor eine noch sp&tere Hand geschneben
h;*t. 1"> is! nl)(.'r kein Band des ^"^L-V^ J^'» "v^«'*!'"!' tiiHU-l t!i<- Kin-
teüiuig in »tabaqät* , noch enthält der Ban«i hitigrapltischc Artikel. Die Hironik
begioot mit den Worten ij j-^ <^ wi?»^ ^« und die Annalen
laichen weiter bis 710. Der Schlüß lautet:
cüjT, 1>L^ j > j/Tj jio» jij j-»»^
liq;t hier aUo eio Teil von AbüUftdS*, Mul^tasar fi tsiib a!-baiar vor.
Vgl ed. Konstantinopel IV, 61.
/) RSprQlQxide 1081.
Titel: ^1 JÜWD ^'%^^\ ^^jt ^
Dieser Anhang beginnt mit dem Jahre 762 und endet mit 78G; der
•Anbang- dea Vatera dea Verfassers wird also die Jahre 701 — so weit
fdeht da» Werk dea Dahabi — J>i8 761 enthalten haben. Am Schluß heifit es
J[jll 1^ 47j^ j L ja iJL*> 44 Pol., die Seite tu 27 Zeilen.
g) Dämädzäde Qäcirasknr Muf^amumd Mui-üd 1433.
Diese Bibliothek soll aufgelost sein und ihre Bücher sind nun nicht
mehr au finden.
Ana einer Kombination metner Angaben mit denen der europäischen
Kataloge ei^bt sich folgende Zusammenstellung nach Dekaden:
Jshre
1-10 Paris 626, 1880 Lee 71 KöprQlfiaade 1015 Aja Sofia 8005
11—20 • • •
'21-30 » . • iV|aijofia(bis29)
■'1 — 40' . >
\ 1 —50 Bodl. 1 , Ö52 Aja Sofia 30 1 6
' Die Zaitona in Tonis besitst Vol I nnd den Band, der vom Chalifat dea I.Iasan
bis zum Anranp: der Abbassiden (also 40» 181) reicht (s. Bulletin de correspondance
aDriGÜM 11, p. 21, Nr. 64).
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12 Hraovin: Aiu den Blbliothekoi von Kairo, Damasktu and KonstanlinopeL
Jahrc
öl~f>0
Bodl. 1,652
Koprüluxade 1016
Aja Sofia 3016
61 — 70
•
•
71—80
•
•
81—90
KSpralOzade 1018
•
91—100
•
•
101—110
•
•
111—120
>
121 — 130
•
131—140
141 l.'O
Gotlia 1563 '
i.')i— it;u
-
lt)l — 170 tStraßhurg (unvoUbtiiiHlig)
171 — 180
• (vollständig)
AJaSofi» 3006 >
181—190
Kairo V, 21
•
191—200
Bodl. 1, 659
m
201—210
•
An Sofia 3007
211—220
•
■
221—230
•
231—240
•
241—250
251—260
261—270
Köpiüliizade 1017»
271—28(1
- «
281—290
291—300
•
301—310
Paria 1581
KopraiOxade 1019
311—320
•
3»— 330
331—340
•
341—350
351—360
Gotha 1564
BriU Mua. 1636
Aja Sofia 3008*
361—370
• a
»
«
371—380
•
•
381—390
•
•
391—400
•
•
401—410
Brit. Maa. 1637
Aja Sofia 3009
411—420
•
•
421—430
•
431_440
a
•
441-450
a
•
> EiitbiH nur 143—145.
> ScUiiß von 130.
» Von 266 an.
* Biographien ntir his Mn!aminad Ibn Jüanf.
* Enthält nur die Biograpiuou.
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UoBovtTz: Aus den BibliuUieken von Kairo, Dtanaku und KonsbutiiK^. 13
'Umüiuijje 5Ü15
Jahr«
451—460
461—470
471—480
481—490 Mflnchen 378'
491— SOO
501—510
511-620
521-530
531—540
r.4 1—550
551 — 560
r>H 1-570
ö7 1—580
BriU Mus. lOaK
Kairo V. 22 Aja Sofia 3010
Bodl. 1,649
BriL Miui. 1039
581-590
591—600
601-610
(>1 1—620
621— bao
631— MO
Paris 1&82
Bodl. 1,654
641—650
651—660 KöprQlOzadelOlS«
661—670 . •
671—680
681— üyo Köprülüiade 102U*
691—700
Bodl. 1,656
Aja Sofia 3015
Brit. Mus. 1640 'Umüiuijje 5015
Aja Sofia 3015
'UinGinij)e5015
Aja Sofia 3015
• * llmrunijje 5015
AjaSoHa 3011 und 3015
' Umümijje 5015
Aja «üfia 3011 und 3015
' Umümijjf 5015
Aja, Sofia 3012 und 3015
' Uuuliiiijje 5015
Aja Sofia 3012 und 3015
'Umümyje 5015
Aja Sofia 3013 und 3015*
*Uniüniüje5015
Aja Sofia 3013 und 3015
' l'inümijjt; 501 5
Aja Sofia 3013 und 3015
' Umumljje 5015
Aja Sofia 3014 und 3015
Brit. Mus. 1611, ' Ummnyjc 5015
Suppl. 486
Aja Sofia 3014 und 3015
'Umümijje 5015
Aja Sofia 3014 und 3015
* Nur 487 — 490.
* Die Biographien unr bis 546.
> Die Ereigniase 641—650 noch in 9012, in 3013 folgan dann die Biographion.
* Boginni mit 656.
* Die Biographien von (>(>1 bia G70 stehen nicht mehr in dem Bande.
* Beginnt mit den Biographien von 666; dann die Ereigniaae von 681 an.
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14 Hottomt: An» den Bibliotheken von Ridro, Damtwkns und Ronstantiiiop«!.
6* Aluliiammad Iba .Säkir: 'Ujüo atotawäri||.
a) Damaskus Tnrih i?» — 10.
•13 'Teil I - f'uttiält die tiescliichte Muhammads his m seinem Tode.
■14 * I eil Iii« beginnt mit 132 (Huldigung des ^aflab) und reiclit hi»
zum Jahre 217.
45 »Teil V' beginnt mit 121 und reicht bis 143; wir haben es hier
also mit einer anderen Einteilung des Werkes su tun.
4$ »Teil V« entbSlt die Jahre 71—108, also wiederum andere Ein-
teilung.
47 •Teil VN enthält die Jalire 204 —250; am Schlüsse fehlt etwas.
48 -leil XU« (so am Schlüsse, der Anfang fehlt) beginnt im Jahre
310 und schließt mit dem Jahre 390.
49 »Teil XIII« beginnt mit 404 und reicht bis 437.
Die Nummern 43, 44, 48 sind Teile eines Exemplars.
b) Konstantinopel KöpruliizJide 1121. Der Anfan«; fehlt; Fol. 0 steht
als überschiifl: »Das Jahr 737«; aber dieses und die foljiicnden Blätter
i»ehöreri niclit hierher. Fol. 23 bej^innt das Jalir 072 und die Ami&leu
reichen dann ordnung.sgeuiäß weiter bis ♦is7.
Von europäischen Bibliotheken enthält: Gotlia 15ü7 den biographi-
schen Teil des Jahres 297 und die folgenden Jahre bis 337; Paris 1586
die Jahre 21, 22; 1587 die Jahre 80—123; 1588 die Jahre 218 (Schlu6)
bis 250; BriL Mus. Suppl. 472 die Jahre 404— 437; Cambridge 697 die Jahre
11—52; 698 die Jahre 505—555; 699 die Jahre 735— 760.>
IL Geschiclitliche Monographien.
A. Hnhammad und die Alidea
7. Ibn Ishäq: KitSb al-mngäzi (angeblich).
a) Küprüliizäde 1140 entliiilt nacli dein Katalug das
des Mubammad Ibn Isbäq. Der Titel in der Uandsehrift lautet:
er
Der Katalog druckt diesen Titel nur bis jL.. ab , wodurch der An-
.sehein erweckt wird, als wenn das intakte Werk des Ihn Ishäfj voilit-;^*'.
Nur in den Üherstluitten der 11 Teile, aus vveli-hfn dicst r linnd hestt ht,
ist der Titel des Buches (^jUJli; diese Überschriften scheinen alle erst
spiter hinsugefiigt worden au sein. Im Texte selbst heißt das Buch^ji«'«
' Die Angaben in Uibliotlieca italiana Bd. 40, p. .''2 uiui hei I.e*^, Catalogue
Nr. 72— ^ 72b huMen nicht erkennen, welche Jahre die betreffenden Handacfariftea
entbalteu.
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HoBOViTz: Aus den BiblioUieken von Kairo , Daniaskus und Konstantinojiel. 15
»0 c B. «tn Sehluß jl 4ftt J j^j JL^ '/TO*
Der \\wv l>(!\v:ilirtf> Hniul enthält das Werk bis zu dem Abschoitt über die
Ungläubigen , die bei Badr fielen.
b) Ebensowenig enthllt Fitib 4399, als dessen .Titel der Katalog
angibt, den ursprQnglicIien Ibn \dßx{. Vielmehr
haben wir es in dieser Handschrift mit einer persischen Prophetenbiographie
la tun, in welcher es oft heißt (j\ J^^j^ Daraufhin macht d^
Katalog den ibn l.s^äq zum Verfasser.
Wir besiisen also auch jetxt von dem Werke des Ibn Lsljiuq nur das
eine Blatt, das die Sammlung »Papyrus finhersog Rainer« als Nr. 665 be-
wahrt (s. Führer S. 174). Zu dem Titel des Werkes vgl. Hartmann, Der
islaausehe Orient I, 3S— 34.
8. Wiqidi: Sijar (angeblich), Konstantino|)cl , .^u Sufia 3245.
Aja Sofia. 3245 wird im Katalog als (^oJt j!i bezeichnet, wohl
weil Waqid! sehr h&uQg» vor allem aber noch gegen Ende, angeftohrt wird.
Ys ist aber ein spätes Werk Aber den Propheten, in welchem neben Ibn
Lsiiäq, Mnsa Ibn 'Uqba, Ihn HÜSm, Wüqidi, üu^järi, dem Imum Abmad
auch Suhailt, Baihaqi, TsbarSnl u. a. zitiert werden. Es ist nur fragmen-
tariseh «halten, beginnt mit den Kapiteln jLiiVl ^j^i «j <^ und
Cj und endet mit dem Kapitel ^ j ^
9. I bn 'Abdalbarr, Kitäb ad-durnr. Kairo, iärilj .'iJ.i. Kat. \', »iJ.
Üer Titel lautet: tfl jwJ|j t^jULI jLtti-i j jjJ^\ Ji^
• • m ^
Das Werk, das 155 Folios umfaßt, enthält nur die CJeschiLliti; Mu-
hammads von der Sendung («1«^) bis zum Tode, wobei natQrlich auch die
Mt-ä/.l ln-rncksiclitlgt sind. Die Schrift ist sehr deutlich, aber in der zweiten
Hälfte fehlen häufig die diakritischen Punkte. Als Quellen nennt dfr Ver-
fasser in der Kinleitunp; (Fol. l"") Miisä Ibu 'Uqlia und das Bucli de» ibn
in der Kezeasioa des Ibo HiSäm.
10. Ibn 'Inaba: ßaljr al-ansäb. Kaiiu, Tarib 39 (Kat. V, 17).
Die Oberscbrift lautet: Kitib babr at-analb li-muallif*umdat at-tälib. Die
Handschrift ist anpaginiert und besteht nach dner Angabe auf don letzten
Blatt aus 138 Folios. Der Verfasser der **umdat at*|Slib* ist (s. Wflstenfeld
Nr. 470, Broekelmann II, 199) Ibn *Inaba (f 828). Da die •*unida< die Ge-
nealogie der 'Aliden behandelt und in mehreren europäisclum Handschriften
i^gäagUeh ist, so gebe ich liier nur eine kurze Übersicht der Kapitel,
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IC HoROvrrz: Aus den BiblioUicken von Kairo, Damaakos und Ronstantinopel.
vvolche nicht die 'Aliden ix-liandelo ; die Genealogie dteier letateren nimmi
etwa neun Zehntel des Werken ein.
Kap. 1: Genealogie des Iläsim.
Kap. 11: l>ie Kinder des llaSim. 1. Abschnitt: Die Naciikoiniiien des
Abdalläli Ibn 'Abd-al-Muitalib. 2. Absciinitl: Die Nachkommen des al-^lürii^
Iba 'Abd-*l-Mat{ftlib. a. Absehoitt; Die Nachkomiiieii des Abu Laliab Ibn
Abd-al-Mttttalib. '4. Abschnitt: Die Nechkommea des Xbbis Ibn 'Abd.«U
Mu(|alib. In diesem letzten Abschnitt, der von FoL 8a bis 14 reicht,
werden die Abbassiden and ihre m&nnKcben 'Nachkommen au^eflihit,
manchmal auch chronolo^sche Angaben hin/.ugeftlgt. Dann folgt: 5. Ab-
schnitt: Uber die Nachkommen des Abu Xälib Ibn 'Abd -al -Muualih mit
vielen Unterabteilungen. (Dieser Abschnitt reicht bis aum Ende des Buches
[Fol. 136 b].)
11. Xbdarrabmän Ibn ^asau al-U^hüri: Ma§äriq al-anwär.
Kairo, Tarib 436 (Kat. V, 150).
Verfasser und Titel dieser Schrift — jU.y\ jT J j\ y V
— sind auf Fol. 1* der aus 34 unpaginierten Blittci-n, die Seite zu 21 Zeilen
bestehenden Handschrift angegeben; der Name des Verfassers lautet dort
iSj^J^^ <JA\ (PULI U:U\ y\ iSJj^^"^ o^J\ ^ (vgl. Brockel-
mann U, 294) gest. IldS.
Bäh 1 behandelt die Genealogie und Geschichte Muhammads.
Bib 2 (FoL 3'— 9') handelt Qber seine Eigenschaften, seine Nach-
kommen und Frauen.
Bib 3 (Fol. 9'— 11^) Qber die vontQgUchen Eigenschaften {\»\^)
der Nachkommen des Propheten.
Bsb 4 (Fol. II*— aö"") aber -die Iliupter der Familie des Hauses*
(«ijJi Ja\ » die in Kaiit» begyaben sind; auerst wird dber 'AU und
Fatima. ^asan, l.Iu.snin, Zaid Ibn 1\11 Iba al-Qusain, dann über die Siyjida
Zainab (20'') und die anderen in Kairo begrabenen 'Aliden, auletat Uber
den Imäni as - Sali i gehandelt.
Jjätima '26": über die Asrüf, welche nicht durch einen Ortsnamen
näher bezeichnet werden ^J^^Vl» c/J*-^' *-*l^Vi (j*
Es handfit sich also durchau.s nicht hauptsächlich um »die in Kairo
begrabenen unbei ühiiitt n 'Aliden , wie man nach dem Katalog glauben
konnte, und das Schrittcheu hat kaum viel Wert.
B. Ähü Bakr, Utman und die Zeit der Omajjaden.
12. Ibn al-Üiäri: Kadäit Abi Bakr'. Kairo, Tarih 424
(Kat, V, iOü).
» Vi»l. K^iJ\ J*-»^ i.Ji^\ von RndätiT, gest. 1093 (Cod. Lbg.
'.115, Alilwatdi i,72fr.), wo -XJ^ (!) jV ^^j^^ ^} J-**^*-«-»
imter deu vom Verfasser stndiei-ten Werken sitierl wird.
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HouoviTz: A.as den Hibliothckcu von Kairo, Damaskus und Koostantinopel. 17
Der Verfasser Al)ü Talib Muiiammnd Ibn Ali Ibn al-Fath, bekannt
ais Ibn al-'ü§iri' hat die in dieser Sammlung vereinigten (*l)ei liefcningen
im Jahre 446 gphört. Das ScViriftchen behandelt fiiif 10 Fulios die -Küdnil
Abi Bakr«, wobei Jede Tradition ihren besonderen l.snäii hat. Ks hantleit
sich meist um AusspiMcli*! Muhammads, welclie dem Abu Bakr Lob sj)(Mi(l*»n,
ihn als den reclituiä Bilsen Nachfolger Muhauunads hinstellen, ihm den Kin-
tritt ins Paradies sichern usw. Auch «Genossen^ und Mitglieder der Familie
desM sind mil AuasprQchen vertreten, welelie den Abu Bakr rOhmen usw.
Das meiste ist wohl auch sonst bekannt und in den Abteilungen derTraditions-
werite Ober die »FadlU« tu finden.
13. Mudiainmad Ibn Ja^^ji: Kitsb at-tamhld. Kairo, Tarib SSm.
(Kat V, .37).
Atif der Irt/.ten Seite der Hand>'fhrift , welche aus 248 Seiten zu
19 Zeilen /.iemlich deutiiciier Schrift lu^slehl, .stehen der Nnme des \'er-
fa.s.sei-8 und der Titel: Miihauunad Ihn .lalijä fll)n MnliiuunailJ Ihn Abi
Bakr, ktüb at-uu)liid wal bajün fi mni|tal iis-.sahid l'iuiän Ibn Afian (vgl.
Brockelnuinn II, 259). Der Verfasser war Kadi in Granada und fiel 741.
Als seine Quellen gibt ,er Fol. l"" an: Ibn 6a*d: Kitäb at-tabaqät; Saif Ibn
'Ulnar: KilSb al-futüb (vgl. Wellhausen, Skixzen und Vorarbeiten VI,
S. 4— 5); Abu Bakr Mu^unmad Ibn aKHiisain al^Ä^ni (gest. 360): Kitäb
al>§ari*a (diese Schrift scheint sonst tmbefcannt xu sein, eine andere Mono-
graphie desselben Verfassers s. weiter Nr. 16} ; *Umar Ibn Sabba (gest. 262):
Kitäb al-maqtal (Fihrist 112 nennt es Kitäb maqtal 'l'tmün); Jbn al-A^ir
al-Gazari: Kitäb [al-kämil fij at-taii^ »und andere berühmte suverliasige
üesdxichtswerke • .
S. 2 — 4, Kaj). 1 : ('her 'Ulmäns Abstflininmi^ . Kinder und Frauen.
S. 4 — 5, Kaji. II: über seine Bekehrung und lligia (nach Ibn Sad).
S. ö, Kap. III: über die Huldigung und die äüi'ü; S. ü 'Umant Er-
mordung naeh Amr Ibn Maimun; S. 7 fiber 'Utm&ns Wahl zum Chalifen
(Saif Ibo 'Üiiiar); dann kleine Traditionen 8. 10 FadiÜl *Uniar; S. 14 wie
Ka'b al-ahbir dem 'ümar das MürQrrertutn prophexeit hat (nach Ä||nrri
Kitäb as-§ari a) = Tab. I, 2722 ->25i, (beidemal geht der Baicht auf
Ätika surfiek); S. 16 Klage der 6inn fiber 'Umar; S. 17 Tod des Uurmuzln
(nach Saif); S. 17 unten bis 18» = Tab. I, 2797, . S. 19 (Ut Jlj) bis 20«
= Tabb280Ia_,,; dann Verse, dieT«bari auagelassen hat; 8.21 waa'Uimän
tat, als er ChaUf wurde; 8.23 Sa*d Ibn Abi WaqqSs in Kufo usw. = T«b.2865tt
Ws 2867, , 2802j^„ ; 8. 28|o— 2\ Briefe des *ütinto = Tab. 2802,^—2804»^;
S.25 '*iLJ\ jj^ SUJI Jl = Tab. 2842,— 2843,.
S. 2<;, Kap. IV: ^ Olp \^ Lj j •
Zuerst nur sumoiarisch. S. 27 — 35, = lab. 2811,4 — 2813, (es wird immer
^ 8iQ&fI Lobb al-tubftb: ^ V..>J<> sJ^y\ c^^L^I;
S
m <
^jtlc- lieiüt näiitlich: decern cubites iongus.
1907. ILAbl. S
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18 HoROviTz: Aus den Bibliotheken vou Kairo, Damaskus» und Konstantinopel.
Saifs Buch zitiert und so finden sich im einzelnen zahlreiche Abweichungen
von Tabaris AnszuKen). '>840,,_2847. , i-« 1 r — 2848^,; S. 35. mehrere
Traditionen zum Teil nach Miisnad Al.ini.ui ihn Hunlial; iS. ^Ui . — =
Tab. 2849g— 2850,; dann — äS, Verse des Ahn Z.ibaid über nl-VVaiid;
S.38,— 42« = Tab. 2851,,— 2856,5 S. 42^—46, jfij C^^J^Jl
sum großen Teil nach Saif.
S. 46y — 48^ iSiunmarischfi (Ersieht über Ereignisse der Jahre 30
und 33.
8. 48,^.54,, rr^ Tab. 2941,, ff., dann 2907,^—2914,5.
S. ^ Tal.. 2^27,,— 2yiU,; Ö75_,j = Tab. 2935,,
S. 57,, — 58, zwei Traditionen, die Tabari nicht zu haben scheint.
S. 58«— 58,^ = I'ab. 2935,c'-2936„.
S. ö8,g — 59,, ^j* ^ • (j\ -^3 S^^'
S. 59,1— t>Hjs = Tab. 3032,,— 3037,; 8. ti3„_„ noch Verse des ^
a 64,— 68. = Tab. 2922.-2926,,.
S. 68,-74« =5 Tab, 2858,,— 2862,,, 2895«— 2896,,.
S. 74« — 70,7 nicht bei Tabari (?).
S. 76„— 79, — Tab. 3026, 3027,«— 3029,,
S. 7^3 _,« scheint nicht bei Tabari su stehen.
S. 79,«— 81, = Tab. 3029,«— 3030,,.
S.81,, K*p.V »y^J Ol jU fi,
&81, Traditionen fiber *fitna» (allgemein); S. 82,— 84. (^ ) =:
Tab. 2941,,— 2944,.
S. 84,-86, nicht bei Tabari; 8. 86,_„ = Tab. 8146,«. „; S.86,, bis
95„ = Tab. 2944^—2948,, 2949,-2054«; S. 95,,— 98„ (meist Briefe 'Ul-
mlns) seheint nidit bei Tabari zu stehen; 8. 98„— 104pu. — Tab. 2954,«
■ bis 294I2,.
S. 104 pu. — 105,, nach Ibn al-Altr, Chronii^; S. 105,,— 107, naeh Ibn
Sa'd (Tabaqät).
S. 107, bis ult. =^ T^b. J i^jari scheint den Bericht in der
Mitte abgebrochen zu haben, der hiei- S. 108, — 109ult. weitergetuhrt wird.
S. 109 ult. — 1 13«, nach 8aif u. a. , enthalt, wie es scheint, Nachrichten,
die Tabari nicht hat.
S. 1 1.3« ,5 = Tab. I, 3008, ^.
8.11;'.,,. Kap. VI ^ J6 ^\ j 0^ ^ ^Ui ^Ül.
8.113,2—114, nicht bei Tabari (?); 8.114. — 117,3 aus Ihn 8a'd,
Tabaqät; S. 117, , ^118,, nach Saif; S. 118,,— 121,, ^ Tab. 3012,^
(nur 121,_ , aiclit bei Tabari); S. 121,,— 122 ult. aus Ibn Sa'd, Tabai^at.
S. 122 ult., Kap. VJl Jl^fr Ji j ^Ul ^U-
8. 122 ult. — 125« anonym, wörtlich nicht so hei Tabari; S. 125^ bis ult.
aus Ihn Sad; S. 126,— 128,, = Tab. 3012,,— 3016, (aber kürzer als Tabarij.
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Hoioyin: Ana dec Btbliotbakeii von Kairo» DuMokn« und Kotutontinopol. 19
S. 128i, — 129j| = T*t« 3003, ff., aber später doch viele Abweichungen
und Zo^Ltie.
S. 129„— 131. = Tab. 3016,^3017i,; S. 131._„, über *Abddlih Ibn
Saüms Rolle bei der Edtnordung des 'CJ^miii.
S. 131,r— 132t » Tab. 8017,, S. 132,^|« nicht bei Tabari (?);
S. 132,, — ini^, narh Ihn Sa'd.
S. 134j,— 135,, = Tab. 3017,,— 3019, j S. 13ö|,— 136, nach Iba al -Mira
Chronik.
S. 13*5, Chronolof^isflioü (anonym); dann über Tltnäns Vermögen nach
Ibn Sa'd; S. 137 nach Ibn al-Aiirs Chronik; S. 137ult. — I39j nach Ibn
Sa'd, Ta^MiMiit-
S. 139i— 140j„ = Tab. 3049,— 3050,; S. 140,^^,^ nicht bei Tabari.
S. 140,4— 14 1( n>c')t bet Tabari, nach Saif (?); S. 141,— 142,^ wie man
'UtnwDs Ermordung bereute (mehrere lanSde).
14-J,. Kap. Vm <S>^ j\J^j <L ^ j ^Ul. Ki-st
Ciironologisches uhne Isnäd, dann t>. Sail' über eine angebliche Pro-
pUezeiuDg betreffend die Regierungsdaner von Muhammads Nachfolgern.
zuerst gieicii i'abah 3Üö<S,_,,, daim
aber novit weitere Angaben.
S. 14')^— IH;^^. Kap. IX kJJj <Ju> ^^ o^^U
zum Teil nach Ihn Sa d.
zuerst ohne
Isnäd, dann ein Abschnitt «wie Muhammad den 'Uimän mit seiner Tuciiter
verheiratete« nach dem Buch des al-A^urri, bis 148,^; S. I IH,^— 149,, wie
'ülmän gleich nach Mu^animad.s Ankunft in Medina dort den Brunnen
K&ma kaufte (nach Nasü und Tirmidi); S. 149, ji^ jfr Ja
jjt nach Ahmad Ihn ^anbal (Muanad) bis 151,; S. löl^ — 152 ult. warum
'Utuiän nicht an der Bai at ar-ridwän teilnahm, nach Ahmad Ihn lianhal
(Mu5nad) mid Buhär?; S. 1 52 idt.— 1 53^, M "Jl AJ^\j »L-»- Ji
nach Ahmad Ibn iianbai und Buh^«
8.153,, j^j j*J\j Wl» U^rU nach Zaid Ihn
.\slnm, dann sadi Ahmad Ibn ^anbal (Musnad) bis 155,.
S. 155,-156« jCf- j j V • jjW» Jl nach Ahmad Ibn
Haabal.
S. 156,_,B ^ yi*- j 0^ ^J=^ nach Ahmad Ihn ^anbal; S. 156,,,
bis 157, Jf' 4* jU( U nach Ahmad Ibn llaobal; 157., bis
159^ l jLl) Jl nach Bul^, 9ahih; 159, bis ult.
J^ij\ verschiedene kleine Traditionen « zum Teil nach
Ahmad Ihn Ifanbal; 8. 160,-161, 4ttl J^j S^^U« Jl nach ver-
Google
20 HoBOvm: Aus den Bibliothekctt \ uu Kairo, Damaskus und Konstant inopcl.
schicdenen Quellen (Bu|)Sri, A^Miiad u. a.); S. 161, — 162^ wie *Utmän bei
Tabük di« Kosten fllr die AusrQstung des Heeres xahlte, Qacii verschiedeaen
Überlieferern.
S. — 1^4, ^ AhtiiRd Ihn Hanbals Lehre QIht das •tafdil« (d.i. die
Frage, wer von den »Genossen« der voi-züglichste sei usw.).
S.164(«— 166. (>ü| J\ JS, inehrereTnuliUoiieD.
S. 166,,— ir.i),, Ji <a\ Jl^ die Aussprüche
der einzelnen (jcnossen iuuucr mit be.sonderen I.snüden.
8. 169,— 17-2, j JM^Vl Jl, Vene der Dichter
fiber 'Uj^iuln und und die Ansichten der venetuedenen Sekten, IJiri-
^ten, Zaiditen usw.
S. 172,-175, 4A\ J^j 0^ J-^ J^i ^-i'« was die
Genossen zugunsten des Ulinän gegen seine Ankläger vorbrachten, mehrere
Traditionen.
j\Xf'')l\j. In diesem Abschnitt werden die EinwttrÜe der «räfida und
mulbUla« gegen *UtinSns Verhalten der Reihe nach widerlegt unter der Formel
k)^ jU («wenn behauptet wird«)... Jj^ ("sn erwidern wir«).
8. IS.'),— 192,^ jic^ ui ^ U meist
nach Sail" Ilm ' Umar.
8. l>s;>,„— 190, -= Tab. 3255,_ 190^— 191,, = Tab. 3200,— 3252,,
auclt sumt noch einzeliu-^ uiit T&barl Qbereinstimniend.
S. 192,-204,. Kap. XI jUiVJ \ Jj \^ f^^f^ vM*-
S. 192, „ == Tab. 3060,0—3061,; S. 1 95, j— 196, = T»b. 3063,— 3064,;
S. 1964,-196 ult = Tab. 3061,,— 30624} ^^'^x-* = Tab. 3064^^1,;
8. 197,„— 198,5 = Tah. 3062«— 3063^.
Die Dichter, von denen <liese>" Abschnitt fnußer den auch bei Trih»rl
zitierten Versen) Gedichte enthält, sind: Al-W'alid Ibn Ka' Ii 11 it
Mälik. an-Nadr Ibn nl-Härit, Hassan Ilm ^äbit, Azhar Ibn bubll^an,
'Abdall.th Ilm Wahl), aI-M\ii;iia Hm al Aljnas.
ä. 204,, Kap. XU Äi-Vl ^ j jls^ ^\ J^\,
S. 205 Über den Tod des Mälik Ihn al- AStar; S. 206 Tod des
Mubainmad Ibn Abi Oaki und Kiuäna Ibn BiSr; .S. 207,, über den Tod des
Talba und Zubair; .S. 211,. Tod des Ammär Ilm Jäsir; S. 212,, Tod di >
Anir Ibn al-l.Iämic); S. 213, ^ Tod des'Umair Ihn Däbi und de^s K»iniail Iba
Zijäd; S. 216 Tod des llurqns. Meist sind in diesem .\bsclinilt keine
QucUcn zitiert, gelegentlich wird aber z. B. Gal.iiz ungeitilirt.
S. 217 oben ji^fr Ji jU ^ Jl -, Aussprüche Alis und anderer»
die 'UtmSns Ermordung verdammten (mit Isniden).
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Ilosovrrz; Ana den Bibliotheken voa Kairo, Oamaakna und Koiulantiuopcl. 21
S. 218|»-*220t, j iSJJ U; meut Ausxnge aus deni
Boche des Abö Bakr Ibn al-l^usatn ftl^A^irri.
S. 220,7 0^ ij*** «-»^; nach al-Äj^urri und Abiiind Il>n Hnnbal
Musnad (dieser von 222^ bis 223,J; i>. 223^ — 225^ eine Erörterung des Ver-
fassers Ober die Frage, inwiefern die Ermordung ' Ulinina ein größeres
Ung^fidc war als Hie des *Um«r usw.
S. 22.% — 227,, Aussflge aus Äj^urri Ober 'UimlDs Vorzl^e.
«. 227,j--248 J^\jJ\ j SÖJ; eine Streitschrift des Ver-
Ikssers gegen die KawüfKl mit einer Auseinandersetzung ihrer Lehren und
xahlreicheo Tätaten aus Gä^^ und anderen Scliriftstellern.
14. Al-Ahwäxi: Sarb 'iqd ahl al-imin H Mn'äwija Ibn Abi
Sufjän. Damaskus t Ma^Kmi* 129. Der BammellNind 129 entliilt u.a. eine
Schiift, auf deren Titelblatt man liest: -üc ^j-^ sj*
von Abs Ali al-^asan Ibn j^li Ibn Ibifhim al-Ahwäzi. Der hier bewahrte
Teil enthalt eine Zusammenstellung von Traditionen, welche Mii'iwija vom
Propheten überliefert hat. Jeder Tradition ist ein >l>äb« ^(;\vidmet» und
meist wird sie in zahlreichen Versionen wiederholt. Manche dieser Tra-
ditionen haben pn|iti«;r!ip Tfiidfiiz ; bei rinderen ist sie wenigstens ohne
weiteres nicht zu erkennen. Jedenfalls ist diese Sclu'ift ein Dokument des
omajjadischen Hadii. Sie besteht aus 30 Folios, die Seite /ii 27 Zeilen, nicht
sehr deutlicher Schrift; das gan/.e Werk — hier haben wir ja nur den
24. Teil vor uns — mu0 also ziemlich umfangreich gew^n sein.
Die Hadite des Mu'ftw^'a ihn Abi Sufjin stehen Im Musnad Abmad IV,
91 — 102 xusammen/ Der Verfasser unserer Sdirift ist (vgl. Brockelmann I,
407) 362 geboren und 446 in Damaskus gestorben.
15. Abu'l-Qäsini 'Ubaidalläh Ibn Muhammad as-Saqati:
Fadiil Mu'äwija. Damaskus Ma^ämi' 2:'».
Der Sftmmelband 25 der Damaszener Bibliothek entbilt als Nr. 2 ein
SchriAcheu, auf dessen Titelblatt es heißt:
Vj& besteiit aus H Folios, die Seite zu 23 Zeilen, und enthalt eine Zu-
sammenstellung von Ijadiien, in welchen MuliHnunad, Abü iiakr. 'Uuiar u.a.
den Mii^w(ja loben oder Ersühlungen , aus denen wwt» Vorzüge und Ver-
dienste ttviehtlieb sind und vom Propheten anerkannt werden; auch daß
zwischen ihm und *Ali spiter ein Zwiespalt eintreten wird, sagt der Prophet
Rudäni (ßerün. Luidheig 015) kennt -Fadail Ma'awga U-Abi1-Qiaim
Alnlailäh Iba Moi^iuumad aa-Saqail*.
22 HoBovm: Atu den Bibliotheken von K«rOt Damaekiw and KontUntino|>el.
voraus. Nach (iulfJyJIier (Muhainuietianische Studien ll,4t>) liflt das Volk
• in Dauiaskuji iiucli von NasSi (gest. 303) Hadiie verlangt, die dem Mu'iwija
zur Ehre geretchten. Wir sehen hier» dtiSi Schriften dieser Tendenz sich tat-
aiehlich in Damaskus erhaften habMi.
16. Abu Baki Muhammad Ibn al-Husain al A^urri: A^bär
'Umar Ibn Xbd al-Axiz. Damaskus Ma^i* 30.
Der Sammelband 80 enthSH an erster Stelle ^ 3^
-LC- von Abu Bakr Muhammad ihn al-Husain Ibn 'Abdallah ai-A^urri.
•
Jede einzelne Uberlieferung hat ihren besonderen Isnäd. Das 8chriftchen
besteht aus 21 Folios, die Seite zu 15 Zeilen, nicht leicht lesbarer Schrift,
der sehr vielfnch die diakritischen Punkte fehlen; eine Einteilung in Ab«
schnitte iindel sich nicht.
Brockelmann I, 164 ken/it der» Veriasser (ßc^i. ^5*)U) aLs iaüili.schen
Rechtsgelehrteu und Verfasser von Schriften über l.iadii usw. \'gl. auch
oben Nr. 13. HH210 erwShnt unsere Schrift.
17. Al-Baijäsis aI-i*lSm biUhurQb al-wiqiat fi sadr aUislIm.
Kairo Tarib 599. Kat.V, II.
Dieses Werk, dessen Verfasser Abu*l-Ha^^ Jüsof Ibn Muhammad
al-BaySn (gest. 653) ist, bestdik aus zwei Bind^, die hier nicht ganz voll*
stSadig eriialten sind. Unter den BQchem, die der Verfasser als seine
Quellet! zitiert, Nerdieneii besondere Erwähnunj^ «das Buch des Düläbi-,
womit jedenfalls die -Aljbär al-ljulafä. (Hl] 193) des 320 gestorbenen Abu
Bisr Muhammad 11)11 Ahmad ;id-I)ni;lbi ^empint sind und »das Buch des
TT.mlial • , das ist die Chronik des \hn Ali Hanhal Ibn Ishnq (p^est. 273).
eines Neffen des Imaui, üht-r welche man Wüsienfeld, Gwchielitschreiber
Nr. 70, vergleiche. Wer der Veriasser (Vol. Ii, Fol. 7*
des ebenfalls hlufig zitierten «KitSb al Muztfbr« ist, konnte ich nieht
ermitteln.
Vol. I (Kairo). Fol. 1 hp£»;iniit mitten im Bericht über den Kampf
zwischen Mti'äwija und 'Ali, speziell Uber die Einsetzung des al- Aitar zum
StatUialter über Ägypten.
6^ wird Xabari auagezogen (in dem Abschnitt «ttti -UP V^J'*
jJi^\ jjif" er), bis Fol. 15' scheint dann alles aus Tahari zu atammen,
15' Mas*ndt, 15^ MadSinf fiir eine kurze Bemerkunp^, dann in dem Ab-
scrmitl ^ ^\ j ^ J-^ '\J^ i^.y^ 1"'^—-"''^ ^'i'^" Pol-
Abu '\bd ar-Rahmän as-Sulauii zitiert, sonst, wie es .scheint, kein Isnäd.
nur Fol. 20' eine Nachricht von Al-^asan al-Basri. Fo1.20'^^jIm Af^y
J\ i^j) O, r^, ; Abschnitt ist im wesentlichen gleich T«b. I,
3450 11. . euihüit alirr Verse, die Tahan nicht haU
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Uomvm: Aim den Bibliotliekeii voii K«in>, OaiiMskiu ond Komtautinop«!. 23
^ O, ^•^«P'» ^"'^ Bericht des Abu
Mlbnafv den auch T^b» 1* 3453 benutxt, aber BaySsI hat mehr davon.
24' «_JU» (J^ Cr (V- Vieln entspricht genau dem Berieht bei
'\a.\>. I, 34ö6fr., ohne daß aber ein Gewährsmann geuanut wäre; außer-
dem sind endere Quetien benutzt, z. B. das Buch des Abu Bifir ad-Duläbi
(25^ unten) Wlqidl, MadSini u.a., dann wieder Tabari.
aus Mas'udi; Aussprüche von AU usw.
30' Je* 0: Cr^\ darin
31' t^j/fc Jl ^jff- ebenda ^j^L^ 31' jVj-^ii x^,y\* 32'
JUwi Ol* JJl». ytTund yjiJ J< ü: J^[6.\. JaqCbi] an-
32» l y^ll (j- j\ ^ fast ganz nach T^ib II, 1 1 ff.
33^ JUui» <> 4i jU zum Teil gleioh Tab. II» 71t
34' c/^l J^; ^"erst gleich Tab. 11, 10,
dann vieles über I^lauura Ihn Wadl*.
35» IjAS fCl j <ji (rJj^S »«s*» Madsini.
86»— 48» jli ^ Jä ^ ^ \yM.\ \yi^cr jli
= Tab. II, 17 — 21, "28 — dann noch Aussjjiiu'lic des Mustaurid nach
Mubanad (Kämil). Dieser ganze Abschnitt enthält also nichts Neuejs.
48* ^^U' ^J • ilj j ; nach Mas'ild! (Murü^; und Tanbih), Abu
Bür ad-Düllbl, Abntad Ibn Abt Ja'qüb, Baläduri.
50' ^ 4^ jbj f J*^* neeh Tftbari, der auch genannt wird.
51' jUL« ^ jl3 J^ocil«'!; nach Abmad Ibn Abi Ja qub,
Masüdj, A hü Libaida.
53' • ^bj VVj} das meiste nach Teb. 11, 71 — 81, dazwischen
mehrere« nach MadStoI, 6ibi9 und (58') dem Buche des Ahmid Ibn Abi
Ja'qüb.
^ f jJ^ -s^. iy^i^ Cr er J\ JU. J naeh Tabari.
iVS' :iVj ^ wJ\c Cr ^3
59' Km^ O »lij '^Si\ ^Vj; nach Madiini = T«b. II,
87 — 89 [BaijSn scheint immer direkt aus Madiini zu zitieren, was Tebari
ihm durch Vermittetnng des *Umar Ibn §abba entlehnt].
60» ^ybj Jjj^l j13 wJil» ; nach Abu *Ubaida — Tftb. 11, 94—109,
aber manches bei Uaijäsl verkürzt; dann 63' Abu'l-Farag al-I>faiiani (Agäni)
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24 HoHovm: An» den BibliothekiMi von Kaim, Domaskos and Rons(Miti»(»|)el.
und (oben) Ibn Duraid zitiert} der ganze AbscJmitt enthält nur Be-
kanntes.
(unten) ö jüj il»^; nach Madäini (= — lt>Ü), dann
{64' oben) Abu Bi§r ad>Düläbi und Wäqidi.
65' (^JC53i ^ Cr, = Tub. 11,
♦)7' ./^ ^_/« *^J'f nach Abu üisr ad-Dülnbi ; ebenda
Zeile 11 folgt dann der weitere «f^ricln laL. II. 117 (Zeile l fl.) bis rJ8-;
dann (^9*) der Bericht des Ibn Qutaiba über den Tod des 'Amr Ibn al-
I.Iämi<| (ganz kurz) und dann wieder Tnb. 12S. — 145j. Auch in dieseui
Abschnitt (67' — 74^^) ist also nur sehr wenig Neues.
74^ jU; jC>. j^jj^ = Tab. 11, löl— 165.
76^ JjbUl ^jj^ Cf, (iii J^J ^>^^ O -^W mit
eingelTdut (v^l. >Iiibarrad Kamil 602 ff. , wo alles kürzer).
'7' ^ 43 er. ^ -Ji-*^^ = Tab. II, 180—187,;
dann 77* »iich noch ein anderer Berieht (• J)* J) angefugt und ebenso
82' (^1 ^y jf jj); dann am Schluß (82«) al-Mubarrad.
bä»^' (zwischen 82 und 83 nuiÜ etwas fehlen): ^ ^y^J
jU (Anno 68) = Tab. 11, 754/55.
84' (zwischen 83 und 84 muß wieder etwas fehlen) mefareres aber
Mu*iw^a, meist nael) Madiinu
85' (zwischen 84 und 85 fehlt wieder etwas!*) Mas'üdi Aber die 0a-
wSri^ (das Blatt ist mehrfach zerfressen); 86' J »U CLj
ein Bci-ioht des Mushm und Abu liasid von Muhaminad Iba ijinn;
87 (vor Kol. 1 gebunden, stark zerfressen) entliält Auszüge aus Mubarrad
(KSmil) aber die jjawSri^ und 87' ^ j| JLfr <Lyj; mitten in einem
Satse schließt der erste Band.
Vol. II, Titelblatt; JÜi »jJ^U
1* (sehr zei-stört) ... pdjj J* j A^V j ... zum Teil nacli
DüiSbl; 2'4iLj 4ijU jKoA «iJ nach (^Ssim Ibn al-Asbag, KItib
al-Mufaffar, Ibn Wsddnh, Xabari, öshiz, Oulibl u.a.
G' <j JwjrJ ^yj = Tnb. II, 223ff.; 7' Duläb«; 7' al-Mu-
Taiiar; 7» ß\ =^T»h, II, 232— 269 (oben); 16' Mas-
*SÄ; 17' Uanbal Ibn IsbSq zitiert; 17^ J\ Ji Jui-I ^ Tab. 11,
272 — 275,7, -"^^i? — -^U' 288,, — (mtiuli'-h mit sehr vif-cn Auslassun-
gen^; 26' beginnt dann der Bericht des Düiäbi, dann meist T^hari.
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HoRovm: An* den Bibliotheken von Kairo, Dmraskus nnd RoMtantinopel. 25
32» jUi-\ je. ^Jtf. 4/ JÜjll = Tab. 11, 402— 404; dann 33» Mitte
ein StQck, das Tabari nicht tu haben scheint, and unten «^«^ij)! Jti; 35'
(Z. 3) stimnit dann wieder einiges mit Tab. II, 406, Qberein, aber es ist
doch ein anderer Bericht, der bis 36^ weitergeht.
36' 1^)3 <mA\ J! J y}^\ ^ y Tal). II, 4<>8,,— 418,
(scheint aWi iiit einzelnen viell'ach abzuweichen}; 40' Wäqidl, 41' Oüläbl;
43'" wieder VVafjidi.
43'- j^ 'J\ ^ *a\ ^ ^ ^ l'^S ij ^ jw.; 44' Dü-
läb'i, Uiäim ibu aUKalbi; 44* WSqidi, Ofiitbi, Al^inad Ibn Abi Ju'qnh,
45' 3JC Ji jjC CT Cf^\ j^; 45» Wsqidi-, 46» DüHbij 46' MasVidi.
-47' j^J\ t> -Lfr nach al-'Utbi, Abu Maäar.
48' £C Jl ^\ £j = Tab.11, 513—517«; 49'Mubamd(KimU).
51' j^^i cT auI ^1 « y^^y über Erklärung koranisclier
Ausdrücke (mit sehr vielen Versen); 55' Mubarrad.
56' jlj 4> 4»i -Ut Ja» i.*U = Tab. II, 435„-437„. 460, ff.;
57 — 58* scheinen dann zum Teil Nachrichten xu stellen, die Tabari nicht
hat; 58^ nuten = T«b.n, 437,,— 439, o-
59' • i ^ 4tt^ JUfr £j J*- , verschiedene anonyme Be-
richte; 61' einer des Abu 'Ubaida lab. II, 44.\.
61' J*j O, ^ ^. «r^i (>i ^yl«^l> zuerst Tab. U, 446;
62' aber schon abweichend; 62' 3*.^ clJ "^^^^^ mehrmals wieder^
holt); 64' dann ['abari zitiert, unten ein (i (dicht des Zaid Ihti MatVriij.
^jmwm* (JCiu, uiit vielen Versen; 67'
68- >T Ji> Ji; 69r 3l^yi i ^ jj jVi a
= Tsh. 11, 517 unten bis 520 o!)en. von 70' iin abweichend; 72' M»d)arrad.
72"^ 0 JläL fj» ^-'l?^^ am Anfang mit Tab. 11, 580 ff.
übcu'einstimmend , nachher ganz abweichend, zum Teil = Kämil 61 7 ff.
74' ^\ JtS jy = Tab. II. 582,,— .'i84„; 76' unten Jj
j>'\ ^ ji»; 7(i^ oben AIhI Mihnaf - - Tab. 585, ^ — 588j, bzw. = Kämil 638
bi» 639,; 77' Verw; 7Ö' Ij^j; 79' Abu Mi^naf (= Tab.U, 590), dann
wieder iSSJJ'^ 79' unten Tsbsri {^Sj^^ JS)J 80' * jf JÄ^; 81' Mubarrad.
82' ^ l »Ulli.
84' jj^U ^ijljVi J\ J*11 j^.
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26 HoRovm: Aim den Bibliothakeu voii Kairo. Damaskus mi Konslantiiioiiel.
O i^Acli einer kiirzeo
Einleitung »(aa*udi; 87» i^j^^S j\ ^ '^y^, O. xS'y
89» DÖlibi.
• d(K U-j a ^ Tab. 11, 578,, — 07«»,,; 90»
Dfilähl; Ol' Altn Milin;il' = 'Jab. II, 669, ff.; 92' dann aber nicht mehr out
'Paliari iilM-ipinsiiumifuil.
92' ^\ O; iÜj VVEqidi; 92' Mas'üdi.
92» /K, ^jlI ^\ ^\JZ.\ ~ Tab. II, 497—507^. Ö08„— 509|.
95' Jj-» 0: üic^ ^J>- - Tab. II, 538—555,.
100' j^J\ jjM» 0; üU- »U^l =T»l».n, 555i,— 569,j dann
folgt noch 103' ein längeres Gedicht des A'&fi Hanidän öber diese Er-
eignisse.
104'- ^ Jl J 4ji\ ^ ^Ujj j\Z^\ ^\ *\X-l =_ Tab. il, 521^— 53L.
107» '21 jlit ^J>- ==Ta1><lli 531»— 537,, 569»— 570.
HO» jvJ-i fJk. Ul^ jLil = Jal'. 11, 568,,— 632,.
120^ 4> 4JI^ JLP jfi^j jL-a.V\ AlUj jLi\ Jji.^
^jaJI = Tab. 11, 6:V2,„— 641,,.
122» Jci\ ü/S J»l = T»b.II, 648,,— 660„. 663,,— 667»,
«85.-689,.
129» ipi jtäl .j^'j j-^l <> i ^ J3u =T«b.lI. *
661,^—663,,, 667,— t>7l,^., 675,o— 680.
1 CT - Tab. 11, 671,.— 675,.i
133'' Dulabi.
133' <^A\ J\ Lu>. jlil ^rf = T*b. 11, 686,^—693,.
136' Cii-l er Jjj;'^ ^' -«»^ ^r^** Mnbamid, Ahmad Ibn
Abi JiMiüb; 136* Tab. 11. 69.%— 695,,; 137' Ahmad Ihn \h\ .la'qnb.
137» jIJ J 4tti -Lop ^ jLlVl tr tf^\j\ <-i-y ^ Tab. II,
700,,— 702,,, 705„— 7O64; 138' J>A Jj r= Tab. II, 704,— 705„j
ilann 138' = Tab. II, 707,-716,0; ^^^^ Düläbi, Ahmad Ibn AW Ja'qüb;
142' c$J->J-
142» ; wJl 4«Vj» Duiibi, dann (142» unten) Abu
Mihnnf — T«»b. M, 718- 731, (nur Fol. 143' JJj stimmt am Anfang nicbt
genau mit Tabari), 732,,— 738^,.
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iloHoim: Ans d«n Bibliotheken von Kairo. Deuiaakus und Koiwtentiuopel. 27
»48- ä — *• ^ ^ JjJ Tab. II.
738,4—741,^; 149* das Bncli des Abmad II»n Abi .la^iüb. löO' dann Mubarradi
150^ Mitte fabari (= Tah. II, 7 1'), — 7 1».,, , 749,,— 7;>2,,).
151' cr^ er wJtta-Vi i^J DüÜbi, 152' Mubeirad.
152' J-»^^ Je Ji4l\ j>,J\ (y w*-e« ISy, 166» Mabamd* 158'
Abu Mihnaf Tab. II, 757, — 762,.
159' (letzte Zeile) = Tab. II, 762,— 7()3,;
159* (ooten) Mubnnad; 162' Wäqidl Teb. 11, 781 unten ff.).
162'' j JjWJl J)jfrUJl nach DüISIm, xuin Teil verwischt.
1»;2' *y- >^ jlj^ c/ ^\ - Tab. II, 78H,j
bis 793, f., dann HiO^' unrh melireres (.sehr .stark zerstört) nach Abu 'Awäna
und \*\^' Düläbi; mit den in dessen Bericht angeführten X'iTscn briclif da.s
Bach ab. Die Rückseite vou Ibfi"^ ist a!leiditJi;s nicht beschrieben, wonach
man aiso annehmen .sollte, das Buch !>ei hier tatsächlich zu Knde.
Ib. Al-iii<jai: A^jbar al-giläd, K<instantinu|>«l.
a) Laieli ld44. Titel: ^\ l'V>l .J^^l ^ j
^UJi OrjH JU^ ...fUVi.
In der Vorrede huidelt der Verfasser Ober die AutoritSten, aufweiche
diese Oeschiehte der Eroberungen xurückgelit, und ihre GlaubwQrdigkeit
Er nennt als diese Oeschichtachreiber al*MadHini, ad-DülIbi, Saif Ihn
Tmar. al-Baliduri* Ihn I.shäq und WricpMi. Die Eroberungsge.schiclite
der syrischen, mesojMitamischen , ägyptischen tind anderer Städte wii-d
aiL<«frihrlich behandelt, wobei auch Gen^i a]»bisches und Xacliricbten ril)er
allerlei wunderbnre Selieiiswiirdif;keiten mit eintließen. Ktwa Kol. 30Ü bis
■^n steht ein Abschnitt über 'üniar ntiil seine Kij;en.s( liaften. Hs folgen
üaxin meist kurze Abschnitte über die Eiobci ung von Nurdafrika, Spanien,
Sizilien, Cypern, Rhodus, die Nuba, die turke.stanischen Länder usw.
Den Schluß bildet ein kurzes ivapitel «Jlä*
Der Band besteht ans etwa 360 enggcschriebenen Folios, die Seite
zu 20 Zeilen deutlicher Schrift: nach <ler Nachschrift hat der Verfasser
sein Werk im Jahre 84, d. h. also 884, beendet.
h) Därnlid IbräliTm Pä?ia 886: wie die anderen Handschriften, deren
Nummern ich mir aus dem Katalog dieser Bibliothek notiert hatte, ist
auch (Uese bis jetzt nicht aufzufinden.
Unser Werk befindet sich auch in der rnllecrjon Schefer. Bibliotheque
oatiouale 5862 (wohl eine .\bscbnft einer der Kouslantinojieler Ilandsehiilten).
Der Natne des Veriasäers lautet vollständig Burhin ad -Din Abu U^jlnsan
Ibrdnm Ibn *Uniar aUBiq&'l. Sein Tarib (Berlin 9694), den Brockelmann
erwibnt, ist mit den abbir al-^Uid nicht identisch.
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28 IIoBoviTz: Au» deo BIBliotheken von Kairo, Damukus and Konttantinopel.
(X Ägypten.
19. Tarib Iskandarijja (aageblich). Konstantinopd Aja Sofia
3003/04.
Aja Sofia 3003/04 soil nach dem Katatof; 4. jXSdl ^ jl' enthalten;
in Wirklit liUeit steht deutlich da j-C^\ ^ jl" ^ J jVl • ""^
haben es mit e.inem Alexanderroinan 7.11 Itin, der swei starke bände umfaßt
und dessen Abschrift 881 vollendet worden ist.
20. Alidallüli Ibn Muhaiiiuiad al-Madinl nl-Balawi: Kitäb
sirat äl-Tniün. Damaskus, Tarih 242 (noch nicht im gedruckten Kntaloj;).
Auf dem Titelblatt der Handschrift steht: öjj^ i * V^*^
^jUi ^Jdi Jjf- ^ 4A\ JJ^ In dem Vorwort redet der
Verfasser einen Ungenannten an. der mit dem Buch des Ahmad Ibu Jüsuf ^
Rber die Geschichte des Ibn Tülün nicht zufrieden war, weshalb er selbst
(der Verfasser) rum dicsps Buch {^esclnicben liabe; das Rncli des Ahmad
ll)n .iHsuf sei scliK'clit ^^(^urdfiet usw. Der hier vorhandene Teil beliatideit
nur die Geschichte des Ahmad Um X'dun selbst (niclit der j^an/.en Dynastie).
Meist werden die Berichte vim Zeitgenossen und manchniul auch Ereii;niivse
aus anderen Zeiten /.ur Erläuterung angeführt. Das Buch scheint niclit ganz
vollstilndig erhalten zu sein (?), reicht aber bis tarn Tode dea Ibn Tniüo.
Der Band besteht aus etwa 125 Folios, die Seite au 22 Zellen; die Schrift
hat fiist ^r keine dialcritischen Punkte und einige Stellen sind beschidigt.
21. TugSn al-Mubammadi: al-Muqaddama as-sui^&nijja.
Kairo, Tarib 502 (KatV, 156).
TügBn aKMidiannnndi al- Alrafts Buch •al-muqaddama as • sultänijja
fl as-s\j8sa aä'iar'ijja« befindet sich in Kairo in einem Exemplar (VII, 10
steht nur ein Verweis auf V, 1.56). Wie die Ka[>itelübersicht auf Fol.
der unpagitiiei ten Handschrift — sie bestellt aus 1S3 Folios, die Seite /.u
II) Zeilen — zeigt, kouuiit für geschichtliche Interessen nur das letzte (10.)
Kapitel in Betracht. Dieses Kapitel liat die Überschrift yÜI
dieses Kapitel hat der Verfasser das historische Gedicht des Ibnr al*6aziir aaf>
genommen, das mehrfach in europiischen Bibliotheken erhalten ist(8. Brockel*
nuwn I, 335) und bis zum Jahre 672 reiclit, dann die Ur^üza des Abu*K
Fara^ Ibn Riia Aber die folgenden Jahre bis 764; dann eine Fortsetzung
dieses Gedichtes von Ahmad Ibn 'Ali QaratSl bis zum Jahre 872. An diese
Versifikationen der IrOheren Geschichte schliefit der Verfasser einen um-
' Dieses Biicli, dem also unseres entgegentreten will, ist in den Ma^;rib des
Iba Sa' Id aufgenonuncn (a. Brockeliiiann 1, 149).
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UouoviTz: Aus deii Uibliutlteke» von Kairo . Damaskus uud KoustatiUuupcl. Hl)
f«ngr«iehen Absehnitt Ober Qütbli «n jJm^ j» iXJ Jl)
(^LLIs j\ «3y^Vl> Nadi dner Ginleitung behandelt er darin die
Ereignisse des Jalires 872, dann folgt ein Absciinitt ^*La»> ^ 0^ ,
hierauf <J»,j^\ ^Uj C>^^\ ^*V>i jifl U und endlich
Abschnitte über Ereignisse unter Qäitbäi. Den Scliluß bildet eine Anzahl
von Abedinitten ftber allerlei Themata, die mit Qfitbii nichts au tun haben.
Die Berliner Handschrift (Ahlwardt 9839) entliUt — nacli der Be-
schreibung bei Ahlwardt — nur ein Fragment aus dem Kapitel Aber (^tbil.
22. *Ali Ibn DaQd al-6auhari: Nuahat an^nufüs. Kairo Tarib
116 m. Kat.V, 167.
All Ibn Däud al-b>^^b aUÖauhari al-Hanafl: KitAb nuzhat an-niifüs
wal-abdrin fi tarilj az-zaniSn. Dieses Werk fehlt bei Brockelniantt II , 43,
obwohl Wustenfeld Nr. 41M> es nach ijä^^i JJalffi anfiiln t. Die Kniriner
Handschrift uiiifaßt 'l'^7 Folios, dir Seite zu 'Af\ Zeilen in undeutlicher Schrift
— Autogrii]ili des NerfasstTs der auch die diakritischen Punkte hiliifiii
fehlen. Das buch beginnt ujit den Worten: vlÜlll ^Uäi <Jy
\ t}ß «Uw y \ ^lUl (im Jahre 784). £b werden dann bei jedem
Jahr auerst aosfilhrlich die Ereignisse erzlhlt, dann folgt eine (meist nicht
sehr ausführliche) ZusammensteUung der berQhmten Personen, welche in
dem betreffenden Jahre gestorben sind. Das Werk reicht bis «um Jahre 850.
D. Fes.
23l Mubammad Ibn a{-T*ijll> al-Qidiri: Lambat al-bah^a
al-*alija. Kairo, Taiih 2028 (erst nachdem Druck des Katalogs erworben).
Die Handscln ifi Tarib 2028 entl.nit eine Schrift, deren Titel Fol. 3'
unten als OLJI ^jait ^ OJl *^^\ ^ ang^eben wird; der Ver«
fasser nennt sich Fol. 2' Mubammad Ibn at-TaiJib al-Qüdh-i al-Uasani. Die
Handschrift besteht aus 29 Folios (unpaginiert), die Seite zu 14 Zeilen raa-
gribiDischer Sehrift. Nach einer Einleitung (Fol. 1 bis 4'), in welcher der
Verfasser erzählt, wie er die Schrift zusammenzustellen veranlaßt wurde,
beginnt Fol. 4' wJ»^» w-Jl \a* JW^ J^\\- J JjV\ J-iJl,
in wcIcIh'mi aiislVilirlich die (»t'n»'ali)<;ii' der jJ^ÜLa^ <■'[) ^ in Fäs bis auf
Uusaiu Ibn Ali zurückgeführt wird (unter Anf&lu-nng der A\itt)ritäten).
11* L4i L j CuJ) Ulli «i» »UJJl »Ul j jb\ J^i
^Üi J?Uill.
14' J:L-. jU J w^ul (die V ragen beziehen sich eben-
falls auf die Familien der Sizilier).
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BO Ho«ovm: Ana den Bibliotheken von Kairo, Damaskits und Konstantinopel.
25' jJr\ j^r. J cJ^^l j J--*W die beiden Furü'
»ind lJ^^ JM und JLÜI t>i.
Der Schluß de» Schriftcliens felilt. Idi kann weiter nielits Ober diese
Abkdmmlioge der •8izilier> in Fes finden.
Brockelmann 11 , 455 föhrt ein biogra|>hiscliee WSrIerbucfa unseres Ver-
fassers (gest. 1152) an, eine andere Sdirifi von ihm QüVi, 594.
K Syrien tmd Mesopotamien.
24. Abu'I-Fidä: At-tibral-m.usbiik. Kairo, Tarib 86m (KatAM35).
At- tibr a1- masbuk fi tawirili akibir al-mulük talif • sultäa al-kablr*
al-fadil ... *InUUl ad- Bin sibib llamSt, die sweite in dem Sammelbande
Tarib^Sni enthaltene Sehrilt, bestellt aus einer chronologisch geordneten
AufzUilung von in den Jahren 499 — 742 stattigehabten Thronbesteigungen»
Todesrallpii ^(>n Herrschern und sonstigen wielitigen Ereignissen (Kämpfe
uiit den Franken usw.). Hie chronologischen Angnl)en beziehen sich im
wesentlichen auf Damaskus, das iibriec Syrien und Mesopotamien, Die
Handschrift besteht aus 20 sehr deutlicli und scliun gescliriebenen Folios.
25. Geschichte von Mesopotamien (wohl ein Teil von ihn iad-
däds al-a'lfiq aUitazlra fi üikr uroarä aft-Sam wal*gazira). Beirut,
Universite St -Joseph.
In der kurzen Vorbemerkung sagt der Verfasser, in dem vorangehen-
den Teil seines Werkes habe er von Syrien gesprochen und wie seine ein-
seinen Gebiete an Konige und Emire übergegangen seien; nun wolle er
Mesopotamien an.schliei^n und seine Herrscher behandeln \on Anfang an
Iiis auf die Zeit, wo es von doii Muslims an die Tataren übei'gegangen sei;
auch Mo'^ul habe er mitbeliandclt , ninvnlil es nicht eigentlich zu Mesop<»-
tamien gcliüre. Wir haben hier al&t» nur cirif ti Band des Werkes vor tms,
das im Jalire G70 verfaßt ist (wie auf der let/.teu 8eite .steht). Verla.s.ser
und Titel sind nicht angegeben. Dsis £xcui]ilar der Universitc St-Josepli
ist eine moderne Abschrift einer Handschrift, die im Jahre 7^ geschrieben
Ist. Auf eine kurte Einleitung fiber die Einteilung des Landes und sdne
Eroberung fdgt ein längerer Absehnitt:
Die Aufzahlung rddit bis zum Jalire 302. Von da an werden dann die
einzelnen Gebiete, die ihre besonderen Herrscher hatten, getrennt behandelt.
und zwar zuerst:
V^Ia^j j\ti In diesem Abschnitt wird suerst llanibi
behandelt; Geographisches und Topogmphisclies und dann Geschichtliches
bis zur Tatarenzeit (6')ll). In dem gesell ichtlichen Abschnitt ist erst von
der Gründung der Stadt die Rede und dann w ird die Geschichte Vom Ende
der Ilamdanidendynastie bis zur ratnrenherrschaft er/.ählt. Dann noch
kurze Abschnitte iibfr die Kinkünftc {irfifri'), wobei der Verfasser ens&hlt,
er sei G40 hingeschickt w^orden, um di<> Einkünfte feslxustelle^i.
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Hoatn-TTx: Ans den BibBoll^fln von Kairo, Dum^u und RonMantinopd. 31
K» jl| dessen Geschichte ebenfalls Ins zur Tatarenhernchaft ver*
folgt wird.
\^J\ ^5^. erst Topographisches, dann »die Geschichte seiner Erol»e^
rung* kurx nach Wäqidi und die weitere Geschichte bis 658; ebenso die
Geschichte von Sarii^, QaTat äa*bar, Al-Bira.
jUfcL- belmiidelt. Die Geschichte von »Sin^är (von den» Knde der ilam-
daniden an) wird nn.sfQhrlich erzählt und ebeafalls bis zur Tatarenberr-
schalt weitergeführt.
ij\ • j j>-\ ebenfalls ausfOhrlich behandelt vom Jalire 521 an
(Tod des 'h.z ad -din Maü'üd).
jL> ^ß^t mit den Unterabteilungen ^J§\JL»f jj^l und
^^jU Erst das Tupugrapliisclie behandelt, dann das Geschichtliche sehr
aosföhrlicb vom Jahre 285 (Mu*tadid) bis zur Eroberung durch die Tataren;
der Verfasser spricht darin audi von seinen eigenen Krlebnissen. Es wird
die gemeinsame Geschichte von Amid und MaJJafIriqin enililt, dann die von
Miyjillriqlo cu Ende geführt und dann kurz die Geschichte von Ämid nachge-
holt fur die Periode seinerTrennnng von MajjSi^lriqin (488 — 679). Dann folgen
noch kurae Abschnitte fdier Hi^n Kaifa, Annn und <'in längerer über Märdin.
Nachträglich sehe ich, daß unsere Handschrift dasselbe Werk enthält
wie Berlin *>SO0 (Alihvardt IX , S. L'.t lfl".). Wir haben es, wie es scheint,
mit dem letzten Teil von lUn Saddäds Werk z.u tun, über welches
mau die Beschreibung von Brit. Mus. Nr. 13"23/4 verj;leiche. Die liantl-
scliriflcn des British Museums und des Asiatischeu Museums (vgl. Brockel-
mann 1, 482) enthalten die Kapitel Über Mesopotamien nicht.
2(T. Muhammad Ibn 'Abdalwähid al Ma()disi: Fa<Iüil a^-Snm,
Teil 11. Damaskus M;i^ämt' 48. Der Sammelband 48 enthält ab Nr. 2
^Ul| JTUi j» Jdl von pijB ad-din Muhammad Ibn *Abdalwll^d
Ibn Ahmad al-Maqdisi. Auf dnige Abschnitte über AussprQche Muhammads
betreffend besonders ausgezeichnete Moscheen folgt F"ol. »der Vorzug des
Geliets in Jerusalem« ; 6"" »daß der Dag^äl Jerusalem nicht betreten wird« usw.,
9' brd> fi-s-sakriä M-l>ait nl - iii.Kidis wa-dikr fathiha ; lO"" bäh fi dikr 'imrän
bait a!-uia<|dis; iU' i'ilu-r .Miihainniads nächtliche Reise nach Jerusalem;
Itj*" bäh «Jiki- man ahraina niiii bnit al-umtidis min ri'; - ^ahäha.
fcls liaiKielt sich al^o in diesem Teil des Buches niigend.^ um »as-l^iam«
im eugsten Sinne, sondern ausschließlich um Jerusalem. Geschichtliches enthält
das Scbriftdien freilich kaum. Der hier vorliandene Teil besteht aus 18 Fol.,
die Seite zu 25 Zeilen. Über den Verfasser vgl. Brockelmaon 1, 398 : p||ä ad-din
Muhammad IbnXbdalwabld al-MaqdIsi, ging 600 nach Damaskus und starb 643.
27. Dikr binä mas^id Dimas«! j u raf bil- II mawi. Damaskus
Ma^mr 8. Der 8ammelband 8 enthält sLs letzte Nummer eine Kurriisa in
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32 Hosovitb: Ans den Bibliothdten von Rain», Dawaakiui tind Konstaatinopel.
deutUdier Schrift, welche auf der zweiten Seite als Übei'schrift hat »bi ß^
iSy^\ «3*^'^ Da die 19 Seiten niclit ausreichten , so schrieb
man den Sohhiß auf die erste Seite. Das Schriftchen (oder ist es ein Teil
eines größeren Werkes?) behandelt die Geschichte der Omi^jadenmosctiee
und ist nach Ihn 'A«ikir geschrieben , der einmal erw&Jint wird. Auch das
Jahr 740 wird noch berücksichtigt. Der Verfasser nennt sich nicht, gibt
aber meist seine Quellen an. llabib az-ZiyjSt sagt S. 29 »tL« <i
(I)j^^^JJi ia-U\ *!»\ Afffc— .
2H. .M 11 i^amuiuii lliii .Sa id :il -Qiisairi: Tariij ui--Ka(£i|u. Da-
maskus Mu^üinr 34. Die Samiiielhandsclirift 34 entiiilt als Nr. I, 2 und 3
»Tarib ar-Ra(|qa wa^inan naxalahSmin ash&b rasull'Uih wat't&bnnwal-fuqahS
walmubaddilin« verfaßt von AbQ XII Mubainmad Ibn 8a*id Ibn Abdanraboiin
al-Quftairi al-llarnini (gest. 334). Nach einer kurzen Vorbemerkung über
die Erol>ernng von Raqqa durch die Muslims folgt Fol. 2' ^j* <i j\ ^
J_^J w-»^**-"^. Jt'der -Genosse« hat einen besonderen Artikel und
jeder Iladii seinen Isnäd. fc^ fulgen dann die Artikel über die Tra-
diti<»narier »rsw., die sicli in Ra(iqa aufgebnltrii lialicn. Die Artikel sind
niciit aliili.il>etisch , sondern nnch der Chronologie tier TiKU-sjahre geordnet,
deitii Itt/.tf bis etwa 29" reichen. \'on der •(le.sciiichte« von ar-Uaqqa
wird also last gai mcht gesprochen. Die drei Icile nmla.sscn /.n.sainincn
38 Fol , die Seite zu 19 Zeilen. Leider sind sehr viele Stellen kaum les«
harj namentlich im ersten Teil ist vieles ganx verwischt und serstuit.
Von Brockelmann I, 138 wird unsere Schrift als verloren gegangen
bexddinet.
29. Muhammad Ibn 'Ali al-Xlawi: Kitäb fadl aUKüf* 1.
Damaskus, Ma^ämP 93,
Als leUte Nummer enthllt die Handschrift Ma^mf 93^ JjVt »J^l
l^Ut ^1:5^ von Abs *Abdatlih Muhammad Ibn 'Ali Ihn
al* Hasan (Hustin.'j Ibn 'Abdairali^mäu al-'Alawi. Das Buch besteht aus
Iblgendeji Absichuitlen :
3* JS O Jfr Cff^y^\ »iy^.* . . . jii^ JJ^i AjJ^
^ wlli».
7' V» juy^ 5>j ^3 W j^-L* s>-»*
12' liUli cU» J > Jy.
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1 loBoviTz : Aus dej) Hibltotbckcu von Kairu , Damaskus uad Koostautiuopel.
19» Äi^l JuÜ j JUL Jji.
Damit endet Fol. 27' dieser erste Teil. Auf die folgenden Teile bis
xam Ende lies Werkes wi-ist die Nachschrift eines »Lesei"»« hin; hier ist aber
Dur Teil I erhalteo. Die Schrift ist ziemlich deutlich, die Seite hat 22 Zeilen.
F. Arabien.
30. Hasan Ibn Ali al*'U^aimi: Ihdä' al-la^&if min a|)bär a(->
Täif. Kairr>, Tnrih 87 fK.it. V, 135), Fol. 7—22.
In der Vorbemerkung (7-) erklärt AhdnlijrKHr, der Solin des Mufti
Jabjä (des Sohnes des Mufti und Qä<li von Mekka Abdalqädir as-Sädi<ji),
dafi er das BrouiUon des llasan Jbn Ali al-'U^aimi (a. über ihn
[sest 1113] Broekdmann 11,392) Ober die Geschichte von l aif geordnet
habe. Nach einer kurzen Einleitung b^nnt dann Fol. 9' (j JjVl
^*y\ J-«»j Fol. 13' sJiU\ j '^\^\ -Uldllj JUS j JU JL^V,
Fol.20r ^1 JCS\. VieLfach werden al-Marglni, Ihn
Fahd (Brockelnumn 11, 175) n. a. als Quellen angef&hrt Der Titel lautet
w^'vUl j4 ^'LUli iS''^\ «CLil ÄiU J\ «Ä» wofür wohl zu
lesen ist.
31. Muhammad Ihn pijä* at*QuraiIt Ahwäl Makka wal-
Madina (?). Kiüro, TSrib 1570 (nach dem Druck des Katalogs erworben).
Nach der Basmala beginnt da.s Buch mit den Worten *J->- ^-^-i-*
J-ß cr^» J^» -^"^ er
Dieser Muhammad Ibn PyS ist nach Brockelmann 1, 378 (Zeile 24/25),
852 H. gestorben. Die Handschrift ist aiemllch deutlich gesehrieben und
besteht aus 186 anpaginierteo Folios, die Seite au 23 Zeilen.
Fol. 1» j '^ jJä\ 4-S3i JU U J SC jft J JjVl yUl
In diesem Abschnitt wird die ganze legendarische Vorgeschichte der
Ka'ba in der dihil^ya ausf&hrlich behandelt (oft werden die Isnide oder
NHtd. Sflm. £ Orient SpiMbca. UM, D. Abt 3
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34 HosoviTz: Ails (it-It Uibliotiiekeii oll Kairo . Damaskus und KuiiisU^ituiopel.
wenigstens die Quelldi nneegeben), dann die Geschiclite der Eroberung Mek-
kas durch Muhammad, die Kaulen des Zubair an der Ka'bn (häufig Ibn (Jtirnig
und Azraqi zitiert); dann ^^^Vi ,'t*t über die einzelnen Teile
der Moschee (den maqtm Ibrihim, Zarozam usw.). Ein Abschnitt haf die
Überschrift t jL» ji J\ ^M's f
j Vi <Jtf. darin werden die Erweiterungen der Moschee Ins zum ( luilifen
Mahdi behandelt. Ein anderer Abschnitt hat als Überschrift JÜ^UI ^
^\ ^\ Jk»BJli, darauf folgt f\ •4»bJl\ O^j^ ^> usw., znletat wird
ftbpr die Knfferniinp des sehwar/i ri Stciiu's diircl» die Cai jiiathen gehandelt.
Ivs werdfii iiiiiui'r (^)iienen angefiiliit , z.B. A/.fSuji, Hahabi (al-'ibnr) u.a.
Etwa Fol. V beginnt dann Ü^ULl ^/UV'l ^ J J-«^
(Aaraqi, lj|ar|^1, Abfi Mulaika u. a. als Quellen xttiert)
Fol. 94' (ungefähr) br-ginnt dann jLi* <mA\ J j'Jl
Fa§l 3: ^1 UjU j 0.^1 J U
FasI 5: '^_J <^ J3 J J-^i y^J ^ ^ j.
Fa;l 6: '^1 o Ji*3 Uj J y^j -»»^ t!^\ J.
(Auch Qber die Anzahl der Siulen usw. cur Zeit des Verfassers.)
Fa>l 7: U> j OJJll ''^\ J\ J^L1\ jl J.
Fasl 8: 4»! J Sisj ^ j,
(Aueh aber den Tod des Abu Bakr, *Uoiar und die Lsg« der Oriber
des Muhammad, Abu Bakr und 'Uniar nebst Situalionsskizzen.)
Fs«I 9: USsfS J yj h^J ^ ii>
Mit diesem Kaptiel schließt das Buch. Ob es viele Einzelheiten ent-
hilt, die in den gedruckten Chroniken von Mekka und Medina fehlen,
könnte nur eine genaue Vei|^ehuiqB( lehren.
32. Kitäb aI-i*tibSr fi dikr at-tawSrib wal-abbSr. Knill»,
Tarife 11, Fol. 105 IT. Kat. V. 139.
Die Ilandscbrift Tarih 11 lieginut Fol. 105^ mit einem Werk, das
dort als »Kit&b al-i'tibir i'i-d>kr at*lawärib wal-afebir« bezeidinet wird.
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HoBoviTz: Aa« den Bibliotheken von Kairo ^ Ihunaskaa und Konstantinopd. 35
In einer kursen Einleitung (Fol. 105* — 107*) spricht der Verfaaser nber
•den Vorzug des Jemen und seiner Bewohner und threD Idim«.
107' sj^ibt er eine Übersicht:
Teil 1 (vgl. Brockelmaiui II, 184) handelt über die Dynastie der Banü
Zijätl und (Irr T'anü Siilailii bis auf di<* 7.*'it des Ibn Mafidi; dii'Sfn 'IVi! erklärt
der \'erfn>^<'r iinM-t n.irh 'l'niära ll>ii /aiiläfi fs. i'ilxM" <l< ss('ii von Kay ver-
ollVutliciite.s W(trk iirocUi liIiann 1,331) bearln iii t zu haben, alMT darin auch
noch über dieseN Werk hiiiausgeganj^en zu sein.
Teil II (be{;iinit Fol. 120^) handeilt über die Geschiclite von \\'a.säb (in
Jcjueo). Die beiden ci-sten kurzen Alisclmitle sind geographisch , der dritte
lind die folgenden« deren Inhalt ich hier angebe, belassen sich mit der
Geschichte von WasSb und den Gelehrten, die dort gelebt haben.
(123*) t?b^ die Konige von Wa^Kb, darin:
1. Die Könige, die vor den Banü Basal geherrscht haben.
2. Über die Banü Raaül (Fol. 126').
3. über die Dynastien, welche nur einen Teil von W&^b beherrscht
haben (l^^i*), in sieben Unterabteihingen.
(130'^) über die Gelehrten von VVasäb (in zwansig Unterabteilungen),
bis zum Ende des Werks (Fol. lä'i).
Die Schrift ist weist ziemlich deuUiclij die Seite liat 37 Zeilen.
6. Venelüedenos.
38. $üH, Al-aurtq. Kairo, TSrih 595. Kat. V, 16.
Die Handschrift, deren Anfang fehlt, liesteht aus 181 Folios, die Seite
xa 13 Zeilen deutlicher, schöner Schrift; Fol. 1' steht ein Gedicht und
dann in der letzten Zeile die Überschrift ^ 4^t^ jli jL^),
dann 1^ (erste Zfilt") ab neue Teilüberschnii -^^'i ^ «j^l uiit einem
IsDäd des >^nl! bis auf Ali Ihn Muhanunad an-Naufall (jedp Nnchricht des
Buches hat ihren besonderen Isnäd), dann Gedichte des Abün bis 7\
7» 4 ^\ ^ ^ jU-\.
- — • ?
17^ '^^^ J iSJJ L.
18^ JJi jßj jlV JjäII.
26*' j ^ij -Vi^'Vt (j»-, eine Versifizierung einer Oesehiehte aus
Kaliia wa Dimna, fÖr die AbSn von den Bannakiden reichlich belohnt wtu*de,
dann ein Gedicht über das Fasten.
3*
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3G HoROViTZ: Au9 deii Bibliotheken vou Kairo, Damaskus und Roiistaiitiiiopel.
43' (unten) ^J^JoaII jmJ J>ji*— -l ^^^»-i..
45' • jläf^ ^ Cj j\ jU-i (iiiehrer«8 aber seine
Begegnung mit Uärün ar - Hasid , 54bfF. über ^^)| 4*uJl -^^-^i -üp).
58^ (ult) 4>J ^.-J^l j ^\
84' J ^\
9 1 (ult.) tj- ykM:»-\i\, ^^^=:=^ * ^ der liaujit-
8&cblicb Uebesgedichte nach Art des Iba Abi Umiyja nuucbte (^Ul ^<ALi ,JJ»
98' ^Ul) (> <-ii«'X v/'^ neben Gedichten viele Anekdoten
mit historischen Nachrichten.
112' • wAo'j» eutliält fast ausschließ-
lich Gedichte.
144' ^ '^^ 0; a ^l-i-l
Am Anfan^^ des Alisclinitts s[)richt as-^üli von seinem *\ j jjJl ^LlS^s, unten);
bis 147* entbllt der Abschnitt fast gsr kwne Gedichte» sondern historisdie
Anekdoten.
155» cT j** u*J-
160' wi-_^^ o; <>»•
162' Cj JW-l f^l^ J..
165' w-^j»^ 4> oj-i
16t>' (ult.) 0; 4lll JUfr Jl^ jt (meist Gedichte).
168» A*><^
(enthUt ftst nar Gedichte).
177' w-'Öl <JL- jl J jU-1, fast nur Cledichte, rt-iciit bis 180-.
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Horovmt Aus den BRiKothdEen von Kairo , Dnnadttw and Konstantinopd. 37
Ich schließe einige Aus/iii/f» an, die fiber den Charakter de« Werkes
iuhI sein Verhältoia zum Kitäb al-wuzarä desselben Verfasseni urien-
tieren.
Kol. 95^ heißt es nach der Uberschrift: A^mad Ibn Jüsuf wazir ftl-
31amnii:
«iAJi \i\ «^ie C--r»i o/ii -^Iji aTU ^ yciJl J\i
UU -^b J^-^^i j ^^J^'J '^yrJ J- -'^J > Ji- ^
0er Schluß des Buches (180') lautet:
>^ JT V u^ii ^ ob ^
14|v Nach der Überschrift «.^^ ^ Jtro^ jU-i heifit es:
UU JT <i\ iS^\ J-^^J CA^i:A -wj
Mit öiewn Angaben YergMebe man Fihrist 150/51 JljjVi s^^^^^^
jUilj U^l »uy^t jUi a;;. ^i^» |j »i »Uä-l jUi j
.j-V^» J: er* ^
• Jfr t>. dü j Jjlj 4jul Äjüi- o;! Vj Äaj;^ ^ jl«
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B8 HoBOvmt Aus den Bibliotheken von Kairo, Damaafcus nnd KonsUntinopol.
0 jtj^J »„ji^i jli-i « J^J <Ji^y Cy, "^^^
V(Hi «ii'ii hier im Filiirst avjfgp/.älillen Ivapiteln fiiuh'l sich in dem
Kairoer Fragment nur der aiisnihrUchc Al)schniit über A^niad Ibn Jusuf
<Fol.l44fff.).
34. P«eudo*6sbi?: Tanbih aUmulük. Konstantinopel, Rö-
prQlQziide 1065.
Auf dem Titelblatt liest man darüber
in kleiner Schrift ia>-U-l ü 3 j\c* ti\
Ich kaua ein
#
solches Btich des Gähir. sonst nicht bezeugt finden; im Text des Hucht-s
seihst scheint drr Name des Verfassers nicht erwähnt zu werden. Daß das
Bucli nicht von (jühi? (i^^^t. verfaßt sein kiiiui , ngiht sich aus dem Inhalt
(Fol. 147 AT s. ti.). Da.s Buch soll — nach der Vorrede — (die Könige??)
dazu veranlassen, sicti vor angeblichen Freunden zu hüten und vor
ihreo Listen und ihrem verborgenen Haß warnen. Es besteht ans den
Teilen:
1. »Die Listen der Perser« ^ JS\ O^lC, Fol. 2'~24r. Der erste
Abschnitt dieses Teils ist überschrieben jlsü^ ^ Jt, S'^ C^'>»
der letete ^ ^ ^ CJ,
2. «Die Üeschiclite der Inder und Griechen und ihrer Listen«
^'I^J f jjb ^\ (Fol. 24*— 32»). Namentlich die Geschichte
Alexanders wird in diesem Abschnitt berQcksiditigt
3. »Die Geschichte der Araber» jJi Die ersten .\b-
schnitfe diese-s Trils btharidtlii (i.tdis und T.'a.sni, Zabhä, Saif Ijn .l;i/^n,
'AUi Ihn Jazan u. a. 48^ » I riiiir nnd l\li|ama« ; 40 /Ufmän uml die
Ägypter«; 51^ -Muüvvija und 'AU«, und bis 58* andere -Listen* des
Mu*äwija; 59 »Listen des Amr Ibn al a.s«; dann die »DawSri^-; 72r »die
Listen des 'Ubaidalbh Ibn Zyäd und des Bl* beginnen »die
Listen der Banü Xbbis«; 96* »die Listen des Hinin ar-RaSid«; III* «die
Listen« die im Streit des Amin nnd Mamün angewandt wurden«; 127'
.I.isl<'ii des Mti'tasim«; \W -eine List des Mntavvakkil«; 147' »I/isten de»
Ahmad Ihn Tülün- (254 — -270); Hil^ »List des MutadiM. (i>7li -'^9);
179* 'List des al - (,)tiinmi, des JSekretärs des Ihn Bnjn- ( ;{2» ' — 3 l^) : JnS'^
»Listen des I[)§ididen Kafur- (3r)5 — '.\Wi). Am Soliluß lV)Ii;t dann rinch ./in
Abschnitt üher die KrirL^sIistrn Mnhnnnuids , uiid da>> Buch endet 214^
mit dem Öut/.e, dais -(reseiz und Verstand die Listen ioben» wenn sie in der
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Hoiu»%'m: Aus den Bibliotheken von Kairo, Damaduu und Konstantinopel. H9
Kichtuui;; verwandt \M nlen, daß die Religion dadurch an Macht gewinnt und
die Muslims Nutzen davon haben«.
Die Handschnd besteht aus etwa 214 Folios, die Seite zu 15 Zdlen,
und ist deutlich geschriebeo. Das Datum der Abschrift ist nicht sicher zu
lesen; ein Wurmstich hat die Stelle zwischen den Zehnern und Hunderten
weggefressen, es scheint 64Ö dazustehen. Ich habe in der Inhaltsangabe
nicht alle* sondern nur eine Auswahl von KapitelOberschriften gegeben,
dir alx r /pi2;en, über welchen Zeitraum sieh der Tiilialt des Buches erstreckt.
Die Angabe der Folios wird vielleicht nur ungefähr richtig sein.
35. Ibn 'Ahd al-Barr: Kitib al qasd wal-amam. KonstaO"
tinopel, 'Ä&ir Efendi 688.
Der Titel lautet: ^ jA JU\ J i-*>ii j f V\j
• • • • • • ^ m
Nach kunter Vorrede beginnt der Verfasser die Gencaloj^ie der Nach-
kommen des ^U«, und «Lil zu entwickeln. 4/^ ^ Jj\ ^ JjÄil
^L. a!^ jn» j>i\t heißt es dann -^y (jf ^L- jjj Jii 3'
W beginnt das Kapitel über '^äm und seine Ktnd(>r« , 15^ -Jäta^ und
seine Kinder«, worin von den S^* ^J* (^<A)Vi,
ÄJIlJ), jU) J»^ JjL, i) ^ nnd schließlich von r: yr^3
(24»^) gehandelt wird. Zwistinni Fol. 'lA und 20 ist offenbar etwas aus-
gefallen, denn Fol. *25 befiii(ii'n wit- uns bereits in dem Kapitel über die
Genealoge der Arabrr ( Dieser Al).schnilt, in welchem die einzelnen
arnbischeii Slänwne behaiulek werden, reicht Iiis r.un» Ende des Ruches, das
aus *59 Folios, die Seite zu M Zeilen di-utlicher Schrill, besteht.
Unser Buch befindet sich auch im Eseurial 1Ö97 unter dem Titel
•exdtatio de commemorattone originis tribuum et Cf>gnltlone genealogiarum«,
und jetzt in Paris, Bibliotheque nationale 6039 (Sdieferj wohl Abschrift
aas der Konstantinopolitaner Handschrift).
36. Chalifengesehichte (4. Jahrhundert) mit Biographien,
Beirut, Vniversite St- Joseph.
Eün Werk, dessen Anfang und Ende fehlt; es enthält zahlreiche Bio-
;;i"aphien von Ijervorraiteoden Personen, welche zur Zeit der Chalifeu
at-'Jai'-Hlläh Iiis AI-Qfiim bi-nmrilläh {'M'^?^ — fj;e5tnrl>en sind. Die
Hau jitsncli»' bildet iiiiin«'!' der tiusriibiliclie Absebnilt iil]er das Chnlifat des
betrellenüen llen^cher.s, aiil welchen tiann die Biographien folgen. Ibn ^alli-
kän, Ibn Asäkir u. a. werden zitiert.
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40 Hosovrrs: Au den Bibliotbd^en von Kairo, Damaskus and Konstantinopel.
HL Sammliingen von Biographien.
A. AflgraraiBe* SaaunhuigviL
37. ijaha;i, At-tai'ib al-kabir. Konstantinopel.
'/) Die Aja Sofia enthalt als Nr. 3089 — 3071 ein Werk, nui (ii-^en
Titelblatt es heißt f>\-Vl ^ ^i>^\ jSS\ j^jh J^Vl *J:\
Die Bande sind in inagribinisciier Schrift geschrieben, nur da> ei-stc
Blatt jede?? Bandes von spSterer Hand. Nr. 30<;i> (Band I) bejiinnt mit den
Worten: ^ lS>-^ Jl* lSj^\ J-**^\ \J iaileJl J\5
Juk^t ulj ^ A^UT^^jL«! 4tt\ 5U folgen andere Traditionen.
Fol. 2 stdien dann sdion biographische Artikel, a. v. ^ 0 —
Artikel Muhammad geht allen anderen voraus — , an welche sicli dann die
übrigen Artikel in alphabetischer Reihenfolgf^ nnschließen. Mitten im Artikel
jL- Cr j^-->- bricht der Band ab; der Schluß felilt, ebenso wie zwischen
Fol. 1 und 2 der Anfang der Biographien fehlt. Der Band besteht aus
etwa 168 Folios, die Seite zu 2h Zeilen.
3070 b^nt mit iji^ ^^^^ dieser
Band besteht aus etwa 140 Folios.
3071 b^innt mit und ffihrt die Artikel welter bis sum Schluß
des Alphabets. Dann folgt ein ganz, kurzer Alischnitt: ^ <J^j*{ V Cr* '-'^
frVV »3>^J f-'\' Am Schluß hcifit es: jV '(^M
Die Abschrift ist im Jahre 702 vollendet worden. Ms folgt noch ein
Anhang von zwei Seiten: i^j^t Jt' i^jX^\ 4il jlc- ^'fj ^Ujl ^
Dieser III. Band besteht aus etwa 140 i olios.
Die biographischen Artikel sind meist sehr kurx und enthalten vor
allem Nachrichten über die Lehrer und Schiller der Überlieferer n. L
b) Ein Teil desselben Werkes findet sich in KÄprHhVJlde 1053. Der
Titel lau u.i; ^^'\ ^jj>- ^ u'^ jr^l ^J^* 4^ ^-^"^^ ^-'T^
' D. ii. uidit geographisch beschränkte.
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Hoiiovm: Ana den Bibliolliekan von Kairo, Damaskiifl und Konstantinopel. 41
C/ ü; Ai^ 4»i JL» j\ ^UV\ CjM.i^i J *»}^\ ^
\\nv',m\' ♦olf^t der -Lsiiäd« der ('Uerlielerer des Buchas; der Irt/te hat
es — wit' am Aiifanj^ d«*-; \V'erkes heißt — '»73 in Bagdad »gehört«.
Der Text stimmt mit .\ia Soiia 3069 überein, nur der Isnäd der Über-
lieferer des Buches ist vei-schieden. Der hier aufhewalu te erhaltene Teil 1
enthält die Biographien bis (_/lk-Jl ^ y\ j^^-ac- CJ cA— Ende
heißt es: jÜl »jJ^I j . jlC- . . . JjVl >T.
Die Schrift ist uemlidi deutlich.
[e) WiUi ad-Din 2399 enthält nsch dem KaUlo«,': öolt ^ jl'
von BiibSri. Ein solches Werk des Bu(jiri ist nicht bekannt, und man ist
geneigt, zu glauben, es auch hier mit dem «tarih al-kalnr« zu tun zu
haben. In Wirklichkeit aber lautet der Titel: ^-^-dl
jw^ 4»^ JLfr f\ j».V» f%J\j U;iU jp l^'Uij
F.«? i"?t also im Katalog aus Nag^är »Buiiäri« 2;e\vordeii. Auch im
Anfang des Werkes selbst wird der Verfasser ^Isc^i genannt. ]tA liandelt
sich um eine Besdutibung Medinas, einzelner wichtiger Pl&tte UtJd Mo-
scheen usw.; dazu kommt nnrh ein Abschnitt über die -Genossen« und die
»Tä!»rüu« in Medina. Vj> ist also ein wertloses spates Werk, das mit Bii-
häri nichts zu tun hat. Diese Schrit t des Iba an - NaditHr ist auch in Gotha
(1~I3) imd Paris vorhanden AN'iistenfeld, GeschichUschreiber 327).]
Aufli dif ßibliothcque Naiionaif (Schefer) o'.lOH besit/.t den letzten
Teil des ^ J^"> tl^'" mit 3->^ ü ^--w-* beginnt*, es ist wohl eine Ab-
schrift aus dem Konstantino|>ler Exemplar.
Berlin 9014 (Spr. 491) enthält, wie dir BpNclireilnmg bei Ahiwardt IX,
377fr., zeigt, ein anders angeordnetes Werk des Üuhari} diese Handschrift
bildet Teil I des >Jl j^jÜl.
Ftiirist 830 xihlt unter den Schnften des Bu^Iri auf: ^jÜt
die also beide etlialten sind.
3b. Jaqüb Ihn bufjän: Kitäb al-ma'rifa wat-tarih> Konstan-
tinopel, As'ad Efendi 2391.
Der Titel von As'sd Kfendi 2391 lautet: ü yi\ »ji-^
^\ ^l- j^vi ;rjpj ^ ^üi .ji-i y^j j^yuij
iSy^\ \J^f^ Lf . Der Anlkng des Bandes scheint von basrischen tlber-
lieferem xu handdn. Dann folgt eine Überschrift SLsSlt 4S ^m, dann als
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42 HoEoiTT«: Au» de» BiblioUiekeii von Kaim, Danunkns und Konstantinopel.
nickt ijadi^e von kufischen Tradiüonariern überliefern; dann «yL'Vij «j^^
hier das Werk m Kode sd. Der Plan des Werkes ist nicht ohne weiteres
ersiclititcb, im wesentlichen scheint es Artikel Ober Überlieferer und Über-
liefererklassen und ihre Glaubwürdigkeit xo enthalten. Es ist ein sehr
starker Band.
erwihnt Nr. 2269 und 2343 ein j^jV unseres 280 oder 288 ge-
storbenen Verlassers.
39. Muslim Ibn al-I^la^gä^ al-Quftairi: KitSb al-kunS Wal-
as mS. Damaskus, Ma^ml' 1.
Saromelband 1 der Damascener Bibliothek enthllt an zwdter Sidle
das «Kitfb al-kunS waUasmi« von Abül If^usain Muslim Ibn al-Ha^^^
Ibn Mustim al>QuSairi an-Nisabüri. Das Buch beginnt mit der Kunja »Abü
Isbäq« und g^t in alphabetischer Anordnung weiter bis ^ y\. Die
Artikel sind ganz kurz, eine Zeile oder weniger, geben den vollen Namen
des Betreffenden und fugen hinzu, bei wem er gehört hat u. dgl. Das Buch
besteht aus etwa 60 Folios, die Seite zu 30 2<eilen, und ist im Jahre 313
»gehört« worden. Der Titel bedeutet offienbar — nach d^ Inhalt der
Schrift — Buch der Kaigas und der Namen, welche die Triger der Kuiyas
geführt haben*
40. Ahmnii Ibn Mubammad Iba Mubriz: ivitäb uia rifat
ar-rifiäl. Danuuskus, Mni^ilmi' 1.
In dem Sauuuclband (Ma^ämi ) 1 der Damaszener Bibliothek steht
am Anfang der erste Teil des •Kitib ma'rifat ar-rigrd<, welches Ahmad Ibn
Muhammad Ibn Muhriz verfaßt hat und in welchem er die Atigabai
und Urteile zusammenstellt, die Abu Zakarja Jatyi Ihn Ma*in und einige
andere über Traditionarier ausgesprochen haben; am Scblu0 aiod «udi
einige andere Aussprtlche des Jalyä Ibn Ma'in zusammengestellt. Im zweiten
Teil beißt der \'erfasser f;enauer Wml 'Abbäs Abmad Ibn Muhammad Ihn
al-Qäsim Ibn Muliii/: al-Bnsidädi. Die bei<len Teile iielimen Tiisammnn ptwn
4^ Folios ein; am Kndc h-s /.weiten Teiles l>eißt es: .äljir kiJäb ma'iifat
ar-ricäl«, es liem nl>o d.i.s Weikelien vollstand i|i; vm-. Die Angaben über
die ein/einen Traditionarier sind denn aucli meist kurz, die Anordnung
nicht alphabetisch.
Am Schluß des Bandes wird ausdrücklich gesagt, daß
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HoRovtTt: Aus den Bibliothekeil von Kairo» Damaskua uiid Kooalentinopel. 43
•la^ä Iba Ma'iii wird als Verfasser von Schriflt n über ^ ^
JiJUji« genannt bei W U, 591; sein JU Ji O im ^LS^aitiert KitdSni.
41. Abü'l Fara^ Ibn al-6au«i: Kit&b a'uiär al'a'jfin. Da-
maskus. MaC'nim' 2K.
Der Sainiuelband "iö enthält als Nr. 4 eine Schrift des Abii'l Fara^
Ibn al - (iaiizi , \v eiche auf dem Titelblatt als jUVl Iter.eichnet
wird. Das Schriftchen — es besteht aus '20 Folios, die Seite zu 15 Zeilen
nicht sehr deutlicher Schrift — enthalt Zusauiinenstel hingen und kurze
biojrraphischc Notizen fniit Isnäden) rd)er bekannlf P' Tsonltchkeiten , nach
der Anzahl Dekaden , welche sie erlebt haben, geoninct. I He erste Gruppe
bilden die, welche 10 — lU Jahre lebten » -üc-) , dann folgen
die, welche im Alter von 20 — 29 .lahren starben usw. Zuletzt stdien die
■ Langlebigen« (mu'anunarün)» darunter solche* welche 3000 und uiehr Jahre
alt geworden sind.
971 kennt unser Buch.
12. Ibn Fnil 1 ;i 1 la h . Masälik al-abNär.
\ Uli dem großen Werke «les Ihn Fadlallfdi, von tU iu .suu.sl nur ein-
zelne Teile vorlianden sind, besitzt die .\ja Sofia ein fast vollständiges
Exemplar:
fl) Aja Sofia 34 lo— 3439.
341.5 enthält -Teil II-, der beginnt ^Vi l-j^ j iS-^^
^ •^/^Ul ^ (j}J^* — beiden folgenden
Binde — geographischen Inhalts ist.
3416 .Teil Dl« beginnt mit V" ^>^Vt J j^i (J^l
3417 «Teil IV« Fortsetzung der Beschreibung der Linder, mit »Jemen-
beginnend und dann die arabischen Stämme behandelnd.
^ 3418 «Ten V. beginnt mit jV\ 0^^=^ j ^ j^l ^\
^Vl In diesem Band b^innen die Biographien, welche dazu
dienen sollen, die Frage nach dem Vorrang des «Ostens« odev ^«Westens«
zu entscheiden. Die Biographien beginnen mit denen der »t^, auf wel-
che dann die ^ und dann die ^jv^A^l t.[^ folgen.
3419 auf dem Titel -Teil V-, dann aber als «Teil VI- bezeichnet,
behandelt die •Fuqahä- (*.\^\ tut Gegensatz xu den O^^i »U^^)*
3420 •Teil VI« bzw. >Teil VI!« behandelt die Spracfagelehrten, Philo-
logen usw.
3421 »Teil VIII« enthält die unmittelbare Fortsetzung von 3420 und
bebandelt die »l ^Iji», die Derwische.
44 BoRovm: Aa« dea BiUiothekeii von Kairo, Damaskos und Konatantiiiopel.
3422 ■ Teil \'lll-. h/.w. »T»iil IX« Uehandeit <li«' I'liil« isoplicii iirul Aractp.
3423 .Teil JX- hzw. -TeU X. behandelt ^ J^i, d.i.
Musiker, SSoger usw.; darauf beginnen in diesem Band die Biographien
der »loi, von denen acunEchst die »tjjj behandelt werden.
3424 »Teil XI- enthilk noch einmal den Teil des Absdinitts aber die
Ajjj9 der auch in 3423 vorliegt, und fllhrt dann die Biographien der
Wesire weiter. Dieser Band ist von anderer Hand geschrieben als die
vorhergehenden' Binde.
3426 »Teil XU bzw. .Teil XII« seUt die Wesir-, Schreiber- (w>£5)
lind sonstigen Udabä- Biographien fort
342«; .Teil XII. bzw. •Teil XIII* beginnt mit den ^i^^y
den »Schreibern des Westens-.
3427 'Teil XIII bzw. -Teil XIV- l)r>giunen die Biographien der
Dichter (tniiiuM- mit selir /aUlreichen Ver*>ea).
342H . Teil XV- FDttsetzunir tier Dichterbiographien, der erste Arliiiel
in diesem Bande ist Mutanabiii gewidmet.
3429 .Teil XV. bzw. -Teil XVI. Fortsetaung der Dicbterblographie»,
3430 «Teil XVJl. handelt weiter von Dichtem, scheint sich Aber
nicht unmittelbar an 3429 auxuscbliefien, es fehlt wohl etwas awischen
lieiden Binden; 3430 ist wieder von anderer Hand gindirieben.
3431 >Teil X\'IIT. behandelt ägyptische Dichter.
3432 'Teil XIX • Fortsetzung der Biographien der Xgjrptischen Dichter;
Schluß der Biographien.
3433 -Teil XVI1I.(:) bzw. .Teil XX- behandelt die Tiero.
(3434 .Teil XIX. bsrw. XXII«, so auf d**ni Titel; soii.st ptüfjiiit
der liatnl keinfn Hinweis daraul", daß er .MaHälik ;il-ab^är« gehört,
auci» tlic Schrill « eiclit ab; der Band handelt von der iie-schichte Syriens
in der Mongolenzeit (?).]
3435 «Teil XX- bzw. »Teil XXII- aber die verschiedenen ReUgionen
und Sekten; daran schliefien sich, nach kurzen Abschnitten Aber die -rechte
mXßigen Chalifen-, ausgedehnte Kapitel Über *Ali und die *Aliden.
3436 -Teil XXIV« weitera Geschichte der schiittschen Dynastien.
Daran schließt sich die Geschichte der Umajjaden im Osten und dann im
Westen (Spanien).
3437 .Tf^il XXV. (Fiutspt/ung von 343»".) behandelt die »Chalifen und
Konice «1er Jutloii", drr - ( lialdäer-, .Griechen« usw., dann die vorislamiscbe
üeschiclUe der Araber und die Jahre 1 — 1<>0 H.
3438 -Teil XXVI. behandelt die .lahre Iti 1 — 540 H.
3439 -Teil XXVII- behandelt die Jahre 541--744 H. Die Hand*
sdirift ist im Jahre 819 vollendet worden.
b) Läleli 2037 enthält ebenfalls einen Band der »Masillk al-abür«;
dieser Bond beginnt mit Abü ^anifa und den Qbrigen Imamen der FuqidiS
und enthRlt damit <Jl C^l^\> ^lÜl J^^V^L*
t>er deutiiclt geschriebene üand entspricht also Aja büfia 34 lU.
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HoBOViTx: Ant den Bibliothek«! von Ruro, Damaalitte und Konetantinopel» 45
Die Angebe dtis Katalogs, wonach Lülcli 2037 einen Teil des ^\
^ j^ J: ^ j yMuii enthalte, ist unriditig.
in K^ro befinden sich von dem Werk des Ihn Fedlallah noeh fol-
gende Knde:
c) Kairo, Tarib 99 (Kit. V, 148) , vier Binde einer modernen Kopie.
Bd. V, 1 enthilt die Beschreibung der mohammedanischen Reiche,
aucli die von Afrika und Spanien.
Bd.V, 2 enthält, nach der allgt iiifinen Auseinandersetzung, in welclier
diH X'f^rrüge des Ostens und Westens abgewogen werden. Biotrrajjliten von
Ivuranlesem. Traditionariern und dann von »fiiqahä a! - innhaddil^n«.
Bd. VI Bio^aphien von RoclUsj^clcln t<'n und i'hilologfn.
Bd. VII Biographien von >i-'iu|arü«, in der zweiten ilüU'te die der
Philosophcu , spekulativen Theoiugeo und der Äntte.
Bd. VIH Biographien der Musiker, Singer und S&ngerinnen und in
der zweiten HUfte die der Wesire.
d) Kairo, Tsrib 336 (Knt. V, 147) entliUfc denselben Teil des Werkes
wie Tarib 99, Bd. V, 2.
e) Tarib 337 (Kst.V, 147/48) enthftlt Biographien von KuttSb und
UuiabS.
Von europlischen Haodsehriftensammluogen enthalten:
Bodleisna I» 900 die Einleitung, Beschreibung der lünder;
Bodleiana II, 128 die Kapitel itti«> die Verteilung der arabischen
SAmme und ihrer Wohnsitze;
Brit. Mus. ö7ö die vorishunischen Dichter und die islamischen bis
zum Ende des 3. Jahrhunderts;
Brit. Mii^. 1293 Dichter des älagrib vom 4. Jahrhuuderl his zur Zeit
des \ erfasse rs;
Eäcurial { Derenbourg) 287 Dichter von Mutanabhi bis Ibn ai-llabbai i^a;
Paris 2325 die Beschreibung der lünder Us einschliefilich Syrien;
2326 die vorishunischen Dichter und die des 1. Jahrhunderts; 2327 die
msgribinisdien Dichter vom Anfitng des 4. Jahrhunderts bb sur Zeit des
Verlassers;
Paris 2328 die Annale» des Islams von 541 bis 744;
Paris 2329 die Weltgeschichte bis zum Chalifat des 'All, dann die
Imaroe und Nachkommen des 'Ali bis zur f&nflen Generation ;
Paris (Schf'fVr) 2862 »reste dans les generaliti-s sur Ips hnl)itanl.s de
la terr«'. orientaux et (»ccidenlaux« ; 5867 und t')86h »contieunent cii 11 clia-
pitres une descriptiun dt! monde« ; .'»870 Biographien der Musiker usw.
Diese Handschriften sind Kopien aus Kairo, Tarib 99>
43. $afadi A*jin aU'asr. Konstantinopel, Aja Sofia 2962—2970.
Von $afadls AjSn al-*a.^r besitst die ^a Sofia folgende Bande:
2962 «Bd.!« enthlH nach einer kuraeo Einleitung die Biographien
von jrW bis ^/»Jlil;
46 HoBOvitz: Aua dm BibKothdten von Kairo, DftmMkna nndl Komtantmopel.
2963 beginnt mitteii in einem Artikel CJ uod reicht dann
weiter bis zum Ende des Werkes;
2964, Ulf dem Titelblatt als »«iJU. bezeichnet, reicht von ^0
29<>'> (ilfi- Anfang fehlt); der erste vollständig erhaltene Artikel bt
beginnt mit (j- ^j» und endet mit j
^ ; am Schluß als »Bd. V« bezeichnet, von anderer lland geschrieben
als die vorangehenden Nummern;
2967, aaf dem Titel -^U>« » beginnt mit j twd endet
mit d>^J^ Cy^ ^\
2ä6b beginnt mit (j^ und reicht Ua •U'i «/^
^ ; von derselben Hand geschriehen wie 2966 ;
2%9 beginnt mil ^ J\ Xs. Jjf- ^ Jjf- und reicht bis ^
^ cT* Auf dem Titel > ^i»l^l-; von derselben Hand
geschrieben wie 2966 und 2968; •
2970, auf dem Titel •JÜj«, beginnt mit (?) und reicht bis
Dir- Nummern 29(i2, Jiit. i. J'.ttn. 290.'), 29G7, 2970 sind Teile eine«*
Exemplars, das in Damaskus beendet und nach dem Original des Ver-
fassers anR<'fVi tigt wurde.
Vua eiiiufjäisciien liaudsclu ii\en enthält:
Berlin 9864 409 Artikel, deren erster Abä^i ist, liat zwischen »bS«
und «dSl« eine große Lücke und als letzten Artikel Jüsnf Ibn Musaflkr
Ibn 'Umar;
Paris (Scbefer) 5859 Biographien . von ^"j jJLJU bis Taqi ad- Din
AbfiL^asan *Ali Ibn Abd al-Ksn;
Eseorlal 1717 (vgl. die Bemerkungen bei D&renbourg, Les manuacrits
arabes de hi collection Schefer S. 31) die Artikel von Ali Ibn *lA bis zum
Ende von •*Ain>*
44. Jüsuf Sibt A^mad Ibn All Ibn lla^ar; Baunaq al-alfls.
Jerusalem, IJälid^a Tarü^im 14 (K.it. S. ö9).
Von den geschichtlichen Handschriften der öffentlichen Jjälidiscbcn
Bibliothek in Jerusalem ist nur das folgende Werk beachtenswert, das sonst
nirgends vorhanden zu sein scheint J»U^| ^»miC J^UiVl ^JJ Ct*
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HoKoviTz: Ans den BifalioÜieicen von Kairo, Damaskiu und Kotiatantinopel. 47
er. i> Cr-^i^ yV^ C^*^^ -'^'^ f^* f^Vt Her
hier bewalirte Teil hegiont mit »G« (öälib) und fQhrt dann die Artikel
der übrigen Buchstaben des Alphabets su Ende, worauf dann die Kui^as,
>Ibn«f Nisben, Alqüh und endlicli die Artikel über Frauen folgen. Die
Ilandsclirift ist ganz ohne diakritische Punkte ucsflirieben ; oft finden sich
Lücken zwischen den einzchien Artikeln, die uffcnhar sj)äler ci-gSnzt werden
sollten. Vor faßt ist dipsf Sntntnlunf? vciri ri ailitionarierbiographien, von der
hier nur Tt'il 11 vorliegt, im Jahre 857 11 (sso am Ende des Artikels ».Tünus«
vor den Iviuijas). Viele Artikel sind nicht ganz ausgeführt, z. B. hinter
AX- (^jj ist manchmal I'lal? fiir die Namen der 1*1)» rlicfcrer j^elassen.
I)te Länge der Artikel ist natürlich x lir \ oiscliitMleii. Die 1 laiulsoliiill ist
jrdeniVills zu Lel)/.eiten des Verfassers geschrieben worden, der die Lücken
späteT ausfüllen wollte.
45. Sabäwi, Ad-dau* al limi*. Damaskus, Tarib 36 — 40.
Dieses Buch, üaii den Titel flihrt j^l J>V
enthalt, wie in der Vorrede gesagt wird, Biographien von »LiaJJij »LJÜ|
•b3^0cr>Lib*t^Vlji)jaii»UJib»l »^Vlj ibjlj »UUlj
aIa t\ U«jj Ll£ jl C jUxSfc L«Ll< jjb U j"^^ welch*?
im 9. .lalirhundert (d.h., wie hinzugefügt, vom Jahre 801 an) gestorben
sind. Das Werk besteht aus ffinf starken Randen von je etwa 2.'>0 bis
3<^<t Kolitis und t-nthält die Artikel in alj)liabetisch'er Reiiienlblge. Die
Sciirift ist deutlich. Bd. 1 entliält die Artikel vom Anfang des Alphabets
bis Jlx'l yjjl.
Band II reicht von »Ul b» JL» O,
Band Iii von ,j y^s- bis ij
Band IV von jrU <> ^
B»)d V von bis zum Schluß.
Das Ende von Band IV stimmt nicht zu Band V: vor stehen
ninilich in IV die Artikel (jf^ von denon sich dann in V auch
einige finden; der Ver&aser seihst hat vielleicht diese Unordnung ver^
schuldet.
Wie icli erfahre , ist das ganze Damaszener Exemplar iur einen eng-
lischen Gelehrten abgeschrieben worden.
4fi. Riosrrajjhien von (lelehrten. Beirut, Uni\ crsite 8t-Joseph.
I)iesis Werk wird auf dein KiUken nis ^jl-^i j*^ jl" ^ A«Us
»UiJi ^\ j bezeichnet. Das ist aber nichl richtig. Leider fehlen vorn
einige Blätter und el>enso der Schluß. Das Werk entliält Biographien von
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48 RoMnnn: Am den Bibliothdten von Kairo, Damaskus und Konshmtinopei.
Gelehi It'll ; joilt* Bi()'^ra[)hie hat iluc Nuruaier; die ei-slf, dereu Anfung er-
halten ist, hat als Cberschrift ,j>^^\ ö^^* folgende ^^LJi ^tdil
f^J^ O* «JjVi y^J» und 80 haben dann weiter die folgenden Bio-
graphien teils die einfache, teils die doppelte ZAhlung. Die letzte in dem
Band enUtaltenc Biographie, deren Schluß l'elilt ((j* ^ ^ (j
kk^j^), liat die übei'sclirift ^tSii j^j Ä»U| JUi j^^iwjjtj ^^LJl
^^A^ ^j* -W öy y^\j ^oLJi. Der \'erf«sser gehört dem
10. «lalirhundert an. In der 169. Biographie (-tr J^) erwähnt er seine
Rejse nach Kajro im Jahre 913 und eine zweite im Jahre 922.
47. Aljtlalhajj Ihn Al^inud al-Akari: Sadjuäl aU-Ü^hab ti
ahbär man dahab. Kairo, Tarilj 1112, Bd. 1 (Kat. V, 72).
Von diesem Werk befindet sich ein Kxeinplar im Hesitr. von Reynold
A. Nicholson (s. Journal of the Royal Asiatic Society 1899, S.91I). Die
Kairoer Handschrift ist eine modeime Abschrift einer in Medina in der
Bibliothelc des Ärif llilcmet Bey befindlichen. Der 1089 gestorbene Ver-
fasser beliandelt in diesem biographischen Werke alle irgendwie bedeu-
tenden Minner des Islam, Gelehrte und Dichter, Regenten, Richter, Heilige.
I'titcr seinen Quellen nennt er Dahabi, den VeHasser des Kamäl (d.i. wohl
Gnnimülli [s. Brocketmann, S. Kamül ist also richtig und nicht in
-Kämil« zu andern, wie Nicholson a. a. O. will), den Verfassor dei- -1-lilja«
(Al)ü Nu .lim), den des >ManhaU (d.i. Ibn Tas^ribirdi) und Ihn IJallikän.
(diese Ansahen .stehen Bd. I, JS. B.) Knr die .lahre 1 — 1000 wtM-den die Er-
eignisse immer erst kurz, /nsammengei'aßt und dann die in jedem Jahre ge-
storbenen Personen behandelt.
Die Kairoer Handschrift besteht aus vier Bänden, von denen
Bd.1 877 Seiten zu 21 Zeilen enthält und die Jahre 1 — 350 umfaßt.
Bd.n 861 Seiten, umfaßt die Jahre 351—600.
Bd. III 1055 Seiten, umfaßt die Jahre 601—799.
Bd. IV 882 Seiten, umfaßt die Jahre 800—1000.
Ich gebe im folgenden eine Lute der größeren Bic»graphien (solcher,
die mindestens vier Seiten einnehmen).
Bd.I.
S. 214—226 As-Sainb (viele Verse);
S.301— 305 MüsS al-lUdi;
.S. :{22~a26 Mälik Ihn Anas;
S. 332 — 337 Ahn Jfusuf Ja'qüb Ihn Ibi-ähim, der berQhmte Kadi;
8. 3'i9 — 3G:i Muhammad Ibn al-Uasan al-^anaTi;
S. :^92— 398 AI -Amin;
8.400 — 45G Al-Mamiin;
8.710 — 7IÜ Al-Ualläg (der i)erühmle ket/.eri.sche Mystiker);
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Hoiovm: Au deD Bibliotheken von Kairo, Dftmadtiie nod Konetwitiiiiopel. 49
S. 792 — 797 AI - Bar haliai i, hanbalitisclier l aqih;
$.817—821 As.$üli, der Geschicbtschreiber;
8.830—836 Ai.ftMbi.
Bd. II.
S. 31—35 Abul-Fftdl Iba il-Xmidt Wedr des Bujiden Rttkn ad-dauk*
& 261— 266 Ibn SInl;
S. 266— 270 Abu SUl al-Httinu «l-I^anbali;
S. 462— 406 Al-6uwMiä, Imim aUbamoMiin;
S. 434 — 430 AI-iMu'taniid Ilm Abluid, König von Andalua;
S. 501— 507 AI. Ibn Aqll, gaib der ^anbaÜten;
S. 540 — 513 Ibn Tümart;
S. 58G — .'^9 Aliü Bakr Muhamiihid Ihn '\bi!-nl-Raqä, h?inbalitisclior Kadi ;
S. f>s I tütl Ann nd-din Abü'l - Mufafl'ai' Ja(yä Ibn Muiiammad Ibo
Uubaira, \Ve.>»ir des Muqiafi; *
Ö. 693 — 098 'Abdalqädir al-GUaui, der Heilige.
Bd. III.
S. 31 — 3<j Abu 'ümar al - iVliujdisi Mdbamuiad Ibn Ahmad al- IJanbali;
S. 101 — 107 Muwafiaq ad-Din Abdaiiaii Ibn A^mad al-Uaubali;
8.175—180 *Umar Ibn aLFtrid (der Dichter);
S. 22.'>— 241 Mulyi ad-dln Ibn krabi;
S. 692— 700 Taqi ad- din Ibn TalmUja;
S. 779 — 783 Abu ||a(jin Muhammad Ibn Jusuf al-AndalusI;
8.791 — 795 Ad-Dahabi •rauarrib al-ialSm«. '
Bd. IV.
S.68— 74 Timür;
S. 138—142 Firüzabädi (Verftaser dea C^üa);
S. 290— 294 Ibn lla^ar al-'Asqaläni;
i^. 302— 307 Ibn ArabäSh al-Uanan, UUtoriIcer;
S.457— 4G2 Sujüti;
S. 628 — 032 SIdi Mubannnad Ibn 'Arrfiq.
Die große Mas.se der Artikel ist gans kurz — drei bis sechs gehen
arif die Seite — , sü daß die vier Binde siuaminen zwischen 10000 und
I20O0 Artikel enthalten werden.
' E HographiMha Sunmhagtn 1lb«r «inieliie SÜdte.
4^. Abu I.siiüq Ibrabuu Iba Sa id Ibn Abdallüb ul-Habbäl:
Wafajit 375—456. Oamaskua, Ma^i' 78.
Das letxte Schriftchen, welches der Sammelhand 78 enthUt, ist be-
titelt ,y^Mk^j (j* >*" j^-^ ^j* ^ ^j^'
In der kirnten Vorbemerkung sagt Muhammad Ilibatalläh Ibti Ahmad Ihn
al - Akfätii , ilin» Abfi T«;haq Ibrnhim Ibn Sa'ifl Ibn 'AbdaUäli , der nnti-r
«Ulli NuHien •.■ü-i.iahbäl« bcknniit ist, die folgende Li.ste von Tode-^jahi-en
aiib Kairo nach Damaskus gescluckt liatie. Das Ver/eichuis eutliält (buui
Jlitt. Ii . SeiB. L Oriesl. 6|irMlica. 1807. IL Abt. 4
50 Hoiiovii^: Aus don BibliuUieken von Kairu, I.)aini&kus uiid Ronstantiiiopcl.
unter jedc-in Jahre den genauen NAiuen und das genaue Tode^datuui der
betrefffMidrn ohne sonstige R«'ni<>rUMngen. Die Lisle reicht vom Jalire 37.*»
bis /nin Jahre 4aÖ. Das bchriftcheu besteht auH 11 Fulios, die Seite zu
24 Zeilen.
49, Ihn at-Talji^än: Tartb *uUmS ahl Misr. Damaskus, Ma^-
mr 116.
Der SammelbaDd 116 enthSIt tAn letzte Nummer: ^ jl* ^ JjDl\ » ji;-^
j^oa ^JM «ui^ von Abu 1- Qiisiin Jal.iju Ihn All Ihn Mubaunnud Ibii Hiiäiilin
al-||adraini al-nia'rüf bi-Ibn at - Tahliän. Wir haben hier aber nicht nur <len
ersti'n Teil des Srhrirtchons, sondern bei dem Buchstaben -S- beginnt der
zweite. Pas Scliiilttlit'ii enthält, nljihahelisch geordnet, kleine Artihfl —
mir wenige .sind .msl'i'ilii lichcr — iilji'i' ilie (i»*lehrt4'n : du- 'rutlesjahre --riK ineu
nicht weiter als bis in den Anfang ties fünften .liilirinunlerLs zu reiclien.
Die letzten l?l;iller fehlen; der letzte Artikel, de»en Anfang noch erhalten
ist, behamJcIl j\ -Of- tj ji— ^1 4)i\ -* — t- -L^. Erhalten sind
300 Folios, die Seite zu II) Zeilen deutlicher Schrift.
Der Verfasser (vgl. Wüstenfehl 180) ist llt> gest(U'ben; er schrie!»
(^^ 2312) eine Fortsetzung der UeschicUte Ägyptens von Ibn Jilsiif (gei>t.347).
50. Ihn 'Asäkir: Tarih madinat Dima^q.
o) Damaskus, Tarih 1 — 2<i. In Danfa-skus sind zwei Kxeniplare vnn
Ihn Asäkirs Tnrrli vorhanden, von denen das zweite eine niodern«'. llt»!
vollendete Kopie des ersten ist. Wiu dieser zelitiliiiiidi^cti Kopie '.V-hlt
Band I (vgl. über die.se Ilandschrilten die Angaben di s l\,atali><^ .S. 8.'>, und
be-sondei-s Ilabib az Znj[jrit S. 75 und 70). Icli gelie im lulgeudeu eiiu- Be-
schreibung von Bd. I — XIX des ursprünglich der Maktabat Suhiimän Bäää
gehörigen Exemplars.
Bd. I enthüll auf 293 Folios, die Seite zu 33 Zeilen, die Etnleituof^.
Die Schrift ist nicht sehr alt, deutlich, aber vielfach fehlerliait
Dieser Band umfaßt die folgenden Kapitel:
6 <jL^j 4-»lj ^jh\ ^\ jUül
11' l j=y^\ v-i»V
j^ij fCVI V-»" J ß J^.'
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liouoviTz: Aus deii Bibliotheken von Kairo, Daaiaakoa und KoiMtantiiiopal. 51
12^ o\ u;vi ^Jül ^1 ß
^lUi ^>ui j/; ^ ^tji jj: VI ui j^r.
27' ^ßj j UI* ^jfr u oV-
30t l^lj ^ij^
^'j.^ ^1 ^ u oi-
45' »^U j-L-di Ol jUYO jL^Vl L ylf
57' Upu y ;5Sii Ol ^jJii >i ji' u ot.
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52 HoRuvn/.: Aus den Uibliothekeu von Kairo, DaiuaakuB und KonstanUnopel.
- 64' V. ^1 0^ f^» «>V »Wj yt.
67' J>» ü:^» Juvi j>C /ljJi ^ •t'!?
72» t>Ül Jj^ jCp jJl Iii ^Uib U
75' j fUlt >i jAry
77* iUt J*l ^l.
78' /bJl >i Im- >ll
86' J U'^t Ji-»». Ö\ ftiJl il> jif-i ^ U >t
89' f LJ( ^l:^^ ü jLJl)
(99') »»Ui obj (95») 5*> olij.
101' Jjj-' ^\».
106' A*U J^l ^ yU
■
110' J^^ jl ^L>1
118' juULI ^ ^ jfx^^ ^ ^^"^ ^
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HuBovtTz: Aus den Bibliotheken vooKatn», Damaskus uiid Konstautinopel. 53
121V -^1 j.^^y JjJJ\ •U*» Lj ^\ j JJU:» ^1 C)r^^V-
136» v^ui ^ V 2r V.^^ y r>^ 6^^" y^-
i37r >i ^LJi ^lüi ;:vi .Ju^ l
140» ^iU o Li juijVt ^ ß
145' yli j J^j. jj- 4 C cWlj ^JJ U >*. yif
147' JliLjill jUl ^ ^l,.
161- V i.\ J\J Jjij J^UJi. ^ULi JoyS\ ^
154' aJjJI ^ ^'Ijll g'LlJl ^Vl jJ^ ^ ^j«
159' ji>. ^^^L-j^ jp j -'-^^ ■V' ^. ^ «^^^
161' jjJlj y ^ U^j jjJi ^ yt.
170- 1^1 ^UJ JU. JJaij l4->.Ulj j^lU *->^
54 HoBovm: Ans den Bibliotheken von Kairo, Dttnuiskiu nod Kon8tautüio|iel.
172» ^ sJL. \>L- J\ 'Cj^\ >l ^'uTjJU^ ^i»
173* j>Jl Ji-b C-il^^^li jjJ^\ w»L
175' jUiVb Ji J-J • jVVI > j *W U ^t.
179' ijj^j^l ^1 w*Lö ^-u J ^UUlj^lXi-l jfr^jj u
183» V^^ij . . . \ wj" ^ ^l.
184' JvJl >b »UVI ...J. j-li. JJ* /5
186» beginnt dann '^1 ^U-t^ Ai^j Jl»-! ^ ,^Vl J
also die Biograpliie des Pr(>[ilirU;n, die daiui den p;an/.en Rejst di<'ses
Bandes und einen Teil des zweiten füllt; das Irt/te Kapitel nn«?pres Handes
(Fol. 284) iüt übei-schrieben ÄcU^^ Atf.L-J>.ij »U*J| Jl ^^-Jj^ ^
Die Isnade nehmen einen sehr großen Haam ein, und Ihn Asäkir
bringt nach Art der Haditwerke meist dieselbe Tradition in mehreren Ver-
sionen mit ihren verschiedenen Isnaden. Der tatsächliche Inhalt des Bandes
wird dadurch bedeutend dem scheinbaren gegenüber verr ingert. In Bd. I
habe ich keine Lücken gefniulen, wie sie in den folgenden Bänden häufig
sind. Sehr korrekt ist der Text nicht überliefert.
Bd. II (auf dem Titelblatt ^i^l) beginnt mit der Biographie des
Vorrede sagt Ibn Asikir» er beginne die
Biographiea mit Ahmad, weil das der Name des Praplieten sei. En fehlen
aber zwischen Bd. 1 und U die Biographien vom ersten Artikel s. v.
'\9^\ bis <Afr die wohl einen besonderen Band geiullt haben.
Bd. II besteht ans 438 FoUos, Sclirift wie Bd. 1. Die Biographien s. v.
A^i reichen bis Fol. 147»; dort beginnen die Artikel jU, und dann geht
es in alphabetischer Keihenfolge w eiter bis ^ ^J
Bd. III (auf dem Titelblatt «iJ^i) iieginnt mit deui kurxcn Artikel
iSfi» ^ c^-^Vl cU^I) aufweichen die Artikel »V^t, ^iw^t,
usw. folgen. Der Hand llihrt dann die Biogrn|)hien weiter bis j''^
^miMk^ ^1 j jf' (jj^ er besteht aus 323 Folios derselben Schrift wie Bd. 1.
Bd. IV (jjl beginnt mit u/*^ ^ «sieht bis CN-i-t
-Xs- ^J/. l>er Band besteht ans 342 Folios, Fol. 1 — 1G4 haben
aber nur je 2T Zeilen (Sclirift wie B<1. 1).
Bd. V beginnt mit ^ O 4Ui JLC- 4/ juJ-i und führt auf 359 Fo-
Hos die Biographien weiter bis LsjJ ^ jU (Schrift wie Bd. 1).
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HoBovrra: Ans den Bibliotheken von Kairo, Damadtns und Ronstantinopel. 55
Bd. VI (noch nioht im geilruckten Katning, weil ei-st nach dessen Druck
wiedergefunden) b^nnt mit ^ß^\ J^y-'^\ lT und itibrt die Bio-
graphioi weiter bis «st tj j; die Folios sind nicht gesdUilt.
Bd. VII beginnt mit den Artikehi ^y^^ (der en*tc i.st «a-p ^J
Xm^ y\ ^\) und reicht auf 327 Folios bis (5^iVI cT üU^*
Bd. Vni beginnt mit ^jl (j ^\A^ (mitten im Artikel; nach einer
Bemerkung aui iSdiluß von Bd. \'1I soll d* !- lol<;ende Band mit jLj j\e^
beginnen, awischen Bd. VII und VIII fehlen also wieder Artikel) und reicht
bis jij««» j»! fj, Bl&tter 9ind nicht gesählu Große
LQcken z. B. auf d^ vorletzten Blatt.
Bd. IX führt die Biographie des 'Abdalish Ibn Biir zu Ende und reicht
dann weUer bis ^ 4»! JL» ^ J\ JL». Die BlStler sind nicht
getihlt
Bd. X beginnt mit dem Schluß eines Artikels il^Vi-cT C^^^^*
auf welchen dann ^j—^l 0" ü ö^J^ folgt. Die Biogr«])hien
u erden dann weitergeführt bi» Cf } auf dem letzten Blatt ist
die Hälfte we^eschnitten.
Bd. XI beginnt mit ^ jl\ JLC' fjf^ und reicht bis
Bd« XU beginnt mit (j reicht bis (j
«^Ua^t, welcher Artikel in diesem Band nidit z» Ende gelilhrt wird.
Bd. XIII führt die Biographie des *tJmar zu Ende, auf welche dann
die anderen bis ^ ü sj'^ f'^'g^'i» dieser Artikel wird in diesem Bande
nicltt zu Ende geftihrt.
Bd. Xl\" enthält den kur/.en Schluß von ^ ^/ <J^^^ ""'^
fieoden Artikel bis ^LÜ^ cK^^^ cT *^ Buchstabe >Mim« beginnt
mit »Mul^ammad«).
Bd. XV mhrt die Biographie des Ol '«^ li^nde (am
Anfang des Bandes fehlt etwas), und dann folgen die weiteren Biographien
bis er X^.
Bd. X\'I beginnt nochmals mit dem .\a"tikel ^Jom fj Jjf" und lührt
die Biographien weiter bis ij -Lm.
• • •
Bd. XVII beginnt mit JÜjil JU« und sdilieQt mit ^ <> Jji^*
Bd. XVI II beginnt mit ij ,3^^' (Buchstabe Läm-Alif) und
endet mit 4« jU« <> ^J*
5C Hosovm: Aiw den Bibliotheken von Kairo, Datnaskiu and Ronstantinopd.
Bd. XIX b«s;innt mit OlT (der Rest von Js und der Aniane der
Kuojas fehlt also), Itthrt die Kunjas su Ende, auf welclie dann die «Ibn«
folgen, dann die -Alqäb-, die >Nisben«, die, deren Namen unbekannt sind
(J»>j, (^U> usw.), imd endlich die Frauen.
b) Damaskus Ma^ämi' 14.
Die Handschrift Magämi 14 beginnt mit Biographien s. v.
auf welehe dann mehrere s. v. Je- usw. folgen. AusfQhrlich ist nur
der Artikel wiÜ» ij\ der sich über drei Al>schnitte erstreckt, %'on
welchen der letzte außerdem noch ^^li» ^j- Jfc. ,j\ Cf_ ""d Cr
^LJl enthält (diese wieder sehr kurz); es folgt dann noch ein >TeiU und
der Anfang eines anderen, die letzte Biographie behandelt den -A^ ^
<Ji,y\j LT.. Es handelt sich, wie ein Vergleich mit Bd. XII der Damas-
«
zener üaodsehrift Ton Ibn SUSkirs Chronik zeigt, um einen Teil eines Aus»
zugs aus diesem Werke. Das Fragment besteht aus etwa 90 Folios, die
Seite zu 20 ZaUen alter Schrift.
Habib az'Zajjät S. 29 beschreibt unseren Band so: ^ u**^
^Aj «iJ^i JVj ö- Ca-J^ '^-^^ *W-Vl
c) Konstantiiiopel Däniäd llnTihim liäSä 872 — 882.
Die Bibliothek Dnmnd Ibrahim Bäsä entliSit als Nr. 872 — 882 elf
Bande von Tbn 'Asäkirs Tarih niaduiat DimaSq. Ich habe dif Rthliofhpk.
di«^ s»'lir schwer /.iijiruiuHch ist , hcsiiclit , und iiacli iHnj^wieris;»'?» ( UTiiuims-
nrbciteii konnte icli < iidhcli die liücher besiciitigen. Dabei sleÜle sich
heraus, daß die Nunjniern 872 — 882 wie mehrere andere, die ich suchte,
nicht vorhanden waren. Pas -Minislere de l'instructiun publique« hat viut
Untersuchung tiher den Verbleib der Handschriften eingeleitet.
rf) Konstantiuüpel Aiir-Klendi 1812 — 1819. Ich konnte diese llaad-
schriften nicht selbst einsehen und verdanke die l'ulgeitden kurzen Notizen
der Freundlichkeit des Herrn Naoum in Konstantinopel.
1812 Vol. I enthält die Einleitung und die Biographien von Ahmad
Ibn *Utba bis Ösbir;
1813 Vol. II Biographien von 6a*wana Ibn al- Uärit bis Zaid Ibn Aslam
Ibn Xbdallih;
1814 Vol.lll Biographien von Säbiq Ibn 'Abdallah bis 'Abdallah Ibn BiSr.
1815 \'ol. IV fuhrt die Biographie des 'Abdallaii ibu iiiSr zu Ende
und reicht danu weiter bis 'Ubaida Ibn ^mUI
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Hdrovitz: Am den Bibltatbeken von Kairo» Dain««kiM und Konstaattnopd. 57
1816 Vol. y Wginnt mit 'Ubaida Ibn Abdarral.iinän und endet mit
'Jjiil Ibn 'Ätif «1-lIim^i.
1817 Vol. VI enthSU Biogiajibien von *yid Ibn Muslim bis Mnbiid
Ibn Walib;
181S VoLVIl Biographien von Ma*l»d maali al-Walid bis Jazid Ibn
Abi Maijam; dann folgen die Kiinjas «Ibn«, die Alqlb« die Frauen und
endlicl) die tinbestiniinten (>ein Mann«« «eine Frau«) Gewäln'sm&nner.
1819 gelulrt einem anderen Kxemplar an und enthält die Biographien
von al-lla.san Ibn AU Ibn Abdallah al-üurasänt bis al^^usain Ibn AU Ibn
al-Haitam.
f) Kairo, Bibliothek der Azhar.
In der Bibliothek dor Azhar in Kairt» >»pfindpn sich 21 Bände von
Ibn Asäkirs grolier ( iiroiiik ; etwn di<* fliilfic habe ii li p;esehen, die andeirti
nur aiLs der Beschreibung des Katidogs kennen gelerat. Es sind die l'ol-
gendeu Bände:
Bd* J » entiiält den Anfang des 5. Teiles (»J>-) i das letzte des
Bandes hat die Überschrift: ^Ull J*i diU ^ U
itli^ij iÜl (vgl. Damaskus, Tarih 1, Fol. 73*);
Bd. 11, Teil dl — 99, enUi< die Biographien von js^^ bis su den
ersten Artikeln, die mit CjiT beginnen;
Bd.lll, Teil 127 — 152, beginnt mit CUf- und endet mit
den eislen Artikela von
Bd. IV, Teil 172—180, enthftit die Biographien von j^lj bis [|^^( ;
Bd. V, Teil iö6 — 100, beginnt mit ... A-*- imd reicht bis
Bd. VI, Teil 231—240, beginnt mit ... und reicht bis 4»l 4^
ä;
Bd. VII reicht bis Teil 257 und enthilt Biographien bis 4tti
Bd.VllI, Teil 261 — 270. enthält die Biographir des A1..1 Baki fAbd-
alläb Ibu Abi Qubafa) und andere Artikel, die uiit 4Ul beginnen;
Bd. IX, Teil 281—290, beginnt mit Jjf- Cf^ Af und reidit bis
• • •
Bd. X beginnt mit JlJ^^ und reicht bis 4A\ JUfr;
Bd. XI, Teil 819 und Fragmente der folgenden Teile, enthUt Biogra-
phien von jjf- (j *wi bis juJ-1 (^-Vfr ;
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58 HoRovm: Aus den BIbliotbekeii von Kairo, DamaAiui und Koaetontinopd.
Bd. XU, Teil 482 — 500, Biograpliien von »>is tT ^
• •
Bd. XIII, I ctl ööG — 0.')7, Uiugi'üjiliiei) von
Bd. XIV, Teil 372—380 (??), Hiosiaphien von 0, i
Bd. XV, Schluß von Cr ^ Cf
Bd. XVI. Teil 401 — 404. Bi(»<,'raphien voh ^ bis JiAi Cr
na. XVII, IVil 40r> — 410 und zwei Blätter des 411. l eils, liiugra-
pkien von -LUU- ij bis j>l57
Bd. XVIII, Teil 419—434, Biographien von ^UÜt Cr ^
bis ^-V^i) Ai^ ;
Bd. XIX, Teil 463—472, Biographien von iala^ bi« w>J C^
Bd. XX, Teil 495— 510, Biographien von J^^l Cr j >^ bis
y Cr. jj^^;
Bd. XXI, Teil 521—530, Biographien von JLlij Cf >>is Jb jr^
ijU Cr-
Die Bände III, V, ^'1I, XII, XIII, XVHI, XIX sind von inagti-
binischer Hand ge»chriehen, die übrigen von dem Sohne des Verfassers,
von dem auch der eine in der Khedivialbibliothek aufbewahrte Band
herrQhrt (Tirib 17, t. unten). Dieser Band entliUt die Teile 215—219 des
Werkes, gehört also zwischen Bd. V und VI des Exemplars der Ashar.
Die Schrift ist freilich nicht leicht zu lesen und entbehrt meist der diakriU*
sehen Punkte; aber jedenfalls biete: dieses Exemplar einen aothenttschen Text.
/) Kairo, Tarib 43m (Kat. V, 25).
Dieser iJarul des Werkes he-^iifint mitten in iler Bio^raplii«* »les Hn^ji^g
Ihn JtJSlif 1111(1 endet mit «1er «les Hili'i Ihn IJiräJj. W< (!er am Aiit irig
noch am V.\\i\>' limlet sifli eine Angabe iiher Titel oder Autor uml iler Wr-
fasser des Katelußs sriieiiit durch eine Notiz im Artikel ^Uält j^, wo
der Autor sagt Jh-l-*Jk> Osi^j o «u seiner Ansicht veranlaßt
\vt»r(len zu sein, einen Teil des Werkes von Ihn 'Asäkir vor sieh zu liahen.
Daß es wM*kli<'h Ilm 'Asfdvir ist, l>eweisi die H<'ih<'nr(>lü:e der Artikel. <He
in dem dritti'u Baude iles Exemplars der A/.liar (welcher mit ^ ^J—^^
4fi\ ^-T-Iafr beginnt) die gleiche ist. Un^er Band umfaßt aber nur 1 (>5 Folios
(die Seite zu 21 Zeilen, undeutlich gesehriobcn), und die.se Anzahl von BlSttrm
kann unmöglich alle Artikel von l.ia^|ä|^ bis Rib'i in ihrem vollen Umfang
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HoRovnz: Aus den Bibliolhckcii von Kairo , PantasliLs und Kon$tantitiO]>el.
♦•iithaltf'ii; iH'lunen doch in ilcm Exeiiiplaf ^\vv Azhar allein die Ai*tik«l
von Ha-san Ihn Atijjnt-allali his zum h't/trn I;^asan ^^'^ Folios (die Seite /u
27 — 28 Zeilen) ein; von da an his /.um Schluß des Bueiistahens >- zählt man
etwa 180 Folios, und der Buchstabe ^ erstreckt sich fiber 120 Fulios. Wir
haben es also in der Handschrift der Khedivialbibliothck Tarib 43m mit
einetn Teil eines Ausaigs aus Ibn 2i\säkir zu tun.
ff) Kairo, Tarib 17 (Kat V, 25).
Dieser Band, der aus HIo Folios he^telit. ist, wie ein Teil der Bände
in der Azhar-Bibliotlurk , vom Sohne des X'erfasseis geseht ieben. Kr enf-
hrdt die Biograpliien von Önrahhil Ii)n Ijasana his Safwän Ibn Sidaim;
Fol. 141 — !>i5 scheinen einen Teil eines Werkes über den Propiietcn zu
eiiUialtt n.
/i| Ivairo. lühliotlirk Muhammad iMiduh.
In der Bibliothek des V( i >(..i lK rir!i Mufti Muhauunad 'Ahduh, die jetzt
in 'Ainsaujs iu x'iiu-ni Mause aul"bt vvahi-l \vir»l. linden sieh zwei Bän<le \ on
Ibn Asäkirs Werk. Der Katalog verzeichnet vier Bände, aber der Ver-
bleib der beiden übrigen ist noch nicht aufgeklärt. Purch die Freundlichkeit
des Bruders des MnfU, Qanimtida Hey Abduh, konnte Ich die Handschrift
benutzen.
Der eine Band, auf dem Titelblatt als »Teil V« bcKeicbnet, enthält
die Biographien \oi\ Said Ihn 'Atija bis Simäk ]bn aUAbwas in deutlicher
Schrift, der aber <lie diakriti^t Im n Punkte fehh'U.
Der andere Band enthält die Biographien von'lJhaidalläh Ihn Muhauunad
Aliü Ali'lnll.ili al-Makit his 'l'Mnän Ihn Ma'l):id Ihn Nüh und selieint von
derseÜH'n magi'ibinisdien Hand gescitrieben zu .sein wie ein Teil d<;r Bünde
der Azhar.
{) K.iir... Tni-ih •V22 (Kat. V. lli.'i): T.-i'litj min tarllj Ibn Asäkir.
l)i'--e li.unlschrift konnte ich nicht durchsehen, weil sie im Aus-
>telluiigsziioiner ausgelegt war.
Auf europäischen Bibliotheken finden sich folgende Bände:
Berlin 9781, enthält einen Teil der Einleitung, beginnoid mit >bäb
^azät an-nabi Tabiik* und endend mit »hfib tiikr al-aradin« (= Damaskus
Vol.1 101» bis 145').
Cvotlia 1775 enthält die Artikel «Ibrilhlm« und Artikel aus dem Bucli-
.Htabcn «bä** A»togra{jh des Snhnes des Vcifa.Hser.s.
Brit. Mus. 1287 enthält die Artikel Zai<l Ibn vSaläm bis Sa'id Ibn '.\rid.
Brit Mus. 12H8 enthält die Artikel Sa'id Ihn 'Atijja bis Sulaiin Ihn Sälil»,
»äulainmn« st»'ht vor Sidaim, ist also noch in diesem Bande enthalten.
Brit. Mus. t2S9 beginnt mitten im Artikel Lä^iq Ibn Ijluuiaid und
reicht bis dazid Ihn ?i!- A^an)m.
Brit. Mus. :hi.s beginnt uu't'l inar ihn al-^attäb und endet mit .Anu"
Ihn Baijir (al-(Jähiz).
Brit. Mus. Supplement OöS enthalt einen Teil der Einleitung, he-
i;innend mit •tautiq ahl a&-aam« und. endend mit «bäb ^ikr ba'd atdmr
ul.dag^U (= Damaskus Vol. 1 Fol. 75^ bis 150»).
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60 HoRovrre: Am den Biblintheken von Kairo« Damaskus und KonaUntinopel.
Camhridgi* 184/185 \' ol. I »pontauis tlic hi^Ntoi irai inii uUurtioti . Vol. II
th<' biugia[ihies down to Isma il Ihn Aijilii, \ ui. Iii the saiue down to Gäbir
Ibn Amr*.
Pkris 2t37 beginnt mitten im Artikel JaxSd Ibn Jadd Ilm Öfiblr und
meht bis in die Kunjas (Abü Mubammad Ibn al-XbbiB) liioein.
Petersbui^, Asiatisches Museum 285 enthSit die Biographien von
^Abdallah Ibn *Imrin bis Abdallah Ibn Qais Ibn Sulaim.
Ferner: Tunis, Zaitotina 65 (s. Bulletin de correspondanre africaine II,
S. 20) entbilt die Biographien von Durri Ibn Abdallah Ins Sa'd Ibn Ab!
Waqqils. Dasa kommen noch 7.wei B&ode im Privatbesitz des Grafen
Landberji.
Die Uand^chnttcn . wrlrlic nur Auszüge aus dcui Werke enthalten
(Berlin 9782 /8:i. Gotha ITTi. 77. lUhingen 6, Köprfdüzäde 1148/51) sind
in dieser Aufzählung nidit herücksichtigt.
51. Ibnal-Adim: Bugjat a^-(alab fl tari|) ^alab. Koostanti-
nopeU A ja Sofia ??03»>.
Der später hiuiugefiigte Titel lautet ^-Ül \ »_JU- ^ J^'« l^er hier
vorliegende Band enthält aber nirlit eine Geschichte von AleppOt sondern
eine Beschreibung von Syrien und Mesopotamien, in welcher neb*»n 0'""*
asrin, Antakija, und sehr vielen größeren und kleineren Städten auch Hala>>
seinen Platz hat. Gelegentlich des Abschnitt« über SifHu wird ansfTihrlich
der Kflnipf zwiscluMi Mu'äwija und 'Ali behandelt (Fol. 117 bis ItiH ungt-tTiliri.
Am Schluß steht ein ausführliches Kapitel über die arabischen Stänune,
die sich in ^alab ansiedelten, und ein anderes über die Elrobening von
Qalab und Qinnasrin. Das E^nde des Bandes fehlt
Haben vrir es hier wirklich mit dem Werke des Ibn al-^üdlm an
tun? (vgl. Ober dieses Blochet in Revue de Torient Utin Vol. III, 509).
Was wir von ihm an Fragmenten in europlisdien Bibliotheken besitsen,
enthilt nur Biographien; die Einldtung seheint sonst nieht erhalten su sein.
52. AbüM-Qasan XI! Ibn Mub*niniad: Ad>durr al-munta^ab
fi tarib Ijalab.
a) LSlefi S036/37.
Der 'ntel in *2036 Uutet: ^ 4^ j «>a:It 3i ^ JjVI
(richtig lautet der Name: 0; ^ y \ cT^^ *^ «• HU 1877).
Das Werk ijietet eine Ergänzung des von ^j ^J ^ \
^oJl verfaßten «Ji»> ^jiT wüi^i ÄJI» i von welchem ein Teil angeblich
in ^a So6a 3036 vorliegt (s. die Inhaltsangabe dieser Handschrift). Nach
kurzen einleitenden Kapiteln Uber Nsmen, GVenxeo, Voraflge. die Eroberung,
die wichtigen Bauten, Moscheen, WalUahrtsstittai usw. von Aleppo folgen
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BoMvm: Aas den Bit^ioUieken von Kairo, Dunaakus und Komtan^opel. Gl
dieBlogn]rfiien der nacli 658 ventorbeoai »t.'jjj »UJi^ iSjj
Die etnleitendeu Abschnitte reiciico bis
15'; dort sehlieBen sich die Biographien an, die in diesw Band bis CJf^^
<4^\ ij\ gefnhrt werden. Der Band bmtebt aus 270 Folios , die Seite zu
21 Z^i\tu deutlicher Schrift.
2037 enthält nicht die Fortsetzimg des •durr aUmuutaljab« , wieder
Katalog behauptet, sondern einen Band des »masililL al-alMfSr« (.s. d.).
b) DSiuäd Ibrählm 922.
Die Böeher, die ich mir aus dem Katelog dieser Bibliothek notiert
liatte, sind bis jetst noch nicht aufgefunden (s. oben unter Ihn 'Asikir).
Von europäischen Bibliotheken enthalten:
Berlin 9791 unser Werk bis aur Biographie des IbiCbim Ihn 'AU Ibn
Abil Fawiris;
Gotha 1772 die Bachstaben b bis die Polemik von Pertsch gegen
90 ist unberechtigt;
Brit. Miuj. 430(2) enthält nur die fünf Pinleite iiden Abschnitte:
Kopenhagen 142 enthalt nicht iins-er Werk, sondern das des Ibn
6ihn<i , wie ein Vergleich mit Ahlwardt IX, 2ö7 Tiei^t. I)aj?ef;en ist in der
Collection Schefer (Hililiotheqiie nationale hSöo) ebenfalls lid. I unseres
Werkcj» eiitlialttii , iler aber dort bis zur Biographie des Abd iii-l^uliir ibn
Mu^^aminad reicht (s. Dcrenbourg S. 36).
ÖÜ. Al-lJatib al-Ba<jdädt: Tari^ Bagdad inadlnat as-saläni.
Die große Biographiensammlung des IJatib aUBagdädi »t in» Kon-
slantinopel in mdireren Exemplaren voUat&ndig vorbanden; aufierdem
finden sieh noch mehrftch einzelne Binde vor.
a) KöpraiOtfde 1022/83 (vollstlndiges Exemplar).
1022 enthilt die Einleitung des Werkes und die Biographien bis
-Vi^l /f j^^. Am Ende dieses Artikels steht als Überschrift ^li
»ki-l (innerhalb der einzelnen Buciistaben des Alphabets läßt der Verfasser
«
die alphabetische Reihenfolge unbeachtet).
1023 bfittinnt denn auch mit »U-i oi» und fuh rt die Biogranhien bis
* •
xum Ende des Alpliabets, worauf dann noch das jSSi Jf und Jl
^\ Juoäll» .si-W J^i ^ folgen. Am Schluß des Bandt-s
heiBt es: ^'^'^\ i>»U .^L' f%Jt OJU ^\JA^ j^J: J^^^ JA i-j^
^5j\JUÜ^ Ol* C\ "j- ß. ^j} fl»VU Die Abschrift ist im
Jahre 1UÖ4 vollendet woiden.
Die beiden großen, starken Bände, die bis auf den Einband s^r gut
erhalten sind, sind sehr d«itlich gesclirieben ; Jede Seite hat 39 Zeilen.
C2 HoMnrm: Ans den Bibliotheken von Kairo, Dtmaakiu und Konatnatinopel.
L) Küpiiilü/ri.]»' 1024 — (einzelne Bände).
1024 enthält Teil 1 — 10, nämlich die fclinleitiing und die Biographien
biü A-^llJi ^J -XJ^ (2')0 gezählte Folios, die Seite zu 21 Zeilen).
102d enilMll die Biographien von 4»t JLP Cx, cT ^ cT Cf^^
bis cf ji-
102H begiiuU mit der Biographie des jy ^ ^j^^ O
und reich! bis zu der des w>J cT cT -'^ (^^1 gezihlle Folios,
die Seile xu 25 Zeflen).
c) Qakim oglu 'AU FSftä (vollständiges Exemplar).
4>93, Bd.I reicht vom Anfang (Einleitung) bis xuui Artikel
■^^^\ jyoi-», der aher in diesem Band nicht ganz, /.n Unde geführt winl.
<>'J-i, Bd. II fuhrt den Artikel J yo>jk (j ^ — ^\ zu Ende un«l enthält
dann weiter die übrigen Artikel bis zum Sehhiß des AlpbabetSt dann die
Kunjas und die Frauen. Die Schrift ist deutlich, aber im ganzen ersten
unil einem Teil des zweiten Bandes sclieinen die Buchstaben der Vorder-
b/.w. Rückseite so stark durch „daß das Lesen schwer fallt.
(1) Asir Kfendi »)04 — ♦»Oll (vollständiges Kxemplar).
U04 eniiiäit die Kioleitung und die Biographien bis 4/
•« . ^» •
6Ö5 b^tnnt mit ^^y^ ^> J-ia» ^j- (diese Worte werden am
Ende von 604 als Anfangsworte des folgenden Bandes angegeb(Mi) und reicht
bis ^ Cy, ü ^s^'
»iO«"v Itc^riniit mit j\ j^» (jr und iiihit die Biographien zu Ende
«tarnt den Abschnitten über die Kiinj.'is und die Frauen.
Die Abschrift ist IMl vcillendet worden, <lic Schrift deutlich.
e) Nur- i-'ütmänijje 3093/94 enthält nach dem Katalog ebenfalls tlrn
TarHj Bagdad; ob vollständii: konnte ic!i leider nicht f«'<;t!?tcl1pn . dn dir.sc
Bibliothek nur durch ein sp.vicllcs Iiädc ziigiinL'lirh ist, das ich mir der
Kürze m^'ines Aufenthall.N wc^ca nicht vcrsrhaflVn konnte.
/) D.imäd Ibrähim 889. Der Verbleib dieser Uandsciirift ist bis jelxt
nicht l'e;jti;c stellt (s.o.).
7) In der Azharbil^liotlick (Taril> ^«i'>) sind die folgenden Bände dei«
Tari[i madinnt ns-saläm vorlianden:
Bd.lV (a»\J1 jÜi, so auf dem Titelblatt bezeichnet), enthaltend die
Biographien von jL^i 'Xs- (j A>t bis UJ^ Jl^m»«>I. .
l\d.\\ beginnend mit Juaili J>;«^^ ""«1 reichend bis ^J j^— ^\
Jj^% welcher Artikel aber in diesem Bande nicht zu feinde ge-
nihrt wird.
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HoBOVtTz: Auh tleii HiLliulhckeu \uu Kairo, Datna^ku^ uiiii Koiiülaiitinupel. (iij
Bd. VI , enthaltend den Schluß der Biographie des Cf, O^**^)
und die folgenden bis CX, Ül ^\
Bd. VIII, beginnend mit ,V ü cT ^ J^^ und schließend
init iä>-l^l ^J the letzten Blätter fehlen.
Bd. IX, heginnend mit Jl-»-^ ,j und reichend bis wijy^
; auch hier fehlen die letzten Blätter.
h) Kairo, Tarih 530 (Kat. V, enthält Bd. I des Werkes in deutlicher
Schrift, der aber die diakritischen Punkte vielfach fehlen. ;\uf die Kinlcitung
folgen noch dieBiugrajihien bis Mul^aunnnd Ihn al-Ihusan Ibn'Ulinän Ibn'Umar.
Kairo, Tarilj tiO (Kat.' V, 2<)). Difscr Bnnd lir'iinnt inif dem Artikel
Nu'aitii Ibn n;iiiinind tind lülirt dn<; Werk vm Hmlr. Ih r Band besteht aus
178 Folios. Aukier in den vullstiiiidii^fn Kftfsstantiijopt'ii'i I^xpnijilaren findet
sich dieser »'iVil X« des Werkes nur iiucli in der Berliner üaudscljrilt
WE 28 (Nr. des Kataloges). Diese BerUner Handschrift ist unvoU-
slindig und falsch gebunden. Erat F. Kern hat in ihr einen Teil des Taril)
tnadloat as-salini erksnnt
In europSischen Katalogen finden sich noch folgende Teile des Werkes
beschrieben:
Berlin 9757, enthSlt nur einen Teil des Artikels 'Äniir Ibn Surabbll.
Berlin 99<).'{, (s. oben i) enthält den letsten Teil des Werkes.
Paris 2^J^^, entliiilt dir Biographien von Muhanunad Ibn Ishüq Ibn
Jasär bis jNTiilininmad ll>n ai-I,Iasan Ihn Saih al-I>fahäni.
Paris beginnt mit Mutisnimad Ibn Ka^r al-Fihri und endet nUt
Ai>uiad Ibn 'Ubaid as-Saffär.
i'aris 21.10. beginnt mit .Sfdib Ibn Mu^iainuiud ibn Amr und endet mit
Abd ai-Azi/. ibn Muhanunad al-Mutarriz.
Paris 2131, beginnt mit Ali Ibn Midjiammad ad-Dämagäui und endet
mit al-Padl Ibn Muhatninad Ibn .Sa'id.
Brit Mus. 781, enthalt die Einleitung.
Brit. Mus. 782, enthält die Biographien von Muhsmmad Ibn al - Ilusain
Ihn Muhammad Ibn lyiStim bis Muhammad Ibn Miskin Ibn Nunwila.
Brit. Mus. 783» enthält die Biographien von Muhammad Ibo *Uniar Ibn
^AfilLn bis Mu^^unmad Ihn Ilärün.
Brit. Mus. 784, enthält Einleitung und Biographien bis Muhammad Ibu
isl^«! Itjii Muhammad Ibn Faduwaih.
Brit. Mtis. Supplement 05.") hat denselben Initalt wie Brit. Mu». 7S4.
Femi r: .M^jrr (Fagnan 8. 44'») Nr. l(j(M» enthält die Kinleitun^ und
die Biograjiliien bis Ahmad Wni l.bisan Ihn Abd al-(jabbär; Nr. 1607 setait
die Biographien fort bis IJiusain ibn jahir Abu Abdallali.
54. Iba an-Naggär: D&il Tarlb madinat as-Salim. Damas-
kus, Tarih 42.
Der Katalog S. 84 beseidmet Nr. 42 als <^JU ^jlT von Mu-
hibb-ad-din al-Bagdfidi. Auf dem Titelblatt steht aber — die erste Keihe
64 HoftoviTz: Ana d«i Bibliotheken von Kab>, Dunaskiis und RonaUnthiopel.
ist überklebt — Ujjj f>^Vl J^\j • • •
0; er -A^ üi^< 1^ -i-U^I fUVi ^\ ftVi .Uk
jl^l iji A\ ^^lAiJi.
Es handelt sich nhso um die Fortsetzung des T.nnh madiiiat as-Saläui,
die Iba än-Kaggär verlaßt hat. Der er tc Artikel ist j^jtj
der leiste Cf, ^/^\ cT cT ^« vorhandene Band
bestdit ans etwa 220 deutlich geschriebenen Folios, die Seite zu 27 Zeilen.
Die Tode^ahre g^Öreo ineütt den Jahren 400 — 600 an. Am Ende des
Bandes heißt es: cT^I >T y^J »JU JüLL|
J--»VI Wir haben es also mit Bd. XX des Werkes zu tun.
55. Ibn ad-Diinjütl: al-mustafüd min dail larltj Bagdad.
Kairo Tarib 2% (KatV, 150).
Diese Schrift des Abmad Ibn Aibak Ibn Xbdallsh al-Qusaini, bekannt
unter de« Namen ■ibn ad-Dinyiti« (gest. 749), ist ein Auszug aus dem
tanb Bagdid. des Um an-NaggSr (gest. 643, s. WQstenfeld 8. 123, Nr. 327,
Brockelmann 1,360), von welchem Teil XX in Damaskus, Tarib 42 (vgl.
Nr. 54) erhalten ist. Utiser Buch besteht aus acht Teilen, die zusanunen 84 Folios
einnehmen. Jede Seite hat etwa 23 Zeilen; die Schrift ist oft schwer zu
lesen und entbehrt meist der diakritischen Punkte. Das Buch — also ein
Auszug aus der I'ort-setzuiij^ des Tarüi Haüdad — - enthält ledigüfli Biogra-
phien: Teil I (Fol. 3 — Iii) solche von Männern, derfn Namen mit Mu-
hammad i)eginnt. Teil II <K«)I. 14 — 1>;?) UMäliim his Aliinn.!. Teil III (Kol.
24 — 3.3) .Schluß V(»u AInuad Itiü nu->an , i'eil 1\' { 1 ul. ;i 1 — 4.i) Ilu.sain l»is
Abdall&h Ibn 'Ali, TeU V (Fol. 44— 53) Schluß von Ahdalläh bis Ali Ibn Allal>,
Teil VI (Fol. 54— 63) Schluß von Ali bis aUFadl, Teil VII (Fol. 64-^73)
al.Qisim bis HibaUlläh, TeilVllI (Fol. 74*-84)'Schlu0 von HibataUih bis
sum Ende des Werkes.
56. D&habi: al-muhtasar al-mubti^ ilaih min tarib ad-Du*
baiii. ivairo, Tarih 324 (Kat. V, M5).
Auf dem Titelblatt dieser Handschrift steht: al-mul}ta>ar al-niubtä^
iiaiit min tarib abhäfiz Abi Abdallah Muhanmind Ibn Abi Sa'id Ibn Muhammad
ad-I)ubaiti iniicja Mid.iannnad Ibn Ahmad Ihn üiniän fa^-Hahabi] wa-fihi
zijädat wn - fawüid fi t-tnrji«!;im. In der kurzen \'f>rhemerknnj» wird dann
gesagt, daß das Werk, des Dubniii ein Anhang; (dail) zu dem Tarib dt*s
Sam'äni sei, der eine Fortsetzung zu der ( hronik des ijatib al-Bai:ilädi
gesdirieben habe. Wir haben es hier mit einem Auszug aus dem Werke
des DubsiH au tun, welchen Dahabi veranstaltet bat
Unmittelbar nsch der Vorbemerkung beginnen die BiograpfaleD, mit
Mubammad anfangend, dann alpliabetisch von Ahmad bis Ja*ü [die alpha-
betiscbe Reibenfolge wird innerhalb der Buclistaben aber nicht genau ein-
gehalten, a.B. «lü.tuf vor Ja'iS], dann noch wenige Artikel ftber Frauen. Die
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HoBovnz: Aas den Bibliotheken von Kairo, Datnasku« und Konstantiuopel. 65
Handschrift besteht ai» 132 Folios, die Seite zu 23 Zeilen uicht sehr deut-
licher Schrift
57. Al-Abhäs Ilm Suhän nl-Jsman: Kitftb al>attjft as*
sanijja. Kairo. Tarilj 3')! (Kat. \', 129).
Die Saiimielhandsclirift Tarih 351 enthält zuerst das Uucli
m
verfaßt von Al*iiuilik aUafdal at-
l\bbäs Jim al-malik aloinu^hid 'AM, SiiltSn al-.laman ( Brock elmann 11, 184,
isest. 778). Der Vetfa.«iser erklirt, in diesem Bucb über die Geschldite des
Jemen sprechen au wollen und «die Klassen (o^S^) der Leute des Jemen,
ihre lirade ihre Vor/.fiy;«', ihre Tod(\sjahr«* ; die ausgezeichnetsten
<f»'lebiien , \V»'sire. Häiijiter (»L-J^), ilire (ieburtsorte, die Dauer ihres
Lebens, die •Genossen-, die nnch dpui .lernen u;ekoinrneii sind, usw. be-
lirtndriii 711 \\'(ill''n. Fiühric iiätti'ii /\v;ii" iÜinlicli'' Werke bef^onnen. ;iber
keiner hab^' eins /,u Ende f^eiVdiit. i>ie Artikel. ait> denen das RiK-h 1k*-
>lebt, sind alphabetisch geordnet und brjiiiiiu-ti mit Abu Bakr ;i>-Sid<inj,
Die Handschrift umfaßt etwa 6Ü unpaginierte Folios, die Seite lu 11 Zeilen;
sie ist deutlich geschrieben, aber oft wurmstichig.
An didses Werk schließt sich ja deroselben Band ein anderes an « von
demselben Verfasser «nd von derselben Hand gesehrieben : j yJ\
Cjy^\ w«j*l_^ J^'ij- Aul' (Ifuj 'rit«'lbl;itl >ind au<'h die Werke nnfj*ez;ililt.
die der Verfasser l)rniil/.i 1ml; ii icb-r sind tiiHhrer** von dii-scn Titeln üher-
Idebt, andere schwer lesbar oder »ieutbar, du die iliakiilisehen Puukie fehlen.
Lesbar sind s. B.: MirSt az^zam&n von Ibn al-Gauzi, Tanbil) al-aSriU* von
Ma&iNll; Tarib DimaSq von ibn SUfikir; öamhara Iii ansah von Ibn al-
Kalbi; At|bSr at-|iwil von Oiniwari; KSmil von Ibn al<Al|r; Tarib des
Baliduri; SIrat mulük al-'a^m; Ta^rib al-umam des Ibn Maskawaih;
Tarih al*atibhi des Ibn Abi Usaibia; Tahdlb al-Kamäl des Miazi; Mu'gam
deN (^astaläni; Nitqat al-'arSs von Ihn Häzim; Dibäg des Ibn Dnraid;
Farih Bani Ajjüb von Mubamuiad Ibo Wä>il; Sarh mä Ja<ta'u fihi at-tas
hif v<»n Khü Ahmad al- Hasan al-Askari u.a. Der Verfa.s.ser erklärt iu der
Vorbemerkung, daß er in seinem voranstehenden Werke die Bin^niydu'en
vieler Leute ausgelassen habe, die ei- nun finehtratien wolle und aii> etwa
Buchern gesaiiiintlt hal>e. Er bei^iimt mit Adam und Ijelunideli uffenbar
ifi diesem Werke (auch) s(dche. die zu Jemen in kein<;r lie/.ieliung gestanden
haben; in der \'orbemerkung i.st jedenfall.s von .Icmeu überhaupt nicht die Rede.
Die Anzahl der Artikel ist sehr groß, das Werk besteht ans etwa 220 Folios.
58. Abdallah \\m\ Muliammad Ihn Ga'far Ilm ^aijin: T*^-
baqät almühaddii-io bi-Isfahän. Damaskus, Tarilj 65.
Der Titel lautet: jl^ia JCa^) ^UJ» ^ JjVt »J^i
Jjf^ j JLft JJ^ ^UVi uiJl" jJ^ y^j \^ iJ,^j\^\j
^y\i ^jjß!k\ ij O • (^{jl' über <len Veifasser Bruckel-
Uitt. d. &«&. i; OritBt. SprMhot. 1907. U.Abt. S
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ÜG HoBoviTz: Aus den Bililiotliekcii von Kairu. Damaskus und Koiistantinopel.
mannl, 195.) Das Buch l>e^innt mit eim'r Einleitung i'ihev »den Voi7.u}i
unserer Stadt- (f'i fadl (>nludinä), d. Ii. also Isfahüns. Keil. 3 folgt ein Ab-
weiche nach Is&hän gekommeD sind (darin lO^ — 14^' ein ansOIhrlicher Ab-
schnitt Qher Sdniän at -Finn), Fol. 14*^: AbG MusS a1-Ai*ari und dann dir
übiigen •OeiuMs<ai>, die in Isfahin waren.
19* beginnt die zweite Klasse,
26'' beginnt die dritte Klasse,
29' beginnt die vierte Klasse mit lüU» <> i)jLi.
34* beginnt die fUnfte Khuse mit ^%Jt JLt ^j jUJ\,
56' beginnt dw sechste Klasse mit ^\ -Xs- ^y -Kjf'y
60* beginnt die siebente Klasse mit fjr^ %^^^\ u; ^\ ^
Die Todetyaltre reichen bis in die Mitte des 4. Jahrhunderts. Die
Handschrift tunfaßt etwa 165 Folios, die Seite xu 21 Zeilen; die Schrift
ist nicht immer deutlich imd die diakritischen Punkte fehlen hiiifig. Am
Anfang und am Ende stehen die Zeugnisse Ober das »samS^«. 7881
erwShnt — worauf mich Mr. EUis hinwies — die ^JLas^VI C»^-**^ drs
^ J ^j^^ ü^*• o}* der 354 gestorben ist (vgl
ülier ihn Brockelmann I 164). Ks ist dort jedenfalls unser Buch ;;en)eiiit.
aber die Ausgabe Aber den Verfasser beruht auf einer Verweclislung.
66' beginnt die achte Kla.sse mit y*\c (j"
79' beginnt die neunte Klasse mit ^L>£- ^ «^i,
104* beginnt die zehnte und elfte Klasse mit
Indizes.
Verfasser.
'Abbäs Ihn 'Mi r>5.
'Abdal!.ia|j Ihn Ahmad 4H.
Abdallali Ibu Muiiammad Ibn üa't'ar Ibii
'AK Ibn Muhammad 60.
BaijasT 22.
Biqu'i 27.
Buljarl 40.
Dahabt 9 u. 64.
(iihif (paeodo) 3ä.
Hasan Ibn "^Mi at-UgaimI 33.
Hatlb aJ- Bagdad!
Thn Ahd nl- Barr 15 u. 39.
Ibn al-Aiiiin (K'.
Ihn 'Asakir 50.
Haijau 65.
'Abdallah Ibn Mnbammad al>Balawi 28.
'Ahdarrahmäa Ibn ^aaan 16.
Abu! • fid i 11 XL 30.
A^urrT 22.
Ahmad Ibn Muhamniati ibu Mul.irit 42.
Ahwaxi 21.
AI! Ibn Daüd at Uaubari 29. '
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HoROvm: Aus den Bibliothekien von Kairo, Damaskas und Konstantinopei. ()7
Um td-Diauäil 64.
Ibn Fadlalkh 43.
Ibii al-<iauzT (i n. 43.
Ibn Iiiaha 15.
11)11 Isliaq 14.
Ibii Maskawaih 5.
Ibn aa-Na|^r 63.
M Saddäd 30.
Iba ai-Tahb.iii 50.
Ibn al-Uiir IG.
Ibr.iliTiii Ibn Said ibn Abdallah 4U.
Jaijub Ibn SuQuu 41.
JAraf Sibt Ahmad Ibn 'All Ibn Ha^r
fttahaiBiDad Ibn *Abd al-Wabid 31.
Mnhaimiiad Ibn 'AlT al«AiawT 32.
Aljbar al.^äd 27.
A'ibar 'Umar 22.
Al)w,il Makka 3.1
Xym al -a ;r 45.
A liq ai- iianra .30.
A'när al-a'jän 43.
A^ja a«-Mnijja 6&.
Aar.iq 35.
Ba'ir .il- aiixb ir>.
Biigai at-t.ila!) Ii tai-i^i Halab Hi).
Daii larii; madinat at^-saliui 63.
IW al'lami* 47.
Dikr htna na^id DünaSq 31.
Oonr 15.
Dürr al-muntatiah »iO.
Fn 'rn! Abi Bakr IH.
Fa.laiJ Mnawija 21.
Fa^aii ti-8an 31.
Fadl al.Rnfa 32.
Ihda al-laiaif SS.
Iltni Sil - ' n.-iili 22.
I libir 1 1 t ~ tawarili 34.
Kiiua vrai-a.sma 42.
Lanhat al-bah^ 29.
MagaxT 14.
MaVifat ar-rigil 42.
Ma rifa wat-tarTli 41,
Ma».ilik al -ab^ ir 4.'.).
.Masaiiq al-ai)w<tr IG.
I Mnhanmad Ibn al<>'At?niT 6.
Muhammad Ibn Dljä al-QnmiT 33.
Muhamoiad Ibn Jabja 17.
Mubammad Ibn Sa'id al-Qosairl 32,
Mubanitiiad Ibii ^>akir 14.
Muhaininad Ibn at-Tayib 29.
Madtm 42.
Safadi 45.
Sahawi 47.
Siht Ihn al-<,iauzT 7.
^irawaih Iba 8aliridar 2.
> SülT 35.
46. ' Ttigän al-Mul^amniadi 28.
^ 'Ubaidnllüh Ibn Muhammad u-Saqati 21.
Titel.
I Mirät^aaosan&n 7.
I Mn^ta^ar fi tarib II.
Mutitasar tanb ad*DubaitT 64.
Muqaddaiiia a.«»- sultanijja 2.S.
Mustaf.id min dail tarl() Bagdad 64.
' Nnshat -an - nafüs 29.
Qud wal*-amam 39.
Raunaq al-alfa/. 46.
Rij.iil al - Ulis 2.
Sadarat ad-daliab 4H.
iSarb 'iqd ahl al-iman 21.
; Syar al-Wäqidi 15. .
' Sirat äUTülvn 28.
iTabaqat al-nuhaddiiin bl-Iffidian 6ä.
t Ta^.iril) al-uniani 5.
TamtiTd ual-hajui 17.
Tanbih al-nmUik 38.
^Tarrt) al-AfIml 6.
Tarib Iskandar 28.
, Tarib al - islam
Tarib al-kablr 40
1 Tai"i!> madinat I)iiiia.>«i ^0.
• Tarib madinai aa salam 61.
Tan?) al-motttafam 6.
Tarib ar-Raqqa 32.
' Tarib ulama ahl Mi?r 50.
Tibr al- masbuk 30.
Tiuti at-tawarih 14.
Wafaj It 40.
Signaturen der Hand.schriften.
Kairo Tarib 1 1 S. 34. j Kairo 'I arib 39 S. 15.
- 17 S.59. - - 42 S.9.
• • 28m S. 17. • • 43m S. 58.
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(>S Honnvm.: Aua den Bibliotheken von Kairo, Damaskus wid Konstaiitinopel.
Kairo TaiTh 48 S. 2.
80 m S.3^>.
87 S.33.
llÜin 211.
;mH :r s. 4*>.
421 s. lü.
43t) S. lü.
502 &28.
522 S.59.
r>2;i s.
:.05 S.35.
bW S. 22.
(>44 S.9.
1112 S.48.
1570 8.33.
202S S.29.
Azhar S. 57 u. 62.
- Bibliothek des Muliammad 'Ahdu S b\K
Koiiütautijiopel Aja Sofia 2i)ti2— 2970 S. 4ö,
- - 3W)3-30(>4S.28.
. • 3006-..')016 8.9.
• - 3036 S.GO.
^ Konstaiitiiiopei Uakitn oglu 6l>3 '*4 S.)>2.
j • * . . 801 S.^
RSpriUaxMle 1015-lOSO
S.10.
1021 S.U.
1022 23 S.»;i.
1024 2»; S.<i2.
. 105:! S. 40.
1065 8.38.
1081 S. 11.
1121 S. 14.
1140 S. 14.
nn»-07S.8.
1172— 75 S. 7.
Lalell 1944 S.27.
. 2036/37 S.60.
. 2073 S. 44.
- 2100 S. 8.
Nur- i - iTtrn:in?j,jc G2.
Qara Mustat'a 3'.in 8.<!.
'Umitiuijc 5051 8.9.
WaK ad-lKn 2399 S.41.
Damaakos Mii|amf l S.42.
. . 300U—3071 S.40.
*■ ■
8 S.31.
3O92- 30«>8 S.
» »•
14 8.50.
. .. 31 1<)— 3121 S.5.
M ■
25 8.21.
• - 314G S,8.
* «i
28 S. 43.
- * 3245 S. 15.
d m
3(1 S. 22.
. • 3410--3412 S.7.
m *
U 8.32.
. . 3415-3i:?*^S.48.
« •»
48 s.31.
As'ad-Elendi 2085 S. C.
1» *
78 S. 4'.».
. 2141 S.7.
« »
93 S.32.
- 231M S.41.
m •
116 S.50.
CUir.Efendi 604-606 8.62.
* *
129 S.2I.
» 088 & 39.
m Tarlli
1 2(5 8. .50.
. 71'. 718 S.«.
n «
36-10 S,47.
'Atif-Efendi 1Ö12-1S1!>
42 8.63.
8. 56.
43-49 S. 14.
Daiiiadz^tde 11.
« P
62 8.7.
Diimiid Ibrahim 872-882
41 •
05 8.65.
S. 56.
» P
242 K.28.
88G S. 27.
Beirut S. 30.*
SHO S.G2.
8. 30.
1)22 S. til.
- S. 47.
F.aih 4;;i»u 8. 15.
Jerusalem S. 46.
Berich! ttgung: 8.30 and 3) ist zu lesen «at a'laq al-hnftra> <ftr «al-alaq
•1-liaxTra».
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69
Von den rechtlichen Verhältnissen der Christen im
Sasamdenreich.
Von Eduard Sachau.
Staat8gruQ(Ige8et2, welches die VerhältDisse der climtlichen
UnterUnen eines muhammedaoischeD Staates regelt, ist in den «II-
genunnen Prinzipien im Koran, in weiterer Ausfübrung durch die
« Edikte Omars gegeben und f&r alle Folgesieit festgestellt. £s
ist xum erstenmal in denjenigen Vertragen paragraphiert worden,
durch welche die ersten christlichen landschaften und Städte wie
NegrAn in Arabien, Bosra und Damaskus in Syrien sich dem Islam
ergaben. Da diese Verträge nicht allein ein neues Hecht schufen,
aoodem auch umgestaltend in die Besitz- und Erwerbsverhältnisse
tief eiogrifien, sind sie die Grundlage und der Ausgangspunkt der
nirtschaftageschichtlichen £ntwickelung der betreflenden Gebiete
geworden.
Der Islam gewährt christlichen und jüdischen Untertanen
Sicherheit der Person und des Besitzes, Schutz g^en äußere und
innere Feinde und freie Religionsfibung, sofern sie ihreiseito nichts
Feindliches oder Anstößiges gegen den Islam unternehmen, sowie,
abgesehen von einigen geringeren Leistungen Kopfsteuer und Grund-
steuer zahlen. Der Islam verzichtet auf den Heeresdienst der Christen
(ur die Verteidigung des gemeinsamen Vaterlandes, d. h. er gestattet
Andersgläubigen nicht den Eintritt in seine Armeen. Was aber
riel tiefer als diese Bestimmungen , welche zum Teil , wie wir später
flehen werden, verglichen mit den Verhältnissen der orientalischen
Christen in vormuhammedanischen Jahrhunderten, nichts wesentlich
neues waren, in die Geschichte der Millionen christlicher Unter-
tanen des Chalifats eingriff, war jenes Gesetz, welches den Abfall
vom Islam, den Übertritt eines Muhammedaners zum Christentum mit
dem Tode bestrafte. Und es verdient hervorgehoben zu werden, daß
wohl niemals ein Gesetz durch die Jahrhunderte hindurch bis in
die Gegenwart mit solcher Konsequenz innegehalten und durch-
geführt worden ist wie gerade dies. £s konnte also jeder Christ,
der sich in seiner Gemeinde mißUebig gemacht hatte, der mit einer
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70 Sachau: Von den reehlJichen Verhiltnissen der tarnten im Sosamdenreieh.
richterlichen Entscheidung des Priesters, Bisdiois oder I'atrian luMi
nicht einverstanden oder von ihnen mit einer Strafe belegt worden
war, der Kirchen- ot\or Klosteri^fiter an sich zu n-IBen suchte und
dabei dem Widerstande der christlichen Behörde begegnete, wann
es ihm Ix liebte, zum Islam übertreten und rlorr sein Recht, »einen
Vorteil suchen. Wehe aber dem Muslim , der Christ geworden
wäre! Er ware rettungslos verloren gewesen. So sind die .Millionen
Christen >lT)1inrnrnedaner geworden, aber es ist keiner zum «Christen-
tum zurückgekehrt.
Diese Gesetze der neuen Religion, des iifuen Keicht's, traten
inr Habylonien im Jahre iVM in Kral't, naclidein die arabischen
Weltstünner unter der Fiihruug <les Saad ll)n Abi Wakka^, eines
der ältesten I reunde .Muhammeds, der inr den Islam den ersten
Pfeilschuß getan, die Sasanidenresiden/. , Ktesiphon und Seleucia.
deren Überreste auf beiden Seiten des Tigris acht We<;« sfundcn •
südlich von Bagdad noch der Untersuchung harren, erobert hatten.
Weniger gut sind wir über das staatsrechtliche Verliältnis der
syrischen Christen unter den Vorgängern der Chalifcn, den sasa-
nidischen Großkönigen, den Saporen undChosroen' unterrichtet.
Vergebens sucht man in den t^berresten der zon)astrischen Literatur,
wie z. B. in den dundi den Dinkard erhaltenen Inlialtsangaben ver-
lorener Religionsschriften, der sogenannten Nasks■^ nach staats-
rechtlichen Urkunden. Die Lehre Zoroasters war die Staats religion
des Sasanidenreiches, und speziell die zerwanitische Foi ni derselben,
die wir aus den Angaben einiger gleichzeitiger armenischer Historiker
sowie aus einem zur Zevt noch ungedruckten Traktat des nestoria-
nischeu Patriarchen Mär Abhä über die Begründung des christ*
liehen Eherechts kennen lernen. Es fehlte innerhalb ihrer eigenen
Grenzen nicht an dogmatischen Differenzen und sektiererischen
Spaltungen^; sie hatte die heftigsten Kämpfe mit der in ihrer Mitte
entstandenen Religion des Mäni im 4. ,1alirliuii(iert und mit dei^
ji'TiigcT) des Mazdak gegen Ende des 5. Jahrhunderts zu bestehen,
und mit Feuer und Schwert tobte sie gegen das Christentum, zu-
nächst in der vierzigjährigen Verfolgung des 4. Jahrhunderts
(339 — 379) sowie in einigen kürzeren Verfolgungen l)is jregcn das
Ende ihrer Herrs(!haft. Das letzte mir bekannte chhstüche Mariyriiun
fallt in das Jahr 615.
Als Kaiser Konstantin das Christentum angenommen hatte,
erwähnte er in einem Schreiben an den Perserkönig Sapor IL den
* Von 226 bis 637 n. Chr. Geb.
* Vgl Weit, Pahlavi lexte, park IV, Oxford 1892.
* Swhe Spiegel, £ranii«he Aitartumsktuide III, a 700, 7ia
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Sachau: Von deti rechtiicliLMi Verhältuisaeii der Qiristen itit Saj^aiiidcnreicii. 71
blühenden Zustand des Christentums im pcrsisclu'u lieich. In den
spätereil Verhandlungen zwischen Persem und Hy/antinern spielte
allemal die Frage des Schutzes der Christen im Perserri'ich und
der Zoioastrier oder Ma«;ier im Kömerreich eine hervorragende Rolle.
464 beklagt sich König P^r6z ])ei Kaiser I^eo, daß die Römer
Flüchtlinge aus seinem Reiche bei sich aufnähmen. da(.^ sie die
Zoroastrier schlecht behandelten und ihnen nicht die freie Aus-
übung ihrer Religion gestatteten.^
König Hal&s (484 — 488) gewährt den armenischen Christen
freie Religionsübung, gestattet die Zerstörung der Feuertempel im
Lande, verspricht nicht mehr Christen zum Magismus hinüberziehen
und sie nicht für den Übertritt belohnen zu wollen.'
517 soll Kawad I. seinen Untertanen die Erlaubnis, das Christen-
tum anzunehmen, gegeben haben.'
563 gewährt Chusrau Andiarwän in dem Frieden mit Justi-
nian den Christen in seinem Reich freie Religionsiibung, erlaubt
ihnen ihre Toten zu beerdigen — anstatt sie nach persiscliem Brauch
den Raubvögeln und Tieren zu überlassen — sowie Kirdien zu
bauen, verbietet aber die Ptoselytenmacherei unter den Magiern
zu Gunsten d^ Christentums.*
Ähnlich lautet ein Edikt des Königs Chusrau II. ParwiK (590
(»is 628), der unter dem Einfluß politischer VerhältniBSe — er war
durch die Unterst&tzui^ des Kaisers Mauricius auf den Thron ge-
langt — seinen christlichen Untertanen freie Rel^onsübung zu-
sicherte, aber die Proselytenmacherei der Christen unter den Magiern
verbot.*
Als die Fürsten der Persia aus dem Geschlechte Saaans um
226 die Nachfolge der Partherkönige antraten, fanden sie nach
meiner Ansicht in den seoiitischen Provinzen ihres Reiches bereits
Christen vor. Uber ihre Zahl und Verbreitung fehlt es an zuver-
lässiger Information; als sicher aber dürfen wir annehmen, daß schon
bald däranf durch die unter Sapor I. angeordnete Transportation
kri^agefangener Bevölkerungen aus Syrien nach Susiana und anderen
Teilen des Reiches das Christentum daselbst vermehrt und geför-
' Sidie TOIemoat, Hittoire dt» emperours, Qnartausgabe Y, 881; vgl. über
thii «nd Min VeriiiltRiB so Christen und Juden Nöldeke, Oescbiehte der Pener
and Araber 118. Anm. 4.
' Siefio I.clieau. Histoire du Bas-Empire; Ed. de Saint-M;irtiii , Tome VII, 3^)9
' Tiilfinont , a. a. O., VI. 582 nach Thfnphaiies ed. de Boor 163| 27. 28.
VgL über ihu üudt Nüldeke, a.a.O. S. 143, Aitiri. 3.
* Labesn, s.s.0. IX, 410.
* Siebe Laboort, Le ehrietiaiiMine dau Tenipire Perae, 209.
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72 Sachau: Von den radiUidieu VerhUuiiMen der Christen im SManidenreidi.
(lert worden ist. Die weitere MiitwirUcluni; (iess('ll)en muß nun in flei
Folgezeit in .illeii Liindern von der Mündung <les Eupln at und Tiirris
bis Arinemeii und Iiis an den ICanka?*ns trotz der nn^iinstiusren
|t()litiselieti \ i rl!:i!' !Mi,se, trotz w ietlerliolter I\ riegsgreuel und trotz
niehrt'aclier \ i'rlulguujjen von Seiten der l\ej»i»'ning eine so reicli-
lielie ' und gl in'k liehe gewesen sein. (I;d.> am Ende der Sasaniden-
hen-sehart. als die ersten Muslims in diese Länder einUraelieii, sie
als (' Ii ri s te ulä n d e r erseheinen , uiul dal.^ von antleren alselirisf-
lichen I levölkerungen, abiioselien vf>n einigen jiidiselien Kolonien,
ntir sehr geringe Spuren naeii/ nweisen sind. Die Zoroastrier oder
Malier — ihre König»' waren so hesorul gewesen, sie vor d«'r
christliclien Mission zu hclii'iton sind in fliesen («etienden \'. ie
von der Er(h^ weggefegt, was so sein- aulTallig ereelieinf . wenn
man bedenkt . dali^ die Lidire Zoroasrers seit nahe eini'm .lahr-
lausend, seit den Tagen des (\ rns dort verbreitet und sNÜlnend
vieler .lalirhunderte unter den Acharneniden und Sa.saniden Maats-
religion gewesen war. Man kfinnfr fasJ glauben, daÜ in den Se-
niitenlandern nur die Beamten, l'riester und Soldaten Magier ge-
wesen seien, wie lietiti£^i>ntags im arabischen Orient nur die Be-
amten, die Oi'tiziere und der größte Teil der Truppen das Türken-
tuiu repräsentieren.
Das Christentum ist zu allen Zeiten der Sasanidenherrschalt
toleriert worden, selbst in Zeiten der heftigsten Verfolgung, weini
auch die einzelnen Gemeinden in Stadt und Land vielfaehen Schi-
kauen und Heliistigungen von seiten habgieriger persischer Beamten
ausgesetzt gewtvsen sein mögen. Unter den Augen der Regierung
hat sich das orientalische Christentum in der Keichshaupt.stadt in
den Synoden von 410 und 420 seine Verfassung gegeben, idiarak-
teristischerweise in Gegenwart und unter Beihilfe zweier kaiser-
licher Gesandten aus Byzanz, des Bischofs Maruthas von .Maiper-
kat und des Bischofs Acacius aus Amid , als ob diese den orientali-
schen Bischöfen eine Art Rückendeckung gewährt hätten. .\phi'aates
verfaßte seine llomilien zur Zeit der ärgsten Christen verf(dgung
unter Sapor IL, läßt aber durch nichts erkennen, daß nicht der
christliche Gottesdienst zu seiner Zeit ungestört und io gewohnter
Weise ausgeübt worden sei. Die offiziellen Verfolgungen richteten
Mich betK>nder8 gegen Kleriker. Wenn man in deji Zeiten der schlimm-
< Johauues von Epliejiu.s 15. 27. 34 erzählt von dem Kriegszug des Comes
Maiirieiiu, des «plteren Kaisers , darcb die pcrrisdie Ftt>viiiz Aruaeoe and atdlt
^•bei die Verhlltniflse so dar, ab ob die gesamte Bevolkem^g de» Lande«, die daw
nadi Pipern transportiert wurde, aus Christen bestanden habe. Vgl« die Ober»
settling von Scfafinfeider ü. 243, 258. 264.
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Sacbav: Yon dm redidicthen VeriiSltnisseii der CShriaten tm SManidenreidi. 73
stell Vcrrolgiiug gelegentlich Laien zwang an der I limiclitunLi: rlirist*-
licher Geistlicher mity.nwirken so si^heint djirnit das Maß der V'er-
tolgung erschöpft gewesen /u sein, denn es wird nirgends erwähnt,
daß sie außerdem gezwungen worden seien ihren christlichen Glau-
ben ahziischwören.'* Wenn man erwägt, daß nach der virrzigjährigen
Christenverfolgung des 4. .Tahrliunderts nur noch gelegentlich kiir/ere
und lokal beschränkte Verfolgungen, die zum Teil durch besondere
persönliche Umstände oder durch das provokatorische Auftreten
einzelner Kleriker veranlaßt waren, inszeniert worden sind, so er-
gibt sich als wahrscheinlich, daß die Sasauidenkönige nach dem
fehlgeschlagenen Versuche Sapors II. von der Ausrottung oder Be-
kehrung tier ("liristen zum Magismus als von einem aussichtslosen
Beginnen Abstand genommen haben.
Aus welchen Volkselementen K ^rntierte sich , abgesehen von
der Inzucht, der Zuwachs des Christentums seit dein Anfang der
Sasanidenherrschaft? Man kann an Juden und Heiden, die An-
bänger der alten e])icliorischen Kulte Assyriens und Babyloniens,
die Anhänger der heidnisch- ;»ral>isclien Kulte, an Sekten wio Ma-
nichaer, Mazdakiteu und andere denken. Daß die christliclic Mission
sich vielfach an die Juden wendete, darf man wohl aus den Reden
des Aphraates entnehmen, der sich in großer Ausführlichkeit mit
ihnen auseinandersetzt. Wie aber stand es mit den Zoroastriern,
den Angehörigen der Staatsreligion? War ihnen df^r ("übertritt zum
(Thristentam gestattet und ra^lich? — Besondere Lehren der Tole-
ranz konnten die Sasaniden aus dem gleichzeitigen Römerreich
nicht entnahmen. Die Kaiser Gratian , Valentiuijin und Theodosius
verboten durch ein Gesetz vom Jahre 383 den Abfall vom Christen-
tum^ und Theodosius II. verfügte 438, daß Juden und Samaritaner,
wenn sie Christm zu ihrem GlaulK ii lilnüber/ogen , mit dem Tode
bestraft werden sollten.^ Man darf daher wohl annehmen, daß
König Perozes sich von dn- Toleranz im Romerreich nicht viel
▼ersprach und guten Grund halte, wenn er sich, wie oben (S. 71)
bemerkt, bei Kaiser Leo beschwerte, daß seinen Glaubensgenossen
im Romerreioh nicht die freie Ausübung ihrer Hehgion gestattet
würde.
Die Frage, wie die zoroastrische Literatur sich zu den Ajxy-
staten vom Magismiis stellt, ist von CasarteUi, La pJUhsopkie reli'
^ Acta martyrnm orieiitaiiuni ed. S. E. Assemani S. 192. 199. 200. 229.
' Aach wuriie iiuieu iu der Folgezeit nicltt verwehrt an den Orten, wo die
Slirtynr gestorben fnren , Kapellea za errichten.
* Codex Theodoeiaaitt XYI, 7, 2.
* Tühmoot. Ubtoire des emperenn VI, 79; Codex Tbeodommm II; III, S. 8.
74 Sachau: Von den reehtliehen Verhiltnissen der CShritten im SManidenrddi.
(fieiuie du Miuät isme .sous Sn^^uiiiili .■< , Paris 18iS4, >. Itil. 105, be-
handelt. Nach einer einzigen Stelle im Menoilvliirad 15, 25 könnte
man schlieLv-n. daß der Apostat «Getötet werden noII: es isi aber
nicht 7M erkemieii. oli diese Wdite' nur die Ansicht des Ver-
laiisers des Menoikliirad oder der Priesterkaste wiedergeben, oder
ob sie ein Staatsgrundgeset/ des Sasanideiireiches zuoi Ausdruck
bringen.
Wenn wir nun der Frage, ob Malier das» ("hrist^rUiim an-
iielinieii konnten, an (b»r Hand von Tatsaciien näher zu treten
>u(:heu, so können wir konstatieren, daß es alltieinrinc l^raxis im
Sasanidt^nreich zu allen Zeiten seiins Hestehens war. Iiochgefeledte
Zoroastrier, Mitglieder des köniulielu n Ilausejs oder des hoben Adels,
wenn sie Christen gewoiden waren, zu verfolgen und, falls sie niclit
zum .Mairismns zuriiekkelireu %\t)llten, zu töten. Und bei sob'hen
Prozess» 11 traten bisweilen liie nächsten Verwaudteti des .\ugeklai?ien
als die heftigsten Verloiger auf. Typisch ist <lie (ieschichte des
(Trt'^or aus dem großen .Vdelsifeschlechte Miiirän-, der, obwohl «t
Clirist i^eworden, dennoch vom (Troßköniire in hohen Staatsstel lini^en
verwen«let w urde,^ bis er aul' Draiii^en enuvs N'erwandten gelangen-
ge.setzt uiul getötet wurde (512). Siehe «len Bericht über dies
Martyrium bei i%. llollmann, Auszüge aus syrischen Akten per-
sischer Märtyrer S, 78ll. und Labourt, Le i'hristianisine dans l'era-
pire IVrse 8.178. l'her die Martyrien von Magiern, die zum
Christentum über«retreten waren, vgl. Nöideke, Geschichte der
Perser und Araber zur Zeit der Sasanideu S. 287 Anm. 1, S. 75
und S. 162 Anm.
(^husrau !. und Chusran 11. vcTboten die I'it>selytenma< lu'rei
der ChrisM n unter den Map:ieni.^ W^irde da<lnrc]i etwa eine alte
Verwaltuugspraxis ynm (ieseiz erholien oder war das Kdikt t Inis-
raus l. die Einseliariuii^ eines bereits besttdienth'n (lesetzes? Hatte
man etwa früher den l herlritt son Magiern zum ( iinsti-nl um ire-
duklet, während er stren<i i;-enottim<'n G;Pi;cn \ er<n*dnung und liesetz
verstieß? — Um zu einer richtigen Schätzung de» Normalzustandes
» Ed. West S. 11 : II tan ru't ri b4 ain»päre(|.
^ Vber diese Familie s. Nöideke, a.a.O. S. 139 Anm. .S.
* I>ie< wfirf im I>lam zu jeder Zeit uumöglicli gewesen.
^ Wir kenneu schon aus der Zeit vor dem Erlaß de« Edikts von ('husraii I.
einen Fall , daß Christen auf Grund einer Denunziation bei der persischen Behörde
eingekerkert und zur Apostasie gezwungen wurden« weil eie und ihre Eltern erat
neuerdings Christen geworden soien (s. § 1 des Konzils vom Jatu'e 554 in Syno-
dieon Orientale S. .l')!); 1)S, lOfT.). Es ist allerdings uiclU ausdrücklicli gesagt, da0
diese Personen ur8|irüngiich Magier waren, aber wahrscheinlich, daß ate es waren.
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Sackav: Von dmt rocMRc^an Y«irh|lltnfss«n der Chrütten fm Sasanidonrekh. 75
zu gelanj^en, wird n»an gut tun. Zeiten ilcr Vorlulj^ung von der
Betrachtung auBZUSchließeii. So sicher es nun ist, daß Prinzen und
hohe Adlige wegen ihres Abfalls verfolgt wnr lm. so sdunnt mir
die Praxis des sasanidi«chen Staates "^egeniiber deu JMiilionen des
christlichen Volkes eine n'(*seDtli(;h vltscIh ^ ite gewesen zu sein.
Es Hegen uns eine Reiiif T.ebenslätife bedeutender Männer vor
welche über diesen Punkt sichere Auskunft geben.
«Der in der syrischen Kirche gefeierte Meidenbekehrer Sabhi
war ursprunglich ein Zoroastrirr aus sehr vornehmer Familie. Er
nahm das Christentum an, wurde Priester, übte eine große Missions-
tstigkeit aus und starb nati'irlichen rodes im »lahre 487. Kr ist
wegen seines Abfalls von der Siaatsreligion nicht verurteilt und
getötet worden« was um so mehr betont /u werden verdient, als
es auch während seiner Lebenszeit an Verfolgungen An<ler5>gläubiger
im Perserreiche nicht ganst gefehlt hat (s. das Nähere bei Labourt
a.a.O. ö. 152).
Einer der hervorragendsten unterden nestorianisohenPatriarclicn
ist der 552 verstorbene Mhr Abha. Geboren als Zoroastrier, wurde
er in jungen Jahren, als er bereits erwachsen und Staatsbeamter
war, Christ und ging dann zum Studium der christlichen Religion
und I^iteratur nach Nisibis. Es ist in allttA auf ihn bezügÜchen
Nachrichten mit keinem Wort die Rede davon, daß er wegen seiner
Apostasie verfolgt worden sei. Viele Jahre später hatte er als
Oberhaupt der nestorianischen Christenheit unter einer Christen-
verfolguDo^ schwer uud lange zu leiden; aber obgleich seine Ver-
folger entdeckten, daß er ein Apostat vom ^lagismus war, hatte
diese Tatsache doch nicht die Wirkung ihm ein Todesurteil zu*
zuziehen. Er hat natürlichen Todes in Amt und Würden sein
l^ben beschlossen (s. Labourt, a.a.O. S. Iti3, 183. 190).
Der 615 gekreuzigte Kporg war samt einer Schwester, obwohl
einer voniehmen Magieriamilie angehdrig, zum Christentum über-
getreten und dnnn zu einem der ersten Wortführer desselben in
Zeiten großer Not geworden. Er ist wegen seiner Apostasie nicht
verfolgt worden, auch dann noch nicht, da er als Vertreter seiner
Glaubensgenossen mit dem Hof des Königs Chusrau II. in Uerührung
kam. Erst der Streit um ein Kloster zwischen Monophysiten und
Nestorianern brachte ihn in das Gericht, und während tatsächlich
die Feindschaft der am Uofe mä(;htigen Monophysiten ihm zum
Verderben gereichte, bot formell jenes oben 8. 71 angefülirte
Edikt des r^erenden Königs gegen A[)Ostasie seinen Feinden
eine be(]uerne Handhabe fur seine Verurteilung (s. liSbourt, a. a. O.
ä. 225. 229).
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76 Sacsau: You den reditUdien Veriiiltaiaaen d«r ChriiteD im SaMaideurMcii.
Ditise Lel)ensläufe brw l isen . daL^ ZoioiUitrici", au«:li stilclie .'nis
guten Familien, den l'iliktoii der Könige Chiisrau I. und II. /um
Trotz Christen, ja so^ai- KleriUer und Mönche werden und jahr-
/(•Imh'Ianp; il)re Tätigkeit ausübrii konnten, ohne deshalb vom per-
.siöciicn Staate verfolgt zu Wtiileii.
In (iieseiii Zusammen ha nj; ist iiocli eine-, amlei-en Umstände«
/u gedenken. Viele t liiis^ien ini persi^elien hVieh tVilirten wiiliiend
aller Jahrhunderte seines i^estehen- Niinien rein zoroastrischeu l r-
spruntrs, Personennamen, die mit den Namen der vnn den Zoro-
astriern verehrten Gottheiten zusammengesetzt sind, t 'b.vuhl viele
Proselyten des Thristentums hei der Taufe ihre heidnisehen Namen
iTiit rein eliristlirheii \-ert;ms('l»teii , tritt uns denuoch eine große
An/ ihl zoroa^tiisclier NauK ü in den Überlieferungen der persisehen
CiinsU idieit eiitgeijen. Alle rhristen, welehe solche Na»nen führten,
waren entweder selbst Apostaten vciin Magismuf oder die Nach-
kommen von tiolebeu Apoütaien. \Vt)llie man nun annehmen, daß
es vom AnfaniT der Sasanidenberrschaft an keinem Zoroastrier er-
laubt gewesen sei Clirist zu Nverden, so wiirdi» man gezwnniren
sein die Hekeliruugr \ieb'r I'aiiiilieti in Armenien. Assyrien.
lonien, SuBiaua. I'ersis und Medien in vorsasaiiidisohe Zeiten zuriiek-
zudati<'ren, und ein«i solclie Anaahme entbehrt jeder Wahrscbein-
liebkeit, da das (^bristen) um vor dem .lahre ■22fi n. Chr. lieb, eine
solche Verbreitung noch tiielit ijebabt haben kann.
Die Gesehiehte der (renesis und ersten N erbreitinii;- des riinsten-
tums in den verseluerbMien Provinzen des Sasanidenreichs ist noch
nicht im einz<'hien iinter-^uclit ; sieher aber ist, daß auch in den
östlichen und siulUtdien l'mvinzen jenseits d«'s Zagms. in Medien
und dvv Persis im 4. .labrhunderr 1 eyeiti» cbristliehe Gemeinden
vorhanden waren. Der Bischof -\hies von Susa, der 341 in der
großen Verfolgung unter Sapor II. das Martyrium erbu, »tauinae
aus Rai oder Rhagae. der Hauptstadt Mediens,' und Harsebhja,
getötet in demselben .lahr, war Abt eines Klosters in der Tei-sif«
nicht fern von istakhr-Persejtolis ge\\esen.-' Aus welebeu Volks-
elementen diese christlichen (iemeituleu iu Medien und i'ersien im
ei"sten .Iahrhun<lert der Sasanidcjdierrseliafr sieh rekrutiert hatten,
kann kaum zw eil* Ihaft sein. Sind wir auch in» einzelnen über die
religiösen Verhältnisse jener Länder in jenen Zeiten nicht näher
untenii htet , so können wir tloch mit eitiiger .Sicherheit atineinnen.
daß diese Christen bekehrte Zoroastrier wareu und daß diu
' Acta niartyrum orientaliuni ed. ABsemuii I, 68.
" Act« martynini et«. 1, 9',i,
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SAt iiAi': Vuii don rechtlichen Vftrfialtnissen der Christen im Sasanidenrelch. 77
sasanidischen Froviozialstatthaiter ihre Bekehrang nicht verhindert
hatten.* '
Es mag in den Kreisen der zoroastriechen Geistlichkeit zu
allen Zeiten die Neiiiun£: vorlianden gewesen sein ihre Macht aus-
zudehnen und zu dem Zweck Andersfjläulii«;«' (^ventuoll mit Gewalt
zu sich hinüberzuziehen. Während vor der Hokchning Konstantins
eine weil^hende Toleranz im Perserreicli geherrscht zu haben
scheint, waren seit dieser Zeit für die Perserkönige ihre Beziehun-
gen zu Byzauz der Regulator für ihre Behandlung ihrer christlichen
Untertanen. Diese, namentlich ihre liervorra^endsten Kleriker, waren
in Kriegszeiten iußerst gefährdet. Durch die Annahme des nesto-
rianischen Dogmas durch das Konzil von 486 war ein Riß zwischen
der persischen und der romischen Christenheit yeruraacht: der
Kaiser von Byzanz war nicht mehr wie seinerzeit Konstantin der
Protektor der persischen Christen, und diese Absonderung vom
römischen Westen wird ihnen l)ei der persischen Regierung zum
Vorteil gereicht haben. Zum Uuu^lück traten aber besonders im
letzten Jahrhundert der sasanidisclien Herrschaft die Monophysiten
als Mitbewerber der Nestorianer um die Gunst der persischen Könige
auf, und der unversölmliche Kampf dieser beiden cbristUchen Lager
hat beide geschädigt. Immerhin ist zu allen Zeiten der Sasaniden-
faerrschaft soviel Toleranz vorhanden gewesen, daß das Christen-
tum in allen Provinzen des Reiches bis nach dem fernen Baktrien
uid A%hanistan verbreitet werden und besonders in den semitischen
Provinzen sich zur allgemeinen Volksreligion entwickeln konnte.
Diesem Wachstum wurde erat durch den Islam ein Ende berettet.
Es mag an dieser Stelle hervorgehoben werden, daß die Be-
richte syrischer Schriftsteller über die Bekehrung Andersgläubiger
deshalb nicht so lehrreich sind, wie sie sein könnten, weil die
letzteren meist nur als --i Heiden oder als ViSO exteri be-
zeichnet werden, so daß nicht zu ersehen ist, ob damit Angehörige
des Hagismus oder anderer Religionen gemeint sind. So wird im
$ 20 der Akten des Konzils vom Jahre 554 erwähnt, es sei schon
von amderer Seite verboten worden, daß man Kloster und Mi)rt\ i-er-
kapeUen in den Städten und ihren Umgebungen baue, denn Heiden
und Joden freuten sich darüber, daß das Christentum sich
nicht weiterentwickele und der Ruhm Gottes sich nicht
mehre, augenscheinlich deshalb, weil über der Ausbreitung des
' l>em Bischof Barln' » suun von Seleucia und Kte^iiilioii, der ^^40 getötet
wurde, wurde vorgeworfen, daü er viele Zoroasirier von ihrem (tlaubcii abtrfluuig
mache, wm also vermatllch in der Haapt«t«dt des Reiches tn der Nihe des Hofes
gescbefaeo sein muß. Acta marljrram orientaliujn I, III.
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78 Saciiao: Von den rechtliehen Yerltiltaissen der Christen im Samnidenreiob.
Kultus in neu erstaiuienen Gotteshäusern »ler Gott^'sdienst in den
Fantchialkiri'hen vornachlüssigt würde. Daraufhin beschließt das
Konzil, daß man wohl Kirchen, Klöster, Tempel und Märtyrer-
kapellen in den Städten und ihren Umgebungen erbauen solle ^ daß
aber der Gottesdienst dort nur mit Erlaubnis des Bischofs und
nur an gewissen Tagen, im übrigen aber in der Gemeindekirdie
abgehalten werden solle.-
Die Frage der Herstellung der nötigen Gotteshäuser ist fur
die christlichen Untertauen des rauhamraedani sehen Staates stets
eine schwierige und peinliche gewesen. Nach dem Buohstabeu des
Gesetzes^ dürfen sie ni<'ht neue Kirchen bauen, sondern nur vor-
handene, wenn sie baufällig werden, restaurieren. Ähnlich scheint
nun auch die Verwaltung^praxis im Sasanidenreich gewesen zu sein.
Der § 2 des Konzils vom Jahre 554 berichtet uns folgenden in die-
ser Beziehung lehrreichen JFalL In einer Ortschaft waren zwei
Kirchen, >ine alte und eine ueue, und jede hatte ihre besondere Ge-
meinde. Kin Brief des Bischofs an die Gemeinde der neuen Kirclie.
in dem dieselbe der Wahrheit gemäß als die neue bezeichnet ist.
wird von der Gegenpartei in die Hände des radh oder persischen
Ortsmagistrats gespielt, worauf dieser die Kirche, weil sie ein Neu-
bau ist, niederreißen läßt.^ In der Praxis werden wohl die christ*
lieben Untertanen der Sasaniden. wenn Neubauten erforderlich waren,
sieh mit ähnlichen Mitteln ^:ebolfeu haben wie die christlichen
Untertanen mubammednnischer Fürsten, d.i. durch Bestechung der
Lokalbeamten. Neun Jahre nach dem genannten Konzil gewährte
1 Zu dieser Zeit haben also die peniaehen Staatsbehörden dem Ban never
christlicher OoiteshSusor kw» Hindemi.sso in den Weg gelegt.
'■i Siehe Synodicon orlpntalc cd. J. B. Chabot, Paris l!Ü>2, S.364; 106, 2T ff.
Aach in dem §15 des Konzih vom Jahre 585 ist von der Bekehrung (ISk^O^O^)
vieler utid von der» Spott drr PNt' fi die H^^dr (-rh'f friert tr-ürrfer^ 'ins rtr-
ypolten, umi lue lifkrhrnny tieier u-tirii, öe/nntlert wtrden"), woraus man wohl eul-
nehtncu kaiin, daß das Chriütcntutn auch danialn Proselyten erwarb , nicht aber er-
flhrt, aas welchem religioeen Lager sie kamen (s. Synodicon Orientale, S.182, 1%
20: 441). ^
* Vgl. das Grandsteueibuch j>-\ ^llTvoa AbA JAsnf, ed. Bulak, S.80,
13; 87, 10—14; 88, 4—8. Der Islam wandelte hierin auf den Sparen des Kaisen
Theodosius II., der 48*.» den Juden und Saniaritanem verboten hatte GotteshSuser tn
bauen (.s. Tilleinont VI, 79] In nucm Gesetr. des Ilononus und Theodosius von 423
heißt es; Syimeofrae de cetero nulhie protinus extruaiitur, veteres in sua forma
pennaiteant ^Codex Thcudosianus XVI, S, 25).
* Siehe Synodicon Orientale S. 99, 10. 11; 356. Vgl. auch Acta inarQnw
orientatinni I, 227, wo erwlhnt wird. Sapor II. sei auch dadurch zur Christenverfol*
gang gereixt worden, da0 die Christen Kirchen bauten.
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Sachau: Von den reclitlicheu Vfiliältiiisscn der Cliristeii im Sa.<*aiiidcnreicli. 71)
der damals schon regierende Cliiisrau 1. in dem Frieden mit Kaiser
Justiniait (s. oben 8. 71) seineD chnstlichea .Untertaaen das Recht,
neue Kirchen zu bauen.
Die zoroastrischen Könige unforschieden sich dadurch von den
Maclithnhern des Islams ^ daß sie kein Bedenken trugen Christen
in ihren Heeren Kriegsdienste tun lu lassen. Die Acta martyrum
orientalium I, 50 berichten, daß in der Verfolgung de^ Jahres 341
auch Soldaten martvrisiert worfl»Mi sind, und von dem fanatischen
Zoroastrier König Jezdegird II. wiss^ea wir aus zuverlässiger Quelle,
daß Christen in seinem Heer dienten. Als er eiiiPii Ivrieg in Hyr-
kanieo lUhrte, befahl er die Christen ms seinem Heer auszuschei-
den, weil er meinte, daß sie die Ui-sache seiner ^lißerfolge seien
(s. Mösinger, Monumenta syriaca II, 8. 68,7. 8, und (t. Hoilmann,
AusziSige usw. S. 50). Ob in den Zeiten nach Jezdegird II. (438 bis
457) noch wieder Christen im persischen Heere gedient haben, ist mir
nicht bekannt.
Die Stellung des Patriarchen, des Konzils, der Bischöfe uud
Priester im persischen Staat - scheint derjenigen im Islam nicht un-
ähnlich gewesen zu sein. Sie vertraten die Interessen drr rlirist-
lichen Bevölkerung am Hofe des Großkönigs und xot den könig-
lichen Behörden, und hatten über ihre Glaubensgenossen, sowohl
Kleriker wie Laien ein gewisses \>rfügungsrerht. Das Konzil er-
laßt Gesetze über rein weltliche Materien, wie /insnelimen und
tVaüenraub, für Kleriker und Laien. Der Patriarch ist der höcliste
Richter. Eine vollständige Regelung des Appell Verfahrens gegen
das Urteil des Gemeindepriesters bis zum Patriarchen hinauf ist
durch Kiiiion 6 des K<mzils vom .Talire 57() gegelien.^ V.s matdit
nicht den Kindruck, daß die christlicheji Tribunale für die Voll-
streckung ihrer Urteile den Arm der persischen Staatsgewalt in
Aus[)ntch genomm^ hätten, denn es wird in ihnen nie auf andere
als Kirchenstrafen erkannt. Daß die Kleriker an Verwaltungs-
funktionen des Staates, wie z. B. an der Krhebunu der Steuern,
beteiUgt gewesen seien, ist nicht bekannt und darf wohl au(di aus
der Tatsache, daß König Sapor II. von Simeon Bar Sabba S die
* Wenn d«r Ulam aneh keine Christen in seinem Heere dnldet, la£t er Mich
doch im Rri^ die HUfe von Christen gefeiten nech dem Gntndsaize
Jl ^4ll ^.>_ -Oil J\
IS. Bokhari, cd. Krehl II, 263. S. ."> von unten). Die .luden wuidiii im löriiisoheii
Rddi dnreh ein Gesetz der Kaiser Honorias und Theodosius vuii 41^ vom Dienst
b der Armee anegeschloasen (Codex TheodoslannK XVI « 8, 24).
* Siehe Sjrnodioou 8.377.
80 Sachau: Von den rechlichen Verhiltnissen der Christen im Saaai^tonraiefa.
Erlieinmfr eAüßr doppelten Steuer von den Christen fur Krieguwecke
▼erlangte ^ nicht gefolgert werden.
Schwierig: i^t die Frage nach dein Connubium xwischen Ma-
giern und Christinnen. Christen und Magi^nnen. Es ist bekannt,
daß mehrere Sasanidenkönige (iliristliche Frauen heirateten, nicht
aber, ob diese ihrem christliehen Glauben treu blieben oder zum
Magismus übertraten. Lehrreich in dieser Beziehung sind zwei
Canones des mehrfach erwähnten Konzils vom Jahre 554, die von
gemischten Ehen handeln: da aber das Kon/il den Ausdruck Hei-
den, Heidinnen gebraucht, so bleibt zwdfeihaft, ob damit Mau:ier
und M.'igierinnen oder andere Nichtchristen gmeint sind. So be-
richtet Canon 11 (Synodicou S. 360), es sei vorgekommen, daß
Heiden die Töchter von christlichen Geistlichen heirateten, daß
dxvac Geistlichen, die mit der Verwaltung der Güter von Kirchen
und Klöstern betraut waren, dieselben widerrechtlich als ihr Privat-
eigentum in Anspmch nahmen, und daß dann nach ihrem Tode ihre
heidnischen Schwiegersöhne a titre des Erbrechts ihrer Frauen Eigen-
tum christlicher Kirchen und Klöster forderten und auch erlangten.
Dagegen handelt Canon 10 (s. Synodicon 359) von dem Con-
nubium zwischen heidnischen Frauen und christliclien Männern
und berichtet, daß zuweilen christliche Geistliche Heidinnen hei-
rateten und daß einige der letzteren dann den christlichen Glauben
annahmen. Wenn aber die Magier davon erfuhren, schleppten
sie die Frauen in das Gefängnis und zwangen sie das Christen-
tum wieder aufzugeben.' Die Kinder aus solcher gemischten Ehe
seien Ungläubige. Das Konzil beschließt daher, daß ein Priester,
der eine solche Ehe eingeht, vom Priestetamt ausgeschlossen werde.
Da kaum anzunehmen ist. daß die zoroastrischen Behörden um das
Seelenheil von Jiidinnen und Heidinnen so sehr besorgt gewesen seien,
so dürfen wir wohl diesen Canon 10 auf die Ehe zwis<;hen Christen
und Magierinnen beziehen.
Wenn wir uns nun der Frage zuwenden, wie das bürgerliche
Recht der sasanidisehen Christen besehatfen war, müssen wHr
mit der Tatsache rechnen, daß die I, ander um den mittleren
und oberen Tigris während längerer Zeit, bevor sie im Frieden
Jovians von 365 an die Perser abgetreten wurden, Provinzen des
römischen Reiches gewesen waren, daß daher römisches Recht auch
dorthin angestrahlt haben kann, und unwillkürlich richten sich
' Siehe Labourt, a.a.O. S. 28. 16; Acta martyrum oriciitalium 1,18.
Siehe Synodicon S. 102, 14, wo mit dem Übersetzer in lesen tvt:
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Sachau: Von den rechtlichen Terhiltnieaen der Christon in Saeanldeitreich. 81
unsere Blickr auf das syrisch - römische Rechtsbuch' oder, wie es
im Orient genannt wird , die Leges Comtnntini Theodosii Leonis^
das einzige Gesetzbuch seiner Art, welches die syrische Literatur
aufweist. Welelies ist nun die Auetorität dieser Len;es.* Sind sie das
geltende Recht ihrer Zeit oder etwa die für das })raktis(;lu' Leben
belanjL^lose I>ucubration eines Literaten? Wie stellt es mit (U'r lio-
glaubi^nn^ der Leges als einer iiechtsoorm fur das Leben de«
Syrervolkes ?
Was zunächst die handschrifthche Uberheferung betrifft, so
ist zu konstatieren, daß die Leges in allen Handschriften durchweg
neben und in Verbindung mit solchen religiösen, dogmatischen,
liturgischen und kanonischen Texten erscheinen, welche fur die
orientalische Christenheit Auetorität sind. Ferner erwähnt der be-
kannte lins gestorbene Bischof Ebedjesu von Nisibis und Singär
in seinem Kompendium des kanonischen und bürgerhchen Rechts,
in dem Abschnitt über Erbrecht als die Quellen alles Rechts in
erster Linie die Beschlüsse der Konzilien von Nicäa und Kou-
atantinopel und die Leges Constantini Theodosii Leonis, gibt also
damit zu verstehen, daß er den Leges eine ebenso große Auetorität
l)eimißt wie den für alle Christenheit verbindlichen Canones der
beiden ältesten ökumenischen Konzilien. Eine ähnliche Auetorität
wird den f.eges von Barhebräus in der Einleitung seines Nomocanon
eingeräumt.
In einem zweiten späteren kanonistischen Werke di^s oben
genannten Ebedjesu, das zur Zeit noch unediert ist, fintlet sich
ein von Abbe 1. B. Chabot in dem Synodicon Orientale S. 609 fl*.
mitgeteiltes Verzeichnis aller Quellen des kirchlichen und bürger-
lichen Rechtes nac^h nestorianischer Lehre. Hier werden neben den
Canones der Apostel, den Konzilien der nestorianischen Patriarchen,
die Canones regum Graecomm christianonim, d. i. unsere Leges aii'
geführt, also in einer Weise, welche deutlich beweist, daß sie in
ihrem Ansehen den heiligsten und ältesten Traditionen des östlichen
Christentums gleich geachtet wurden. Es muß außerdem darauf
hingewHesen werden, daß Ebedjesu wie auch Barhebräus manche
Bestimmungen in ihren Corpora juris canonici et gitiKs wörtUch
aus den Leges herubergenommen haben.
Die Zeugnisse des Ebedjeau aus dem 14. und des Barhebraeus
aus dem 13. Jahrhundert sind verhältnismäßig sehr jung, und es
könnte sehr wohl in Frage gestellt werden, ob ihre Ansicht auch
für die Zeiten des ältesten Chaiifats und gar fur die noch ältere
' Siehe die Ausgebe von Bnuie und Sachau, Leipzig 1880.
Mit«. 4.8c» f. Oritnt SpiMbon. 1907. H. AbL 0
82 Sacbad: Von den raditlichen VerhiltttisMii der Chriaten im SMUiidenreidL '
Zeit der Sasanidenlierrschaft j^elten dürfe. Aus früheren Jalir-
liundtTten lyt mir zur Zeit nur ein eiozij^es Beglaubii;uugszeu£jnis
fur die Leges l)ekannt, aber ein stdir liorcfltivs, daüjeuij^e des iicstoria-
nisclieii Patriarchen Timotheos 1.. der vou 780 bis 819 au der Spitze
de« nestorianischen Christentums siaud und es am Hofe der abba-
sidischen ClialilVn v( rtrat. In einem seiner Briefe, deren Veroilcnt-
Hchung wir Herrn J'rof. Ü. liraun verdanken, zitiert er zwei Paru-
graphen l.ht um ht ' aus den Leges Constantini Thwdosii Leonis,
leitet das Zitat ihirivh Iblgeutle Worte ein:
• Aus den königHchen Gesetzen (d. i. den I^ges), welche die
heiligen Synoden und die Väter befolgt und augeuonimen haben«,
und bemerkt nach dem Zitat:
»Das sind wie in einem (einzigen) Abschnitt die reinen Gesetze
der Christenheit- (vgl. Oriens (^hristianus II (11)112) S. 31).2 Aus
diesen W»)rtoji geht zweifellos hervor, daß Tinioiheos die Lege«
als geltendes Recht, als verbindlich für die ganze Christenheit ansah,
zugleich Wold auch als einen aus den ältesten Zeiten der Kirche
überkonimeucn Bestandteil ihrer Rerhtsliteratur.
Ein älteres ähnliches Zeugnis spe/.ieli für die Sasanidenzeit ist
mir nielit bekannt. Da aber die riltoste Handschrift der Leges
während der Herrschaft der iSasanidcu wahrscheinlich um 510 oder
520 n. Chr. Geb. geschrieben ist und da die Leges v<)n sämtlichen
Bruchteilen der syrischen Nation angenommen worden sind , daher
vermutlich aus jenen Zeiten stauimen , welche der durch die christo-
logischeu Streitigkeiten verursachten Spaltnni; derselben, d. i. der
Mitte des 5. .lalirlninderts vorausgingen, tlürfen wir getrost an-
nehmen, daß sie auch schon unter der i^asanidenherrscliaft im
Christ liehen Osten verbreitet gewesen sind und Geltung gehabt haben.
Da aus dieser älteren Zeit anderweitige Rcchtsbüeher niemals er-
wähnt werden und diejenigen Rechtsbüchei wrl li » bekannt sind
oder gelegentlich zitiert werden, ohne Ausnahme jungereu Datums
1 L (Lüiidoner iiaiidadirilt) 108. 109.
* Der Text der beiden Stetten, den ich frenndliclier Mitteilung Henn
Bnuina verdenke^ lautet in der rfimiechen Handechrill:
Ich nehme an, d«13 za lesen ist:
Dl« iwe!t<» 8t«!!e lautet:
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Sacbao: Von den reditlidien VertiUtninen der Christen im Sasanidenreieb. 83
sind', so hat es last d«'n Anschein, al8 ob in j imt Zeit die
oriciitalisi'heii Cliristen im I{(")iner- wie im Perserreieh \n den Leges
r<«!istantitii Tlieodosii Leonis bereits die Wobhat eitii's einheitliehen
tiiirnerheiien Grset/hnelieK sjeiiossen hätten. Sind daher neben den
heges itneli Spüren oder Keste einer riiKb^rweiti^eu bürgcrUcheu
Rerbtsorduuiii; vorhanden? Und falls sie voriianden sind, in welebern
Verhältnis stehen sie zu den Le^es? — VollMtiui(hti^ winl diese l'ra^e erst
dann beantwortet werden können , wenn sanitliehe Iveste der syrisclien
Reclitsliterai ur vorüet^en: einen Heilrag: zur Reantwortunf!^ derselben
kann man aber sehon jetxt der lehrreiidien Publikation des Syiiodiroii
orientah' von ('habot eiitnehTnen. einer Sainmlunu- a1b»r ostsyriseheii
Koiizibikten von der ältesten Zeit 410 l)is in das erste .lahrhundert
des abbassidischen ("halifats, bis 790 n. Chr. (Jeb. In fbesen Akten
werden im Zusammenhang der Bestimninnj^eii ul»er (he kirehlielie
Offjanisation und das Kirchenreeht gelegentlieh auch /iviirechtliclie
VerfQguDgea g^eben, denen wir im Folgenden nachgehen.
Die Einrichtung der Ehe nach christlichen (irundsätzen war
fiir die leitenden (ieistcr der östlichen (^'hristenheit evident eine
sehr schwierige Materie, und die Konzilien bis zum Ende der
Sasanidenherrschaft hören nicht auf sich wicfb'r und wieder mit
Fragen des Eherechts zu beschaiiigen. Kine fclauptschwierigkeit
lag darin, daß die aus dem Heidentum und Magismus gewonnenen
Christen sich auch nach ihrer Bekehrung nur seliwer von den
früheren nichtchristlichen Ehegebräuchen, wie z. B. von der zo-
roastrischen Ehe mit den nächsten l^lutsverwandten loszusagen ver-
mochten. So heißt es in den Verhandlungen des Konzils des Bar-
j-auniä zu Beth Lapat vom Jahre 484: »Viele Christen an verschie-
denen Orten ahmen die Magier in ihrer schmutzigen Ehe nach und
übertreten damit das gerade Gesetz der Kirche des Messia» sowie
den hon sens aller Völker, auch derjenigen, die noch Heiden sind,
ausgenommen allein die Magier« (Synodicou S. 623. G24). Ferner
traten im Leben jener Zeiten einige Tendenzen hervor, welche der
Ehe und ihrem Ansehen nicht gerade förderlich waren. Hierher
rechnen wir die aus dem Heidentum überkommene, in gewissen
Kreisen verbreitete Auffassung, daß nur der Castrat in Wahrheit
die Gottheit verehren und bedienen könne. Wie das Konzil von
Nkia durch § 1 Boiner Beschlüsse diesen Brauch verboten hat,
* VgL Bnins>Sad»o, Syn«eh«röiiiiMhe« Rocfatoboch II, S. 175, Anm. 3.
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84 Sachau : Von den rechtliehen VerhSltnbaen der Christen im Saeanidenreidi.
SO war auch noch viel später Muhammed gecwuugen, im Kreise
Miner iltttttti und trenesten Gefährten der gleichen Tendmz mit
einem bestimmten Verbot eutgegentreten zu müssen.^ Der Patriarch
Mär Abhä bestimmt 544 in seinem Canon 20, daß ein Mann, der
sich entmannt hat, nicht Priester werden darf, und das Konzil des
Patriarchen EEechiel vom Jahre 576 fügt hinzu, daß ein Priester,
der ach entmannt, aus dem Klerus ausgestoßen werden soll (Syiiodi-
oon S. 558. 375 \ Andererseits ist sehr stark die asketische Tendenz
vertreten, welche die Ehe und Kinderzeugung für ein Übel erklärte
und fur Kleriker zu verpönen suchte, eine Tendenz, welche ganz
besonders von denjenigen Bischöfen gt iördert wurde, die aus dem
Mdnchsstande hervorgegangen waren. Es verdient hervorgeh oIkju
zu werden, daß es gerade diese Neigung vieler christlicher Kreise
zur Ehelosigkeit war, welche ganz besonders den herrschenden Zo-
roastriern unbegreiflich, anstößig und vcrv\'erflich schien. Vgl.
Acta martyrium orientalium I S. 178. 181, wo die Ankläger der
Christen vor dem zoroastrischen Tribunal ihnen vorwerfen, dal»S sie
lehren: «die Menschen sollten nicht heiraten und nicht
Kinder zeugen, nicht mit dem König in den Krieg ziehen und
nicht töten«.
Obgleich schon durch das erste Konzil von 410 in Erneuerung
der gleichen Bestimmung des Nicäischen Konzils das Klerikerkon-
kubinat, djis Zusamiuen wohnen mit einer Subintroducta, verboten w.ir.
scheinen die ehelichen Verhältiiisse sich doch nicht bald wesentlic*}i
gebe,ssert zu haben, denn das Konzil von 184 muß si^hon wieder
Konkubinat und l^igainie verliietcn (Synodicon S. 624), und in dem
486 gehaltenen Kunzil dva Acacius wird (lariil)er Klage gefüljrl,
daß Ehebruch und Hurerei in Christenkreisen ziitn ( rejrenstand der
Verachtung und des Spottes für Niclitchristen ijewordeti sei (das.
S. HO.S, 18. 19: 304. 3. 4. 17. 18. ^28). Daher !)elieldt diis letztere
Konzil: Entweder absolute Kailialtun^ oder Elle! Die Bischöfe
sollen den Nupturienten keine Seliw ierigkeiten und Mindernisse be-
reiten, denn Ehe und Kinderzeugung sind gut und gott-
gefällig sowohl für Laien wie für Priester. Wer ver-
heiratet ist, soll nii ht mit anderen Weibern verkehren; künstlicher
Abortus ist verboten. Ein Priester darf nach dem Tode seiner
ersten Trau ein»» zweite heiraten. Letzteres muß in gewissen Kreisen
als /.weifelhat't an^csclien worden sein, denn es wird ausdrücklich
hin/ugefügt, daß die iiischöfe eine solche Ehe nicht hindern sollen
(das. S. 305, 19). Die Monogamie wird veronlnet auf Grund von
' 8iciK' li.u Saad III. I, S. ff.
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Saciao : Yon den nschtlidien VerbiltntaseD der Christen im Sasanidenreich. 85
1. Timotheus 111, 2: »Es soil aber ein Bischof unstitflieh sein, eines
Weibes Hann, nüchtern, mäßig, gastfrei, lehrhaft.« Diese Sitze,
welche för alle Grade der Geistlichkeit wie für Laien gelten, weiden
von dem nachstfolgeaden Konzil de6 B&bhai vom Jahre 497 (das.
8. 312) wie von allen Konzilien des 6. Jahrhunderts wieder aufge^
Bommen und von neuem eingeschärft.
Der herroiragendste Gesetzgeber auf dem Gebiete des Ehe-
rechts ist der Patriarch lAkr Äbbi. In einem Sendschreiben vom
Jahre 544 wendet er sich ^igen Mißbrauche in der Ehe, verbietet
die Bigamie und die Ehe mit den folgenden weiblichen Personen * :
t. Der Frnn 'les \ atcrs.
2. (l»*r Frau des \'ai ctbriulcr--.
ii. (iiT I ran (le-i Mutlerliruders,
4. der \'alerss(;li\vester.
ä. der ^bil terseliwester.
H. der >('li\vesrer,
7. der 8('!i\\ ieu"Ttoi:hter,
iS. der Toeliter.
'J. der Stieftochter,
10. d<'r Tochter des SoIhm'.s.
11. der Tochter der Toehter,
12. (h'r F^iikehii der brau,
dvr Witwe des iiruders,
14. der Heidin.
^ Synodicon S. 335 und das Fragment S. 561 Canon 98. Von
den hierdurch verbotenen Ehen waren 1 bis 12 unter den Zoroastriem
üblich, die Leviratsehe Nr. 13 unter den Juden* Dieser Kanon
der verbotenen Ehen ist wenige Jahrzehnte später. 585, von dem
Patrianshen Jesujabh I. infolge fortdauernder Mißbräuehe im Ehe-
leben von neuem veröffentlicht worden (das. S. 410).*
Verbotene Ehen der genannten Art, welche zur Zeit von M&r
Abhfc'a Erlaß bestanden, sollten spätestens innerhalb Jahresfrist
gelost werden; widrigenfalls wurden Mann und Frau mit dem Banne
belegt. Nur die Leviratsehe erfreute sich einer milderen Behandlung.
Wer in dem Glauben, ein gutes Werk zu tun, eine solche Ehe
eiugegaDgen war, sollte mit seiner Frau ein Jahr lang fasten und
< Vgl. Legee CoiistantiDi Theodosii Leonis RH §§ .53^55.
- AH' Ii rijiliT dm Persern (nach Jcsuhoclit).
' In islaiiiisclipr 'Äoit wurde I5iixaiiiif> iiiul Konkiif)iii.it durch das Konzil des
Pjtuian-iitMi Gi;org I. \<jui .luiire 67t> wiedeinini vt rlmtm ((l,i?>. S. t'S'J), spozioU auch
(iie Ehe eiuer Chri.stin mit einem andersgläubigen Manne (8. -i^iy).
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9
80 Sai hau: Von den rcchtlidieu Verhältuittseii der Climtt n uu Sa.sanidciireich.
Almosea geben uad dann Absolution erhalten, d. Ii. in der Levirats-
ehe weiterleben (das. S. 336. 337).
Fraueniaub, der von den Leges Coostantini Theodoaii IjCoius
RH, § 62 mit dem Tode bestraft wird, muß in jenen Zeiten
nicht ganz unerhört gewesen sein, denn mehrere Konzilien, die-
jenigen von 482; 544 und 576, nehmen Veranlassung sich damit
zu beschäftigen', und belegen dies Verbrechen mit der schwersten
Strafe, über die sie verfugen konnten, mit der Ausschließung aus
der Kirche. Es wird angedeutet, daß dabei gelegentlich auch
Priester die Hand im Spiele hatten. Eine geraubte Braut soll ihrem
Bräutigam zurückgegeben werden und kann auch dann, wenn ihr
von dem Räuber Gewalt angetan worden ist, seine rechtmäßige
Gemahlin werden (S. 557, § 15).
Im allgemeinen hängt die Eheschließung von der Einwilligung
der beiderseitigen Eltern ab und winl durch die kirchli<'he Ein-
segnung perfekt Dies wird in einem unter dem Islam 676 gehaltenen
Konzil als das christliche Gesetz und die Sitte der Gläubigen
bezeichnet, darf daher wohl als eine Bestimmung, die auch sdion
in der älteren, saaanidischen Zeit gegolten hat, angesehen werden
(S. 487, Canon 13). Aus dem Gebiet der Bestimmungen betrefiend
EhelSsung finde ich nur das eine Detail erwähnt, daß Sterilität
der FraUy auch wenn sie ihrem Gatten vor der Ehe nicht bekannt
wi^r, nicht als Scheidungsgrund angerufen werden darf (s. Canon 20
des Konzils von 585, a. a. O* S. 4^).
Zu den anderweitigen Rechtsgebieten, welche in den Konzil-
akten gestreift werden, gehört das Dotalrecht, Testament, Intestat-
erbrecht, Vormundschaft, Sklaverei und Zins.
Dotalrecht.
Einen lehrnMchon Roitiaii /'ir (n'S(*hi<'bte de» Dotalrechts gibt
Canon 21 der JSynode des i'auiarcheii .Ii'sujabli II. vom .Irthr«* nSri
sowie Caiioii 14 seines Sendschreibtus an den Bischüi' Jakob von
Balnain (a. a. O. S. 417. 441). Der erstere lautet:
|1.| 'Die Frau ist mächtig über ilirc q);.:vr' (d. h. ist Eigeu-
tüineriii ilirer (,)?^v>^)'^ sowohl zu Lebzeiten ihres Gatten wie bei
seinem Toile, aneb wenn er in seinem leatament keinerlei He-
stimmung über ihre «pe/m) getrolTeu hat. Und weder Gläubiger
* A. a. O. S. 624, S&7 Canooes 12 und 15; S. 378 Canon K.
* darf nieht mit verfAguugsbereohtigl Qb^raet«! werden, wefl
die Varföguiig dar Fraa Ober ihre Dos bekaantlidi manebeii Baariirfaknngen nntar-
worfen isL Leges KU |§ 09. 70.
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Sachau: Von den rethtlichen Verhältiiisseu der ( liristeti iiit Saj»aiiidenrcirti. 87
(chartarii^) nocb £jrben (ihres Gemahls) sind mächtig Ober sie
(die (prpnj), avagenommen mit Einwilligung ihrer Eigentümerin. Wenn
ein barter und geseUverderbertscher Zwang vorhanden ist (d. h.
wenn man uns von iigendeiner Seite in widerrechtlicber Weise
zwingen will dieaea Geseta zu verletzen), Bollen wir uns nicht be-
wegen lassen (zu einem Voi^hen) gegen diejenigen, welche die
Gesetze beobachten.
[2.] Wenn aber ihr Gatte ihr aus seiner Habe irgendeine
Gabe (gemeint ist Legat), aber nicht den ganzen Teil vne den-
jenigen dnes seiner männlichen Erben (durch Testament) vermacht,
sa ist sie mächtig sowohl über ihre tpepv^ wie über die ihr vermachte
Gabe (T^t).
[3.) Wenn ihr aber (von ihrem Gatten) ein Teil wie derjenige
rines seiner männlichen Erben oder wie derjenige eines seiner
Tochter vermacht wird, so
a) nimmt sie den ihr vermachten Teil, indem sie ihre «ptpvij
mit den Erben (ihres Gatten) teilt;
b) wenn sie aber sich weigert, den (ihr vermachten) Teil zu
nehmen und mit ihrer «pt^ allein zufrieden ist, so steht ihr das frei.
[4]. Wenn aber., der Teil, den ihr Gatte ihr vermacht hat,
nur zu ihrem Lebensunterhalt während ihrer Lebensdauer bestimmt
ist, nicht zur Erbschaft, die ihr vollständig gehört und die sie
sterbend einer bdiebigen Person zu vermachen berechtigt ist, auch
dann ist sie durchaus mächtig über ihre «ps/m^ wie über ihre ihr
alldn gehörige Birbschaft«.
Die zweite auf das Dotalrecht bezügliche Stelle, der Schluß-
absatz des Canons 14 des genannten Soidschreibens lautet:
•Wenn er (der Mann) aber stirbt, indem er eine Frau hat
und ein Testament macht und die Rechte seiner Frau an der Habe,
die sie aus ihrem Elternhaus mitgebracht hat (ihrer tpep»^), sowie
an derjenigen Habe, welche sie (beide) durch gemeinsame Arbeit
erworben haben, verkürzt, so macht er schon dadurch allein seine
Verfügung hinfallig, und nicht wird sie als gültig anerkannt, weil
er eine ebensolche Verkürzung begangen hat wie der Schuldner,
der seinen Gläubiger verkürzt hat.«
Das hier bei Jesujabh hervortretende Bestreben, die ^fivr\ der
' Frau sowohl bei Lebzeiten ihres Gatten wie nach seinem Ableben
stcherzustellen, ist dasselbe wie in den Leges und findet seinen
deutlichsten Ausdruck in der Bestimmung, dafi über die bei
* V''gl. ;(afTafi( ans x,«FTapio( bei Sophokles, Greek texiooii of the RoHMn and
Bjunftios perlodt.
88 Sachau: Von den rechtUcfaen YerhlHnissen der Christen im Saaanidenreich.
Eingehen der Khe <>ine schriftliche Urkunde angesetzt werden soll
(vgl. RH, §51 Abs. 2). Daß ein Mann seinem Gattin ein Legat
hinterlassen kann (oben Abs. 2). stimmt uberein mit \i II if 76.
Die weitere Bestimmung des .Tesujabh in Absatz 3 b, daß die Witwe
das Legat annehmen oder ablehnen (d. h. den Erben überlasseo)
kann, ist selbstverständlich und in den L^^es nicht vorhanden.
Neu ist das Gesetz Absatz 3a, daß die Legatnrin. falls ihr Legat
dem Erbteil eines Kindes gleichkommt und sie dasselbe annimmt,
ihre <pcpn} mit den Kindern des Erblassers teilen soll. Hiervon
findet sich in den Leges keine Spur. Der gante Absatz 3 a und b
ist vielleicht ein Zusatz, eine nähere Ausführungsverordnung zo
R II § 7G, bestimmt die Reclitp fler Kinder gegen die Witwe zu
schützen. Die Vorschrift Jesujabhs in Absatz 4, bctretfend den Fall,
daß das Legat der Witwe in einem lehensläugUcben Nutzen besteht^
ist in den L^es nicht erwähnt» brauchte aber auch nicht erwähnt
zu werden.
Ubereinstimmend mit Canon 14 des iSendschreibens bestimmt
RH, § 150 Absatz 2, daß das Verhältnis der (pspvr^ der Witwe zu dem
Nachlaß ihres Gemahls wie dasjenige einer Schuld ist. Wenn daher
das Recht der q)£pvT] verletzt wird, ist das Testament ungültig.
Wenn Jesujabh in diesem Zusammenhang von dem gemeinsamen
Vermögen der Ehegatten spricht, so ist zu bemerken, daß es
ein solches nach den Leges nicht gibt. Sollte damit vielleicht die
Vermehrung der Dos während der Ehe gemeint sein? Diese Ver-
mehrung kann insofern als ein gemeinsamer Besitz der Ehegatten
gedacht w<T(l<>n, als er nach RH § 82 bei Ehescheidung zur einen
Hälfte der Frau, zur anderen dem Manne zufallt.
Testament
Zum Testament übergehend müssen wir darauf hinweisen,
daß in den Testamenten von Klerikern eine gewisse Gefalir fur
ihre Gemeinden lag. Da sie Kirchengut und eventuell persönliches
Eigentum zugleich zu verwalten hatten, so war die ^lö^lj« hkeit
gegeben, wenn sie zwischen den beiden Besitzarten absichtlich oder
unabsichtlich, z.B. infolge hohen Alters nicht reinlich unterschieden,
daß durch ihre Testamente Kirchengut in die Hände von Privat-
personen geriet (s. oben S. 80.). Uni ilchem Unheil xu be-
gegnen, verfugten die Ivon/ilien von 554 (Canon 11) und 576
(Canon 25), daß kein Kleriker ohne Zustimmung der Gemeinde ein
Testament machen dürfe. In gleicher Absicht wurde auf dem
letzteren durch die §§ 19 und 25 verfugt, daß die bischöniche
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Sachau : Vou den rechtlichen VeriiilUiiMen der Christen im Sasauideureich. 89
Venraltung von Riichengatern einer Kontrolle durch Kleriker und
Laien unterworfen und jede ▼ermögensrechtliehe Yerfiligung des
Bischofs über Kirchengut von dem Einventandnie der betreffenden
Gemeiade abhangig sein aolle. Diese und ahnliche Verordnungen
sum Schutx des Kirchen- nnd Kloste^ote« sind in den folgenden
Konalien von 585 und 605 «riederholt worden.' Bei der Besetzung
von Kirchen- und Kloeteramtem spielten Besitzfragen eine große
fioUe, wodurch es verstandlich wird, daß die Jagd nach diesen
Ämtern zu allen Zeiten eine sehr lebhafte war, viel Streit und
Spaltung mit sich brachte und oft mit den v^werflichsten Mitteln
gefuhrt wurde. Hauche Bewerber suchten sich dabei sogar der
Hilfe einflußreicher Zoroastrier zu versichern, obwohl mehrfache
KonalbescblQase solchen Unfug verboten, z. B. Canon 3 des Konzils
von 554 und Cwaon 34 desjenigen von 576.
Das Testament ist unverletzlich, aber die Schulden des Testators
müssen bezahlt werden, nnd zn seinen Schulden zählen auch die
qcpnj seiner Witwe und smne Legate. So bestimmt Canon 7 der
Synode des Jahres 585, hierin völlig übereinstimmend mit den
Leges, R II § 140 Absatz 2 und g 128. Ganz besonders sollen Testa-
mente, welphe Zuwendungen für die Kirdie enthalten, vor der
Habsucht der Erben geschützt werden.' In der Tendenz, die For^
dening der Kirche durch testamentarische Zuwendungen zu sichern,
begegnet sich das Konzil von 585, dasjenige des Patriarchen Jesu-
jibh I. mit den jüngeren Redaktionen der L^es Constantini Theo-
dosü Leonis.' Während in dem § 1 der ältesten Redaktionen L
und R n beteeffend das Testament noch mit keinem Worte von Zu-
wendungen an die Kirche die Rede ist, ist in den jüngeren RH!
mid A.r ein darauf bezüglicher Passus in einer so ungeschickten
Weise interpoUert worden, .daß die alte Lehre von den drei Un-
sen ab Pflichtteil dadurch fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt
worden ist
Derselbe Patriarch Jesujabh L, dem wir diese Angaben über
flaa Testament verdanken, beschäftigt sich auch mit dem Intestate
erbrecht und gibt darüber in Canon 14 seines Sendschreibens an
deo Bischof JdEob von Bahrain einige zum Teil sehr eigentümliche
in.
' Vgl. Labourt, Lc christianisme daae TempirB Perae S. 337. 338; auch
Micliael Synu II. ii. S. 193 Kol. I , wo berichtet wird, daß Justinian befohlen Iiahe:
Rcvnr 'enmiid Bischof oder Verwalter vou Kirrheiigut werde, solle sein Vf^mtn^en
iineiiiarisiert werden; er dürfe nichts vererben als dasjenige, was er vor seiner Au-
ücQiiDg besosMo habe.
* Vgl Ubmatt a. t. 0. S. 336.
00 Sachau : Von den rechtlichen Verhältnissen der Chriaton im Sasanidenreich.
(1.) »Wenn er (der Mann) Kinder (wörtlich: Söhne) und eine
Frau Iiat und er nicht ein Testament gemaciit hat, 80 verbleibt
(falls er stirbt) seine Habe seiner Frau.
(2.) Wenn er aber keine Frau, wohl aber Kinder bat, so
verbleibt seine Habe seinen lOndem,
(3.) wenn autrh in einigen Gegenden die Frau (nur) ihre
qiepi] und iwpta bekommt und (damit aus der Nachlaß Verhandlung)
ausscheidet, womit viele andere Gegenden nicht einverstanden sind.
(4.) Wenn er (der Mann) aberstirbt, ohne Kinder, eine Frau
und ein Testament zu hinterlassen, wird seine Habe in drei Teile
geteilt, von denen der eine den Geschwistern (wörtlich: den Br&deru)
und der Verwandtschaft seiner Frau, einer den Geschwistern und
der Verwandtschaft des Mannes und einer dem Hause Gottes
zukommt , (geteilt) unter Kenntnisnahme des Biscbofs und notonscheri
rechtschati'ener Kleriker und Laien.« ^
£s ist sehr merkwürdig, daß gerade dasjenige, was hier in
Absatz 3 als ein lokaler, auf gewisse, nicht näher beseichnete
G^enden beschränkter Brauch erscheint, in den Leges aUgemein
gültiges Recht ist. Denn nach dem t^stamentlosen Ableben eines
Mannes kann seine Witwe nach KII, §44 Abs. 5 nichts fordern
als ihre t^npviq und ihre dwpsd. Vgl. dazu den Kommentar von Bruns
in Bruns- Sachau, Syrisch-römisches Recht IL «S. 264« Daß die
Kinder und sie allein den testamentlos verstorl)enen Vater, der keine
Frau hinterläßt, beerben (nach Absatz 2), ist selbstverständlich;
daß dagegen hier in Absatz 1 die Witwe, falls der Gatte testa-
mentlns rorstorben ist, wohl aber Kinder hinterlaßt, als alleinige
Frbin des Verstorbenen unter Ausschluß seiner Kinder proklamiert
wird, ist sehr auffallend und jedenfalls uänzHch unvereinbar mit
den Leges Constantini Theodosii Leonis. Nach letzteren erben in
diesem Fall die Kinder allein, und die Witwe kann prinzipiell
nur dann zur Erbschaft dirt s verstorbenen Gemalils berufen wer-
den, wenn er sie durch Testament zur Erbin eingesetzt hat
(vgL RH, §76).
Geradezu befremdend ist Absatz 4. Dies Gesetz fallt aus dem
Rahmen der Anschauungen, welche in den Lcges zum Ausdruck
gelangen, vollständig heraus. Nach den letzteren (R LI, § 1 Abs. & ff.)
würde in dem angegebenen Falle zunächst der Vater des Verstor-
benen, dann seine Geselnvi^ter und ev. seine Mutter, dann die
Vatersbruder, die Söhne der Vatersbrüder usw. zur Erbschaft be-
rufen werden; dagegen wären die Verwandten der Frau, denen hier
i Siehe Synodioon S. 161, 27— 182, 5; & 441.
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Sachau : Von den rechtUdien VerhUtniaaen dor Chmten im Saaanidenreich. 9 1
das erste Drittel des Nachlasses zugewendet wird , nach den Leges
von der Erbschaft vollständig ausgeschlossen. Sie könnten nur in-
sofern in Betracht kommen, als sie ein Erbrecht gegen die tptpmi
und die dtopea ihrer Yeistorbenen Schwester, der Gremahlin des Erb-
lassen haben. Auch ist auffallig, daß die Verwandtschaft der
Witwe des Erblassers vor der Verwandtschaft des Erblassers
selbst aufgeführt wird. Außerdem erscheint mir der Ausdruck
Jesujabhs »Geschwister und Verwandtschaft« wenig prSxis.
Cteeint sind doch wohl »Geschwister und Eltern«. Man
würde daher die umgekehrte Wortfolge erwarten.
Unter dem Hause Gottes darf man vermutUdi die Kirche
der Gemeinde, welcher der Verstorbene angehörte, verstehen. Daß
hier der Kirche eine so hervorragende Stellung im Erbrecht ein-
geräumt wird, entspricht der schon einmal (s. oben S. 89) gestreiften
klerikalen Tendens der syrischen Rechtsgeschichte.
Vormundsohaft.
In betreff der Vormundschaft ist zunächst das Konzil des
Jesujabh I. vom Jahre 585 zu konsultieren. Es bestimmt in dem
Canon 22, daß der Vormund gemäß der Kenntnis und dem
Befehle des Bischofs ernannt werden soll, und fiOgt hinzu , daß
der Stiefvater der Walsen nur dann zu ihrem Vormunde gemacht
werden soll, wenn er sich eines besonders guten Leumunds erfreue.'
Diese Bestimmung ist von Ebedjesu IV, 16 S. 77 unverändert her^
ubei^genommen worden.
Es ist zweifelloe die Absicht der Konzilien, daß Kleriker nicht
Vormünder sein sollen, wie ich yermute, deshalb, damit nicht durch
die Verwaltung irdischer Güter ihr geistliches Amt Abbruch er-
leidet. Für eine solche Auffassung bieten die Leges Constantini
Theodosii Leonis keine Farallde. In einem an Kleriker gerichteten
Sendschreiben äußert sich der Patriarch Abhä folgendermaßen:*
Denen, welche sich beständig des Wortes »Gehorchet euren Leitern«"
erinnern sollten (den Klerikern), raten wir, daß niemand von ihnen
unheigehe in den Häusern »und daß sie nicht seien Erzieher oder
* Mit dar Stellmig de« Biachoft in diaaar Besiehnng beachlftigt aich dann
iioeb ein apitara« Komil in islamischer Zeit» dai^eaige des Patriardien Georg vom
Jthre 67G. Ilieniach soll der Bischof in der FQrsoiga filr die Waisen im Einver-
nehmen mit den Onkt'hi von Vater- und Matteneite voi^gehen. Zugleich ist er die
Autiichtsbehördc über die Yorniundschaft.
* S^nodicoQ 8. b2, l:iti'. .
* HainM^riaf 13, 17. ^
D2 •Dachau: Vou den rcchtliclien Verhältnissen der Christen im Sasanidenreich.
Imxponoi för Julien \ wodurch sie dazu kommen könnten , das Priester-
tum %\x enteliren und Sünden über gläubige Laien zu bringen. Auch
die Laien ihrerseits sollen sich hüten ku dergleichen Dingen die
Hand su leihen.« Es ist schwer zu eisehen, Avie Mir Abhl hier
zwischen Erzieher^ und harpono^^ unterscheidet. Er kann schwer-
lieh gemeint haben, daß der Kleriker nicht als Lehrer von Laien
funktionieren solle; man wird daher unter Erzieher etwas ähn-
liches wie den IvvrpoTto^ verstehen müssen, und dies fuhrt uns auf
(las syrisch -römische Recht Nach R II § 2 steht das Waisen-
mädcben bis zum vollendeten zwölften, der Waisenknabe bis zum
vollendeten vierzehnten Jahr unter dem imrpmro^, und Ton diesen
l4eben;^;renzen an stehen beide bis zum fünfundzwanzigsten Jahr
unter dem Curator. Wenn diese Auffassung richtig ist, wollte
Mir Abha sagen, daß ein Kleriker weder Curator noch Imrpojn^
für Waisen sein soll, und übersetzte Curator mit Erzieher.
Mit dieser Verfügung Mir AbhAs ist Canon 36 des Konzils des
Patriarehen Ezechiel vom Jahre 676 zu vergleichen, ein Verbot fur
Kleriker •tmrpoTtoi für Laien und Erzieher ftir Heiden oder Laien zo
sein«, damit nicht die Würde, die sie von der Kirche empfangen
haben, leide. Dieser Paragraph macht auf mich den Eindruck, nur
im Auszuge überliefert zu sein, und es kann wohl fraglich sein, ob
der Epitomator die technische Bedeutung von Erzieher = Curator
und imrpono^ noch kannte. Jedenfalls bt nicht ersichtlich, warum
der Verfasser den Unterschied macht, daß er die Wirksamkeit des
Erziehers auf Laien beschränkt, dagegen diejenige des ImTpoTn^
auf Heiden oder Laien ausdehnt. In der Sache selbst ist gewiß
nur gemeint, daß Kleriker nicht Vormünder sein sollen, nicht fur
christliche Laien, natürlich erst recht nicht für Heiden.
Sklaverei.
Das Sklavcnrocht ist Gegenstand verschiedener Konxill>e8chlüs8e,
wie es in den I^es (^onstantini Theodoeii Leonis einen breiten Raum
einnimmt Menschen zu rauben, um sie in die Sklaverei zu verkau-
fen, ist durch Canon 7 des Konzils von Ö85 verboten. Ebendort wird
bestimmt, daß die testamentarisdie l^reilassung des Sklaven unter
1 Der Aiudrack -fUr Laien* ist von dem Hemmgeber ei^gitnt.
^ Es mat^ hier darauf hiii;:<'\vi< >>en werden, dal3 das Wort tiri'ipjrsi, auch in
der Bedeutiui-^ Sachwalter, nugotiorum gtstor gebriracht wird, s. 8. Syno«
dicon S. 1&6, 16. 17.
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Sachau: Von den rechtliohen Verhältnissen der (Christen im Saaanidenroich. Uli
allen Umständen respektiert werden soll. Mit demselben Gegon-
Stande hatte sit^h schon das Konzil von 57G beschäftigt, indem es
durch Canon 11 im besonderen verfügte, daß die testamentarische
Freilassung von Sklaven oder Sklavinnen zugunsten von Kirchen,
Klöstern oder Hospizen nicht von den Krben angefochten werden
sollte. Daß solche Maßregeln notwendig waren, ersieht man aus
dem fünften Schreiben des Patriardicn Chrnanischo einem Appell-
gerichtsurteil, in dem der Patriarch die Freiheit l ines (hirch Testa-
ment freigelassenen Mannes gegen die Erben seines Freilassers vin-
diziert.
Unfreie Personen suchten i^icli gelegentlich der Sklaverei da-
durch zu entziehen, daß sie KlerikiT wtirrh'n. Hiergegen wendet
tick Canon 12 des Konzils von 576 uiit der Verfugung, daß Frei-
gelassene nor dann in den Klerus aufgenommen werden sollen,
wpnn sie ihre Freilassung durch dne Urkunde beweisen können
und ihnen außerdem ein guter Leumund zur Seite steht.
¥.H muß vorgekommen sein, daß Besitzer von Sklavinnen dirae
zor Prostitution zwangen, um sich durch ihren Verdienst zu be-
reicbem, oder daß sie ilinen alles Nötige zum Lebensunterhalt ver-
sagten und sie auf diese Weise zwangen sicli dtir« h Prostitution
zu ernähren. Gegen solches Wi^elien wendet sicli Canon 9 des-
8*Mhrn Konzils von 576 und bestraft jeden, <ler sich dessiolhen
schuldig macht, mit der Exkommunikation. Es fehlte wohl fiir
solche Unsitten nicht an Parallelen in dem gleichzeitigen byzantini-
schen Reiche. Theodosius II. verbot im Jahre 428 seinen Unter-
tanen ihre Töchter und Sklavinnen zu prostituieren und befahl
<(ie Abschaffung der Steuer, welche der Staat bis dahin von diesem
Verkehr erhoben hatte.*
Zins.
Schließlich erwähnen wir noch dnige Bestimmungen betreffend
das Zinanehnien. Die alte Kirche verbietet den Klerikern Geld auf
Zins zu verleihen. Das erste nestorianische Konzil von 410 hat
lieses Verbot vom Nicänischen Konzil herübergenommen, und der
Patriarch M4r Abha hat es 544 wiederholt.' Es ist bemerkens-
wert, daß dem Patriarchen Dadhischo (um 424) von seinen Gegnern
Toigeworfen wurde, er verleihe Geld gegen Zinsen.*
* ri.ititlschrift der Vattkanischen Bibliothek Siriaco Borgiano 82.
* Vgi. Tülemont, Histoire des empereurs, Quart- Ausgabe VI, (>l.
* Synodicon a 2ß4 Caiioii 4 and S. 558 Canon 21.
* Schon in frDherer Zeit, in der eraten Hilfte de« 4. Jehriranderta, er-
lieht der oeteyriacAe Kirchenvater Apkrutee den gleidien Vorwurf gegen s«ne
94 Sachau: Von den reditlidiea VerhlltniaMB der Ghruleo in SaMnidenreidi.
Etwas cingt'licndrr l)e^'(:haltigt awh mit dieser Materit* der
Patriarch Jrsiijabli I. sowohl in seinem Konzil vom .laiir<> 585 wie
in seinem nieliri'acli erwähnten Sendstch reiben. Er wiederlioll das
Verbot des Ziuönehmens für Klt rikcr. t^ibt aber zu verst^dieu. daß
die Kindle im Verkehr der Laien untereinander aus besi)n(ierer Hfiek-
si(dit für die Armen den 11 u n ile rt s t e n der Kirche dulden komu*
und latHätddieh dulde. ^ Es int in diesen Texten nielit an«^egebeu. für
welclien Zeitraum diese ^y.arocrr: zu bereehnen ist, ob für den ^b»ii;it
oder lür das .Talir; es kann aber kaum /.weil'elliaft sein, daL^ in
(Übereinstimmung mit den LegCi* Constautini Tlieodosii Leonis Kl
§53 und K II 147 die Berecbnuug pro Monat, also 12 Prozent
im Jahr, gemeint ist.*
Die BerOhrnngen zwischen den /ivilrechtlichen Bestandteilen
der Konzilakten und den Legea ('( i s: mfiui Theodosii Lex)nis siud
nicht sehr rahlreicl», doch aber menies Kraelitcus jL^eiiiigend, um
zu beweisen, daW in wichtigen Fragen, wie z. B. im Intestaterbrecht
der Witwe m biMi den Kindern (S. 1)0, Abs. 1) lokale. prnvin7:i«le
Verschiedeniieiten zutage treten, daß eine Frage des Dotabtrbts.
die Pflicht der Tran als Legatarin unter gewissen TTmständen ihre
cpspvri mit ihren Kindern zu ti*ilen , in den beiden Reclitsquellei)
ganz vers(diieden beantwortet wird , daß also die ostsyrische nestoria-
nische Ciiristenlieit sich unter der Rerrseliaft der Sasanidenkoiiii:«'
keineswegs eines eiriheitliehen l)iirgerlielien Rechts erfreute.
der (rrundlage der Kechtsverseliiedenlieit der älteren Zeit baut sieh
die ausgleichende, unifizierende Darstelbmg der .luristen der aiis-
gehentlen syrischen Literatur, des Priesters Elias aus Geddan, d»*s
späterem Patriarchen, und seiner literarischen Nachfolger (s. Ebedjesn
S. 24) auf. Indem sie sidi rlle Aufgabe stellten, aus den über-
lieferten Herhtsquellen ihrer Nation, wie sie in verschiedeuen
Provinzen ilires Vaterlandes entstanden waren und Geltung i,^»-
funden hatten, ein einheitliches Ue(!ht herzustellen, haben sie sich
um die Erhaltung ihrer Nation im schweren Kampf fnit der um-
gebenden islamischen Welt verdient gemacht. Dit Kampf um das
Dasein war fiir das Cliristentum im Islam viel schwerer als in den
Zeiten der zoroastrischen 8a^«anidenheri"sehaft : in letzteren zeifftf
es eine große, jugendliche Expnnsionskraft, verbreitete sich über
viele Länder trotz aller Verlblgungen und feindlichiu' Gesetze,
Q1aiibeiiag«n<MMn (in Homilte 14 § 2, Übonetzung von 6. Bert» 8. 210) ; gldch&Ilt
dar edflweniMhe Oiidton Audi (a. H. Pognon» Inscriptioi» MandtftM II, 196, %),
I SynoJiron S. 41J Canon 10; 41B Oanun 28; 412 Craon 15; 440 GMlOlil&
» Vgl. »neb £bedj«wi Ii, 8 8.72 Kol. l.
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Sachau: Yo« den recliUichen VerhSitniasen der Christen im Sasanidenreieh. 95
währead es im Islam zunächst Millionen yerloren hat, in vielen
Läudern, wie z.B. in Susiana (Cbuatistan oder Aiiwäz) , Ostarabien,
der Persis, in Merw restlos verschwunden ist, nnd sich auch dort,
wo es als Volksreligion in Tiompakten Bevölkerungen weiterlebt,
außer durch Inzucht nicht vermclirni kann, da das rigorose Geaetss
des Islams gegen A postasie die Bekehrung von Muslims sum Christen-
tom unmöglich macht
Das Gremischte Handelsgericlit in der Türkei.
Unter besonderer Berücksiclitigiinu des (lemiscliU'n
Handelsgerichts in KonstautiiiopeL
Ein Beitrag zum Kapitulationeiirecht von Dr. Theodor Werer.
§1.
Einleitung.
Naeh den in den Lindern des tQrkiachen Oriente gdtenden , auf Vertrag
oder Herkommen beruhenden und unter der Bezeichnung Kepitulationen-
recht zuaammengefiißten besonderen Völkerrechtsnormen ist der ottomsui'
sehen Stants^'fMvalt eine Gericlitsholieit über Angehörige dor Iv i[)itulations-
staaten im allgemeinen nur dann eingeräumt, wenn an dem Hecht>strcit
ein Ottomane als. Partei bcteilij^t ist, d. fi. tiäcIi HWichem Sprachgebrauch,
in allen p^fmi^cliU'ti Pi-ozeßsachen ; fehlt es an einem Interesse des Territorial-
Staates, sei es. daß nur Anajehorigf eiiuis und desselben fremden Staalfjs
oder solciie '/.Wides udv.v uie.iirerer freaider Siaaten au dem Kecljt.sstreit l>c-
teiligt sind, .so steht die Entscheidung des 1 alles unter Au.s.schhiß des ein-
heimischen Richters allein der richterlichen Behörde des jeweilig zuständigea
fremden Staates zu.
Doch auch in gemischten Bechtsstreitigkeiten «teilen sich der freien
Betitigung der einheimischen Gerichtshoheit auf Orund der Vertrilge er-
hebliche Einschränkungen entgegen; die ottomanisehe Gerichtsbarkeit ▼er»
mag — von einzelnen besonders festgelegten Ausnahmen abgesehen — nur
unter der Bedingung fUr den Auslinder rechtswirksam zu werden, dafi hin'
sielitlieh der Form des Verfahrens gewi.sse Anforderungen, welche die
Conditio sine «pia non fur dessen Rechts'j;ültigkeit bilden, beobachtet werden.
Diese Anforderungen beziehen sich bekanntlich einmal auf die durch die
diplomatische br.w. konsularische Heliüi'de bei der RcchLspi-echuii;^ aus/.u-
üLende Mitwirknnj; (Konsulara.s.sisteiJz im weiteren Sinne), sodaun al>er
insbesondere auf das wichtige Privileg, alle zwischen Ottomanen und Aus-
Ui^em entstehenden Ptazesse von gewisser Bedeutung vor das Forum
eines Sondergerichtshofes au bringen, an welchem auch Angehörige der
Kapitulationsataaten als Richter fungieren.
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Wkbkk: Das Geuibclito Handelsgericht iu der Türkei. 97
Dieses U't7.ti?pdachte Privileg ist es, dem das Gemischte Handels-
gericht (Maiiki ine-i-tidscharet iniiclitelit medschlissi, im VoUcsmunde auch
kurzweg 'l'idscharet genannt) sein Bestehen verdankt.
Bei den reiben llandelsverbindunijen des Orients mit dfi- enrnpaischen
iieschaflswelt bedarf es hier keines bes(UHlen-ii Hinweist-s auf die wichtige
und einzigartijjf* Stellung, welche dieses (Icriclit im Reclitsleben der Le-
vante einninmiL Bi.s auf weni<;e Aiisuaiinien von geringerer Bedeutung
atisiichließlich dazu berufen, nicht nur, wie aus der Bezeichnung des Ge-
richts vidleichc geschlossen werden kömite, in handeterechtliehen, sondern
«ich in rein bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten das Urteil zu sprechen, ver-
bindet das gemuchte Gericht mit der Erftlllung dieser wichtigen Aufgabe
auch die Verfolgung des weiteren idealen Zieles, r.ur Beseitigung der
C^enaXU&e beizutragen, welche ti-otz aller türkischen Reformgesetcgebung
mohammedanische und abendländische Rechtsanschaunng noch immer viel*
fach unversohnbVli voneinander trennen.
In der nachfolgenden Abhandlung soll nun rbf Versuch unternommen
«erden, die Entstehung, Entwicklung und heutige Cie,sta!tiinf7 des Ge-
(ni.schten Handelsgericht,«? Hner zusammenhängenden Darstellonu /u unter-
werfen. Die Seh\vieri;;keit der Bf^schaOuiig des erforderlichen Materials,
das liäuGge Fehlen aller authentischen Quellen, die Notwendigkeit, sich viel-
fach nur auf mehr oder minder schwankende Gebrüuche oder gar auf
nifindliche Überlieferungen verlassen ai müssen, haben die I.fOsnng der
gestellten Aulgabe ersdiwert. Auf erschöpfende Behandlung des Stoffes
wagt der Verfasser daher keinen Anspruch zu erheben.
Dieser eigenartigen Institution des Völkerrechts geböhri aber nicht
nur die Beachtung aller, die sich aiLs beruflichem Zwange oder wissen-
schaftlichem Antriebe mit dem Studium des Kapitulationenrechts näher be-
fassen mri.<«sen; sie venlient mit Recht auch in weiteren Kreisen und
namentlich gerade bei dem in der Türkei angesessenen fremden Handels-
stande lebhaftes Interesse. Die Verüflentlichung diesj>r SnnÜc audi in ihrer
;;egenwartigpn (iest.ilt dürfte daher einen zeitirtMiiüßen , \v<'iin auch be-
.scbeideneu Beitrag zur l\.t;nntni.s des Kapitulaiioneni echt.s lit'ft;rn.
Es sei indessen gleich hier ausdrOcklich betont, daß die vorliegende
Arbeit nicht den Zweck vm^olgt, eine systematische &hilderung des vor
dem gemischten Gericht zur Anwendung kommenden gesamten materiellen
und prozessualen Rechts zu geben'; lediglich die auf Vertrag, Herkommen
oder Gesetz beruhenden Grundsätze und Einrichtungen , welche dem Gericht
den Charakter eines Sondergerichtshofes verleihen, sollen im folgenden
nähere Berücksichtigong finden*
' Ii) dieser Hinsicht mag zur weiteren Orientiening hingmsii seti werden aaf
die ansfnhrlirho Darstellung des tOrkischen Zi\ ilproze.sses von Dr. Ivan/i, -Daj? Ver
f^hrffii vor «ifii Zivilporirhten des Tflrki.schfn Rfirlips-. Wien iS*(Jt», sowie mit' dm
Aafsiau des Salonikor Ad\oLaten Salem in dem Siiiiunelwcrkc von Le.Hke und
Ldwoifdd. »Die Rechtsverfulguug im internationalen Verkehr«.
MiU. d. Sem. f. Orient. bpr»ciiea. 1907. II. Abt
98
Wkbkb: Da« Gemischte Uaudebgericlit in der Türkei.
Teil I. Entstehung und Entwioklong der gendsohten Gerichte.
§2.
Die Kapitulatioben. Die Rechtsprechung vor 1848.
Die Duanekomniissioneii.
Bis zu der um die Mitte des vorigen .laliriiiinderta eiusetzenden all-
gemeinen Justi^relurui ist es bekanntlicli das niubaiiimedaiiische Uecltt
(Scheriatrecht), welches ausschUeßltcb die Rechtsprechung ta der TQrkei
beherrscht Auf der streng rellgidsen Basis des Korans and der Siinna
beruhend, ist es seiner eigenen inneren Bestimmung nach nur filr die Be-
kenner des Islam geschaffen und daher auch in erster Linie nur auf die»
anwendbai*. Diesem der Scheriatlehre wesentlichen Prinsip der Personstitilt
des Rechts ist e-s zu/.uschreiben, daß die nicht dem Islam angehörenden
Religionsgemeinschaften des Orients auch nach der osmanischen Eroberung
ihre eigene, von früher überkommene, (hircli besondere Orfjane ausfifübte
fierichtsbafktMt unter türkischer iierrschaft ungeliindert beibehalten nn<l
weiter ausbildt ii konnten. War aber schon den Untertanen der Pforte in
weitem Maße sclhständige Jurisdiktion cin^tMäuint, so erscheint es niclit
weiter belVcuulcnd, sondern geradezu als uatürliclie Folge der islamischen
BechtsaufTaäsung, daß auch die von alters her in den Haupthandelsplitzee der
Levante angesiedelten Fremdenniederlassungen in ihren inneren Angelegen,
heiten vollkommene Autonomie besaßen. In eigenen, durch besondere Einfrie*
digung von derTurkenstadt geschiedenen Quartieren angesiedelt und hierdurch
schon äußerlich als selbständige Gemeinwesen gekenmdcbnrt, genossen die>
adben in Wirkliclikeit alle Vorrechte der Exterritorialität. Was insbesondere
die Rechtsbe7.iehimgen /.wischen Angehörigen eines und desselben Staaten
oder zwischen Angehörigen verschiedener fremder Staaten untereinander be-
trifil, so kümmerte sich der Territorialitntsstant i:m deren Kecelnn«^ nicht
Krst <lnnn, wenn Interessen tier ri^cnen rntertanen in Fra^e kann u.
Iii ilen stjgen.iiinlen i:<'niisc!ilen ReTlit>streiugkeiLen , mußt«' für die in'iiVudi.scIir
Staatsgewalt das juaküsclie Bedürfnis entstehen, sicli der Oitinung dieser
Verhältnisse anzunehmen.
Solange Handel und Verkdir sich in verMltnism&ßig einfachen Formen
abspielten, wie dies xur Zelt -.des Abschlusses der ersten Kapitulationen
noch der Fall war, hatten natui^emäß auch die rechtlichen BeKiehungen
zwischen Einheimischen und Fremden geringere Bedeutung, RechtshSndel
waren selten und mehr primitiven Charakters. Zu ihrer Entscheidung be*
durfte es keiner aiisitihrlichen Kee!itsnormen grundsätzlicher Art. Es ge-
nügten \ielmehi' einige \\eni<;e Abmachungen, welche lediglich die möglichst
praktische Erledigung des Koniliktes bezweekten. in diesem Sinne siml
die auf die Hrilemtnt: der iiemiscbtcii Pio/esse abzielenden, im wesenÜidieD
überall gleicldruiti iidrn 1 icstitumungen der TraktHte aufzufassen.
Wenn wir nun den Inhalt dieser \"ei ira-isliestininiungen in Kürze
hervorheben sollen, so lassen sich insbesondere drei überall wiederkehrende
Hauptr(>geln aufstellen.
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«
Wkhkm : Das Gcniisclite Handelsgericht in der Tflri<ei. 99
t)ie Kntscheidunp; gemischter Rechtsstreitigkeiten erfolgt durch die
Organn Aes. Tprritorialstaatej? und diejenigen des betreffenden fremden Staates
f»emeinsrliari!icli , und zwar in der Weise, daß die einheimische Behörde zur
Anh«!nini; and Aburteilung; des Streitfalls nur in Anwesenheit und mit Zu-
sUmniun«; des VerUelei s der IVcuiden Schut/beliönle i.chreiten darf.
Gemischte Prozesse sollen jedesmal, wenn der Wert des Streitobjekts
eine f;ewia8e Summe (in den Iltereii Vertrigen meist 2 000 bis 4 000 Asi)er,
spater 500 Plaster) übersteigt, nicht vor den «mA ordoungsmlB^f daxu be-
rufenen tOrktsciieo Behörden, sondern auf außerordentlichem Wege vor dem
Kaiserlichen Divan, oder, wie es in den neueren Kapitulationen heißt, vor
der Hohen Pforte zur Entscheidung gelangen, welche sieh diesbezQglich
von Fall zu Fall mit der betreffenden fremden Vertretung ins Elinvemehmen
au setzen halten.
Hinsichtlich des anzuwendenden Verfahrens wird leiiinlich bestinunt,
(lat3 der Zeugenbeweis, dasjenige Beweismittel, ilcni gerade das iScheriat-
recht den weitesten Spielrfuun gewahrt, nuPer (icltiMii:; zu bleiben hat;
allein der Beweij; ilui cli Trkunden ist in gemisi-Iiten Pio/.cLVsaclien zuIiLssig".
Diese Bestimuunigen in ihrer knappen I- asi»ung bilden noch heute die
vertragliche Gnmdlage f&r die Behandlung gemischter Prozesse. Garade ihre
Knappheit aber ist fQr deren Beurteilung beaeicfanend: sie spricht vor allem
gegen die Annahme, als aeien die vartragschließenden Teile l)ei der Verein»
bamng dieser Bestimmungen von der Absicht geleitet gewesen» auf Grund
streng rechtlicher £rwigung«i eine allgerndne und erschöpfende LOsung fttr
die Frage zu finden, in welcher Wrlse die Erledigung gemiseliter Prozesse
in Zukunft zu erfolgen habe. Der durch die Kapitidationen eingeschlagene
Weg war vielmehr, wie bereits oben angedeutet wurde, lediglich durch
praktische Rücksichten vm L'*''/eii hnet. Die Bestrehtmgen waren darauf ge-
richtet, an Stelle des cinlieiuuschcn bzw. auslamlisehen Richters, welche
infulg»^ des damals die Rechtsanschauimgen behei rsclienden I'ersouaUtüts-
prinzi]>s beide an und für sicii zur Ausübung der (Jerichtsbarkeit über An-
gehörige des fremden Staates nicht befugt waren, ein neutrales drittes
Forum zu schaffen und hiei'durch den' tatslchlich bestehenden negativen
Korapetenzkonflikt in mugliclist dnfiusber Weise aus der Welt zu schaffen.
> Vgl. hierüber im eimalnen die K^tnlatlMien mit:
ö«tcrreic?i von 1718, Art. 5, von 1615, Art. 29, von 1747, Art. 4;
Großbritannien von 1583, Art. 9, von 1675, Art. 15 , 24 , 54 , 69;
Dänemark von 175(3, Art. 10;
Belgien von Iboh, Art 8;
Spanien von 1782, Art. 5;
den Vereinigten Staaten von 1830, Art. 4;
Fnuikreich von 1535, Art. 4, von 1673, Art 12, von 1740, Art. 26, 41, 69;
deni Königreich der beiden Sizilien von 1740, Art 5;
den Niederlanden von 1680, Art. 6;
Preußen von 1761, Art 5;
Roßlami von llüd, Art 9, G3, 64;
Schweden von 1737, Ait 6.
7*
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1(10 Wkueb: Das GemiscliU; Handclsgericlit in der Türkei.
Man hat sicli hierbei nicht Äuf den vielleicht nahelie^pndeii Aiisw - n ,fQ.
einigt« nnvh dein Gniiidsat/. >actor sequitur forum rei- den liiciiUr des
jcdcsmalij^cn Heklagtei) ttir x.iiständig zu erklären, ein Weg, w'w ihn hci-
.spiels\\ pisf die i:f>mi'<('htf> ("Irrii'litsliarkeit in Ägypten beschritten hat.
Lüsiinu lirst.iiid liiri \ iclineiir darin, daß man eine geineinsehaftltrh*» Knt-
Nclieidnng tlei L;rtiii.sc!ii( n I'ro7.e*tse diircli lierufene Organe der l»eidei>t'iti-
gen Staaten veit'iubarle. Zu be.achten ist dabei, daß auf türkischer Seite
durchaus nicht aUein rieiiterüehe Beamte zuständig waren; in allen Sache©
von gr&ßerer Bedeutung lag die EnUtcheidung vielmehr beim Kalaeriichen
Di van, bsw. der Hoben Pforte, also nicht bei einer Gerichts»» sondern
einer Verwaltimgsbebörde. Über das zu fallende Urteil mußte mit dvm be-
treffenden fremden diplomatischen oder konsularischen Vertreter von Fall
zu Fall eine Verständigung erzielt werden. Man verfuhr hierbei« die» darf
nach Lage der Sache mit Sicherlieit angenommen werden, nicht ausschruMJ-
lich nach inlündischeni Hecht, d. h. nach den Grundsätzen des Scherial.
sondern man suchte tunlichst nach freiem Ermessen, ex aequo et bono, eine
gerechte Hnt^chcidiiriLr zu treffen. Nur um den schlimm.sten Mißbrriuchen.
welche (h'Ui \ ci iVihren vt)r dem gcislliclK ii Hiclit' r anhafteten . wirk^a^u vor-
zubeugen, wui'if vertraglich iirsdiMlcis vereinbart. ilaB eine an<lere Form
der Heweislührung , als diejenig«* durch Urkunden, im gemischten Prozeß-
verfahren nicht zuzulassen sei '.
Nach der heutif^en Lehre gilt es als allgemein anerkannte Regel des
Kapitulationenrechts, daß alle Prozefisachen , an welchen Ottomanen und
Ausländer beteiligt sind, grundsatalieli zur Zuständigkeit der einheimischen
Gerichte f;ehriren, die allerdings nur unter Hinzuziehung des Dragomans
rechtsgrdtig entsrlieiden können. Die Richtigkeit dieses Satzes läßt sich
zwar nicht bestreiten. Indessen ergibt sich die geltende Auffassung nicht
unmittelbar atus der Auslegung der fraglichen V'ertragsbe^stimnningen, sondern
hat sir!) im weiteren V»M-lnuf der Kntwirkhing gewohnheiLsrechtlich hernus-
g«rbiitiet Gerafle die (leschichte des grüiischtrn (ierieht.« und seiiin /.n
sanuncnsetzung ist vor nllem geeignet, uns den ursprüngiiciien Sinn «ier
Kapitulationen klar vor .\ugen zu fidn-en.
So mangelhaft jene \'erti'agsbestimmungen uns heute erscheinen mögen,
den praktischen B«lüriiilssen der ersten Zeit werden sie genügt haben.
Erst mit der weiteren Zunahme der Handelsbeziehungen zwischen Orient
und Okzident und der damit Hand in Hand gehenden Vermehrung der
Frenidenniederlassungen in der Türkei, wie sie namentlidi das 19. Jahr-
hundert mit sich brachte* mußten die Berührungspunkte der fremden Kauf-
leute mit i\cr einheimischen Bevölkerung allmrddich zahlreicher werden, die
gegenseitigen Rechtslieziehungen infolgedessen immer verwickeitere Formen
annehmen. Die in den Kapitulationen vorgesehene Art der Erledigung der
nii<rhtt n RrchtNstreitigkeit^'ii konnte «b-n wnrhsenden Bediirfnis'^en pines
regeren llandelsverkehra nicht uichr genügen: je mehr sich die modernen
' Vgl. hierüber die trcHciideii AusiüldUiigen von Pelissie de Hati.>4itö, -Le Rc-
giiue des Capitulations- Bd. I, 8.20311'. (Paris, Artlmr liuusseau, t^ditours, 1902).
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Wsbkb: Dm Gemischte Haodelsgeridit in der Türkei. 101
Reclitsbegriffe auch im Orient Eingang verschafften« desto fllhlharer machte
sich der Mangel eines geordneten Gericlitswesens luul eiin < regeltnXfiigen
Pruxeßverfahretis. Eine weitei-e notwendige Folge dieser Kntwieklung war.
(laß jene ursy)riinglicli aLs Wohltat gedachte, a!)er iimstandliclie X'orselirift,
uf'rhe alle wichtigeren gemischten Pro/.e.sse zur KriNclieidiing in die H;iii|»t-
>i:uil verwies, mit der Zeit als Last empfunden uiiiih- und man sich ii.ifh
neuen Wegen umsali, um eine schiu Uci c Krlcdiirruiii der in den Prox in/cn
eutütelienden Uechtsstreiligkeiten wumughch an Oil und Stelle herhei/.ululiren.
Das Bed&rfhis nach einer Beschleunigung des X'erfahrens mußte sich aber
namcDtlieh in Handels-, See- und Weehaelsaehen geltend machen.
Bis auf diesem Gebiete die Gesetzgebung dea Staates eingrilT, blieb
es der Praxis ilberlassen, sdbst die geeigneten Mittel auafindig zu machen.
Hin in mogliehst schneller und einfacher Weise sich den nötigen Reclitsschutz
zu ver-^rhaffen. Ks war natürlich, daB die Wege, die man zur Erreichung
dieses Zieles einschlug, vielfach niiseinandergehen mußten. Besondere ört-
liilie V erhältnisse, Umstände, die in der Person der Beteiligten begründet
waiTn, wirktt'ii hierbei bestinnnend mit. Handelte e.s sich beispielsweise
dnriim, dit- F(uderung des nns!:iiii]is(lien (iläubigers vom ottomanischen
Scliuldrier fi n/ut reiben , so mag hiiulit; die Wrmittliing dei* ♦•irdifinjischen
Vcnvailuiig.sUeliörde den gewunsehlcu Krfolg gehabt haben, wobei alkidings
fiir das Ergebnis Eiutluß und Geschicklichkeit des fremden Konsuls mit in
erster Linie maßgebend sein mtißten. Sofern nicht mohanimedanische Unter-
tanen der Pforte in Betracht kamen, wird auch manchmal die Anrufung
derdensdben Qbei^ordneten geistlichen Behörde einen wirksamen Druck auf
den Schuldner ausgeübt haben. Vor allem aber bildeten die mit gewissen
gerichtlichen Befugnissen ausgestatteten Organe der einheimischen beruflichen
fienossenschaften (Beratlis, Zfinfle ') geeignete Instanzen, welche kraft der
ihnen über ihre Zunfigenossen eingeräumten Gewalt leiclit i-; Lai^e waren,
diPM-ü.nn ziu" Regelung ilü-ei- bindliehkeiten an/uhaiteii. Hef;uul ^icli dn-
^egen der Ausländer in der KoUe des Beklagten, so ließ aiirli der Iretrell'eniie
Konsul anf Anrufen seitens des Klägei-s seine Mitw irkiing eialreteu, um auf
sMißergerichtliciiem Wege eine Erledigung des Streitfalls herbei%urühren.
* lufolge der in der ersten Mnlfte des vorigen Jahrluinderu bei den fremden
diplomatischen Vertretongen mißbräuchlich eiitstaudeueu Sitte , ihren Schatz auch auf
Untertanen der Pforte auazttdetinen, genossen tatsichlieh viele Einheimische, nament-
Kcfa wohlhabende Kaufleute, die sonst lediglich den Ausliindern zustehendon Vor-
rechte. Uni diesem Mißstande ein Ende zu bereiten, entschloß sich die tOrkiscbe
lU'gienHi'.^ in den dreißiger Jahren , angesehenen einlieiniiM'lieii Kauf leuteii gegen
i:^itriL-titujig einer erheblichen Gebühr gewisse, denjenigen der Ausländer analoge
Rechte 2.U verleiben und ihiicn hicrflbcr eui -Berat- gcniuuites Patent m erteilen.
Ke Inhaber dieser Patente, die Beratlia oder Beratairea, besaßen eine eigene Or-
ganisation, deren oberste Behörde die Ranzlei der Beratlis, Chanedlerie des Bera-
taire«, genannt mirde. Sie bestand aus drei Mitgliedern und flhte ausgedehnte
richtcriirhe Befugnisse nm. Vir!, ^nvvas Pnscha, «Le Tribunal Musnhnaii- , S. fiS (!'.,
sowie Youtig, -Corjjs de i>ruit Ouoin.ui- , Bd. I, S. "224, deitöen Angaben aber an-
scheinend uur ,iui' die Savvasschc Quelle zui*Qckgchcu.
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102
Wun: Dm Gemisdite Handebgeriehi ia der Tfirk^
Diese Koi iii tier i'rozrßcrUnliiiiaig cniiatigelte iiulos (lei" i'rfurdtM liclu ii
gerichtlichen Autorität. Da die Gerichts!»ewalt allci diei>er Iii.sUuutu vou
Haus aus sich nur aal" eine der streitcudei» Tarteien iinbedingt geltend-
machen konnte, auf die andere aber nur, sofern sich dieselbe der fremden
Oerichtsbarktit freiwillig unterwarf, so ließ sich nicht vermeiden, daß man
in vielen FSUen dennoch zur ultima ratio, dem Appell an die Zentralbehörde,
seine Zuflucht nahm.
Indessen gab ea ttkr die Erledigung der gemischten Prozesse noch
ein Forum, welchem man infolge seiner besonderen Zusammensetzung all-
seitig schon früli die AuUirität eines Gerichtshofes eher eitr^uräumen geneigt
war. Diese (it richtsbildung, welche dieser all^^etneinen Anerkennung auch
ihre größere Lebensffdiij^lccit zu verdanken hat, war dazu berufen , V'nr-
iäui'er der heutigen gcrnisrf^tpn (tenehte zu werden. Wir ineinen die Duane-
koinn)ii».si<)n(Mi , ('(»nuais^ions (iouaiiii-rt'.s.
In den Sti i'itsarlien , w elche insbesondere Kragen des H.iiideljj-, Wccliscl-
und Seerechts zum Gegenstände hatten, büi-gertc sieli nünilich in den Haupt-
handelsplätzen der Levante dks Sitte ein , dermi Erledigtuig einem Koltegium
zu Überlassen , welches aus sachverstSndigen Laien unter dem Vorsitx des
ZoUdirektors bestand. Die Vorsteher der Zollimter in der TQrkei galten
infolge ihres Amtes ala mit den Handelagebriiuchen ihres Platzes am besten
vertraut und waren außer an gewissen Akten der freiwilligen GerichlsbarkeiL
wie Aufnahme und Zustellung von Protesten usw., auch zur Ausilbinig der
streitigen Ckm iiditshnrkeit befugt. Die ttaufiBiSanischen Sacbverstftndigen,
die dein Zoildirektor i)ei d«'r Urteilsfindung zur Seite standen, gingen aus
der Zahl der ansässigen H.nuIcUreibenden hervor. Näheres über die Ar!
IhitT lieruAmg ist nicht niierlielert. In d^'Il Orten, wo die lU-ratlis eine
lestf ( )rganis:itii»ii besaßen, was wir beziiglicli der liauptliandelsstädte
der l.evaiiie voraussetzen dürfen, wird in erster Linie die Chaucelleric
des Berataires bei ihrer Ernennung mitgewirkt habend Das Verfahren
vor den Duanekommissionen war durch keinerlei gesetxUche Vorachriftm
bestimmt; alles war den mehr oder weniger feststehenden Gebrauchen
überlassen.
1 Vgl. Hassan Fehmi in sehter Abhandhing Ober das Völkerrecht S.d<2;
Savvas Pa.scha, a.a.O. S. 53iF. ; Young, a.a.O. S. 240 gibt .ni, daß die F'nt-
stuliung der I)aaiiekommi.s.<4ioiieii eine Folge der Reformen von 1S3*> sei. Ks lie^l
aber hier aniicheinend eine irrtilmiidie Verwechsloug mil den späteren Handel»-
gericliteu vor. (Siehe uuteu § 3.)
Es sd hier noch endUmt, daß die Rolle des Zolldirektor» als eines mit
riefaterlichen Befagnissen ausgestatteten Beamten kerne neue Erscheinung im Orient
war. Bereits die im 15. Jahrhundert zwti«c}ien den italienischen .Stadtrepubliken und
den Harbarcskenstaaten abgeschlossenen Kapitulationen keniK^ii cuic n« iiilit.s!i;irkcit
de.s Duancdirektors, namentlich in Prozessen zwischen Mohammedanern und ('liristcn.
mögen diese Eiubeiuiische oder auch Ausländer gewesen sein, und darüber hiuaiu
noch in Reehtshindeln zwischen Untertanen verschiedener christlicher Staaten unter-
euiaader. Siehe Niheres hierfl1»er bei Martens, 'Das Consnlarwesen und dieConsolar-
jurisdiction wi Orient- S. 121, Iä2, 156 E
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Weekr; Das Gemischt« Handelsgericht in der Türkei. 103
Ein in ähnlicher Weise zu,sammenge,setzte.s Ciericht ht^taiid für die
$l>e/.iell seerechtlichr n StrettsacUen bei der Hafenbehurde unter Vorsitz des
obersteu Hafenbeamten.
Die.^e Einriclitiing, welche diiroli die Beteiligiintr sarhvtM-standii^e^r
Laien die Mögliclikeit ^e^väh^te, «lie Rechlsjirrchunjj in eincui den miidcnicn
Arir«>rJcrui»j;en besser angepaßten Sinne zu beeinlliisseii, erfreute 6ici» weit-
gehender BeliebUieiU Auch die ausländischen llandeUkreise unterwarfen
«eil gern der Gerichtsbarkeit der Diianekommissionea. Sie taten dies um
80 bereitwilliger, als Ihnen , neben der Dragomanassistenz, anscheinend ohne
weitere Schwierigkeiten außerdem die Befugnis eingerilumt wurde, in den
«ie angehenden Prozessen auch sadiverstlndige Beisitzer fremder NaÜonalitSt
an dem Verfahren teilnehmen zu lassen.
Auch nber die Form der Prozedur, wie sie vor den Kommissionen
in dieser gemischten Beset/nni^ zur Anwendung kam, sind genauere Nach-
ricliten, wenigstens soweit das dem \*r'rfnsser bekannte Material reirlit.
in'ute nicht nit ln- vorhnndpn. F.iiu- lorrnelle Regflmv^ der fraglicJjeu \ er-
lültnisse hnt jfdt'nialls nie staltgcl'imden. Maßg»'K» ii(! waren allein tjbungen
und Gebräuche, wie sie sich an den einzelnen Orten im Laul'e der Zeit
herausgebildet hallen.
Was insbesondere die Anzahl der am Prozefiverfabren beteiligten
Laienrichter und die ihnen hierbei zustehende Rolle betrifft, so fehlt es
auch hier an festlegenden Bestimmungen. Das eine wird aber mit einiger
Sicherheit vorausgesetzt werden können , daß das natfirliche Bestreben dahin
j^ng, die Zahl der am Prozesse teilnehmende ausl&ndischen Richter mit
deijenigen der einheimischen Gerichtsmitglieder möglichst in Gleichgewicht
zu eriialten; auf die Gesamtzalil der jedesmal fimgieremlen Beisitzer wird
es weniger angekommen sein. Ihre Aufgabe bestand ursprüii^lidi nni- il n in,
dem Zolldirektor bei der ProzeBentscheidung mit ihrem sjichvi istiiixhi^cn
Gutachten die Urteilsfäüung zu erleiehtern. Ihre Sliuune war dalicr i-ine
t»Hli|i;lich beratende. Indessen lag es in der Natur der Dinge begriindet, daß
der Zolldirektor, wenn er sich einer Sjialtung in den Ansichten der Beisitzer
gegenüber sali, schon aus OpportunitätsgrÜnden und um seinem Spruche
die erforderliche Autoritit zu sichern, zu dem nahell^enden Ausweg ge-
grilTen haben wird, sich dem Gutachten der Mehrhdt anzuschließen. Die
tildehlichen Verhiltnisse föhrten dalier notwendig dazu, daß aus der anfangs
Dur beratenden allmShlich eine entscheidende Stimme sich entwickdte.
Die .\nwmnheit eines \'ertretcrs der fremden Sclnitzbehdrde wlUirend
lies Veifahrens war gemäß den Kapitulationen unerläßlich.
Für die \'ollstreckung der ergangenen Kntscheidungen sorgte die der
iiiilerlegenen Partei Vf)r^'»>setzte Behörde, d. h. je nach deren Nnttnnnlitat
fOtwifler die tiirkisehe \'erw.iltungsbehr»rde oder, falls es sich um einen
Aiisläiulcr handelte, der betreftende Konsul. Da aber ilie Kntschei<lungen
der Uiianekonunissionen der zwingenden Ktxhthkraft entbehrten, lag eine
Verpllichlung, die Exekution dei.selben zu bewirken, in keinem Falle vor.
Verfrliren vor den Duanekommisslonen wies unter den eben dar-
gel^D Umst&nden erhebliche Mängel auf. Das Fehlen einer modernen
104 Wkbkb: Das Gemischte Haadeligericitl in d«r TärkeL
GeMtxeskodifikaUoo mußte den aus rechtsunkundigen MtCgliedern Kusamnieo-
gesetsten Kommisstionen ihre Aufgabe erschweren; in der Praxis behalf
man sich damit, daß zur Er^^nxuog von Gewohnhdtsrecht undOrtsgebriuctien,
die in et-ster Linie als Rechtsqudle dienten, die Bestimmtmuen des napoleo-
nischeii Roclits /.u Rate gezogen wurden, dessen Kenntnis in der Leraote
nocli am meisten verlireilet war. Die Pro/.eßfiiluiiny; selbst war gehemmt
durch den vollständigen Mangel auch der rinfnrhsten \'orschriften filver das
Zustellungswesen und das X'ersaumnLsveri'alu'cn ; ciiir wirksam«' H» (>ijts-
Verfolgung war ileiiinacli auch bei dem besteu Willen der voibtreckeudeii
Behörde vielfach unmöglich gemacht.
Daß die Duanekommissioneii trotz aller Mängel eine erfülgreiulie
Tätigkdt entfidten und den Ausgangspunkt f&r die nun folgende Entwicklung
der gemischten Gerichtsbarkeit bilden konnten, beweist hinreichend, daß
man mit der Heranxiehung des auslindischen Richterdements fiir die Cr«
ledigung der gemischten Proxesse eine Form gefunden hatte, welche äch
des X'ertrauens aller beteiligten Kreise, nicht xum mindesten auch derein»
heimischen, /u erfreuen hatte.
Wenn wir nun noch einmal insbesondere auf diejenige Einrichtung
näher eingehen, welche als wichtigstes Erbstuck aus der Hinterlassenschaft
der Duanekommissinncn noch heute ein Hauptmerkmal der gemischten
Gerichte bildet, die Bctt-ilinmif; ausländischer Ricliter an der RechtspreclninL;,
so ist festzustellen, daß für deren damalige Bereelitigung eine andre als
rein gewohnlieitsrechtiiche Grundlage nicht ins Feld gefuhrt werden k&iiii.
Gei-ade auf tQrkiseher Seite wird mit besonderer Vorliebe auf diesen Um-
stand hingewiesen, um die heute bestehende Art der Zusammensetaung
des gemischten Gerldits als von Anfang an mißbriuchlich entstanden und
daher vdlkerrechtswidrig hinsusteUen. Daß dieser Vorwarf durch die
spiteren Ereignisse jede Berecht^ang vetioren hat, wird «war schon die
Geschichte der nftclisten Jahre ergeben. Aber sdbst wenn wir «uoichst
hiervon absehen, vermögen wir doch noch nicht ohne weiteres der tür-
kischen Aiiffassung beizutreten. Unserer Ansicht nach laßt sich vielmehr
mit L;i'5ßerem Rechte v( rfprhten , daß die Mitwirkung der fremden Richter,
wie .sie uns hier '/.iiui i rstcn Male begegnet, wenn auch uicht im WKrt-
laute tlci* \ ertiäge vorgesehen, so doch dem Geiste derselben durchaus
angepaßt ist.
Wie wir bereits an anderer Stelle hervurgeiiubeu hal)en, herrschte
beim Abschlüsse der Kapitulationen schwerlich die Absicht vor, die etn»
heimisdie Gerichtsbarkeit als die zur Entscheidung der gemischten Prozesse
schlechthin allein atustSndige hinaustellen; die sinngemBße Ausl^iog der
Vertragsbestimmungen rechtfertigt vielmelir nur den Schloß > daß l&r die
Erledigung solcher Prozesse ein auß<*rordentlich<;s Verfahren Platz zu greifen
habe, dt^ssen wesentliches Merkmal in dem gleichberechtigten Zusammen-
wirken der beiden in Betracht kommenden G<m i( lit,sgewalten , der ein"
heimischen und der ausländischen, brstand. Diis \'ci fahren, welches rum-
mehr im Wfge gewohnhcitsreclitlicht i- liihltm:; au die tjtclic der \ tM tr.ii;Iirh
vorgcseheneu getreteu war, steht mit dem Prinzip der üleicliberechtiguug
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Wsbkb: Das ßeniisdite Kandetq^eht in der TOrkei. 105
lier iH'iden zur Rerht'^precliun}; berufenen FakU)i*tnj in Iccinnlci «•<;,. nsatr :
wie dem tiUoiii!uiisi"h(!ii Rirliter, detn Zolldireklor. der N eitrett r Ues am
Rechtsstreit inteMt\ssierlen iVeutdeii Staats, der Dragoman, ge^iniibersteht.
so treten, tiut gleiclien Befugnisseti ausgestattet, neben die einiieimischcn
Gerichtsbeisitzei' Laienrichter fremder Nationalität. Vom Standpunkt der
Kapitulationen aus hatten die Michte keine Veranlassung , ge^^en diese Neue-
rung Widerspruch zu erheben. In deren zustimmenden Haltung braucht
man aber deshalb uieht gleich den Verzicht auf jenes vertragsmlßig ein-
geräumte und bisher in Gdtung gewesene Vorrecht zu erblicken. Wie
wenig an ein Aufgeben desselben gedactit wui*d<>, geht schon daraus hervor,
daE die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts nbuc^chlossenen X'erträge
die alte KapituIationKvorschrift, welche die Entscheidung der Pforte Über-
trug» unverändert l>ribeiialten haben.
Ks soll allfitlinns nicht geleu^'n^t wenlcn, daß jenp \'iir.sclii-ift in der
Fulgezeit immi'r ut-iiiger zur Anucndmi:; Uflanyte , \<\s >]«• lu iite in ihrer
ui-sprüuglicheu Vmin als obsolet bezeichnet werden uiuli. Daß dies Lje-
sclieheu konnte, ohne auf Seiten der Missionen Wideratand hervorzurufen,
beruhte indes auf der wesentlichen Voraussetzung, daß die Aosnahme-
gerichtsbarkeit in gemischten Sachen in ihrem Bestände tHrkischerseits
emstlich nicht angetsslet worden tst^
§3.
Die Verordnung (Keglemeut C)rganit}uej vom 12. öefer 12t>4
(!!». Januar 184.S).
im Jahre 1831) kfuidiiite bck.umtHch das Halt- i -scherif von riülhane
den Kriaß einer HefonngeseU.gebunL; in feierUchster Form an. 8chon im
Jahre vorher war mit der Reform aui den» (iebiete des Geiichtswesens
ein Anfang gemadit worden, indem man zur Gründung ordentlicher staat-
' In dem BestreUpn. «las Vurh.mdcnsetti etiler hcsondoren GeriflitMliarlu'it in
gemischten Sachen als vertragswidrig hiiiz,u^ttilt'ii , win! von tüiki>rIior- Seile gerade
auf den Umstaud hingewiesen, daß die gedadite Kupituhitioiisbestiiiunuiig tatsächlich
in dasaetndinem geraten sei, am daraus die Schlußfolgerung xa zieh«i, daß Aus-
linder in ihren vor tflrkisehen Gerichtetk aiihingtgen Rechtsaiigelegenheiteit, außer
dem Rechte der Dragomanassistenz« keinerlei Ausnahniebehandlung zu hcan.^pnit'hcu
haben. Dieser Standpunkt konunt a. a. 7Uiii Ausdruck in der Dcükschrift der Hohen
Pforte betreffend die Kapitulationen vom A)iril Is*.;) (veröflentlicht in der Zeitung
•La Tur(jaie- vom 7. Juli 1800) , wcldie eine iui tüi'kiäohcu Siimu gehaltene authen-
tische lBterpreiati<w der kapitolattonsniäßigcu Privilegien darstellen sollte; sie hatte
zqn Verfiuwer den Untcnlaatssekretär im Ministerium des AuOeni Chalil Bey>
(Abgedmdtt auch bei Aristarclii, -La Lrgisintion Otu>inane-, Bd. II, S. 421 ff. so-
wie Young, a.a.O. Bd. I. S. *26i< ff.). Vgl. hierzu Meyer -.\nt<»iio]>tMi!os, »Die
Extem'torialitäi der Ausländer in ilfr TiTrkt ! • . S. 10: F<'rrvii<l -Giraud , 1 In .luri-
dicüou firauvai&e dans Ich erhelle« du Levant-, Bd. 11, S. li.VJ, tiovvic das anonym
«ndtieneue Werk «Etades Praltqnes sur la Question d'Orlent, R^fomes et Gapitu-
Istioo»., Teil I, Kap. 3.
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106 , WiBn: Das Genttadite HandeUgarieht in der Tfirk«L
I icher tierichtc überging, welche der Hen-schaft des Scheriatrechts ent-
zogen sein «olUeo. Sie waren spexiell mc Entteheidung handelsreditlidier
Streitigkeiten berufen und wurden dem um dieselbe Zdt gleiehlalls neu
ins Leben gerufenea Handelsmiubterium ressortmäßig unterstellt
Die erste der OffentUehkeit belumni gewordene amtliehe Urkunde,
welche diese Schöpfung behandelt, ist eine Zirkularnote der Pforte an die
Missionen vom 13. Muharrcro 12r)r, (17. Älhrz 1840)', in welcher von der
Griindung eines unahhSngigen Ilnndelsministeriunis inul der Krriclitung änes
n;in(h>l.sgencht.sIi(ilV.s anitlirh Mitteilung gemacht iiiid im Anschluß ilnnin von
<'iiiii;eri Bestiniiiiuiij;i'ii Kenntnis fjpgphen wird, die zur Regelung des Ver-
fahi en« gelrofl'en woi tlen waren. Diese \'orsclirirtcn , dip nunmehr auch in
;j;e!nischten Sachen zur Anwendung kouunen sollten, waien allereinfachster
Alt und betrafen insbesondere Tag und Dauer der Gerichtssitzungen, die
Reihenfolge, in der die Prozefisaehen zur Verhandlung zugelassen werden«
sowie gewisse rein sitzungspolizeiliche Maßregelo. Unser Interesse bean-
sprucht diese Note vor allem aber deshalb, weil sie den Versuch macht, ein
den AuslAodem vertragsmlßig zustehendes Privileg einseitig eimsuschrloken.
Um den Mißbrauch zu braeitigen, welcher angeblich darin bestand, dafidie
nnteriegene Partei durch Anrufung anderer Behörden eine Aufhebung des
ergangenen Urtfils herbeizuführen suchte, wurde angeordnet, daJ3 die pjil-
scheidungen des Handelsgerichtshofes künftig unanfechtliar und etwaig«*
Schritte, gt'gen dieselben zu appellieren, strafbar sein sollten. Feriirr war<Mi
Klagen gegen Personen, die nußerhalli der Il;uijit,st;idt donii/iiicr t waifii. bei
der dt»rtigej> Zentralbeluhde nur dann zii/ailsLssen, wenn zuvui' sciu-ns des
Klagers genügende Sicherheit gclcistci würde, um den Beklagten im Falle
seines Obsiegeus für seine durch die Reise nach Konstiiutinopel verursachten
Spesen zu entachldigen.
Bemerkenswert ist diese XuÜterung der Pforte ferner aber auch dadurdi,
daß sie es, zweifellos mit Absicht, vermeidet, auf die wichtigen und das
Ausland besonders interessierenden Fragen die Art der Zusammensetzunf;
des Gerichts und der Beteiligung der fremden Richter an der Redit-
sprechung — näher cnizugehen.
Die Form dieser Kundgebung der türkiselien Kegierung läßt auf
die klaie Absicht .sehließen, die bisher bei den Diianeknnunissionen fdili« h
gPWPSPHP Mitwirkun«» d«*s an'-l"ni<llsc!ieti Htclitfrelcnit'tils als ein nrlicn-
säcldiches und unwesentliches Merkmal lies gemischten Verfahrens er-
sclieinen zu lassen. Daß die Missionen in die PreisL^ahe eines ihnen tit-
sächlicii gewährten \ t»i leclits nicht so leichten Kaufe.s einwilligen würden,
war aber vorauszu.sehen. Ein solcher Verzicht war um so wahrsdieinlieher»
als man tOrkisdierwits gleichzeitig darauf ausging, ein durch die Ka^tula-
tionen festgdi^s und nicht zu bestreitendes Privileg in sdner freien An*
Wendung einseitig zu beschlinken*
> Siehe Anlage L Vgl. die iiwiz&iisehe ÜberM»tznng bei Noradiiii||^ao,
'Reenea d*aotes intematioiianz de I'Empu« Ottoman-, Bd.Il, S.299.
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Wnut: Du Gemiaclito Handelsgericht in der Türkei.
107
Ob die gedachte Pfortennote xu einem scliriniiclien Meinungs;nistnu<;rh
mit den Missionen geführt lint, ist dem Verfasser nicht bekannt. Jedcn-
lalls darf aber als unzwt'itVlhafl angenommen werden, daß die vorge-
schlagenen Neuerungen noch nicht ohne weiteres im geinj.schtcn Verfaliren
zur Anwendung kameo und daß der bisherige tatsächliche Zustand auch
vor den aeaen Gericfaten vorKufig ttufreohterlialteii wurde*.
Eine eioigennAfien geregelte TtlU^eit scheinen die neuen Gerichte
er»t in der xweiten HBlfte der vierziger Jalire entwickelt zu haben. Be*
xR^ch ihrer Zuaemmeoaetzong ist zu bemerken, dafi nur der Vorsitzende
ein berufimaßig angestellter Beamter war; beim hauptstädtischen Gericht,
weiches, wie bereits erwähnt, eine Abteilung des Handelsministeriums bildete,
war das Präsidium mit dem Ami des Ministei-s verbunden; in der Provinz
wtirde der Vorsitz geeigneten muselmänniscIuMi Xotabeln anvertiaiit, die
Plereits ein öffentliches ^Staalsanit bekleidet hatten. Hie Beisit/.( r da^zf^gen
•.vttnlen siinitlich den kaufmännischen Kreisen ••ntnoinnicn ; in niclit ge-
luiiciiUtfi Saclien bestanden sie je zur Hälfte ans Mohanunetlanern bzw. iiiclit-
miisehnännischen Pfoi'tenuntertanen In dt-iijenigen Streitsachen, an welchen
Ausländer beteiligt waren, nahmeu fremde Beisitzer an den Sttzuageo in
dersdben Weise teil, «de dies im Verfahren vor den alten Duanekom-
missionen üblich gewesen war.
Dodi sclion im Jahre* 1847 erließ die Pforte eine weitere amtliche
Kttodgebong an die Missionen, welche keine Zweifel mehr darüber auf-
Auiiiinen laßt, daß die türkische Regierung, den AVüuschen der Michte
Rechnung tragend, die Beteiligung des auslandischen Laienelements an der
Rechtsprechung nunmehr auch formell zuzulassen gewillt war. In einer
Note vom 25. Kebl - ul- achir l'2f>!^ (:=- 1 1. April 1847i s»'tzte sie dit» Missionrn
von j'pwi'isen Maßnahmen in Kenntnis, wrUhf zur Ahstpllung <ler im Ge-
richtsverfahren üblich gewordenen Rt^ellusigkeit und Willkür dienen
■ Die Annahme, daß die neuen Gerichte infolge des von den fremden Ver>
tTPffiiif^t ii erhabeuen Widerspruchs vorläufig keine wichtige Rollo , wenigstens in ge-
mUchten Sachen, gespielt haben, fim^ r ihre Bestäti<;ung in dem nericht , dni die
in den Jahren lH56/f>7 tagende DraguinaiLskommisaion (vgl. tnitcii S. llN) an die
Mlaaioiucliet's erstattet hat. Dort heißt ^ uänilich: Ce ac tut tju eii (j[u'uu
tribimal de commerce Alt etabU k Constantinople et encore ne oommenga-t-U k
feMtionner regulicrement qn'en 1846. — Oberhanpt scheinen die Schriileteller, die
sich aber die Entstehung der gemtschteu Gerichte Süßem, die Existenz jener von
Noradunghiaii 7nerst veröflTenthVhten Pfortennute vmui 13. Mtiharrem 12.'>6 iiidit ge-
liaufit 7n hab<'n; j»o setzt Hassan Felmii, a. a. 0. S. l'irj und mit ihm Salem, a.a.O.
S. 796 die Gründung des Ministeriums und des iiandelsgerichta erst in daa Jalir
1848, Sawas Pasdia, a. a. 0. 8. 70 spricht vom Jahre 1849, wihrend der sonst gut
urterriehtete Verfasser des anonym erschienenen Werkes «Stambnl und das moderne
TUentom« als Datum Ittr die GrDndung des Handeisministerinms das Jahr 1847
' Vifl. Savva.s Pascha, a. a. (). S. 7'* f!'. Derselbe erwähnt, daß die neuen
Geridit« zur Unterscheidung von den geisthchen Gerichten — Meliakim-i-scliorie —
die Bemdmuog Medsehlis-i-tl&diaret, Handdaimamier, erhalten bitten: indessen
ivicht die gedachte Note nur von Mahkemo-i-tidsdiaret, Handetsgericht.
108 Wcbbr: Dl» Gemuehta Handelvgericfat in der TiiifceL
.sollten'. l)iv Note ••ntiiait /.um IVil f'we Wietlcrl»ulung einif^er ilei tin
Jahre 184U scljon niitgetcilteu Uestiinmungeu ; bexeichncmlcrweise kommt
sie aber auf dt« fniheren Vorschriften bctreffeod die Unanfechtbarkeit der
ICntscheidiiiigfii nicht mehr zurGck. Statt dessen besehä(Ugt sie sich näher
mit der Art und Weise der Ernennung der fremden Beisitzer An Stelle
der in dieser Hinsicht bisher herrschenden Unordnung — den ^uteicii
war es anscheinend ntehr oder weni|^r selbst überlassen, f&r das Erscheinen
der noUgen Amuihl von Bcisit/.erti zu .sori^cn — sulltfii iiuninehr /elui an-
gesehene ortsangesessene ivnufieute freiiuler NalionalitSt diiix*h die Müsioncu
nach gemeinsanier Versläntligung /.um Hicliteranit ausei-selien werden, von
\vf'lch<'n v'wv oder fünf sich in den GenchtssitzungCD ais Beisitzer eiozu»
tindeu liätten.
Diese Note, in welcher (Me (inki^elie Kegierung über die Existenz
gt-niiscliler Gericlite .sicli zum eisten Male in aiiUlicher Form eingehend
äußert, war von nicht zu unterschätzender Bedeutung; wa^i aber die in
derselben enthaltenen einzelnen Vorsciiiäge anging, so konnten dieselben
nach Ansicht der Missionen als wesentliche Besserung der butherigeu Ver-
hältnisse nicht gelten.
Die Entwicklung der gemischten Rechtspflege in den Duanekom-
mis.sionen hatte, wie wir oben gesehen haben, immer mehr daliia gefllhrt.
daß die Kntscheidnng nach Stimmenmehrheit eHnltxtr*: es denmacli im
Interesse der Uilligkeit, daß eine Verschiebung des Zalilcnverhältnisst> der
einheimischen und ausUindischen Kichter xiiungnnst+'n der letzteren inüg-
liclust vermieden würde. Die Vorschläge der l'torti' botfn nach dipsfr
Richtung noch keine hiiiicicliende Garantie. Wälireml tiie Zf»lii tier
Iremden licisit^ei iini.li oben hin eine Einschränkung ei tulir, war bezuglicli
der eiulieiumchen keinerlei entsprechende Besüuimuug getroffen; deren be-
liebige Vermehrung war somit jederzeit moglieli und die Mitwirkung des
ausländischen Richterelements hätte auf diesem Wege leicht illusorisch ge-
macht werden können. Außerdem bot die Note insofern Anlaß aur Be*
•
anstandung, als die verhältnismäßig geringe Zalil der zur Teilnahme an
den Sitzungen berufenen fremden Beisitzer eine allzu starke Belastung de»
einzelnen zui- I\)l'je gehabt hätte; entschloß man sieh andrerseits, eioeo
regelmäßigen Wechsel in der Person der assistierenden Beisitzer einlrt*ten
ZU lassen, so wiinh? wiederum dieser Unistand für die Krledigung der
M>ehrer»> Teniiini in Ansjniicli nehmenden Prozel^adien erhebliche Nach-
teile im Geiolge geliabt lialicn.
Die fremden N'evtretungen iii.ictiten die ^cM luMerten Bedenken zum
(legeiislantl einer g. in< in^ainen Nute .111 »lie l'lni Lc (2"). Mai 1S17). Letzl#TP
willigte darauf ein, »lie angeregten Fragen in einer aus Delegierten der
' Sielie Allhang II. Eine fraTi7Ös!>;clic ('btT.si'tzung liofiiidct sirh bei \ ouüg,
a. a. 0. Bd. I, S. 248. Die Note wurde in der Presse ainUicii verölleiiliicht ; er-
schien im •Jonnud de Constantinople-, Nomnier vom IS. April 1847 und ia den
•Aunales du Commerce Exteriew- von 1847, Nr. 378. AnÄTalteDderweise eathilt
die Noradunghiansehe Sammlung diesen Text nicht.
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Wmn: Das Gemischte Handelsgericht in der TArkei. 100
Regieninp; und der Geaandtacbaften Isestehenden Kommission einer gemein-
schaftlichen Beratung xu iinlenverfen. Die Verhandlungen, an denen
namens der Türkei der erste Inhaber des neuen Handelsministeriums Kisa
Pascha teilnahm , erreichten bereits im Dezember desselben Jahi'es ihren
, , 12. Sefcr 1264».
Abscniuk»; iiir P.rgel»nis war das »Kigli rtient Orgjuiintic« vom yü i. ~ T iö i«
Dieses Reglement, dessen Bestimmuttgen für die Beiirteiliing des
;;einiscl)ten llandpls^eriohls aiirli heute von grundlegender Bedeutung sind«
verdient einpt-hcinlr W'ürdi.unng.
Bezüglic Ii rlf-r Zusaininonsr*t7.img des ('«frichtsliofes winl liier im ein-
zeinen bestinitnl: Der Vorsitz steht dein jeweiligen IlarnU lsminister bzw.
in desisen Behinderung dem Unterstaatssekretär (Muavin, Gehilfen) zu.
Letsterer besorgt auch die laufenden Prisidtalgeschlfte (Art. 1). Das dem
Vorsitzenden beigcgebeoe RichterkoUegium besteht aus einer geraden An74ihl
▼4H1 Mi^liedern, die nicht mehr als viersehn und nicht weniger ab aehn
b<^iagen darf; sie sollen sur HÜfte dem einheimischen , zur anderen Hilfte
dem ausÜndischen Handeisstande angehören. Die fremden Beisitzer ins-
besondere werden der Znld derjenigen Personen entnommen, welehe auf
Vorschlag der Missionen in eine ku diesem Zwecke beim Ilandetsministeriuin
f'i fiihrende List<' eingetragen worden sind. Um das Prinzip der Paritat
zn wahren, sind besondere V'orschriflen vorgesehen: wird die Oleirhheit
infolge Ausbleiliens eines oder zw ricr Beisitzer (l»>r »miicii Kategorie g<*str>rt.
so hat eine entsprecliende , durch das Los zu bestimmende Anzahl v(m
Richtern der anderen Kategorie auszuscheiden. Kin Beisitzer kann Hir
einen bestimmten Prozeß durch einen anderen« ordnungsmäßig in der
gedachten Liste eingetragenen Kaufmann ersetxt werden, wobei der Aus-
seheidende gleichfalls durch das Los bestimmt wird (Art. 2).
Was das Ver&hren betriAi so ist insbesondere hervorauhel>en, daß
den Beisitzem ein entscheidendes Stimmrecht etngerftumt wird (Art 2). Die
Kiitschf-idung erfolgt im einsdnen nach Stimmenmehrheit» woliei zu liemerken
ist, daß der Vorsitzende zur Abgabe eines Vottuns nur dann berufen ist*
wenn Stimmengleichheit eintritt (Art. 6)*. Abgesehen von der weiteren
' Den Missionen durch Note gleichen Datums Nr. l nintlich mitgotcilt. Siclio
Anliang III. In französischer Übersetzung aaszugsweisc verGflfentlicht bei Young,
a.a.O. Bd. I, S. 240.
* Wie das Reglement ausdrQcklich hervorhebt, bt diese Beätiuunang nur
prarisorisch und kann erforderlichenfaUs wieder aa%ehoben werden. Dieser Vor>
behalt verdient deshulb besondere Beaditung, weil er die damalige herrsehende
Auflasjiung von dem Charakter der gcniisrliton Rechtsprechung scharf hclouchtct.
In der dem Erlaß des Reglements vomnfei'liciHlen Boratniiir war seitens der fremden
Delegierten angeregt worden, daß im Fallt: tier Stimiiiengicirhlicit unter den Bci-
ntieni die Entscheidung eines in jedem einzelnen Falle besoudcrü zu cnienncndea
Oberschiedsrichters einzuholen sei. Diesem Gedanken lag wohl die Besoignis zi^mnde,
daß das ein wetentltohes Mwkmal des gemischten Verfahnms bildende Prinzip der
(jleichberechtigmig des fremdon tmd einlunmisclien Kir!it(;r i l.'meiits durch Verleihung
de« entscheidenden Stimmrechts au den ottomanisdiea Vorsitzenden eine Be-
110
Wntk: Du Gemischte Handelsgericht in der Türkei.
beinprktniswf rtiTi Vorsclwift. , wonach dir (MTontliclikoit hei tletr rrcncliJs-
Sitzungen rmsirfschlossen bleiben solle, enthält die \'erordniiiiü nur einige
.Spe/.ialliestiniiniingen , wpIcHp die pescliäfiliclie Krledipnni^ der lVozp,s-sp in
geregelter und uiiparteiiüclier Weist; i^ew älirleisteii : so \vii-d ;in<j;enr(liii l.
daß für die Keihenfolge der Belinndltin^ das Datuui des aut der klage-
achrill befindlichen überwelsiirigsdekretes (Bujuruldu) inaßge1t«nd sein soll,
wobei nur hintfcbtlicb der als eilige Sachen besonders bezeichneten Wecbsei'
und SeerechtsproKesse eine Ausnahme gestattet werden dQrfe (Art. 3). Die
Beschleunigung des Verfabrens bezweckt Art 9, welcher flir die Ausfertigung
der Urteile eine vom Tage des Urtdlaspruches zu bemessende vierzehn-
tiigige Frist festsetzt.
Die Regdung, die das Reglement Organique dem Verfahren in
gemischten Sachen angedeihen läßt, ist demnach immerhin noch eine recht
stnnrnarisj lie. Dies ist ohn(^ weiteres erklärlich, wenn man erwägt, d.aß
ilie dfitiials iin Stadinin der Vorbereitung befindliche aUj^eniein«- Kodifikation
de-ji Handelsrechts nach der Absicht des Gesetzgebers auch fiii- die künftige
Behandlung der gemischten Rechtsstreiiigkciten maßgebend sein sollte und
daß es sich demnach hierbei um eine lediglich xirovisurisclie Maßnalime
banddta* Daß die Bestimmungen des Reglementa etwa neue» bis dahin un-
bekannte Konzession«! an die Michte darstellen, mQssen wir bei richtiger
Witadigung dieser Verhältnisse für ausgeschlossen erkliren. Denn es ist
nicht anzunehmen , daß die türkische Regierung bet dieser Gelegenheit »eh
in eane bindende schriftliche Festlegung so wichtiger Privilegien eingelasseo
haben wurde, wenn es sich nicht um Vorrechte gehandelt li&tte, welche
die Missionen auf Grund der bisherigen Übung mit einer gewissen Be-
rechtigupf? für sich in Anspruch nehmen konnten und deren tatsächliches
Bestellen nuch türkischerseits nicht nut in Abrede zu stellen war.
In Aidietiacht des provisfu'i.schen Charakters des Reglements ist <-s daher
auch nicht weiter verwunderlich, daß es anscheinend an jedem Versucite ge-
feldt hat, die mannigfaclien Mängel des bisherigen \'erfahrens zu beseitigen'.
Die hervorragende Bcdeutimg, die dieser Urkunde zukommt, wird
aber hierdurch nicht bedntrSchtIgt. Diese Bedeutung Ist nicht allein in der
efaitrlditigung erfahren kSnns. Nvr aas Ritekrfeht auf die PerMnIidikeit dei
damaligen Ministers end GerichtaprSsidenten Risa Pascha vemchteCen die fremd««
Delegierten auf Utr Verlangen, setzten aber dnrdl, daß im Reglement selbst
(Art. 0) die spätere Abänderung dieser Bestimmung aasdrOcklich vorbehalten wnrde.
Diese» dem Vorsitzenden anfange nor bedingt eiogerininte Recht ist spJUer nicht
mehr i» Frage gestellt worden.
* Ei* mag hier erwihnt werden , daß sich hinstditlich der Bemihng scboa
um diese Zut eine feste Übni^ dshin entwickdt ta haben sdieint, wonadi das
gemtschle Gericht in der Hauptstadt die regelmlOtge Bemfimgsinstaaz fiir die Urteile
der Provinzialgerichte bildete. Gegen die Urteile, welche vom Konstant! nupler
Gericht in t r^tcr Instanz s;cfallt wurden, gab es denmach keine Berufung: 7npcla.'««eTi
war nur eine Art von Niehtigkeithbeschwerde, welche, soweit ein VerstoLi ge|;en
die Bestimmungen des lieglcments selbst vorlag, eine erneute Yerlmndlung aad
Gntsdieidnng durch dasselbe Geriet ennöglichte.
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Wkim : Dm GomiMhte Ruidetagerieht in der Tflrkd. 1 1 1
grondsitaUchen Reguluog der Beisitzerfrage zu suchoit iie liegt vor allem
noch darin , daß die neuen Bestimmungen, weno auch SuBerlich In die Form
einer voo der t&rkischen R^ierung doseidg erlassenen Verordnung
gekleidet, dennoch im Grunde einer xwischen der Pforte und den Missionen
getroiEmett Vereinbarung ihre Entstellung verdanken. Eane AUUiderung
des Reglements kann daher folgerichtig nur im Wege einer neuen Ver»
ständigung zwischen den Beteiligten erfolgen. Dieser Auffassung trägt die
Verordnung selKst Itechnung, indem im Schlußparagraphen eine wieder-
hnlti« Ejf^nieinsame licratiini; tn Aussicht geuomm»'n wird fiir den FnÜ. daß
fine Neuredaktiou nus Anlaß der bevorstehenden llaixU Isgesetzgehung er-
forderlich werden .soUU''. Hiernach ist die Schlußful<;eriini; unzweifelhaft
gereditlt'itigl, daß der Verordnung auch heutzuUige die rechtliche Geltung
oicht abzusprechen ist, es sei denn, daß die Missionen unterdes in eine Ab-
änderung derselben, in weleher Form aneb immer, eingewilligt haben.
Zum Schlüsse mögen hinsichtlich der Rechtsstellung der fremden Bei«
sitier die gewonnenen Ei^ebnisse nodi einmal kurz hervorgehoben werden.
Die fremden Richter unterscheiden sich, was den Umfang ihrer Be«
fugnisse angeht, in keiner Weise von ihren ottomaniscben Kollegen. Bei
der Besdihißfassung insbesondere steht ihnrn eine entscheidende Stimme SU.
Im Interesse der Parität muß daher die auf das fremde Hichterelcment ent-
fallende Stimmenzahl der)Vniü;pn der tinkisclu n Reisitrrr die Wage Imlten.
Die Anwesenheit der vorgescbriebeneo 2^1 von fremden Beisitzeru in den
' Fs lifißt dort wortlirli : Bis /iir Vollendunfj tmt] Vprkflndnng des zur Zeil
io Vorbereitung befuidiiehen I landeisgesetzbucheat (>oii dic^cii Rcglcmoiit provisorisch
md zur Erleiclitcruiig des Geachäftsgaiiges in jeder Beziehung Geltung haben ; sollte
sieh dann da» Bedürfnis heraiiastdlen, so wird es unter Anpassong an die Be-
Stimmungen des genannten Oeaetabuehes nach erneuter Beratung abgeindert
twerdeii können.«
T>(T hier 2tun Ausdi koiiimendp Standpunkt entspricht dem von den
Kapituiatiiiiismrii-Iiten von jeher vertretenen, lürkiscIierjseitH aber angcrucliteueii
teitendeu (ii-uiid:)<it^, dan Freindeiirechts, wonach die Anwendung iiiländiBcher Gesetzes-
Bonnen auf AusMnder erst daun znlissig ist, wenn zwisdten der tttrkiachen Re-
gienmg und den Miciiten dn dfesbesftg^icfaes Einvemdinien erzielt worden ist.
hierüber unten S. 11;! f.
Aus dem Unistaridi', daß weder das Rcglemnit splhst norh die dasselbe
l>egleiteiide Pt'ortciiimto \ üri einer Oenehmigiuig durch kaiserliches Irade Erw^hnuna^
tun, könnten vielleicht Zweifel an der ütaat«rcchtlichen Gültigkeit diesem) Aktes ent-
«lehai. Defi sieh die Pforte tn Beratungen mit Delegierten der Missionen ein-
gdassen und das geuieinsdiaftUch fes^estellte Ei^bnb in Form einer Verordnung
•mtlieb mitgeteilt haben sollte, ohne sich der Einwilligung des Staatsoberhauptes
\ !»rli«»r vergcn-issert zu haben , nmß von jedem tuit den türkischen Verliältnissen
eiiugeririaßen Vertrauten an sw.h sclion als hr^chnt !»)vvahrschein!irii hezeirhiiet
werden. Zugunsten der Annahme, dat^ ein Irade in der flblielien Weise taLsäcidich
ergangen ist, spricht der Umstand, daß eine in arabisdier Sprache abgefaßte und
bdm Ibmdel^>ericht in Beirat ermittelte Ansfertignng des IteglenieRts, die das Datairt
des 27. Kedacbeb 1260 (6. Mai 1853) trigt, die ansdraddiche Erwähnung des
Indes enthil«.
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112 Weisi.h : Das ruMiiiscliU: Handelsgericlu in der Tdrkci.
(ierichtssit/.iingen ist fulglich iinerlüßlich; es steht weder im Belieben des
(Jericltts noch in flptnjVni^^en der Partei, auf die Teilnahme eines oder
uichrffer Hicliter zu verzichten.
I);iß die froTTulen Reisit/.fM- snintlich An^ehnrigp df*sjenii;rn Staates sein
iniis,seii, uelchjiui die an dcni srhu cljetulcn I'id/.pssr licteiliutf Partei an-
geliürt, wird nicht (erfordert. Ks grnügt, wenn dieselbeti iilxMhaiipt Ans-
l&oder sind und ku den gemäß den näheren Bestimmungen zur Au^iübuitg
des Beisitxeratnts befugten Personen gehören.
Man kann wohl bexweifdn, ob das Reglement Organicjue von 1848,
von der Hauptstadt und allenfalls einigen gr&0eren Uandelsplltsen abge-
sehen, in seinen EinKelbestimmnngen {Iberall genau durchgeführt worden
ist. JedenfalKs bildete es bis /um Erscheinen des Anhanges /.um Handels-
gesetzbuch im Jahre 1862' die alleinige Basis lur die Behandlung der ge-
mischten Prozesse.
Unter der Herrsclialt des R( i:;!pment Or«;anl(jtip erwarb sich das ge-
mischte Gerirlit defart allL^^Mncinc Cicltun^. (!:iß sicli allscilii^ die AufTn.'J'^'ini:
Im- festigte, es bcsU'ii<' ix'i dirscin (rericbtslu»! i'iiv allr .\nu;elH")fiiir drr Ivaj'i-
lulatiunsstaaten in ihiea nicia auf deut Gebiete des StralVechts liegtntlcu
Streitsadieu mit Ottomanen ein ausschließlicher bevorrechteter Gerichtsstand.
Die sachliche Zuständigkeit des gemischten Gerichts war daher faktisch un>
■
b^p^nxt. Sie erstreckte sich außer auf handelsrechtliche Prozesse auch auf
sSmtliche bürgerliche Klagen.
Was insbesondere die seerechtlichen Prozesse betrifit, so bestand,
wenigstens in der Hauptstadt, ein im Jahre 1850 nach dem Vorbilde des
gemischten Handelsgerichts gleichfalls nengeregeltes Forum bei der Hafen*
prifektur.
§4.
Die iOrkische Justizreform und ihre Bedeutung fQr das
gemischte Handelsgericht.
Das ,Inhr ISöO be/.eitimct den Heginn der ailgemeineu .Iusü/-g*'M'U-
gebiuig. Ihren Abschluß .sollte sie erst im Jahre 1879 erreichen. In dit^m
Uai dreißig jalirigen Zeitraum rollzog sich die Wandlung der tfirkiseben
Recbtsptlege in ein nach modernen Rechtagrundsfttzen geformtes' Gebüde.
Die Geschichte dieser Entwicklung in allen ihren Elnzelh<»ten wiederza-
geben, li^ außerlialb des Rahmens dieser Arbeit Eine kurze Darstelltti^
der gesetzgeberischen Tätigkeit der türkischen Regierung, namentlich auf
dem Gel)iete des Ilandelsrerlits. wiixl indessen nicht zu umgeben sein, da
das weitere Schicksal der gemischten Gerichtsbarkeit in dem hier in Frage
kommenden Zeitraiini ohne Kingehen auf diese Verhältnisse keine verständ-
liche Darstelluiiii cilahren wünle.
Ztir allgemeincfi Klarstellung crsrlicint es zunächst eriorderiicli . ^icii
diejenigen Gegensätze zu vergegenwiirligen , welche in der grundsätzlichen
AuHiUssung von der Bedeutung neuer Gesetzgebungsakte dejs Territorial-
I Siehe unten S.1I8.
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Wkpu: Da« Gemuchto Handebgericht In d«r Tfliiei. IIS
sUMts fQr fremde Staatsangehurige xwisctien der Pforte eineaneits and den
KapituIaUoosmicIitea andererseits von jdier bestanden haben. Sie bonihen
auf den prinzipiell entgegengesetzten Voraussetzungen, von welchen die
beiden Parteien bei der Beurteilung der Frage glauben ausgehen tu mflssen.
Nach der von der Pforte vertretenen Ansieht ist das in den KapitOf
Utionen 1)egi iindete F'remdenrecht im Wege reiner VergünstigJing entstanden
lind stellt im \'erliultnis zum inländischen Rechte nur einen Ausnahmezu-
stind dar. Seine Berechtigung hatte dieses Fremdenrecht ursprünglich nur
(iaraiis herleiten l;nniipn, daß das einheimische Recht aller den abendlan-
ilischfii KfcliLsl-citritTeri ada(|uaten Einriclittinp^en enthehrte. Als aber die
Türkei infolge der ScUafTung einer nuulenuMi rie.scizt^chmig nach europäi-
schem Muster in die Reihe der RecliLsstaaten Eurüpiu» trat, konnte sie olme
weiteres Anspruch auf Gleichberechtigung erheben, und entiUllt somit flir
die Kaintulationsmaehte jeder Grund, eine Ausnahmebehandlung filr ihre
Unlertanen zu verlangen. In diesem modernen Beditsstaat, wie ihn die
Tfirkei heutzutage daratellt, mOssm die Landesgesetze nach dem vSlker-
rechiUch anerkannten TecritorialiUitsprinzip allen Bewohnern des Staat^-
bietes gegen&ber unbedingte Geltung haben. Vorrechte zugunsten fremder
Staatsaiigehuriger kGnnen nur da zugelassen werden, wo sie durch Völker^
rechtlichen \'ertrag vorgesehen sind. Eine Erweitenuig dieser Vorrechte,
spi es infolge ausdehnender Atislef^tmg der \'ertia<rsl>estinimungen , sei es
durch gewohnheitsrechtliclic Weiterbildung, sei dalier ein Mißbrauch, dessen
Allstellung nicht länger verzögert wei*den dürfe, /u diesen nur inißhräucli-
lich enUlaudenen Privilegien gehöre vor allent die Einrichtung der gt'nii.sclitcn
Gerichte, welche demnach als jeder vertragliclien Grundlage entbehrend ver-
worfen werden muß^
Hiermit unvereinhar ist die Auffassung, die von den Verfechtern des
Kapitolationenredits vertreten wird. Sie geht, uns scheint, mit vollem Recht,
fon der Voraussetzung aus, daß zur Zeit der Entstehung des Fremdenrechts
von der Herrschaft des Territorialititsprinzips lu der Türkei nicht die Rede
sein könne. Nach den damals geltenden Rechtsanschauungen sei vielmehr,
wie liereits in anderem Zusanunenhang betont wurde, die Geltung deM Per^
sonalitätsprinzips nnbestrltten. Nicht als ein im Gegensatz zum Kt!clit»' des
Territorialitätsstaates entstandener Ausnahme/.ustand , sondern vielmehr als
natürliche Folge des Personalitätsprinzips sei das Kapitiilationeiir«>rlit zu
bezeichnen. Der im We^e sinngemäl^er Auslegung der N'ertragsbestimmuu-
gen und gewohnheitsrechtlicher Wciterausbildung derselben erfolgenden Ent-
wiekdung könne die Hechtsgriltigkeit nicht abgesprochen wenlen. Die
solchergestalt ziigimsten der Ausländer geschaff»ie Beditslage, d. h. das
beutige System des Kapitulationenrechts, beruhe dem Rechtsgrunde nach
«nf einem zweiseitigen Vertragsverhiltnis; eine Abänderung oder gar lös-
liche Beseitigung desselben sei daher anders als durch gemeinschaftliche
Verstindigung nicht sollssig.
I
Diese Aunassung finden wir d.irgi-lcgt in dem oben anfgefilhrten Memo*
random von 1809 (Aristarchi, B<LIl, &421).
Ktt. d. Sem. £ Oiioat Spnidicfi. n07. n. Abt. H
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1)4
WiCBKRt Dm Gemischt« Handcls<Tcricht in der TOrkei.
W'l'iiu .sirli (letiinach die cin/clnrn Institiitp des FrptndtMirrrlit« isnrfi
Ansicht der K.ipiliilation.'smfjrlit«' diirci) einst'itigen Akt »ler* l in k»'i nii lil ;il>
.schallVii lasM'u , so üiiiü dieü hiicIi ^leicliennaßen «elten hitisichUich «irr aiU
geiueinen X'oraussetzung, von welcher ans wir an die rechtliche lieurtfihuii;
des Kapitiilattonenrechts ab solchen heranzutreten haben. Uni daher dem
Terrilorialitäts|jrin/.i]) unbedingt Gdtung zu verschaffen, genügt es nicht,
daß man tOrkischerseits einfach die Erkllrung abgibt, mit dem Eintritt der
Türkei in die Reihe der europlischen Rechtsstaaten seien nunmehr ohne
weiteres, die allgemeinen völkerreclitlielien* GrundsStxe allein maßgebend;
es bedarf vie!in« !ir zu i-mw derart durchgreifenden Änderung auch d<'r Zu-
stimmung der Ivapitulniionsmicbte. In t^rninngehmg eines die.sbtf/.üglichi>ii
internationahMi Kin verstand nisse.s muß daran festgehalten weiden, daB tlir
von der inländischen Stnat^j^ru nlt ausgehenden gesct/irelx^riscln r» Akte in
Geniüßhf'it dfv Pcj-siinalitälsjn iiizips a jiriori als fTir Aii»lati(l('r iin\ ('i lMudlicli
zu gt'lti'it iiaheii. Kä ergibt .sich hieraus fiir die Zw tckf tlci \ '>i iiegcMiden
Abhandlung die .Schlußfolgerung, daß die liir die Iii Iciligtuig geinlsehtiT
Prozesse vor der Einli'thrung der neuen Justizgesetze maßgebenden Normen
aocti nadi der Justizreform ungeschm&lert in Geltung bleiben müssen» es
sei denn, daß im einzelnen Falle seitens der Mächte ausdrücklich oder auch
nur stilbchweigend in deren AlAnderung eingewiifa'gt worden Ist*.
Geht man von derart widerstreitenden Gesichtspunkten aus ao die
Losung etwa entstehender Streitfragen heran, so läßt sich eine Einigung
ohne ginzlichen Ver/icht auf die eigene prinzipielle AuiYassjinä^ schwei er-
zielen. Der ge8rhild(M-te (jegensatz bildet dahei' bis auf den heutigen T^z
den liauptsäcliiiclien Gnind fUr die in der iiandhalmng des Fremdenrechts
* Mit der Polemik gegeu die ubenervväiinte Denlcsclirili Ucn sich ab ias-
besoodere I. von Teata, in ehier lesenswerten Sdirifl »OlMervations svr le memoire
de la Subliuic Porte relatlf atuc Capitulations*, Koiistantinopel 1869, sowie das sdmit
angeführte Werk -Ktudea pratiques sur la (^ucNtion d'Orient-, Kapitel II. Vgl. fenicr
die trcircnden Ausführungen von Pi'lissir d.' Ivausas, a.a.O., S. 203fr. und 422fr.
Die Auffassung der Kapitutatiun.smäi lite in der Frage der Auweudbarkeit
türkischer Gesetze auf Ausländer ist ausföhrlidi dargelegt iu der identischen Note,
welche die Missionen am 28. Februar 1895 an die Pforte gerichtet haben (a. Yooog.
a.a.O., Bd. 1, S. 274). Es heißt dort ii.a.: >D est d'nne n^cessite primordisle que
les lob aoxqnollcs doivcüt *' tre .soumis lea ikrangars solent en liarmonie d'abord avee
les trfiit<'s pylsf uii 1 1 siihsiiltriiretneTit avf>«; nn ensemble de eonvetitions ou d en-
tenies iniet i enucs , aom dm fornie.s divenses, avec ie Urmvemenient bnpcrial rela-
tivemenl ä des questions de principe d'ordre politique, administratif ou judiciaire . . .
la legislation Ottomane ne He les Strangers que tout autant qo'elte ne s^eearte pa.'«
des claoses iaserces dans les Capitnlatiotis k moins de derogations librement (x^ti-
senties par les Puissance.*) interessees. Les Missions etrangtres sont done foodeast
en vue d tin int/rOt eomnmn , ä demander ."i ! i Sidilinie Porte eommnnieation des loh
et rrglements dont l application duit etre eleiidue aux «'trangers. Elles seronl alnsi
en niesure, apn-s s c'tre rendu couiple quo cea dlspositioui} tie vuut paa ü reucoutr«
des immnnitea octroyees et garauties par lea traites, de lenr reoonnaitre forte exe*
cutoire, c'ost^i-dire un caractere d'applicabilite h l'egard de leura national». ■
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Wsbke: Das Gemischte Uaiidelsgericht in der TfirkeL 1 15
vorhandene Uoklarheit und Unsicherheit Gerade das Gebiet der gemiscbtea
Reditsprediuii{( bietet bierfftr ein bezeichnendes fieiapiel.
Da in der Praxis ein modus vivendi gefunden werden miifite, behalf
man sich mit Kompromissen. Meist war die EnLscheidung eine i-eine Macht-
fra^»>. Da wo clor Pforte bei liartnäcki^em Widerstand empfindlicher Nachteil
i!n»hte, sah sich die^^elbe genötigt, einzulenken, wobei sie freiücli. um ihren
fot iiif'llfMi Standpunkt möglichst 7.11 rftffn , stets boriiulit war. dem Kückziig den
t^taraktrr rini*r jjrinripii llt'ii A tierkcimung der uri^nrrischeii Ansieiit zu
nehmen, lletrigegmühn h;ilicri auch die freniden \ » i ticiungen, deren Vor-
f^ehen vielfacii die iH>ligfr' Eiriheillichkeit und lleliarrlichkcit vermissen ließ
oder durch poIiU^iche liücksichtcn gehemmt war, ihrem Standpunlct nicht
immer die w&nschenswerte Anerkennung verschafil. In der Frage der Anwende
barkeit ottomanischer Rechtsnormen auf fremde Untertanen insbesondere ist
die Stellungnahme der M ichte nicht durchweg klar sum Ausdruck gebracht
worden. Allerdings mußte sich die türkische Regierung wiederholt dazu
hojuemen, sich in eine gemeinschaftliche Prüfung neuer Gesetze einzulassen;
in eiiixclnen Fällen liat sie den Vorstellungen der Vertretungen entsprechend
fstchliohc Änderungen an denselben vorgenommen. Dies bat sie aber bei
nndr-rcii (M-Ici^enheiten nicht verhindern können, auch f>!ine vorliprigos Ein-
vrnit hiiir'ii mit den Mächten neue (ieselzesvcrscluitlcn zu erlassen, die ihrci-
Bestiuunung nach nuch auf fremde Staatsangeliorige An\v<Midung zu finden
hatten. Den Missionen blieb vielfach nichts andere-s übrig, als die ge-
schaffene RechLslage nachträglich stillschweigend anzuerkennen.
Das Reglement von 1848 war noch unzweifelhaft unter Beobaditung
der kapitulationsrechtHchen Formen zustande gekommen ; auch war f&r seine
spatere Aband«»iingy wie wir oben bereits gesehen haben, der Weg inter-
nationaler Veralindigung vorbehalten. Sdion bei dem Erscheinen des im
Reglement selbst angekündigten Handelsgesetzbuches war inderaen die Pforte
Dicht mehr von demselben Geiste geleitet, welcher bei der Abfassung des
Reglements maßgebend gewesen war. Am 3.Muharrem 12(57 (S.November
1850) wurde seitens der türkischen Regierung den fremden Mi'ivionen der
Tcxtdes neueiirrespt/bnches (Tidscliaret knninin.iincsvi) vom 1^. l*aMi,'is;iii l*2'»'i
(2'*. .Ittli IS.",!)) mit (Icni lienierken amtlich tnilgi-triU, daß il:us (iesel/. Iierrius
Hut tli'iii l.Muharrem 1267 (G. November desselben Jahres) in Kraft ge-
treten sei K
' In den Provinzen trat das Gesetz erst 6 Monate später in Kraft, vgl« Ahmed
Reachid, KommeDtar sani Hiindelsgeaetxbaeh (Hnkuk-i-Udsdisret) * S. 45; türicisdier
Tt.'xt in der Ge&etzsanimhuig Dilsiur, Bd. I, S. 37*11?.; fi iuizoslsche Cl)ersotzung hei
Ari«»rchi. Legislation Ottomane, Bd. I, S. t!77ir. ; Tt sia. R. i iicil (]»■•, Traites de la
i*orte Ottoiuaite, Bd. I, S. 2l5ir. , »owie Young. l'yrj>« de Üioil Ouoinan, Hd. VII,
$i.55ir. Eine dcutsclto Übersetzung findet sich in der Borchardtschcn Sammlung der
Ibndclsge«ott8 de« Erdballes « Bd. V, S. 184 ff. Diese Übersetzongen geben, wie hier
beitinfig bemeikt werden mag, ^elfaeh nur den Text des franzosisdien Code de
Commerce, dessen Bestinuiiungen allerdings einfach in das türkisr'he Gesetz Aber-
nomnien worden sind, wörtticli wieder. ItKleH«;rn weist die türkische Übersetzung
lüer und da Abwcicituugen vom tj-anzÖ8iacüeu Vorbild auf. Da der türkische Text
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116
Wemb: Das Oeroischte Handi^lsgoriclit in der Tflrkei.
Allerdins^s hatte die Pforte schon vorher, am 14. I )s( ht'iiia/.i-iil-s,iiii 12H4
(18. Mai ISIH) (He Missionen anfj^eforHert , ihir n<'l*"_:i' tt< ti ziirii Hnndcl."!-
niiiiLsteriuiii zu entsenden, um einer \'erlesung des Ue.setzi's lieizuw oluu-n.
Dir den fremden Vertretern hei diesem Anlaß gemnchten Ernflnun^en waren
aber recht stiramarischer Art. Eine genauere Durchsicht tnler ^ai eingehende
Beratung der einzelnen Bestimmungen in einer gemischten Kommission, wie
dies von den Delegierten angeregt wurde, leimte man tarkischersdts ohne
weiteres ab. Ansehdoend glaubte die Pforte durch eine einfiushe Mitteilung
des GesetKes ihren V^erpflichtungen gegenüber den Michten vollauf genQgt
zu iiaben. Ihrem Standpunkt getreu bestanden die fremden Vertreter indes
auf (Mner weitergehenden Mitwirkung bei dem Zustandekommen des Gesett-
buches; da ihnen mif diese Weise verwehrt wurde, sich eine eigene Clier^
Zeugung über den Wert der neuen Schopfiujg zu bilden, legten sie ans-
(Irürldtch dagegen Verwalinrni; ein . daß üjre Gejronwnrt hei der Verlesung im
JSiune einer GenehmiijiiTiL; des (icsctzcs Musi;<-U'i;t werde.
Weitere N'erh.uuUungen mit den Missionen liat die türkisclie Regierung
in dem feixenden /.vveijährigen Zeitraum bis zur endgültigen Veröffentlichung
des Gesetzes nicht eingeleitet'.
Was den Inhalt des Tidscharet Kannnnamessi betHffI, so war derselbe
im einzelnen den Bestimmungen des franzfinschen Code de Commerce nach-
gebildet. Daneben hatte man bei der Redaktion, nach der den Gesandt-
scliaftsdelegierten im Jahre 1848 gemachten Mitteilung, auch die in der
Türkei geltenden Handelsgebrauche gebührend berücksichtigt. Nicht alle
Materien aber, die im französischen \*orV)ilde behandelt werden, hatten in
die türkische Kodifikation Eingang gefunden. T)a.s g&samte Seerecht, als
minder dringlich , und die Bestimmungen Ober Organisntion und Verfahr»'n
der Handel5c;et-iehte, als auf türkische Verhältnisse nicht anwendbar, hatte
der Gesetzgelier vorläufig rinsijest haltet
Das neue Geset/Jnu h l)i ;ichte dalier luoiil einmal ein»' erschoplende
Behandlung des iiaudel^rechts. Diese Unvollstandigkeit, die iu der Ful^e
atleiii gcsot7.1iche Grltutifr hat, ist die rtblirhe fran7osisciic i^'assun? niclit frei vun
gewissen Ungcnauigkcitcit. Eine nach dieser Kichtuiig verbesserte übertragtmg im
Fruiiösisclie ist diejenige, weldie tn der neuen, gegenwärtig im Erecheinen be«
grlffenen Auflage der Borchardtschen Sammlung entitalten ist.
' Das Work hatte seine Entstehung dem Eifer des Handelsminislers Riss Pasdii
/u verdanken gehabt. Nach dessen schon im Jahre 1848 erfolgten Ahsetrun!; ni'"jr<^n
.seiiip Nac'lifolger Kiamil timl Ismail Pascha nur ein laue«? Interesse für eine Suh*'
bekunde» haben, für welche das Hauptverdienst doch nur ihren Vorgänger trai.
Andererseits hatte das H. 6. B. die diplomatiselien Kreise und die interesderteBaodsls*
weit insofern einigermaSen enttiuschtf als das Gesets sich damit begnflgto, die im
gemischten Verfalu^n bereits tatsächlich angewandten handelsrechtlirlicn Vorschriften
des Code Napoleon wiederzugeben. I)a.s Verlangen , dasselbe möglichst bald in Kraft
treten %n sehen, war d3!ier hei ihnen nirht vorauszusetzen.
' Das Tid.<icharet Kauunnamessi linndelt im ersten Bucltc von d&x Kauf-
leuteu, den HandeUbQcheni , den Handelsgewllachaften, dem KomraiasSooe- and
Frochtgesdilft und vom Wediselreeht, im sweiteii Buefae vom Konkorse.
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Wkbcr: Daa Geniwdito Uaudelsgoricht in der Türkei. 117
Ja leicht ei^^zt werden konnte, fiel aber weniger gegen den Wert des»
selKfti ine Gewicht, als » in weiterer Mangel, dessen Trsachen tiefer liet^eu
und deti^^eii nachteilige Wirkung in der Praxis sich spater fühlbar machen
snllte. Der Coile de Commerce setzt hekaniitlich . als Ghed tier napoleo-
ni^chen Gesanitgeset/gehung. dns Vorhandensein eines biirgei'Hrltfti Geset/-
IhhIips vorntis, dessen Grundsatz«» ntich in Handelssachen mv iü'gän/.iing
und \iisl»'v;ung herangezogen wenh ii müssen. Die Türkei hat dem frejiiden
Kecjit eine begi-enzte Zahl von Ucchtsv urschrilten entlehnt, aber d'w zu
deren \'erstäudni:i uneutbehrlichen allj^emeinen Normen außer acht ge-
lassen. f)an exotudien Gew&chs» das sich in einen fremden Boden ver-
pilanat sah, fehlte es somit an den zn seinem rechten Gedeihen nötigen
Bedingungen. Ohne die tu seiner sinngem&Oen Anwendung erforderliche
Gnindlaj;e mußte das Tidscharet Kanunnamessi, namentlich in den Händen
eines in den Anschauungen des Scheriatrechts befangenen Richters» nur ein
kßamierliclies Dasein fristen.
Die Neuregelung des Prozeßvei'ffthreus, dir im Kcu'h'mcnt von 1848
in .\ussieht ge.steUt wotxlen war, hatte im Handelsgesetzbuch noch keinen
Pirttz cpfimden, war auch bei d<Mn Cliniaktfr dfss<'!!»en «ils Kodifikation
ill s vai liliehen IlandelsreehLs niciil /n rrw ai teii. Die Existenz der ge-
un.schlcn f i criclitsbarkeit , wie sie in (n'iiiäßhfit des Reglements ausgeübt
wurde, war daher voiläaüg nicht direkt in Frage gestellt. Sich der tat-
sichUcben Anwendung des Gesetzbuchs ^or dem Forum der gemischten
Gerichte au widersetxen, lag ilQr die fremden Missionen um so weniger
Anhifi vor, als man dort ja bereits von jeher daran gewöhnt war, neben
den ortsüblichen Gebräuchen die Vorschriften des fransösischen Rechts sich
cur Richtschnur dienen zu lassen. Obgleich daher eine formelle An-
«rkentning seitens der .Mächte niemals erfolgt ist, besteht heutzutage kein
Zweifel mehr, ilaU das Gesetz auf fremde Untertanen »ud>edingt anwendbar
luid gerade für die gemischte Rechtsprechung der Handelsgerichte in erster
Liioie niftP^eftend ist.
Die nächste Aufgabe des türkischen Ge.sel/i;thors mußte sich inni-
iDehr, außer der Krgäti/.tmg cler im matej'iellen Knlii noeh vorlianiirm n
bücken, vor allem der Schall'ung einer GerichUverla^sung und cine.s
Prozeßreciits zuwenden. Zu ihrer Verwirklichung bedurfte es indessen
noch weiterer sehn Jahre.
Während dieses Zeitratunes gelang es den Missionen wieder, ihrem
prinzipiellen Standpunkt bei der Pforte Anerkennung zu versehaiTen und
eine gemeinschaftliche Beratung der au erlassenden Gesetze dui-chzusetzen'.
1 In einer Note vom — I^*^!*^,^^' ^* , die auch in der Zeitung ■Journal de
t. Juii lb.>o ^
Conatanlinople", Nmmner vom 12. Joli veröffentlicht worde, schreibt die Pforte:
-Conime od prendra auMii l'avia des tnterprctea des legations oommiia & ce genre
d'affaires, ce memonuidnm a ete adresse aux chcfs de Mission ü TcfTet de les
prcvenir que lesHits intpq>rctcs sororif rmtorisi'-, ä ('nicttn' Iciii«! o]>iiiio!is dans le
sein de la co(niiu.'7>it)ti et i^u'its veuilletit bieu cu cousc(|UCucc ruudre toutes lea
Ibis «juils scront incites ix ces scaitccs.«
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118 Wnn: Dm Gemischte Hendelagericht in der TfirkcL
Die auf (fiMind (h'r gepllop;»Mif»ti XCrliandlinint'ti cinLiort/tp . mis |>cU*u!Hrtrii
tier Pforte iiiul den GesandtschrirtsciiannHjaii.s lK'>t( lirriil(' ^niii-cli'i' Ivuin-
iiiissioii. die votii August Ihrj.'t Wis /.iiiii Mai 18ö() t;ii;le, ailnitoU' /utiächst
eiue Ucilie von leitenden GrundsStzen für die Gericiitsverfnssung und das
Prozeßverfidiren aiis^ Einem tiirkischerseits darauftiin vorgelegten Entwurf
versagten die Missionen ihre Billigung. Die fremden Delegierten stdlteti
ihm vidmehr einen ihrerseits verfaßten Entwurf entgegen, der am 14. Mai
1857 der Pforte uberreicht wurde. In diesem Gegenentwurf hatien die
fremden Vertreter das gesamte in Frage lioimnendc Rccht.sgel»iet in «n-
gellender Weise berueksichtigt. Entsprechend der von den Missionen ver-
tretenen Anflassnng, daß das geplante Gesetz n)it da/n berufen .nei, die lui-
xnliingliclien Bestimnnmujeii dt^'; IS IS er ReirlenKMits zu ei-set/.eti . war auch
gerade dem Verfalircn vor den uemisclitni üericliiin luxiD'i.-ff Aufmerk-
samkeit g(;widnift wdiilen. Bei ]'>iiti;('^eiu!alMne dieses EiiLi>iiil> erteilte
die Pforte die Zusiige, die ilu- geuiaclUeu \'ur.sclilage zu beriicksielitigeu.
Ti'otzdem ist die türkische Regierung, ohne die Wunsche der Mächte
in ErwSgunj^ zu xiehen «od ohne einen- weiteren Versuch getnaclu m
ha1>en, irgendeine Verstftndigimg berbeütufElhren, bald darauf sur Ver-
offentUckung der geplanten Handelsgesetze geschritten. In Form eines
Anbanges tum liandelsgesetxbucb (Tidacbaret Kanunnamessine Zeil) erschien
PSchewal 1276 . ^ , , x ,
zuerst am . ., c\n Gesetz, weiclies auüer \ tinselu ilten ni iiei i U
M). Apnl IS<>0
rechtlichen Inhalts iioi h Hestimnningeu ilher die Verfassung der HandcU*
gerichle und ül>er das l*ro/,eß\'^rrlnhren enthielt*.
In kurzen Ahstnnden folgten sodrinn zur WrvoIlstniidiiTMuir der Ku-
difikation des Uandeisrechls der Erlaß einer Haudelspro/rLviiHliniDL: |1 s-
sul-i-muhakeuie-i-tidscharete dair nisamname) vom ... .
' l.). Oktober Ibbi
' niese Grundsätze, welche von seifen der Missioneii «I» iiotwenHiire Hahis
für ciiu' ^Mstindo .TiiNti/reforrn heyeiclinet wurden, hetiafcii vor allem tin* Kiii-
hilinirig des V^irsiiunuii.Hvei JalireiiJ* und einer wirki»anien l'onn der /wangsvotlstreckimg
sowie die Anerkennung der Kegel, daß die untwliegende Partei in die ProveEk
kosten «u verurteilen sei.
- Den Ge.H:u)dt.H<-haften wurde das Gesetz im Juni 1800 amtlich mitgeteilt
'rflrkisclifi- Ti xt im Dfislur, Bd. 1, S. 4ir>n". , französische C^berset/nng bei Aristarclii.
a. a. O. IM. II. S. ::43ff.; Testa, a. a. O. Bd. I, S. 2<S(ilV. und Young, a. a. il
Bd. I, S. 22o d. und IM. Vll, S. (UMF. In aieben Titeln worden l)eliandclt : AUgt:-
meine Bestimmungen, die Yerfasautig der Handelsgerichte, die Znstittdigfceit da*
Handelsgerichte, Vorschriften betrefTend den inneren Geschiftsgaog, die Verfassung
des Handelsberufungs^criclits, Proteste und Vorschriften über Schadenersatz.
' Türkisch im DiVtur. Hd. I . S. 7^0 m Tbersetzt bei Aristarchi, a. a. O. Hd. II.
S. 374ir.; Tr<tm, n. n. i ). Hd. 1, S. ;^iM)ti.; Vomig, a.a.O. Bd. VII. S. l.S.MT. I>ie
zehn Titeln handeln \on den £j*fordei'uisseu der Klage, der Ladung der Parteien
und Procefivertagung, der mAndlicben Verhandlung, den kontradiktorisehen Urteileu,
dem Versiumniaverfahren« dem Einspruch» der Dritloppositioa, der Bemfung und
der Requite Civile.
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Wkvkb: Da« Gemischte Handeligerichi in der Türkei. 119
(ind eines SeetuiDddsgesetxbucbes (Tidscharet-i>l>ahrie kanunnsmessi) vom
6. «ebi»«Uewwel 1 280 »
21. August 1863
Bei der Bereitwilligkeit, niit weicht^- <lir ti'irkisclie Refjierung his
/um .Tnlire ISö^^ <\ei\ fremden Machten eine .Mitwii-kuna; hei ilirer ^eset/-
ci i«««.-}!.-!! Arl K-it iiumorhin norli pinixeriiiimt ]ialte , ist die Sinti' siindei-iinf».
tlif >t-it jfueiii Zcitpuiikl bei der rrorlt; deiitlieh ziitritrr tritt, eiiiijierajaÜen
befremdend. Diese Ei.scheiniinu; findet leiclit ilire lü kliining in der Wand-
hm'^, welche die politische Slelliin«:; der Türkei infolge der schwerwiegen-
den Ereignisse Jeoes Jahres diirclip;einacht hat. Nacb den Ergebnissen des
Pariser Kongresses glaubte die tttrklsche Regierung den eraehnten Augen-
blick gekoromen, wo sie daau schreiten könne « die ihr lästig gewordene
Ka{utulationen abzusehQtteln , ohne allau lebhaften Widerspruch auf selten
Earo|>as befllrcbten zu mflssen. Wie wenig diese Hoffnungen in Eriilllung
gehen sollten, /eigt schon die Geschichte der folgenden Jahre.
Mit der Promidgierung eineir auf aliiMidliiiKlisclicr (irundlage beridienden
Handelsgesetzgehung hatte die Pforte nacli itn'er Ansicht ininniehr alles getan,
luii der Atisn,'i!miriirr ichts!)nrkf'it in i^'-niiNclitcn Sncheu j«Hle Daseinsherechtitinnu
/.II nehnifMi. I iicii in.- l.i l><-n ;;»'!'nt'('iicn ( ici iclitf. liic. nadi europäischen» Muster
t'iiii;t'i ieiiiet, auf Grund mkx lerner Aiiscliauujigcii ilic Reehtsptlege ausüben soll-
U'ii, boten nach Lürkischt;r Auffassung genügende (Jai untien, inti fiu'tan in gieiclier
Weise für fremde Untertaueu wie fur Landesaugeliürige zuständig zu sein.
Die M&ehte fühlten sich indessen keineswegs veranlaOtt von ihrem
hisherigen Standpunkt abzuweiehen. Im Jahre 1862 richteten sie aus An-
laß der neuen Gesetzgebung eine Kollektivnote an die Pfoite, in welcher
sie den von Ihnen stets verfochtenen Satz aufrechterhalten, wonach eine
Abinderung des im Wege int* rnntioii.iler Veieinbaning festgesrt/tcn Zu-
staiuh's durch einseitige Akte der Türkei nicht 7.ulä.ssig sei. Um <las er-
fonierliche Kinvernehmen hinsichtlich der Anwendung der neuen Gesetze
herzustellen, iurdern sie die Wiederaufnahme der Verhandlungen von 1806.^'
^ Den GesandtsciMiflea in franzosischer Übersetzung amtlich mitgeteilt Im Sep-
tember 18<>4. Türkischer Text Im Dflstur Rd. 1. S. 4G(1tl'. ; franzosisch bei ArisUii elii,
r(1. Bd. I, S. 344n\; Yoan<;. a. a. O. Bd. VII, S. !(»:^!r.; d- utsclic ( l.ersctzuug
III iJer Borrhardt.scheii Sammlung, Llil. V, S. 23 511*. Die einzeinttfi Titel iiaiidchi von
den Scliiflcu, von der Beachlaguahmc und dem Zwaitgäverkauf der 8ehiÜ*e, vou den
Reedern, vom Schiffer, vom Heuen'ertnig, vom Fraefatgeechift, von der Personenbe-
tordervRg, vom Bodmereigeechift, von der Seevenrichenmg, von der Haverei, vou
VerjSJimngen und von prozeßhindenidei) Einreden.
' Die gedacht' Note ist vom 22. Febniar liS()2 datiert und von den tliplonia-
ti^clien Vertretern i »^terrciehs, Uußlands, Englands, Fnuikreichs und l-'reußens ge-
wicbict. Die übrige» Mächte schlösse« sich diesem Schrille im .März dus^clbcii Jahres
E» heiflt dase1b«t: ». . . les sonssignes croiratent manquer ^ teure devoirs s'ils ne
liroHuient de la presente oecasion afiu d'insister aupres de la Sublime Porte que
l'entente sur les mesvres destinöes ä completer la proct'dure en matiere commerdale
Hoit nartivf'e et n'srulirrement coriflnitc ;» son tfrnio sur la base des contre- propositions
'iue lo-s missioiii* i trangercs oni conmiunii^uccs au Uouvet'ucmeat Ottoman eii IhöT
4ui depuiä sont restees saus reponse.«
120
Wbbib: Dm Gmisdite Handdflgerieht in der TOrkeL
In ihrer ErwirU-riinj; ' sjuncli die Pforte zwar die Ansicht ans. daß
die htMiiiiii^cltcti (iCNOtze in allen riiiiktcii den hillicceri Anfordertitigen der
Mäciile euLspi-äciieu , wiili^ie ubtir troUtlem ein , daß die fraglichen Materiell
eiov Durchsiebt durch eine gemischte Kommission unterbreitet würden, an
welcher vier seitens der Gesamtheit der Mftclite tu erneuneode Delegierte
teilnehmen sollten. Auflallenderweise schließen mit dieser Erkllroog der
Pforte die Verhandluogai ab; die hiermit im PHnxip xugestandene Kom*
mission ist hernach me ins Leben getreten*.
Um für diese Tatsache eine t^-klEning zu finden, 1st man auf Ver»
mutungen an^^ewiesen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß die niiniiiehr
gescliaffenen Geset7,e trotz mancher Mängel im einzelnen doch im Vergleich
mit dem bisheritjpn Zii<;tand eine erhebliche Bes-serung bedeuteten; titn Er-
n ai tungen der Mächte entsprachen sie vor allem, vielleiclit aueli allein des-
wegen, nicht, weil sie tür das Gebiet der ueniiscliten Uecht.sjirechuii^ die
gcwiinschte Regelung nicht gebracht hatten. Die Missionen werden sich
aber damals überzeugt haben, daß die Pforte fest entschlossen war, einem
nadi ihrer Anschauung nur provisoiisdien Ausnahmeznstand die gesetsliche
Sanktion zu versi^en; sie werden daher die Aussichtslosigkeit weiterer
Verhandlungen nach dieser Richtung ericannt haben. Andererseits wird auch
die Pforte angesichts der bei den Missionen lierrscheoden Stimmung auf
die g^zliche Beseitigung der gemischten Gerichtsbarkeit ver/.ichtet und vor«
gezogen haben, es bei dem bisherigen tatsächlichen Zustand zu belassen,
als sich der Gefahr auszusetzen, sich auf diesem Gebiete dem Auslande
gegeniiber noch weiter volkerreclitlirh zu binden. Drohte aber dem Be-
stand der gemischten (Jerirlite keine iinniittelliare (lelahr. m) enlHel Psr dir
fremden Vertretungen auch die dringende Notwendigkeit, aul" ihrem \ er-
langen zu bestehen.
Die Grundregeln des gemischten Verfahrens blieben unter diesen Uui-
stinden noch weiterhin unangetastet. Gegen die tatalchliehe Anwenduog
der neuen Gesetze auf fremde Untertanen , soweit Jene mit den bestehenden
Vorrechten nicht im Widerspruch standen, wurde seitens derMichte kein
Einwand erhoben.
Es entstand somit ein faktischer Zustand, dessen- Aufrechterhallung
mehr oder weniger der Wachsamkeit und Fürsorge der fremden Missionen
und insbesondere der mit der Praxis in steter Berührung stehenden Gc-
sandtschnft.sdrago?nan>j rd)erlasseii Miel». Die hierdurch geschaffene Recht.s-
laye tt iii; aber auch den KeiMi der h]s auf den heutigen Tag fortdauernden
rnsielierheil in ihrem Soliolv-. Bei (ier zwisrhefi der Pforte und den Mächten
über l ragen vtiii grundlcgeiidei- Bedeutung lien .seiienden Uneinigkeit waren
tägliche Konflikte nicht zu vermeiden j Aufgabe der fremden Diplomatie
mußte es bleiben, von Fall zu Fall eine Ihren Interessen mSglichst günstige
Lösung zu finden.
• Note Ali Pasdias an die Miwioaen vom
* Wen^tens enthalt das den VerfMser zugingfiehe Material aber £e d«i
Angelegenheit gegebene Folge keinerlei Angaben.
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Wnn: Das GcmiMihte Handeltgeriebt in der TOrkei. 121
Was die Bestimmungen des Reglement OrgsHiiqite betrifil, so wurden
dieselben größtenteils durch die B'ozeßTorschriften der neuen Gesetzgebung
craetKt. Aber an dem wesentUehen Erfordernis der gemischten Gerichtsbar-
keit, an der Teibiiüinie des fremden Richterelenieuta, wurde nicht gerüttelt.
Allerdings trat auch iiier eine Wundhing ein. Sie betraf aber nieiit die
Sache, sondern nur die Form: die Art der Znsamnienset/.uni; des gemiscliten
Gerichts erfuhr insofern eine Andening, als die Zahl dei* (Jeridilsmitglieder
doer erhebliclien Kinsclnankun^ untt-rwDrff n wurde.
Bereits in den ninlViger Jahren hatte uian sich von der Umstündlich-
kfil der 1848er V^rsi hriften überzeugen müssen. I)a.s Erfoideruis der
regehnäßigen Teilnahme von mindestens zehn Beisitzeia an den Gerichts-
siizuDgeo wai' nicht nur bei der einheimischen, sondern auch in nicht ge>
riqgerem Ma6e bei der fremden Kaufmannschaft in seiner Ausfilhrung auf
Schirierigkeiten gestoßen. Von den ausländischen Beisitsem, und insbe«
sondere von deiyenigen der kleineren MIehte, wird es als dne harte Zu-
mutung empfunden worden sein, unter erheblicher Aufopferung von Zeit
an der Rechtsprechung aucli an den Tagen mitzuwirken, wo Protesse ihrer
t !i^< rcn Landsleute überhaupt nicht zur V'erhandlung kamen. Es entstand
daher bei den einzelnen Vertretungen sehr bald die CJewohnheit, ihre Bei-
sitzer ntir /II denjenigen Gerichtssitzungen abzuoi einen, in welchen Pros&esae
ihrer eigenen i>taatsan{»ehririgen zum Austrage gelanj^en .sollten.
Was die in lein türkischen Streitsachen zuständigen llaiuiiWsgf'richte
belrilli, liaLte der Anhang zum Handelsgesetzbuch (Art. 8) unter gleich-
zeitiger Schaffung von zwei mit Berufsrichtern zu besetzenden Beisitzer-
Stellen die Zahl der Lmeoriohter auf vier bescbrftnkt^ Diese Neur^elung
kam auch den besonderen Bedürfnissen der nual&ndischen Handelskreise eni-
gegen. An die Stdle der iOrkischen Laienbeisitaer traten in gemischten
Proaessen fremde Beisitaer, deren Zahl bereits gleich zu jener Zeit auf zwei
testgesetzt sein dQrfte*. BezQglich der Befugnisse der niditottomanisehen
Richter verblieb es bei den bisher geltenden Bestimmungen.
Kinen entscheidenden Eintluß auf die Entwicklung der gemischten
Gerichtsh.Trkpit Hilten die neuen Geset/e an?;. ins-n\\ ett das eigentlichf Pro-
7f>ßveitahreii in Betracht kam. Der iinrniielM' ict'seliaffene Zust.-ind ist l»is
aul' di'n lieutiucn Th^ \u\ wesrntlielien uii\ crä iideit erhalten. Die nähere
Bespreciiuiig dieser \ erhältMi.s.se wiril »lalier i^weckmäßig deu) zweiten Al>-
M:KDitt dieser Abhandlung voraubeludtt;n sein.
Die tnrkische Handelsgesetzgebung brachte ohne Frage einen bedeu»
teoden Fortschritt auf d«n Wege der Beform. In einer Beziehung insbe-
• Aneh diese ZaM ist später (Verordnone vom weiter auf
* ** 17. Anirust 1 sft.i
£wei Laienrichter herabgesetzt worden, hi der Folge gerieten die tütkiäctien kauf-
müanischeo Beisitaer, wenigstens beim Handelsgeridit In Koaatantiuopcl , überlianpt
in Wcgfiül.
- Diefl entspricht, soweit festgestellt werden konnte, den Verhältnissen ia
d«r Uaaptstadt. Bei den Provittzialgarichten scheint die Praxis ihre dgenen Wege
gegangen zu aeia.
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122 Webbr: Dm Oemischt« Handelsgericht in der TArkei.
-sdiulere ,i\u-v war sie nucli rüekslämiig. Die i-icliterlicho Gewait war ikkIi
iiii iii ('iHlirnltiVr von der \'erwaltiin^ lt)s^elö.st. Dieser stand noch iiiiinei
t iin- wcilgeut iide Mitwirkung /«i , die von ihr nicht selten /,u einer direkten
ßeeintlusitun^ der Kechtsprechung ausgenutzt wui-de. üesetzlich war es
Sache der Verwaltiin|rsbehurden, die Klageanträge dem zustandigen Gericht
7.11 fiber weisen (vgl. II. P.O. Art. 4), sodann vor allem die ergangenen Ge-
richtsurteile au vollstrecken. In allen Angelegenheiten, an denen fremde
Untertanen beteiligt waren, war es, was die Hauptstadt betrifft, das Mini»
Stenum des Äußern und namentlich die bei demselben eingerichtete Abteilung
fiir Streitsachen (Hureau du Contentieux, Kitnhet), welche die Verniitduttg
nbernahui '. Sämtliche fur das gemischte Gericht hestinnnten Anträge waren
an dieses Ministerium au richten, woi-nuf das Kitabet deren Uherweisnn«:
an das Gericlit f »(»wirkte ; df^s^lficlien nnißten die V(uii (n'iicl t nn^-iichi-ndeti.
an iVenide Unterlam n l:« l iLliicirn Zustelhnigen durcii seine Hände ^etieii.
Ihm Injn auch die \\)llsti « t kuDi; der Uferen lnländ«'r erlassenen l'rteile ulj.
Hiclitete sicli die X'olhitreeknnj; ^egen die ausländische I'ro/.eßpartei, so
wandte sieh das Kitabet an die lietreffende di{>lomaüsclie oder kunsularische
Behörde mit dem Ersuchen, das Urteil zu exeqnieren.
Die Tätigkeit des Kitabet hatte den fremden Misstonen vielfach Anlaß
zu Beanstandungen gegeben. i:>ie richteten sieh inabesondere dagegen, daß
diese Behörde, in Verkennimg ihrer Aufgabe, lediglich als VermitUungsttellr
ZWischcrv-GericIit und fremder Behörde /.u dienen, sich das Recht anmaßte,
auch in sachlichei- lie/ielnni^ auf die Entscheidung einzuwirken. So be-
durl'te «*s manchmal eines < i l;( lilichen di|>l()matisch('n Hruckes. um die Voll-
streckung i-echtski :irfi«::iM- l rtcile zu bewirket» ■. Wai'en diese Mißstände
/inn i^roßen Teil aul die l>ässi>rkeil und Parteiliclikeit (b'r mit i\vr Voll-
strci-kiuig betreuten Beamten zui'ückzulfihren . so darf allcrdiii^s ihdui niclil
aiik.'ii'r acht gelasseti wei"den, daL'i ilie das \'oll.'>ii t'cku!|l^^v« rfahi t'u-reiielnden
Vor.schrillen einer weitgehcnilen Begünstigung des Schuldners X'orscbul»
leisteten. Gerade auf diesem Gebiete waren die Anscliainmgen des geistp
liehen Rechte in erster Linie maßgebend geblieben, wonach die Zwanp-
vtillfttreckung in die bewegliche Habe des Scbnldnera deswegen nicht tn-
lässig war, weil sie die Unantastbarkeit der Familienwolinung und somit
das SiltHchkeitsgefiihl des Mohammedaners verletzte, die Inimobiliarvoll-
streckniig und di. iccktiiig durch \'erhruigunu der Schuldhafl dagegCO
durcli allerlei KiauseJu im Interesse des ZaltlungspUiciitigen erschwert war.
' In der Proviui üel diesu Aufgabe dem höctiateu Verwaltungsbeamtcu de»
GerichtsortoH zu.
^ Sd war es, und naniendich da, wo es sich um hochgestellte ottomaniMfac
Schuldner handelte, üblich, daß das Kitabet, bevor es die Klage dem Gericht über-
niiticltc. ciiif JircktC Iviiiwir ktuig auf den Ileklagten ointrctcii ließ, ein Vorgehen, welches
im (Iruiide auf eine miiiütige "Wim 1ilep])itii^ drs Verfahrens und siHnit atif eine unbe-
rcclitii^tc Pic^üiistigtnic; dor ottotii.uiisclieii Partei liiiianslief. l)es<^leielien konnten in der
Regel eiiillußreiclje Pcraunlichkiülcu, die rechtskräftig zur Zahliuig verurteilt waren, auf
weitgehende Nadisidit beim Ktlabot rechnen. Dengegienilber blieb der itttereasieiiea
frejnden ISetiordo sdiließUeti nor das Mittel der Retorsion als einzige Waffe flbrig.
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Wkbkr: Da» Gcmisclite Haiideisgcridii id tier Tflrkei.
123
r>i('s ist in wenigen Zrijj;en das Bild der m'lnischtt'n (jericlitsliarkpit,
wie we sich uns in den stn hxi^er ,Ial>ren nach Absoliliiß <ler Ilandelsge^eU-
iflnni>j darMetet. Mit der (Irrindiinjü; von llandelsnerirlitcn ^iiijü man in
i-ejifiTi l'i'm] n vf»r! anrh «'ntle^ioneren Ort<'n l>(>t ^\c}\ (i;ilirr die MöijÜrli-
kt'it . Hl [iiisi litr jederzeit vor ein reirelrei hl /.n>aMiinen^«*sel/.lr-
niiM>iiU'> l ui un» /.u bringen. Die Rj i lilspn cininjj; selbst vvin'de nanienllii li
Iseiiii KoiKstautiiio])ler (ierieiit. welelies uuiitittelbur unter der Aufsicht der
aii^eklirteu Leiter des HandeUsininisteriiims stand, in durchaus modernem
Sinne (i^liaitdhabt. Klagen der fremden Vertretungen Aber die Ausnbung
der Justir. b^egnen wir in jenen Jahren aulTaUend selten. Krst die in den
Hidjcixer Jahren einwtsende altgemeine Justizrefurni »ehuf nette Reibuiigs-
dichen swtschen der tarkischen Regierung nnd den Ka|i>tulati(uismächten:
auch das Verfahren in j;enuschten Sachen bheb von der neuen Ordnnns;
der Diii^e niclit unbenihrt, bis e» schUeßlich diejenige Gestalt annahm« die
sicli auf den heutim'ii Taj; erhalten hat '.
Die ^t'setzgeberische Tätigkeit der Türkei richtete sich nun im tulgen-
den Zeiti-aurn auf:
1. die SchaflTuner einer niodrrneti Gerichlhverra.ssuiigf
2. die Regelung des W rl'ahrens,
3. die Kodifi/ierung des gemeinen bürgerlichen Hechts.
' Dem Verfasser liej^en zwei rimtliehc BerirltTe vor. die der nan»iels(iiiiiist( r
Kpibuli Pascha, dein ab IJnlersUiatösekretSr der sji.ih i auch pohtiseh hervorgetretene,
jüngst Verstorbeue Karatheodori l'a«i:lm taiktal'tig zur Seite stand, über den Ge-
flchätugaiig der Handelsgeridite Ar die Jahre 12ti4 niid 1285 (Isr.N/GU und lS(i*»/70)
entsttet hat. Hieraus mag hervorgehoben werden, daß die Zahl der Handelsgerichte
ni eilten Beriebt^abr 90 buti-agen hat, von doticn 8ti in der Euroimisehen , h»
in der Asiatischen Tfirkfi und S auf den Inseln bestanden; schon im lofifcnHpn .Inhre
erhöhte sich diese Zaitl auf I<*'^. davon cntfieten auf dte Kuropäischo Türkei M, auf
<iie Asiatische 37 und auf die airiicauischcn Provinzen 2 (ierichtc. (I)io in der ersten
Statistik besonders anfgefiUirteo Geridite auf den Inseln etnd hier unter denjenigen
der Europiischen TOrkei mit einbegriffen.) Die Beteiligung der gemisditen Sachen
m der gesamten Rechtsprechujig betrug fflr da.s Jahr lUSö 15,4 Prozent. An den
K*>iin ijeiiii-«(!iti'ii Gericht der Hauptstadt /tir Erledigung gchmgteu Pro/.essen liatto
wrieflieuiand den größten Anteil, ihni, t'ol^i.-ii F'rati k reich , Kußland und Italien: erst
•u» achter Stelle fnidcn wir Preiißeu b/.w. den Norddeutschen Bund mit sieben
osd sechs (Ii ^5) Sachen.
Nach einem Sdvreiboi des Miniateriums des Innem vom 29. Zilkade 12H7
Düütur, Bd. I, S. 828) war die Zahl der Handeli^erichte zwei Jahre spater weit«*
Mf I lt I -fstleir^n.
liif Gi-riilite (x'staiidnii in der Kegel aus einer Kaniinui. Xnr das haupt-
^lädllsehe lierichi /.eriiel in drei Kauuncru, deren jede auch in goniiscliteu Sadien
cMindig war. Seit 1S64 waren audi die aeerechtücheu Prozesse der Rompetens
der Hafenprifektnr entzogen uud ihrem natarlicben Forum , dei» Handelsgerichte,
äberwiesen worden. Knde der scchxiger Jahre finden wir wicdccuni, allcidings nur
voriilwrgehend , das Sccgericlit dem ^h^^inennnisl(>^lnn imtcrstellt. Kür die Erledigung
4er S»»epro/essc bestand bei ticrti Koiixt.Tutitn)p!('r Gericht eine Iicsoiiden^. vierte
Kaiiiraer; von den Proviuzgerichten bcsab nur dasjenige in balonik eine getrennte
!i«ekannier.
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124 WxBKii: Thu Gemisdite Haadelageridit in d«r TOrkeL
Die Reufgaoination dfs On i( htswesj'iis, welrlie durch das Gerichts-
, ^ 27. i)sclK*ni;i/i-iil -acliir 1296 , , . ,o"»a.i
venassungsffiesetz vom - . . . ...r — (= *'**ni loivy
0. lifu^iraii 1295
iUren Ab^ciiluß erhielt, innclite im eiozelnen einen Weitlegang durch, des^
verwickelte und wenig übersiditlldie Phasen hier nicht erl9otert zu werden
brauchen*. Das Ergebnis dieser Entwicklung war die Schaffung mc»
Systems von Zivil- und Strafgerichten (sie heißen Mehakini^i^nisanue«
ordentliche Gerichte, itn G(»gen8atze zu den geistlichen Gerichtoi» Mebakini'
i-scherie) mit Berufungs- und RevisionsinstaiiK, wobei die Trennung der
UechtspHege von der Verwaltung nunmehr endgültig dnrchgefiihrt uur«) ^
Durch die neue Gesetzgebung werden die sclioii bestechenden HandeLs-
gerichte unter die ordentlichen Gt riclitc einiroreiht. Das Gericlitsverfas-sun^s-
gesetz wai' ruicli Hir sir in glcirlit iii Maße giiUig. Der Fennan vom 13. Zilkndt'
1292^ liatte bereils die Haiuldsgei i( litc der AulVieht des Handelsministeriums
entzogen, um sie nunmeiir dem JusU/.ntinislerinm zu unterstellen.
Das Prozeßverfahren erhielt seine definitive Uegeinng durch die Zivil-
prozeßordnung vom -^1 ^t^^— -i-L^^^ (= 21. Juni 1879)*, das VoU*
' ^ 9. Hasii-an 1295 '
streckungswesen ordnete das Gesetz betreffend die Vollstreckung von Zivil«
, ., 27. DscJiemasi -ul- ewel 1296 , ,„ , . ,^,^,v.i
urteileu vom — ■ -. — {-— 1<. Juni lb«9)*.
5. Uasiran 1295 ^ ^
' >Mflhakiin>i>niaamiettiii teachkUaii kanunu.« Dflstur, Bd. IV,
Obersetzt in der Zeitsdirift •Annale« Jttdiciaires«, Jahrgang 1880, S.9ff. and bei
Young, a. a. O. ltd. I, 8. 165 If.
* Kiiie eiiigelioude Darstellung dieser Materie hat fjcliefeit Kdii:inl S.liiindi,
-Eatwickelung und jetzige Verfassung der ordentlichen Gerichte iMehakim- i-ni&axiiie)
in der TArkei* (a. Jahrgang 1S98 dieaer Mitteflungen).
* Daa Prinnp der Trennung der Jostizpfl^ von der Verwaltung wnrde
, , , , . ,. , i:^. Zilkade 1292
iiiisi'c.sniixlicii duix-li ui'ii Kai^crlicheu icnuau vom , , Hustur,
12. I)o/ei;i!)er Ip* 5
Hd. Ui, S. 1 ti. , nbersetzl bei Aristarchi. a.a.O. Bd. V, 8. 'i'Ml. . praktisrh dnn!)-
gcfÖhrt aber erst durch die (jesctzgel)ung von 1879. Vgl. das Reglement beireli'end
Einrichtung de« Juiotiziniiiiateriuina , Adlie we Mesahib Nesaretinin wesaif-i-dadinieMi
29. Dsehemasi-ul-ewel IS^ , .^a • lo-.^v i^- .
lu.samnamessi , vom . . mno — i= Mai Ib/9). UuiiUir,
N Mais 1298
Bd. IV, S. 12<Mr., französisch bei Voung, a.a.O. Bd. I, S. lüOff.
* •rs8til-i-u»i!iaken»at-i-hukukie kamitm-, Ihl-^ttir. Rd. IV. S. 2*>1 fl", »her-
bclil in den Annale« .indicia iro S, 15311. und l>ei Young, a. a. U. Bd. Vi], S. 174ir.
' «Uajuat-i-hukukienin soret-i-idschrassina dair kanuii«, Düator, Bd. IV.
8. 234 ff., Oberaetat in den Annates Judiciaires S. 3U9ir. sowie bei Yomiig, a.^0.
Bd.i, s. ms.
Von den gleichzeitig erlas.scnen, hier tiicht in erster Linie interessierender)
Justizgesetzen sei nur crwilmt daa (ierichtskuattuigesetz, »Mehnkini-i-nisamiede
1 .1 I u _j UI j • I '• >''dhidsohe 129(5
alynmasai lasym getea chardschlara dair nisamname«, vom ,,,,,, , . .
' ' * lU. loüclirui -i-iiain izlK)
22. November 1879), DOatur, Bd. IV, S. 334 ff., flberaetzt in den Aanal»
JudiciMres S. 352 ff. Abgetndert dorcb Bnnderiafi de» jQstizniinlsterivms von
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Wkbsr: Dm Gemisohto Huidebgwicht in der Tflrkel. 125
Aneh diese Geselee sollten bestimmutigsgemifi vor skmtlicheD ardent-
lichen Gerichten, somit einschließlich der Handeb^erichte, zur Anwendung
gebogen; die ZivilproseBordnung hob ausdrtlcklich die Sltere Handelsprozeß'
Ordnung auf, sow^t deren Bestimmungen mit demjenigen des neuen Ge>
«etzes in Widerspruch standen (s. Schlußartikel der Z. P. 0.).
Was das bürgerliche Recht I)etriflrt, so erfolgte dessen VerolTentHchung
unter der B^/cit hming «Metlschelle - i - ahkiain - i -adlie« in dem Zeitraum
von l'28ö bis 1*293 ( I HÖH — 1876) Das bürgerliche üesetzbuch war berufen,
an Sit<)!p der Vofsclu'iften des geistliehen Rechts die Grundlage ffir die
Rf'cht^jncrliiitiu ilrr ordentlichen (leficlite zu hildent insbesondere sollte sie
>iib>i(liär. neben dt-ni I Luidclsgesetzbucli , auch im \'crtaliren vor den Handels-
gerichten die RichLschnur i'nv das richterliche Urteil abgeben.
Bei dem Zustandekouunen dieser Gesetze hat irgendeine Mitwirkung
der fremden Misaionen, wie nscli dem von der türhisdien Regt^ng dn>
genommenen Standpunkt ohne weiteres vorauszusehen war, nicht stattge-
funden; die Pforte begnügte sich einfach damit, die Oesandtschaften von der
Toileodeten Tatsache in Kenntnis au setzen*. Auch bedarf es nach den
fi ülH ren Ausführungen kaum der nochmah'gen Hervorhebung, daß die ge«
dachten Gesetze ein näheres Eingehen auf die den Fremden, auf dem Ge-
biete der RrchLspllege zustehende Sonderstellung vermeiden.
Unter dii sen Umstanden mußte die Frage der Anwendbarkeit der
neuen Gespt/f auf fremde Untertanen von neuem in den \'(>rderixrnnd des
Interesses treten. Ks i^alt bei den iliesbe7.fii»lirhen X'erliandlim^en /.wischen
der Pforte und di-n Missionen in umfassenderer Weise als bisher diejenigen
lietiiiigu Ilgen ft>t/.ii.siellen , unter welchen die neuen Justizgesetze auf An-
gehörige der Kapitulationsmüchte Anwendung finden sollten.
Bevor hierfiber eine Einigung erzielt worden sei, lehnten die Missio-
nen die amtliche Anerkennung der neuen GesetzgehuQg ab. Sie verlangten
vidmehr einmüt^, daß im Wege einer gemeinschaftlichen Prüfung fest-
(= 9. OiEtober 1»79), DOstor, Bd. IV, S. 351 ff., fhunösisch in den
Anosles Jndidatres S. 383 flf. und bei Yonng, a. a. O. Bd. I, S. 221. Spiter ersetzt dwch
im Gesetz vom - ^„ , (= 11. Oktober 1886), in der tOrkiachen Ge-
■setzsammlung >Lahika-i-Kawanin- , Bd. I, S. 4Bff., übersetzt bei Youug, a. a. ü.
Bd.1, S.2I0C
1 Die •Medschelle* pOstor, Bd. I, IH uid IV, französisch bei Aristarchi,
Bd. VI und VU and Yonng, a.a.O. Bd. VI, S. 169 ff.) beroht auf den Satzungen
icA religiösen Rechts; sie ist nicht als Gesetzbuch im europäischen Sinne zu be-
zeiclmcn, soiidcni erschein? vielmehr als eine Samnilniig: von vfflfach nnklnren Reohts-
vorsdiriften , mit reicher Kasuistik vermisclit, die der Interpretaiiun im einzelnen den
weitesten Spielratun lassen. Sie besteht aus einem allgemeinen Teil und IG Büchern.
* Es geschah dies dorch Zirknlaniote des Ministera des Xußeni Sawas Pa-
Mfas vom 23. Dezember 1879, welcher zur niherea Erläaterung unter dem Januar
I^^'O eine weitere Note gefolgt ist. Letztore Note ist im Ansxuge abgedrackt bei
Yoong, a. a. O. Bd. VU, a 171 Anro. 1.
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120 Wsbxr: Dm Gemischte Handelsgericht in der Tflricei.
i;psU'lll würde, wie die neue Ordnuiip; der Diiij^e iitit den akliei>4«!>rachU'n
Privilegien der Fremden in Kiiiklan^ zu bringen sei. Demgegenüber erklärte
sieh die tßrkische Regierung bereit, iu eine gemeinsame PrQfung der Ge-
setze einstitreteü, indem sie sich indes gleiclireitig riagegen verwahrte, d^iß
aiia diesem Unistande ein Anspruch der Mächte hei^leitet wilrde, sich in
das innere Gesetsgebungsreclit der Türkei einsumischen. Etwaige Anderung»-
vorsebiige seitens der MUsionen, welche lediglich darauf abzielten* die neuen
Voi-scliriften mit den vertraglichen Verpflichtungen der Pforte in £inkUii){
KU bringen, sollten nach Gebühr BerOcksichtigung finden'.
Üei dem unversöhnlichen Uegensatz in der grundsäi/.lichen Beurtei-
IiHitr {]ev Kapitulationen, wie sie in don liftVlpr.Sf'itjc.vni Auffassitri'^f^n 711-
tage tritt, war die erlioHte i-^inigiuig übt r d is kiini'tin /u brdbaclitrndf Re-
gime so gut wie ausgeschlossen. Die im .l.ilu'e ISSO in Aiigrirt genijuinienen
geni<;in.sanien Üerntungen der Gesandischaltsdi-agonians mit Delegierten dfi
Pforte konnten demnach nur zu einem unbelVicdigcndcn Ergebuis fuhren.
Die hier in erster Linie in Betracht kommenden Gesetce, die Zivilpro-
aefiordnung und die Voltstreckungsnrdnung insbesondere, blieben daher,
obwohl sie aum Gegenstand eingehenden iStudiums in der gemischten Kom-
mission gemacht worden waren, in der Folge unverftndert be.<ttehen. Ihrr
Anwendlmrlceit nuf fremde Untertanen wird von den Missionen konsequenter«
wei.se im Prinzip nicht -zugegeben*.
Ein starre.s Festhalten an den» Verlang<in , daß ein Ge.setz als Ciansrs
.abzulehnen sei. solange nicht hinsichtlich aller einzelnen .'"itreitjMHiktv ein
EiiivcrstruKtiiis hefürstelll worden Sri, tjmßt<r sieh tiid('ss(>!i in r1»M* Praxi-
aK nniii<"igiu*h erw<-isrn. Die .bi'-ti/rcloiiii li.ittf unix-vifiltci) « iiic Krilir vi«i
wt:rU olli-n «ind auch i'ür die IVcuhU-h Müchli" dnrclu-ins ;iruic!iinl>;n''ri Ver-
bpssenuig«'ii geliracht. Ks lag kein (Jriind voi', ilas Ausland an diesen der
gesamten itechtspllege zugute kommenden Wohltaten der neuen Gesetxge»
bung nicht teilnehmen an lassen. Nur, wo nach der Ansicht der Michtr
den Vorrechten des Kapitulationenrechts ernste Gefahr drohte, stieß die
Anwendung der Justizgesetze auf Widerstand. Daß dieser Widerstand
nicht immer von allen Missionen gleichm&ßig, und auch von den einzelnen
nicht stets mit dem gleichen Nachdruck geltend gemacht wurde, liegt auf
der Hand.
Die Art der Rechtspllege, wie sie durch die gemischten Gericliif
bislier ansueübt worden war, blieb nnter diesen Umständen in ihren
w«'sentlie!M II Mfrkiitnlfn noch inirni-i uniierührt. Namentlieb was die Zu-
sanimenset/.un^ ties (ieriehtshofes und di«' besrmdi'ren l-dinicn dt « ^'»•r-
l'alin'ns in g«'inischteti Sachen angeht, so iteltieU es bei den hL^lu ri^i ii ,
Grundsätzen sein lieweuden. Die liundelsprozeßordnung blieb U'otz ihrer
Aufhebung durch die Zivilprozeßordnung in gemisditen Sachen allein maß«
gebend. Oie erweiterte, auch auf rein bflrgerliche Prozesse sich erstreckende
' iSuie Savv.is Paschas an die (icsandl«diii('teu vom 25. Februar 18N0.
* Ihre Kritik Aber die oben erwlhnten beiden Oeaetae legten die gemischV»
Kommissionen in zwei Berichten nieder, die vom 25. Mal bzw. 30. Juni 1MM> ds-
tiert sind.
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Wsbkr: Das Gemischte Haudel^riclit in der TArkei. 127
Zustiodigkeit der gemischten Gerichte, die besondere Regelung des Be-
riifttogsweges wurden unverSiidert beibehalten.
Trotxdem spQrte aueh das gemisctite Gencht In mftucher Hinsicht
«lie Einwirkung der Reiunn^«*setz;;''!)tin<;. liisbcsonilere hntt«* die Trojiimng
der .Iii.stizj)ll<*gf vi :i (\cf Aufsicht der ■\'('rualtnngsbelir>nl<'ri, wie fiir die
ofdentlichen Handfi.Ngericlit»*. so aiicii lür die gcmisclitcii tJcriclUe iin-
liestritteue 'IpUuiiü;. Wie sich (\pv Hfclits/ii'^tnnd nnrmiehr Im Kiir/clnHn
gesialtH iiinl \\'\f strfi Hie l'rnxis mit den iiia iiflici-U'i Sti'«'ittV;ii;('ti nliu'i'luiuleii
hat. wirel /.vveckiuäßii'ei wi i.st' im zweiten Abschnitt dieser Arbeit im Zu-
saauuenliaii);; /.ii erläutern sein.
Bevor wir aber hierzu übergehen, wollen wir noch einen kurzen Blick
tiif die äußere Entwicklung werfen , die das gemischte Tidscharelgericht
in der Hauptstadt in dem Zeitraum der Justizreform durchrjimachen hatte.
Bereits kunse Zeit nachdem die Handelsgerictite dem Justianiinisteriuni
unterstellt worden waren, traf die türkische Regierung eine bemerkens-
werte Maßnahme, indem sie an Stelle der drei Kammern, welclie bisher
gleicbmä&'g in f^emischten Pro/.("<sen /.ttstindig waren, nunmehr einen
iiesonderen Gericlilshof schuf, der allein zur Ausiibung der p;ftniiselitrn
Gerirht.sbni'krit bpfujjt sein sollte. Daneben blieb nur die Ivammer fiir
St'c^achen auch für d'w seerechtlirhen Pr<v/fsso. an dcripn Kr»Mnde l>etoiligt
warpii. nach wie vor k. imj't'rent. Im Iiitfr('>s« der* tinlieitiicbkeit der Hcelit-
sjirtchtijjg in genu'schten .Sachen wnid«' diesc Neuerung allerseits mit Genug-
tuung begrüßt. Die neue öchöplimg ei hit U den Namen eines -außerordent-
liehen Gerichlshofes- (Divan-i-fewkulade), wodurch der besondere Charakter
des hauptstSdtischen Gerichts auch in der amtlichen Bexeidmimg hervor-
gehoben werden sollte. Die demselben augedachte Sonderstellung kam weiter
«ueh darin zum Ausdruck, daß man die at&ndigen Richteratellen mit Ge-
liiltern ausstattete, deren für türkische Verhültnisse au6ergcw5hnliciie II5lie
dae wichtige Garantie für die unpartaische Handhabtmg der iIitstijE ge«
wihren sollte'.
Doch schon innerhall) Jahi i sfi ist wurde Jene Hezeiclinung wieder ab-
f^escliafi^; «Ins genii'^rhte (tPficiil hirl.^ ffirtnn ^nrste Kniniurf des Handels»
Kerichts«, wurde sonnt auLierlieh iiiii' « ine AbleÜung des m dentlirlien Handels-
berichts ersU'r Instanz. War niuli liiei-dmcli an den Kuuklionen desM'lheu
nidiLs geamlert worilen, eine Kntwerlung des gemischten Geri<*hts bedeutete
die neue Maßnahme nach aller Ansicht doch, um so mehr als gleichzeitig
•ach die lUchtergeh&Uer wieder eine Herabsetanng erfahren mußten ^
' Die Gehälter betrugen für den Prlsidmten 10 000 Piaster etwa 97 Lts.,
für d'f R' i^rt/ei' 7 (WT ' Pi;i«jii<r cUvn ('S Lts. monatlich. Kti-liter bei den ordent-
lichen tiericiiteii (t^kt Instan/. oriuiitett .sonst 27 bzw. 20 I.ts.
* Der Grund zur Aufgabe des außerordcntiiclien (lerichtaljofes wird verumt-
ri 1 » j 1^ . I. j 7. Zilhidache 1293
licli m der Beatimmune der Komitituttonsurkuiide vom - .i . -- ,
^ 11. Kiattun - 1 - ewel 1292
(= 23. Dezember 1876): «En dehors des tribunaax ordiiiaires il uc |)eiit ^tre histitue
^jn^ quel'pie denomination qne C6 aoit, de tribunaox extraordinaires •
(Art. SU), zu suchen sein.
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128 Wkbhi: Dss Gemiflchte Huiddsgeridit in dm* Tarkei*.
Uin ein iiiuLilirlisl crsprießliclies Wirken des f^eniiscliten (ifiirhcs tu
.sicfuTM , waren die Bciiiiilmngen der Machte darauf' gci ii litet . iielH'ii dem
I)iv;ui-i-fe\vkulade h/.w. der ei-sten Kanuner, welche schon tlainals sich der
Last der Geschäfte kaum gewachsen zeigten, eine zweite, gleichfalls Rir ge>
mischte Reclitaatreitigkeiten Allein ziütändige Kammer zu schaffen. Auch er-
strebte man die Herstellung der nötigen Garantien, um eine regelndil%e
Au874Üilung der Richtergeliilter zu gewihrleisten. Die zweite Kammer wurde
zwar dem Wunsdie der Missionen entsprechend unter der Bezeichnung
einer filnften Kammer eingerichtet (April ]879)i doch schon bei Gelegenheit
der Beratung des neuen Gerichtsko.stengeset7.es, allerdings vorerst nur
prol»eweise. wieder abgeschafft (Knde 1870); als Gegenleistung fur den
Vei*zicht auf dieses Verlangen erreichti'ii die Mi.s.sionen indes, daß die Pforte
die Verjjlliclitting ilhernnhni. die Oeliülter piinktlich und ohne weitere Ah-
ziiije nus der Spezinlkasse de> ridscli.-irelizerichts zu entrichten Die Ki-age
der Entlastung der ersten Knuuiier ist in dei- Folge trotz des gewiß nicht
geringer gewordenen Bedürfnisses nicht mehr augeregt worden.
Teil n. Die gemischte Gericlitsbarkeit in ihrer heutigen Gestalt
Verfassung des gemischten Gerichts. — Luilang .seiner
Zuständigkeit.
Die i;riiiis( litrri (lerielile in iliirr heutigen Gestnlt sind ordnungsmäLM-^
mit fiinf M itL^liedern besetzt, von denen <!rei Riehter. einschließlich »les \ i»r-
sit/.ciult n . die ottouiani&i'he, die beiden andern fremde iStaatsangehörigkeit
besitzen.
Die ottoman i sehen Richter mDssen zn ihrer Anstellung diejenigen
Vorbedingutigen erföUt haben, welciie nach Maßgabe der tGrktschen Gesetze
fftr die Befibigung zum Richteramt bei deu ordentlicben Gerichten im alK
gemeinen erfordert werden*. Die Gerichtspriaidenten sind demnadi ohne
Ausnahme, die Beisitzer in der R^ei besoldete Beru&richter. Bei dem
Konstantine ){)! er Gericht, welches von jeher eine besonders wichtige und
verantwortliche, dafür auch bevorrechtete .Stellung einnahm, ist es üblich,
nur solche Personen zu Beisitzern zu ernennen, welche bereits dns Ami
eines ^'n^sit7.enf^en bei einem Mnndcis- oder Zivilyerieht ausgeulit haben
Sie genießen insofern eine hevorzut^te Stellung, ;d.s ihre Gehaltslu-ziVjc itu
\ eriiältnis zu denjenigen der ühi i^rn tih kisclten Uichter nicht nur ei liehlii.ii
höher, sondern im W ege internationalen .\bkommens besonders siclierge-
stellt sind^
' Pfortennote vom 20. ne/ptnlxT ls79.
' Vgl. liieriiber SchmUlt . a.a.O. S. llÜff., sowie lianzi, a.a.O. S. Hff.
• Vgl. oben. Die Rictitergeliäiter betragen heute beim Vorsitienden 7 5(X).
bei den Beisiizeni 5 OOO Piaster im Monat, weidie dtraltt bd der finrirhtnlrswo nr
Erhebmig gelangen. In den Provinzen bestehen ihnliche Einnchtongen uicbt. Bei
der Besetzong der RiehterslelleD in der Hauptstadt hatte, wie liier noch «wlhiit
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Weber : Du Gemischte Handelsgeridit in der TOHcei.
Dip Fiehen*schung der französischen Sprnrhr ist, weuigsten.s heim
haupbiiidtisrhrn (»cricht, Wn .•nissi'i/.img zur Kriaiimini; des Richteramts.
Dies KilunUtniis beruht imles uicht auf gesetzlicher Vorschrift, entspricht
vielmehr nur der langjührigen Übung.
Was die fremden Beisitzer anbelangt, so liegt deren Ernennung
der Itetreffenden ausländischen diplomatischen (baw. konsttlariacheo) Ver-
tretuof( ob* Bei der Auswahl iind Bestellung verfährt die fremde Behörde
in Tollkommen selbstfindiger Wdse; irgendeine Mitwirkung von törkischer
Säte, etwa in Form einer Kontrolle od«r gar Bestätigung der getroffenen
Maßnahmen , findet nicht .statt. Auch die früher vorgeschriebene Mitteilung
*ier Namen dei- Beisitzer behufs Kintrai^iing in eine Liste, wird nicht mehr
für erforderlich erachtet. Wesentliche Bedingunf^cn fur die Bekleidung des
Beisitzerunits sind ausreirlir-ndn Kenntnis chn* türkischen Sprache, sowie eine
^«•vvissp Vcrti*aut!icit mit der Ivnut'iiiiinnischt'n Praxis im allgemeinen und
<iefi llaiiii<''sL;i'1ir;irifli''n des C)rje,s insbesondeif;. Außerdem wird die Kr-
nennniig von der Ertnlliing derjenigen V«>t anssetzungen ahhiingig zu machen
sein, welche fur die Berufung zu Ei)reiiämtern überhaupt maßgebend zu
sein pllegen. Die Frage, welche geaetalietei Vorschriften im besonderen
hier Anwendung zu finden hätten, dürfte unseres Erachtens zugunsten der
einiieimischen 0-eaetxgebung (Anhang zum Handelsgesetzbuch, Art. 15) zu
entscheiden s«n. Jedenfalls liegt kein Anlaß vor, den im einzelnen vielfiwh
strengeren Bestimmungen , welche nach dem fremdstaatlichtm Recht die Be-
fälnViinu /II richtertichen Ehrenämtern regeln (vgl. z.B. das deutsehe Ge-
richtsverfassungi^esedi §32^.), den Vorzug zu gehen.
Die obenprwTdmte Vorschrift fies tnrkischen Gesetzes hestlnniit nun
7n.tr. (lal^ nur Angehörige des Handelsstimdes zum Beisitzeramt ernannt
vvcriicn sollen, ncsglciclicn jjelien das Rci^lement von 1848 und die iilteren
l rivundeii <lavon ans. daß nni' ausläntiisclie Ivaiit'lente als Laienrichter in
Iktracht konuneii. Nacii <luy<er Be.stimnning richtet siclj die l'raxi.s in der
R^l auch heute. Die Beobachtung derselben kann aber insofern nicht als
onbedif^gtes Erfordernis bezeichnet werden, als die Ernennung eines nicht
zum kaufmännischen Stande gehörenden Beisitzers deshalb allein nicht un>
faltig isL Besondere Verhältnisse können sehr wohl ein Abgelten von der
Rc^ geboten erscheinen Uusen, es sind z.B. keine geeigneten kaufntänni*
scheu Kandidaten am Gerichtsorte vorhanden; aber auch hiervon abgesehen,
ist nicht recht ei-sichtlich , warum nicht auch Angehörige anderer Berufsarten
zum Beisitzeramt berufen werden sollen, sofern sie den Tdu'igen Anfor-
(lernntjen i^ennjxen. Allerdin;^s wiirden Anwälte, welche selbst in die Lage
kummcn können, als Partei beistände vor Gericht aufzutreten, auszuschließen
w«rdßn mag, eine gewisse MItwirkang der fremden Missionen atattgefundoi, indem
letztere bei der Auswahl der Aiiwflrter, allerdings in niclit amtlicher Form, etwaige
Wilnsrhe und H^denkcn 7.nr Sfirarfic zu brinqrn pHi L^ten. Bei dem neuerdings imtner
stärker hervortretenden Bc-trelieii der tfukischen Ket,Menn><», die «»eniischten ( ierieiite
aller Sondenuei'kniale zu entkleiden und sie d<^n ordeiitlii-lien ücriciitcn gleichzustellen,
ist in letiter Zeit die Emennong der lEtichter ohne jede RUcksiehtnahnie auf etwaige
Aasidrten der Missionen erfolgt
Min d. Soil f. Orient. Spraoben. ItQT. IL Abi 9
IBO
Wkreb: Das Gemischte llamlt l.stiericlit in der Türkei,
«ein. Naeh diesen Gc-sichLspiiiikten verfahrt auch tatsachlifli die Praxis, ohne
daß türkischerseits diesbezüglich irgendwelche Aoatände erhoben wordeo
wären.
FTir die AusiihuriK seines Amtes erlialt Hr>r fn-miie Beisitzer keim- Bf-
soldiing. In <ler Tat erschi iut rs (liireliaus u;ei ('clitl('i ti<:rt, daß die Frenuleii
in der Türkei, welchen verUagsnüißig weit^elicuJe rriviicgieu elngerünml
sind, auch die mit ihrer AusnahuiesteUung verbundenen Lasten tragend
In der R^el entnimmt die nennende ausländisebe Behörde ihre
Beiaitxer der Zalil der ortseingesessenen Mitglieder der eigenen Koloniee Es
hat sich demnach die gleichmSßIge Übung entwickelt, daß die an einer ge*
mischten. Sache beteiligten fremden Richter Angehörige desjenigen Staates
sind, welciiem die hetreflTeade aasiindische Proxeßpartei angehüH. Doch
auch hier handelt es sich nicht um eine zwingende Vorschrift; vielmehr Iiaan
«lie fremde Behörde in ICnnangehing geeigneter PcrsünUchkeiten unter iliren
Nationalen auch verlrauenswürd?«;? l^ntprtntien anderer fremder Si;int<'ii mit
dem Beisit/cramt Ix'tranen, ;il!tM'diiii;s wulil mit dfr Mnßirnhf'. dnl.^ liifibei
nur Antiehüri^e solciiei Staaten in I-'m^c komuien können, welche selbst iui
Besitze der ka])itulatioasn)äßii2:en Rechte stehen^.
iSind zwei ausiiiiulisclie Parteien am Prozesse beteiligt, so ernennen die
beiden in Betracht kommenden fr^den Behörden je einen Bdsitier ; gehören
die fremden Prozeßparteien mehr als zwei verschiedenen Staaten an, so hat
die Bestimmung der Beisitzer auf dem Wege ganeinsamer VerstSodigung zu
erfolgen.
Die Mitwirkung der fremden Beisitzer ist auf die Tdlnahme an den
Gerichtssitzungen beschränkt. Im Verlaufe derselben aber Oben ^l'''
richterlichen Befugnisse im gleichen Umfang aus wie ihre ottnninnisclien
Kollegen. Vor allem steht ihnen bei jeder Beschlußfassung volles Stimm-
recht zu. In rillrn Slndicii des Verfahn'ns . bei der Beratung, mündÜehpn
Verli;ui(lliir)i; iiml l'rteiUtallianK, i^t iiii-e ( -eLjenw art dalier unr*rläßh>h. lüiu*
in Ahvve>enh«:it eines oder j;ar beider iVemUtr Beisitzer ^eU'4»l]'i;iie izeiitiit-
liche Kntscheidung wäre im Wej^e der Ke«|u^te t ivüe (II. P. (). An. 1-4,
Nr. 1) anfechtbar. Die außerhalb der Sitzungen erforderlichen iCntscheidungen
werden ohne Mitwirkung der fremden Beisitzer erla&ien*.
* ESne Ausnahme bilden, soweit bekannt, nnr die englischen Gerichtsbeisitzer,
die nach feststehendem Tarif fiir jede wahrgenommene Sitzung eine Tergfituag be*
ansprucheil können.
■ Vgl. das Keirlettiftit vnri 1*^'?'^ (S. 112). In neuprer Zelt !iat di<' tniklschc
Regierung zwar den ( inii iisatz aufstellen wollen, daß die St.iiits.iiigciiörigkelt der
Beisitzer sich unb(?dingi iiaeh derjenigen der Prozeßpartei zu riditen liabe; eutspredie
die Zuwunmensetzung des Gericht« diesem Erfordernis nicht, so sei das Gericht
sogar evoutuell bereditlgt, audi ohne fremde Beisitzer tu entscheiden. IXeicn
Standpnnitt mußte die Pi'ortc aber im Jahre 1902 infolge der einmfltigen Gegm*
Vorstellungen der .Mis^i mm ii avifi^el/'^n.
8 Das ttlrkiseho Besti e!). n , da.s Amt des fremden Beisitrfrs in "p'mrr Ik-
deutung niüglii-iist iiorabKudrüt-ken , IvomnU u.a. darin zum Ausdruck, daß inAit
wiederholt in einzelnen Füllen das Ansinnen gestellt bat, auch in Abwesenheit der
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Wien: Du Oemudite Handelsgericht in der TOrkoi.
131
Des in der geschilderten Widse gchurig b&setxte Geridit iet zm Aus-
übung der Gerichtsbarkeit aber nur dann befugt, wenn der betreffende
Konsul oder dessen berufener Vertreter dem Verfahren beiwohnt Über
die ÖFtgoinansassisten« wird weiter unten ausitthrlich die Bede sein (vgl.
unten § 7).
\'nin th«H>i^tischen Standpunkt aus wflrde das gemischte Gericht
ülx'rall da jjehildet wrrden und in Tätigkeit treten müssen« wo eine nach
allgciueinen Pr(»7eßgrunfls;it/.cn sachlich und örtlich zu seiner Ziistaridickoit
j;«*iu">rende Strettsnrhf anliäiigig wird. Mit andrr<*n Worten: jedes ottoma-
nische Ocriclit i>t l^ri ••ntvlrhendeni liediii rnis ^elialten, sich als gemischtes
Gericht zu kunstihiiiMeu. In der Praxis erfolgt die Zirziehung von aus-
ländischen Ueisii/.ern nur bei den ordentlichen Handelsgerichten, ('her die
Frage, ob beim Fehlen eines Handelsgerichts das ordentlidie Zivilgericht
des Ortes unter Wahrung der voi^eschriebenen Formen aueh in gemischten
Sachen sustindig ist, besteht noch kein Einvernehmen mit der Pforte.
Das Recht des Ausl&nders, vor einem gemischten Forum abgeurteilt
m werden, ist nach dem von den KapitulationsmSchten vertretenen Stand-
punkte, abgesehen von den spKter zu erörternden feststehenden Ausnahmen,
nn keine Beschränkung gebunden. Die Geltendmachung dieses Hechts kann
ilaiier von iQrkischer Seite nicht einseitig gekürzt oder erschwert werden.
Doch selbst wenn man mit der von der Pfnrte neuerdings vertretenen Atif-
fassiHi:: annelunet; wullte. daß aliein die ordenlliehen Unndelsgerichte zur
Ausübung der gemischten Gerichtsbarkeit befugt seien, so kann hierin iiacli
Lage der türkischen Gesetzgebung selbst nocii imiiur kein Argument ge-
riindcD wei-deu, uiu die Bildung gciuischter Gerichte bei den Zivilgericbten
schlechthin als unzulässig zu bezeichnen. Denn die Gerichtsverfassung
(Art 10) selbst verleiht dem Zivilgericht an den Orten, wo Handeli^^ericbte
nicht vorhanden sind, die den ietzteren sonst stutehenden Befugnisse und
sdireibt ausdrücklich vor, daß in einem solchen Fall auch die Vorschriften
Beisitzer prozeßrechtliche FiaiKilungen vor/utiehmen. I iitdet diette Auttassung aut
««lliidMdter Seile nidit die gcbuhraide Zurüdcweiäung, ao konnte hieraus leicht
der SdiloO gesogen werden, daß die Besehidtung dee gemischten Gerieht« mit
rreaidcii Utchteni lediglteli als ein fakultatives Recht anziiaehen sei, auf welches
jederzeit ohne Recfusnachteil verzichtet werden könne. Die gcinisrhte Reclit-
»|>recliuiig wäre stunit ilirrr vomcIrniHten (^niiidlatrc . derjenigen naiiilirh der Gleich-
bereclHiguiig der fremden uud uttunianischen Richter, ein für alleiual beraubt.
An Yeraaehen, diesen ehen erwihnten Standpunkt zur Geltung zu bringen,
wird es tOrkischersetts auch femer nicht fehlen, solange man fortflihrt, die Ein-
riehtaag der gemischten Gerichte als eine im Gegensatz zu den Vertrigen entstandene
'ivA daher miObräuchliche Übung darzustellen. Von den wenigen einheiniischon
S< 'iriristt'Ilcm . welche diese Verhältnisse Ix^Iiaiidoln, sei als schrofl'ster Bekäinpfer
der Hinrichtung der fremden Beisitzer Ha-ssan Fehini , a. a. 0. S. 201 tV., erwäluit.
Imiemen ist bemerkenawert , daß Caravokyros in seinem UeclitalexiktMt -Lughat -i '
ka«inin*i-osnianie«, S. 40, offen zugibt, da0 die Teilnahme der Beisitzer auf einem
xwiseben der Pforte und den diplomatischen Vertretern getroffenen Abkommen be-
ruht; auch erkennt Savvas Pascha, a.a.O. 8. 170, den fremden Riditem ausdrück-
lich dieselben Kochte zu» wie ihren tOrkischen KoUeg«i.
9»
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f
i
!!^2 Wkiikh: Das Geiiiihchli; Ilaiidelsgcriclit in d<T Türkei.
des Anhanges xinn ll<iiid«l$gese(zbucti Ober die Hinsusiehiing von Itaieo*
bcisit/ern f»nts|)reclicml /iir Anwendung zu Ivoinmen haben'.
hi liclitiijer Anslcijun^ dieser Bestimmung hatte <lit' Pforte in fTühfn'tt
JahnMi nichts dagegen einzuwenden gehabt, ilnß auch die Zivilffericliii' <\rh
nach iiedari zu meniiscliten Gerichten erwt.itej len. Krst in neuerer /.eil
glaubte man türkischerseits dieser Praxis ein Ende machon zu mQssrti.
Welche Absicht diesem V^orgehen zugrunde lag, ist unerfindlich , es sei denn,
daß man den Zweck vei'folgie, die llLtigkelt der gemischten Gerichte lun>
liehst einzuschi^nken. Jedenfalls ist es bezeichnend, daß die tflrkische Re*
giening um dieselbe Zeit dazn überging, die Zahl der ordentlichen Handels»
gerichte erheblich zu vcrmindwn« indem sie dieselben an denjenigen Orten,
wo sie nach ihrer Ansicht öberrtu.ssig waren, wieder l>e,seitigte''.
Solange eine Einigung rd)er diese Frage zwischen der Pforte und den
Missionen nicht erzielt ist, wird itn Einzelfall die Be^stimmung des zustäu*
digen Forums int Wcsjc (liplouiafisrlicr \'err?nharung zu erfnlix^n liahen.
Wie wir liereits wiederiiolt 1ht\ orziilichen ndcucnlieil hatten, trr lif
die Tendenz der tfii-kisehen Geset/iictimm offensichtlich dahin, das l)a.>i'iu
einer Sundei'gericht.sl^ai koit ia gciuischten .Saehen abzuleugnen, indem (He
ordentlichen Oerichte als die im IVinzij» auch über Ausländer zuständigen
Gerichte hingestellt werden, die Mitwirkung des fremden Richterelements
dagegen lediglicli als ein mißbiiuchlich entstandenes, daher nidglichst einxit-
schrankendes fakultatives Recht bezeichnet wird'. Wie wenig diese Ansicht
sidi mit der Wirklichkeit in Einklang bringen läßt, geht u. a. auch daraus
* Vgl. Anhang zoni H.G.B. Art. 1, sowie das frühere (xorichtsverfassangi-
gcscti vom 4. Muharreni r2>>6 (-- I'". April lf^*>f>), frair/ösisdi bei Aristarclii, a.a.O.
Bd. II, S. 280 fl". , welche den glcit lien (IriinHsat/ 1)friMtH vorher ausgesprochen hatten.
- Während die Zahl der Haudelsgcriehte im Jahre 1287 (1872) llU betrajreii
hatte, war sie 1314 (18'J8) auf 40 gcsmikcu. Nach dem heutigen Stande cxisticrcu
nicht mehr ab 33 Handelsgerichte; diese sind derart verteilt, daß, vom ]MO|rt-
stSdtischeii Creridit abgesehen, in zwei Wiligets je 3, in sechs Wilajets je 2 and in
14 Wilajets, bzw. sclhstrmdigen Sand.schaks je 1 Handelsgen'rlit Ii<-st< heu ; in 13 Wl-
lajets bzw. sclb.stilndigcii Snndsrh.ik«? ist ear kein Handolsgt'rirht vorhaiidt^n.
' Die tflrkische Autiits«uiig wird in.sbe^sondfrt: zuiu Ausdruck gel»raiiit in
dem schon öfter augeführtcn Memorandum der Pforte, betreffend die Auflegung der
Kapitulationen (Aristarehi, Bd. II, S. 421), wo es n. a. hdßt: La pretention des
etrangera .... de ne pas se faire ji^<v par des tribonaiix oii des etrangers ne
silent pas en qnalit« de juges ou d'assesseurs aiN.si (jue celie de vouloir sc soos-
traif a)!x frihuuniix oidinaircs et fl*^ dcnuinihT des rommissions ext i lonltmire^
niixles poui regier ieurs diilVrenH** avec les sujeLs oltoniaui», ii > ])r«'teiiti<)ns . di^oiis
tiüus, ne sont appujecs d'aucuii texte et tolcreca jusiju'iei pour une rai.son ou unc
autre, alles ne doivent plus ctre admises ä l'nv^ir. Dcmgcgenflber sei htngewiewii
auf den Bericht der Dragomanakominission zur Zivilprozeßordnung, weldier die An-
sicht der Mächte wiedergibt. Es heißt dort: Les tril»unaux niixtes de conniieroe.
en leur foiiotioüneineiit artiir!, sont nffiineliis de tont lien de di'pendanrp vis - ä - vi«
des eours eoinmereiales et eiviles purenient ottomaites eniiiiiie vis-ä-vis de Ia rour
de cassation. Ii» formcut luic branehc ü part dans I administration generale de la
joAtiee.
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W£fi£R: Das Gemischte Haudelagericlit in der TfljrkeL 133
hemr. >lnß die Heigelung des Instanzenzuges in geiniachten Sachen von der
gesetelicli allj[^einein vorgeschriebenen in aulTallender WVise abweiclit.
Das Reclitsmittelveifahren ist tiach dem heute gellenden ottoninnisciien
Recht fur sämtliche flprichte einheitlich jjerefi'-h. So ht-^teht niicli in
H;ini!<l>sachen das ordentliche Rechtsmittel '\rv Hcmfiint; iiiul il.is nußer-
onieiUhche der Revision. Die Berufung ^< Iit an das dem ei kennendetJ
nächst übergeoiUiu-te Gericht; so ist ht!i.s]>iels weise gegen Urteile des
UandelsgerictiUi (eventuell des Zivilgerichts) des SaiKlschak das llaudels-
oder das Zivilgericht der Wil^jethauptatadt , gegen eratinatansliche Urteile
des Handels- hzw, Zivilgerichts des Wilty ets daa Berufungsgericht der Haupt-
Stadt aasllod^. Reviatonsinatanr. I&r alle recfatskriftig gewordenen Urteile
ist der Kassationshof in Konstaotinopel ^
Ab Berufungsgericht fungiert in gemischten Sachen ausschließlieh das
gemischte Handol>üt i iclit in der Hauptstadt. Es wHrde demnaeh beispiels-
weise gegen ein Urteil des als gejnischtes Gericht erkennenden Zivilgerichts
des Sati(!s('lia1v niclit an das Gericht der Wilajethauptstadt, sondern nur an
dajijciiiLif in l\t»ristaiitlnopel njippUiert werden müssrn. I>ie Kammer für
H i-i icl-i-^achen heim Bei iil"uim>-L;ci iclit (Istinnf fnahkriii»v>.si liilscliai et kvsmi)
iii lüjn-'taiitiiiopel i>t lur gemisclite i'io/.essc iU»erluiu])t nicht /iis'.äiuii^'. Ehen-
sovvenig ist die Anrufung des Knssationshofs in gemischten -Sachen /.ulässig".
Die in seinem Bezirk entstandenen liechtsstreitigkeiten entscheidet
daher das gemischte Gericht In Konstantinopel in erster und tetaiter Instant;
dessen Urteile können nur im Wege der Requdte civile angefochten
Verden.
Von diesen Abweichungen abgesehen, finden die Bestimmungen der
Handelsgesetze Ober das Rechtamittelverfahren auch für das gemischte
Prozeßverfahren analoge Anwendung. Insbesondere ist die Vorschrift des
Anhanges zum Handelsgesetzbuch (Art. 'Mi), welche die Berufung nur i:»'i:en
solche Kutscheidiingen zuläßt, (leren Wert rlen Betrag von 5 000 Piaster
übersteigt, auch für das gemischte \ eiiahrea maßgehend.
Diese KeijcliMig des Berufungsweges, welche die Mn;;lic!iktjil einti
Nachprüfung alier wichtigen Prozes.se durch ein hauptstädtisches Gericht
' Des nihcreu behaudeit hei Sclimidt, i. a. (). § 1.'*.
, . 20. Zllhidsche 1298 . ,„ ^, . , . , .
' Unter dem - . -■ - -- .-_t- ("^ November INK 1) brachte ein Zir-
kolarerlaß des Jiistiziiiiiiiüters die geltende Regel botrcßeiid die Berufnng in ge-
mU«-liir-ii Sachen boi den Gerichton in Erinnerung; s. Young, a.a.O. Bd. I, S. 247,
Audi. 7.
Die Kojnjietcti/. des Kus.sationshofeSt dessen gegeiiw;irtige Verfaüsuiig auf
«im ü. V. G. und auf dem Abändenuigsgesets vom -^g" ^^^'ig^g"" i—
l>t67), 9. I.ahika-i-Kawaniu Bd. I, S. 78 01, beruht und dessen VeHahren dnrcb
die NoveOe zur Z. P. O. vom If 1. {-^ 8. November 1888).
1 eschnn - 1 - cwel l.iO()
s. Lallita- i-kawaiüii Bd. I , S. !»:{ . geregelt ist, wird .seiti^n.s der fremden Mächte
iiicbt anerkannt, über da;» Mahkemc - i • teuijla vgl. noch Schmidt, a.a.O. 8. IIIS.
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134
Wsbkr: Das Gemisctite HaudeUgeridit m der Türkei.
linier iinintttelbarer Aiifsiclit ^fis.sioiien siclicrt, bietet eine vvertvollf
(Inrantie fiir die sachfj^emäße HarulhaLnng der .liisti/.. In dieser lüodernen
Form lebt das alte kapitulationsinäßi^e Vorrecht, welches die Erleili.niitm
aller genüschtpn Prozesse von einifjer Bedenlung der Hohen Pforte vor-
behielt fv|;l. dIm ii ^ 2), tatsaehlii li noch weiter fc»rt; mir ist infolge der
Fe^st.set/.mtg der Wertf^renzr . die für dit^ licriit'iiiii:<lTdii»;keit der Prozesse
bestimtueod ist, auf .')O(K) Pia-ster <ler Kreis der in letzter Insian/. in der l'rovinz
tu entscheidenden Sacheu entsprechend weiter gezogen *.
Demgegenüber miiO es allerdings als «in Mangel bexeiehnet werden,
daß die in erster Instanz xiir Kompetenz des Gerichts in Konst«ntino|)el
geh5rigen Sachen der Wohltat der Bernfung entbehren mfissen. nnreli
die Möglichkeit, die Cntscheidtingcn dieses Gerichts durch das Kechtsmitlel
der liequ^te civile anzufechten, wird diesem Mangel nur not«!QrfUg abge*
holfen
Als Oi*gaDe der gemischten Gerichtsbarkeit sind demnach zu be>
zeichnen:
a) (ierichte erster Instanz:
Die bei tleii ordeiitlielieti Handelsgerichten oder, sofern solche nicht
existieren, bei den ordentlichen Zivilgerichten gebildeten gendscliLen tie-
richte, wobei zti bemerken ist, daß, soweit nach Maßgabe der tfirkiiicheo
Gesetzesbestimmungen mit R&cksicbt auf die örtlichen BedOrfnisse besondere
Kammern för seerechtUche Sach^ eingerichtet sind, diese auch Hir ge>
mischte Seehandebprozesse zuständig sind.
b) Geriebt zweiter Instanz:
Das ids erate Kammer des Handelsgerichls bezeichnete gemischte
Gericht in Konstanttnopel bzw. — in .Seehandelsprozessen - — das bei der
Kaunnei fih .Seehandelssachen gebildete gemischte Gericht daselbst.
Was die Zuständigkeit der gemischten Geticlile angeht, so erstitcki
sieh diesolbn in sachlicher Beziehung auf rdle zwi^^clien Ottomanen und
Ausländern entstehenden Streitsachen, soweit nicht für Ansprüche aus ge*
' ^'^gl. Caravfikyrn«! , m. a. O. S. 87.
- J>ie Möglichkeit der Erriohttnig eines besonderen (»(irichtslmfe« /weiter
Instanz ist wiederhult zwischen der Pforte und den Missionen zur l^tärtcriuig gc-
lai^ Bereits in den Siebzger Jahren hatte ein diesbezaglicher MeiiunigsaustMiKh
stattgefunden. Der ruBsisrhe Botsdiafter ^inatielT, der sich filr diese Frage be*
sonders interessierte, liatte sogar mit dem damaligen Ilandelsntinister Kabuli Pasdia
ein gnnnU.'U/üi'lies Einverständnis erzielt. Der Plan solieiterte aber angeblich an
dem \Vi(jei siaiid des Großvvesiers Mahnmd Nedim I'asclia. Die türkisrhe Rpeirruiig
war auch später nicht abgeneigt, ein gemischtes Berufungsgericht ins Leben t.u rufen.
Stellte aber hierbei die Bodingiuig , daß an Stelle der unbesoldeten Beisitcer zim
stSndige und zwei stellvertretende , dorch die Gesamtheit der Missionen zu emenDende
besoldete Richter treten sollten. Eine Einigung ist am Ii diesmal nicht zustande
gekommen, anscheinend infKli^e des Widerstandes der Missionen, welche wohl bo-
sorgpii ninßten. daß tiio iremden Richter, wenn sip mit der Besoldung auch die
Eigen.st liaft türkisciicr Gerichtsbeaiutcu eHialten würden , Gefahr laufen köuuteu, ilire
UlUfhhSngigkeit einzubüßen.
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Wkbeb: Das GeniMbte Haadeb|;ericht in der TOrkeL 135
wissen iiechtsverhiltiiissen jofolge besonderer Vereinbarungen zwischen der
Pforte lind den fremdeD Missionen abweicliende Bestimmung getroffen ist.
Der ROck blick auf die Entwicklung hat gezeigt, daß die Tendenz von
jeher dahin j?ing. die gemisclit<*n Gerichte als den nairirHch»»n Gerichts»
etand (hr Auslinder in allm liür^erlichen Kechtsslreiti^keittMi mit Kin-
luMniischen anziusehen, und tiaß die tüi kische Ju.sti/.};<*>et7.}:;ebimf^ nicht hat
vt'rhiiidei'n können, daß die weitgehende Zustnmli'^kcit der gemischten
(leriohte tatsächlich \vi*rter crhnlterj blieb. Nur in den Fällen, wo sfitcns
der fremden Machte aid (i;ts \ nrrecht der .ti»'inischl«'n (irrichtsbarkeil /(i-
gunsteu der ordentlichen türkischen Gerichte ausdrücklich Verzicht ge-
leistet worden ist, hat die Kumpeteoz des gemischten Gerichts eine Ein-
schrihikuog erfahreo.
Anerkanntermafien nicht dem gemischten Gerichte uotmvorfen sind
hiemach:
a) samtliche Rechtsstreitigkeiten, die «das unbewegliche Vennugen
betreffen«,
b) Micts()rozes.se,
c) Konkurs-sachen.
Demnach erstreckt sich die Kompetenz des gemischten GericliLs nuf
alle rdirigen zivil- und liaiidrlMTcIiiIichru l'ni/.esse, indessen ritieh hiei- mit
«Icr weiteren Kinschritnkuiig . tlaß l>iu gerliciie Hechlsstreitigktilcn , bei denen
der Wert des Gegenstandes den iJelrag von 1 0()0 Piastern nicht über-
steigt, sowie tiandelsrechtliche Prozesse bis zur gleichen Wertgrenze,
letztere aber nur dann, wenn sie in einer Entfernung von Ober neun
Stunden vom nächsten Konsulatssitz entstehen, dem Forum des gemischten
Gerichts entzogen sind.
Bekanntlich beruht die besonder^ Jurisdiktion in Immobiliarsachen auf
den Vorschriften des Gesetzes vom 7.Sefer 1284 (= 18. Juni 1867), durdi
welches den Ausländern das Recht eingeräumt wurde, Grundbesitz in der
Türkei zu erwerben Hier wird bestimmt, daß in allen Grundstücks-
ani;elegenheiten die Ausländer den ( )ttomanen gleich/nstelleft . somit, wie es
vvnrtüch heißt, »in nlliMi Ani^elenenlietten. welche das iiiilirw fL;liche \'cniiniren
tutifiYtMi und in den hifr.iul' Ix'/.iii^liclit'ii Heclitsstreitigkeiten» der eiu-
tifiinischen (ienchLsbai keit utiiiiittelbar unlerwurlcn .Niml.
über die richtige Auslegung dieser I3estinunung besteht, wie wir nicht
unerwlhnt lassen wollen, zwischen der Pforte und den Mächten dne Mei-
nangsverscliiedenheit, die noch heute keine endgRltige Beilegung gefunden
hat. Die Strdtfrage hatte ilii'e Entstehung in der nicht sehr prSxisen Passung
des Gesetzes sowie in dem weiteren Umstand, daß der Wortlaut des den
Missionen amtlich mitgeteilten Textes die gerichtlichen Vorrechte der Fremden
uscheinend nur bei rein dinglichen Klagen (actions reelles) ausgeschlossen
wissen will. Ein praktisches Interesse hat diese Ivontroverse «peiitlich nur
f&r die Beurteilung der rechtlichen Natur der Ansprüche aus dem Miets-
' Siehe den Text des Gesetzes und Protokoll.s ii. l>ei Aristnrclii, a.a.O.
IW. I, S. lü fl.; Uüstuf, Bd. I, S. ZiO ir.; Youug, a. a. 0. Bd. 1, Ö. 661 Ii.
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136 Wmra: Das Oemisehte Huidebg«rieht tn der Türkei.
vertiäiuiis «.'Han^t; da aber Miets|)i(v/.f.ss(' , wie j^leicJi eröilni wcnleti soll,
dem Komm des ;;emisciil<»n Gerichts ^rundsät/.licli entzogen sinti, hat die
Streitfrage für unsere Abhandlung nur untergeorduete Ucdeutuug *.
Was di« Miecsprozesse anbelangt, so hatte fiir dieselben von jeher
ein besonderes Verfahren bestanden. Ihre Erledigung lag in der Regel den
MnnistpalitStsbehorden ob: deren Zustindigkeit erstreckte weh mit Zustim-
mung der fremden MSchte auch auf diejenigen Prosesse, an denen .\us*
liuider beteiligt waren. Die Assiatenz des Dragomans war such vor dem
Munixipaltt:'itsi; flicht stets zugelassen. Dieses Verfahren hatte sicli itu Inter-
esse der schnellen EnLseheidung der Mietsstreitigkeiteu als praktiseh <r
w iesen und blieb oeljen der gemischten Qerichtsl>arkeit unangefochteu L>e-
stellen
Als im .lalire 1^71 infolge der Einführung einer neuen Verfassung tur
die hauj*Lstädlis( lieii Gericlite' zum erstenmal ordenüicite Zivilgeriehle ent-
standen waren, hallen die Missionen nichts dagegen einzuwenden, daß die
von den MiinizipalitätsgericiiteD in Mietssachen bisher ausgcQbtcn Funk»
tionen nunmehr auf die neuen Gerichte übergingen.
In Konkurssacben gilt in der Türkei anerkanntermaßen die Rc^l
•actor sequitur forum rei«. Zuständig ist daher die Gerichtsbehörde des
Staates, dem der Gemeinschuldner angehört, über Konkurse von Otto*
* Vgl. hierüber iusbesondere Meyer- Ajitouopoulü», Über die Exterritorialität
der Ansiinder in der Tarkei, S. 22E; Padel-Steeg. De la Legislation Fouciere
Ottomane, S. SlTff. und Pelisaie de Ransss, a.a.O. Bd. I, S. 470 ff.
* An dieser Sachlage hat auch das Gesetz vom 7. Sefer 1284 niehts geiadeit.
Zwar isollcn efj^ntltrli nach tHrkischer AufTassintir alle Miet<']>r»>re<»HP als ImnK'-hiliar-
pro/.ej»i.e im Sinne des (leseties iieliandclt mid demnach uliiie liikcksicht aul die
Staatsangehörigkeit der Parteien uiU«r Au^diiui) der Dragoinanassistenz den tür-
Itiflchen Geriditen zur Entsdieidnng Aberwlesen werden. Üe Michte dagogeu, ge-
stdtsi auf den franzfisiachen Wortlaut dea Geeetsea, haben aleta vertretmi, dafi
Mictfiklagen nicht als hnniobiliarklagen anzusehen und demnach den Au.snahme-
hesitiiiiimiTicrc" des Sefergesetzes nicht untenvorfeii seien, nemprit.sprechend nehmen
auch die Koii6ular<,'ertchte keinen Anstand, sieh in Mictspro/csseii zwischen zwei
fremden Uutcrtaiieii iür zuständig zu orklärcu. Dem Staiid]mnkt der Mächte isi
die Pforte halb eutgegongckommen. Durch Randerlaß dee JnstiuniniateriBDia vom
17. Zilkade 1297 (= 22. Oktober 1980), a. DOetur, Bd.I, 8.427), sowie die
risrheride*i-mehakim (Türkische Gerichtazeitung) , Nr. 78, S. .')30, vgl. hierzu Padel-
Stceg, a.a.O. S. 'M^^. ist licsiiriuiit worden, daß Ausländer, die in ihrer EigeiiM'haft
als Mieter einer unbeweglichen Sache an eiucm Reclttsstrclt beteiligt sind, .\n«5prucli
auf Awistenz besitzen, diejenigen, welche auf Gnuul ihres Eigeutium^reciii« klagen
oder belangt werden , in GemiOheit dea Gesetzes vom 7. 8efer 1284 den Ein-
heimiachen gleichzuachten aeien. Diese wiaaenadwiUich weiitg haltbare Entacheidaiig
bt von den Missiotien nicht anerkannt worden. Ccgen dies«'ll>e spricht sich idü-
hesondere aus Peli.ssie de Rau.sas, a.a.O. Bd.I, S. 17j iT . sowie liauzi, a-a. O.
S. 2S. Dahingegen nimmt anseheinend Young, a. a. Ü. Bd.I, S. 252 au, daß die
türkisclie AuiTassung unbestrittene Geltung habe.
, « ^ 21. Ramasan 1^ , a jx
» Geaete von, -.^ TeäWTÜiuii 1287" ^'^^^^
Bd. I, S. 8S7, aowie Ariatarchi, Bd. H, S. 307. Vgl. hiersv Schmidt, a. a. O. S. 99ff.
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Wnm: Daa GemiBclile Handdag«ri«ht in der Tflfk«!. IS7
miDeii insbesoDdere entscheidet das ordnungsmäßig l^erufene tOrkische Ge-
richt tuch dann vollkommen selbständig, wenn ein Teil oder die Gesamt-
heit der Glinbiger Auslinder sind. Letztere unterstehen hierbei der ein-
hetmischen Gerichtsbarkeit, ohne sich auf die kapitulationsmaß^en Vorrechte
berufen zu können
Diese Regelung des Konkursverfahrens lifrulit lediglirli auf gewotin-
iieitsrechtlicher Übung. Wenn die Mächte in diesem Fall auf den Genuß
ihrer vertragsmäßigen Rechte Verzicht geleistet {mheri, so ist dies nur zu
erklären als (.Jegenleistimij !Tir das der fremden Behörde türkischerseits piti-
!i;eräumte Reclit, ausIäiHlisilK' Kdiikursr atirh <lann seihständig zu regeln,
wenn an denselben ottoiuanischc üläubiger hctrilii^i »iud^.
Was den UegrifT der Konkurssache betriflt, so ist hervorzuheben,
daß, abge.sehen vom Konkursverfahren selbst, als eigentliche konkursrecht-
liehe Riagen nur solche Klageti gelten, -widche aus dem Konkurse hervor-
gef^ngen, im Laufe dessdben «itatanden und durch ihn bedingt sind-*.
Sonstige Streitsachen zwischen der Konkursmasse und dem auslindischen
Gliubiger, wie diijjenlge Ober den rechtlichen ^Bestand einer Forderung,
unterliegen aelbstverstandlich der Entscheidung durch das gemisclit>> 0( ridit.
Abgesehen von dieser auf sacidichen Einwägungen beruhenden Ab-
grenzung der Zuständigkeit der gennschten fJerichte besteht, wie bereits
erwähnt, eine weitere Einschränkung nach einem rein fornnl!»ni (jcsiclds-
punkte, indem Prozeßsachen, bei denen der Wert des riei:;iiMislrin(lrs 1 UOO
I'iaster nicht erreicht, der i^enii.sclilcu Gciiclit.sharkeil t nl/iiL;i-n siud.
Generell gili dies hinsiciillich allei reiu bürgerlichen Klagen. Die
Begehmg erfolgte im Einverütäodoi^i mit den Mächten und ist festgelegt in
dnem Rundschreiben, welches das Kitabet am i;'>./^.'>. Oktober 1872 an die
Missionen richtetet Den Anlaß dazu bot die kurze Ztnt vorher stattge-
foodene erstmalige Reform des Gerichtswesens*. Schon damals hatte man
trirkiscberseits die Erwartung gehegt, daß die fremden Missionen die Zu-
ständigkeit der neu eingerichteten ordentlichen Zivilj;erichte auch lur ge-
mischte bürgerliche Rechtsstreitigkeiten anerkennen würden. Indessen kamen
die Mächte, den Wünschen der Pforte nur bezfiglich der Bagatellsachen eot-
' Zuständig iiind im einzelnen die ordciitltclien Ilatidelsgeriditc, b/.w. an den
Oneii, wo solche nidit vorbände») , Hie Zivils»erichte. hi Konstaiitinupe! fungiert als
Kuakorsgericht die zweite Kammer des llaudclsgericlitä sowie diu Kaiuiiier fuj' See-
baadclssadien, letztere infolge Oberlastimg der zweiten Katnmer anf Grund einer
Useriidien Yerordnong aus dem Jalire 1304,
^ Vielleicht kSnnte in der Vorschrift der Kapitulationen (Art. 9 der Franz.
Kap. voa 1535, Art. G der Preuß. Kap. von 17*11 u.a.), weU-he die Zuständigkeit
des KiMwiI«; 7nr Vornahme der Narhlaßresrnlieniiii^on ilhcr seine Nationalen anorkennt,
die«»e ZiLsläiidigkeil aber auch daim nicht ausschließt , wenn der Nachlaß üherschuldct
i*t, die Grundlage für die bestehende (Jbung za suchen sein. Vgl. I'i'lissiö du liausaj»,
t. S.O. Bd. I, S. 431 ff.
» Vgl. Anm. M Art. H der H. P. 0.
» Siehe Aristarchi, Bd. II, S. 4'27 sowie Yomig, a.a.O. B<t I, S. 246.
» Vgl. hierOber Schmidt, a.a.Q. Kap.mA., S.Ü9f.
138 Wbms: Um Gemiaehte Han<le)ag«richt in der TOrfcel
•f^t'iipu. Iridfin diese aintliclie Krkliiniii^ des KitaJ>ets ilie Koiii|i.i('n/ dn
ZiviitjjeriehU' auf die Prozesse unter \ 000 Pia.ster bescliräukt, wird hiinnil
iiuplicite anerkannt, daß geiuiselite Zivilsacheu lioliereu Wertes vor das son.Ni
ikbev Ausländer oitlnungsiiiaßig bettifene Forum, d.ti. das gemisciite Gericht,
f^eliÖran. Allerdings war diese Regelung mit Hiobliek auf die bevuifttebende
allgemeine Justizrefoiin auf tQrkischer Seite von vornherein als eine vor*
Abei-gehende gedacht. Aber in Ermangelung eines anderweitigen Abkommens
mit den Missionen hat jene Note ihre Recblakraft bis auf den heutigen Tag
behalten.
tiinsiehtlicli der liandelsreelitlichen Prozesse besteht eine fdudiche all-
f:;emeine Einscliräiikun^ der Zustan<ligkeit der «jemiscliten Gerichte nicht
Nur in ein''m. praktisch nüerdings bedeutiinijslosfn Falh» s\m\ auch Hnndds-
pro/.esse, l)ei welcht'n dci- < irixenstnn<l dif y;edaeiite W'i i t^i enze niciit über-
steigt, der gemischten tiericlit.sl>.'iikt'it ('iit/<»iien ; in den» Kalle näinhch. daß
der Ort, wo die betreffende .Streitsache zum Austrag gelangen soll, über
neun Stunden vom Sitze der nächsten zuständigen Kunsularbehörde entfernt
liegt. Zu diesem Ergebnif f&hrt, wenigstens unserer AulTsssung nach» die
Auslegung der Bestimnmngen des Protokolls zum oben erwähnten Gesetx
vom 7. Sefer 1884.
Unter dra im fragUehen Protokoll im Einverständnis mit den Mächten
festgelegten Einschränkungen der Ka|UUl]attonim befindet sich bekanntlich
die Bestimmung, daß ausländische Untertanen an denjenii*;eri Diien, welche
mehr als neun Stunden vom Sitz der nächsten Konsularbehürdc eniternt
liegen, vom Ortsgericlit in Abwesenheit des Kotjsularvertreters abgeurteilt
werden sollen, imd zwar in .dien RechtsstiTiti-j;keiten, weicht» den H»*trair
von 1000 Piabtern nicht übersteigen. Niuh der Fassuni; des Pi otokn'.N i^t
diese Vorschrift nicht nur auf bürgerliche, souderii auch auf" handelsrecht-
liche Prozesse zu beziehen. Allerdings wird nur die Assistenz des Dragomans
liir entbehrlich erklärt, Ql>er die Art der Besetxung des Gerichts aber Still-
schweigen bewahrt. Genau genommen müßte demnach gefolgert werden,
daß hinsichtlich der Teilnahme der fremden Beisitzer eine Ausnahme von
der allgemeinen Regd nicht hat statuiert wodeu sollen. Indessen dOrite
diese strenge Auslegung dem Sinne des Protokolls, welches den Zweck ver-
folgt, unter gewissen Voraussetzungen die Ausländer vor Gericht den ICin-
heimischen vollkommen zu assimilieren, schwerlich entsprechen. Wir glau-
ben daher annehmen zu sollen, daß die gemischte Gerichtsbarkeit in dem
tiedaehten Italic überhaujvt n!s rtut^flinbcn zti g«^lfpi) hat*. Ini (legennat/ ?h
<ler ,'dl'j;riM('ini'ii \'orschrirt üIk r dir l'>rnil"ung in ut'mi--i'lit''ii S;rrlifn \viad«'luer
licinid.^ d> n 1 )<-^t iminiinijen des PioUjkolls nusnalunsu fi^'MlnN Licniisclitt' f!>Tif*ht
am naeh.sLgelegenen Kotisulatssil/. als licrufungsgericht zu liuigit rea liabcn '-.
Das Protokoll zum ^efergesetz ist Hir die Angehörigen derjenigen
Staaten r welche demselben ausdrucklich beigetreten sind, bindend. Sdne
I Zn dem entgegengesetzten Schluß gelangt Kauzi , a. a. 0. S. 24.
* Eine Verständigung mit der türkische» R^erimg Ober diese Frage ist
bidier uid» erfolgL
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Wnn: Dm Gemiaehte Hande1ag«riehi in der TOrkei.
Hc.stuuinuiim'ii hcilcutcii aher audi die Greny.c tl^'r sciLtiris «ler etiropäischen
MHciite auf dein (ii>]>it4<- des Kapitulatioiu*nr'(>chts cingci-uumtett Kou/.esüioueii.
Ab ein neut i . ^eij;eu den Uesiaud der geiuischteo Geiicbtsliarkeit gerichteter
Sdtlag muß es daher bezeichnet werden, daß die Pforte im Jahn» 1890
das Recht iHr sich beanspruchte, dieae Beatimmungen einseitig z%t erweitern,
indem sie die im Protokoll festgelegte Wertgrenze von 1 000 auf 10 000
Piaster erhöhtet In einer an die Missionen gerichte|en Mitteilung wurde
ausdrücklich hervorgehoben, daß die neue Hestimniung Icdigh'ch auf l)ür-
;;frHche Rechtsstreitigkeiten Anwendung zu finden habe, während e~s in
llandelsprozessen bei dein bisherigen Verfahren sein Bewenden behalten
*>n![p'. Die Berechtigung zu dip*!er M^ßunhine leitete die Pforte nus dein
l'iiKstaiule her, ilnß hinsirlitÜch deijciiigen Sachen, deren Wert 1 ÜOO Piaster
übei'steige, keinerlei Ht^stiinnuiug iui Protokoll gi'trofttn .sei.
l)a das Protokoll unstreitig als zweiseitiges Abkomuica zu gehen hat,
war dessen Abänderung oder Erweiterung durch einen der vcrtragsciUießen-
den Teile altein sieht stattluft. Wenn Oberdiea seitehs da* Pforte behauptet
wurde, daß es fllr die Behandlung der im Protokoll nicht ausdrücklich er-
wifanten StreitflUe an einer anerkannten Hegel fehle, so sollte wohl dabei
geflissentlich Qberseben werden, daß die allgemeinen Vorschriften des Kapi-
tulationenrecbts, soweit die M&chte nicht ausnahmsweise in ihre Aufhebung
eingewilligt haben, ihre Geltung niemals eingebüßt hatten. Infolge des ein«
nultigen Widerspruchs der Mis>ionen mußte die türkische Regierung von
der Anwendung der neuen Maßregel Abstand neluneu ^.
Wenn wir nun weiter dazu übergehen, die Zu*;t"irid!«4keit des ^e-
uilHchten (Jei-icliUs mit Hezug auf die demselben unterstellten IN iscmh ii » inci-
Krörterung zu unter/.iehen , so ergibt sich der Umfang derselben seluMiiljur
ohne weiteres aus dem Begriffe der gemischten Gerichtsbarkeit selbst; die
1 R j inj T ♦ l3.Rebi-nl-ewel 1308 ^
• Kunderlaß des Justiznunisteriunis vom ,„ , . . . (~2/.C)k-
iD. 1 eschriii-i-ewel l-Hm ^
lober ISW), veröfTeiitUrlit im . nseherMo - i - niehakitit- Nr. r>7<>. S. .S'J:W.
* Zirkularnote der Pforte an die Mi.vsIuiuMi v.mm '2\. Januar IS91.
•* Bei Gelegeuhcit des Abschlusses der aa lürkiscli- griechischen Friedeus-
vertng von 1887 vorgesehenen Konsularkonvention machte die Pforte vo» neuein
den Veisadi» n. a. auch diese Streitiivge, wenigstens Griechenland gegenflber, zn
ibrea Gunsten vertraglich zu regeln. Vgl Art. 44 des tilrkisehen Vertnig8ent>vurfs :
• Drins tes localit/s di«t.intes de. plus de iir'nf licures d une rcsident-e ounsulaire
ii«;lliiii»jHe, ie triliinial ottoman l omprtent ^i:ituiTa saus assistance consiilaire »ur les
artious mixtcs interessant ics sujets iieJI«iies.- (Abgedruckt bei Politis, -La Coü-
vttHion Cousnlalre Grceo-tnrqne et rarbitrage des Ambassadeurs dea Grandes
Ptaismaees- 8. 138.) Der dnreh das Schiedsurteil der Botsehafter foBtgestcIlte Text
der Konvention (s. ebenda S. 1 IS AT.) hat diesen .\rtikel nicht aufgenommen. Mio
im FiiiLrang des Schiedsspruches enthaltene Begründung stellt vieiniclu Ast, daß
das i'rotokoll ziun Sefergeset/. durch den zwischen den heiHr»i Staaten herrschenden
Rriegatiustaiid iu seiner Geltmig nicht berührt worden sei und daß Griechenland
gemlfl Art. IU der Firiedensprllunlmrien im Genosse dw Immmiititen uid Privilegien
geUiehen sei, welche es auf dem gleichen Fufle, wie die Ahrsen MiditSt vor dem
Kriege beans|)nidien koonte.
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1 40 Wrani : Dm Gembehte Handclsgerieht in d«r Tfiritei.
Koinpeten/. des ^eaiisrlilen Gerichts erstreckt vidi nainriieniät) aul" nll»- Streii-
saclien in der eben angedeuteten saeldielien Begi eu/.unij, an wt-Ulien als
Parteien ein Ottuniane einerseits mal ciu Ausländer andererseius bLteilif:ft sind.
Dem allgemeinen S[irachgebrauch folgend haben wir hierfür bisher den Xm-
üruck •gemischte Prozesse« (deawi-i-muchtelitet proces niixtes) geliraueM.
Diese Bezeichnung bedarf indes in mancher Hinsicht noch einer genaueren
Definierang.
Die Eigenschaft als Ottomane in dem ttns hier interessierenden Sinne
kommt außer den Angehörigen des nmnittelbaren I*fortettgebiets auch den
Angeliörigen der TributSrstaaten des lMrki«chen Reiches zu. Desgldchen
gelten vor dem gemischten (lericht als Ottomanen alle Untertanen derjenigen
.Stantcn, welche frührr tnrkisches Staatsgebiet '^ehildft fiahen , aber nach
ICrlaumuijj; di-r staatlirlu'ii 1' iiabljftni^iirktM't niclit in B(•^il/ «Irr- Knpitnlations-
rechte gelangt sind. Hitrht i- gehören bekanntlich das Ivünigreich Serbien
und das Fürsteutiun Montenegro*.
Hinsiclitlich derjenigen Gebiekitcile des Türkischen iieiches, welche
kraft Sta»tsv«rtrages unter der Verwaltung euri>pii8cher M&chte stehen, so
Bosnien und die Herzegowina, die Insel ( ypern, ist noch zn bemerken, daß
Ai^efaörige dieser L&nder, unbescliadet der innerhalb derselben geltenden
liesottderen inlematioDalen Abmaclmngen, jedenfalls in den unmittdbann
Besitzungen der Türkei als Ottomanen zu gelten haben. In ihren BeeliU-
Streitigkeiten mit fremden St;iatsangehörii:('n wurden demnach nach allge-
meinen GrundsStzen auch sie der Qerichtabarkeit der gemischten Gerichte
unterstehen.
Kinr eigenartige Stellung nflunen in dieser Beziehunir peif^i»jr}ie Sr.iaLs-
aiigehörige fin. l Vrsien . obgleich uiclit /n ilen KapitulalionMiiäi'ijti n ^v-
horcml. sttüit in tlt r riirkci das liechl xu, über seine .Schutzbetohleiifti ili»'
(lericlitsliarkeit aus/.itt'ibt ti ; tiesgleichen ist Persicii dun kapitulationsniäC^igc
Privileg eingeräumt, bei gemischten Prozessen die Dragomausassistenz zu
leisten und insbesondere auch das Gericht mit persischen Biditem zu he*
schicken'. Dessenungeachtet sind persische Untertanen , soweit ihre Rechts*
• Kl.ifjeii vnn AtislSiidcni gegen einen Serben oder Monferjogriner würden
somit unzweileiiiatt zur Koinpetrn/. der gemischten Gerichte gehören. Im unigekelirt«)
Fatle wäre aber auOerdem ein konkurrierender Gericht.^Atand bei dem Ronsnlaigericht
des fremden Beklagten b^rflndet Die Stellung der Serben in der Türkei, welche
bereits den Gegenstand einer türkischen Mini.stcriatverordnmtg am» dem Jahre 1-.*''
(1SS2) gebildet hatte, liat iieuerding.s ibro Regelung erhalten in der turksTi'h-
serbi.si hcn Konsularkonvention vom Jahre i^üO. Bezüglich Montenegros siebe Art ol
des Berliuer Vertrages.
' Daß die Einräuiuang dieser Rechte au Penaten nur vcrgAiustigiuigsweiw
gesrhehen sei, wird tAricischerseits auadrQckiich und mit Vorliebe betont. Die Gerirhte
neimien keinen Anstand, auch oiuie Aasislonz und in Abweaeuheit persischer Beisitser
• • • . •# . t . . . 1 1 20.Rcbi-ul-ac]rir 1299
vorzugehen. Vgl. hierfiber die Jasttzmlnisterialverordnungcn vom - — _ ^i^rt V^.is ~ '
31 ^Tcmu»' 1298^ (19. Märt bzw. 12. Augast 1882), ProzeOsschen zwischen
Persern und Angefadrigen der Eapitolationsstaaten werden, wenigstens nach der in
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Wsbsh: I)aa 0«mi«dit« Handetsgerieht in dor TOritet
141
iR'zieliiuigen zu anflftvii tmiuJcn St;iatsaii<ifhorii5en in Betracht kommen,
den Ottomanen j^lt icli^t stellt iiLsolfm, als sie außer ihi-er «-ijjpnon Konsu-
laigfriclithbarkeit aiicii (leijenigen der gemi.scliteii Lit-riclile unterstellen.
Üemuach würde beispielsweise in einer deutsch - persisclien Proxefisache das
gemischte Gericht mit je einem deutsidien und ])ersischen Besitzer besetzt
8ctD und unter Assistenzleistung seitens des deutschen und persischen Ihm-
gomans erkennen.
Es bedarf nach dem VoraiifgegangeneD kaum no4ih der Ausdrßcklichen
Hervorhebung, daß als Auslander im gegenwilrtigen Zusammenhang nur
vet^tnndrn w('Kl(?n kann, wer Angehöriger eines derjenigen Staaten tat|
weiche die (iewiihning der Kapitulationsrechte kraft Vertrages beanspruchen
können. Diuli audi ilen Ani?elinriü:en solcher Staaten, welche zwar keine
eigenen Traktate niit der Tiirkci all^eschlossen haben, aber vertragsmäßig
den dipIoniatisi-lD ti und kcuiMdarischen Schutz einer Kapilulatinnsinacht ge-
nießen (z.H. die Scliwciz, Luxemburg), wird lürkisclierseits das Kecht auf
die gleiche iicliandlung zuci kauut'.
Fremde Gesellsehaden , insbesondere Haofielsgesellschaftcn , uiügen sie
die Rechte einer juristischen Person besitxen oder nicht, genießen in der
Türkei den Schutz de.<ijenigen Staates, dessen Oesetxgebung bei ihrer Bildung
der Hauptstadt i,'pltenden Praxi«?, ausschh'eßlirh vor das gemischte Gericht gebracht.
Persicu, welches selbst z,u der Reilie derjeuigeu nichtchristliehen Staaten gehört,
in mldiea die AiuSkmg der Konsalafgeriditabarkeit ImrkSnunlidi ist, nnd weldies,
in ihnlicber Weise wie in der Tflrkei , sich eine Beschränkung seiner Gericht^^ewatt
in Rcelits'.strcitigkeitcn zwiüclien seinen Untertanen und Anslindern gefallen kisseit
muß (vgl. ni»er das in Persien geltende Frenidenrecht Lippniann, -Die Konsular-
jarisdiktioti im Orient. 112 0".), kann innerhalb der Tfirkpi eine nndrrc Hehandiung
dieser Streitsachen nicht deswegen verlangen, weil es infolge von Sondcrabmachuiigen
mit der Pforte eeineraeits zar Aosflbong der Konsnlargerichtsbarkeit zugelassen
ivorden ist. Sollte aber mngdcehrt mn persischer Staatsangehuriger gegen einen
Ißcbtottoinanen bei dem bctretrendcn fremden Konsul klagbar werden, so wünie
dieser wold schwerlich Anstand nehmen, sich für zuständig /.u erklären. Die Er-
led iguiig persischer Koukorse erfolgt indessen aoerkaniitemiaßeii durch den persischen
KoitiiuL
* Der Fall, daß ein christUcber Staat, der keine eigene Kapitulation mit der
TSikei abgescMossea hat, in volkerrechtliche Beuehungeu au ihr getreten ist, ohne
den Schutz einer Kapitulationsmacht %\i genießen, hat sich erst in neuester Zeit
ereignet. Seit der Auflösung der Union mit Schweden befindet sid) Norwegen tn
der Lage, sich 7nr Rechtfertigung seines Anspruches auf bevorrechtete Rp!»andhnig
scintx Untertanen in der Türkei auf keinerlei internationale Abmachungen lienden
la können. Denn weder die dänisch - tilrkische Kapitulation von 175G noch die
•dnredtsehe von 1737 lassen sich direkt auf Norwegen anwenden, Diese Bedita-
läge war aber seit der Trennung Norwegens von Dftnemarii and dessen Union mit
Schweden im Jahre 1814 bereits gegeben. Die Pforte hat indessen von jeher
ouijearhtet des nach ihr niangphtdfii Hcrhtstitpls Norwegen ungest«"rt im Besitze
der KapitulatioDsrcchtc bela-tsen. Da die Tatsaciie der Auflösung der l'nion für
iie Beurteilung des völkerrechtlichen' Verhältnisses Norwegens zu anderen Staaten
belaaghM ist, liegt unserer Auffassung nach (Ar die Pforte jetzt kein Anlaß vor,
die den N(N*wegem biaber tatsidilkh gewährte Behandlung nunmehr voranenthalten.
142
Wkbkb: Dm Crembchte Baodatsgericht in der ToHkoI.
bestiininend war luul ile^seji (jei iclitsbarkeit sie nntprstellt sind. Stellt diesfr
»Staat im (ientiß der Kapittdationsrechte, so haben solclio ( it's«'lls( batleii in
allen iim n Iltclitsbezieliungen mit Ottomanen als Auüländer /,u gelten.
Dies gilt auch unbestritten für den Fall, daß die einzelnen Gesell-
schafter mehr aU einem fremden Staate angehören; die Nationalität der
Gesellschaft als solcher richtet sich dann gemäß der gegenwärtig international
anerkannten Übung naeh demjenigen Staat, dessen Gerichtsbarkeit die ein-
zelnen Gesellschafter sich för alle Rechtsverhältnisse der Gesellschaft ord-
nungsmäßig unterworfen haben \ Zweifel können nur entstehen hinsichtlich
der Behandlung solcher Gesellschaften, an denen Ottornsnen als persönlich
haftende Gesellschafter beteiligt sind. Im allgemeinen schließen die Gesett-
gebimgen des Auslandes die Schutzgewährnng an eine derart xuaaronMW'
gesetzte (Jesellschaft nicht schlechthin aus. Türkischerseits will man indessen
Jedt: Gesellschaft, an der ein Inlnndpr bctriliixt ist. nbne weiteres als otto-
manische behandeln. Eine diesl>tviii;lirh<- N erstündigung zw isclieu der Pforte
und den Mächten ist bisher nicht erfolgt"^.
Der sonst nia fi criidou Staatsangehörigen eingeriinmten Rechte köiuuii
unter Umständen aucii rfortenuntertanen teiiiialiig werden. Ottomanen,
welche in Gemäßheit des Begtemeats vom 23. Sefer 1280 (= 9. August 1863)*
als Dragomane oder Kawassenr im Dienste fremder Staaten stehen und in
die.^r ßtgensehaft seitens der tilrkischen Rq^ierung amüich anerkannt sind,
genießen wahrend d«r Dauer ihres dienstlichen Verhältnisses au dem fremden
> Vgl. Salem, bei Leske wid Loewenfeld Bd. II, S. 417.
* Hiiisiehtlich des Konkarses der gemischten Geaetlsebaft statuiert ein Rmtd-
erlaß des Jnstizministeriuros vom 5. Kianun-i-ewd 1895 (= 17, Janmtr 197^ die
Kompeten?. des ottomanisrhen riericlit^ fvgl. Salom a.a.O.).
Was den St;iii(i der HlM^!l^^l'^^^'t/.;J:ebung bctrilR, so ist nach § 2, Abs. 2 dos
Gesetze*« übt;!' die Konsulargericlitäbarlieit vom 7. April 1900 die zum Teil oder selbst
ausschließlich aus Aoaländem, demnach audt Ottomanen, susainmengesetate Gesell-
schaft« die im Reichsgebiete oder in einem deutschen Schnt^ebtete ihren Stls hat, ab
deutsche anzosehenv CS sei denn, daß gemäß § 2, Abs. 3 durch Anordnung des Reichs-
kairders oder auf Grund einer solchen bestimmt wird , daß ( ino j.uh iic Gesellschaft
der Konsulargerirhtslmrkeit nicht untersteht. Dcssrloicficn können tiai'h Jj 4 . Abs. 1
der Anordnung des Rcichskanader» , betreffend die Konsulargerichtsbarkeit uberSrhutx-
geuossen vom 27. Oktober 1900, in einem Eunäuiargericliu«bezirk angesessene Handels-
gesellsehaften und Genossenschaften, unter deren persönlich haftenden Gesellsdiafteni
auch Nichtdetttsche« somit auch Ottomanen, sich befinden, mid die daher an sieh
auf Oruiid des §2, \hs. 2, Satz H des K. G. G. der Konsulargerichtsbarkeit noch
nicht ohne weiteres unterstolicn wrirdrn. dennoch in das Handels- oder Genossen-
.schaftsregibtiT fiticjprrjiLren und dadurch nach !j 2 , Nr. 2 der An<inhiinii; iTir Iifirgcr-
lichc Ucchtsj»treitigkciten , Kuukurssaclicn imd .^Uigelcgcnheiten der IreiwiUigen Ge-
riditsbarkeit dem deutschen Scbntse unterstellt werden, unter der Voraussetmng,
daß ^c sich in ihrem Vertrage oder Statut ansdrflcklldi der deutschen Konsnlar»
gerichtebarkett untcnverfcn , daß das an der Gesellschaft beteiligte deutsche intereeae
überwiegt und daß nicht allgenieine deutsche Interessen ]Lr« iTdiidt't wcrdiMi.
^ Siehe das -Keglemoni relatif aux ConsuiaLs ctraugers- bei Aristarchi,
a. a. ü. Bd. IV, S. 15 ff.
Digitizca by Goü
^ UM
WtBKB: Du Gemischte Handelsgericht in der TQrkei. 14^
Staat dessen Sclmtz in t^leicliem Unifanw wie (Me iilirifjen Anj^ehorigen
dieses Staates, haben dnher nnc!i in üin n Prozessen mit ii^iniieimiacheii An-
spruch aul" CiewäfjrunLc tier gleichen jierichtiielieji linnmnitäten.
Der L;(Miiisc!itcii Gerichtsbarkeit nicht unterworfen sind soli lic Aiis-
läiulei , u eicht; nimli allgemeinen viilkerrecIiLlieheu GriimJsiilzen iih<>r »lie
ExienitürialiUU von der Geriditsgewait des Temtorialstaats eximiert sind,
d.h. die Chefa der dipiomatucheii Missionen nebst ihren Familien und ihrem
amtlichen Personal. Dasselbe Vorrecht gebülirt auf Grund des in der Tfirkei
geltenden Ilerkommena auch den Vorstebern der Berufskonsuiate und dem
ihnen Iteigegebenen amtlichen Personal. Es besieht sich dies indessen nicht
auf di^enigen Beamten der diplomatischen und konsularischen Behörden,
wdehe voii Haus aus türkische Staatsangehörige sind und den fremden
Schutz nur auf Onind der Bestininni!iu;eri des obeni»enannf( n l{eglem(»nls
genieÜen. Inwieweit den WahlkonsnUi gericlit liehe Kxterritoriaiitiit zusteht,
ist streitig. Betreiben diesell)en neben ihrer amtlichen Tätigkeit ginverbe-
tnaßig Handelsgeschäfte, so steht jedenfalls fest, daß «ie in allen sich liierniis
ergebenden KecltUjstreitigkeiten der eiuUeimischeu üericlttsliai-keit unter-
worfen sind *.
K> \ crhh.'ibt uns nunmehr, hinsichtlicli der Reireln, wonach sich die
ürtliche Zuständigkeit der gemischten Gerichte /-u riditen hat, einiges lier-
Torzuheben.
Vorerst sei hier bemerkt, daß der Geltungsbereich der' gemisciiten
Gerichtsbarkeit in der ÄuBerongsform, wie sie In dieser Abhandlung
geschildert wird» aidi nur auf das unmittelbare Pfortengebiet erstreckt
In den mittelbaren Besitaungen des Tfirkischen Reiches ist das Fremden-
recht der Kapitulationen entweder erhelilich modtfisiert oder gar augiinsten
der mlandisclien Einrichtungen g^zlich aufgehoben*.
* über das Obige vgl, Pelissie de Rausa>, Hil. 1, S. 481 ff. sowie Feraud-
Ginod, a.a.O. Bd. II, 8. and die dort angeßlhrte volkerrechtlidie Literatur.
Aadh in dieser Frage nininit das mahrfach erwihnte tüHciache Memorandtim ans dem
;falire 1800 (Aristarchi, Bd. TL, S. 421) einen abweicliendcn Standpunkt ein.
' In Ägypten hatte der sonst nur in den liechtsbe/.iehungen der Aiislfuidcr
untereinander h) Anwendnng stehende Satz «Art»>r nequitur forum rei- auch in
Recht8i>treitigkeiten zwischen Ausländern und Einiieimisclicn Geltung erlangt Die
Eatwickhuig der gemischten llcuhtsprediung war denkgeniäß dort von jeher ajidere
Wege gegangen. Die im Jahrs 1878 zum Abschloß gebrachte Gerichtsorganisation
berflduichtigte diese besonderen VerhSltnisse und gelangte unter Beibehaltung des
Priniips der gemischten Gerichtsbarkeit im einzelnen r.u Ergehnissen, die von dem
»n der Türkei geltenden Ztixtand vielfach abweichen. Vl^!. füicr die (ierichtsv»>rfrt*'suiii;
Aeypten«! u.a. Borcilt n. Rnrleu,--. I.n Lrj^'ishition I'^'vpticMiie : IV'!i«<*it' de Hausati,
a.a.O. Bd. Ii; Lippniann, Die Konsularjurisdiktiun im Orient, S. ilGtl".
In Bulgarien und Ostrttnielien smd die Kapitulationen gemäß ArL 8
«ad 49 des Beriiner Vertrages zwar in Kraft geblieben, in der Praxis aber bt der
VJnifang der Schutzrechte der fremden Behörden erheblich cingesciu-ätikt. Eine ge«
mischte Gerichtsbarkeit gibt es daselbst nicht. Vgl. Schismanov, hei I.eske u. Löwen-
a.a.O. S. 244tr., 314. In eine weitere Eioacbriüikiuig der KonsoJaigeridits-
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144 Wnnm: Das Gemischte ^ndelsgericht m der TOrkei.
*.
Die örtlichp Zii«<t"t!KlijTkeit der ordentlichen Handelsgerichte richtet
sicli nach der Beitliiiinitin<; dfs Art. 18 der Zi^'Mprozeßordnnnj» in Ver-
bindung mit Art. H der nniulelspro/eßordiiung ^ Diese Vorschriften haben
im all^ein«*uien auch im gemischten Verfahren zur liiciitschnur zu dienen,
indessen mit der Maßgabe, daß sie den Grundsätzen de^ Fremdeurecbts
ntchl widersprechen. So wflrde Inlerventionskiage, bei wdcher Neben-
intervenient ein AuslSnder ist, od«* die Klage gegen den aittliadiscbea
Bfirgen eines ottoinaniselien Sclittldners entgegen der tarkischrechdidien
Vorsclirift, welche die Ziistiindigkeit des Gerichts der Hauptsaclie vor
schmbt, auch dann vor das gemischte Gerieht gebracht werden mftssen«
wenn an und fur sich das ordentliche Gericht zustandig sein wfirde. So>
lange ferner die tüikische Regienmg auf dein Standpunkt beharrt, daß die
ordentlichen Zivilgerichte sich nicht als gemischte üericlite konstituieren
dürfen, wird daran fest7.uhnU<Mi sein, daß alle zur örtlichen Zusländipkeit
der Zivi|i;f»richte gehörigen gemischten Pro7.eßs?irhen ihrem onlentlichen
Gerichtsstind , d. h. dem als gemischtes Gei irht /.usnmiiiei);;« set7.teii Zivil-
gerirht, entzr>gen und vor das iiächst^eiegene liandelsgericht gebracht
werden müssend
liaikeit in Bulgarien Ittt neaerdings Osterrddi- Ungarn eingewilligt; s. Verordanng
des gemeinsamen Ministers des Äußern vom 7. Mai 1907.
Alitilicii liegen die Verhältnisse auf der Insel Sami>s, wo die Dragoraansasslstei»
allein zwar /.usjelasscn wird, aber nur im öireutiichen Tei! des Prozcßverfahmiis.
Was dagegen die Lage der Fremden vor den (»ericlittsu der Insel Kreta
betriflt, so Ist au' bemerken, daß die kapitalationarechtlii^ea Privilegien auch nacii
der Neuregelung «des staatsreditUehen Verhiltnissos zu der Tflrkei nidit weaeot-
lieh angetastet \sor<leii sind. Insbesondere ist die Dragomaiisnssisten?. , luid twar in
allen Stadien des Verfahrens, sowie die Teilnahme der ausländischen Richter gegt^n-
wäiiig noeli in Geltung. Einit^e ahweiehendc Bcstinnnungen sind indc^<<ef) auf Wuiiscli
der kretischen Regierung im ICinverstilndnis mit den Mächten getrotl'eti und durch
den I<>laß vom 20. Oktober 1'JOO verkündet worden. Danach ist die Zuständigkeit
der gemischten Gerichte auf hondelsrechtliclie Sachen besdirinkt; auch fungiert als
Berafungsinstant der gleichfalls in gemlsditer. Besetaung ^kennende Appeilhof b
Kanea. In gemischten bürgerlichen Rechtästreitigkeiton ist auch die Kompetent des
Frifdoitsrichters zugclnssf!]. V<^]. liicrühtn" Streit, La Qn«>.stioii Crrt(>i<!P an pofni
d<- vii> (Iii Droit Intoruatiunal , in der Kevue Generale de Droit InteruaUoual Tublic,
.lalirg. X , S, 400 ff.
Htnaichtlieh der kraft Staatsvertrsges unter irmder Verwtltnt^ stehenden
Gebietsteile der TArfcei sei noch hervorgehoben» daß die Kspitulationmiichte hier mit
dem Verziclit auf die Ausflbung der RonBuIaigerichtsbaikeit auch alio Vorre<-hte aaf
dein Gebiete der gemischten Rechtsprechung aufgegeben haben. Vgl. bezuglicJi
Uo^nions und der Herzegowina das Rcich.sgesetz vom 7. Juni 18^^'^ nrul die
kaiserliche Verordnung vom 2'.i. Dezember l^yO. In Cypern erklärte KuLrl nul un-
mittelbar nach der Besetzung der Lisel die Konsulargerichtsbarkeit fOr aulgeliobsn
und setste die Miohte auf diplomatischem Wege von dieser Tatsache in Reantnia
Vgl. Üppmann , a. a. 0. S. 108.
' Siehe hierüber das Nähere bei Kanzi, a.a.O. S. 30 (T.
Unserer Aiisi>-Iit umli müßte liilligerwcisr- das nrifhstc Handrlsj^'rii-Iit tw-
ständig sein, ohne iiücksiclit darauf, daß sich vielleiclit am Sitze do»soibeu eiu
Wsom; Du GemiMhte Hutdelagericht in der Tflrii«. 145
§6.
Das Prozeßverfahren vor dem gemischten Gericht.
Das vor dem gfinischten Oerirht j^pcenwärtig gt^lteiult' Verfahren
lifiuht, soweit es von dw ^rsctzlioli vnri:«'scliri('henen, vor Hph onlentlichen
üeiichten üblichen Pro7.eUui' ab\vt;iclit, im uesentlichen auf allgemeinen
kapitulatiunsrechtlichen Grund.sät/.en. Die Vertra^vorschriften , welche
bekuintlich insbesondere die Art und Weise der Mitwirkung der fremden
Behörden an der Reditsprechung regeln, bestehen sich gieichmSBig ohne
Rficksicht auf das im etoxelnen ziisttndige (rericht auf alle Prozeßsachea,
an denen Ausländer beteiligt sind. Sie bilden daher durchaus kein ans-
aeUießliches Merkmal des Verfahrens vor d^ gemischten Gericht und
würden aus diesem Grunde streng genommen nicht in den Rahmen dieser
Abhandlung gelioren. Im Interesse der Vollstimdigkeit unser « r Darstellung
glaul>en wir aber auf eine cangehendere Erörterung der in Betraclit kommenden
Fragen nicht verzichten zu dürfen.
Anßpr diesen, allen gemischtm Pi-ozeßsachen gemehisamcn Formen
weist aller das Verfahren vor dem ufnii.scliten Gericht noch gewisse Ki»pn-
tümlicltkeiten auf, die inr die SondiM-steUnni; dfs Gerichtshofes bezeichnend
and. Dieser soll liier zunächst gedacht werden.
Vor allem ist hervormlieben , daß vor dem gemischten Gericht nicht
die diischlägigen einheimbchen Gesetze sehlechthin, sondov nur ein ge-
wisser, mehr oder weniger genau begrenzter Teil derselben zur Anwendung
gdsogt
Was die Vonehriften fiber das materiell anzuwendende Recht angeht,
M ist als alleinige Quelle das Handelsgesetzbuch von tS&O anzusehen. Zur
Kigän/.uDg desselben kommen in weitem Maße Handelsgewohnheitsrecht und
Ortsgebräuche in Betracht, Die Bestimmtmgen der «Medschelle« (s. O. S. 125)
sind in gemischten Sachen, auch subsidiär, nicht anwendltar^.
Konwl des in Frage kommenden Schutzstaates nicht befindet ; der Fi1r«*or«»e dies«»'»
letzteren ist es vielmehr xu überlassen, die ordnungsmäßige Besuuung des Gericiits
berbetzafZlhren. Tatsichltcli erfolgt die üeütiinaiuug des Gericlits im Wege diplo-
matiseber Yerstftndigang. Salem, bei Leske and Lfiwenfeld, a. a. O. S. 799 , nimmt an,
daß das znstind^ Gericht in diesem Falle dasjenige des Konsnlatsaitzes sein mOsae.
Vgl auch Meyer -Antonoponlos, a.a.G. S.50f. THe Frage ist von geringer prak-
tiiehsr Bedeutung.
' Die Nichtanwendbarkeit der •Medsrh^'üe« vor dem gemischten Gerirfit war,
watigstoDS was die Praxis beim hauptstädtisclieu Gericht bctrifl't, von Jeher tat-
AMieh aaerkanate Regel. In den Fltien, wo weder Gesets nodi Gewohnheit ge-
nl^gende Handhabe zur UrtsilsfUlong boten, hatte man keinen Anstand genommen,
sich von den Grundsätzen des europitischen Rechts, namentlicli di-r fiMii/risisrhen
Gesetzgebung, leiten zu lassen. Erst in neuerer Zeit wurden Bestrebungen be-
f^^frthar, die Geltnn«» der -Medsehelle- auch vor dem Fonim der gemischten Gerichte
uu- unbedijigtea Anerkennung z,u bringen. Zum mindesten .<iuilte deren Anwendung
b rein bürgerlichen Sachen statthaft sein. Letzteres ordnet ausdrücklich an ein
Bimderiafi dea Jostizministers vom '^"J^J^"^^^" 29. August lÖÖl), abgc-
8m.C0iink8piMbM. 1107. D. Abt 10
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146 Wnn: Daa Gemiachto Handelagtficht in der Türkei.
Von praKeßrecbtlichen Vorschriften hat nur die Uanddsprozeßordnuqg
unbedingte Oeltung. Die Zivilprozeßordnung findet im Prinnp keine Ad*
Wendung. IndeMMsn wird in Wirklicbkeit gegen die Anwendung gewincr
Bestimintmgen dieser letztei en , sofern rs sich nämlich um Materien hnndelt,
für die die Handelsprozeßordining eine Regelung nicht enthält und die mit
den anerkannten Grundsi'it/.en der Kapitulationen im Einklang .stehen, seitens
der Missionf'n Widerspruch nicht erhoficn. So beispielsweise beim Arrt^t-
verfahren (Z. P. 0. Art. 271 ff.)', heim \'erfahren zur Feststellung der licht-
heit von Urkimden (Z. P. O. Art. 97 ff.)«.
Unhediri^t ausgeschlossen im Verfahren vor dem gpmischt< n G«:iiilii
ist der licvveis durch Zeugen. Diese Ite^^el beruht bt kaiiiitlich auf jener
allen Kapitulationen gemeinsamen Vorschrift, daß die gerichtliche Geltend-
maehung einer Forderung gegen einen AuslSnder nur unter der Bedinguog
zuzulassen sei, dafi der Kllger seinen Ansprucli durch rechtsgültige Ur^
künden nachzuweisen imstande ist*.
Bereits die neuere tilrkische Gesetzgebung bat die llerrscbsft des
Zeugenbeweises, welcher im Prozeßverfahren des Scberiatrechts den ersten
Platz einnimmt, nicht unerheblich eingeschrSnkt. In der Handelsprozeß'
Ordnung ist dieses Beweismittel überhaupt nicht vorgesehen; nur Art. (»9
des Handelsgesetzbuchs iilxMläßt es dem Ermessen des Richtei*s, bei Ver-
luTidliclikcitcn ntis Ivnufgeschäften die Beweisfühntnp; durch Zeugen xuru-
lassen. Eiticu groLVirii Spiclramn u:tn^^hrt indessen diesem Beweismittel
wieder dit^ Zivilprojteliordming (Art. HU — 82)*.
druckt im -Dschrride-i-inchakim- Nr. 11-, S. S89; vgl. auch Caravokyros , a.a.O.
S. 39. Aus dem Wortlaut dieses Erlasse-i sollte man scltlicßen, daß Ikm ».'i<;fiitlichcn
haiideUireelitliclieii Klagen von der Anwendung der Mcdächelle nacli wie vor abzusehea
sei. Leider hat aber die Praxis der letzten Jahre gezeigt. daO die ottotnsattdwn
Mitglieder des Gerichtshofes diese SchluOfolgerung niebt gelten laasra wollen. Es
ist \i<'Iinchr, wenigstens beim Konstantinopler Gericht, die ausgesprochene Neigung
vorhanden, dio Rechtsanscliauungeu der Medschelle, welche den Bedürfnissen i'iner
uiodonieii iiechtsprechung durchaus nicht mehr angepaßt sind, anch 7.ur Heurti'ilung
der niaiinigfachen Gesdiäfto des heutigen Handels- uiiii Wediaelredtta heranzuziehen.
1 Vgl. hierflber R«ni, a. a. 0. S. 188 £
* Yf^ ebenda S. 100 ff. Zar Anwendung snderer als der in der R P. 0.
enthaltenen Prozeßvorschnften Uedarf es selbstredend der, wenn auch Stillschweigenden
Genehmigung seitens der fremden Mächte. Als dalier die Bestimmungen der Z. P. 0.
Ober den Syntlikatsprozeß (Prise i partie, Art. 255 ff.) auch im gemischton Ver-
fahren zur Anwendung gelangen sollten, erfolgte seitens der Missionen einmütiger
Protest. Vgl. hinsiclktlicli der von denselben vertreteneu Auffassung Young ^ a.a.O.
Bd. VII» S. 217, Anm. Über die Prise k partie siehe im einzahlen Ranä, s.a.0.
S. 179 C Obiges Prinzip hat die Pforte nenerduigi selbst anerkannt, indeni sie
durch Zirkulaniote vom l'i. Nm ember 1904 die Einwilligung der Michte nachgesaelit
hat, damit Art. 118 der Z. P. 0. betrcÖend Nichtigerklärung der Klagen, welef>e
sechs Monate lang von der Partei nicht verfolgt worden sind, anch im Verlahreii
vor dem gemischten Gericht zur Anwendung zugelassen werde. Eine diesbezflglicbe
Einigung war bisher (Mlrs 1906) tiodi nicht erzielt
* Vgl. n. a. Frenz. Kap. von 1740, Art. 28, Prenß. Kap. von 1761, Act. &.
* Siehe Banzi, a.a.O. S. 104Ü1
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Wm: Dts Gemiachte H«ndebgericht in d«r Tflitol. 147
Ffir das gemischte Verfahren kommt lediglich die Frage in Betracht,
ob die Bestimmung des Art 69 gegenwlrtig RechtugDltigkeit besitxt» mit
anderen Worten, ob info!^ der Anerkennung des Handel^esetsbuches
durch die Micbte der oben angedeutete Grundaats der Kapitulationen etw«
•h aufgehoben xu gelten hat Diese Frage ist zu ▼emel'nen. Jedenfalls
macht die Praxis im gemischten Verfahren, soweit bekannt, von det im
Art. 69 erteilten Befuguis niemals Gebrauch
Der intemationaie Charakter de.«? gemischten Gerichtshofes kommt
frrnpf r!arin zum Ausdruck, daß das TnrkiNchc iiicfit ansschließÜch die
('tiiclitsspraelip bildet. Vielmehr wird außei-deni die Verwendung der
fi-nnxÖ!«iächrii Sprache ziigcla.^scn. Den ['arlcicn und ihrrn Frozeßheistanden
ist es gestattet, bei l'eldeuder Kenntnis (idrr nicht nenOgeudcr Hclirrrsrliunii der
Lande.ssprache sich des Französisch»'n zu bedienen. Üe.sgleiclit n bedürfen
die dem Gericht vorgelegten Schriftstücke, .sofern sie in der letzteren Sprache
abgefaßt sind , einer beglaubigten Übersetzung ins TQrkische nicht*.
Auch hinsiditlieh des Koatenuresens bestehen endlich augumtten des
gemischten Verfkhrens gewisse Abweichungen von den gem^nrechtUchen
Vorschriften. Bei Gelegenheit des Erlasses des Gerichtskostengesetzes vom
T.Zilhidsche 1296* hatte dne Besprechung desselben durch Vertreter des
JttStizministertums und der Missionen stattgefunden, tun die Möglichkeit
snner Anwendung in gemischten Sachen zu prnft n. Das Krgebnis dieser
Verliandliingen wurde in einem von» 5./17, Juli 1H79 datierten Protokoll
niedergelegt, dessen wesentliche Bestinmuingen hieraitf durcli Zirkular-
eriaß des Justizministeriums den Gfriclits^Hdiürdeu zur Nachacliluii^^ niit-
gfteilt wurden. Abgesehen von einigen ßcstiinmiingcn , \velr!u' pIuc näht-rc
Erläuterung des Geselzestextes bezwecken, enthält da.s PruL*»k()ll gewisse
Vereinbarungen, die das Gesetz im Interesse der Ausländer njodifizicrcn.
Sie betreffen einmal die Gebühreufreiheit der amtlichen Noten der fremden
' Das Gegenteil nimmt zwar an Salem, a.a.O. S. .375. Caravokyros , a. a. O.
^ '^"^3 spricht sich hinf^ri^Pn iintor Iliiiwei.s auf den l ussiscli - türkischen Vertrag von
.Vdri iiiopel von lh2;>, Art. '.< dahin aus, daß der Zeugenbewei.s in gemischten Sachen
als beseitigt zu betraciiten aei. Diese Regel werde vom hauptstädtisciten Gericht
beobachtet und habe auch den ProvinzlalgerichteR als Riditschnnr m dienen. Die
gleidw Ansieht infleii von türkischen Schriftstellern andi Hassan Fehmi, a.a.O.
8.199.
' Dies ent8|)richt wenigstens der beim Gericht in Konstantino j)el geltenden
Hjung, Bei den Provinzialgerichten hahrn sicli im eiii/cliicn hicn-on abwoiohpnde
Gewohidieitcn herausgebildet. Beispielsweise laßt das geniisclitc (iericiit zu i::iniyn)a
im Gebrauch der ü-anzösisdieu Sprache nicht tu , unterhielt aber dafllr lange Jaiire
^MD amtlidi bestelltsn Dolmetscher, der die in der Landesspradie geltthrteo Ver*
Ittodlnngen ins FVansSsiselie dbertrag.
Id den Gebietsteilen mit vonriegend arabischer BevSlkenuig ist dss Arablsdie
iia SBeritaonte Gericht-^spracluv
• Das Gerichtskostcngcset/. (vgl. nhen S. 124, Aiini.) wurde den Missionen
untlidi mitgeteilt durch Pforteunotu vom 12. Juni ib7i). Aui 24. Suptember dea-
sribea Jabres fiefi die Pforte den Missionen anch Ausfertigungen des gedachten
("Makolls nebst einem Anhang zogehen.
KU»
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I
148 WxBBs: Daa Gemisclite HandeUigericht iu der Türkei.
Mia^onen und Konsulate sowie der deoselben beigefügten Eingaben der
auslSndisclien Pn>zeßpartei , sodann .setzen sie eine abwdehende Fonn für
die Berechnung der (iebühr fur die Urteilsausferligung fest: diese süil im
Gegensatz zu dem im Art. 18 des Gesetzes entlialtenen iarif gleichmäßig
2 Prozent der zuerkannten Summe, falls dieselbe weniger als 500000 Piaster
ausmacht, darüber hinaus 1 Prozent betragen. Die GehchtsvoUaüebergebüiir
wird auf 1 Prozent festgesetzt
Das Gesetz vom 7. Zilhidsche 1296 ist sp&ter durdi das Gesetz vom
12. Muliarrem 1304 , ^, , . ...^ , » - • ^ •
- 2_ 1302~ 11. Oktober 1886) teilweise abgeändert woi^eal
Die zugunsten der Ausl&nder vereinbarten Sonderbestiuimungen wurden io>
des hierdurch nicht wdter beriUirt.
§7.
Die Mitwirkung der fremden SSehutzbehSrde (Konsularassistenx
im weiteren Sinne) inabesondere.
Die Mitwirkung der fremden Schutzbeliörde bei der Rechtsprechunj^
welche, wie bereits frfiher ausgeführt, überhaupt erst ermöglicht, daß die
einheimische Gerichtsbarkeit mit Bezog auf den Ausländer eine Reehts>
Wirkung ausQbt» gelangt nach zweifacher Richtung zur Betätigung: eninial
ist die ausländische Behörde kraft der ihr vertragsmäßig Ober iiire Natio-
nalen eingeräumten obrigkeitlichen Gewalt allün befugt, die von deo
einheimischen Gerichten ausgehende VerAlguugen und Entsclieidongea.
zumal auf di-in Zwaog^wege, zur Ausfulirimg zu bringen; aodann 6bt sie
durch das Mittel der vor Gericht zu leistenden Dragnmansassisten/ eine un-
mittelbare Aufsicht uljer das Prozeßveifahren selbst aus. Wir können diese
gejinmte, in der !?f'c;('l durcli den Kfinstd . nur vereinzelt durch dif diplo-
matisi ln' Hcliönle w.ihr/uurlunende Tätigkeit nach dem übliclx'n Sprach-
gebrancli als Korisiilarassisten/. . und zwar, zur Unterscheidnn«; von der t-hen
erwShtiteii t^frit^htlii lien Assistenz, als Ivun.sulara-Hsjstf iiz in> weiteren »Sinne,
bezeichnt-u. Sie soll nunntcitr, soweit sie für das Verlahren vor den gemisch-
teo Gerichten von Interesse Lst, einer kurzen Darstellung unterworfen werden*.
' Diese Abmachmig bezweckte die Aufrechterhaltung des durch die Kspita-
latioiieii grwährlcistrttMi Zustaiidcs. So sdireibt Art. 72 der Franz.. Kap. vom .Tahre
17-lÜ aui SdtIn.Hs(' vor: »LorNquc lest Fram ais .... poursiiivront juridiijuiMiienl des
si^ets .... de nia Sublime Porte cn rerouvrenient de quelque »orotiie due on
n'ezigera d^eux poor droits de justice on maJikeme, de conmiaaaire eu ninbaebirie«
d*asmgnation ou ihiarie, que deux poar cent snr la somme reconvree par senteoce
roiiforniement aux Bttcientics capitalations, et on ne las molestera point par de«
pretentions plus considerables.*
) Lahiiw-i-kawaain, Bd. I, S. 43ff., flberaelzt bet Young, a.a.O. Bd.1,
S. 2 luff.
* Auf diejenige besondere Form der koDSolarischen Mitwirkang, wslche ia
der Eroenuung der aoaUbidisehen Geriehtsmitglieder zum Auadmek gelangt, ut hti
Gelflgenhett der Bespredrang der Znsanuaensetsnng des Gerichtshofes hingewieseB
worden (vgL oben S. 128 f.).
Wtutt: Dm Gcmiiehte Handdageridit in der TOitei.
149
1st in einer gemischten Prozeßiiache der Ausländer Kläger, so eiiul^i
die KlageerhebuDg durch VermitteluDg des sustSodigeo Konsuls, welcher
den Antrag der Partei in Form einor amtlichen Note (Takrir) dem Gericht
zugehen Ufit*.
In gleicher Weise findet die Übermittelung simtlicher lür das Gericht
bestimmten sonstigen Fkrteiantrige statt» sofern dieselben nicht im Laufe
der Verhandlung mOndlich ▼orgebracht werden.
Alle Zustellangen , welche an die ausländische Prozeßpartei xu be*
wirken sind, roOssen ebenso durch VermUtelung der ziistundigen Konsular-
behorde erfolgen. Dies gilt vor allem fHr die Zusteiliiiig der Kli4;eschrifl
mv\ der Vorladun«; 7(ir mQndliclien Verhandlung. Kinfnche Terniinsver-
t.*-r';r!^en , die im Laufe des Wrfahren.'^ verllij^t werden, hednrfen, da sie
"Ii f III in An Wesen Iieit des assist ierrndeu Dragouiaus erfolgen, der Aiit-
wirkunj; der Koiij»ulaLsl)ehönle nicht'-'.
Die Zustellung ist ei-st dann gesetzlich vollzogen, nachdem die zu-
zustellende Urkunde ordnungsmäßig au die i^artei ausgehändigt worden ist.
Dies erscheint zwar selbstverstindlich, bedarf alM»* der ausdrücklichen
Hervwtiebung, weil auf t&rlcischer Sdte versdiiedentlich die Auffassung
vertreten wurde, daß die Zustdiung an den Auslibider schon durch die
Talsache der Übergabe der betreffenden Urkunde an die fremde Schutx-
bdiorde als hinlingUch erwiesen zu gelten habe. Dieser aus rechtlichen
^ Die fiittw bestehende Verpflichtung* die flir die Gerichte bestiminten An-
lage durdi d» Verwaltnn^behörden an dieselben zu leiten (vgl. Art. 4 der H. P. O.,
welcher noch die Vcnnittelmig dos Handetsministeriunis vorschreibt), ist nach der
eud|^lltig vollzogenen Trennung dor Justizpflerje von der Verwaltniiii all^ciiieiu atif-
gehofteii (». Art. 17 der Z. P. O.). Für das handplsgcrichtliclie Veriahreii wurde
die» iiacti Hjluu , a. a. O. S. 5Ö ausdrücidich angeordnet durch Ministerialerlaß vom
21 Rehi-ul-ewel 1296 16. Hin 1879).
im Gegensata sa Art 2, Nr. 5 der H. P. 0. braucht demnach der Klage-
antrag die Unterschrift des aosUndischen KlSgers nicht anbedingt zu enthalten.
Bei einzelnen Proviniialgerichten bestehen allerdings abweichende Gebräuche: so
wird hpiwpielsweise dem amtlichen Takrir die Klageschrift urschriftlich beigefflgt,
oder diese wird, mit dem Transmissionsvermerk des Konsuls versehen, dem Ge-
mht zagestellt (vgl. Salem, a.a.O. S. 371). Bei Erbebuug der Berufung ist
IsdflMea die Beiflkgnng eines von dem Berafnngddigsr zu nnterfertigendan mo-
tivierten Sohrifbaises vangesdmelien; s. Ziricnlaraiisß des Jnstizioinisters vom
28. Rebi-ul- achir 1.307 ^ -v * »v . . ...
o V -- -t ■ lorir (= 21. Dezember 1889), -Dschende-i-mehakun-. Nr.o27,
y. Kianon^i-ewel 1305 * ' *
&6352.
> Die Form der Zustellung an fremde Staatsangehörige beruht uul aui>ilrAcL-
Ücbsr VorHsfarift der H. P. 0. (Art 17). Nach der in der Hauptstadt gleichmäßig
bdblgtfla Praxis werden die sar Zustellung an «nen Anstinder liestimmte» Uriituiden
vooi tflrkischen Gerichtsvotl/ieher der zuständigen KonsularbehSrde bzw. dem Dra-
gomanat der diplomatischen Mission gegen Empfangsbestätigung anagehSndigt, worauf
diese die Zu>tclluii£7 lifwitlon und die von der Partei unterschriebene, fnit dem
Venaerk des Konsuln t)/.vs. Dragomans versebene Behändignugsorkuiide dem Gericht
xokommeu lassen.
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150
Wkbcb: Das Gemischt« Handolsgericlit in der Türkei.
GrQnden unhaltbare Standpunkt ist seitens der Missionen nidtt gebilligt
worden *.
Der frcuuU'n Sclmt/hpliönlt^ knin im .lUgemeinen das Recht nicht
ab^^esjiroclien wt-nlfii, die an su' crKclienderi Ersuchen der Gerichtslvehörden
ihrerseits einrr Prüfung /.u unterziehen und unter Uniständcn die \'<'i-
nahine der naciigesuchten Maßnahmen zu verweigern. Difscs Pi üluiig^riu lit
ergibt sich logisch aus der Natur der konsularischen Mitwirkung. Man
kann seiner Ausübung keine Hindemisse in den Weg legen, ohne die
Tltigkeit des Konsuls su einer untergeordneten herabitudrücken. Unt»
welehen Voraussetsungen von diesem Reelit im einseinen Gebraucli su
machen ist, ist eine TaÜrage, deren Entsdheidung von den besonderen
Umständen des Falles sowie von dem firmeasen und Takt des Konsuls
abhSngt.
Die Bereebtigung «ur Verweigerung seiner Mitwirkung w ird fnr den
Konsul im allgemeinen nur dann vorliegen, wenn Grund zur Befürchtung
besteht, daß aus der Vornahme des nacligesuehten Aktes für den betreffen'-
' Der Wortlaut der in der vor. Amn. angeführten Bestimmung der H. P. 0.
läßt in dieser Beziehung keinen Zweifel zu. Es heißt dort in wor^etreuer Über-
setzung: »Ist die sn Isdende Peraon saslindischer Staatssngehöriger, m» m«8 die Vor-
Isdm^ durch Verniittelang des Konsols bsw. Drsgomsns der sustindlgen Getandu
Schaft zugestellt werden. < Die Rolle der fremden Behfirde als die einer Cbcr-
mittelungsbehörde ist hier klar aiis^esprorheri. Bemerkenswert ist, daß die eiit-
sprecheiido Vorschrift der Z. P. O. indes eine andere FassniijET aiifwei.st. liier (Air. *2(j)
wird die Zustellung an einen Auslander mit derjenigen an eine Geselischat't oder
an die Konknnmasse auf die gleicbe Stefe gestellt, dem Konsid dab«' anMhettteod
etwa dieselbe Rolle, wie dem cur Yertretnng der Gesellsdiaft nsch «nOen Bereditigtea
oder dem Konkursverwalter /iiu;i-wiesen. Die Auffassung, die hier zum Ausdmrk
kommt, siclit denmach in dem Konsul den berufenen gesetzlichen Vertreter der
fremden Partei tind filhrt, z. B. hczflglieh der Bemessung der Fristen, zu faLvIien
Ergebnissen. Die wiederholten Versuche auf türkischer Seite, diesen Standiiuiikt lur
Anerkennung zu bringen, sind an dem Widerspruch der fi-emdcn Vertretungen ge-
scheiten. Siehe Yottsg, a. a. O. Bd. VII, S. 20& Anm. Vgl. dagegen ebesda
Bd.1, 8.246.
Die Verhandlungen zum mehrfach ervrlhnten tOrkisch -griediischen Konsular-
vertrag boten aucli hlor der Pforte willkonuncnen Anlaß, eine Regelung d<T Vnot
ixi ihren Gunsten durchzusetzen. Der türkiseiie Entwurf (vgl. Politis, a.a.O. S, 141)
will zwar »für die gewöhntichcn Fälle- es beim bisherigen Modus bewenden lasseOf
•en matiere urgente« aber, so heißt es im Art. 41, «c'est-ii^dire potu* tons let m»
ou la loi exfge la sigDtlieation des pieces dsns des delms eonrts , la remiae tea eon*
Sttlat suffira et les delsis judiciaires oonrront en consc(]nence«. Der achiedsricbteriidi
festgestellte Vertragstext Ii at den tflrkischen Vorschlag sich nicht zu eigen gemacht.
Art. 23 d«^r Konvention bestimmt vielmclir: «Le.s pit-i-rs jndieiatrns .... sen-:??
remises centre reccpisse ü Tautoritc hellenitjue competente ijui devra pounoir it leur
signification et devra retourner en temps utile Tacte do signification dumcut sigoc
par le destinstsire*. Dieser Wortlaut, welcher dem griechiscben Elntwiirf wSitlkb
entnommen ist, lifit fSbee die Auflassung der Schiedsriditer keinen Zwnfid u.
Durch diese Entscheidang ist die Streitfrage in Omer aueh Ar die Pforte bindesdes
Form geregelt worden.
Wms: Du Oemiidito Haodelagericlit io d«r TOrkeL 151
deo fremden Untertan RechtsnachteQe entstehen können, die auf anderem
Wege nicht abzuwenden wiren. Zustellungen von Klageschriften und
Vorladungen wird daher der Konsul in der R^el bewirken müssen und
sich nötigenfalls Torbdialten, etwaige Einwendungen, die er von seinem
Standpunkt aus gegen die Rechtmäßigkeit des gestellten Ersuchens geltend
zu maiAen hat, durch Vermittelung des assist inenden Dragomans amtlich
tur Kenntnis des Gerichts zu bringen. Wird aber der Kunsul um Vor-
nahme von amtlichen Handlungen angegangen , gfgen dpr<>n Rechtmäßigkeit
im ordnungsmäßigen Wei^e bereits Widerspi-uch erholten wurde — es
hauUelt sich heisjtielsweise um die Zustellung eines durch den Drflgoinnti
nicht unterfertigten und daher nichtigen üerichlsbes( hlusses — , so ist er
ohne Zweifel auf Grund der Vertrage befugt, das an ihn ergangene Er-
suchen abzulehnen'.
Der Schwerpunkt der kooaularischMi Mitwiricaog Hegt d«nimeh In
der Ausübung der Dragomansassistens (Konsularaasistenx im engeren Sinne).
Die Verpfficbtung ftlr die einheimischen Gerichte i in Processen, an
denen Auslioder betdilgt sind, nicht anders als im Betsein eines Vertreten
der zuständigen diplomatäeben oder konsularischen Behörde zu entscheiden,
beruht bekanndich auf der Oberalt gleichlautenden Bestimmung der Vertrige*.
1 Türkischerseitj« wird obige AufTassung bestritten. »L« consul eat teuu de
eontraindre le siyet de sa nation k se {iresanter devant le tribunal otlooian ou 0
«st assig^e par le «iye( ottoman sana emettre la pretention d'apprteicr aa pr£-
alaUe la eomp^ence du tribunal ou la vateur de la r^daniatioii; Ü doit priter son
assistance pmir l'cxrcutioii dc>. ordres du tribunal ottoman . . . . nt il ne lui
appartient (rcxaiuinfr le dcgre de justice de ces actes.« So sclireibt der Ver-
fasser des bekannten Memorandums von 186U. In der Praxis beanspruchen tat-
aiehUch die mebten Konaularbehürdeu für sich das Rcdit» iut Falle der Verietzung
der interoationalen Gmndsfitte Aber die Zualindigkeit der Gerichte in gemischten
Sachen ihre Mitwirirang bereits bei d» Klagenistellvng zu versagen. Vgl. Young,
a.a.O. Bd. I, S. 272, Anm. 5 fenier die angeführte Schrift dee Barons Ignaz de
Tcsta sowie die •Ktudcs Pratiques- usw. in ihren AiuiUhrangen zu dem fraglichen
Pajtöu» der türkischen Denkschrift.
Die türki&ch -griechische Konsularkonvention brachte auch lür diese Frage eine
Rflgeliuig. Nach Art 23 (a. Politis, a.a.O. 8. 1&5) ist der griechische Konsd
wxr aus formellen Grflnden befugt, die Zestdlnng absulehnen: am es, daß aus der
Zustellungsurkunde die Identität der Person» an welche zogestdlt werden soH, nicht
hinreichend hervorgeht, sei es, daß dies« Person sich überhaupt nicht in dem Amts-
bezirk des Kon-suls befindet. Wird fürncr die vom Knipfanger urdnung^mäßig unter-
zeichnete Urkunde tiiclit innerhalb 14 Tagen dem Gericht zurückgereicht, so wird die
ZnsteUnng als vollzogen angesehen. Zwar sind durch den Schiedsspracb die wmt-
gehenden türkischen VonehlSge (Entwarf Art 41 und 42; Politis, a.a.O. S. 141)
abgelehnt» andererseits aber auch die griediischen Wünsche nicht gans berflck-
sichtigt (». ebenda). Obige Bestimmung, wenn auch nicht ohne weiteres für andere
frcnide Machte verbindlich, ist insofern von Interesse, als sie dem Konsul für die
Beliaudiung dieser Frage einen Maßstab an die Hand gil)t.
* Vgl. u. a. Art. 5 der Preuü. Kap. von 17G1 ; .\rt. 1 des Vertrages mit dem
Zottverein von 1860; Art 5 der Osterreich. Kap. von 1718; Art 26 und 65 der
FraiB. Kap. von 1740; Art 42 der Engt. Kap. von 1675.
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152 Wkbdi: Das Gemiichfee Handelagericht in der Tfliku.
Hiernach ist die gericJuliche Assistenz in alien Prozessen, in denen ein
Ausländer vor einem ottomauischen Gericht als Partei auftritt, bei btrafe
der Nicbti^eit des Verfahrens tinbedingt erforderlich; in Wegfall konunk
sie nur d«, wo sie infolge ausdrQcklicher Vereinbarung oder anerkannter
Übung als beseitigt au gelten bat^
In den aur Zostindigkeit der gmnisebten Gerichte gehörigen Proael^
Sachen ist die Assistenz des Dragomans vaa jeher unangefochten In Gotting
gewesen.
Wird nun auch die Tatsache, daß die Notwendigkeit der Assistenz
vertraglich feststeht, türkisch erseits nicht in Abrede gestellt, .su herrscht
doch über den Umfang der dem Di-agoman im einzelnen zustellenden Rechte
zwischen drr Pfoitc und dpn Kapitulationsniachtcn drnrl>;uis kein Einver-
ständnis. \)'u' .\ni;rifte, die innn von türkischer Seite gcg^n diese Ein-
richtung richten zu müssen glaubte, inachtcn sich alleTtlings, wie hier be-
merkt werden mag, weniger auf dem Gebiete des A'erlalircus vor den
gemischten Gerichten geltend, über deren bc>ondere \'.orrechte seitens der
Mächte stets eifrig gewacht wurde; vielmehr war es dasjenige gemischte
Verfahren « welches vor den ordentlichen Gerichten zur Anwendung kommt,
gegen welches jene Angriffe In erster Linie gerichtet waren.
Bei der Kennzeichnung der Dragomansassistenz, wie sie gegenwärtig
vor dem Forum der gemischten Gerichte au^eQbk wird, laßt sich aber ein
näheres Eingehen auf die verschiedenen damit zusammenhängenden Strdt-
fragen nicht umgehen.
Welches der ursprüngliche Sinn jener Vertragsbestimmungen gewesen
ist, welche für die heutige Institution der Assistenz die notwendige Tnler-
lage liefern, haben wir bereits in anderen» Zusn!njnenhang erläutert. In
dem IJestieben , für die Erhnij^ung der gemischten Kechtsstreitigkeiten riac
moglicitst [traktische I-ösunj; zu finden, war man nherein^fkomtiien . iVw
Untersuchuns; und EniMlieidutifj solclipr Ri-clit-sfälb^ den beiden in IietiMcht
kommenden gerichUichen lieiiordcn, den» einheimischen Richter einerseits
und der fremden Schulzbehoixle anderei-seits, zu übertragen, welche im
Wege gegenseitiger Aussprache sich Ober das zu fällende Urteil zu ver-
ständigen hatten. Danach konnte die Rolle, die dem Vertreter der fremden
Schutzbehurde zugedacht war, unmöglich diejenige eines stummen Zuhörers
sein: das Zustandekommen des Urteils war durch seine tätige Mitwirkung
bedingt Die Vertrilge lassen freilich eine ausdrQckliche Vorschrift darüber
vermissen, was in dem Falle geschehen solle, daß eine Einigung nicht er-
zielt werden konnte. Dem Sinne der Kapitulationen wurde es aber zweifel-
los widersprechen, wenn man annehmen wollte, daß der einheimische Richter
unter solchen Umstanden befugt gewesen sei, nunmehr auch ohne die Mit-
wirkung der fremden Behörde oder par gegen deren ausdrücklichen Protest
den Rechts.streit zur Entseheiduni; zu bringen. Die nach der Absicht der
vertragschließenden Teile allein mögliche Lösung war vielmehr, die Bei-
* Auäi;e.s( hl()sscn ist die Assisteuz z. B. in iiumobiliar- uud Koukurssachen
(vgl. oben S. 135 ti.).
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Wnn: Du Gemischte Uaodelagericht m der TOrkei. 153
*
leguog etwaiger Konflikte der jedesmaligen diplomatischen Versündigung
SU überlassen. Machte nun der ottomanlscbe Ricliter Anstalten» trotz des
eihobenen Widerspruchs dennoch eine einseitige Entscheidung zu eriassen,
90 blieb dem fremden Vertreter zur Wahrung seiner v«rtragsm&ßigen Rechte
kdn wirksameres Mittel Gbrig, aIs sich zum Zeichen seines Protestes jeder
wdteren Teilnahme an der Verhandlung zu enthalten. Dies war schon des-
wegen |[^hoten . um etwaigen falschen Schlüssen, die aus der Tatsache
«einer Anwesenheit bei der ohne seine Zustinnnung erfolgenden Urteils-
faliung gezogen %ver(!cn k nnten, von vornherein vorzubeugen.
Diose aus drv Ninnticmaßon Airslegiing der Kapitulationen notwendig
sicli I i ;;ebende Auffassung ixt für die Henrtpilnng der Bedeutung der I)ra-
gouiimiassistenz noch heute maßgebend, /war hat infolge der KinfTdining
einer modernen Juslizge^etzgebung, der Wrdräiigung des Einzelriehiers durch
Kollegialgeiichte und der Entstehung geuiischter Gerichte insbesondere* auch
die Rechtsprechung in gemischten Sachen tn manelierlei Hinsicht eine Wand-
lang durchmachen müssen; wher an den wesentlichen Merkmalen der kon-
solarischen Assistenz vermochten die neum Veriiftltnisse so lange nachts zu
andern, als nicht auf dem einzig gangbaren Wege* demjenigen nimlich intern
nationaler Vereinfasrungy an Stelle der alten Crundsitze neue Abmachungen
getreten sind. Dies ist aber bekanntlich nur Innerhalb der engen Grenzen
des Protokolls zum Sefergesetz geschehen.
Di^ allgemeinen Betrachtungen vorausgeschickt, })rufen wir nunmehr
an der Hand derselt)en, welche Rolle dem assistierenden Dragoman im
heutigen Fto/eßverfahren i^ukommt.
Der Dragoman nimmt an der Rechlspreclnin^; in gemischten Sachen
teil in der Kigenschnft ;ils nnitlicher Vertreter de.sjenigen Staates, welchem
die fremde Prozeßpartei angehört. Als Repräsentant der ausländischen Ge-
richtsgewalt stellt er als unabhängiger und gleichbereditigter Faktor nebeu
dem Geridit Er besitzt daher bei den l^jsdilufl&ssnngen keineilei Stimm-
recht im prozeflreehtlichen Sinne*. Ebensowenig ist er aber lediglich als
ein der fremden Partei von Amts wegen beigegebener Beistand anzusehen.
Die Parteivertretung steht ihm keineswegs zu, wie er auch auf die Art der
Frozefifilhrung seitens der ausländischen Partei bzw. ihres ProzeßbevolN
mschUgten weder ein«i direkten Kiniluß auszufiben vermag, noch für die-
selbe irgendeine Verantwortung tifii^t'.
Der Dragoman ist nicht auf die jia.ssive Rolle des Zuhörers beschränkt,
sondern unzweifelhad berechtigt, jederzeit während des ganzen Verlaufes
de« Prozesses seine Meinung nn^'^ehindert zu äußern, und das Gericht seiner-
iieits verplUcbtet, die Erklärungen des l)ragomnn.s entgegcnzunehuien. Sein
* Ridbter, etwa wie der fremde Beiattaer, ist der Dragoman nicht — Gegen
die vom Dragoman »miflbrtndllich in Anspruch genommene« richterliche Eigenschad
hat die türkische Hegiening verschiedentlich, u. a. im Memorandiun von lt^9. Ein-
sprach erheben zu müssen geglaubt.
^ Türkischerscits mochte man den Dragoman hingegen gerade zu einem Ver-
leidigci der lutere^sen seines Schatxbefohleuen stewpeki. Vgl. das eben erwihnte
Maaonndnm sowie Hssssn Fehmi, a.a.O. S. 201.
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154 Wnn: Dw G«iDiiMlile HaodeligarichC in der Tflrkd.
Eingrciien ist vor allem da trcrccliifertigi, wo es j^ilt, ^cjjen solche Maß-
nahiiieu cU^s Gerichts Kinsprucl» zu erheben, die will deu gelietiden Grund-
sätzen des Kapilulationetirechts nicht im Einklang stehen. Er bat ferner
vermöge seiner Keontnis der Landessprache and des einheimischen Beclits
dafiir za soi^n, daß der Sachverhalt gen&gend aufgekllrt und das Vor*
bringen der fremden Partei richtig aufgefiiflt werde. Za diesem Zwecke
muß er insbesondere die Tätigkeit des erforderlichenfalls amtlich xu be>
stellenden Gerichtsdohnetschers kontroUiweo und etwaige ilnaentaldlende
Üliftsetziing der Aussagen der fremden Partei berichtigen« Zur Ermittelung
der VV^nhrheit ist er jederzeit befugt, auch direkte Fragen an die Partetea
tu Hellten
l'iti dif\scn Auffiahcn vollauf gerecht werden zu können, muß der
Oragonian an dem gesamten Prozeßverfahren teilnehmen; die Assistpnr i-^t
daluT iiiclit. wie tnrkischerseits wiederholt vorfoclifcn worden ist, auf d>ii
uft'enllichen Teil ilt'> Verfahrens allein besoln aul. t , indem » i >trf( kt si< h
vor allen Dingen auf die Beratung. Wiixl doch im allj^emeiiifn iUmu Dra-
goman erst hier die ])a.s.sende Gelegenheit geboten sein, die ihm uut wendig
scheinenden Einwendungen in wirksamer Weise vorzubringen und xu he*
gründen*. Bei der VerkQndung d«* OericfatsbesdilQsse ist seine Anwesen*
heit unbedingt erforderlich und gilt als Bewen seines Einverstlndniases.
* Der Dragoman ist durchaus ni«'lit veq)fliclitet, die Obliegeiilieiten ein«
Gerichtsdolmeteebere selbst zu erflUlen. Das Gegenteil wird vklfsdi zn Unredit
angenommen, miUmter such seitens europitscher SchriftsteUer, wie L de Test«,
a.a.O. S. ir> und der Verfasser der •Etudes Prati«)u«S« S. 229.
* Nach der tilrkisohoii Auflassung ist die Assistenz nnr wälucnd der münd-
lirhpM Vpr!i;iridlung und der rr[fils\'erkfindung zulässig. Zu diesem Ergebnis muß
man auch notwendig gelangen , wenn man in dem Dragoniau nidit« anderes als etuea
der ansUndischen Partei von Amts wegen beigegebenen Anwalt eriiliekt. Zur Be-
gründung dieser Ansicht glaubt man aber stdi auch auf die Kapitnlationen berofen
zn können, indem insbesondere darauf hlugewissen wird, dafl diese nur voo der
Anwesenheit des fremden Vertreters bei dor -Anhdrmig« — istinia' — der Streitsache
sprechen. Die Assi.stenz bei der Penitnng itnlsse daher als mißbränchlirfi entstanden
be/eirhnct niid deshrilb ah<;cl«'lint werden. Vgl. das Memorandum uNer die Kapito-
latioiien unter Is'r. 8; lla^^^an Fehrai, a. a. ü. .S. 208 ff.; Savvas Pascha, a.a.O.
S. 170, Dieser Standpunkt, wddier, falls er zur DarchfDhrang kime, der Mitwirkmig
des Dragomans fast alle Bed«itni^ rauben würde, konnte begreiflicherwdse niennU
anf die Zustiinnnmg der Missionen rechnen. Was die von tilrkischer Seite an-
gerufenen Vertragshcstiiiimungen insbesondern anbei. miit , so ließe .sieh dagf ^'en ein-
wenden, daß 7.ur /eil üires .Abschlusses Kollegiali^ericlite nicht \ orliaiitli-ii waren,
von einer Absiciit der Vertragschließenden, zwisclien ötlenilichen und geiieimen Ver-
fahren eine Unterscheidung za machen, aomit gar nicht die Rede sein konnte. Andere
Yertragsvorsehriften lassen demgegenüber keinen Zweifel dsrttber zn, daß die Mit-
wirkung der fremden Scbutzbehörde gerade auf den Akt der Urteibfindung sich lu
erstrecken habe: >ils (les gouvemeurs dans nos etats) ooiront et jugeront laditc
cause de concert avec eux (rambass.ideur ou les consuls) - , Art. 42 di r Ens;I K^p-
von 1Ü75. Als die I'forte aus Anlaß der Dnrehfuhninf» Her allgemeinen Justiau-eionn.
wenigstens im geiniscliten Verfalu"eii vor den urtientlidien Gerichteu, ilire« Staud-
Digitizca Ly Gu^.' .
Wkbxk: Das Gemiachte Uaiidelsgericht in der TflrkeL 155
Wird der Krds der dem usisti^nden Dragoman suatehenden Be-
ftignisse in Übereinslinimung mit der vom Anstände verfoehtenen Auffassung
in der eben pcschildei-ten Weise festgelef?t, so folt^t liierans mit awin{;ender
Notwendigkeit fiir ihn das weitere Recht , den Unng des Prozesses dadurch
aufzuhalten, daß er sich aus der Gerichtsverhandlung 7.tirikk/irht (sog. Veto-
recht des Dragomans). Zur Atisubung dirses Rcclits wird er datm schreiten
müssen, wenn es ^ilt, das Zus(aii(it'kumnien einer tintsrheithnig zu ver-
hindern, die er nach seiiu i pllicliiiiiüßigen t3berzeugung nicht fur recht-
mäßig, inshesondere fur v» rti ai:;su idrig hält
Die praktische Handhahung dieses Mittels, welches seiner Natur nach
Stets nur als ultima ratio in Betracht kommen kann, muß dem Ermessen
des Dragomans baw. seiner vorgesetxten Behörde anheimgestellt bleiben. Im
ailgemeinen wird man annehmen, daß au diesem letzten Ausweg nur dann
gegriffen werden wird, wenn dne nachtrigUctie AlAnderungder augefoditenen
MaßnAhme auf dem ordentlichen Proxeßwege ausgeschlossen ist oder sich
nur nnter unvwhlltnismSßig großen Nachteilen herbeifilhren lasse» wDrde ^
punkt sdr Geltm^ in biüigen vanacfate, vennochte sie gegen den Icbhafteti Widerspruch
der MiMionen nidtts anscnriditea. In dem Weslrialeriaß vom "' ^ TÜr—
(= 26. Aprfl 1875), Doastor, Bd. III, 8.107; Aristarchi, a.a.O. Bd.V, 8.98
nmfile die Pfoite naehgeben, allerdings ohne printipielle Venlchtleiakang auf ihre
Auflassnii<;. Das Recht aaf die Assiston?. «ach wihrend der Beratong ist seitdem
in der Praxis, nanientÜch was die i^niilMliteii Gerichte angeht, nicht mehr ern^stlich
angefochten worden. Auch Caravokyros, a.a.O. S. 188, spnclit sich im Siime der
tat&äcijich bestehenden Gbung aus. I. de Testa dagegen, in seiner metirfacli er-
wlhntcn Schrift S. Iti , teilt eigentümlicherweise den türkiachen Standpaukt. Er he-
wichnet aber die Assistens bei der UrCeUsverfcflndnng als unbedingt erforderlich und
ntoimt Air den Drsgomsn and) das Yetorecht in AnsiMiicl) (vgl. folgende Anm.).
AVie der Dragtinian, ohne bei der Beratung zugegen gewesen zu sein, sich Aber
den Wert der dort gefaßten Entschetdniig ein UrteU bilden soll, ist indessen un-
erfindlich.
' £a ist einleuchtend, dal^ die türkisciic iicgiciung bei der Stellung, die hie
dem Drsgwnan vor Gericht »igewiesen wuaen mSchte, am achirfsteu gegen das
Tetoreeht Front madien würde. Znr Bekämpfung desselben sind n. a. auch Be-
itimnrangen der Kapitulationen, wie Art. 20 der Franz. Kap. von 1740 utid Art. 18
der Kap. mit Venedig von 1718, ins Fehl geführt worden. Diese Vorschriften
dörfleii aber angesichts anderer Besttmpiuiigcn entge»»i*ns»esetztcn Inhalts unserer
Ansicht nach nar dahin auszulegen sein, daß durch dieselben eine mißbräuchliche
Anwendung des Vetorechts durch den Dragoman, die einer böswilligen Prozeß-
verschleppung gleichkommet möglichst su verhmdem. Bei Gelegenheit der türkisch»
griechischen Verhandlungen snm Konsnlarvertrag von 1901 ist von griechisdier Seite
der Versuch gemacht worden, das Vetorecht vertraglich zu regeln (vgl. Polills,
a. a. O. S. 136). Der griechische Vorschlag fand in dem d»»f!üitiven Vertragstext
keiiie Aufnahme fs. Art. 22, ebenda S. 155). UngTfcIiitVi tigt wäre aber deswegen
die Schlußfolgerung, daü die Sdiiedaricliter hiermit auf das von allen Kapitulationa-
aiichten bisher j^ddunißig besuspradite Vetoredit haben verdchten wollen. Vid-
nehr sollte, wie sich ans den Motiven des Schiedsspruches (erste nnd siebente Er«
^gung« •> ebenda S. 148 f.) sdbst eigibt, die absoschließende Konvention ledigUdi
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156 Wkbkk: Da» GemlMlite HimdelsgeHcht in der TQrk«i.
§8.
Hi e Urteilsvollstreckung.
Die mit der .lustizrefom von 1879 endgQItig durchgcriilirtR Trennung
der Justiz von der Verwaltung war insbesondere für das \ oll streckungs-
verfahren von Brdfutun'^ gewesen. An Stelle des Kitabet und der Re-
gieruugsbe.iintCM ' waicn rmnniphr die (Jcriclite selbst T^ur Vollstrcokiiii^ dtr
von ilinen riiassnicn l'rteilf allein befugt. Die gesetzliche Basis lur das
Verfahren schuf das Gesetz vom 27. Dschemaati-ul-ewel 129G'.
Es verstand sich iiaeii türkischer Auffassung von selbst, daß auch die
Vollstreckungsordnung auf das Verfaiiren in gemischten Sachen Anwendung
finden sollte. Insbesondere lag nach der Ansicht der Pforte j< w.i, wo die
Urteilsvollstreckung einheitlich der Aufsicht der Gerichte unterstellt worden
war, keine Notwendigkeit mehr vor, die Exekution der geg<m Ausl&nder
ergangenen Urteile weiter in den U&iiden des Konsuls su belassen.
Diesem St«iid|iunkte gegenOber nahmen die Mächte keine einheitliche
Stellung ein. Fast alle aber hielten an ddr Forderung fest, daß die VolU
die vorhandenen MUSbrfindie beseitigen , an den allgemeinen Vorrechten aber, welche
Griechenland auf dem gleichen Fufie mit den anderen Mlchten vor dem Kriege
ganoisen hatte« aiAUt indem. Em Grand, dteae Flriniipienfrage um dem vor-
liegenden Anlaß za entscheiden, war datier nirlit vorhanden. Der gedachte Art» 22
8phafTt indes insofern ein Novum, als dein Gcriclit in yr'crf isrh - türkischen Proiessen
das Koclit zugestanden wird, anch in Ahwcseuheit des 1 *r;i >inans ein rcclitsi^ültiiies
Urteil zu fällen, weini der zweimaligen schriftlidieu Auuurderung zur Assistetiz-
leistung grieduscheneita keine Folge geleistet wurde. Dieae Yorschrift, welche
flbrigena von griechisdier Seite gar nicht angefochten worden ist, soll jedoch nnr den
nnberechtigttni V(>rschleppuii^'^' 1 1 N il hen dnen Kiegel vorsetzen nnd hezweckt keines-
wegs eine Kiiisrliniiikinii; der dem DragoiAan sosteheoden Befugniaae (vgl. Art. 20
der Konventton, ebenda S. 154).
» Siehe oben S. 122.
' Siehe oben S. 121. Als Mitte der siebziger Jahre die Riagen der Miaaionen
Aber das Kitabet besonders lant worden, aetste die Pforte am 21. Jnni 1877 die>
selben davon in Kenntnis, daß die Fünktionen dieser Bdiörde nunmehr auf eine
beim Jnstiuninisterium neugebildete Abteilung fibergegangen seien; dabei sollte das
Kitabet nicht seiner sämtliclien BefugiiiNsc in Prozeßsachen entkleidet werden, sondern
nach wie vor als übermittelungsbehürde in Tätigkeit bleiben. Infolge des Wider-
sprucha der Missionen , welclte in dieser* halben Maßregel durchaus keine ßessenmg,
sondern nnr dne Ersdnrerang dee blaher^Mi Verfkhrena erUidken konnten, nnifle
die Pforte voriinUg von deren Dmvfafllhmng Abatand nehmen, und das Kitabet bfieb
in gewohnter Weise in Tätigkeit. Erst im Anschluß an die amtliche Mitteilung des
Vollstreckongsgesetzes (Note vom 23 Dezember 1879) kündigte die Pforte den
Missionen an (Note vom lt>. Fehniar ISJSO), daß das Kitabet nunmehr -in die uu-
niittelbare Nähe des Gertchtshores veriegt- sei und fortan unter der Auisirbt des
Gerichtspräsidenten tätig sein werde. Die Missionen willigten diesmal in die neue
Ordnung der Dinge em, aber unter der Bedingung, daß besAglidi der Anwendung
des Geaetzea eine Einigung enielt und daß bia dahin an dem Verfahren, wie es
vor dem Kitabet in Geltung war, nichts geändert werde (KtdldtUvnote vom
26. Februar 1880). Dieser Vorschlag wurde tflrkisciierseits angenommen (Pforten*
note vom 20. Min 18b0).
i^iy u^L^ Ly Google
Vfmm: Du Oemisdito HuddiBeridit in der TOik«.
157
streekung der gegen einen Ausländer ergangenen Urteile der geiiiiscltten
oder ordeotlichen Gerichte durch Vermittlung des zustSndigen Konsula zu
erfolgen habfe; unter dieser Mehrheit hwschte wiederum die Meinung vor,
dafi der Anwendung der Vorschriften des tQrkiscben GesetKes .durch den
Konsul weder reehtlidie noch prakttsdie Bedenken im Wege stehen. FQr
diese AuCTassung erklSrte sich insbesondere Aucli das Deutsche Reich
Da die türkische Regierung iildit gewillt war, ihren Standpunkt auf*
zugebm, war eine Verständigung nicht zu er/Jden. Auch die an d^^m Texte
des Gesetzes selbst vorzunehmenden Abänderungen, welche von der Kom-
mission unter ZtiKtinimung der otl(unnni$cb*'n I)rl(*L!;i«'rtt*n in \'or.sehlag ge-
lirnrltt worden wniei», weigerte sich die Pfni te unter diesen Umstünden zur
.Aiisl'ii rnnt; zu biiniieti. Der Konllikt blieb deuwiuch ungelöst, und die
Vraxis nuißtc sich mil tier Sachinge, so gut es ging, abBnden. Sänitliclie
Mächte, außer England, halten am Vullstreckungsrecht des Konsuls i'e.st,
und die Pforte hat in dieser Hinsicht ihren Widerspruch aufgeben müssen'.
Anderarsdts lassen die Missionen zu , dafi die Vorschriften des G^txes vom
27.Dschema3u-ul-ewd 1296 auch in gemischten Sachen xur Anwendung ge-
bogen, nehmen sich dieselben auch selbst zur Bichtscbnur jedesmal denn,
wenn sie auf Grauchen ottomanischer Gerichte »ir Vomaltme der Voll-
streckung schreiten.
Die Vollstreckung der Urteile der gemisditen Gerichte erfolgt dem-
nach heute
n) sofern sich dieselbe gegen einen Ottomanen richtet, in Konstan-
tinopei duicli den Präsidenten des gemischten Gerichts (Art. 3 des (Gesetzes),
demein besonderes Kxekutionsbureau (Mehakiui - tidsehnret idschra dairessi)
beigegeben istj in den Proviaaceo d^^ch die Präsidenten der ZivUgericbte
* Die Annditen der Mlehte ksmen bei Gelegenheit der Kmmniisionsberatongett
ton YoUstreeknngtgesets im Jahre 18flO tum Anadmek. Dem tOriiiaehen Standpunkt
trat Ei^^and ohne YorbehaU bei, während Osterrekh-Ungan) ond die Vereinigten
Staaten unter Bemfong auf Art. 5 des Vertrages von Passarovitz das Recht in An-
spruch nnhni«n . nicht nar durch iltre eiü^enen Orq:anc, sondern auch nach ihrem
Geseti die Vollstreckung vorzunehmen. Der Auti'aäsuiig der Mehrheit , welche ohne
Aufgabe eines kapitulationsniäßigen Vorrechts den türkisclteu Forderuagen möglichst
eotg^enkonunt, dürfte auch nnserar Meinung nach der Voraug zu geben sein. Es
ist hierbei die Erwigoi^ mafigebend, daß die in Frage kommende Tftt^eit des
frenden Konsnb nicht als Ausübung der Konsulargerichtsbarkeit anzusehen und sich
daher nicht nach dem Rechte des fremdläiulij^ctieii Staates 7.n richten ist; vielmehr
handelt es sich um einen Akt rein administrativer oder politischer Natur, der sich
nur aas dem kapitulatiouüuiaßigeu Redite der konsularischen Assistenz herleiten läßt.
Tob der Stellnngiiahme tm ^eser Frage htngt n. a. ueh die Entachddni^ dsrAber
ab, ob die nach dem tOiktadien Ossetae vorgesehene Sdmldhaft gegen einen Ans>
Under sdbst dann verhängt werden kann, wenn das betreffende fremdländische Recht
diaaea ToUstreckungsmittel nicht kennt. ( Vi^l. hierzu Meyer-Antoiiopoulos, a. a. 0. S. G9.)
' Der türkische Entwirf zur crrierliiscli - türkischen Konsnlarkonvention . Art. 43
(s. Poiitis, a.a.O. is. 144) erkennt beiii[»iel!*weise ohne wiMtere.s das Heclit der
gnediiacheu Konsuln an, zivil* und liaudel^reditliche Urteile der türkischen Gerichte
n voOatreeken.
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158
Websb: Daa Gemisihte Handelsgericht in der TurkeL
erster Instanz, denen gleichfalls be.su ndere Vollstreckungsbeamte Eur Seite
stehen; io dieseoi Verfahren findet die Dragomansassistenz statt;
1)) sofern sich dio \\)llstieckung jjepjen einen Ausirinder richtet, durch
die zuständige fremde Scliut/.behürde, welche auf Autrag des tärkiscben
Exekutionsbeaintea das Erfurdei'liche veranlaßt.
Anlage L
Verbalnote der Pforte vom 13. Muharrem 1626.
Die Aiifsiclit über die «Beratli Chairie« ' genannten, sowie die euro-
päischen K.iiif I»Miti' war vor einiger Zeit nuf Grund Kaiserlichen Iradf's dem
HandeUiuiiii>t*'i iiiiu iibertrajüjen und im Zusanunenhang damit /.nr Krledi;:iin^
derjenigen l'ru/.esse, in welche die genannten Katifleute wegen ihrer Han-
delsgeschülle , sei es miteinander, sei es mit den Kaufleuten befreundeter
Staaten, verwickelt werden , sowie der anderen auf den Handel besfigliGhen
Streitsnclien dieser Art, beim Handelsministerium unter der Bezeichnung
eines Handelsgerichts (Mahkeme-i-tidscharet) ein unahliSngiges richterlichea
Kollegium gebildet worden, welches unter Hinsusiehung der Scbahbender*,
Vorsteher, Vertreter und Notabein dieser Kaufleute wöchentlich einmal eine
Sitzung abhält, l^m diejenigen Voraussetzungen zu schaffen, welche die
Kntscheidung der vor diesem (lerichUshof anhängigen IVozeßsachen nach
den Grundsätzen der Billigkeit ermöglichen, hat sieh die Notwendigkeit
ei^el>cn , einiire geeiiinete Bestimmungen ntifzustellen.
Die Pi iifiiiig 1111(1 Kntscheidung der laufenden Prozesse wird fortan vor
dem ii^enannteii Handel>gericht allwöchentlich am Montai^ ^f^gen sechs Uhr
beuiiitu-n liiid nach Bedürfnis bis zehn Uhr ohne Unterbrechung furtge-
setzt werden.
Da es nach der von alters her bestehenden Regel ungesetzlich ist,
daß' wahrend der Verhandlung eines Prozesses andere Proaeßparteien das
Silzungszimmer helreten, so sollen, um zu verbiodero, dsß vor dem Schlüsse
des Prozesses, mit dessen PrOfimg begonnen wurde, jemand eindringe,
zwei Kawassen ununterbrochen an dem Eingang des Sitzungsmumes sich
aufhalten. Di^enigen unter den Amtsdienern und Kawsssen, welche die
Funktionen V(m Gerichtsvollziehern aust'tben, sollen nach PrQfuog des Da-
tums der in ihren Händen befindlichen Firmane die Prozeßsachen nach der
Zeitfolge /ur Verhandlung zulassen; Parteien, die nicltt an der Reihe sind,
sollen ohne T?üeksichi auf deren Persönlichkeit unter keinen Umstanden
eintretet! fliufeii; wer unhelnut eindrini^t, ist sofort \vied<M- hinaiiszuweiscn. '
Den Dragomans, welche zugli-icli mit den europäischen Kaiil'U-ulea
sich gemäß den \'erträgen zur Prozeßeutscheiduug einfinden, soll ein ge-
' Ober die Beratiis s. oben 8. 101. Sowmt dieselben Maselmlnoer warea,
hießen sie »Chairie«.
^ Schahbender hieß nach Savvaji Pa.soha . a. a. O. S. 55, der Stets miisel*
minnisdie — Vorsitzende der Chanceliehe de« Berataires.
Wun: Dm Gemitehto Handelsgericht in der TflrkeL 159
aooderter Raum angewiesen worden, wo sie mitsamt der ProKefipartei ab-
warten können, bis die R^e zur Anli5rung des Prozesses ihrer Begleiter
an sie gelangt ist Sobald deoinaeh einer der fremden Kaiifleute an der
Reihe ist, in die Sitzung einzutreten, so soll er in Begleitung sein^ Dra-
gomans den Sitzungsraum betreten. Da die gleichzeitige Zulassung anderer
Personen Gedränge, und Verwirrung zur Folge hat und zu Streitigkeiten
und Störungen der Ordnung Anla& gibt, so sotl obige Vorschrift allen Be-
tefl igten VOif^gig bekannt (:>;o>:!;cl)<>n \v(;rden.
Da es nun schlechterdings, oijwohl die Prozesse in dein Handelsgericht
ohne Rücksicht auf Pcrsönliclikeit und Bekenntnis df*r Partei behandelt
wri-(len . luiinogliclj ist, jeden Uechtss(reit zur Zufriedcnlieii hfuhT l'rii teien
7.11 erlodigni iind es daher vorkommt, daß die Kntsriieidiitiii , uMt lideut ilie
Pro/eßsiicbe eritspi »■clieiul der ]ViIlit;keit und aui' Grund des llandelsge-setzas
zu Kude geführt wurde, den Erwartungen der einen der beiden Parteien
nicht entspricht, so glauben einige der vermeintlich Benachteiligten allerlei
Intrigen anzetteln zu dürfen und wagen sogar die Holie Pforte und hier-
auf auch die Allerhöchste Person zu betietUgen, um einen derart unter
Kaufleuten geprüften und entschiedenen Prozeß nachtiügUch an das Scheriat-
gericht, das M&nzamt oder das Schanksteueramt * fiberweiaen zu lassen.
Ein solclies Vorgehen ^erstöfit gegen das bestdiende Handel^esetz und Ije-
dentet gegenüber den ehrbaren Kaufleuten, die in ihrem guten Kechte sind,
eine Ungerechtigkeit und Benachteiligung. Ks sollen denuiach künftig die-
jenigen Angelegeidieiten, welche vom Handelsgericht nach Mnßgal>e des
Handelsgesetzes abgeurteilt sind, nicht vor anderen Beliorden von netiem
gfiunrt werden. Und wenn jeiiiand sicli erdreisten sollte, dennoci» eirifii
dahiiii;elieih:t'n Antrag zu .'•teliei), soll ei" zur Rechenschaft gezögert werden.
Diest; besliutnning ist vor ollem zur allgeuieiuen Kenntnis zu bringen und
einzuschärfen.
Vielfach pllegen Ränkesüchtige, ia der Absicht, die in der Provinz
tnaisngen und ihren Geschifien ruhig nachgdienden enropüschen Kauf-
leute aus Übelwollen und Hafi, um sie ihrem Broterwerb, iliren Kindern
und Angehörigen zu entziehen und ihnen allerlei Unkosten, wie Gerichts-
vollzieher- und Reisespesen, zu verursachen, unter Berufung auf nichtige
Vorwinde die Vorladung dieser Kaufleute nach Konstantinopel zu bean-
tragen. Da es sich nun nachträglich herausstellt, daß die meisten Prozesse
dieser Art vor dem Scheriat- oder Handelsgericht bereits endgültig ent-
schieden sind und es sich daher nur um gefälschte Klagen handelt, und
da dem Beklagten nnf diese Weise betraclitllelie Unkosten und Nachteile
ervvflch«en, so soll künftighin, damit solche Leute unter dem gerechten
Schutze Seiner Majestät vor Schaden l)ewahrt weixlen, falls jemand, wer
dies aucii sein lüöi/c. eiiu'ti der in der Prnvinr. lebenden ein (»[»iti^^ehen oder
■Cbairie« gcnanniea kuufleuteu nach Konstuniiuupel vorzidaden beantragt,
^ Dem Münzamt, Darbimne, und Sehanksteueranit , Sedschrie, waren in ähn-
fichcr Waise wie der Kaozlei der Bentlis (s. obeu S. 101) gewisse richterliche
Foalttioaen etngerinmt
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160
Webeb: Das Gemischte Handelsgericht in der TOrkei.
dessen Gesuch zunichst dem Handelsininisteriuni riber\vie.sen werden, und
der Beklagte ist nur unter der Bedingung /.u laden, daß Kläger hin-
reichende Bürgschaft dafür leistet, daß er samtliche deii> Beklagten infolge
des Pro/pssps tiitstchenden Unkosten erstattPii werde, falls sein Kla::*»-
vorhrinijcii sicli als iinl)egrundet hiTniissirllt; wenn aber Hf kla;rtf»r erscl»eiut
und die Pnilutit; die Bi'fcclitii;mii; der Klage ergibt, so liat es weiter bei
dem l>isli«iigeii \'eiruliien .sein Bewenden. Bei solchen leichtfertig anhängig
gemachten Prozessen soll Klager, abgesehen von seiner Verpllichtung, in
der*geschilderteD Weise die Unkosten des Beklagten zu ersetzen , zur Ver-
hlnderung der Wiederkehr fttinlieher VorkoroDinisse, in geeigneter Weise
zurechtgewiesen and verwarnt werden.
Da es in den «wischen den genannten Kaufleuten schwebenden Pro-
zessen trot« ihres handelsrechtlichen Cliarakters manchmal dennoch erforder-
lich ist, teilweise auf das Scheriatrecht Bezug zn nehmen, so hat mao sieh
in solchen Fällen an den MufU des im Handelsininisteriuüi befindlidiett Rates
der öffentlichen Arbeiten r.u wenden.
An den Sitzungen hat auch der jeweilige Unterstaatssekretär des
llandelsuiinisterituns teilzunehmen. Hrl wirhti^en Pn»7.eßsachen sollen aUCh
Mitgliedei- des Hates dee öflenilielien Arbeiten herangezogen werden.
Obi^e npstiininuni^eii sind zu einein Reglement verehiitjt und diesem»
ist nach KintrammL' im Hin eaii des Divan - i - huniajun den betei!i;it«M) Be-
hörden zur Na( lialnnung mitgeteilt worden. Diese Regeln haben sich aber
auch die I)rag(miaus und Kaufleute zur Richtschnur dienen zu lassen, welche
bestimmungsgemlß bei der Erledigung derjenigen Prozesse» an weldien
Kaufleiite der befreundeten Staaten beteiligt sind, zugegen sein aollen; es
war daher notwendig, den in Konstantinopel restdiereoden Gesandtschaft»
von dem Sachverhalt Kenntnis zu geben. Entsprecliend der den übrigen
Gesandtschaften zug^augenen amtlichen Mitteilung wird auch Seiner Ks*
zellenz dem Königlich Preußischen Gesandten diese amtliche Note mit der
gleichzeitigen Versicherung der ausgezdchnetsten Hochachtung hiermit fiber'
reicht.
Anlage IL
(Verbalnote der Pforte vom 25. Rebi-uUachir 1263.)
Hohe ^orte
Ministerium des Äußern.
Nr. 233.
Mit Rfickaicht darauf, daß seit einiger Zeit im Verfshrpn des Handela-
gericbts eine gewisse Unordnung eingetreten ist, die Angd^enhdteo der
Kaufleute infolgedessen unerledigt bleilien und allerlei Ruhestörer sich gel-
tend machen, ist, ausschließlich in der Absieht, den Geschaftiq^g zn er-
leichtem , der Beschluß gefaßt worden , die Geschlflsordnung des erwfthnten
Gerichts folgendermalko neu zu regeln:
Besteht auch g^enwärtig die Oepilogenheit, daß einige angesehene
ausländische Kaufleute sich auf dem Uericht eiufinden, um gemeioschafülicii
Digiiizca Ly Gt^j^.' vic
Wkur: Du G^miaehte Huiddageriebt in 4er TOrket. 161
mit den ottoimuiisehcii Beamten die ProsesBe der Kauf tente fremder Natio-
nalitilt zu entscheiden, so beruht doch dies Verfohren auf keineriei fest-
stehenden R^ln; es pfl^e daher jeder» wen er gerade wollte , (seil, zur
Gerichtssitzung) mitzubringen, und auf diese Weise liei^ sich die in Prozefl-
sadien unentbdirlicbe Uniwrteilichkeit nicht in angemessener Weise wahren.
Es sollen demnach in Zukunft von seilen sämtlicher Missionen nach
ueinrinsamer Verständigung etwa zehn Pereonen unter den mif^csrlienen
Kaufleuten ausgewählt werden und von diesen abwechselnd je vier oder
(tinf an dem zur Erledigung der fremden Prozesse bestimmten Wochentaj;e,
dpm r>onii»^T-sr!i4; . auf dem Gericht sich einfinden und die Gest liiiAe crlpdipfpn.
Da diese Kaiil'h ute durch die Gesamtheit der MissioiHMi Ljewäljlt und er-
nannt werden sollen, so wird für die Prozeß}»artei , weither Staafsansehörig-
lieil sie auch sein möge, keine Veranlassung vorliegen, einen iiiulem Kauf-
mann ihrer Nation behufs Teilnahme an der Sitzung mitzubringen; diese
(seil, die zehn ordnungsmäßig ernannten Beisitzer) sind vielmehr ausreichend.
Indessen wird nach bestellendem Brauch d^ Dragoman derjenigen Gesandt*
sdiaft, welche an der Prozefleache beteiligt ist, bei der Veriiandlung äu-
gten sein.
Die Sitzungen sollen im Sommer von vier bis zehn und im Winter
von flinf bis elf Uhr tOrkiacb stattfinden.
Nach der alten Gerichtsordnung ist es nun zwar vorgeschrieben, daß
zwei Beamte am Eingang des Sitzungsranmes sich aufhalten und nach Fest-
stellung des Datums der Überweisungsverfügung auf den in den Händen
der Gerichtsboten l»etin<llichen Noten und Kla •beschriften diejenige Partei
zuerst hineinlassen s<)l!< ri. welche das Sitere Anrecht hat; indes ist seit
eiiiit;er Zeit auch iiie>.e Regel nicht gebührend beachtet worden, so daß
scliließlich jeder lieliebige ohne Hücksicht auf Hcilienfolge und Ordnung in
das Uerichu^.immer eindringen und das \'erfaliren unterbrechen konnte.
Von jetzt ab müssen daher an den Verhandlungstagen die gedachten Noten
und Klagesdirifken durch einen besonderen Beamten geprOft und gemäß
dem Datum der Reihe nach in eine Liste eingetragen werden; diese wird
außen an die GericlitstQr angeschlagen und jeder wird aus deraelben er-
sehen, wann er an der Reihe ist, und sich entsprechend zu verhalten haben.
Auf diese Weise wird ni^nand unbefugterweise Eintritt erlangen können;
es wird auf keinen Fall zu gestatten sein, daß jemand, der an dem gerade
zur Verhandlimg gelangenden Prozeß nicht beteiligt ist« wer er auch sein
mag, in das Sitzungszimmer eindringt.
Den Dragomans sollen besondere Räume angewiesen werden, in denen
sie ihre Reihe abwarten können.
Da die votstt lieaden Bestimnumgen lediglich zur Erleichterung mul
Regelung des Geschäftsganges und zur Wahrung der Interessen des Publi-
kums getrolVen worden sind, so wird nicht gezweifelt, dat) auch seitens
Euer Exzelleoz Fiirsorge getroffen werden wird, daß dieselben den Be-
teiligten mr Nachaditung empfc^lw und daß die erforderlichen Kaufleute
ernannt werden.
Den 23.Rebi-ul-achir 1263.
■ilt48Mkf.0ctel.SpflarlMii. 1907. ILAbt U
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1Ü2
Webkr: Das GemUdtte Uaadelsgericbt in der TOriiei.
Anlage III.
B^glemeni organique vom 12.Sefer 1264 (19. Januar 1848).
Artikel 1.
Vorsitzender des Handelsgerichts ist der jeweilige Uandel<aninister.
In den vor dem genannten Gericht schwebenden Vertuindlungen und in
allen laufenden Angelegenheiten hat man steh demnach an ihn xo wenden*
Sollte der Minister Inswellen aus dringenden Gründen nicht an der Sitamg
teilnehmen können, so vertritt ihn der Muavin^; die Frosesse werden daoo
von den Beamten in seinem Beisein entschieden. In demjenigen Angelegt»
hcitcii , welche an anderen als den Sitzungstagen Anfragen und Auskilnfte
erheischen. so!l man sich an den Muavin, in denjenigen» welche die er-
gangenen Urteile betreffen, an den ersten Sekret&r des Tidscbaret wenden.
Artikel 2.
Fortan wird der Gerichtshof, vom Minister oder .seinem Mnavin a\y-
gesehen, au.s vierzehn stimniherf*rlitigten Mitgliedern bestehen. Siehen diP5:pr
vierzehn IN^r-^onen sind K;uif'It'Mt(i und ottnnianisclie Untertanfn . die sieben
nnd«M'pn wcrdcwi ans der Zaiil derjenigen aelitbaren europäischon Knrifleule
enUiuuinien, welche von den Gesandtschaften ausgewählt und dt i rn Naiucu
in die Liste des Handelsministerium!» eingetragen wurden .sind. Die Zahl
der Gerichtsbeisitzer soll nicht mehr und nicht weniger ab diese vierzdin
betrag. Sie mQssen regelmißig an den Sitzungen teilnehmen, und aufier
den eingetragenen Kaufleuten ist niemand (sdl. als Beisitser) ttuculassen.
Ergibt sich vielmehr die Notwendigkeit, einen dergestalt in der Liste ein»
getragenen Kaufmann durch einen andern au ersetzen, so soll der Name
des Ersatzmannes unverzQglicb milgetdlt und wie derjenige seines Vor-
gängers eingetragen werden. Sollte an eitiem Sitzungstage ein Beisitzer
der einen Partei notgedrungenen%'eise feiilen, so hat zum Ausgleiche auf
entsprechende P^mlTnung seitens de~s Vorsitzenden ein der andern Partei
angehörender Beisitzer fiir difs<Mi 'Va^; ntis dem Gericlitshof nii'^ttiseheideo.
Statthaft ist indessen die .-Miu rscnlit-it von liöchstens zwei Hcisit/et-ii hnl.
derselben Partei) und durchaus unzulässig, daß mehr Beisitzer fehlen und
ialuigedessen die Gesamtzahl der anwesenden Beisitzer weniger als zehn
bf'trage. Tritt dieser Fall ein, so wird die Sitzung nicht abgehalten. Sind
die sieben fremden Beisitzm* voUzlhlig anwnend und wQnscht die Prozefi»
psrtei oder deren Dragoman einen andern von den in der Liste eingetragenen
Beisitzern zur Sitzung mitzubringen, so hat einer der im Gericht vollzihlig
erschienenen sieben fremden Beisitzer wlhrend der Verhandlung dieses
Prozesses die Sitzung zu verlassen, und der eingetrsgene Kaufmann, den
die Prozeßpartei oder der Dragoman mitzubrii^en wUnschte, tritt an dessen
Stelle. Wenn, wie oben ausgeführt, die eine Partei nicht vollzählig ist»
oder wenn fttr einen bestimmten Prozeß die Prozeß|}artei oder deren Dra-
1 Ministerialgehilfe I Unterstaataaekretir.
Digitized by G«.j..' ..'^
Wnm: Dm Oemiiehte HBodetsgerichi in d«r TOrkei. 163
gciinan die Teilnahinp citifs andern Beisitzers wTinsclit, so wird derjpnif»e»
welcher ausgleichshnlljei- die SiUuitg /.u verlassen hat, duivli Auslosung er-
uiiiicU: es scheidet derjenige aus, auf dessen Namen das Los trifft.
Artikel 8.
Gemlß den in einer früheren Note' angegebenen EinselToracItriflen
fiber die Reihenfolge, in welelier die Proxeate sor Verhandlung kommen
aollen, ist das Datum der oben auf den Noten' oder Klageachrilten* be>
fiodlicben überweisun|^verfl^ngen maßgebend, d.h. ftitere Sachen gehen
den jüngeren vor. Von dieser Re^el sind nur ausgenommen solche Strdt*
ndien, welche, wie Wechsel- und Seeprozesse, nachgewiesenerm if^f ri keinen
Au&chnb erleiden dürfen und deren Dringliclikeit seitens des Musselim*
bsw. der Gesandtschaft schriftlich bescheinigt wird.
Artikel 4.
Die Gerichtssitzungen finden jede Woche am Donnerstag statt.
Artikel 5.
Die in den H&nden der Geriehtehoten befindlidien Klagesehriften und
Noten mOsaen jeden Dienstag dem Handelsministerium vorgel^ und bis
9Vt Ubr tQrkisdi eingetiagen werden. Dies darf nicht auf den folgenden
Tag verschoben werden. Desgleichen ist von Dienstag an auch die Liste
der am Donnerstag zur Verhandlung gelangenden Prozesse auszufertigen.
In jeder Woche sollen höchstens zwölf Sachen zur Verhandlung kommen ;
Hif» atif die Woche entfallenden, alier nicht erledigten Pro/esse werden auf
die fidf^ende Woche vert^mt und kommen dann /tialleicrst zur V erhandlung.
Die Liste sämtlicher ein«;etragener Klageschriften und Noten, mit dem Datum
der I herweisungsverfügung versehen, ist an die Tür des 8itzungsraumes
anzuheften.
Artikel 6.
NadidemjÜeFrfiliing dnes jeden Prozesses abgeschhfssen Ist, erfolgt
die Beschlußlassung und Entscheidung nach der Mehrheit der Beisitxer-
attmmea. Kommt bei der Beschlußfassung fiber eine Angelegenheit unter
den Beisitiem kdne StimmenmehThdt zustande, sondern tritt vidmehr
Sümmengleicbheit ein , so gibt die Stimme des Vorsitsenden den Ausschlag.
Indessen hat diese Bestimmimg nur provisorischen Charakter und kann
daher wieder abgeändert werden, fiiUs sich in der Folge die wirkliche Not-
wendigkeit hierzu herausstellen sollte.
Artikel 7.
lui ijoinnier, d. Ii. vom Monat Mal hiü Ende Oktober, haben sich die
GericIiLsbebitzei' auf alle Fülle um vier Uhr türkisch auf dem Handelsgericht
> Ygl. Anhang IL
* D.h. der betrefTcnden Mission, in deaFftUsn, WO der Kliger AuslSnder ist.
* D h. des ottomantschen Klägers,
* Distrikts- oder Ortsvorsteher.
U*
Digitized by Google
164 Wum: Das Gerauchte HandeUgericht in der Türkei.
eiosufioden tind die ^^'^llaDdlaDgen su besginnen. Gegen sieben Ulir findet
eine ftwa tuübfitundigr Patise statt, worauf die Sitzung wieder aufgenommen
uud iiii Sommer bi« halb zebn, im Winter bis sehn Uhr fortgeeetxt wird.
Artikel 8.
Die an den \ erhaudluugcn l»eu'ilit;tf ii Gesandtschaftsdra?omans und
anp'sclicMcii Kauflcutc sollen in bcsumlere« Räumen verweiU'n, his die
Reiht; an .sie koinint und sie vor Gericht erscheinen dürfen. Außer den
(jerichtsbeisitzern, deu Prozeßparteien und dem Dragoman der beteiligten
GeMndtwhaft hat niemand zu dm Sitzungszimmer Zirtiitt.
Artikel 9.
Die Ausfertigung und AushSnd%ung des die Gerichtsentscheidung ent-
haltenden Urteils soll spStestens 14 Tage nach Beendigung der Proxefisache
erfolgen. Das Uberachreiten dies«- Friat ist nicht zuliadg.
Schlußbestitnuiung.
Iiis zur \'ollen(lMn«^ und Verkiindung dos in Vni-bcrritunf^ hf'findücheu
liandflsjit'sctzhucli.s sttll dio-si-s Ri'ulotnent jirovisoriscli und zur Erleichtenui^
lies (Jt'scliärtsgauge« in jeder Bezieliung Geltung haben; sollte sich dann
(l.is üfdihlnis ergeben, so wird eü unter An])assung an die Bestininiungen
de.s genannten Gesetzbuchs uach erneuter Beratung abgeändert werden
können.
Den 12. befer 1264.
Litflfffttiiir.
Ahmed Reschid, «Ilukkuk-i-duvrwel Tidscharet«, Kommentar amn
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Martens, Das Konsularwesen und die Konsula^uriadikiioii im Orient,
übersetzt von IL Skerst.
M«'dschma-i- laln'lta - i - kawanin, THrkisrhe ripset/.sniniiilimi; (turkisrh).
Noradoiinghian, Recueil d'actes ioternalionaux de l'Einpire Ottoman,
2 Binde.
PHIssie du Rausas, Le Regime des Capitulations, 2 RSrulc.
Politis, La Convention Consulaire Greco-turfiue et l Aridtia^^e des
Ainhassadeurs des Grandes Puissances a Constantinople du 2. Avril 1901.
Rtnsi, Das Verfahren vor den Zivilgerichten des Türkischen Reichs.
Salem, Lea Etrangers devant les Tribunaux Conaulairea et Nationaux
cn Turquie» im Journal du Droit International Priv^, Jahi-g, 1891.
Sa was Budui, Le Tribunal Musulman.
Schmidt, Entwicklung und jelrage Verikssung der ordentlichen Ge-
richte (Meliakim-l-olsamie) in der Türkei, im Jahrgang 1898 dieser Mit-
teilungen.
Str<Mt, La Question Cretoise au point de vtio du droit international,
in der Revue Generale du Droit International Pubtie, Jahr^. X.
Testa, Baron J. de. Observations sur le memoire de la Sublime Porte
reiatif aux Capitulations.
Derselbe, llecueil des Trnites de la Porte Ottomane.
Young, Corps de Droit Ottoman, 7 Bände.
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166 Wun: Daa OonuBciitQ Huuldflgeridil in d«r Tflikm.
Inhaltfiveneiohma
Stto
§ 1. Einleitung * 96
TeilL Entttehang and Eniwiekelang der gemischten Gericbie.
S 2. Die Kapitalattonen. IXe Rochtsprechniig vor 184& Die Doane-
komniissionen 98
§ 3. Die Verordimni; (Reglement Orgaiiique) vom 12. Safer 1284 (19. Januar 1848) 105
§ 4. Die tOrkiache Jnatisrefonn and ihre Bedeutai^ (Ar daa gemischte Handels-
gericht 112
Teil n. Die gemisclite Gerichtsbarkeit in ihrer heutiijen Gestalt.
§ 5. Verfii.ssung des gemischten Gerichts. Umfang seiner Zuständigkeit . . 128
§ 6. Das Prozeßverfahren vor dem gemischten Gerieht 145
§ 7. Die Mitwirkung der (reuiden iScliutzbehörde (Konsularasststen?. im weiteren
Sinne) insbesondere 14H
§ 8. Die Urteilsvollstrecknng Iä6
Anhang 158
Literatur 164
üigiiizüQ by Google
I
I
!
Digiiizca by Liu^.' .
167
Strofe e brevi testi amahci.
Per Ignazio Guidi.
Tie strofe popolari sono straordinarininente diffuse in Ahissinin e niciine
<li esse, recitate ancorfi n^^pidi. rLsal/^onu a tempo abhastanza aiitico, coine
1 Natale e nella Kpifania: » ID^T" ' IfS^flC «
'f'Ä'ffl ' ^^flC- I principali aiitin i sonn i cantastorie o • acwaVr »• ; di
costoro parla P interessante Storia tlei (lalla scritta siilln fine del XVI." secolo',
come di una grande divisione del popolu abissino, una s|i('('i« di corporazioni
sparsu per ii vasto paese e senza dubbio di inultu aiileriori, e quali s' iucon-
tnmo oegli anüchi tempi di aitre letterature, presso i Qreci, gli Ebrei*, ecc
Le cronadie nazionali nvrtno apefwo di ■trofe eantate in alcana solenne
oecasione e una parte non piccola vi prendevano \e •US agrod *, Secondo
9 P. Paea* queste sehernivano aspramente e talvolta schiaffeggiavano i sol- «
dati ehe avean preso la fiiga nel combattimeDto; ma certamente esse non
n restiiDgenrano a C|anto, perch^ non molti anni dopo il Paes, doi alia
proclamazione dd Re Giovanni I, nel 1667, veggiamo che esse cantavano
canzoni in onort' del novello re*. Anche in un pasao degli annali di lySsu II
(1730 — 1755) si li^e che le • tl? ayrod • cautavano le lodi della regina
Mentfnvwüb'; in qnesto mrdüsimo passe insieine colle • He agrorl ^ e d«tto
ehr cniitavano canzoni le • daraöä l>e(>^*'. AtlualmentH si distinfiiiono parec-
cliie specie di cantiustorie: i «f^'V^H- '/•J^^TVi p«>vri-i storpi o inonrlii o
inalati di ulceri, clu' sostario alle purte dei ricclii c chifdono liinosina. can-
tando canzoni con una speciale modulazione e sen// «ccoaipagnaniento il' istru-
menti. I veri • azmäri • iuvece cantano coli' accuuipagnainento del • tnasanqo ■
e sono i veri rappresentanti dei eantastorie ablssioi. Secondo che ml rife-
risee Abbi Sihel poi, sai«bbe una specie di direttore d' or-
chestra, che con una baccbetta hatte la miisica a cantanti die si radunano
speciahnente in ooeasione di feste.
* Conf. Guidi, Proverbi, strofe e racconti abissini, Roma pag. 45.
' Schleicher, Geschichte der Galla, 36 (Corp. Script. Christ. Orient.
Ser. Aeth., B. HI, 205).
* Conf. Baddci Oesehichle der althebriisehen Literatvr, 9.
* Ed. Beoeari, II, 54.
^ Annalcs Johannis I interpr. L Gnidi, 4 (Corp. Script» Christ* Orient.). •
* M«. Bodleian. XXXU, f. 48, r.
^ Conf. U mio Yocabolario amarico-italiano 658.
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168
GoiDi: Strafe « bvevl tatU aimrid.
I
In (|Ut*ste strole popolari, nei canti fiinebri e nelle canzoni f^uerresche
(un antico saggio delle (^iiali souo le Can/oni p;e'pz - amarifinii in onore dei
Re abksiui) puo aircnuai-si eke consista la pue^iü profana degli Abissini;
sono forme radimeotali qaali haiino cerUoieDte esbtito anco presso gli ahii
]»u])()U semitid, ehe pero hanno mputo svilupparle e perfesionarie. Coo*
temporaneameote alia poesia popolare ha fiorito la poesia retigioaa, in ge* ex,
specialroente oei • qm» •» nei > maUee* ece. e le metonimie (A^V ^C^)
corrispondono in certa giiisa ai ^TIF" o doppi aenai delle strofe. Ma i
chiaro che ne codeste poeaie religiose dc le piu aniiche opere della leiten*
ttn-a amarica, Date per influenaa ddle controversie teologicbe, ritraggono,
cume le strofe popolari, lu vita c i sentimenti del popolo abisaino.
Data lu grande quantita di canlastarie e di poeti popolari, uomioi e
donne, e naturale ssupporre die nioltissiine delle lore poesie non abbiano
alciin valore; ho avuto io stesso occasione di !p£:gerne pan«ocbie che non
iiu'ritario dawero ili r^^scr pnhblifate. Ma niolte strofe e per i! loro so^-
gello ( [i.iri'rcliic si niri isroiio a persoiirni-^i ci latti storici d' Abissinia) e |)er
PartiHcio uiide sono cumposlc. nou niuucano il' iMij)oi tnii/.n. Non porhe ne
pnbblicai ncl citato inio liluo: I'roverbi, strole, ecc. t-d oi'a nc ag^iuiifüo
alcune altre che mi furono gentihuente couitnunicate dal Prof. Gallina, e
ad intender le quali inolto mi soo giovato di achiarimenti dalami da lui e
specialmeDte dal mio dotto amieo YalaqS AhbS Sihd.
1.»
• Prima di veder costui (11 Re X^odoro) segiiito da mille fucili e
preceduto da mille cavalli, h morta la madre di lui, la veoditrice di • kusaQ •.
Quando gli dite ei& (che aua madre era di umile naacita) egli al adiia
per sua cattiva indole; che ae vi dimaodi cbi h (qnella che 1* ha detto)^
riapondete: 6 Abanfift.*
• Per aver detto cio In (jual ten ibile cnndisione son venuta! Se trova5S!
qualcosa da attaccarmici, io andrei su in cieio, (per non esser raggi tin ta).»
• Queste strofe sono attribuite ad una certa Abarr5§ del Wadla. cIh-
avendo pronunziato il noto insulto contro Teodoro, temeva per la sua vita.
Si sa die il pndre di Tt^odoro era j>prsonagi;io ra«;p;iiardevo]e , ma la madre
era di uinilc condi/.ioiK' . (|u;uiliiii(|ut; la corttgianeriu dei genealogisti If at-
tritniis.sc urin discenden/.a .saU)jn4»nica. ^Q^'^S (abir.) potrebbe aver il senso:
• U.ti iis|ieUalo che passusse la pioggia! > cioc la tiraunia ill Teodoro.
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GciDi: Sirofe « l»revi ta«ti «mitd.
169
IL»
• Jl fig^o di Abfai Faoqel, WamfisS KSaS, ü sao padre h un leopardo, ]«
sua madre una leoneaa»; mentr« ata in Zebul k veduto, temuiu) in Anssa.» -
Nd prino versetto» che occorre nnco nel canto guerresco pubblicato
nd mm ' Proverbi, ecc. > pag. 125, Abbä Fanqel e name di guerra del
|>adre di Re Giovanni e non, come altrovp, di lui stesso. Ln spedizione
coDtro i'Aussa, preparata da Be Giovaoui, fu cooipita da Menilek.
III. «»
JkJ&;i-Aft^ > y**^^ < All A >
fn * 9in«K * Oil- 1 MM * >aH I M
fTLh^-A » n.^ » 1 >ID- • IDA- «
» WA • M^^PiP- » •
. • Non si netta liene il • metäd » colla sabbia; — conu* va la casa di
Mentlek alio 8cioa? Non si netta bene il « metäd' coUe fuglie di • kase
— come va la casa di Abbä Wäjaw a Das:>e? Non si, netta bene il « metäd •
coDa pietra: ~ coine va la casa di Miki^ nei Wollo? Non si netta bene
il • m^Sd m collo atagno (il piombo, le palle di fucile); — come,
va la caaa di WarreBfi a Dabra Tabor? 11 figlio di AbUS MaqeifS, War-
nA Kiai ha il campo, (1* cittk) a Zebul e qiinge la atia apedizione
ad Auaaa.*
L'ofiiMri loda il Re Giovanni ed afTerma che egU solo era degno di
reggere le soiü dell' Abissioia. 11 ||A ^ vin arboscello che giungo (|tia8i alia
statura di uo uomo; il frutto non si mangia, ma le foglie ruvide aono ac-
etmce per nettare; si mettono anche nell' Ak^il o specie di fomiaggio simile
ad una crema.
IV. «
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170
GuiDt; Strafe e bravi toali uuifd.
' IK- • ir-ft t *M^>- • IPV». »
• Camminando poi che c merza niattina e facendo niarce forzato poi
che c- sera. (Menilek) costrinse Darsso a dirgli: Per il Dlo di Giovaooi!
sinetti (di com baltermi !) •
« II ch^äÖ AmhRye sul cainpo di Ambäbo, nella niischia tre volte eM>e
paiira (crepitum vciitris emisit). Gli 6 che 51 (hi^ac AiiihäyS e grajsso, [h
scusabile, se cosi mostra la sua puura)j ina il borioso Neguse che e
magro, come tmi (ha paura iiguatmenleP) •
Le due strofe si riferieoono alia cnmpagoa di HenQek, allora re A
Scioa, contro Ris AdSl (Takla HKymioot) del Goggiam. BSs Daraso (morto
reeentemente) combalti ad Ambibo a fianoo di Takla HSyminot, oontro
Menilek « ma vinto da quest* ultimo, ne tnvooo la demensa, soongiurandolo
nel nome del Re dei Re Giovauni. Ambiyg e NegusS erano eapi itdl' eser*
dto di Takla Ulyminot ed ambedue presero la fu^
^ftj^q+TA « KfW« » >if -I '>m^^ «
• Essendo in guanra col mio Signore e non avendo chi mi i-appacifichi
(eon lui), iin biion paciere, 6iba]B-e-Motai« (i monti Gibelli e Mo*
Cerrfi) altiero e che aUunga la persona, ci rappncifichera. »
Qiiesta graziosa strufetta si riferisce nl re Takla llüyniänot del Ooi?*
giam che si era ribellato contro il Re Giovanni. II (übellä e il Moterri
80U0 due alü luuoti del Goggiam, a sud-ovest di Moncorw.
VI."
• Da ora il giiidicc (il signore), il forte aß Giovanni, noa iseliÜ»
di Bollevare il cadavcre caduto. •
Anche questa strofetta si rifei'isce a lakla lläyminot vinto e per-
donate dal lie Giovanni.
Digitizca by Liu..- . iv.
Guioi: Strofe e brevi test! amarici.
171
VU*
MVi « fWl ' KV^lf ' lULV « HAH i ^ihß^Sir 1 i
AOhVI-f III- 1 17-/^ I ^0. V s AflA-flTi a
> Hai per padre Menilek , per madre Bafanä , per mftHto Mahainad AU,
per cognato Abbi Wätaw, o Mioallabei (= cbi h contro di te?). Ma to
grideru contro te • Abet • al vero Re, (a Dio)..
Strofetüi nttribtiita ad nn contadino dei WoUo die porgeva reclatno •
contro la principessa Mänallahes. Questa h figlia di Walda Mikä'el di >Iar-
rabete e della nota Befatiä .s[)(>sata poi da Meniiek che era .solo jiatrigno
di Mänallabe^. Abl>ä Wätaw e Mahainad Ali dei Wollo erano cuj2;ini; qiie-
st' ultimo spinto a convertirsi al ci istiane.siino dal Re Giovanni (clif fii suu
padrino al battesimo e a cui egU era ligio) prese il noma di liäa ^likä'el.
Abbi WWaw invece era figlioccio di Meniiek, cui era favorevole. La inia
eopia iH)rta «PCAÜ * • « ^" t OA'S > h'^ * <P''*» nw aecondo che ml
rifemce TAlaqi SShel, U marito di MSnaOabeft era son Abbft W8(aw ma
Mihamad All *; essa posslede un bei « gtM > nello Sctoa. (Una Variante dd
3.*ver. i'hf'l^ff" ■ Jt/*' = a qual re ?)
VIII.*
• 8e si nietta sotterra una pietni non si disfa •, ne Oidin si vo1f»e in-
dieti-o (fiiggeudo). Un sif^nore cgli era, iin pccellenti^ sijitiore! Ci siam con-
gedati, (h morto), sabato sera. Ma (iidia non dorin(^ oia, se gli dicano:
ecco giunlo l'esercito netnico, »;gli si levera (dal sepolcro).»
• Gidin Gabare Telelante morto, se gli dicatio: ecco c venuto Teser-
ctto (nenieo) rlanaeiterdibe! •
^ Cio mi i atato confermato aadie dall' Alaqa Tftya.
172 GuiDi: Strafe e bravi tMti atmrid.
• Lft Norelh di (lidin. esimia donoa» porgeva le caricbe del fucUe come
fossero batulToli di cotoiif cardato. •
Per (Jidin (Jabarö (Gabriyt}) degli Agau che assalito per sorpresa d/d
Waggum Gabru, mori coiidmttendo eroicamente fino all' ultimo; la sua so-
rella, dietro a, lui, gli paiiisava le cariche del fucile, con coraggio clie desto
l*Bminin»ione dei neiiiicl. 1 quali votevano risfAimbrk, m* esaa li soon-
giuni di ttcciderla sul cadavere del fratello. fXJ^J * HC» • la cosa di
GidiD * cio4: quaoto a GidYn; t Mf^.lT} (risuscitereblM in caao)sr
• Per cagione di un nonnidia, (cio^) per (un pezzetto di) seta, e
rimasto (sul campo) morto e tagliato a pezzi il dagac Kä^*
Da^äö Käsä, generale di Räs Adäl (Takla Häynmnot) del Ooggiani,
era niorto comlmtiiuido contro i Dervisci. II « ])e7,7etto di seta " e il • mäfah •
ü üegiiü distintivu dei Cristiaiü, i quaii per ia loro fede eranu atUccati dai
Musulmaoi.
9niah t tpano- fl.A-'J : ^^^^ » -OP- »
W » hf^f' • für » ö^"t ■ tmv »
• Quando mi dicono: Inghiottilo! inghiottilo ! ed io peoso (che si tratti
di) • fitfit >, rocehio non (Io) mostra, non vi h, poi che ci a* invecchia!
(pol cbe io sono i ii v ec i- Iiiato). •
Q)iiesta strofa viene attribiiita ad uuo che era aniioiato delle molte
lodi che si facevano di Abbä Wätaw neniico del rla^äd Zagaye degli Eggiü,
per il quale egli parteggiava * "t" — tf'/f^)- H sens« copertamente
voluto dair autore <^ injjegnosainente tratto dall* cs|)i e.ssioni' : 'if^'i * tif^
1^, ecc. ia quale propriamente significa che in una lunga vita, nulla liavri
che rocehio noo d abbia firtto Tedere e resperieoza non d abbia nuMlrato
OA » T^- » ^f-fl » h/^^ t Xfl I f
• Avendo, il maiiedi, fatto una marcia forzata, nel mercoledk coinbatie
qnegli che porta il pure » mätab • (il segno del eristiano, che e puro
e biion cristiano) Alulä Abbä Nn^ä; egli ritorno il trono al signore dd
trono, (restitui il regno a clii ne aveva il diritto).»
In onore di Ras Alul&} forse per aver sosteuuto MangaM contro Sejyutn.
Digitizca Ly Gu^.' .
Ovm: Strafe e brevi testi anarici.
173
• II suo modo dl Imdar täte era (eoeollente) eome qudio d«i Oalla;
il ano modo di difenderai collo sciido era come qiidlo degli Eggiu; U suo
modo di sparar il fudle era come quello dei Tigrioi; il suo modo di far
Co I fere il cavalto» stringendogli le gambe addosao, era come quello degti
Seioanl. Non gli parlate» egli e troppo «Itiero» Amadi Sadiq il Signore
dei WoUo! .
, AmadS era il capo di one delle aette divisiooi dei Wollo o AO^* >
9Af > n>^ inentre signore di tutto U paeae era Mahamad AU o BSa MikS*el.
I 6gliuoU di Aroade ooeiipano ancora il paeae del padre.
• Torna piü volte a Imiciarlo, (a cauterisaarlo!) dioono che qaesto
k il riinedio per dii sia gonfio, (abbia un tumore rigonfio). »
Strofetta cantata per le vittorie riportate dal Ke Giovanni contro gli
Kfji/.ianh V azmari spinge il rp ?! cmar di ciiiovo col fiioco il gonfiore, a
rintiizy.ar cior cuUe arrni la horia dei ncinici. ^\7"fl7"n t" 'I ngonfian-i jmt
tumore con accumiiiamento di pus, ecc. e suol curaj si coUa cauterizzazioiie.
XIV.**
• O Re Ar'ayä Seiläse, ßgliuolo ilel ic! II inio abito i' troppo sucido
perclie io possa baciarti (la mano, perclie possa av vicioarmi a te e
renderti omaggio).*
Strofetta di un azmari che chiedeva iin abito nuovo ad Ar'ayä Üellase,
il ügiiuoio di Re Giovanni, premorto al padre.
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174
GuiDi: Strofe e brevi tesU amaricL
• lersera ^ caduta ima graode pioggia; «e lorni pin volte a etdam,
mangeremmo (molti) broccoli. -
In morte del w^ffium Ta£iri(?). Col nome di ^l>i>T (^pf'cie di broc*
coli) cibo di poco pregio in paragone di altri, sf-nibra che Vazmäri poss«
indicare i ncmici, forse gli Agau. Traducendo « noi mangereuimo i broc-
coli », la morte del tcägSum sarebbe stata un avvenimento favorevole. ma
potrebljc tradiirsi • il gomman ct nmugerebbe • = OA*}) ^ intender
1& morte del waghim come una sventura.
XVL*
• Qaaggiuato(sempre)acingenni(quatido sono chiamato dalnio
padrone) e a acioglieinii per U mio padrone terrestre« (vivo in dar*
servtlii); ohim^ anehe colassu (in cielo) avr6 da essere cosi tormentatu? •
Con leggera divei<ait& di pronunxia {mak, per tnakk,) ^IhVl pu^
intendersi: governatore, signore, in eorrispondenza di I;!**
• Qdando Iddio tiene solenne ricevimento nolT • aridärä^ * fjiraiule
sala dei banchetti, t-cc.) appareccliiato c<m idroineU' e came di gio-
veiica, nun rei>ta iiitlietro, (iion iitanca) aicuno degli uuutini che ha creaUt
allorche li in vita (al banchcttu). «
Quando Iddio chiania gli uomini all' altra vita, nessuno sfugge alia morte.
XVIII.**
« O mia Signora Maria, vo' dirti d' ascoltarmi, ma la tua dinora i
a.s.sai lontana; chi parlr-rn ]ir>r me lassu nell' alta porta (della eorte CC-
leate), dacch^ il tuo figUuoio e altiero?*
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CtuiDi: Strofe e bravi testi anarid.
175
Quest' ultimo versetto ehe sembrerebbe irriverenle veno Ges& Cristo,
nun lo k piu intendeado: irh^ = 'I'IhC^ eaaere schialTe^ato (InoXo-
ipmof tnn-w, Mt. XXVI, 67, eoc). Celebre e venenitiMima era ia Abissinia
rimma^e: tf^W * CKA* neU* Oratorio del Palacxo reale.
Alcune strofette aaaai ingegnoae sono pubblicate nel bei libra del
Prof. Afevork: Grammattca della lingua amariea. Soma 1905, e non
mi forse discaro che in np dia (|tii la traduKione.
(Pag. 319 seg.) I." Un giovine nndato a stndiare nel Goggiatn, moii
aUundato con altri infelici in un' incursione del Ke Teodoro; la madre
neU* apprenderne la murte, disse:
• Avendolo io inandato pressu un maestro a studinre, ini hau detto
che mio figlio c divenuto dottissimo , che b riuscito una meraviglia. •
> inut" «le leitere (del llbri) sooo titrate In 1ui» come
C't' * IflOh , val quanto dire: h dhrenuto dott!»imo ; i- put meta-
fora di persona Talentissima, di una meraviglia ■ ; ma il poveretto era morto
liniciato > U^) ed era atato annerito dal fuooo > iHtfi*)*
II. * Berru, il figliuolo di Goäu' del Guggiam, vioto e imprigionato
dal Re Teodoro, dIsse, secondo 1'
• Si ^ rotta la nostra dainigtana (d' idrotnele) die ci faceva paasar
fpiacevolmente) la sera; orniai chi piu dira a noi: (prestaieci) una
giarra, (poiche essa e rotta?) *
Qui si schftrza stiila pamla che si^nitica nnclu': oü;uetto jirczioso,
per iJieinfora, persona mgijiiardpvole. BeiTu vien«; a dire: vinto e ini-
prigionato da Teodoro. clii piu mi riterra per personaggio ra«;ijuardevolp?
In occasiuae tli grandi baiichetti, (piatuio Ic giarre che si haitnu nun sono
au£Bcienti, ae ne chiedono in prestitu ai vicini pr. il padrone di
casa ehe di un banebetto (ciui il re del Goggiam) h anco detto un vaso piii
gruide del P^J.
III. ' Sol priacipio del r^o dl Menilek, al tempo della spedizione
coDtro gli Amsai, nna terribile earestia afflisse TAblssiiiia; si disse allorat
iOf^ t ßUJ I Xlt • r«Mf7^«h II
' Che U aoprannome «Ea&t* dato alia l^ggendaria rcgiua Ester abbia nna
anmla «ripae?
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176
Gdioi: Strafe 6 brevi testi amarici.
< Vedendo che sul lago TbA ▼uino in bare», oh che forse entrerali
A piedi neir AIjSv (per traversarlo?) Ha piovuto e le acque sono Is pien;
guai a passarlo in questo tempo (di plena!) •
'• KOj^l» nt'l pronunziarlo , puu sembrare come fosse XiSWl '
nj&l ■ oil fame! entri iiegli ucchi e nei piedi togli agli afiamatt e vista
e fonr.a da camminare. E I' ultimo vet-setto puo iotendersi: poveretto dki
traversi (piesto periodf» calamttoso dl tptnpo!
IV." Räs Ailäl (l aklu llrivrtiätiot) sottonicssosi jilenameiitc hI Rt* Gif>-
vanni, j^li (live-inif li^io aiico aelle upinioni reUgiu.se, segueixlo l;i civ<li.ii/.a
dai • KiirrtH: >, mentre nei Goggiam vigeva quella dei • (^ebdioc •. Ua
azntäri disse:
« Adil (figlio di) Tasammi i ▼enuto nei suopaese agendo cambiatosttriM.
II latte* (vo'dire) Räs Adäl, h molto ben quagliato, dacch^noiaoo
Tabbiamo agitato, scuotendolo a lungo au e gii'i. »
Lo achefKo k qui nei doppio seoso di: 74* • agitare il latte per fare
11 I in o . ma anche «offendere, opprimere* e dl /^p • quagllarsi • e
- star enlino, calmarsi — Rfis Adäl e biiono e tranquillo, peichö nni noii
l abbiamu olVeso. fll'f*'!' come "VC si t^ice metaforicameute di persom ini:»'
e biiona: ' <D'|*^* < iOht a ^10"; come noi diciamo: e una pasU
di miele.
v." Meitilek si .suttoniise , eoine e noto . prudentemente al Ke Gio-
vanni, e statte in pace con iui tino aila campagna coi Dervisci; su tal pru-
positu i la ätrufetta:
• (Vestito) colla petle dileone e la ■ gessillä • (pelle di pantera)
cucite a misura (dell a sua persona), U braodaletto fa bella nostra in Iui*
Ta^ M''ni!f'k. •
11 (Ui-'P < h*^d puo sembrare a chi aacoiti: firtäh a > coUo
smettere, col non ribellarsi •.
VI." O"sndo il Re Giuvaiiiii [)ortti la :;uerra contro i Dorvisci, Mf-
nilek accorse con un grande esercito per aiutarlo, seoonclir non uinlu B
sa[)er}ii quali fossero le vere inteazioni del Kc di Scioa, di .suttrat>i cio«
air ubbidieuza del Re CJio vanni. Allora si disse nei campo di Menilek:
• Ma cio non h (ehe Menilek si ribelU al Re GioFannI) senondii
una volta che avrenga . . . i m^lio esser solo proprietario (di un fondo)
che averlo a colonia, (dando al proprietario una parte del prodotto;
k meglio esser re assoluto e padrone di tutta 1' Abissinia).*
Gulüi: Strofe e brevi tesU amarici. 177
Vn.** La seguente strofetta n riferUoe all* oocupMtione del Harrar.
Qiumdo Menilek sconfisse i Musulmaoi a Cidlanco, enuio i g^orni del Natale,
od qaali gtt Abissini sogliono banchettare e far feste.
9Mäh I Alt; I +»Ä-f f nfifUU^ •
• Le i^iovenchp spifite innanzi (dni pas tori) p^r la festa del Natale
non giuiiut ndo (in teinjio), il Re di Scioa ha pas.sato la giornala ii»ace(-
Undo (le vacche), i Musultimni (di Ilai ar). •
Credo che oolla sillaba della parola XAA/* Vasmäri abbia Toluto
mdlcare le « vaeche • in oppoaiaioae alle > giovenehe • del i^rimo ▼eraetto,
cio^: se non giungono le giovenehe ci eono le vaeche (i Mosulmani), ma
non so come il ^-Pl^ poaaa ottenersi perfettamente (quale k p. es. nel
n.* 183 dei miei Prove rbi» ece.) forse'eol pronunziar uniti Qj&HC/*' e
XA^^t quasi • idar^Im «?
VIII. ^ Quando era immuiente la guetra coli' Italia si disse:
x^ » 1'^' • hd. -bH- > an t
- Davvero die ^ casa assai mirabile! si cooquistera TAbtösinia traver«
saado stille harche • ■*
IX. «» Ah I « t •10J^ « fl»^3t •
• «li^+T » h^iVK^ » MIL «
« Menilek k bravo uomo, amico delle mense» (del dare bauche tti);
ma ringraziate colei che mette (aulla mensa) il pane! *
= • quelU che mette il pane • h anco la r^na T^yto (il
9iAt)i AtfH« poi ptt6 intenderai Jß^AtfM da fLth* preparare tt pranao.
• Guardate ii nostro sigiiore, nel daic nun fa minore (per alcauo la
misiira); come a Mikä'pl. dri conto a Ciiyorgus. •
Divideudü ^5'"'^ ' A"V,ljA.A dice die iiientre ha <l.it(» cento a
Bis Walda Giyorgis, non ha dato che cini|(iauta a Itös Mikael.
f ff <l « ■
•ATS » fl;»A « ^<l^AJ^• » 0-A- » £A « XA » J^A » A.a> » /^Ch:}'H^
^ > MfL I ffjJ t Von a
rrdCT • f 'T.AfliTpflH 1 XCA- « »OHV » A.3t*jP « •VAÄ-^ ■ ^7AÄ
]Klt4.8cn.COibai8ptMhaB. 1M7. IL Ahl. IS
1 78 Guim: Strafe e brevi te»^ ftiaariei.
mc^ i hfifiUr * ' ^i&:^ln4k i * Iri-^lf « IUI" A
or«:c » Aü. » j&+¥A- » M3t I ha;» i • « Ast^i^ •
r • (Lin » YxfA'M' I • j&M^ I hVL ' ' fUn »
A<CC • Va>- Ö
hHLlI ■ AAA t ai4 > fllWiiH I SS^'i • 04-^ ' ^^4^«H^ > t& <
Oh » ^.*^*f'm '> I ^'il. ■ ^l^''^4»n• » m-h^-^öM * ^AÄ•7•;^A « ?i'>j1 »
i f Am-^ t h-fl4* » hphCit I <fiA4^ t ^^9Tf - • AW- « ♦A^'
/•i mil » ■ 1 AlhC* » liAlf > ■ 0+C " M « «^4 • rt
jf • Ä7/.J^- ^ A.h^i?- » "^^i » Kä-C*» » AAJli-' » hnl- » M^kä'? » ^
Am-r^'A »
RaoooDto del « ^i/ä »
« l're«sa i ( Jalln I' \\ cos'i dctto * gilä * in MSf> prcfiso i Onlän. j Gen-
birci'i, füll .\l)!u'>.u t' (in generale) prt'.s.su tulU: le stirpi <lei (lalla; ijuaoilo
divontintio * r)ilä » »|ii( ^ta e la loro regola (la legge cunsiietudinari»
cite e.säi oshe rva 11 u).
Innanzi tutto si recano presso I'Ablii Mudü del BoraoS, perocche i
Gostui die conferisce il grado del «i^* (grado del sacerdoxio). Nd
I Debl>o ({ueste intereasantt notitie sol • • aJl* Akqä Abbä Säbel che b*
dimorato a lango £ra i Galla.
Digitizca by Liu..- . «v.
Gumi: Strofe e brevi testi amarici.
179
recftrvjn« tmeBSO il « gUXm vestono lo • iSn^ fino alia pianta dei piedi,
come le donne; non prendono seco I'astai non eingono al fianco il coItrHo
(o altra arma) ad ieceesione del • waranto c di im piccolu « büimeä»*,
Tolgono ciasciiDo tin grosso bastone e da tutti i paesi, da ogni capanna si
riiiniscono insiemr, secondo il convogno dntosi; in c<Mito o dtigento cani-
minann . metteDclo il cninpo nella forrsta. Da (juando escono dalle loro abi-
taziuni insino a die vi ritornano, non passatio nini la nutte ailoggiando
entro casa; lino al Kirt) ritorno le niogli Uunnoau sulla terra, e non (si
coricano) sui letti. >tel loro cammino non traversano due tiumi in un solo
giorno; quando k acqua clie scorre (perennemente), ancorch^ sia piccolo
tortenle, non (oe) travavaiio (due iD un sol gioroo), ma si arrestano» po*
nendo il campo neU* foreala; quantunqoe sia (pie do) gioiuo, si accampano,
(non seguitano il cammino, per non traversare due fiumi). Per
qnanto la via sia infestata da briganti, questi non (anno loro alcun male,
ma solo dlmostrazioni di onore.
Giunti presso l'Abbä MudS» questi 11 riceve onorevolmente, li am-
monisce nella loro legge, dä loro mirra e U (pianta) detta • abäyo - ; doito
di cioy secondo I'eta^ da ognuno e nel proprio ordlne, egli unge di burro
il capo di ciascunu di loro; per tnl cagione gli si da codesto nome. perchi
• abbä mudä » signilica • il padre dell' iiiigcre ■ ((jiiegli che nnt^e).
Dopo die soiio ritnrnati al loro paese, t|iie.stA i"' la loro condotta , (il
loro tenore di vita): FaiiMo crescere i capelli, uniiendoli di Imn-o e non
si i*adouo; anco non tagliano la loro barha, ne jiortano lancia, ina solo il
bastone, e non escono a Ikr guei'ra per uccidere uouiini, (i ueinici). Non
arano e non vangano; nou rubano il bestiaine altroi« non dicono bugia e
non vanno all* assemblea , quando si tratli di malvagi consigli, (di far ra-
pine, ecc), ma solo quando si tratti di cose pacifiche. La mirra che avea
dato loro TAIibS Mudä, ciaacuno la pone in serbo in sua casa; a quegli
die prende moglie, nel fidansarsi con alcun* fkoduUa, gli si consegna la
mirra, perebe la dia come dote al padre della fanciulla.
Que^sto, in brevi parole, c il racconto del •§iliS*, Cosi ha detto
SiJile (l'Alaqü Abbi Sähel) abissino. -
In questo breve squarcio si tratta della ronsecra/.ione n! saceidozio;
inf'itti * gtlä » vnol dire • sacerdote ■ in generale, come il abissino,
Senza di.stinzione di grado. I>a cnnseeraziotii' per nu /./.o del hiirid ('• [laralU'la
a queüa coll' olio presso aitri anticbi popoli (couf. per esem])io gli Ebrei)
' Peitconia die sogliono portare i Chlla o die arriva fiao ai ginocdii; solo i
Galla die abitano in vidnansa di popolaaioni abustne (amärä) eomindano a portare
i calxoiu o ■ itirri ».
* Specie di scialle che arriva fiiio ai piedi.
' Piccolo coltello il cm manico ser\ e altresi da pinzette per cavare spini, ecc.
* Coltello da tavoia piü piccolo del - kürrd
* Propr. n •gtMdä qaesto h il pcriodo dt otto anni, il ipialo, coine h noto,
ftnna la divinone fondamentale dd tempo preaao i Oalla. Sembra die anr he nella
dreonndone d segua il caloolo dd • yods • e die 0 giovlne sla drcondso quando
gnuBge a qod • gadm * nd qude era suo padre quando lo genero.
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I
180 Gunn: Strafe e brevf test! amariei.
e St s])ipfTa per la grandissiina iinportanza che ha il burro nella vita dei
CJalla. Veggasi rartirn!n . Abyssinia » del I'rof. Littmann nel Dictionary
of Religion and Ktliics (ed. J. Hastings) dove si uten^äuna I'uso di
spniz/.are col snnsnc delle vittiinc, il che pure licorda i riti di antichi po-
poli e noiiiinaiariRute degli Ebrei; e forse antiche idee religiose si celauo
altresi nelle altre costuinanze, come quella di nou traversare due fiunii m
un medesimo giorao. Nel menisionato »liicolo si accenna ad una aetta di
Abba Mudä; <piesti vivrebbe io una misteriosa cavenia, meta di peltegrtoaggi,
ID coin|»Bguia di un serpente, cui recansi Offerte. Evidenkemente si tratta
qui del •^ilS», uia te differenae col nostra testo sono molto notevoll
Questo invece concorda in grandissima parte con quanto riferisce fl P« Hartiil
de Salviac nel suo libro sui Galla ^ Se del valore critico e filologico del
libro si puu dubitare (fin sul titolo i Galla sono: dits d'origine gauloise)
non pare che debbansi n^vocare in dubbio to notizie di fatto» cui i mis-
sionari, clie han diinorato lungainente in mezzo ai Galla, possono avere piii
siciirc che non i viaggintori che sostano piii o men brevemente in questo
o (|ucl jinese. Anco rctiinologia ("mudä* to anoint, salben) conferma il
racconto del • i)i/a • e non c possihih' iicppur i! ^a.spetto che questo sia
nato da (juella; in molte parti e confcnnato Ua quanto dice il Cecchi, Da
Zeila alle frontiere del Caffa, II 30.
T » KST'Alfl • aMw ' IM » fl^n « -MflA « if^n^^ « 9^C » » h
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A » h^Mi»- ' i\M • 'niMi.iA • nm^ » e^Ä. » A«A7f-/i • hc ' -flct
;>A > Äo^^oKf ■ h4- < 10 > OÄVC^ < f -flC-fsj'A < ID?*} < -x;»!? *
' Un people antique au pays de Menolik. Les Galla (dita d'ori-
giiio gauiuiae), graude nation africaiue. Paria, H. Oudiu, pag. 142.
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r
Gvnn: 8trofe o Imnri tesU amariei. 181
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Tih » mm*^ » XA^iP- • M-A*^ » ^-^l-flAi»- « mm-^ - XCA* » A^
C • *1* • ¥ A a J&0 1 Vti^ « ffMm^ • • -AM- « ><D- • M
A> • • »A^: « SXli • AM* » W * fIbÄ • •HI^'WlD*'» • A-
A- » hm x^ » n<»Ä^tf » Aj&io* » AA« • 1^4. « »Ai! ■ f Aflf « Ä
IT . ^moi^n^ » i2.iCA*7 » Vn/. ' KTfhcr^P » •7'} • f n*"/ • f.f" « JRA/n-
;l'A a « A.m^ J f/rt ATA : if:S\ah t [nl7i?)>fl»- » 7AAaH : rm
^•04- » htlXl * J jZ.^«*"*! A ' Jl'.-rT?" • «' rt'^A « hCA- » AAA ' A
XI » » >7i*» « ■ Al**^ • Jt/^ * MIA* • >IP- « 3lA^»' » MQA- »
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182
GuiDi: Strofe e brevi tesU amaricL
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JMIA A ■ IMHO-A- 1 f » AX* • ••It/^* • «• ■ ■ «
Stoiia dei loro regui (del Mecca) \
It prindpio del regno di Dimot k &1 tempo ddU (amiglia dei ZMgoäj
(ZSgue) qii.-indu regnarono (tornati) nclU fede'. II re era Moti Uini; qtitndo
re^nu Yekuno Amlak, questi per consiglio di AbbCTakla IlSyiimnot, aven-
dulo creatu re dell' Enarea, gli diede (il detto paese) al di la del (fiume)
GYbe. OH Oromo d«'lln Stirpe di Mf-r'n scacriarnno liii . (i stioi discendenti)
dair Knarca e i Liiniiiii vi si fissaiono. La (po jx) 1 azionc de 11 a) rt'L;i<»nc
chiauiala Dainot di Moti LStiii ilivise in (piatln) lnojilii, una metä si fiw^
uel Dfiiiui in prossimila del (Jiräwge, ed una metii nel Gop;f^iam. I ino al
giorno ü ug|j;i in ciascun pae^e regna una disccndenza, (una dinastia) prv>-
pria, (di primogenito in primogeuito); raa il re (discendente) di Moti
LSmi dimora nel regno di KalTa, il cut re gU ha dato onorevote dimort.
Nulla gli manea (delle insegne reali): il no^M (tarn bur o), il dlM(oni'
br el lone) e I'anello d*oro; gU ha dato un piccolo feodo, il re ddrEoarea
si chiama WadSin ed k puro (7ero) cristiano.
L' Enarea poi ora si chiama Kim ed k piccolo regno* Dopo che fa
occupato dai Galla vi entrarono i Bertugäl (i Portoghesi). I discendeoti dd*
r.ä,f0 Susneos* caccinronu i Bertugäl i quali vennern nel Kaffa; nell* Eoares
rcgn6 una sUrpe di Bertugäl chianmta « Sigäro »; iiell' attuale secolo(?) non
conta cento antii(;'). Inoltre ai Portoghesi discendenti di Sätra un tale chia-
inato Yafo Bokii raji'i il regno e regno (nel pacse). Yafo HnU^i gcner«'> Abbä
Bagiya il quale regno 42 anoi; generu Gomol; attualinente egli ö ii re di
Limmu di Juuu'ea.
' Qoesto capitolo e tratto da on nis. entaoeo oonmuideatoiiü dal Pr. GaUiM
e contenente un compendio della storia abissina diverso da quello tradotto dal HeotM
ne! libro : Am Ilofe dos Kaisers Meniiek von Ahes^inicii, Leipziy; l'**'^, e
senza dul)bio diverso anche da quello menzionato dal Tura;t \ ^Eth. Kukopisi w S. Peter-
burge, Zapiski W. Otd., ecc, 1906, 201). Gli ultiuu avvcnimenti clie vl si uarraoo
•ODD del principio del re^o d! Teodoro; in fine legged: "f^^ * • 0*^ * '7fC
(Meier? Waldmey er?) h J' ;V ' OKA^ » 7*0^ » Mtlh'üih.C ' IL'>;
ne h fone rautora. II ma. e molto ■corretto.
' L* eapresaione derive forae dal aoto paaio del Senlteisär (Dttlmann , C hresto-
math. 37).
* äusenyoe, Suinniot (1607—1632).
Digitizca by
Guloi: Strofe e brevi testi amarici.
Ii OumS e iin rpp^in rlistinto. Qiiegli che dapprima vi regno e iin
mercante venntn dal Tigre, cbiamato Esläm Adäin (Adam i' lüiisulmano);
i 5tini disct iidenti regriano ßno al «;iorno d'ojrjji- Rrj^naiido AVihä Bälo di-
scemlcnle di Adäm. si recarono (|»rt'Sso Iiii) alcuni iiiviali da parte, di nci
altrd re, i quali v^W riceve con onore, e ucciso un asino (gli asiiu sui
»juali erano venutii') lo diede Ioto a mangiare; senxa che fssi sapos'-i ro
(quello che aveva fatto), al inauiiu) hcguetUe, mentre si coiigcdavaiui,
consegno ioro le ossa dell' asino. Mentre trist» per (juesta cosa se u' anda-
vano (al loro paese)t fattili tornare indietro dal viaggio, coi^incio a coatrin-
gerli a madoare il grano* Essi erano goveraatori, (peraonaggi rag«
gaardevoli) e in aeguito eanterellavano strofe tte dicendo;
dlm^äftöftätb «iMjä eAä b&o nu daku muw nu dadi mm
che significa: oh la cosa mlrabile di AbbS Bslo! non pensavamo clie dovesse
esiwre macina, ma pensavanio che dovesse essere idromde^ Dopo dö ri«
. dendo (Abbi Bilo) Ii ksei^ andare liberi. Essendo (Abb! Bfilo) in am*
basoeria con il re di GSri« s' incontrarono amidievolinente per via; quindi
nel congedarsit tagliö la testa al re di Geiü, Asift(P) Bllo Kadloi e andö
via di galoppo e canterellando' disse cosi :
maU Abä Bäh garake gerä matä talu tan§i karä gttbbä ^arä*.
il che significa: L'ahilita di AbbJl Bälo c (dentro Ini) nel suo ventre, il capo
di Tiilu Gang k sulla via. Ahbä Bälo disae altre»: • lo non ho ucciso
i servi che ricoprono d'erha il tetto, ho ucciso il re. ho ucciso tutti • (?).
Mentre la sua stanr.a vpniva ricoperta (sul tetto) ncrise (jitclÜ clip la lico-
privano, come stavano sulla casa. Inoltre imparando a niiotair disse: • io
essendo re, non nuoto nell' acqiia • ; fece scavare una f;ra i nie fossa e lattala
ricmpirr d' idromele, nuoto in essa ; (|iiindi ai suoi soUlali che erano stanchi
disse: cliinandovi giü, bevete (nella fossa) esso (idromele!) e tutti esseudosi
ehinati ne bevvero, mentre egli stava suir orlo zufolando. Le male axiom
fiUle da questo re sono motte; egli amava aaaai la danaca i:a/an) e un giorno
andalo aon grande mercato, fecedanzare, (eonducendo egli la daoza),
tutti quelli che erano al mercato. Finalmeote stava presso a morire e voleva
bere sangtie umano, ma i snoi servi gll davano a bere sangue di peoora;
nd berlo ai seiitiva meglio. Questa ma1attia(?) ruccise; il suo sepolcro tut>
tora manda un grido e sc ne ode una voce. Dopo di lui regno il suo figlio
Onco ed attualmente egli e il re in OumS; dm Abbä BSlo, Onio (im
Abbä Dniä'.
II Oomtnä b im rrfrno distinto; la Stirpe, (\n dinasti») did re si rliiama
Awäliii passato dal (i()<;^iam; era mtistilmano ed ora ^ un suo discendcnte
(|uegli che vi regna, chiamato Abbä Rägo (Kasä?).
* Le parole galla sigiiificano, se nun erro; meraviglia di Abbä Bälo! noi fariua
non pensavamo, noi idromele penaavamo! cio vuol dire forse: uoi, ambasciatori di
an r», credevamo che aaremmo stati onorati e d sarebbe stato Offerte 1* idromele,
non credevaaio che sarenimo slati boitretti a macinare n grano^
* Talu Tanj;! senibra errore per Tnlii Oan^.
* Conf. Ceoehi, Da Zeila, ecc 542.
184
Gon»: Strofa • brvvi* teiti
Grtä t iiri rc^fKi flistiüloj rra una fore^la deserta e Tulu Guns? h
mi>e in Liiori ordinr, souo i Galla Cinru; quegÜ che o^gi vi regna e AMiü
liäää (lia^u?), la &ua inadre e Hi^iia, (nativai') di Guniä e si clüaiua
« Gunütu Geni > fferä nell' antica lingu& genehojf, nell* altaale sigoifica »üegf'
(rcgim).
GYmmi k na regno distinto, k la stiqie di Badi; aodatOTi da Sayo od
Me£(i, Abbi MagÜ i1 graode lo miae in buon ordine» c^gli fa il ra; ^ la aoi
diicendenzii che tutto» vi regna; fl re attuale ai chiama Abbi öifir. TuV&
questi aoiio ragni del figli di MS££i.
Quantunque il inunosmUOy siccome ho detto sopra, aia oiolto
scorrelto, io nc ho tuttavia conservato la fonna dei nomi propri cotne Moti
Lämi, ecc. i^uauto all' s flft» di pag. 181, I. 17 esso e forse errore per
KU'i^'f' ~- • sorprendendolo a traditnento p mentre iion vi jiensnva
Parecchie delle cosc asscrite in questo capitolo si tnnatK». o nmiali
o siiiuli, nel 11." volume dell' upera del TL-cchi: Da J^eila alle frontiers
del Kaffa. L'origine dol regn« di Guina ^ la stesüa (pag. ■')41) come una
delle cnidelta di Abbü iiälo; leggende siinili a (juelle di Abbä Bälo vi si aar«
rano di Abbä Baghibo (pag. 157); i Porioghciii .Sij^äro e SätrS sono due sflldati
portogheai Sigaro e Sap^ra. Anc» l'Abbfi Kägo pag. 266 — 267 potrebbe essere
il medeaimo con Abbi Risi (per il facile scambio Ira 4 e Abbi Magll e
Abbi 6ifir sono il 13." e il 14.*» dei regnanti noverati a pag. 540. Ma basii
aver ricbiamato i'atteozione au queste notizie, aul valore ddle quali non e
qui opporkuDo trattare.
185
Proben aus amhaiiscliem Volksmunde.
Mitgeteilt von Eugen Mittwoch.
SelUlem I. Guidi im Jnhre 1894 einen Band amhai'ischer Sprichwörter,
Gedichte und Erzihlangen * herausgab, ist keine größere Arbeit dieser Art
endiieneii, und jene Saninilung ist so bisher die einzige geblieben. Um so
lieber habe ich die Gelegenheit, die sieb mir im Laufe der beiden letcten
Jahre bot, benutat und aus dem Munde des Lektors am Seminar fttr Orien-
tslisdie Sprschen, Henn Aleka T^e*, was er an amharischer Vollisliteratar
icD Gedichtnisse hatte, aufgenommen« So ist eine betrlchtUehe Sammlung
7.u.stande gekommen, in der die mannigfachsten Äußerungen des smharischen
Vollcsmundes Tertrcten sind, Sprichwörter, Scherze und Rätsel, Gedichte,
i^trophen und Verse, Erzählungen und Anekdoten, Fabein und Parabeln,
lünderlieder und Kinderspiele.
Es war im Anf;tn'j;p nicht i^^niv/. leicht, dem ^elelirten Alak'a Interesse
für diese.s (Jebiet einzuiloßen. So beieitwillig er auf alle Fragen nach den
verschit'iiensten Verhältnissen im heutigen Abessinieu einging, so fjera er
sprachliche, geschichtliche und namentlich theologische Dinge bespnich —
diese sind, wie wir aus den Berichten von Rohlfs und schon vorher von
Ludolf wissen, das LbUingsgebiet eines jeden Abesriniers — , daß es dnen
Sinn hsbe, Fabeln und Kinderlieder niedersuscbreiben, mochte er nicht
recht einsehen. Schließlich ließ er sich aber doch davon Qberzengen, daß
diese Texte uns vor allem dnen Blick in die Seele seines Volkes j^tatten
und daß sie auch in sprachlicher Hinncht fftr uns von Bedeutung sind.
Diese Bedeutung liegt sowohl auf dem Gebiete des Lexikons wie de;n ^ r
Grammatik. Denn in den CrzShlungen, die sieh von Mund zu Mund fort-
pflanzen, kommen Wörter vor, die wir in keinem Werke der Sctu'ifUite>
ratur antreffen; und in den Ratsein und Sprichwörtern besonders, aber
auch in den andern Texten, lia! pn «icli Fnnnf^n und Konstruktionen er-
halteo, die heule in der lebeiuligefi bpractie niciil mehr jj;<'bräuclilich sind.
War aber da.s Interesse meines Gewährsmannes für dea Gegenstand
erst einmal gewonnen', so wurde er nicht müde, immer neue Texte aus
' Proverbi, strofe racconti abissini, tradotti e pnbblieati da Ignssio Ch^di.
Bona 1894 (im folgenden mit «Guidi, Prov.« bezeichnet).
' So achreibt mein Gewfthrsmann seinen Titel und Namen mit lateinischen
Bacbstabea. Nach der im folgenden gebraachten Transkription würde er lauten:
AlftVä Taia-
* Den AuMdilag gab ehi ambsrisehes Sfmchwort selbst (siehe ttuten Ali*
•duutt I, Nr. 13): »Was nnr mllndlidi fibeciielbrt wird, wird vergessen; was im
Bad» ist, Ueibi u Eriunenu«..
186
Mtttwocb: Proben atis auiharischeni Volksmande.
der Erinnerung herbeizuschaffen, wobei ihm das glänzende Gedächtnis. da>
uns an den Gelehrten des Orients immer von neuein in Krstaunen setzt,
sehr zustalten Unm. Ks ist niii- dalii-r e-iie I ler^enspflicht , Herrn Alelca
Taje auch an dieser Stelle für (iie große HtM-cilwilli^kcit, mit der »r wiir
sein Material nuindlich und sciiriftlirli id)ernii(telte , und fur den nimmer
erlahmendeu Eifer, aal dein er auf meine wiederholten Fragen ' sprachlicher
und wchlicber Art einging, auch au dieser Stelle meinen Dank aiiszu-
spreeben.
Aus den Texten, die ich so gesammelt liabe, bieten die folgenden
Blltler eine kldne Ausleset die tod Art und Form der verschiedeoeo
Gruppen der emharlschen VoIksUterafur Zeugnis abl^n soll. Es Itsm mir
an dieser Stelle vor allem auf die sprachliche Seite des Gegenstandes an.
Ich habe daher auf eine genaue Transkription und auf grammatikalisdie
und lexikalische Hinweise das Hauptgewidit gel^, dajuegen von verglei-
chenden Untersuchungen über den Zusammenhang unsrer Texte mit deneo
andrer Vnlksliternttiren vOUig Abstand genommen. Auf einige Paralleleii,
die sich einem gleich im ersten Augenblick aufdriingen, weise Ich hier ia
der Einleitung kurz hin.
So ist schon im ersten Abschnitt die Berührung v.>ii amharbchen
Sprichwörtern mit denen andrer Volker des Orients vielfach äußerst
frappant. Das ist mituntei- sicheilicli l in bloßer Zufall, der uns l)d Spridi-
wortern nicht wundernehmen kann. Manchmal aber ninG geradezu Ent-
lehnung vorliegen. Hierfür nur ein Beispiel. Das SpiichwDrt (Nr. 5): -Wer
einen Greis lehrt, .schreibt auf Wasser; wer ein Ivind lelni. schrt il t auf
Stein«, stinmit mit einem arabischen Worte', das ich in Ägypten öfter ge-
hurt habe, auch in der Form so überein, daß man liier an eine unmittW-
bare Überoabme denken muß. Den meisten Sprichwörtern eatstrSmt jedoch
ein echt abessinischer Erdgenich. Sie teugen von einer innigen Vertraut«
hdt mit den Schwachen und Vorzügen des Menschen in den verschiedensten
Stftnden und Berufen und von einer sdiarfen Beoliachtung der unigd)eD-
den Natur.
Recht harmlos erscheinen uns die Scherze» von denen ich im ILAth
schnitt einige mitteile. Doch gerade an ihnen scheinen die Abesstnier be-
sonderen Gefallen zu haben.
Die Süßere Form der Rätsel (Abschnitt III) ist immer dieselbe. Wer
ein Ritsel aufgibt, ruft zunftchst das Wort XT^AII < «i^Wslfitt oder,
' Manche Wörter, bei denen man zweifeln konnto, ob ein Laat einfach oicr
doppelt gp<?proclien werde, manche Wort\ erMiulung, bei der mir der Satrakront
nnsiciier schien, habe idi — niöglichüt unaufläHig — dutzeudeinai mit ihm be-
sfwciieii.
übrigens ist die Fnrni dieses amharisdien Sprichworts nel literaiiselier (i||f7
als das sonst der Fall isi.
^ kj .- L,d by Googl
Mrtwocr: Pkoben Mtt MnhiriMhem Volkraiiind«. 187
wenn er sich «n eine Frau wendet, ?i'J^4'A7i * mk^^ok^^^l^ ^. Der An-
geredete erwidert: 'was soll icii dir wissen?*, d. i. «was soll ich raten?«
Dann folgt das eigentliche Ritsel, das immer n^t dmi Worte K^D^A^ *
»ifäJle'^lin «wisse mir« = »rateU scblieiBt. Dem Inhalte nach liegen uns
die Ritsel meist recht fem. Ich habe daher auch die Lfisung jedesmal
angegeben.
Sehr beliebt sind bei den Abessiniern Wortspiele, wie ieh sie im
IV. Abschnitt mitteile. Man nennt ta.6 geradezu KTC? ' omar^ü^ »Am-
harisches«'. Sie sind meist in Versform gehalten und werden dann von
den Azmaris', den fahrenden Sängern Abessiniens, gesungen. Sind die
Verse der Azmans in Abessinten Oberhaupt sehr beliebt, so gilt das noch
viel mehr von Versen, in denen solche Wortspiele vorkommen. Sie ver-
hreiten sich rasch im ganzen Landf^ und bringen iiircu Srmi;«*rn, die meist
auch ihre Verfasser sind, Ruhm und daneben auch reiclie, klingende Mimyt- fin.
Das Ainar^ünä-Wortsjiiel kommt immer in trleicliei- Weise zustande.
Aus einem Verse, gewöhidich dem letzten, kann man, je nachdem man die
Wfirter abteilt , zwei kleinere Wörter zu einem Ganzen vereinigt oder ein
grades Wort in swei kleiiiere serlegt, daea doppelten l^nn iHHnnisleseD.
80 kommt im Amir^AI^ der Wortwits lu seinem Rechte, und es unter»
•eheidet sich so von der A^^* 1 0C¥ * »ämhmi •Wachs(form] und
Gold« genannten allegorischen Flgur^ Da die doppelte Bedeutung des
Amiriß&i nicht immer ganz durchnehfig ist» habe ich sie in den erUbitemden
Bemerkungen immer hervorgehoben.
Der y. Abschnitt enthält Lieder, Strophen und Verse. Das erste Lied
gehört den y&ji'o, einem Stamme, der in der Mühe des T'inäsees wohnt ^
an und hat auf die Hauptbeschäftigung dieser Revölkeninp;, den Nilpfeid-
faiig, He/.ug. Das zweite Lied, in dem dir Liebe zur Heitnnt tinen rüliren-
den Ausdruck findet, ist im ganzen amharisclien Sprachgebiete heimisch.
Nr. 3 — 7 sind Strophen und Wrse , wie sie von den Azmaiis (s.o.) ge-
sungen werden. Nr. 3 koiüiiiiL in seiner allegoi isierenden Art einem Aom^nn^
^r}( nahe, ohne geradezu ein .solches zu sein. Den übrigen (Nr. 4 — 7)
sidit man es auf den ersten Blick an, worauf es dem $Snger vor allem
aiduim. Der Wunsch nach Belohnung läßt den Asmiri das Lob seines
> Das Wort lantet im Tigrina ^^♦/h'J^A^'f*^* » und ist dort anklarer
Etymologie; vgl. F. Gallina, IndovineUi Tigray in L* Oriaate, rivista trimeatrale . . . .
Voll, Roma 1894, S. 28—33.
3 Aus dieser prägnanten Bedeutung des Wortes erklärt sich, wie ich ver-
nnte, die Phrase, die Ooidi, Vocabohurio & 421 mitteilt: f CA- > h^^iV^' ^ h
A7Q^^ s -non ho capito quelo ehe diee«, wSrdieh wohl =s. »seui ^mhariscbei^,
Mine Anspiflivog ist mir nicht anfgegangen«.
' Vgl. Globus LXX\ri, 8. 278 ; dort auch die Abbildung eines Amnan.
* Diese ist im wesentlichen ein Gleichnis; ein und dasselbe Wort ergibt, je
nathdem luati es iui eigentlichen odf^r nhertraf^^rieTi Sinne nimmt, swei Bedentongeo.
Vgl. Guidi, Prov. S. 64; Amriräun.i -WorU^jm ic rbenda S. 54 0".
' Näheres über den Stauini unten in den Bemerkungen zu die^eai Liede.
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18S
Mtitwoch: PlT»ben «u •mhariMAem Yolkaiininde.
Herrn verkünden. Recht naiv äußert in Nr. .5 ein solcher Singer seinen
Wunsch, zur Mahlzeit des lieirscheivs geladen zu werden.
Von den fünf Krzählungen und Anekdoten, die den Inhalt des VI. Ab-
schnitts bilden, {>;ilt dasselbe wie \i>ii i!pn Sprieiiwoiterii. Bald sind fs
Erzäiilungen , die der WeltUteraUn angeliöten, wie (Nr. 1) die Geschichte
von K5oig Rainpsinit, der den Dieb, der in seine Schatzkammer em-
gebrochen y aeliließtieh reich belohnt und tu seinem Schwiegersöhne macht,
eine Geschichte, die schon Herodot* enihlt. Ebenso verhilt es sich mit
der weitverbreiteten Sehnarre von einem dummen Richter (Nr. 2). Dieser
verurteilt einen Msnn, der einem Hsulesel den Schwans abhaut , wodurch
eine schwangere Frau» die auf dem Tiere dtst, herunterftilt und eine Fdil-
gebart hat, zu zweifachem SchadenerMte. Der Ubelt&ter soll den Maulead
so lange auf eigene Kosten filttem, bte der Schwanz nachgewachsen ist,
und er soll ferner mit der Frau» die er zu Schaden gebracht hat, ein Kind
ersengen.und die.ses dann ihrem Gatten zurückerstatten'.
Auf der andern Seite finden wir Geschichten, die, mögen sie auch
zum Teil aus der i" Venule stauimen, doch ein einheimisches Gepräge er-
halten haben. So (Nr. 3) die Erzählung von eiiieui dunnm r» Manu uud
seiner klugen Frau, die durch eine eigenartige List den König, der ihrer
begehrt, von seinem \ orhaben abbringt*, oder (Nr. 4) die Anekdote von
einem SchDler, der sich von einer Fi-au GeU^eidekorner, vermutUch seine
einsige Nahrung, rösten lassen will. Er sieht xu^wie das geniadlige Weib
sdbst die Körner snlißt, und ergibt sich mit Humor und Wits in sein
Schicksal. Die fDnfle Geschichte gibt die Erklirang einer in Abessinien
viel gebrauchten sprichwörtlichen Redensart* Sie steht in einer Rmhe mit
vielen Erzihlungen, wie sie arabische Sprichwörtersammlungen zur ErklK-
rung gangbarer Wörter anfuhren.
Aus der großen Zahl von Fabeln habe ich im VII. Abschnitt vier
herausgegriffen: zwei Fuchsgeschichlen (Nr. 1 und 2), eine Frzählnng von
sieben Löwen und einem Ochsen (Nr. 3), in der der Konflikt zwischen
Fleisch- und Pllanzenfresser zu einem tiagikomischen Knde fühi-t, und
(Nr. 4) eine (leschiclite von einem jungen Leoparden und einer Jungen
Zie^e, die harmlos zu^sanunen spielen, ohne sich ihrer Starke odei* Schwäche
bewußt zu sein, bis sie von ihren Müttern hierüber aufgeklärt werden.
Die Transkription, die in den folgenden Blättern angewandt ist,
weicht in manchen Punkten von der bisher üblichen Umschreibung amha-
rischer Texte at>. Es liegt ihr immer das gesprochene*, nicht das ge*
' Buch II, Kap. 121 1.; vgl. Kühler in Benfeya Orient und Okudeot II, 303 £
* Vgl. P. Gasanova, Karäkoüch (LisUlnt %ptieo, La Caira 1898), S. 487.
* Das Motiv der adiMidiaften sahlenmlßigen Bestinmnqg der GrfiOe
Erde» das im Eingange der Geschichte verwandt ist, ist weit verbreitet,
* So erklären 8ich kloiiiö Differenzen in der Umschrift deaselben amhariaeiMo
Wortes an verschiedenen Stellea.
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Mittwoch: ProbeD mib unharisehem Volksmunde.
189
8cbriri>eDe Wort tngrond«*. Fflr «mluiriache Buchataben, denen in einer
frühem Sprachperiode aucli verschiedene Laute entspreehen* die aber heute
lantlich vdtt^ sosaminenfallen , wenn auch die konservativere Sdirift die
verschiedenen Schriftzeichen beibehalten hat, fur solche amharische Buch-
stibon rrsclieint in der Translcrijition nur oin piii7ig«\s Zeichen. Umgekehrt
wird ein uiiJ der.seU)e amharische Buchstahe durcli verscliiedeiie lateinische
Zeichen ersci/t. je nachdem der betreffende Laut unter dem Hinlhisse be-
nachbarter Laute auch verschieden gesproclien wird, l^ute, die nur sehr
schwach gesprochen werden, bezeichne icli iu üblicher Weise durch hoch-
gestellte Zeichen. Ist ein solcher Laut nocli llüchtiger, so daß er last über-
haupt nieht mdir hörbar ist, so setze ich das hochgestellte Zeichen außer-
dem noch in Klammem.
Die Konsonanten.
Den 38 Konsonantenschriftzeiehen ' drs amharisrhen Alphabets ent-
spreclieii niu- 27 verschiedene Laute, da 1. f/, f|i« "*'d fl, 2. U> uud
Ay 3. K ""d fl. 4. j( und 0 in je einen I^ut 7.iisatninenlallen.
Dabei gelten folgetide ICntsprechungen (die mit einem * bezeichneten
Laute werden weiter unten u&iier eridärt);
•1.
a, A, und H = Ä Ö) = ♦
2.
A
= 1 =J
3.
•4.
09 und A = « =s
•5.
= r = J
6.
V
= i =
♦7.
♦
= ^* ss: U
•8.
n
= 6, mitunter p
9.
+
= < = C»
10.
= d" = pera. ^
♦11.
= II (il, m) s 0
•12.
= n
MB.
h
und (1 = leichter Einsatz vor
* Da mein OewUuramann ana der Gegend dea T anaseea stammt (vgl. Miti. d.
Seiri. f. Orient Sprachen, 1906, II. Abt., S. 112, = S. 2 dea Sonderabdruckes),
so ist seine Anssprache im wesentlirhon die von Condar, wo er übrigens lange Zeit
L'fwnhiit hat. Diese gilt in ganz Aliessiiiicn aJs die nonnale. Der Dialekt von Schoa,
also aadt der von Adis- Avgva, dor Hauptstadt des Landes, weicht in mancher Iltn-
aidit ab.
* Dabei ist jeder Bnehatafae mit aeben venchiedenen , dnmh den hinu-
tnlanden Yokal bedingten Modifikatlonan ala ein ehnigea Zeichen gerechnet
* = II.
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190
BbnwocH: Firobaa uu ambarbdiam YoUuniiindfl.
14. h = k =
•16. IP =tf »J
16. M = z = j
17. If s ss pen. j
M9. A = d
20. = ^* = ^ naefa syHsdier Auaaprtebe
21. 7 =^ jf ^ '^'^ Igjrptiadier Aussprache
•22. m =f =fc
*23. A s
•24. k =P
*25. A und 0 = « = U
26. A =/ = J
•27. T = p = pers. y
Die Laute, denen kein * vor<2;e5etzt ist, bedürfen keiner licsonilf'ra
Bespreclning, Sie gleichen den entsprechenden arabischen Lantf'n. hh
mochte nur noch liervoiiieben , daß s, z und 9 am Knde des Wort stimm-
haft begunntn, aber mit Finst«pstimuie zu Knde gesproclien werden.
Zur Charakiei iüieruug der Tihrigen Laute diene folgendes:
Zu 1. Die vier verschiedenen Zeichen werden heute vollstindig gleicli
gesprochen". Im Ankut und Initut ist m das gew&lmUehe deiMsche A, ohne
Rdb^eriusch. Im Auslaut, besonders im SalBx der 2. Fers. Sing. Mask,
des Perfekts \ aber auch sonst, wird es vdsr gesprochen. ISs ist dsns ein
Leut swiscben k und dem odl-Lsut} Ich gebe ihn mit ^ wieder. Das k
im Suffix der l.P«ns.8ing. des Perfekts wird nur sehr leise gehaucht, t.E
yiOh = ngm^
Zu 4. IP und A werden unterschiedsloe wie fi«ns9sisches s in ms
gesprochen *.
^ Franzöaiachea J ia je,
* Bei II, und ') gilt das audi fiRr die heutige Ausspradie des AAio|HMA«i.
* Dieses t| oder ist ans )f| (h), k, entstanden. In Sehoa «pridik sw
f&r n^arh auch gersdesn naggwrk»
* Ebenso anch In der heutigen Aussprache des Äthiopischen. lu Europa
umschreibt man |p gewöhnlich mit Die abessinischeii Gelehrten wissen, wie mir
Aleka Taje sagt, von einer frühern Atiss])rache des |M wie •< nichts, l'nter
lebt die Tradition, man habe in alter Zeit |P wie I (vIj) gesprochen. Das würde
für die Fälle, wo äth. |P mit anib. ^ gegenüber araui. n und hebr. « Qbereiu-
stimuit, gut passen.
BfrnwocH: Proben aas amharbchem Volkamnnde.
191
7m > C ist Zuni^f^n -r. Kinem folgenden « animiUerfc es sieh gern.
Zu 7. 22. 23. 24 und 2.0. Ok, A« K und 0 sind emphatische
Kehlkopfverschlußlaule. d, h. sin sind mit Pi-essung der bt tivfTcnden Organe
und niit Kehlkopfverschluß zu sprechen So wird z. B. beim 4* zunächst
ein arabisches ^} artikulier^, dann eine Weile die Stimmritze fest ver-
schlossen; hernach wird unter stark explosivem Geräusch mit festem Ah-
salz der daau gehörige Vokal gesprochen. Man könnte das Wort 4*1 >
an besten arabisch mit J VJ ifr*an transkribieren; t = j L* ss ^'ffrrj.
Ebenso verhSIt es sich nüt den Qbrtf^ Lauten dieser Gruppe.
Detiinach ist m = z* B. mjS^ ~ ^ = 5 =: /'^d^
OL = jTj a. B. aSL0»/i • = > ^ = jTfWMiiiffrgu
=. j/ kommt nur in Wörtern, die auä dem Äthiopisciien übernommen
sindt vor. Diese and übrigens im Ätliiopischen auch bereits Fremdwörter;
sie stammen zumeist aus dem Griechischen. Man spricht etwa das empha-
tische g des Syrischen in dem ebenfalls aus dem Griechischen stammenden
Worte ^Jt^biJi mit Kehlverschloß*.
]( und ß lanten, wenn man sie als solche spricht, völlig gleich, nlm-
lidi wie emphatisches, mit Pressung gesprochenes s (^) mit fol^rcndem
\ ersciilnL> der iSlimnu'itze, alsu i = ^ = *4/<i' der Aussprache
werden sie jetzt zumeist durch m ersetzt, das auch schon in der Schrift
rielfacli f&r sie eintritt, also = oTU» ^ f4^Q*'
Wird ein solcher emphatischer KeUverschloBlaut verdoppelt, so wird
tunichst der emphatische Laut mit Pressung doppelt gesprochen, dann erst
' Im Georgischen gibt es ähnliche Laute; bei den entjprechraden Lauten dea
.Armenischen ist die StimiuntzL' viel kTir/.tTe Zelt -jesdilossen (vgl. Sievers, Plioia-tik
§ 365). Doch scheint mir im Ainliarisflicn audi gegenüber dem Georgischen die dem
Keldi'ersdiluß vorangehende Preü^iuiig der Laote selbst viel intensiver in sein. Ich
idureibe daher k\ ( usw., nicht k\ f (wie im Georgischoi).
* j»' nnd p können, w^ dem Abessinisehen wrsprfln^ich Iremd, von Lsntsn
aas dem Tolka vielfach nicht gesprochen werden. Diese erselien sie dordi h (wie
dss anch im Arabischen der Fall ist).
• In der hentigen Aussprache des Äthiopisdien werden und 0 immer wie
* (nie wie /') gesprochen. Die Angabe von Trumpp, ZDMG. Bd. 28 (1874), S. 518 f.,
•Kein Äbessinier wird je in der Ausspraclie fl^ mit 0 verwechseln. 0 hat den Laut
vou t» (y) und untersci leidet sich von ^ dadurch, daß es nicht explosiv gesprodien
wird«, (dNinso P. Rsapt, ZA. II, S* 264), beraht auf einem Irrtnm, nnd die Be-
BMritoDg von Praetoritts (Grammstik der T^griflaspraehe, S. l2^, «daO zwis^en den
Zisdilauten ^ und ß in Anwendnug und Aussprache kein fester Unterschied im
Gc-Jei sei-, bleilit gegen Trumpp zu Recht be.-stelieii. Hieran mochte ich noch die
Bemerknng .schließen, daß nacli abessiiiisclicr Tradition 0 ia alter Zeit wie f ge-
sprochen wurde; d. b. 0:iM = X*A (^g'- 3- Anm. 5).
192
Mittwoch; Proben ms ■mharlieheai Volktinttndo.
erfolgt die Kx plosion und der feste Absatz. Ich schreibe io solchen Fäileo
Wf U\ cc" usw.
An dieser Stelle möchte icli noch bemerken, daß das 4* Sclua
ähnlich wie das ^ in verschiedenen arabischen Dialekten zu einem Hama
wird^ Es unterscheidet sich dann vom h. ^urch, daß dieses mit letsem,
4* aber mit festem Einsatr gesprochen wird. So lautet das Wort flf'A*
in Gondar hqJcalOy in Schua etwa bcTglo.
Zu 8. n ist bald unser 6, bald deutsches dentilabiales tr, das ich
durch V wiedergebe. Die Regeln , wann es wie der eine oder andre T.aut
7.U sprechen ist, stimmen ungefähr mit denpn im Hebräischen oder Syrischen
öberein. Im Anlaut wird imn er h gesproclien, außer wenn ein Wort sifli
so eng an ein vorangehendes vukalisch aiLslautendes Wort anlehnt, daß
beide Wörter gleichsam eine Lautgruppe bilden.
Im In- und Auslaut folgt auf Konsonanten gewöhnlich b, z.B.
I alhdllatn «er hat nicht gegessen«, T^P**«!! — famby hingegen «nf
Vokale (auch den fluchtigen unbestimmten Vokal; .s.u.) r, r. B. «fflC *
= ^^qvqroy > = if'vdl. Wo in der heutigen Sprache u auf einen Kon-
sonanten folgt, hatte dieser in einer frilbeni Sprachperiode den fluchtigen
unbestimmten Vokal nach sich, a. B. KAIlAj^ > (genau so geschrieben
wie 5 Zeilen zuvor) = ofo^bn» >ich esse nicfati, entstanden aus o^e^fasi*.
Ebenso hPH^ > ^ Sntf&mi «er Ißt nicht« , entstanden aus «ihtffan.
Verdoppeltes 0 wird, wie im Hebriisdien und Syriscfaen, immer
wie ft6, nie wie ev gesprochen, z. B. Kj&IIA^ > (genau so gesehrieben wie
8 Zellen zuvor) =^ t^ih^am »es wird nicht gegessen«» entstanden aus t4fA4ikm\
AQ^ I =5 Sff&5ffro «er zerbrach*.
Ffir h und « im Aualaut gilt die Bemerkung zu s, { und ^ (S. 190).
Zu II. ) ist im allgemeinen unser also dentaler NasaL
Vor b und / wird der dentale zum labialen Nasal, also « EU m; Z.B.
IPiflC* =tfdmbgr .Stuhl«; <D1^^ l = ^m/tt .Sieb>.
\'or ff, k, A*' wird der dentnlc /.um velaren Nasal, also n rn « (dem
deutschen n vor Ar*); z, R. ' — mff'da -Fremder«; • =
mqngqd »Weg«; ' =^ ämffil >JungfiniU«^
' Vgl. Iseuberg, Gratumar of the Amharic language S. 7.
* In solbhea Fennen wwd das flOehtige ■ nie mehr gesprochen, mri
1. Pen. Sing, des nagieiien Lnperfekts von sdiwsdien Veiben ontenchridet sidi
von der 3. Pers. Sing. Maak. dca negierten Perfekts nur dadurdi, daß In Jener der2.Ba-
dikal einfacli , in dieser doppelt gesprochen wird; man sclireibt t. B. in beiden Fillen
spricht aber almö(am = -ich konuue nidit«, hingegen alMottam =
•er ist nicht gekommen«.
* wahrend ün Dentschen die Verbindung ny, x. B. in' Engel, wie Uoflas *
lautet, i^ricbt man sie fm Amharisdien wie Nor in dem ins Deetscbe Qbar-
gflgangeoen Wmrte Kongo — darauf hat midi Herr Professor UBinhof eimnal asf-
merksani gcinaclit — sprechen auch wir fig.
* In der lieiitigen Anasprache des Äthiopischen hingegen immer ty, idkt
(nicht n^, »ir, hii).
Mittwocb: IVoben ma amhurtfchem Volksmimd«.
193
Zn 12. *f iat der palatale Naaal, wie das spanische it (daher auch
durdi dieses Zeichen wiedergegeben) oder daa italienische gn. über den
leudichen Unterschied zwischen iff und nfe aiehe unten bei den Bemer-
kuDgeik zum V. Vokal.
Zu 13* S und 0 werden nur als leiser Einsatz vor Vokalen ge-
sprochen. Ich transkribiere sie Qberfanupt nicht Im In- und Auslaut ver-
schwinden sie in der Aussprache zunifisr «^an?. tinrl jjar, oft auch schon in
der Schrift. So liest man das Wort /^d A * (»Bild«) nicht nu-hr ^ mit
Einsatz, vor dem », sondern und schreibt daher auch schuu /^A'*
Zu 15. und 18. dl und ^ sind ff und also »unsilbisches« « bsw. t.
iO. f. <P. ^ usw. lauten genau so diphthongisch (ua bxw. fd, ifif ffä, iä)
wie hO^*f tif^ mw. {(^tf gQ. Siehe die Bemerkungen zum I. und iV.
VokaL
Zu 19. ft ist zerebrales d.
Zu 22. bis 25. siehe unter 7.
Zu 27. 1*« p kommt uur in Fremd wortei'O vor; üiehe die Bemer-
kungen zu
Die Vokale.
Der Unterschied zwischen den einzelnen Vokalen ist im Amhsrischen
nicht sowohl, wie man das gewöhnlidi darstellt, ein quantitativer, als viel-
mehr ein qualitativer. Nicht die L&nge oder KOrze ist fllr einen Vokal
charakteristisch (sie hingt von Fsktoren ab, die wir noch besprechen werden),
sondern es kommt vor allem darauf an. ob ein Vokal eng oder weit
gesprochen wird. Auch der I. tind IV. Vokal uoterscbeiden sich nicht
als a und a; denn auch der IV, \'((kal wird, wie wir sehen werden; mit-
unter kurz gesprochen. Vielmehr ist auch bei ihnen der Unterschied ein
qualitativer'.
Der I. Vükal ist ein außerordentlich enges a. F> ähnelt dem deut-
schen vveitea e in Mensch, liegt aber etwas naher nach a zu. Ich um-
schreibe den Laut mit g; z. B. (|^ j = batii >Ochs« {bq beinahe wie
Be in Bern). Noch etwas lAher nach a zu 1i^ dieser Laut durchgangig
nach ^ meist nach ^ ff^^ k, oft tjach f %, zuweilen auch vor diesen
Laoten. Ich umschreibe ihn in diesen Fällen mit 9^ z. B. ^IXT * i:*9nd
•Horn« f ' g9dda^ »er hat getötet«. Auch dieses q ist unserm s noch
viel niher als unser a. Von letzterm unterscheidet es sich, wie schon
hervorgehoben, qualitativ vollstindig.
So kommt es, daß der Abessinier, wenn er deutsche Worter mit am-
harischen Buchstaben achreibt, den amhariscben 1. Vokal nicht (tir deut-
sches kurzes a, sondern für e verwendet; Z.B. Berlin = flCAal sen-
den = If I. Deckel HllA >» hingegen auch unser kurzes a durch
den IV. Vokal wiedergibt, z. B. Mantel s= ^i*A *> Kasten = i.
* Audi hebriUsehes Fathaeh nnd Kameft sind , wenn auch in anderer Wdse,
qualitativ verschieden.
mt d. takfi (hkBt flpntohM. im 0. Abt. 13
üigiiizuQ by LiüOgle
194
Mrmrocn: Proben tarn amhariadieiii Vblluniiinde.
Nach ]i lautet der I. Vokal zuweilen wie g, Imufig aber wie a; z. B.
0>fi = mdft »71!«. aher (QDIH = iMinz -Fluß«*.
Mit lolgcntU'in 0h n odor f vwbindi-t sich der 1. Vokal zu einem
DipiahuKg, der ebenfalls eiigfr i.st als unser au oder ai. Ich umschreibe
iJin mit und z. B. AlO* — «Mensch*. Deutsciies au z. B. läßt
sich in ambarischer Schrift nur durdi den IV. Vokal vAi folgendem tfh
medergeben ; z. B. Baum = fiOhf^ i .
Nach }%, fl, 0> uod *), also nach dem leisen Einsatz zu Begiuu
des Wortes und nach A wird niemals der 1. Volcal gesprochen. Wo er
in der Schrift erscheint, wird trotzdem der IV. gespn>chen, d*h* qualitaür
weites, quantitativ bald langes, bald kurses a\ s. B. i = ^ aHuad-;
aber 0^^^* — kaeiam »reich« (sur Künce dieses weiten a siehe die fot>
genden B^erkungeo sum IV. Vokal)'.
Der IV. Vokal ist, wie schon herrorgchobeD, immer weit (offen) tu
sprechen. In quantitativer Hinsicht kann er 1. lang, also a, 2. weniger
lang (halblang), also tt, oder 3. geradezu kurz, also a , sein , je nachdem er
1. in betonter \ oder 2. unbetonter offener, oder 3. unbetonter gesrhli ^sorfr
Silbe steht; z. B. «^C; i ^. sar »Kraut-, >5> i = damj, «hHlen., «|»/J>S t "
k\tfiäfid -Loch« , wenn die zweite Silbe betont ist. Wird .diri (sielu' darüber
weiter imtcii) die dritte Silbe betont, so l;uitct dns.seU)e Wort k 'U^'i'la.
Fullen .1111" (■inen l\'. \ cdüd zwei Konsonanten oder ein vei"<!iij)[»<-lttT
KonM>naiit, .so wiid er aucli in betonter Silbe nur sehr .selten laug, iu drii
meisten Fällen kurz gesprochen*. So erklart es sich, daß die Form de.«
zusammengesetzten Itnperfekta oder Perfekts immer auf d/ endigt; u B.
j^'V^^A* = ^nq^dt »er spricht-; denn diese Form ist entstanden an«
f'^*^C ' l^h ' ~ i'^'igr dlffj. Nachdem der Endvokal geschwunden ist,
spricht man das / nicht mehr doppelt', doch das weit^ a liletbt kurz.
Mit folgendem |P" und ^ (ff und i) verbindet sich der IV. Voksl su
einem Diphthong, d<nr so ziemlich deutschem au und ai ent^priclit (s. o.l
Dabei la.s.sen sich in cpiantitativer Hinsicht ebenfalls Sff und von Off tmd
ai uoteix-ii« id< n . je nachdem der Diphthong in einer betonten oder unbe-
tonten Silbe steht*.
Für den II. und V^ V^okal (u und i) ist eben.so wie fHr den 1. die
Fncje bezeichnend (also fi'j;rntlirh y und i). Ich schreibe sie mit MoLViü
u und if da es daneben andre (|uaiitativ verschiedene u und i nicht gibt.
■ Auel) )|o 7** asw. werden bald wie kna, gua^ bald wie kmit pud (oder
k"df jfd) gesprochen.
' Daher werden in äthiopischen llaudsctu-iiteii ^ uud || und y uaw. sooft
verwechselt.
* Dabei ist es gleichgültig, ob die betraffende Silbe einen Hanpt- oderMabentoa
(s. n.) hat
* Dasselbe gilt natürlich sttch Itir Ji^; beachte den Unterschied swiidien
s=: ill 7 fr Ha<;tP - und =: dlla .er war».
* iSieiie unten S. 197 Anm. 1.
* Über den Diplitliong iu gest-hiosseucr Silbe s. u. S. 196.
Digiü^Lü Ly Google
Mittwoch: Proben aiu amlianschem VolUmundo.
195
Det QutntitiU iMch können sie, genau so wie a (der IV. Voksl), 1. lang,
2. halblang oder 3* kur« sein, je nachdem sie in betonter, oiTen-unhotonter
oder geseUosaen-unbetonter Silbe stehen; z. B. 1. IhA'h t = hMlgt, '}7'/^ *
= n^gu$t » = /ÄrÖr, fl.^%i = f^»4ffr -wenn er spricht, (von i);
2. «1111" > =Mzw, >fl<. I n^Morit, 0»h^ > = mqkin, > = 3. ihA- >
= Atfitö, ^^IKI * = ffimbun, i = gisßi*, fl.l^C > (genau so gesclineben
wie 3 Zeilen zuvor) hwn4gr »wenn gesprochen wird- (von ^If^ >}.
Der V. und VII. Vokal zeichnen »ich, wie der IV., durch ihi*« Weite
aus. Auch sie können mit bloßem e und o uinschrielten werden, da es ein
eng&« e oder o im Amharischen nicht gibt. Diese beiden Vokale liaben aber
nocli ein zweites Clirir akteristikiini. Hi rii \'. wit d pei n ein {, dt'm \'ll. ein
fi vnr*jeschlap;f»n. (Jan/, leis»' ist difscr XOrsclilrii^ . w'w liirr r-iii für allemal
Ifcaierkl sei, immer zu hören. In der Trunsk l iption drück*' ich (kis i und
nur dort aus, wo dip>e beiden Laute vor e b/<w. o beMMidcis dfutlicli in die
Erscheinung treten; z. B, fl^ * harii »Sklave«, * - rufSda »Ebene-,
Xt^ > = h^oTuj »er wurde«.
Aus diesem Vorschlag eines { bzw. ^ erklaren sich zwei Tutsachen
der amharischen Orthographie sehr gut, n&mlich 1. daß man hei i- haltigen
Lauten, wie % selbst und n, den L und V. Vokal in der Schrift miteinander
vniauschen kann (man schreibt a. B. iHr das Suffix I. Pers. Sing, sowohl
fb als aueb f und flflr ;f"f ■ »er erschien« auch ;i"fK» (Qr Kl7 ' >uch
■) und 2. dafi fQr ^ usw. heute gern der VIL Vokal (fl, ^ usw.)
geschrieben wird; denn )|> ist, wie wir gesehen haben, = kud oder Ar*<f,
|l = kto (mit weitem o). Der Unterschied ist also so geringfligig, daß
man das aoe mit dem andern vertauschen kann*.
Die Quantität des V. und VII. Vokals hingt wiederum davon ab, ob
die Silbe betont oder unbetont, offen oder gesciilossen ist.
Den VI. Vokal' kann man als den -unbestimmten Vokal-, be.s$er
noch tils den •gemischten Vokal«, bezeichnen. Er klin<j;i bald wie ein über-
weitesi, bald wie das deutsche e in (Jabr-. Irb umschreibe ihn ntit^; z.B.
AJS t = U§ .Kind., ^XrC« = mid^r* .Erde-'.
> Spridit man sehr langsam, so ist die erste Silbe ofTen, and das Wort
lavtet dann Gewöhnlich aber aclilägt man Aaa z /.ur ersten Silbe. Diese ist
dann ^esrhlnssen ond onbetotti; daher wird i kurz. So erklftrt sich die Schreibang
|hA«2|t I usw.
* Wenn auf n ein V. Vokal fulgt, so unterscheidet sicii dieses nie von m
(dem palatalen Nassl mit dem V. Vokal) genau so wie frantosnehes gn von italieni-
schem gn.
> Dafl das SchrifUcichon des VI. Vokals gleichzeitig auch die Vokallosigkett
anzeigt (wie im Hebräischen), ist neben dem Mangel eines Verdoppetaogszelchens
die H»apt^chwienj!;ke)t der anilinnHclicn Schrift.
* So iin Amharischen. Liest man dos Wort Sthiopisch, so spridit mau mSJr\
Q&d SO durchgängig: äthiopisch li'SUt ainhurisch k'ihl.
* Ifsndunsl assinnlieii sich 9 einem folgenden YolcaL Ein so entstelwnder
Vokal wird sehr flflditig gesprochen; z. B. mS^ und «n'/^ (^A* ' -voIU), kSß und
^f^ (M* * «seUechtO.
18*
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196
Mittwoch: Ftaben ans anbarischem Volkanrande.
Sein- liäuHg ahcr ist d<*i- L;mt , den der VI. \'(>kal wiedergibt, viel
lliichtiger, etwa vergleiclibur deui ei sten e in -gesehen« oder hebraischcm S*^
mobile. In diesen Fällen ist er durch ein hochgestelltes " bezeichnet; z. &
M'^^ s z= img»di •Frander-.
» oder * werden immer eingeschoben, wenn ein konsonantiscb be-
ginnendes Suffix an ein konsonantisch oder diphthongisch sehlieflendes Wort
hinsutritt; z, B. ndggqrqö «sie hat fueaprochen« , näff^qrqdüi »sie bat mit mir
gesprochen«, näffffomfiU^ »sie hat zu seinen Gunsten gesprochen«; am ^
»Mensch«; im Akkusativ ist die Ausspraclie s^ unmöglich, er lautet imma-
ße^^M So kann ein Dlitlithong nie in geschlossener Silbe stehen.
Oh lautet bald wie bald wie und schließlicli wie bloßes p.
Tritt das Suffix 3. Pers. Sing. Mask, an die 3. Pers. Sing. Fem. des Perfekts,
so s[iriclit man ^f^'^Oh f — nf}ggqra&^ (entsprechend dem eben bebandeltf i
nttgyrqcjn). In solrlieii Fällen ist dann der Diphthong *}f von bloßem jf
vielfaclt kaum versehieden
J& hingpf^fn lautet immer wie j(3 oder z. B. ^*fl^ * = j(*pra; f»)t
t ^nqgral «er spricht-'.
Verdopplung.
Formen, die für das Ohr vollständig verschieden lauten, sind in der
amharischen Schrift, die kein Vcrdoj)plungsxeichen kennt, zusammenge-
fallen; z. B. wie schon erwnhnt, ahqmmam >er hat nicht gehurt« und al-
sdinam -ich bore n icht. O'oide hArt*^J^ »). W
atiti l»eim Veibiiin der
2. Radikal doppelt und wann er einfach gesprochen wird, daratil" kann ich
an dirst r Stelle nicht ein;;elien. loh nulcbte hier nur nocli bemerken, daß
bei einiL^en W'örtclicn . die sich enklitisch an ein vorhergehendes Wort an-
schließen, der erste l.init immer doppelt ;^e.spii»clu^n wird. So bei V 'UiiJ«.
Tritt es Ii. an das ^\ Ui t « tiadk »Figur« hinzu, st» lautet «Figur
und . . . .« mnlk 'nna. Kbenso verhält es sich mit den Pi-äpositiocen h und /.
wenn sie, wie fiblicli, mit einem Persooalsufßz einem Verbum angehängt
wei-den, «. B, Vl^Al' » n^ffffQrnllät »er hat tm seinen Gunsten gesprochea«,
Vl^'O^ > fittgg'jirtjJMil «er hat zu meinen Ungunsten gesprochen«*. Die
hupcrfektprifixe &, n werden, sofern ide nicht am Anfkng des Worte
stehen, d. h. wenn eine Koi^unktion vor sie tritt , verdoppelt; s. B. I^negr,
sber i^tfindgr. Auch die liiufigen Endungen a ^ und \^ werden immer
mit doppeltem H bzw. n gesprochen; s. B. von 'fQ i »gut« n= öar^fC^*
*Gnte« = iamuua.
Das enklitische ^.»und* wXre such mit doppeltem m zu sprechec.
wenn es nicht immer am Knde des Wort«; stände. Der EinÜuß der vir-
tuellen Verdopplung xeigt sich in der Verkürzung des vorhei^beoden
V^ukals; z. B. »ssu >er«» aber «und er« MsAm,
*^ Man spridit also weder ^ noch Af, sondern mit Vorschlif
eines sehr {lilchtigen «, das sich mit dem folgenden ^ zu einem Laut verbindet
^ Icli !mbe die Aussprache ma^ralf die Guidi abgibt, von Aleka Tiye ois
gehört; er spricht stets
• Üb er die Veränderung des Akzents siehe S. 197.
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Mittwoch: Probfiu au» amhArwchem Volksmande.
197
Am Ende des Worts wird keine Verdopplung gesproclien K Tritt an
das Wort eine ▼okallseh anlautende Endung, ao wird die Verdopplung
wieder bdrbar; a. B. y^c&tn ■Bnider« , aber \(an(bmmii «mein Bruder«
{»m = anm Mutter!). Aus demselben Grunde .spricht man den letzten Laut
von A*fl * «Heiv.« aueh nur «einfach« Uh \ aber mit 6, nicht 9 — trotz des vor-
angehenden Vokals weil b virtuell verdoppelt isU
Betonung.
Die Ansetzung des Akzents macht im Amharisctien große Schwierig-
keit. Wii"d ein Wort für sicli gesprochen, so gleitet der Ton fast glfirli-
mäßig ubpf (las ivirr/f ^Vort hinweg. In einem Worte wie $*G * »llulm«
sind, beide Silben in gleicher Wei.se betont, also <Iaro.
Spricht man aber ein Wort im Zns;innnenhange mit andern Wörtern
im .Satze, druüi wird gew i)luilich eine Silbe luit licsüiidern» Druck hervor-
gehoben. Man spriciit also das Wort II*A^ ' «zwei« fur sich hul^t au.s;
in Smtx wird es nuneist au Awi^ Zumeist; denn es unrd» je nach dem
Zusammenhang und nach der Beschaffenheit der benachbarten Worter, olt
audh AwJS^/ gesprochen *. Der Akzent richtet sich also nicht nach der Quantit&t
der Vokale eines Wortes, sondern die Quantitit der Vokale wird gewöhn-
lich durch den Akzent hestunmt. So spricht man das Wort H^^f '
(•seine Leute, seine Familie«), Je nachdem es der Satzakzent erfordert,
tgmado^ oder zqmgdoöu oder, wenn ^ «und« hin/.utritt, tqmqddatnna.
Wie das letzte Beispiel zeigt, ziehen manche Endungen den Ton an
sich. So immer die Pluralendung oö, das angehängte -nna »und«, die
Endung at (Suffix dei- 3. Pers. Fem. Sing, oder in manchen Infinitivfnrmen),
zumeist auch das .SuHix der ^. Pel's. Mask. Sin<;. bzw. der .Ai'tikel «, die Ge-
nindiumenduug und andre. Die Silbe, die betont war, ehe eine .solche Endung
an das Wort fiin/.utrut. behalt oft (uauieutlicli bei längeren Wöi'tern) den
alten Ton als Nebenton; z. H. i («Mund«) = a/*, Flur, äfoö; VlC *
(»Wort«) = nqgar, mit dem Artikel nqyaru; ' gdddqla -er hat getötet«,
Gerundium yadlu\ * nnggnra »er sagte«, aber namjarnt «fr sagte ihr«;
> T^isa «Leichnam«, Akkusativ mit Artikel riesän'n , tU}^^^ s wKliluk a
• CT fiel«, aber vaddok nlldt »er fiel ihr [zu]«. Tritt zu letzlerem Wort noch
rmä -und« , so betont man ^äddqk'^Udfmiä.
Von zwei Wörtern, die im Genitivverhiltnis zueinander stehen, hat
nicht der im Amharischen vorangehende Genitiv, sondern das nacligestellte
Regens den Hauptton; z.B. ll^AtlO > ' («von der Schönheit deiner
Figur«) = k^m^h^mBrnär*,
^ Ein solcher virtoeUer Doppeilaut ha Wortanslant ist inimerHn etwa nm Vi
linger als gewöhnlich.
' Auch Guidi sagt von den Kegeln, die er (Graminatica § 6, bi für die Be-
tonung der Wörter mitteilt, daß sie «hanno eceezioni, ed in generale l'acceiito non
Im mia sede sempre stabile e ddsra«.
* Soll audi das erste Wort besonder» hervorgehoben werden, so behllt es
s^en vollen Akzent
198 Mittwoch: Proben mvm amhartschem Volksmunde.
Ehenso linbeu Wörter wie -dioser«, and »einer- keinen l)ej><mdem
Akzent, wenn sie in erif;rtn / ; rtnttnrnfian»^ mit einem folf^enden Wort
ge.sprt)clieri werden; z.B. : rtfll- s »diesor Mann« '*h'_.<mj; '
fydh I >t'in Mann« = aitä'^g^*^ (aber sgjii = -dieser 31aan«j and *^
• ein Münu«).
iffh t na^ >ist* schließt sich eng an da^ vurliergehende Wort an und
liat keinen be.sondern Ton.
UniRekelirt ziehen manche Wörter, wie das adversative »
»aber« und ' »sondern« den Ton so sehr an sich, daß das vorau*
gehende Wort nur einen Nebenakienl hat
Der TonfiUl io Versen weiclit von dem in Pkxna vielftch. ab.
I. Sprichwörter.
hMigt mäddadq dnd {Sfät.
»Wer zwei [Sachen] will, kann nicht eine errdehen.«
ik'Q ' bedeutet »nicht imstande adln, nicht finden, nicht wiaaeo«.
2 A-A, I aotiii' ' n.A<" » ' '^tkUr « WA" •»
lol'e mqslfi Mmru ffiita mnKlo i^qlu.
•Wenn man wie ein Diener arbeitet, wird man wie ein Uerr esseo
(leb«D). •
Dn.s ('infache Iniperfektiun j?.flA* ' f'"" "»if ^lA ^ Tiusnmnien-
pf'.sct/.te Form j?.flAA"*« I^icscr Gebrauch der einlachen Iniperfrkta i^t [ii
SjHicliwörtern, liäUsehi usw. — im Gef?ensatz zur gewülinüelien l'ro.'ia —
nicht selten. Er stellt offenbar euie allere Sprachform dar. \'gl. Sprich-
wörter Nr. 18 und 41 , Ratsei 1, 2, 3, 5 und Guidi, Prov. S. 8.
3. AA^ ' >ijK.mm*^ » ^»%ao^tlah I hpSUua-r a
läUaJaii äifq{^q^km lammimat'a^ aibbäU^^unu
»Das Vergangene soll man nicht bereuen, in betreff des Kommeodeo
sich nicht tau.scheii In.ssen.»
Was verti^anf^en ist und j^ich nicht nielir andern läßt, nehme iikhi,
wie es ist; bei Dingen, die ei*st gescheiten sollen, sei man auf seiner Hut
und las.se sieh nicht betriinen!
Me./nin ^r» und Kj&nAm-r • r... h^.mm* « nnd
A/n* ' • I" gewöhnlichei- Prosa uiüßle Iiier bt iiltn m! . als in einem \'erbot,
der .Inssiv mit vor}j;<'setztem ^fii, aber ohne toigendes - J^". {gesetzt w eixlen.
Uni<i;ekt'lirt finden wir in Sprichwörtern, Kiitsein, Liedern usw. fiäufiu fHr
die ii(^Lr;iti\ I' Aus.snge dns einfach»* hnperi'ektuni ohne -^; z. Ii. ^^./"itJ •
iVu » -ei- sagt nicht«. \ gl. Rätsel Nr. 3 und Guidi, Prov. a. a.U.
^ Werden zwei IV Arter, von denen das erste mit eiueni Konsonanten «ddiflfitr
In engem Zusammenliange gesprochen, so wird dem Schlnflkonsonanten des enun
hiufig ein flflditiges ' nachgeechlagen.
ini'r'-'d by Gl, I. ^^vji'w
Mittwocb: Proben aus amharocham Volksnnrade. 199
iäm kaiutilqbbqt kuvat hk arna.
•Wo keine Ktih cinveilt hnt. geht w MLst samnielu.«
Cfiese sprichwurtliche Redensart bezeich t)(>t eine unsinnige, vergebliche
Anstrengunp; , eine T&tigkeit, bei der nichts hera()skoinit>> ii kann.
/V^*"? • ist ein Substantiviiin ; dahinter ist j^d^^A > ergänze.
ii^^ ] g^f^ i wird vom Sammeln, Zusammenlesen von UolzstQcken usw.
{$ebr»ucht.
«Wer einen Greis lehrt, schreibt auf Wassor; wer ein Kind lehrt,
schreibt auf Stein.«
märun umr'ro i^atijt'ni af h'u'rn l^nn(/r'ih ätUmthi,
»Wenn [Jemand] dir sa^t, vr liabe bitteren Honig [gegessen]* er habe,
schwarze Milch [getrunken], so ^^laiilie [eü] nicht.-
Wortliclit »Wenn jemand zu dir spricht, indem er den llouig bitter
madit (als hitter hp7,<^irhnet) , di(^ Milch schuaiv. macht, s(i . . . .«
Diese tiedeutung von * und iiHll^^d * ^'^'hlt in den Lexika.
7. hj^ln^h- » j?in4*A » Ajf ? (u^a^ » ^Ä-^-A « hff a
irimqkrul idfqfdl l^y sttafavut iäd'fdl h<).
»Wenn man ihm aiiclj rät. macht das Kind (die Sache] doch zu-
scbanden; wenn man sie aucii vväi^eht, macht die Hand doch schtutu/.ig.>
Guidi, Prov. Nr. 23 mit einer V'ariante.
nröl'u {qtafqk'ut ströfÜ xiff^qttdl.
• Wer sich iui Laufen gegQrtet hat, [dessen Gurt] löst sich auch im
Laufen.«
Eine Warnung vor fiberhastetem Handeln. Vgl. Nr. 22.
9. « tt.rf.^T-^ « W«IA l »IC « llfl»^^<-'> » ^^A »
•Das Getreide wird klar, wenn man es reinigt; die Sache kommt
heraus, wenn man sie untersucht«
Vom Verhör des lUchtevs gebraucht Vgl. Nr. 31.
0<1| * •herauskommen«, soviel wie »klar, offenbar werden, zutage
treten«.
üiQiiiZüQ by <^oo^lc
200
MiTTwora: Probm ana •ntharitdMUi Yolkraiuiide.
•Ein Zabn, den man mit Wachs angeklebt (befestigt) bat» atebt, wenn
man damit lacht, nicht schdn aus; wenn man mit ihm ifit, -ao zemilmt
er nidit.«
Beieiebnung einer nntzloaen Sache*
KA<V* ' 1st soviel wie ^M^f ■ ITV * *8chön sein«. Diese Be-
deutung fehlt in den Lexika.
b^oro kggqmnuit bäjft iaös^t»
•[Sicherer] als das, was man mit dem Ohre geh5rt| ist das, was man
mit dem Ai^e gesehen hat.« Vgl. Nr. 20.
In derartigen komparati vischen Sprichwörtern ist am Ende sehr aft,
wie hier, das Wort A A > ■ i>^t besser- oder JSAA^A * 'Ist bedeutea-
der« ni eiig&nsen. ^Vgl. Nr. 25, 27, ao und 35.
•Im Sommer scheint es regnen su wollen, wenn Wolken hemiif-
sidien; ein Qreis scheint kämpfen zu wollen, wenn er sich in Positur setai.*
Im K^qunt (Wmter, Begenselt) regnet es gewöhnlich sehr stsric, auch
wenn nur wenig Wolken da sind. Im Ba^ (Sommer) hingegen bewölkt
sich der Himmel mitunter, aber es regnet niciit, o(!t>r doch nur sehr wenig.
Ebenso macht ein Alter zwar Anstalten zum Kampfe, es steckt aber nichts
dahinter.
Wh'^fl ' piegarsi, hier soviel wie »die BOstung anlegen, Kampfea-
stelluog eionehmen«.
13. n^i^ > > M^A t n«»^^ » « ^^A »
Ja/" idiia i/rrqsdl bqmqfä/ (däq (a^ndssdl,
'Was im Mund ist (nur mündlich überliefert wird), wird vergessen;
was im Buch ist, bleibt in Erinnerung.« Vgl. Nr. 28.
J^<D^A * von 'l'III^ I, daji gleichbedeutend isi mit ' >en\ ähut
werden*.
idngaüo l^gfu tqmdlNÖ (oder tqmglso) tafu»
■ Speit Ulan, auf dem Rücken liegend, [in die Höhe], so [fällt der
Speichd] zurückkehrend in dra [eignen] Mund.«
Das einem andern zugedachte Übel trifft einen selbst.
^ 1^ .i^od by Coogl
Mittwoch : Proben aus amharischem Volkmuude.
201
•fo^J^AA * corieani bedeutet genauer: «auf dem Rücken liegen« (4*1
w^ikh I 'VA^ > OXPtk > "l"? * ^Af" * f tf^ *)• Bexeicbnuogen flir andre
Arten des lAegCM sind folgende: »tPf^ ' *wf Seite liegen« und
(OAA* >) ihl^f^*!^ * * *>ttf dem Bauche liegen«.
■|of. I = + ji4*. Die Pr&posiUon i* ist hier sUtt der Qblichem
Ii gewihlt, weÜ so das Wortspiel Uif^ =s henuskommt Am Ende
ist eio Verbum, »es fUlt, kommt«, sn ergftnsen.
•Jede Sache ist im Anfimg schwer, nachher geht ne leicht [von-
statten).* *
16. h!af * flAAA4 > « MTU > ^hflAAY "
•Mit setner weidien Zunge friBt der Esel Domen.«
Der Esd hat eine weiche Zunge» frißt aber trotzdem die spitxen,
sUieMigen Domen. Das Wort wird auf jemand angewendet» dessen Zunge
nichts BOses redet, dessen Handlongiweiae aber im Gegensatz daau niedrig
und gemein ist
17. Aü^ « +Ar « VM»^ •
^djfm ifß$m ngddffot.
*£r hat den Esel mit* der Kiih zusammen gerieben.«
Diese spnchwOrtliche Redensart wird gebraucht, wenn jemand zwei
Personen von zu verschiedenem Range, von verschiedenem Wissen usw. gleich-
stellt oder in zu enge Verbindung bringt.
itlr tUi^'t v^ zu Nr. 14. Dahinter ist i zu erginzen.
18. hn±'} ■ h^lM* • Mut • tf»C-P » fiS^ «
•Besser (bequemer), als neben einer vomdmien Dame langsam einher^
zugehen, ist es, sie auf dem RQcken tragend, zu Uuifen.«
Vornehme abeasinische Damen haben einen langsamen, trippelnden
Gang. . Das ist f&r einen Mann, der sie begleitet, so unangenehm, daß er
im Veri^eieh dazu die Anstrengung, die Dame auf den RQcken zu nehmen
und so zu laufen, l&r goinger erachtet.
X^rfr t dgd. »mdne Mutter« mit erstarrtem Suffix 1. Fers. Sing,
(vgl. Madame!) wird ihnlich wie das von Guidi, Voc. S. 419 angef&hrte
* gebranrlit — KUilT ist hier Gerundium von JlllA ' dem
' So (nicht bgifälä) lautet die stlndige Annprache dieaes Wortes.
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202
Mittwoch: Proben an» amharischem Volkmnuide.
Riickm t!-n^(*n« und dafjcr «r^/o 7M ««prechen. Das Geriindiuui von '
stiamit in der Scluift mit der eben genannten Form völlis? ülx'reiii. wird
aber azHo ausgesprochen. A ' bedeutet : auf dem Hiiekeu. KTlVtll '
tiii > auf den Schultern tragen. — ^V)[A • liii j!»'^^^ 'i vgl. die Be-
merkung zu Nr. 2.
Id. Mft I A«H > flti-l^ ' « aam^ »
^'K'ffw*^ hqkätqm6 bndSffri hqc 'gllqmi.
•Wie ein Mensch in der $tadt» Mrie ein wildes tief im Dunkel [des
Waldes oder der Nacht].« *
Am Tage, in der Stadt, betragt er sich wie ein gesitteter Mensch,
im Schutxe der Nacht oder des Waldes aber kommt seine wahre Natur zum
Durchbrach, indem er wie mn Raubtier piflndert
20. Mf. » }iG « ■ K)f. ' w * rrü » für »
indf^ §oro tMblc ^nJg äiti t^nn<fi j^Ufim (i 'iUam).
»Es gibt nichts so Großes wie das Ohr, nichts so Kleines wie das
Auge.«
Kin<» Saohr, die man nur voni llören«!a^en kennt, ist oft sehr über-
trieben; sieht man dann näher zu, so stellt sie sich als viel kleiner heraus»
Vgl. Nr. 1 1 .
Im Worte f Ai^ ' klingt das f der ersten Silbe fast wie
21. MK^*! ■ hilXr t W hU^J^ «
mgqran kavad ^aifn kazqnwd.
•Das Brot (Glück) [kannst du auch] mit einem Fremden [genießen],
das Wehel (UngUlck) [nur] mit der Familie [teilen].-
Solange es dir gut geht, ist es gleichgültig, wo du dich aufbiltsL
Auch fremde Leute werden dann deine Freunde sein; im Ung^Qck bist du
auf deine Familie angewiesen, denn die •Freunde« werden dich verUssen.
Vgl. Nr. 24 und 47.
Ii + Dieses Q^T > Ist aus Hdit > entstanden. Das
Wort ist ikosotf zu sprechen, im Gegensatz zu dem in dw Schrift gleichen
k^^b^Sd »schwer«.
22. » ' hWi * fliin-^ »
äipun slifli^ut agguatun fiKjtjnvut,
■Wenn sie Quark sehen , liaben sie sich schon am Kasewasser gesättigt.«
Sie machen sicli in «in überlegter Weise so schnell über den Käse her,
daß sie das ganze schlechte Krisewasser mit einem Maie verzehren und ilnnn
fur den eigentlichen Käse keineii Appetit haben. Das W'oH wird vom vur-
schaellen, un&berlegteu Handeln gebraucht; vgl. Nr. b und 26.
23. M^? t f 0^5(0-7 > A^AV • K^Ato-r «
itggrdHtiä fqvdjssqdq^'n /grgsquiia afrnqlPsg^'fiu
^ kj ,^L^o uy Google
Mittwoch: Proi>cii aua amharischcm Volksnuinde. 203
• Was ein Foflg^ger foiig^ommen hat, [kann] ein Reiter nicht xu-
rfickbringen.«
Ks i^t leicht, eine Sache zu veriieren, loszuwerden; aber schwer, sie
wiedentubekommen.
afb'h'ah (pinr.sqh uafhi _^:amqdih UtmiillnM.
■Nachilrm tlu lik-liti^ zuj;cbissen lia^t, kelire deirier Fatnilie zurück. •
•Tuclitig zubeißeu« bedeutet hier soviel wie •seinem IJeruf«', seiiieu
ripscliUflen obliegen«. Der Siun der Redensart ist, man solle wohl benif-
Itcü in die Fremde gehen, aber wieder 7.ui- Familie in die Heimat zurück-
kehren, sobald man seine Studien beendet, seine Gesdiäfle abgewickelt
habe; vgl. Nr. 21 u. 47.
kaAlcä^f^t lik* jmamaifm bqmqt'qf iqm^run haf (ammtla^k*.
»Besser als [viele uabedeutend«*] Gelehrte ist ein [großer] Gelehrter,
der die iiiinmlisclieu [Dinge] im Buche, die irdischen [Dinge] im Munde
kennt. Vgl. Nr. 28.
ist wiederum das Verbum ^if AA > zu ergjkta/eni vgl. die Be-
merkung «u Nr. II.
26. Ii Ani*A- > Klt^A A « A i nX<1<- «
JMftkiS^ M^Vllr ti!fddt btg^r^ (hg^h
•Wenn man es nicht QberstQrzt, geht das Ei auf seinem Fufi (kriecht
das Küchlein aus dem Ei)««
Wenn man mcht voreilig ist» bleibt der Erfolg nicht ausj vgL Nr* 22.
27. h^A-^O. 1 > <^4>'»injf
■Sie acbn«det [schneller] GemOse als sie surQckkommt.«
Diese Worte braucht man von einer geschiriUxigen Frau. Wenn sie
ai^geht, verplaudert sie sich Qberall und kehrt sehr aplt xurQck.
Am Ende ist ein Verbum »ist eher, ist schneller« zu eiglnzen. Vgl.
die Bemerkung zu Nr. 1 1.
28. » f^lA^QA « f *»«»y»c • »
•Besser als ein Buch ist der Mund des Lehrers.«
Vgl. Nr. 25 und 13.
kg^ä hftodäm jffffdüa ^dran iUiaUiL
204
MiTTwocii: Firoben ans amhariadiem VollKamand«.
»Besser als eine gen5s'chif];e Fmu ist ein plündernder Gajlri (HHidi)..
Da,s Wort ßi\ » wird von der früheren Zeit, wo es nocli keine ciirisl-
liehen Gallas gab, auch f&r »Heide« gebraucht. — IT^ST* i = »genischig,
gefräßig«.
■ Besser als ein [starker] Ochs sind [iwei schwache] Ochsen; besser
als [zwei schwacliej Esel ein [starker] £)sel.«
Der SittD ist folgeoder: Man darf mdita generell entscbeiden. Ei
kommt immer auf die besondern Umstände an. I>en Oehsen braucht man
sum POOgeo. Dabei kann man mit einem Tiere Oberhaupt niebts aofiuigeii,
wenn es aueh noch so stark ist, wXlirend man mit swei schwachen Odises
zur Not pIlQgen kann. Beim Esel ist es umgekehrt Ein krilUger Esel
kann mehr Lasten tragen als zwei schwache.
Es sind wieder die Verben ^If ^A* * und AA • «sind besser^
und >ist bess«*« au er^nxen.
kg^ziavh^ Itadiiä fdffJn kadänä midiiä marmart
■ über Ontt hinaus [gibt esj keinen Schöpfer, über den Richter hinaus
keinen Prüter. • Vgl. Nr. 9,
Am Ende ist f * *ist nicht, gibt es nicht* zu ergänzen.
Jcäkqtqma i^üdllgn {ägaril
■ Besser als eiue schauilose Frau in der Suidi ist (ur mich meioe
Hdmat (oder: eine Dorfbewohnerin).«
Es liegt ein Doppelsinn vor: * Kann sowohl «meine Heimat-
als »eine Dorf[bewohneiin)« bedeuten.
33. \na\C » M I P^ilC I ho»AAl* • 1"^ AA* »
•Besser als tin Dorfpriester ist eine Klostemonne (seit, an Wisaeo].«
34. h^c » f"hf: 1 » m-^c »
kacfw rn'kdr kqrag^im yt^är.
»Mit einem kleinen [aber klugen Mann] berate dich, mit einem groflen
[wenn auch dummen Mann] plfmdre.«
Ein Soldatensprichwort (vgl. Nr. 43 und 50), Slmlfrh dem bei Gnidi,
Prov. S. 28: »IVfit etneui Greis berate dich, mit einem Kräftigen nlniidre.«
-Groli« und -klein« von Statur werden immer durch ^'f^Jf* ' ""'^
^t*!?*!« ' »lang« utid »kiu-z« ausgedrückt. Ein «gioBer Mann» f^A^* *
(ktBh I) und «kleiner Mann« (^^(f •' rtfl>* ') hingegen l)edentet: .ein an-
gesehener, bedeutender Mann- und ein -unbedeutender, , gemeiner^ Mano*.
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Mittwoch: Proben «ua amliarüctieiu Volksmnnde. 205
35. h^^^-f: • ^-1: 1 hmAm- 1 «fif im
kqfat/,ftu fiiü kafula^i mäi"otu.
• Mehr als auf dns Fatfat (Bewirtiuig) kommt es auf das [freundliche]
Gesicht an, mehr als auf das Bier auf den Bienintersatz.«
Ks koitiint niclit SO sehr darauf au, was jemand als BewiriuDg reicht
als, wie er es reiclit.
tTber die Zubereitung des Fdtf,jt vgl. (Juidi, Prov. I, Nr. 105, wo die
erste Halfle unsers Sprichworts mitgeteilt ist.
^^"^ I ist ein schenielai tif^es Gestell, auf das man den Bierkrug
seist. — Am Ende ist wiederum ^flA'^lA ' zu ergän/.en; vgl. Nr. 11.
36. on^ • •tH^^ » ^am* » Tif^ » W « ^H^A »
abbä\ mädqr%ä i'illijti (pnd i^zo i^z'^ordl.
• Der Nil (große Fluß), der [dochj eine Ruhestätte hat, geht mit einem
Baumstaniin umher.«
Diese Worte braucht man von jemand, der unniit/e An.strenguiigen
macht. Er wird mit einem Fluß verglichen, der Treibholz uiit sich fuhrt,
als wolle er sich ein liaus zimmein, während er doch seine feste Lager*
stalte hat.
0f|^ i Ähbäi ist der Name für den Nil, bezeichnet aber auch im
allgemeinen einen «großen Fluß«.
37. W • Mf 1- • JLe*lt0H^ » hpamrr •
»Das Auge wird nidit aatt, [immer Neues] sn seilen, da« Ohr, [im-
mer Neues} zu hören.«
38. mr» > f 4»A?Nl^> > ^«»AAAf* •
tqkan ig^^i*hbdtM Pmgßldliqi,
»Der Elefant ist -dem Orte ftbnlieh, an dem er sicli anfldUt.«
Das iufiwe AusselieR des Eldknten ändert steh je nadi d«r Farbe
des Sandes, in dem er lagert und der sich seinem Fell anlieflet. So paßt
»ich auch der Mensch notgedrungen in seinem Bendwien» sein«' lußern
Eraebeinung, der jeweiligen Umgebung an.
»Etn Diener, der nicht gehorcht, ein Friedensrichter, der l^wnen
Frieden stiIVst, sind wie ein gebunden sdireiender Esel.«
fSn Diener» der nicht gehorchen will, wird dazu geswui^n; ebenso
ein Friedensrichter, der keinen Vensleieh sustandebringen wilL Beide mögen
ach wdgfm, soviel sie wollen, es nütst ihnen nichts. Sie sind wie ein
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206 Mirrwocnt Fhtbaii tut atnharischeni Volktiaiuido.
anirc'hiindener Esel» der ausreifien will. Er schreit, kann sich aber nicht
hti(y I ist ein •Eselbengst«. Das Wort bedeutet eigeoüicfa »der
Rutliclie«, ibolicb wie "Ha^f
40. f rt.'!' hdS,- ^ f rt4»Ä- » *^J^ I ^If VA* «
jijjiS'St a/i^ntiä iqbak 'lo indtUn fhonäilqö.
-Eine gescb witzige Frau ist Kaufb&iige für einea Maulesel.« Vgl
Nr. 29 uiiH 11.
EiiK! 1 lau (lüpf in Ahcssiiiien nicht nh Hmt -^«». hIs Friedensrichter usw.
fungieren. Kine gcscliwatzige Frau kümmert sicti aber nicht um die her-
gebrachte 8itt« und mischt sich in Dinge, die sie niclit-^ angehen.
f rt,*!' * h<CY * AiiC^'rt.^*- Anstatt daß das Adjcktix um.
wie gcwöIinHch , dein Suhslaiif iviun voranstchl. fol^ es ihm, naclideni das
(Sub.stantivuui in den Genitiv gcsetxt ist. Vgi. Nr. 41.
41. « « MAY i ifim 1 «
yvfiit dqndahJ&ra kgväl^a Addern i^dra.
• Eine unordentHclie Frau ist mehr Itlr ihren Leib als für ihren Mann
besorgt« Vgl. Nr. 29 und 40.
* fehlt in den Lexika. Es bedeutet eine Frau, tlie »niclit
arbeitet, nicht zu Hause bleibt, .sondern immer hin und her läuft«. Die
Bedeutung kommt der von Kn^^A^JB» * nahe.
fA/lr » Mfilh^ » fUi AlAlh^ ' Art * i vgl. die Bemerkung tu
Nr. 40.
i •fiircliten. hier im Sinne von »hcdacht, besorgt sein».
't'AmZ* • fiir * ; es liegt also wieder die einfache Imper-
fektform für die mit I^A ausammeogesetste vor; vgl. Nr. 2 uod 18.
42. » An- ' 'JP-V- « iOh e
iasdnqf Ubbu aj^nü^Sü.
• Das Herz (der Verstand) des Dummkopfes ist sein Auge.«
Ein Dummkopf kann eine Sache nur verstehen, wenn er sich durch
ilcn Atiorenscbein Qberzeugeo kann. Mit dem bloßen Verstände begreift
er nichts.
43. f ID;^^C « mf: » XUA » <t3f- ! fMA-} « flJ^jf » MC » «
((njdttadflqr^i/afldij .jhjlq^f\i() i't:<iUati__,u<hlag ^'härn _^fay.
• Der Freund des Soldaten ^iht [lur diesen] all sein Getreide Jicf,
der Freund des Nomach'n all sein Grasfutter.«
Ein Soldatensprit'hw i)rt; v^l. Nr. '.\\ und .")0.
KUA * nnd MC I Hir }kUA'} < und MO * »nd äUtiopisclie Ak-
kusativfurmeu.
Mittwoch: Proben aus amhamchem Volksinunde.
207
I ist Partixtpium von A)f ' «beendigen«, hier im Sinne von
•vollständig ausgeben«.
iaf$ia ܧ bgkgiqmd i^vdtqgH U§ boffdma.
•Das Kind des vornehmen Mannes [lebt] in der Stadt, das Kind des
gemeinen Mannes im Walde [als Räuber].« Vgl. Nr. 45.
QAl ' »Bauer, Dorfbewolmer« bedeutet dann «grob, roh« und
endlich einen »Mann niedriger Herkunft«, im Gegensatz r.u A'P * «Mann
in angesehener Strllung«. — tfHjyTf ' «unbewohnter Ort, Waldesdickieht««
der den Räubern als Hinterhalt dient
•Ein vornehmer Mann [sitxt, wenn er] alt [ist], am Haupttor, ein
gemeiner Mann, [wenn er] alt [ist], bei den Kühen.«
Vgl, Nr. 44.
46. > IDA^;!* « a4>Q» < e
•Die Verrenkung des Mundes kann mit Butter nicht massiert werden.«
Verrenkte oder verstauchte Glieder werden mit Butter eingerieben
und massiert und heilen dann. Eine En^leisung des Mundes Ußt sich aber
nicht wieder gutmachen.
Iii Verbindung mit diesem Spricliwort wird gewGhnlicIi das Nr. 49
gebraucht . ilaß (Inn Sinne nach nichts mit ihm gemein hat, aber denselben
Reimbuclistulipii aufweist.
h^^Ü^ ' von ' «nut den Händen aerrdben«, hier «verreiben,
masweren«.
47. Hfl"Ä- » ax^fi » '^pcr' I h^7-/8 o
znviqd tnrndaihUi c^c/ärjm ai<fadä.
• Wenn die Familie sich f^jepenspitii; tmffrstutzt, dann schadet kein
Mißgeschick.« Vgl. Ni-. "24. 21 und das folgende Spricliwort.
Fnr 7pC^ I ^J&>i| < wQrde es in gewühnUcber Prosa heißen
zdmqd kazqmadu ä^ä kämqdu.
•Familie zu Familie, der £sel xur Asche.«
Wie der Esel sich mit Vurliebe in der Asche heramwälxt und Sich
dort am wohI.<tten fQblt, so bdiagt sich der Mensch am besten im Kreise
setner Familie.
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208
BfitTTWOoat Proben «na tmfiariselMot Volkiiniiiide.
49. ictf f AO AiK^^ « ihi&riir >
•Der Furchtsame flieht nicht ^or seioeagtetdieii.«
Dieser Sets wird als ewettes Glied von Nr. 46 gebraucht} s. daseihil
50. • Ajn i « 9^ * M^m* •
•Wenn der Beitcr flieht, was [kann dann] den Fußsoldaten mm Stehco
bringen?«
Ein Soldfttensprichwort, wie Nr. 34 und 43. Der O^ensalx voo
4M^f * und « auch in Nr. 33.
IL Seherae.
• Als er [zu jemand] .sprach: ,Wie gehts dir» mein Bruder?*, antworlele
Jener; ,Meine Frau hat ein Kind bekommen.'
Wer hat dich danach gefragt?
Gestern Abend.
Dieser Mensch Lst ein Narr.
Wenn es (mir) heranwächst, win! rs ein Mann.«
Otf^ I •m&nulich« h&ufig» wie hier, im öiooe von »ein MsnDt
ein Held'.
MW f M^y^ •
^mV^onna /rV/ tqgäblm alu
k iUtm htsäbbqra äm^öräy^m bqrrarn
•Ein Ran!)V<)^eI und do KQrbis trafen zusammen.«
• Nun, nun.«
• Der Kürbis zerbrach, der Raubvogel llof» davon.«
T)er Sehe!"/ bi-steht darin, daß jemand den Anschein erweckt, als
wolle er eine Falx l trzählen, und alsbald die gespanuten Zuhörer mit ei»
paar nichtssajjenden Worten eottauschL
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Mrrrwonn: Proben §m anharischem Volkamonde. 209
Dm Wort \H^^{fi) « baw. M^(^) » »otin, wie war*», was gc-
aehah« isl in den WSrterbQelierD nachzutragen.
A^*» • >^Ä' 1 411k • Aiii-<i|A^ « HJ^ I « Am'? » Mit «
hA<»- «
*innr1:»nm*i ahhiinhm ^ff^»!I»f!^na huht ffornun ;?-'mlrr^r'/ simrjn gndrad
h*ii Uiii'^t allqi I'llai} tinyni' n^i^fqu^^^ uiJcffom hUat yörö^^i ärai itg^run fe udr-
t ah d^mbulhvUo välmi alaii.
• Als er [zu jemand] spracli: .Mpiü !irm1> i- ''.■»•rkauf mir d<'irien Esel;
dann wertle ich ihm die beiden Oiuen aiischinM«ieii und ilim den Nameji
Guärüd beilegen', du anlwtnlete ihm [jener]: ,(jih mir nur llieiiien KauT-
jireLs; dann schneide ihm meinethalben die beiilen Ohren und vier Füße ab
und nenn« ihn Dombtdbullo/-
J gttfhadn ist die Bezeichnung für -einen lOsel. dem di»» beiden
Ohren abgeschnitten üind* ; davon Lst hier der j^igennanie * üu&räd
gebildet.
^jr*fl"Afl'/l* ' (nieht in den Lexika) ist -ein Tier, das vollständig
ventiüminelt ist, ein Rumpf ohne Beine«.
fiand^mmff; kazmgarotma kqriin mannäca^ i4m^ru bii^ tin^qrv bqmurfS
iriffls buginc Au huUus m.tn^k'if aUitcqii älq.
• Als er [zvi jemnnd] .sa^te: ,Mein Brtuier. Äff«* nnd Sc!iwein. wer von
beiden ist anmntip;| er] ^, da antwortete [jenri-]: .der Alle mit seineiti Hin-
tern, das Schwein mit seiner SchuauAe» was ist denn überhaupt bei ihnen
in Ordnunj;?*«
TI^A ^ eigtl. «Kiefer«, hier soviel wie -häßliches Gesicht, Schnauze*.
DL R&tsel.
b»mim n^gSdiin gumjqv$^ l^mm^ •^'mn,
>Ei]i Ritsel!«
•W«a soll ich raten?«
•Nenne mir einen Iclugen Raufmann, den man, w&hrend er in Nebel
{^ehfiUt ist, ausraubt.«
10ti4.SAtO«lMl.S^rMliCB. im. n.Ab«. H
1
210 Mittwoch: Probeu aas amhariscbem Volkttuaude.
Lusung: «Der kluge Kaufmann ist die Biene; der Nebel ist der lUucli;
das Ausrauben ist das Herausschoeiden und Henuiaoehmcn des Honip«
FOr ^<|><f»-^ I mOßte es in gewahntidier Prosa j&^<^;^A * heiBen;
▼gt die Bemerkung zu Spridiwort Nr. 2 ood siebe die falgenden BItsd.
■
2. M#4hAU« I
k(i.s.i/rä^a «äU'Ufimas »ska^j^' ägqr i'ddrs '^dk'nU^t.
• Ohne daß es sicli von rndnem Platae bewegt, gelangt es su äoeo j
fernen Lande.«
Lösung: ^1^1 1 »das Auge« oder h^'ü ' "der Gedanke«.
3. M**M* ■
. r7ih^^A0tt
Iqsq^ jidsifink' hräsfi üiäi^k^ *^dk^»U4n. ^
»I)pn Mcii.sclicri teilt er es tjiit, für sich selbst weiß er es lücIiL« •
Lösung: j\Oh^ t i .der Iiahii> (niunlich daß es Morgen bi)-
fh^^'^* wiedenim fur yft,•^a^^A » • Anstatt hfth^*
mOßte in gewoluilicher Prosa hß^^Ff ' beißen; vgL die Bemerkiiag
SU Sprichwort Nr. 3.
«•M/ tt^m»^ ^mdäg» «ifi^^flfiM.
»Wenn ich weggehe, finde ich es; wenn ieh surüekkdire, kann icb
es nicht finden.«
Lösung: (tUH * "der Tau«.
M«^AU«
^ssKd f/d/fa 9ssiat t'i' öh *mtk dhn.
• Wenn sie tötet, macht sie Lärm.«
Losung: infl13{ > 'die Flinte«.
Iffarrwoca: FrobflD «w amliariMhem VottaBuidfl.
211
ffi I fiir « mit AssimUaUüu des an das ^ i . I"^"!! « ffir
^^F'^llÄ'? • > wie oft.
^Jtä^ mßidi andtt 9mdq^ »^'»UaiL
»Auf «Soor glatten Ebene eio [einnges] Gras.«
Lösung: 0«hj& ' *dlQ Sonne*.
> ^ftlD* s > ut «eine völlig glatte Ebene, die keinerlei Er-
höhung aofweist und auf der nichts wichrt«. Der Himoidl wird mit einer
solehen Ebene, die Sonne mit dem SdndfdJIogrBse veigliehen.
7. Klf^AU«
^^•fi « r-h«? « h4-^ » A4-* » ^HC » Md4»A^ «
tjiuui ifutqna nfaf lafäf fz^'ör 'müiaUin.
• Ein kleines Haar gelit am Rande in einem Kreis*» hermn.«
Losmif»: tf'^il^ > »ilie Nadel« (nämlicli: beim Flecliten \ Kör]>en).
7W*V > ist gewuhulich eine bestimmte Art •Haarlocke«} hier allge-
nmn = -Hnnr..
ftoe^A amta bqdur fiäit(äitä '^dJje'gl/ÜL
• Im Hause ist es schweiar«;am , im Walde schreit es.«
Lr.siiiij;: tfo*y/^([^j^ I .ilit. Axt-.
UjP";l* s und ^f^M^j^^" t siudSuhstanava, •Schweipen. und . Weh-
nifen, Geschrei«. FQr das letztere Wort, das so nicht belegt ist, heißt
gewöhnlich f jSi^ i .
9. M*4»Aüa
«HH|!^ f*rM V^*«««K.
•Ihres Hauses TQr besteht aus kleinen Hfibsem.*
Lösang: ^^1' Auge« (dia TQr sind die Wimpern« die mit
Ueiaen Hötxem verglichen werden).
14»
Google
212
Mittwoch: Probeu aus aniharischaui VolUmunde.
f^HXf» ist €in6 »TQr, die wis suwRiineng<ebuodeD6D odor wwiii'
andergesclilagenen Holzern und Stöcken besteht«. Das Rltsel wiid audi
in folgender Form nifgegebeDi
10. M<^4>AU::
-Indem es geht, iudeui es geht, verbriogt es de« Tag, nachdem es
die [aus| kleinen H5t«er(n bestehende Tür] zugemacht hat, gdit es schlafen.«
Lösung: : .das Auge-,
^•i-? I für ^^-^A* « .
IV. AmmnSa-Wortspiele.
tallalc äddqras sqrM
mtfk'än mqdrqJeün ävg^*öi
qfästqsqhin k'danu
Ä|^r«flM_no$ azqnü, i
•Eine große Empfangshalle hebe ich gebaut, I
Pfosten [und] Sehwelle habe ich gezimmert,
[aber] das Dach läßt Wasser durch,
leb muß sie einreißen. Seid traurig I«
Der leiste Vers Icann auch gdesen werden:
läfar sc^f^nc^ 9zqnu.
-Dem Staube ist der Mensch [verfallen]. Seid traurig!«
AÄCAiD* > >ID- < wörtlich: .sie (die Halle) ist [auf dem Funkte].
daß ich .sie einreiße' •ich muß sie einreißen«.
K^AA*!!^ * M)- 1 wörtlicli: .das Dach gießt aus so meinen Un-
gunsten« = «läßt Waaser, Regen durch«.
i-OK^ « h^Ah-^- » » Mis s i >|D« »
kqf)**n^()Ammna kqdamot numnäd^ i^v4^f' b^tfilgkätf
Mittwoch: Pipbea aus amharischeui Yolksmimde.
213
»Gol^iD und Dimot» wer ▼on ihnen beiden ist
grSfier, wenn ibr nachmesset?
Ltaset es, messet nicht nach; wir wissen es:
Groß ist I>Bmot.«
Die iweate HiUle des swdten Verses kann nueh gelesen werd^:
Go^üam und Dainot sind zwei LandschaAen von Abessinien.
> fur ^A'HA ' h^lqkuU lind ätt»lqkuti anstatt bjtflokut
lind ätflqkut, wie man in Prosa lesen wTird*'. Am Knde eine»s Verses oder
Halbvenies wird einem vokallosen Konsonanten der unbestimmte "gemischte*
Vokal 9 nn'yi'h'Auiii.
Yx^^Ot' 1 wörtlich: »wir haben es (einjgesehen« = »wir wissen es».
I = "Schuld, Strafe, Snhne-.
Spricht man die Worte ;I*A4i > hßk ' > schnell nnehetnnnder
SOS, so sind sie von ;f*A^ i iVP^ > nicht su unterscheiden.
Eine Armspange; [das sllen] «tebt gut dem Kaiser Menilek.«
Der letxte Vers kann auch ^r laßt werden:
•Wenn er yerseiht, so stetht das gut «n dem Kaiser Menilek.«
Zn «olM» und mtmök» v^. die Bemerkung zu den (unter Nr. 2) voran'
gsgsngeoen Versen.
I von a eigtl. «lassen*, hier = »venceihen«.
»Wir wLs.^eu e.s: die ^riiße Strafe ist der Tod.«
3.
4.
man dstqmwrat t'teqvvn»
214
Mirrwont: Pkvben ti» «mharisdien Vollumwide.
»Die Tüpteiiii, die sich dort dbeii befindet,
ist arm, sagt man; uhne Kr;<;o.ssen zu babeo, l^t sie sieb scblafeu.
Wer hat sie die Kunst geUtlu t,
daß Scherben Erde (Ton) sind?«
Der letzte Vers kuaa auch gelesen werden:
^#18 {Sj/4r mqhioiHin»»
•daß der KSrper Erde ist«.
/n^* ' ' wortl.: »fastend die Nacht zubringend«, t dvqcütu »ai
mqkonän» mit kurxein v, weil aus t'^väonn uad rnffAmim entstanden. Dais
scheint fast verdoppelt; also favqvühm und mqJ^mmn»,
V. Lieder und StropheiL
Lied des y&jt o.
Mir: » ;>'V7i • f^tDp 1 Mi-ß j
^m'ni _for<e bqzägarii
zqgdr tannai i*U^ffä^(aßtöai
h']idgaSi dam y^tfaU
dam^ära/a korafrgja
•Nilpferd komm, wir wollen kämpfen, da und ich;
mit welcker Lanse von mir? Mit mdner Zagqwlanse!
Die kleine Zagarspitze treffe deinen Vater!
Wenn ich dich treffe, win:t du blut|ig] hervorkommen,
des Blutes Schaum wird aufschäiunen.
Mit ihm (dfMM Nüpffrd) wird es (dns Hliit) fzum Feste] Dach 'Artflt g^hcu.
üh! (p«l»!) Seinen Scliild liält er nach unten,
und gellt mit ihm nach 'Arafat.«
Digiiizca by Gu^.- .
MrmrooH; Proben tw amhuiMhem Yonumonde.
215
Die yi||o wohnen am T»näsee. Sie jagen auf Nilpferde, derm
Fleisch sie esspn, wrilircud ps von den uljfi^en Alx'ssiniern als tinrpin an-
gesehen inul nicht gegessen wird. Die UaiiD haben viele Bräuche mit den
MohamineUancrn gemein; 5?ie gebrauchen einige arabische Worte, wie
alhamdu lilläli, haben aber keine Kenntnis vom IjLuran. Sie werden weder
vi>n den Christen iK)cii von den Muhainniedanern zu den ihriaen gerechnet.
in den ei-sten vier \'ersen ist das Nilpferd Kelb>)t, in \'ers .') bis 8 das
Blut, das ihn» entströmen wird, wenn der yiit'o es trifft, angeredet.
mr. ' ist eine Lanze mit Inn^ctn Schaft und einer klenien, mit
W ui. rhaken versehenen vergifteten Spitze. la Vers 2 ist die Lanr.e, in
Vers 3 die Spit/.e gemeir»t.
Die Spitze .trefTe deinen Witi i (\'ers.3) für »treffe dicli«. .\iich im
Ainharischen nennt nian , ähnlich wie im Arabischen, um einen Khieh, eine
Drohung usw. kräifliger zu gestalten, anstatt des Angeredeten dessen
Vater.
In Vers 5 und 6 liegt ein Wortspiel vor. K/*4^ ' ist das eine Mal
in der Bedeutung von ti/^^^'t ' -Schanm', das andere Mal für oU^^i
oder besstT «das Kf"<;t von '.\rafat« gebrancht , das von den yäjt ö wie von
den Rloliammedanern gefeiert wird. Das Blut des Nilpferdes wii"d als Pei*son
gedarbt, das sich mit gesenktem Schild ztun Feste voo 'Arafat begibt, um
an Ulm teilzunehmen.
Zu '• < das nicht belegt ist, vergleiche mau * ÄA '
(Guidi, Voc. S. 530), ..sciiäumen-.
I eine Intel jektirm , die 1., wie hier, znni Zeichen der Verachtlich-
keit uod Geringschätzung und 2. als HiUerut bei Gefahr gebraucht wird.
2. Kio Lted zur Leier.
hT-fl* « ^c^r « ff.c.p^ « Inn 8
iflhbat (u/f/r (abbat b^otä
bdirrilu väyt^nf u (wtmq^.fläl ^itO*
(abbat ngqr jflbbai ydnzi
äftfico biiarq^um (ddgr^fdi yVuvqzi,
-Die lieimal, die vAlerliche Stätte,
läßt [einen], wenn man auch nicht [zu] essen und [zu] trinken
[hat], als Herrn erscheinen.
Die Hciinat. der väterliche Floß,
macht [einen], wenn man auch setu* alt geworden ist, zum JüngUng..
Google
216 MimvoCB: Proben rub «mhariMlMin Volksmoiidei
3. Lied eines Azmari.
f « A«N ■ A? ■ i^Ct^ I
mc^qi Iqjcqma Jc^dUa ^qrdo
s^dnqdd^ IcUi^rdl UUtiima
fosabbqrqiy^nn.
(Allegorische Verse.)
WCrtUdie Bedeutuiigs
• Das Kind eines angesehenen Mennes ist henintei^kommen.
Holz zu sammeln, ist es ins Tiefland herabgestiegen.
Es verbringt die Nacht, indem es [das Uola] ansfindet»
das es am Tage zerbrochen hat«
übertragene Bedeutung:
•Das Kind eines angesehenen Mannes ist heruntergekommen.
In Armut ist es gesunken, armer Lente Arbeit muß es veniehtea.
Es verbringt sein trauriges Leben, indem es [vor Trauer über
sein Gescliick) au%apqst ist,
(das KindJ, das vom Geschick gebrochen wurde.«
Zu A4*^ ' vgl* oben die Bemerkung au Sprichwort Nr. 4. HoU
sammeln ist die Beschäftigung armer Leute.
' »«las Tiefland«» hier bildlich f&r «Armut, Elend«.
• AnaHnden« ist hier von der •flammenden« Erregung des Zoneii
der Trauer, «Nacht« flir «Mifigeschi«^, kvtiriges Leben« gebraucht Isi
vierten Veive sind die Wdrtetr ^ i rAfl^^"! « in der wdraidiea Be*
deutung au fassen als: fl^l i f All^fl^l * und auf K^A^ i ta Iw-
ziehen: >d»s Holz, das es am Tage zerbrochen hat- (Objekt iw «an-
zCindet*). In der übertragenen Bedeutung beziehen sich die Wörter auf
•das Kind«, und 4*1 > *1^ag*» bildlich f&r «Geschick«, ist Subjekt, -4»
das Geschick zerbrochen hat«.
4. Strophe eines AzmÄri zu Ehren König Theodors.
üiQiiizcQ by CjOOv^I«
Mittwoch: Probeu aus ambarlsclicm Volksmunde.
217
amsalq ährjhämii»»*
«Mein Herr Theodor,
ein zweiter Konstantin,
li.nt sein Leben gans im Zelte verbracht,
wie Abraiiain.«
Beim Vortrag einer solchen Strophe werden einzelne Wörter und Vers-
lialften wiederjioit mul immer wieder von neuem nufgenommen.
Dm seltene ' im Sinne von IS*)^^ • «der «weite«.
Zu * «vollenden« vgl. die Bemerkung «u Spriebwort Nr. 43.
5. btroi>he eines andern A/.mari zu Ehren Ivüuig Theodors.
«MS mMS» ttidro8 dm 4r .
bqi^t6t t§oradä vqfom
»Der Held, Held Theodor Abba Tit'ak KiA
[ifit] sur Eneosseit fetnen Braten, sur Fastenxeit Fiseb.
Idi warte an der TQr auf deine Mahlzeit.«
Zur Pastenseit dOrfen die Azmir» nldit singen. Unser Asmiii nimmt
sieh einmal die Freiheit, zu dieser Zeit vor dem Falaste Theodors zu er-
adieineo. Auch wlhrend der Fasten — so meint er — ist des Xön^ Mahl-
zeit reichlieh, und darum warte er an der Tür, bis audi er zum Mahle
gerufen werde.
Zu 0lJt i «Held« vgl. oben Abschnitt H, 1. ~ «Irj^Cft « = irP
Abbi T&t'ak ist der Name von Theodors Scblachtrofl, der dann auf
den König selbst Obertrsgen wird. KisI war Theodors Name, bevor er
König wurde.
A'fl^^ * eigtl. ■musculo dei üanchi, presso la coscia« (Quidi, Voc*
S. 169) bedeutet dann, weil dieses Fleisch f&r l>e8onder8 gut gilt, einen
•vorzOglichen Braten«,
6« Vers eines dritten Azmtri zn Ehren Theodors.
Iqiijje mqnqn tnülla^ sinufisa
änfffrafqfq imbt alq kasa.
>W;(hrend die Menge siel) vor meiner Kaiserin M]|ni|n erhebt, weigert
sich [dessen] Käst [und] sitzt gespreizt da.«
Manan war die Mutter von Bis iMi.
218
MiTTwoca; Proben aus anharisdMiii VotkuDiinde.
A-fcp.» = A + Ji-fe + Suffix 1. Pers. Siug. M; t (nus htl*
verkrint) = «UernD, Königin«.
7. Vers eines Azindri zu Ehren von Räs JNla^a^a.
« lllLtI ' M>K > f Alt « Ibis • h'l^ «
9iui ias^ 9Kkfta fol^ iÜt Siiub%h
•Theodor fing na, aeiuen Palast gertum^ au machen.
Sdiet! Da ist aiich das Zimmer seines Sohnes schön.«
Räs Mateii ist der Sohn von König Theodor. Der AamiH will »gen,
Theodor habe sein Reich so ausgedehnt, so fest begründet, daß auch die
Macht seioea Sohnes bedeut^id sei.
Dieser Vers klingt an ein * 4DCt i «n (s. o. S. 187).
VL finBähluDgeD und Anekdoten.
1. Geschichte von Rampsinit. KöDig von Ai^ypten.
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Digitizca Ly Gu^.- .
Mittwoch: Proben aus aiuiiari^dieia Volkainuiide.
219
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220
Mmwocn: Proben tm amhartechein VollaiiRind«.
-Mi^ » nM,ü » • f •nh-.A « -pn-fi » x^-i » « imor •
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y-W » Aä- » K w^W i -OA- • n-w» • ^ft i AULi I «A* ! riw «
*T> « a^^A• » ^4>'^A «
Umschrift.
«w bblhaUiiiiia sa^ n^bbarg ; ginthun «isgrä igi/drk'ii ma.iirgkltia gS^,jiämmdia^
Jcfr^ k*gdäda brrrjlhat ävagga nngqr^in kg t 'k it giz'^ bakuiä 'Inat vi m^nta.
Xtfh^/ujnjuTn kgda^la Ighülat bgm'ü äsdit^acg^ nnbbiirjittiä bq:na ./lOji/ii/i'/ü kgn'-
ffusu_^azgäv b^zü giz>i jfdr^'un jfsqr^^ü nqbödru. tt*gusum jffmgzyqcü ^drk'
9aäddqrq^,^n<^jg*'ddl tolo a^^ak*q. Uiva bqmin gqvto 9ndtUqrJf*^„^^6n «Awm
ata^^Jeqm dägu vq^'u^^u ^»dq tqle^dUq/q allgk^q^mmna s^q^ hqmäzgqm^
fftaf* kqKir^%^€^*qffdv wovr^t ^dfmqd af^immqdq, Awlc^ f^HMlWidldMSm
Mq^^mä^ßi^ Im^h"^ iU4rr^ hg^it fi9dq.jmqz^m^'wmidnd&^*m
iqttOifat bqifutf' gäUä. Mtlgi^^iai IqmäH^qo^ hgtnfidä isomq, ng^^
bqifiisf iqgqbbäif bq^ätmadu tqijazq Ü^/dfa sndäUqöälq^^rmi tqi^9& md^ddqvdddqs
h^uaya gizii bah^gdadä^ angdtun asl*k*o ^änd9mmif_hoi »n^S ba^fmad tqf-
£älli'J)^u/mä mu^i'üt altqMll'hlit^m s:flq:th //uu'gm^miic m^öi nJk 'irraüitnumi.mm
»tyittiffgnUa^hu dnggHhi k'*'drfgh kdnta^gara t/'« /'/ ulinj unnd'mmum ^iidzzqri'i
^f^jgtgc'^nnak^n iggid honqbdt*nna jflüand^mmun_rä$ k ort d i'zö hida. bqnqgö^
rfgis ^ffgKdrk^u^mqzgdr Dgnra *rasu igtgk"drrqt*g^sq^ bq^fmqdu tq^t^
Sffd^ i(>hfm4nti»m r*ita afiif'»to bädqoaa^ ftMq^ftma ba^dttadgroi atf^bö^^q^-
vfgiswn j^h»nqn^n\ädqrqgu %ddS^S^ |f^^ zgmqdo^ fieaöj^ tqmemdt^
^ Siehe oben S. 195, Mitte.
Digiiizca by Google
Mnmrora: Pkobsn au amhiruehem Volksnuinde. 221
Igmgtwit änd iadqffqrq älnMdrgtn. hgUU Hät&idgroö r*«sä^ ai'WUfi fnqslq^
j^fgbb'k'ut ngbbäi*nna iqm^d^^mndt^pin kqzqmgdöitmna koffgn^mmo^ iql»'
g^än r^esä bqP4t sqrk'o lfiman.sdfnnä lamqk vdr dnd^{qd(tffqrq ^ndnllla bulin^^
gixfi zqmqd^Stian asfardrrai' imtih !!9tt6l. lal^gm r*Am bnVtt s.irl: nchU kai-
leäbhqrächtU kuUäcku iievoc mdqhdnachu Iqn'gus tqndg*rr*S ask qtt äöh^dli^V'u
älqdada^. t/BKilän^gisii rasttn {qk ^f^rrqfqfi ^qndammü iq^qnd^mffn r*ha
fikSLWtsbbdi^^ß^ igd^^TttM ffiäü kgrik' vfmS*& ngggSdü mg«!^ kttt'MS^*Ü
ffN" yärrgoepmi kqr4^ iff^t^^^ mg*di ngg^dfiu^ goäkkSä^
larrägfhmi kMOLffiSri bddr jß^. f*gbbdit*oüm min f'nqhdl ifcrf
bqkqtqma (amsgfqy iq\tdin^fd^ f'fUÜW^ ^^'^^'K^^V* Msdcq^'m bql *rrdg*Jhma
k^d^ära 'dar Hut. »ssüm Äait|fl käfqgqväda^ arrägq/nnna mqlkHkam c*q^ti
i^äcäy^y^iilq Ids^ydöq^ ^dmmrirn. kazih _hdhdla gßetod id/n mafdt cawita Öm^O
diämjr'nna f'^it (nudin^t dg »ixui [iJt h'^nr^c'äuuut i^-'ihiiai dldvqu. hnnfrx-
säc^m das dliunu'nnä toto älut. jssam kaud^nü ^(qydddä sqtfacä^*nna
6aÄ^«v i^^qia dd^ ä-^dnnncq^. »ndihum bat 'k it ^C'leit »(((Uällqiq bjzii dCqtfä'
dnfW Si»äkkqrtU$ii, hAUwm 9ndami& Aim^ beu'kär tdiUiu. j^iä>K.4fisii
Ifiätiatmä ifffei»hSk*$»n t*^m8S^m > $k^ia »J^imf^ kgidSUkA-
hjtHmi ißi^rrgffgbbäd^» minem ab^mmmn, kgzf^ bdkSla t^näumma
bqnäggam^gi^i n^gus bqt^qbhäk'oö (qtqdarrqgq^^ k*fat aito ^ruÜt mdih jalä-
<jiifqh(u'nii'nrtar*exäii*n imfdssqdqjii^n nun _ sn^ jnda /tonn t^qiiqyädq^. t qbbd^Ö&m
and^tutik"dhhin('i squ iqrüJc' tUfdr ruiyund^i innsio mat' to* bandin ^td^ a^h^ro
^imf^Tmalldt bqüdm allä^t Ö r*em^*n ^lassqdqbbhutq alid, n»gunum %^iMn^bqsüm-
ma^,gis*i bafabbaJcoi s<mfimM i^h3min*m,Jbad^rqgwj l^^^^ä. »ssu-
«Kin hmiäg^flS^tma lamalcfat bim mgi^mgnpm^ d^kqmq* n9gqr„,,,g6n alkdngl'
i^. ifp^mm b9d^^t^^JfiiäAkul^f'v4ü 9§§ig tqddmußt^a. ka^MmJbdhaH
hqt^a^phmi hqmarimar itifyiti^if MaÜ^'it^ ffiißi 0därq^^
«jif T^nm /^n^iZflS 6^/' kqifgäA,jB4nd hiat khnäiHmi g4naqv kivnm htdtj^
Pffi hHo S^a^ amdggqrq. iastiM^Ji {a Uiwi rantn Iqn'gumi gällqt^q. n'gttnm
kqtqk''ällq/q mqzgdv saikkdffqt gavto yuirk^tn gnd^t undq^drrqk^q^ iqyänd^m'
ww>*f» ro> 9ndit ^nrta udssadait t dj^qk q^. »s/tum kamar^dmrnnrt id '/skq^r/uir ur-
rqia (ddqrayui^Ji /mäu hn'gu.sii bqgMt* ndggqrrj^. /t t/u^u bat narü tadän-
nqk^^nnä ^ndq^tqaagqr^ bisu g^mqv*nna i^lmcU sq^'^ k^slA'^bähäiä k^fsi&
' Man adirribt nnrailm nodb i , «pridit aber i
* Audi ratt Aarinllation mffS^i goqwocheii.
222
Mittwoch: Proben aus aniluuriseliwi Volkamunde.
gM mqikirim äd^rr^g^ i^ib^Sdi.
U b e r s e 1 7. u H g.
Hampsinit, König von Ägypten, ließ für seinen Goldschatz einen
großen Turiu bauen. Der Baumeister war ein kluger Mann. Als er den
Turm baute, legte er klugerweise ein zum Stehlen des Goldes geeignetes
Loch» das [anfier ihm] kdo Meiudh kamite, am. Kurae Zeit dartof staut
jedoch der Bamneister. Da er dieses Locli seinea zwei SShneo gezeigt hatte,
stahlen sie oftmals, indem sie dort einstiegen, Gold ans dem Sehatie des
Kfinigi. Der K&nlg merkte bald, daß nicbtUcherweile das Gold des
Sdiatses sich verringere^ Wo der Dieb aber, om lu stehlen, eingestiegen
sei, wußte er durchaus nicht, da die Tür mit einem Schloß versehlosiea
und nic?)t geöffnet worden war. Deshalb ließ er mitten im Scbatt, neben
dem Golde, eine eiserne Falle aufstellen. Die beiden Bruder kamen nach
ihrer Gewohnheit, um von dem Golde zu stehlen, in der Naelit zum Schatzf,
Der eine stiep, nm das Gold herauszuholen, hinein, der zweite .staitd
draußen, um es in Empfang zu nehmen. Doch der, der hineiue'^-tiejjen,
war in dpr Falli- ;:efnngen , und als er merkte, daß er nicht liinau>Koinmeo
küime und dai.^ et, gefangen, luns lieben gebracht werden würde, .streckte er
seinen Hals aus dein Loche iieraus und rief: «Mein Bruder, da ich in einer
Falle gefangen bin, kann ich nicht herauskommen; deswegen schneide, da der
Tod mir nie und nimmer ersjNirt bleiben wird, damit sie euch (die Familie)
nicht töten, meinen Hals ab, und nimm ihn mit dir.« Da schnitt seie
Bruder, traur^ und niedergeseblagen, da er daau gexwungen war, sdaai
Kopf ab und ging mit ihm davon. Als der KSnig am nicbsteo Mor^
in den Goldsciiatz eintrat, fand er den Mann, dessen Kopf abgeschnittes
war, in der Falle gefangen. Diesen Leichnam ließ er herausoefameOt
warf ihn auf die 8traße und ließ ihn durch Soldaten bewachen. Der
König tat dies, damit, wenn seine FnMinde oder seine \'erwandten in der
Nacht kämen, inii den Leichnam foi'tzntragen und zu beerdigen, s^ie (die
Soldaten) sie gefangen nehmen nnd alle Verwandten töten sollten. Doch
es gab keinen, der so mutig war, ihn fortzuschaffen. In der Nacht be-
wachten die Soldaten den anscheinend herrenlosen * lycichnam. Als die
Mutter des Toten abersah, daß von seinen Verwandten und Brüdern keiner
da s^, der den Hut habe, die Leiche ihres Sohnes in der Nacht zu stdte
fortxusehaffen und au beerdigen, jagte sie ihren Verwandten Fordit eiSt
indem sie also sprach: •Wenn ihr die Leidie meines Sohnes nicht in der
Nacht stehlt und sie beerdigt, werde ich euch bestrafen lassen, indon leb
ssge, daß ihr alle die Diebe seid.« So sprach sie au ihnen. Da ssgteder
Bruder, der den Ko[>f abgeschnitten hatte: -Ich wlQ die Leiche nebee
Bruders holen«, und machte sich auf. Er belud seinen Esel out einer Ifatg^
* KAQiW ' (nicht iu den Lexika) bedeutet «ohoe Eigentümer, berreolM'-
Digitizca Ly Ljuv - .
Mittwooh: Proben mu ambariacbew YoUumnnde.
223
Wdn. AU er m den Ort gekoininea war» wo die Leiche adnea Bruders
lag, niftdbte er sich, aussehend wie ein aus der Ferne gelcomoiener Kftuf-
tnano. In die Nähe der Wiehter heran und sagte ihnen: *Ieh bin ein
fremder Katifnianii, der ich aus fernen Landen ^liomnien bin. Ich bitte
euch, (Inß ich meinen Esel ablade und mit euch zusammen übernachte*«
Die Wächter fragten ilm: «Was hast du geladen?« Und er antwortete ihnen:
• Wein, den ich in der Stadt verkaufen will, habe ich geladen«. Da spraclipu
sie TAI ihm: »Wohlan, lade ab und ül)ernachte mit uns.. Da lud er dort
neben Üitien ab und begann, indem er eine sehr schone ünterlialtung in
Gat)^ brachte, sie zum Laehen zu brinj;en. Darauf sngte er ihnen! »Meine
Herren, Untcriraltung allein ohne Truiken ist nicht angenehm, .so ist es
denn besser, wenn wir uns unterhalten, indem wir dabei ein wenig Weiu
trinken.« Sie freuten sich und willigten schnell ein *. Er gofl Wcün ein,
gab ihnen davon und machte sie durch vieles Unterhalten frulilich. So liefi
er sie allmihlich, indem er sie tftuscbte (verführte), viel trinken und machte
sie trunken. AUe schliefen, als wenn sie tot wftren, im Rausch ein. Da
erhob er sich und rasierte allen Wiehtern, wihrend sie schliefen, den Kopf
und den Bart zur Hälfte ab. Sie aber schliefen, in Trunkenheit hiii<;ef:illen
(versunken), einen schweren Schlaf und merkten so nichts von der S( ! ( litig-
keit, die er ihnen angetan. Darauf machte er sich auf, lud die Leiche seines
Bruders auf seinen Esel, gin«; fort, zeigte sie seinen Verwandten und begrub
sie heimlicli. Als der König am nächsten Tai^e die Sehleehtigkeit sah, die
an den WSchtern verübt worden war, fragte er sie, weicJier Mensch es
gewesen , der sie so verspottet und die Leiche fortgeschaflfl habe. Die
Wächter antwortt'ten ihm: -Kin schlauer Mensch, aussehend wie ein Kauf-
mann aus fernem Lande, kam, nmciite tnis mit Wein trunken, und als wir
s^iefen, nahm er uns, nachdem er uns so verfaShnt hatte, die Leiche
fort.« Als der König dies hörte, zürnte er dem Manne, der den WXchtern
diesen Streich gespielt hatte, sehr. ISr veraachte viel und gab sich viel
Hohe*, ihn zu finden und zu bestrafen; doch es gelang ihm nicht, und der
Konig war über die geriebene Klugheit dieses Mannes sehr erstaunt Darauf
ließ er, nachdem er erkannt hatte , daß er durch Klugheit und Untersuchung
ihn nicht zu finden vermochte, verkünden, dai^, wenn der Mann, der dieses
getan habe, sich selbst dem König anzeige, er von diesem viel Schmuck,
Geld tuiil Khre erlanj^en werde. Da entdeckte sich jener Dieb dem Koniii^e.
Der König fragte ihn, wie er in den verschlossenen iSchatz , ohne daß »n-
geöffnet worden, eingestiegen sei, und wie er das Gold g<'stohlen, wie
er den Kopf seines Bruders abgeschnitten, wie er die Wächter gefoppt
und wie er die Leiche fortgeschaflTl habe. Da erzählte er alles, was er
getan hatte, von Anfang bis zu Ende, offen dem Könige. Der König war
Ober seine Klugheit erstaunt und gab ihm, wie er [zu]gesagt hatte, viel
Geld and Schmuck. Später gab er ihm, da er sich sagte, «es gibt keinen
> WörHicb: »sagten ihm sehaeO: jal (gut!)«.
* Jvll"**! ■mflda werden«, iMMlentet audi »sieh abmfllieo, sieh
Mühe geben>.
224 Mittwoch: Proben aus ambArischem Volksiiiunde.
klQgern Mann alt diesen«, auch noch seine Toehter sur Frma and noaehte
ihn sum Berater des Reichs. [So] oraihU man.
Sinnspruch: Tut mm eine irdlsdie Sadie, so ist das [our] flir kane
Zeit; Frdmmigkeit aber nütst gans und gar*.
& Dm UHeU des Kftuig« üimntand* iCMmii^^o),
' '^^.mah « f tun « XH. ' n4»A-i»- • ^>7mS ' «AA • Kon.*
H^im'ir » II AA ! V^:A/n-<5* » ^-t^ » <dä+*¥ » Ä"»A « fif > »
^t^4f » f fl*A«it7 i • ! ö^A+y • rt* • n-Ni-
• » tAA^ s AA+¥ • JWT-A ' f If > « a;C> ' IM
Oh I }k<7ii>'n#ii,c » yfif9' n4*> » ^'.v-^ « hA « it-/" ? -ifr}
m « i fotA»^'> t f A44:>^ t * -tut- >
KÄ^IO-^ « KA « IT-/^ « -IfrUlin^ » 4>A-nAfl> « f Afl*-") > fl^A- •
» A^ s ^feiCTU « f n^^A-iP-'» » « n'>*fcf:T •• 5^^* » nA
MM'IIU < 9^ t I Xr^A • Mir > i*4>^m^ * 9^ <
I M • «Ä- « A]f « hA^'7NU « «»AAAl- » -flA» « «
* lieiciitiiin und Ehren, die maii aut so irdisctie Weise wie der Held a!i>rer
Ossdüehte gewinnt, sind nur von knner Dauer; der Lohn der FrAnm^keit hingegen
ist ewig. J^p^* »llelMiMidi» irdisch« — h^Atl* •Oottesverehraag, FOmaig'
kdt.-
* Wörtlich »König Verluhrt».
Digitizca by Liu..- . «v.
Bbrrwocs: Proben V19 mhariMhem Vdlumnnde. 225
Umschrift
ifwJ/tf wrgit nqbhqrqö iamai^lqd^a ^nrät hqdärrnm gizfi bqbäk^'lo
äd*rgo Jcäsjb*l6 »liqsäiqllat fthid and'^satf bqstqh*'ala tnddbbqdq matfo iqvqlc*'
io^/t c'*Tä ögg^drädii k'^ärrqi äif. iit^tiäii^yUie hak Hon dannggqfqnna sqllqlq
Wguzitum ^dddqk^q^nna dmgüllä iqhona t(qnd^l'>t} äsfjdrradat. baham bndam
t(im$jfigd hgitffi^lo üd^i ^ißx9gg4*>^ ^^^läsdii gneUAhadg mg^'o
Camna zqllqlq. nafsqt^ASi^mt^Um jfdddq^^dhmi drngnlla iqhtmq ntind^li§
OJiyidrrqdat. i^h'^sa^ »nin s^osf^gisfi bqddqlqri. ma^qmmqrtla iavqlc'loiin
c\ä k "drr(it mi halqtqmio tiuHfi bqmg^dqk ua luy''a(l(ln(^n>iä k "a.ssalar. »"aS'
tfiHiin dmgüiiä iahonn bgUn ydddqfmi ')<fzfarMr f/j.tnii0)'^ö buk m ijtfh/tlul/jn älq
n^güg g*rifmbtfom tqkqssmun idl'häl mqlüs diqi(. iakoAsakum ig»ziftr/ur /^i.trri|<t')«'ö
9nS imktn arguz »ndqnäbbqrqc alätf^dlc^im nqbbqr nqggr^gin iqvqk ''laun färin-
nqPmta dafär*nndt Iäi(k'^b»i4 bq^^drädii cta^ b>ttäkk^ tq1c''drffo^ ydddo'
M MfW^ ff§g^imo 9jjffl^*dUg»k f*ra b»iliiKdi*au^r4g dntg tg^^immgf^
g\i h^dM'a^i IqoHqpi^ mallas»Ii4t «MMin^ l^^ed^ hiäqniot^ i0a
y^nd^Ug äsrifgsqh mgUes*lldt Mi iig»
Übersetzun g.
Ein Mann, dessen Frau schwanger war, setzte [sie], als die Zeit' ihrer
Geburt herankam, atif einen Maniesei und ginj», indctn cv diesen langsam
filhrte, daliin^ Eid Mann kam wie toll von hinten iirtd schnitt di-n Schwanz
des Maulesels mit dent Säbel ah. Da erschrak der Maulesel uiul sprang
auf, und die schwangere Fniu fiel hemb und gebar vorzeitig einen [totenj
kräftig entwickelten* Knaben. Da ihr Mann vor dem Rieliter [dcswegenl
prozessieren wollte, ergriff er jenen, uod sie gingen zum König Gsr^mbifo.
Als sie [bei «lieseizi] ankamen, qirach er: -0 König, Gott möge Ihnen EäU"
» Oder m'"drri.
* Wörtlich -die Monate«.
' Der ganze Satz iat im Amhariachen ein temporaler Nebensatz: (»aU ein
Hann «... dahinging-). Der folgende Sata isl dann evrt der Hanptsala.
* fyi'b'i * (in dieser Bedentm^nichl belegt) ein -kriftiges, voll entwi^tes,
aditeea Kind*. Die Bedentnng ist natdrlidi aas der anderen) ^ «Dongolapferdt
Pferd edler Baase«, entwiekelt
uiyui^ed by Google
220
Mirrvv OCH : Proben aus amharisdiem Volküinunde.
sieht geben', meine Frau war schwMIger» und :il> ihic Zeit herankain und
ich sie, damit sie im Hause ihrer Mutter geliärc^ .luf einen Maulesel setzte
und sie, indem irf» ihn I.inp[sam pphen ließ, lortnihrtc, kam dieser Mann
wie toll hei*zu tmd schnitt ohne Jede Ursache den .Schwan/, iles F^el?« nh.
Da erschrak der Maulesel und sprang auf. Meine scliwant;ere ^ Krau fiei
heral) tuid ueltar [so] vnu'zeilig einen [toten] kräftig entwickelten Knaben.
Dieser .Mann liat dreimal gegen mich gefrevelt. Erstens hat er den Schwanz
meines Maulesels abgeschnitten. Zweitens hat meine Frau bei ihrem Fall
Schadeo genommen und ist verwundet. Drittens hat er meio kdifdg enU
wiclKeltes Kind getötet. Gott möge Ihnen Einsicht geben. Mögen Sie in
Gerechtigkeit tdv mich richten!« Der König GoromUffo sagte darauf sum
Angeklagten: «Erwidere auf das, was er dir gesagt hat'!« Der Angeklagte
spracii: »Gott möge Ihn^ Einsicht geben*; ieh habe nicht gewußt, ds0
seine Frau schwanger war. Ich habe es aber nicht aus .Schlechtigkeit getan,
sondern der .Schwanz fiel ab, als ich ihn mit dem S&l>el berührte, um* des
Maulesels Fiu'clitsamkeit oder KOhnheit zu erkennen.« König G.ir^nibirö
crwl<lertp: »Du X'oreiliger ^, wanim hast du den .Sclnvan/. des Maulesels [dieses]
Mannes ahgesclinitten ? Haltest du nicht d<-n Sclnvan/ des Maidesels nHfje-
schnitten, so wäre seine Frau nieht uefaljen und hätte iiieht \.(n/eltiii a*'-
boren. Niiiun nun .seinen Maulesel und behalte ihn^ indeni du lim futtf r>L.
bis er einen [neuen] .Schwanz bekommt". Sobald er einen .Sclav au/. b<?-
komtneu hat, gib ihn seinem Eigentrimcr /.urück. Nimm auch seine Frau,
scliwingere sie mit einem Knaben, [d^ so ist] wie der tote, und gib [sicj
ihm dann auröck.«
8. ErslUiiiig Ton einem dmumen Manne und einer klagen fnn,
■' Ii —
' Da.s ist die stehende Kiiitraiiy;sfonuol , mit der die heiiien Parteien sirli : or
dem iiictiter einiüiiren. Am Sciiluß iiirer Rede gcbraucltcn sie dieselben Worte und
fügen dann meist noch hinan: -in Gerechtigkeit mögen Sie flir mich richten«; s.
weiter unten.
* Vor det Geburt begeben sicli die meisten abflssinisehen FVauen in üue
Heimat, um duit im Hntise der Mutter niedereakommen.
^ ^V'fifn*il * nielir literarisches Wort Hlr •schwanger«* das aber docb
allgeiucili gebräurlilirh ist und vo.. 'f^dermann verstanden wird.
* Ständige Worte des IviciiU:r«i, wenn der iv,luger seine Kede beendet lial,
an den Beltiagten. Wortlidt: «er sagt dir» erwidere!«
* Vgl. Anmeiknng 1.
' Wortlidt: »indem ieh [mir] sagte: [ieh toe dasj nm •
' *MkMl » is* «>vie1 wie MÜ^VQ » fffS» «
* Wörtlich: »sitze auf ihm«.
^ WürtJidi: «herauakoinuien liflt«.
Digitizca by ^^jy .i
Mittwoch: Proben aiu arohari«cheiu Volkamiinde. 227
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228
MiTTWoca: Proben ans anil)arisc])em Volkstnunde.
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if) ' M^.iM^ « nv;*- » f AflAiD«'} » M^.K * f AflAa^-J » j§.ü • f^
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C^jr* I ^'>u"> : nrTii/.)'')*'> ' > : ^'>l^- • 'iah « KA^i»« « f M.n «
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A ' hhm^ i ikMLWr I II*!»»- 1 Mf'^V « OAIil > flbf - > Mlk > A
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Um sc Ii rift.
(an ff Tn"fm .sdi/'/mä (andtt s^it tqrat.
' »int Jeind mdqhonqd Uk^n ät/k-'ätfft)^ itq. känt^^jB^.,^ra äff^'^äü^^ Ißtö
ban^glu ^drarqdq, bandffo^ l^m-MlrMjIkk^^Afr ^ndpr ia/aff^'mo bghazgn
ftddq biiä hidq, m^tü rdlaSin itmat^a b^tüt^ dhihm ißlo Mgfq^ i^iUtiL
mütum zari nun^una^ äznghäi Wynnin min (ämmtiäsatztn äff^iXSqk Slg^*m.
9S8äm iüi ^amadrm ^f^k auk'dBl^ l/>i^ (tanlmrnPi tS^fdrämc^i nöga iSkum
l'nrif/r tdfnlf'ntfi' matt d'ii i'jkun bälrtayr^y.hi n'irrfit'rn hüllu l'narnis^nai^ aldt.
^ssiijiin i,ih.»fi fr'abrf _nfjfj4r_nmt ndga mahifiä bqUifatt^nnh'bbiit hif/tib bomMUr
aitkassii t'kcU'niiä m^ddr kazih-'^^dih (j/un^(äMt uat ka:lh''^^adth jl'h^t .^itlhU
not haltamm^gin s'/arb^ri^'/ina hassnV^. In hon ^kfcafa hdlat^ h'Ja mukkargc*^
999&in bamitätu^mik^r^dgf^loi rahm befUo dddqrq, bqndfföff mM mdf-
> Siehe oben S. 105, Mitte.
Digitizca by Goü
MrmrocB : Proben aus ambarifichem VoUiwiiuude. 229
M^XrAoradC itdtjflrqgi^ pinm^fi^ f*^^ n^tSir aqm^ dtfqr^ f^ktn
«rffcr mSn m^kqrqh 9uüm msitii mäkkgrqöSA alg. pfgu9um nuMh
Mift n^n» afa^. Mtntm a^'n ig^ig b^Uftma mefieam Icöngo nat aln. n'gumm
9nc^h iäUqd b^lh»nni maUtim icont^n^s^it InHi t^gabbäUq&rma mn^vdsdaUilinn
ä/oid. jssitm .>(}()'><) (liiTujU^o äzno tnkh'zo uada h'^tü h^da. m.'titum zare dayiuo
mtm^hunah äzufihdl nlad-^n. zCirts knf i t'tfil'idn yl'k <^y>ii tnmmtknfd
Aasan maf 'tobb^häl älat. itsrntäm rn'/n^/inum ägdnmih äskli^n^gqrnti äia&'n.
assüm n*gus sjlän^^b^lh'nruit fgiiak uti mtem nuitii <^g^g bUlh'nua mnlkäm
ktm^^k nat t^guswm tm^ fjiÜQÖ ^IMnna m^kam Ifbn^o^it Iq^a
«Mywn a«0»"«S 99lQfnän nuitü hriihma malkim ^*<kifi nit J^l4b tgnägg^rh
Sanßm Jikhtiti tfffitm kmM 0£k»n^figff^ hHtägr& Md» dqa Stäfitmo
tiFgätm k^mähfmknM^^n Iqnuwlat M»( mätfhma dqg^aa fartäUgi b^lih
^sAhäfa^^a ätq&if, amtbn m^l/u ^ndq^mäkJcqrai^ fndo n*gu.nin kqmäf^anbn-
tu^gärä t iirtö i'zö imdn_l)fitu nuitfä. rn^sturn biztt tdlba fmd/i %iaf bmidc^i-
firmä bndist ifiiöddrrngfie f/ask/urdti iä ingyldlit itiinkdildiiri<ir nurk u ^zghbö dqtnäs
abddliä^äni anumlq^gqnfi l'eiakän md.*kkt gub bq/ta dmd c qrk' arogi_c\)rk
aijfll4l>bqsqi bäiiqtiträ^ mä'dün /tqrrad. r^gusttm kqmqk*'anbntu^garn hini'wlat
bqig^*dimmgt% gix^i mak' iqlqbbq^^ H^'^t bc^ffut /U nqbbarhma blkq/tu Uilbä
henq, »mIU dsngsfl^ fwii* iff^^H^vi^ aam^S 0m ^^(6 tdl^ hmq mM'
hum bq/lm jpliMa«^^ wnt^Iit (jfl^ihq^^ §ih if^bbqt^^ amg^^^ßonii
tfifn ktilu ^äfi»>*4S» i^qf^ hang, fi^gu»um i^ggig hik "dTranna v*h^^
dii 9ndh älldgqt'q^bbmq l^lo fie^tun äsfqrfÖ i<th iddfirrqg9ift^fmq ^nqgdr
mMf/^r^ri(Tu äläl. s>ciüum n^gux^hoi (qjtf^t malk ki/um mqlkaiii Ldm ^ LdiU _ nq^
\fdrk q^^ibbö dnmm abdällä^känt Ueiak än ani.süta _sani^ gii/i fudikki tni fld
din(t c^ärtc aroyi^c grlt bqiiäinqtu ki/ü mq/kam''tn {qtqintrrqdq iqkqbbqrqm
»ndg^hong »ndthum iaa^etoc mqlk'nua fqral^nqn b<iu"/iiu ^gjn hidluni jndq tq/bil
ifia »ndqhonq mdVium hidlti maikam b^ntt*hÖn kitJov*m bmwhön bähnj/intn^in
dn^„jlSji dlq&ff 0zijidn.,jgväi tqddmiq]k*gtmä jflt^ghs^n^H^Jkammabb<)f^k^^
äS«. 99lm4h9m fi^ffis dn&t^mS hätäi^ bqk^ü tääsdqtiAgf^fkifiihunni
AUuA»unk!i^Mi Iqniim bqAh'^m^slUii kghäfigt tgbhäk'»m ¥\» bäm
gqnzgv sqft^ai^ ^qdq^r*itu tqmqllqsq.
m*mlfi. mqlkam sfSt Iqtal^a akltl nut. mqlkäni s^ct iaydiini malkäm
bqrqkdfn kqgziavhir agddine.
Übersetzung.
Ein dummer Mann safi in einer Versntnmlimg mit vielen Leuten zu-
sammen und sagte in der Unteriuiltung: >Ich weiß, wieviel Ellen das Maß
230
MtTTWOcn: Proben aus aiiiharischem Yolluintinde.
der Krde beträft-. Kr wettete mit eiiunn Manne um sein \'ernu")gei) , daß'
rr CS wisse. Er schwur fcif^Hich, am narhsfcn Tage die Zalt! des Krd-
maßes zu nennen und ging dann traurig naih Ilntisc Als seine Fr*au üim
sagte: «Wir wollen unser Ahendbrcjt essen«. s;i<;tr er: ■ Icfi esst* niciit«.
liüUte sich ein und legte sich schlafen. Seine Frau saiitc iliin: «Sag mir.
warum du heute traurig bist, was für eine betriibende Sache hast du er-
lebt?« Er sagte: »Ich habe um mein Vermügea gewettet, daß* ich das
Maß der Erde kenne. Ich habe feierlich gesdiworen, morgen zu kommen,
um das Maß xii nennen; wenn ich das Maß aber nicht nenne, werde idi
meines ganzen Vemögens beraubt.« Da riet sie ihm also: «Dies int eine
leichte Sache; moi^en frflh geh an den Ort» filr den du dich feierlich ver-
pflichtet hast, pflanze einen Stock in die Erde und ssge, ,die Erde bctiigt
vun hier nach der einen Richtung so und so viel, von hiernach der andern
Richtung so und so viel; wenn du es aber nicht glaubst, so miß es mir
nach und wenn ich gelogen habe, soll ich bc^tiaft werden'.« Da aß er,
über den Rat seiner Frau erfreut, 5cin Abcndlirot, und verbracht*' die
Nacht. Am nächsten Tage ging er hin titid lat, \\ i»- seine Fi an ihm -
raten hatte. Als d<>r Konig diesf .Sache hörte. Vwb er jenen Mann rufen
und sprach zu ihm: Wer hat dir die.sen liat gegeben?« Da sa'^f er:
■ Meine Frau hat mir geraten.« Der König fragte ihn: »Ist deine 1 rau
klug?« Er sagte: «Ja, sie ist eine sehr kliage und schone junge Frau.«
Und der Konig sagte; «Eine junge Frau, die so klug und schSn ist, ge-
bührt uns, und wir wollen sie heiraten.« Da ging er sehr bestürzt, be-
trübt und nachdenklich in sein Haus. Seine Frau sprach zu ihm: •Warum
bist du heute wiederum so traurig?« Da sagte er zu ihr: «Heute ist eine
noch sehr viel schlininiere Trauer als die frilhere über uns gekommen.«
Sie sagte ihm: -Was fur eine Trauer hast du gefunden? Bitte, ssge es
mir.« Kr sprach: -Der Konig fragte mich nach deiner Kindheit und ich
sagte: ,Meine Frau ist eine selir kluge und schone F^rau'. Da sagte der
K5nig zu mir: »Eine jnnge I'rau, die so king tmd schön ist, gebilhrt im«,
und wir wnllfii sie heirateti*; ich hin nun über diese Sache sehr betrübt.«
Da sagte sie: »Du Dtnnmer, wesiialb hast du ihm gesagt, .mpine Frau i-^t
eine kliiL'c iiiid schr.nt' jnrtir«» Frau'; jetzt geh und sai^c dem Könii;: ,Ms
ich die Saclie, die Sie mir gesagt haben, meiner Frau erzählte, war sie
sehr froh , und sie hat viel 8peise und Met vorbereitet , und lädt den König
mitsamt seinen Großen zum Essen dn*; dann komm mit ihnen zu uns.*
Er ging, wie seine Frau ihm geraten hatte, lud den König mit seinen
Großen ein und kam mit ihnen in sein Haus. Die Frau hatte den Tisch
hergerichtet, indem sie viel Flachs gleichsam als Sauce in die Saue»-
Schüsseln und Fteischplatten tat, und indem sie die Deckel der Saucen-
schusseln und der Fleiscliplatten * der Reihe nach mit einem goldbestickten
' Wörtlich: "Sprechend: ich weiß es.«
* 0)tlh'Hi,S^ ' ("'' ''f Ix ictrt) ist aus iJi*{l .... wegen des folgenden b
eiitstanden. Es bedeutet den i kr! des (D^^'i' , der SauceusctiiUsel. — IW^
: ist der Deckel des ^"/J'J* : dor FIcischplatte.
Digitizca by Liu..- . «v.
V
BilrmrocH: Froliai ans amliarisdiein Volkaarande. 231
I'ufh *. einem Seidentuch ^ einem huntf^estreiftt ii \ einem blumenbeslirktpn *,
einem cliiuif^iprf n<len StnffS ciiu'iM l)nMiii\\ oUenen Tuch", einem WoUsUifl',
einem Leineiitucli einem weißen StolT ', einem dicken einem alten liieken
Stoff bekleidete und (so] zudeckte". Als der König sith uül den (iroßen
zum Kssen niedersetzte, stand die in Wollstoflf eingeludlte Schüssel vor
dem Könige» und ab er iie dffiiete, war ea Flachs. IHese warf er weg
und ließ die mit dickem weißen Stoff verhQHte kommen, und als er sie
öffnete, war es Flaelis. Ebenso [war es mit] der in Leinwand, der in den
bäum wollten Stoff, der in Tuch, der in blumenbestickten Stoff gehfiUten,
der mit Imntstreifigem seidenen Stoff, mit rotem Seidenstoff, mit gold-
gesticktem Stoff verhüllten [Schfissel], eine jede war, wenn er sie kommen
ließ und öffnete, Flachs '^ Der König war sehr zornig und rief: «Wie hat
diese Finn im«; 7nin Narren gemacht.« Kr ließ die Frnn kommen und
sagte ihr: »Was bedeutet diese Sache, die du uns angetan hast?« Da sagte
ihm die Frau: »0 König, das (lesirht der Frau ist häßlich und schon,
verschieden, wie die iStuffarten je nacii ihrer Art häßlich und scliün, <;e-
ring geachtet und geschätzt sind. So ist das (iesichi und die Nntur der
Frauen, im Innern ist aber alles wie Flachs allein. So ist auch, mögen
wir [nun] schon sein oder häßlich, unser alier Wesen eines.« Da war der
König sehr erstaunt und freute sich, daß sie, um lieber ihrem armen
^ Da die Namen der versefaiedeneo Stoffe, die nns hier begegnen, selten
und in den WArterbileheru nicht belegt sind, ni6gen sie hier etwas eingehender
evUirt werden.
Of(l*P * HO ' merkwürdige Wortzusammensetzung, ntitstanden aits
HP s (Dll^ I Itliiopisch = 'in dem Geld ist*, ein •goldi^esticktc« Tuch-.
^ ^'^tl ? = (Damast), ist ein »rotes seidenes Tach mit gdbea Blatt- und
Rankeoonia in en t e n « .
* ^"fl^A * ' (&rab.) ein • seidene« Tuch, mit bunten Streiten duixti-
togea« (wie die Keilten der Bednineo).
* K^4A * Ak * Ithlopisch = »dem Joni gleidi*, ist ein «Stoff, der mit
Blumen bestickt ist«
^ A>,'^4»1 1« wfirtlicb: «Nacht [und] Tsg«, ist ein -Stoff, der in vielen
Farben schillert. •
" X'JÄ")!, ' (.si)ricli : jn(Ukkt) ein •baumwollener Stoff«.
' %.V ' oder : (arab.) ist das gewöhnliche »Tucl»- (aus Wolle).
* J ist die gewohnliche Leinwand.
* Ä'T'fc ' »weißer Stoff mit Stemmuster.«
Q^ll^ I ein »dicker weißer Stoff«. Derselbe Stofi aus alter Zeit beißt
I>io Konstruktion ist lotgende: «Sie hatte den Tisch hergerichtet, indem
sie ... tat nnd indem sie die Deckel . . . bedeckte, indem de sie mit . . . be-
Ueidele.« .
^ Diese Worte sind eine sprichwftrtlicbe Redensart geworden; vgl Gnidi
Prov. S. 104.
" Im amhariscfaen Texte sind die Namen der Stoffe hier zum dritten Male
aufgezäiüt.
Digiiizca by Liu^.' .
232
MiTTWoca: Prabea au amluriMiliflm Vdkjnnind«.
Gatten das Eheti'euwort /.u bcvvalii'en, al.s am die Ehre, des Königs Gattin
genannt zu werden, dieses Gleichnis erzählt hatte. Deswegen gab ihnen
der König mit den Worten: «Idi habe eudi* dieli und deinen Gatten durch
ineinen scblitnmen Plan in Bestürxung venetst und eudi betrObt, und du
liaat mich dureh dieses Gleiebnia vor einer Sfinde bewahrt'« viel Gdd und
kehrte in «dn Hau« zurOcki
Sinnspruch; Eine gute Frau ist ihrem Manne une Krone, wer eine
gute Frau gefunden hat, hat dnen guten Sq;en von Gott gefiinden.
4 Qesohiohte TOD «inen SohiUer imd einer gonfooldgeii Vrio.
IL • ^ITC ' Mtl. » MI- « KCA^^ • hft ■ I11I.Ü » h-P^I- « •
^Am?AU t KAY«- » KCA-r t «»«i^tfH t KVt » •
Umschrift
ütid'^tamän ialqmmqnau*n t*'ri i*:o m'fa'i kat ätloc s'it hJdö jvdkds
fih^n f're Icui^'lhii älat. ^»ssifu^in ejjakamuuisqd c^ärrqsaC'bb(ii*nnä f*k^it
ydrrq^. äyt''ta hqsatt'q&^ ffki^ k'''änt'»ro inln älaL »ssy^dm äf^ k^sih kaf'leU
min fsqfqndUqh älqö% Bftim V«mgi*^ in^ HlSX.
tl h e r s e t z u n pj.
Ein Schüler uinij: mit Getreidekörnern, die er erbettelt hattet zu
einer Frau, die gerade eine Platte aufs Feuer stellte, und sHi^ti« ihr: bitte,
röste mir die^e Körner. Sie aber aß sie, indem sie kostete, fast zu Ende
auf und ließ nur wenif; Qbrig. Als sie die Pfanne aufhob und ihm gah,
nahm er ein paar Kurner mit den Fingern* und sagte ihr: »Bitte!« Sie aber
sprach eu Ihm : «Ach, woasu gibst du mir von diesen wenigen U Er erwiderte
ihr: »Probier' es doch!«
Auch hier liegt ein KTCff > » du Wortspiel, vor. Das Wort
4»tfB^^ I bedeutet als Imperativ 3. Pers. Sing. Fem. von ttf*A 1 »pro*
hier' es doch« ; es kann aber auch als Gerundium 2, Pen. Sing. Fem. von
* »rauben, mit Gewalt wegnehmen« gefaßt werden (»indem du [auch
dieses noch] wegnimmst«).
* Im Aiuiiai ischeu Katisals&tze : weil ich euch ... in Beatärzang veraetzi und
euch betrObt habe und weD der . . .
* Kinder anner Etteni, die in Hanse nidits lernen kSnnsn, da «ie sn Feld-
arbeiten angehalten werden, verlassen ofbnals im Alter von etwa 10 Jahren heiwlidt,
ohne Wissen ihrer Eltern, ihre Heimat In der fVemde leben ae dann meist von
milden Gaben, die man ihnen gern gewährt
*|*VlTl^ ' l)e<!eutet «mit den 1' mgerspitzen ergreifen und so aufheben«
(K'"nnT u.dgl.); 4Ui||^n ' «mit geschlossener Hand aufheben- (von allen Dintjeu);
tid*^ : 'die beiden Hände, die zuerat getrennt [auf dem Tisch] li^en, zusammen-
bringen und dann anfheben«.
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Mittwoch: Proben aus auiiiari&cliem Yolksinuiide.
233
&. Eineiii leichtfertigen Menschen fällt es leichter, eine große schwere Mflhle
8U tragen als eine Sache bei »ich m behalten
* » AA > A^^^tf- > am^«^ ■ MCAil^«^ i « Aflh <
» +lfll1» i ÜM * «-f » HICT • yM • A AA«Yr « AAHO I
hp* » » ♦A.A » Aiif » VIC » f A ' VaCV I hV-Vü I Ti-
^ ' -fiAu • h^Jid.e[h . f^iCfiio« » Mf^xn • ?i(:A- •• f -f'ft'h^^fl»-
j I iD%:4^» 1 f -ji^ I Mnnmn » ka^ « >ic:A-r « hMicr* > h
A » m I T} • 'P'H- * « VK-f > A.tfll^ ' KA^AT? • »l^
xcfry" » tp^e^-m-j « +a"hr » xe^A » ©fi » h*Jt<H»- • Vie i je,
a4> 1 i&U < iD^:^^* » tAA^ » liA «
Umsclirift
^*flU ndggr kqmqsiäknm^i^t'k^ taUaf^.Jt^bhäd ud/r'o rnassokam j^k^gilg^äL
ifmd^agqr ärat sa^od tfddq ruk^ agär^avtiä fiMu. hhu gizii kqsanafj-
bntu buhäld ^nilayqräcij^ siniTwillilsu jügiirfu-'^'n sau ti4ja!iüü. xilq Squ^a^ny^
Mt^gii*k'ut kdrmqJtsa^ttii iändü^sni^^mnät mdq^motqc naggcira^^. mnaiti
igmdtgä'böat_Mif^g4n ^d/{'o t4iqkk*m6* bdhaia k'qrio ruibbiir'nna näggrun al-
fdmmam. s^laah kgs^ostu andu k^gHl My nägqr^{ammaicM nqbhafnna mnätäh
molgi aUhgvr^ jjfngggdK-kg^ tndgk^ 999^ fffiqi^kqm^ ^dffo fffgid
mm4ia lUgkkqmiL »itihn v4^iSi(n igiglOhni* 9&a^
^If" »i^^ffdffo k'ääalun alq.
Übersetzung.
Vier Leute eines Ln rules gingen in ein fernes Land xu Markte. Als
sif Ifin^e Zeit darauf* in ilir Lnnd zurückkehrten, trafen sie einen Mnnn ans
ihrer Heimat. Als sie ihn nach ihren Leuten befragten f sagte er ihnen,
' Das ist eine oft gebraucht« sprichwörtliche Redensart. Die Erldlniug Hlr
iie gan dk fblgaBde Oeeehidite.
* Od» «Mb <9%iMitf.
* Wörtlich: «Wlliriiid iie, nachdem sie fange Zeit vtrbraebt hatten, in ihr
Und sorflcfckebrten.«
234 MrmroeHt Proben am amlmrbdiem yolkamnnde.
(laß die Mutter eines von ilinen gestorben sei. De r Mann nhcr, dem die Mutter
{»fsturhen war, war, da er eine Millde trufi;, /.urüclvgebiiebcii und hörte die
Saciie nicht. Weil nun der eine \ on den dreien ein leichtfi i üger ' .Mensch
war, der keine Sache [behaltenj konnte, spraclien sie zu ihm: »Sag ihm
nicht« daß' seine Mutter gestorben isU Wenn du es ilim aber sagst, werden
wir dir mit Gewalt die BlGhle, die er tragt, aufladen.« 1^ spradi er:
•Ich werde es niclit sagen.« Doch nachdem er ein wenig gewwtet hatte,
konnte er die Sadie nicht ISnger ertragen und sagte es ihm. Da zürnten
ilim die beiden und luden ihm, indem sie ihn heftig schlugen, die MQhle
auf. Während er nun, die Mühle tragend, weiter ging, sagte er: «Ah*,
diese Mühle ist für tnieh leichter als die frühere Sache.« .
Vn. Fabeln.
L fuxUm* nnd Rabe.
» m'fi : 4^^ I MSa^n- •■ TAU » h% » ^'>1-^ « n'^f 1- »
rm-*» f ti^fh^ « 7 • > iThX > hA I f II,.?-) ' 7.». « »if « f
i\TL » ^''Vjr'V • li A- • »i'^/r-iAt » y*io-7 » >^7¥a » «o^v » Mi
Umschrift
jfik*avorönnä iafcurei üärAr.
y^vgro hazaf d(ßr Tcuma äiäkk**t>a uqdq^zaf b^täi k^ttrH kazq/ hi
' 'f'AtfA ' "leicht« bedeutet auch •leidit^niiig, leichtfertig*.
' Wörtlich: »Sage ihm nicht, sprechend: deine Matter ist gealorlieo.«
* IP*fi i (nicht belegt), Aufirof der Erleichiemiig, ahhh!
* <^flC? s ist eigentlich der -Sebakal«, wlbrond noserm -Fudbs« nn Anüa-
rischen 'PAl ' 4*111? ' entspricht. Da aber der ^fiC ' Fabeln tnuMr
die Strll(> nnsres Furhscs einninuDt, so gebe ich das Wort mit «Fachs« wieder.
^ Oder tfjlf^fa^ö*
Digiiizca by Liuv
Miitwoch: Proben aua amhariseheju Vulksmunda. 235
nadg986 aiä0»va »f^ßi jfäda^ lf*ura mdfi «oi^ik »nii dniqn bqmaidt.
das iasnnfldl. dttd'^^i ddmf4hPn aa^män^ttni dq^^i^ldü aiqö*^,
iaziläh^gizii Icura juk'qvqron tänk^dl säüäük' bgy*ngt iavdddgdgö''unnä iama-
f;ä(fgqnqv''if mqslot dhntim liinsainüt a/iin knfto kt/d^ diu. iaziian ^(jiz'e häfu
iuii'ibhnra f iiijtirä "ri'irf'/k nlhU'n/ia tnk nhh'la Imlta -iudih nhiC 'n. itwUiql- uimmu'i-
mvml hullü kämmimvön'llqt m^<f*vun jflff^tcU U'la alldjf't'aC^bb^'nna mqngq-
hSdqö,
Ubers ctz II II
Ein Fuchs sah, als er am Fuße einesi Bauniev stand uml %uin Baum
em[»orhlickte, einen Raben oben auf dem Baume siUeu und ein Stück Brut
im Schnabel halten. Dieses Brot, das sich im Schnabel des Raben befand,
begehrte er und war er gierig zu esseo. Deswegen tluachte er den Raben,
indem er also sprach. Indem er zu ihm in die Höhe blickte, sagte er za
ihm: »Mi^n Freand Rabe, wie geht es dir? Idi bin immer sehr froh, dich
zu sehen; aufler der Annehmlichkeit deinor Gestalt macht mich auch die
Anndunlichkeit ddner Stimme sehr froh. Bitte» laß mich einmal deine
Stimme hören, das soll mich freuen.* Da glaubte der Rabe, da er die
'Schlauheit des Fuchses nicht kannte, daß er ihn aufrichtig liebe und lobe,
öffnete seinen Mund, um ihn seine Stimme huren zu lassen und kr&hte*.
Da fif^l jenem (dem Fuchs) das Brot, das in seinem Sclmabel gewesen war,
zu, er fing es auf. fmB e^ und sprach also zu ihm; »Mein Freund, jedei,
der einen andern dunini macht, findet von dem, dev ihm zum Gefallen dumm
ist, seine Nahrung.- So sprechend, verspottete er ihn und ging seines Weges.
2. Der Fuchs und der Raubvogel
Hnß » i^-um » -tipfi ' f i^i-^ > i^Hfi » 't-'f't * f * nhn: » a.h
A » i^:' A ■ »Ä*^ » Kr « f 1»+ ■ T^-O « MTtf- • -HÄ* » » W
> Auch noch (Ai^'n^ gosprodien.
' Auch V\ I geschrieben.
* W2rtl(cb: »Ak» sagen«.
236
Mmwocfl: Probaii ant mhaimchem VoUusmunde.
Umschrift.
{qk^nvnrhnna iamgra tdrat,
kaviira ädnn at 'La iijg 't;i tqravqi} lam*ttafIgrgg^M*m dffne. nMkk va
ugdq^qmäi bittäi ämörd Itdixar^läi su^w aijac. »skt i<th^n dtnurä othqtt'Him
hvlä b*la bqmälagailat g^ddg*adä^s^^Ta gqrta t>n/dgyan afißä f^odyän
ffgtkf^sam^ gqlb*fa tqngdllä iam^otni mg^la tgäiiaö* iß äqäiqr 9u*6r^
Üb«r8etzuog.
Ein Fuchs war, da er keine .lagdbeute gefunden laxte^ sehr l)iinp:iit;
und wußle nicht, was er machen solle. Als er anfuTirt«; {^en Himmel blicktet
sah er einen Rauhvogel, wie er hoch in den Lrifi[en] kreiste. Er sprach:
«Ach, diesen Raubvoi^el iiu"rhte ich, wenn er mir gehörte, essen«, ti-at an
einen tiefgelegenen Ort, nn (h-iii ihn kein Mensch finden wiinlt^, unter-
drückte seinen Atem, wandte seinen Uaucii /-um Himmel (nacli oUen) und
sclilief, auf dem Rflcken liefyend gleichsam als oh er tot sei. Jener
Raubvogel, der in der Luft kreiste, sah, als er nach unten blickend sich
umtat, den Fuchs, gleichsam tot auf den RQcken gefallen. Mit den Worten:
•Ich habe ein Aas gt lunden«, kam er, 'mit den FlQgelo schwirrend*, lienn
und setote sich auf seinen Leib. Ab er, um seine Augen herauszunehmen,
seinen Schnabel dem Munde des Fuchses nllierle, wQrgte der ihm eili|pt
die Kehle, tötete ihn und fraß ihn auf. [So] ersililt man.
3. Sieben Löwcü und em Ochse.
^Xnf « hMAr « 4ArA i riA* ■ -OA i Kl All^ f M<1U ■ Inn *
«^'tfl^^ > ^A I i^P « hm'h'n^M < K9-A i KA^ I iur '
M'}^ » i-f ¥ » /^P • mfiH- » hr^r^ » Art^¥l^ » Ai»-ft « KAf
* Zu »|''J^A * ^g'* ^^i® Bemerkung zu Sprichwort Nr. 14.
* Wörtlich: »»ii tagen, machea» (nicbt in den WditerbAcheni).
Digitizca by Ci^r..- . iv.
Mittwogb: Proben ans omharbctiein Volksinuiide. 237
« -05^5 « » f^flA « 1 Mis->ir*^ » > u-a-> m
Kf +T*in*in « KK t XA i hTIIATr » +>/^+^- » KlÄ" »
^ * A^nA > Ao^sp I MPi^ i HAY I xia^^ * ao-i i mi«- <
Qm- ' ^H. > ^11 > fiÄ > A-n*} » f Ai*-f* • -Hin A- 1 ♦n«" > iai^ •
Umschrift.
sqaiit ämaqtöi^nna and^bQr*i bdnd Atm^ mäk»4r »tfqfu bqmähvqrac^
n^bgrqmnmS dnvg«$ä bqr*in sdlqmin mähvqraiän jdlff^ff^ ä^fdlhdng aluL
äugtoi^ M tßpa aUMJ^l^ alkqUkkd/na^ dntq bafq^^idFh «Mdm
hMil iagid iHt mmSM^ 9iteUh kah^onq mähvqraöin {älq^s'ga äutqhqnni^'nni
äus»ll^tiq älut. bqrffm Aant gßetöc s'yü umUt amf-'ct üsqt tuhü (luts älaintj^.
änvq.fö&m Ulla fi*(ja kulinjqnnqh and^C jn'h.Di s't än*nna jnn^ntl/Uhn äluzfia
bqmäkvqracin fqrtqhqnnq .mdtt fomät\m l*ta^lqunq da^qrli älut. bqr'riii
y^ttotf^hoi knmlthrqtaihu bqkqr be^i^adhÜ^tqtl alq. änrq.stn''*m mähvqra-
immqn Iqdqß'qrm mihrqt fgl/^nnqfn. nqgqr^ffan mähvqrqtäHi^dAn sjla^h^on^
iVfifih» äkA b9t4im hn^Jqmä^ 9mkijSiim ißflÜ'^»»^ ^äS^'ffWvfs
MLäfa. dmigtS^ J^M^ änd fhum kgttu ng^^ MOfffi* bgf^i «vm^
fgrdgggt t*»¥4i It*^ m»^. dna^iw^m batü tndg^ji^^ d^pL^ id^^
900*9 i(MiVl$ ^ l^lau 6^Mi hfwikka/ql dlc*'dfru M5tm hqfqrsh^
gorä t 'taift afut. Icqvqro kafqrsh_gnra {qtfdddqk a^^n an^qt sbtfvqla bbbun'm
*Uf*nla Imllac. änrq.so&m IMnin Juli't/qu Ixif ü /fizii i/h'^rariS l'ihh'n {aj^qu^n
tmamSi. fcqvqrom dätU ^etöc ii)h*^vqrie läb iHUrt^orä^^ä^^ingi Utbb*mmä
hwitor^ kefidnt gära mdko4r Iqm^fqU'at bqdiffqrq j^mäsläöAftäiht diqöad^.
Digiiizca by Liu^.' .
238
AfmrwocB: Proben aus auihariachein VolknDiinde.
Übersetzung.
Sieben Löwen und ein Ochse pflegten, indem sie xiutainiiien bei ab-
wechselnden Gelagen' tranken, y.n ihrem rJe!ri>;e Fleisch zu essen, indem
sie solches ge8ch!a<lit< t hatten. Als aber das (lelaf^e des Orli<?pn an die
Reihe kam, sprachen die Löwen znin Oelisen . du kein FleLsch da war:
»Weswegen hast du uns unser Grla^;« oliiu* i leisch hergerichtet?« Der
Ochse sagte zu ihnen: »Ihr Herren, wenn ihr aiu-h Fleisch esset, ich esse
es nicht, da Fleiscli mir verboten ist-« Da si.rnclipn die Löwen: -Wir
haben dir nicht verboten, Fleisch zu essen; wenn du freiwillig sagst, ,icb
esse [es] nicht', zwingen wir dieh idcht, [es] ni essen*. Dft die Saehe so
»t» und du uns unser Gelage ohne Fleisch verbringen lißt« so bOige uns
[l&r ein besseres].« Der Ochse sagte: >Ihr Herren, woher soll ich Fleisch
bringen und dafilr bOrgen, es euch zu geben?« Die Löwen antworteten:
•Wenn ^u kein andres Ftetsch findest* gib uns einen Schenkel von
dir« und wir wollen ihn essen. Wie konntest du so verwegen seio,
uns anders (ohne Fleisch) zu unsenn Gelage zu laden, und uns fasten rn
lassen?« Der Ochse sagte: »Meine Herren, von eurer Gnade ab^selieo.
bin ich in eurer Hand.« Die Löwen sagten ihm: »Mit dem, der un^er
Gelage ntrlit richtig; veranstaltet, halten wir k^in ^titlt^id; aber da dt! tmser
Bankettgenosse bist, werden wir nur einen Schenkel \w\ dir ess»Mf «huli
deinen gan/<m Körper werden wir, damit du nicht stirbst, nicht f>-«eii..
Da der Ochse wußte, daß er sich nicht weigern könne, willigte er unter
Zittern ein. Die Löwen uiaeiiten sicii auf, rissen ihm den einen Schenkd
ab, und während sie ihn verzehrten» starb der Ochse bald darauf zuckend.
Als die L5wen sahen, daß der Ochse gestorben war, sagten sie: »Dieser
Ochse ist gestorben« wir wollen ihn essen.« Als sie seine Glieder, um ihn
ftu teilen, zählten, fanden sie sein Hers nicht, da sie es mit den Ein-
geweiden* zusammen weggeworfen hatten. Während der Foclis den noit
den Eingeweiden weggefallenen Dann alS, fand er das Herz and a6 es.
Als die Löwen das Herz suchten imd es nicht fanden, sagten sie einander:
• Dieser Ochse hal[te] kein Her/..« Der Fuchs sprach zu ihnen: «Gewifir
ihr Herren, der Ochse hat[te] kein Herz. Glaubt ihr denn, er hätte, wenn er
ein iierz^ (Verstand) i^eliabt hatte, die Kühnheit besessen, mit euch zu-
sammen beim Gelage zu trinken?«
4. Das Junge des Leoparden und das Junge der Ziege.
* Solche Gelage, zu denen ein Kreis befreundeter Männer inuncr der Reihe
naeh einander einlidt, sind in Abesainien sehr beliebt
* Wörtlich: »sagen wir nidit mit Gewalt: ifl«.
* Vornehme Leute (Löwen) essen die Qngeweide nicht
* Da (las TIcrz als Siu des Verstandes angesehen wird, braucht nan >
audi geradezu HU* -Verstand-.
Digitized by Coo^L
Mittwoch : I^oben aus aaitiaribchem V'ulksnmiide.
239
AATf^v : jPA^^^nvf l- 1 hr'T'i'^ i ■' mn • hu i ^ ^.r^p-i - hit
A?^ 1 f Ar t <f A1A i diA t K?:!: I dv^ « I M « «1^ ' Ii
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«•«ly » hKf i f »-HC • ^AlAr t rW» « KA* I f WA • 1A1A •
» Äfw^?- i f >ilC » ^A-I Ar » XiD+^-fl^ » -OA » K V^- » t^^AA* «
Umschrift
kiUum bäilqtil^&6^ Mä»* VP^4^ 9^9^ tefinnät^ tn^i sarf kuf»i.i^>..S^h^^
gari »»rfSffdt ^/^A» t^lä naggqrqväi. 9nnäfffdm ftUabhaX mijmffoH »ilqmSn
unk as ialyaddaLsiWiaiü lälaiiiqtfasat. amt 'lqhit hifi"tjii ähiin duinuan fnPtqn
fytiuän bqltqn 9nn*t\ig(fv nqbbqrtiq ähurfm nngq mafqda hig'nna ttq( ^nn'fr atiut
b*lqs ätailq.s amc^äfnna hnn*culat(iUqH äUt/at. jttf^ihil^m g'dgnj uqda^'nndfuä
Inda itnnätfi 9n*i tari hanäw^g^lgql^gara taccä^di ^tW^u b^la näggarq£aL
bättdepndä^ gndgkM^ a/i^'im<ft. ^pidvr gUffgl imui^^ HdM^ gddkk
IdSfmiq tirfiff n^ib4r ahtn^m nägq imn*fc*äffdt iälq&i^juidqhfm aimdfam
häni,„^ara man^fquatä aügü bqiat^n^ ^ndatt^gallA'nna Mdäü^lai at^hid
alg/at. iaf^ql (jihfrit'm iq'nnati/dn^mSk'r samta S.^ athiff*m äqd. bqmigau
iqnqvr gilgql ^nnälaa jiidii^Tiuikkarqcut uqd'/ _ /'/ii/d >l(/id _fi'i't__^at^qgqv hedq-
c*rmd bqg^äro Huna f^ijalut f^qlut b^la ftimuät. tq/jijal gJgql^m äv'St bd-
i%^„^gv^i iindq^lantu nqj^nna mtv'cc ämU alqcat. ^issva gin almqt am aiqd*
ifii^or ff^g4^m m^m^a atgi* V^^i Q^ffi^ kdnatajb^k tqmakkqrq kgnfem^
240
Übersetsnng.
Das Junge eines Leoparden und das Junge einer ZStgt trafen skh,
verbrachten den Ti^, indem «e miteinander spielteo und gingen am Aliend
jedes in sdn Hans. Das Junge des Leoparden sagte an seiner Mutter;
•Ich habe lieule den Tag verbracht, indem ich mit dem Jungen der2ege
spielte.- Da sprach seine Mutter: «Wo ist dein Vater*? Du bist dumm,
weshalb hast du es nicht durch Würgen getötet ünd hergebracht. Hittest
du es mitgebracht, würden wir jetzt sein Blut trinken, sein Fleisch essen
und uns sättigen. Nun geh morgen früh und mit den Worten : ,Knniai. IriPt
uns spielen', und os jso] tfuischprid bringe es mit. T),inn wolU-ii wir es
essen.« Das .Iiin<i;e der Ziege ging zu seiner Mtitter und sagte: »MuUer,
ich habe hfute mit dem Jungen dos Leoparden ge^spielt.« Die Mutler
er.sclirnk nnd sagte: -Wehe, wehe, du hist naiv! Wo ist dein Vater'? Weißt
du nicht, daß die Leoparden unsre Blutfeiude sind? W^enn das Junge des
Leoparden dich würgend getütet h&tte, wirst du verachieden. Und wenn
es nun moigen au dir spricht: «Komm, laßt uns apidenS so gdie nidit.
sondern sag' vielmehr: «Ich komme nicht Was habe ich mit dir tu spielen !%
damit es dich nicht tStet und dich nicht frifit.« Das Junge der Ziege hörte den
Bat seiner Mutter und sprach: «Out, ich werde nidit geben.« Am nielisten
Tsge ging das Junge dea Leoparden, wie seine Mutter ihm geraten hatte
in die Nihe des Hauses vom Jungen der Ziege und rief, als es auf dem
Hofe war: «Zicklein, Zicklein!« Dann sprach es, nachdem das Junge
der Ziege zu ihm »mein Herr!- gesagt hatte: »Komm wie gestern, laik
uns spinlen.« Das Jiin^f dpr Ziege aber sprach zu ilim: «Ich konune nicht!»
Das Junge d^^s L«n)parden iragte: -Warum'?« Das Junge der Zieg** antwortete:
• In deinem liatisc ist ein Rat erteilt worden, und in meinem Hause ist fiit
Rat ei U'ilt worden« und ging zu seiner Mutter. Da kehrte das Junge de»
Leoparden beschämt zujück, indem es sprach: »Es weiß uui mich!«
^ «Wo ist dein Vater?« = «da hast keinen Vater!« eine Schimpfformel, die
völlig erstarrt ist nnd, wie hier, aaeh von der Mutter dem eignen Kinde gegeidlMr
gebrancht wird. JUudieba Erscheinungen sind am dem ArdMsdwD beimant» —
^t^t UtLtta» dters Fem als K<rt* *
* ' hl derselben Bedentang wie das llbliebere n
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MiTTWorn: Proben aus amhari^cliein Volk«iiiiuide. 241
Veraeiehnis der beaprooheneE Wdrter.
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242
Bibliographische Anzeigen.
Histoire de PAfrique et de TEspagne iotituUe al-bayano M-mog>
Hb traduite et anoot^e pftr CFagnan. Tom« IL Alger, Iinpri-
merie orientate Pierre Fontsna, 1904. (Oouverneinent geo&ral de
TAlgirie.)
Besprochen von Paul Schwarz.
13it; Wii-stt lliiugeii von ( intnii goldenen Zeitalter, das Spanien unter der
Herrsclmt'i der Araber erlebte, vererben sich vor) Generation zu Generalion.
Zu Cordova ein llerrschersiti^, um.straliit von allem Glänze irdischer Macht,
ringsum im Lande GlQek und Frieden, von ihnen getra;;en eine blQlMeiide
Kultur, Kunst und Wissenschaft in höchster Entfaltung, und dies alles ver>
nielitet, als die Araber naeh Afrika zurftckgetrieben wurden; so will es die
herkömmliche Anscbauungswase, die in der Maurenbeirsdiaft den Gipfel-
punkt der GeAciüchte Spaniens sieht. Anders ist der Eindruck bei aclArfeicr
Beobachtung. Da zeigt sich von Glück und Frieden etwa so vi^, als heute
auf der anderen Seite der StrnOe von Gibraltar Europas Verwunderung er-
regt. Gedeihen und Wohlstand der sildlielien Landesteile sind im wesent-
lielien abhängig von der gewohnheitsmäßigen Plünderung der nördlichen,
iiiul die hochgejM'iesene inaiirisch« Kulttir stützt sieli uahe/u rausschlieBlich
auf iiiclit- arabische Kieineiite. Wohl hatte ilie Forselmng, nilen voran I)o/.ys
uneiiniidliche Arbeitskraft, reicht; Materialien zur Geschirltte Sjianiens im
Mittelalter er.sehlosseii , jedoch arabische Texte bleiben im Ukzident auf eiacJi
engen Kreis von Lesern beschränkt. Was Dozy in seiner Geschichte der
Mauren, in adnen Untersuchungen zur Geschichte und Literatur Spaniens
weiteren Kreisen bot, wurdte bereitwillig aufgenomnien; aber wenn sehen
das geschriebene Wort schwer zu ringen hat, g^enOber den von Poesie
und «Sage verklärten Resten der Vei^angenheit sich Geltung zu verschaiTen,
so ist die »Geschichte der Mauren« von einem so edlen Sdiwui^e der Be-
geisterung fTir den Gegenstand getragen , daß der Leser unwillkürlich wann
wird fiir die lleldeti des Dramas und die schweren Schatten im Hinter^
gründe kaum beachtet.
Nunmehr bietet sicli auch denen, die der arabischen Sprache nicljt
kundi'.; sind, die Möglichkeit, eine wichtige größere Quellenschrift zur Ge-
schichte Sjiaiiitns unter arabischer Herrschaft nnniittelhnr und voran«-
setzungslos zu studieren. Sie umfaßt die Zeit vom Beginne der arabischen
Digitized by Google
ScHWABz: Uistoire Je TAfriijuc et de I'Espa^ic par E. Fagnan. 243
Herrschaft bis etwa z»im Jahre 1000 der cJiristlichen Zeitreclmting, fQhrt
also r»is nahe on die Peripetie. Von dem Verfasser Ibn 'Adäri' ist nur
beknimt, daß er aus Mirräkeä staintiite und im 13. Jahrhundert schrieb.
Sein \\*erk ist — giiicklicherweise — kfine Orijjinnlarheit. Ihr Wert beruht
auf «Ut tiuh<-/.u unveränderten rii<'rn;iliiiic dei I'n-riclit«' aus altcipn {'lironikcn.
\'on diesen Grundschriltfri ist eine so wichtig uihI so .siaik hfimtzt. daß
der Herausgeber sie auf di ia Tiul der Ausgabe naiuite; A ribs ( hronik von
Cordova. 'Aiib stand deu Ereignissen bedeutend naiicr, zeitlich und räumlich.
Er lebte im 10. Jahrliundert tu Cordovm. Dort war er 700 christlicheii
Eltern geboren, hatte den Islam angenommen und war vermiitlieb unter
dein oni^adiadien Kalifen aUlIakain II. in die Stellung eines Staatstekretärs
vorKeritckt. Seine wichtigste schriflstellerische Betitigung galt der Erg^naung
und FortitUining von T«baris großem Geschichtswerke. Wie der grofie
Hiatoriker dem Osten entstammte, so berOcksichtigte er auch mit VoiÜebe»
f&r die spätere Zeit ausschließlich , die Ereignisse im Osten. Der Andalusier
hatte hier vieles aus der Ge<;ehichte seiner Heimat nachzutragen. Ferner
schließt Tabaris Werk mit dem Jahre 914 unserer Zeitrechnung. 'Aiib fillirt
die Darst(>llun£^ atich fi'ir den Osten um mindestens achtzehn Jahre weiter:
bis dahin ist ^cine Arl)t'it erhalten.
Auf (b'iu (lebiefe <ler geographischen Literatur haben die Arbeiten der
nuKslfminisrlieii Staai^iieamten einen besonderer» Werl, lliueu uaini ja die
Staatsarciiive zugänglicii. Mit (]>r Fülle und Genauigkeit des amtlichen
Materials konnten die Erkundigungen des Privatuiauues schwer sich messen.
Weaentlicb anders liegen die Verhiltnisse bei den geschichtlichen Arbeiten.
Hier wirkten perafinticbe und politische RQcksichten auf dm Beamten. Sie
Ijestlmmten den Gerichtswinkd , unter dem er die Tatsachen betrachtete, und
schrieben ihm sein Reden und Schweigen vor. Zutreffend kennaeichnet
Doay solche Arbeit mit den Worten: «Souvent Thistoire y ressemble k une
fres({i)e sur laquelle a passe la maiu du badigeonneur.- Leider gibt es zur
Gescliitble der Omajjaden in Spanien keine zeitgenössischen Berichte von
der Hand unabhängiger frei schaffender Gelehrten. Alle älteren Geschicht-
schreiber Spaniens sind von der Familie der Omajjaden ablian^it;. Vcm
Werken anderer Herkunft ist nieht.s erhalten. So muß 'Arii>s Düt Stellung
mit Umsicht und Voi-sicht benutzt werden. Indessen, eine gr wisse Mil-
derung (h's Mangels ist dadurch gegeben, daß Ibn 'Adäri an geeigneten
Stellen l'aralielbeiichte ispäterer Schriftsteller anfiihrt. Diese stehen den Er-
eignisiaen zwar ferner, erfreuen sich jedoch, weil sie nach dem Sturze der
Omiuiaden scfar^bcn, größerer Freiheit in der Darstellung der ilteren
Ereignisse.
Ibn *Adiris Werk zur Geschichte Spaniens beginnt mit einem kurzen
geographischen Abriß; es folgen sagenhafte Berichte fiber die Zeit vor dem
' Ibn 'Adäri bleibt «ach jetzt noch die bestbezengte Namensfonn (vgl. Dozy,
Corrections S. 3). Schätzt man die Autoritit dor Bonner HaiidschriiV höher ein als
Ibn al-Hattb und Abdolmalik, so mag man die Namensform al-*ldäri wUüeii, zn
einer Kombination Ibn al' 'lääri fehlt jede fierechtigoiig.
214
Bibliographische Anzeigen.
Eindringen der Ara!)er. Dann gelit dor Verfasser den gewöhnlichen Gang
arabischer GcsrliichtswcrUc , indem er die Ereif^nissc roin chronologisch
ordnet. Nach dem Auftreten der OnmjjadtMi wird lie DarsU-iliin^ ansfuhr-
licher. Personalien des Fürsten und Auf/.älilnng sf-int r wichtigsten Beamten
werden zu Beginn der Regierungszeit gegeben. Am SchhiH.se finden allgio»
iiMine ZOge seines Wesens susumnenfasseode Wßrdigung. Diese Abscbmtte
bieten dem Kulluilüstoriker besondere Ausbeute. Außerdem kommen nur
yereiiiaEelt Abweichungen von der streng cbronologischea Anrelbung der Er-
dgnisse Yor, so bei dem Bericht fiber das Eingreifen der Om^aden in die
nordalnkanisdien Verhiltnisse, wo die ganie Voigescfaichte nckchmals zu-
sammengestellt wird. Hin und wieder ergeben sich auch aus dem Neben-
einander der Quellen kleine Schwankungen in der Reihenfolge, wie S. 89
und !)(). wo erst die Plünderung von Sevilla durch die Normannen und
danach ilir Vordringen bis tu dieser Stndt herichtPl wird.
Die von Herrn Fn^nan miternonnnene Uber.HCtzung ins Fran/. iNjsche
ist die erste vollständige. Fine von I). Fernandez Gtm/.alez begonnene L l>er-
selzung ins Kastiiiaoische ii»t nur wenig über <iie Hälfte des Werkes hinaus-
gelangt. Herr Fagnan hat den sehliehten Ton der arabischen Geschieht-
sehrdbung etwas mannigfaltiger zu gestalten versueht Darfiber steht dem
Fremden keia Urteil su. Au%efUlen ist dem Referenten die große Ansalil
familüFer Ausdrficke; jedodi ist dies vidlddit beabsiditigt, um der Er-
zihlung einen wftrmeren Ton su geben. Neben der Übersetzung bringt
Herr Fagnan manches zum Verständnis Dienende in den Anmerkungen . vor
allem aus Makkari, Idrisi, Coderas Texten, einzelnes aus Handschriften.
Auch die neuereu .Vrbeit^n spanischer und französischer Gelehrten xiir Ge-
schichte Spaniens sind iierange/n^e?! worden. Eine wesentliche Bereu liening
sind die atn Schlüsse der Arbeit stehenden Identitikationen von ()tislai;en.
die von den Herren Codera und Saavedra stammen. Dankenswert ist
auch das Verzeichnis der Orts- und Personennamen, das die Textausgabe
nicht bietet.
Zur Änderung des arabiadien Textes liat Herr Fagnsn nur an wenigen
Stdien Veranksstuig gehabt. Sdt dem Erachetnen von Dosjs Corredioni
ist ja auch neues Material ifir eine Aosgsbe nicht bekannt geword<»i. Die
Ausgabe selbst ist jetst vergriffen, dn Neudruck kaum wahrscheinlich. De^
halb wird die Übersetzung auch manchem Arabisten das Original ersetsen
müssen. Um so mehr hfdt es der Kfferprrt für geboten, die Stellen, an
denen seine Auffas-'^mi!; von der des Herrn Fagr^nn abweicht, im folgenden
zu besprechen. Die Anliiiiriing der arabischen Worte wird die Nachjirüfung
erleichtern. Meist handelt es sicli um Stellen, an denen die Sprache der
Vorlage einen höheren Schwung nimmt zu Ueimprosa oder eigentlichen
Versen. Der Herr Übersetzer scheint beiden Llteraturgattungen etwas ferner
su stehen. Einige V<mchllge zur Erkllrung und Änderung des arablseben
Textes und zur Identifikation von Ortslsgen sind an den eotsprechendea
Stellen eingeifigt worden. «
S. 1 Übersehrift: •Deseriptlon de TEspagne; aa preeminence*, sr.
I^aJjI ist die Vorgeschichte Spaniens. In demselben Sinne spricht der
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ScHWABz: Histotre de rAfn^uc et do I'Espagne par £. Fagnan. 245
VerTsMer •«4 von Das Wort <Jjl im Slooe von
•Vorgeschicbte, frOhere EntwicUuogMeit« findet sieh nochmals VVt, 14.
1» 8 »le troisitoie (sc. angle de TEspagne) est & TE^t entre les ville»
d'Arbo^na (Narbonne) et de Bordhil (Bordeanz), ao point on TOoian occi-
dental ae rapproehe de la parti e syrienne de h M^diterraaee«. Der*
arabische Text gibt kein Recht, anzunehmen, dafi Ibn'A^iri den syrischen
Teil des Mittelländischen Meeres bis nach Narbonne reichen iifit: V, S
Jb^j1\ jffJt ^ ii^i y j* fLJ^-t d.h. «dort, wo
sieb der Oaean, das Westmeer, dem MittellSndiachen oder Syrischen Meere
nihert-. Idrisi nennt das MittelI3nf^i^r!,r ATr, r überhaupt nur das Syrische
an den beiden Parallelstellen 165, 3.5; 173, 8. Ibn 'Adäris Text bot statt
«ylä ursprQn^ich wohl wie Y, 13 noch erhalten ist.
1, Anm. 3. -Edrisi p. 197. 1. -207 (N VT)..
2, 3. Zum Verst&ndnis der Verwirrung in den Himmelsrichtungen, die
Ibn 'Adäri hier nnrirhtet, wonach der Atlantische Ozean Spanien atich im
Osten bespült, wird man atif die bei Idrisi gegebenen Hichtungslinien zu-
rückgehen müssen. Dieser nennt Ca)) \'incent bis Fort \'endres und Santiago
de Compostella bis Almeria. Die letztere Linie einspricht etwa der üebets-
ncbtung {ffibla) in der Moschee von Cordova. Setzen wir diese Linie im
Smne unaeMa Sehriflatdlers ab Nord-^Sttd an, ao wflrde das Mittehneer in
der Tat sum »Sildmeer* (kibll), »das nur ein wenig nach Osten hinaufreicht«.
Das Atlantische Meer umschlösse Aee »Ost, West und die kunce (dann v«^
bleibende) Nordatrecke*. Der Fehler verdient ebensovid Nadiaieht als der
Irrtum in der Bestimmung der Gebetsridituqg für die wichtigste Moschee
des Westens, die von Cordova. DieM weist kebesw^ nach Mekka, sondern
etwa in die Gegend des Tschadsees.
Mit 2. H bpi^innt»die Vorjjesohichte Spaniens, cni wirres Gemisch
historischer l'.rinneningen. Hei der i*>klärung wird man kaum zu zaghaft
vorgehen dürfen. Öo ist die 2, 21 genannte Stadt 'falika woid mit Italica
uördlicb vom heutigen Sevilla, noch Jetzt in »Campos de Talca« fortlebend,
gleichzusetzen. Die Annahme einer Verschreibung statt Malaga, weil die
Besiedlung durch Afrikaner erfolgt sein soll, empfiehlt sich nicht, w«l dann
die Bemerkung «die Stadt wurde sum Tr&mmerhaufen« unzutrdfend wire.
Zu 3, 1. In »B echter llk&t« dflrfte wohl eine alte Namensform lör
Westgoten stecken. Diese »kamen v<m Boin« nach Alarichs Tode, waren
•Herren Oallfens« durch WaUia und machten »Merida aur Hauplatadt«
Lusitaniens.
Zu 3,9. Die Gestalt des E§bSn ist ein anschauliches Beispiel flir die
Freiheit der Sagenbild unf;;. In ESbän sind drei geschichtliche Personen zti-
saiiimengellüssen. Vespasian gab seinen an Uispania anklingenden Natnen
lier. Auf ihn wurde übertragen, was sein Sohn Titus ausgefQhrt hatte, die
Eroberung von Aelia = Jerusalem. Schließlich entnaiim die Sage den Zug,
daß er aus Spanien stammte, der Geschichte des Trtyan, der aus Italica
gtMrtig war (a.o.). Eigentlich iat die Erzlhlung von Eibin dn auafübr-
licher Parall elberieht au dem oben 2,21 kura gegebenen Berieht Aber
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246 ' Bibliographische A.nzeigen.
das Auftreten der ESbänlja. Wip etyinolop:isrlie Verbindung mit I>bal)iii
= Ispahan (3,2 v.u.) findet sich schon bei dem ältesten arabischen Geo-
graphen Ibti TJui dä Jbih ed. de Ooeje 90, 8. wo Ludnrilc- Roderich aU Maoo
von I'^lialiHii lif/.eiclnii't wii'd. iUmlirh laljari 2, 2, 12"?5, S.
-1.3 ist Parallel beriebt zu 3, 1. Die dort ßeSteriikät Geoauoteii
ei"sclieinen hier als Küt.
4 , 8. Der Name des angeblich letrten Königs Wakhchendech
(Wählendes) ist wohl Verlesung aus Reccasuind(us) j > j. Vielleicht ist
nocii die Verweciisiiing mit Witica hin/ugekoinmen. Dieser ist wohl der
letzte König der Goten, Jedoch sprechen die Namensform und der Hin-
weis auf die besondere Regententfichtigkeit mehr fur Reccasaint, dem die
Vollendung der Lex Visigothomm augesebrieben wird.
4, 12 >c'e8l a dire les qiiatre Evangiles, sur lesquela ils sont en
disaccord et auxquels ils se riftrent«. Der arabische Text 1, 7
^ ti^ ö.}4i^J V Oy-^ tS^^ u^^' Vi l)Li,l« iitet nur: »Ks sind dju-
di»' \ ier Evangelien, bei denen die Christen schwören und deren
Inhalt frir sie die höchste Autorität bildet.«
4, Auin. 3. Auch diese Sage ßitdet sich bei Ibn ^ordädbih 157,2.
6* 1 <*el Hagin« 1. nach Tabari •al'-Vusain«*
6,8 »et ceux qui ^taient en &pagne resCh«nt tels cpiels«: ««IS.
iJl» ^ ^J^ Vl <J (j« Gonxalea Obersetxte: »en ooadidÖB
superior i la de dtos (sc los bo-beries)«. Die beiden arabiscbett Wörter
am Schlud, die Fagnan nieht, Gonzalex unrichtig wiedergab, bedeuten
•Das ist ihr Text«. Der Schriftsteller schließt das Zitat ausTftbari mit der
Versicherung: »so lautet die Stelle bei den Überlieferen des Tabari*.
6, 26 »le fiut qu'il dipendait de Mousa le ^rouve* 22 4J^ J«UP
^ y 4äUt. Die AbhSngtgkeit eines Mannes von «nem and^^en wird nicht
durch j^UJ <5w»| ausgedruckt, sondt rn ist xu erklaren jl
w-i j^Ul Jp» und <äUi»i soll bedeuten J^^l ^ Es
ist also zu Qbersetxen: *So ist bei Annahme jener Regel (quod quis {>er
alium facit ipse fecisse putatur), die Zuweisung der Eroberung an Muss
14) als richtig erwiesen.«
7, Anm. 1. Die Textänderung ist einplehlenswerl, nur die Ut'ei^^et/ung
ehcnda Z. 2 »a plus forte raison est-ce prouve pnr le i'<Vi! de H;\zi- he-
fricdiiit uiciil. . 1 ^*\} (J SJ^J^ J ^ bodeuu-l:
• und bei jener Aimahine wird clx-ufalLs als l iclitii^ tTwiesen die Beliaiiptiiup
des Räzi (Text V, r»ff.), und zwar als nuch ati;;eine.ssener und naher liegend».
8, 1). »Ou adiiiet auisi saus conteste tpTil (sc. T'ärik') adniinistrail le
Maghreb el-Ak^a au nom de MoAsa avant qu*on se mit a explorer TEs-
pagne, et que celui-ci lui laissa les ötages livr^ par les Berb^res de cette
province en 86. Mais on dit encore que T'l^riV passa en Eapagne en 92
avec les Stages herberes.« Referent kennt nicht die Quellen* die Hetro
Fagnan au dieser Erklärung der Stelle veranlsdt hatten. Ibn \K^ßn safX
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ScHWAKz: Histoire de rAiVii|ue et de I'Eiipagiie par E. Fagiian. 247
(1,2X): ^XYi 3^1^ Ji o"^ o\ ^ \
^ Y y jJ\ jTU y ^Jta'Vl Jl Uk JJ J. Danach he^tehi-n
über den Verbhnb der von den Berhcrn gestHlten Geiseln /.wei Ul)erlicfe-
nmRfn. Nach der einen allfjjeineinen läßtTürik die fM-ist-Iii }nn Musa, dein
Oh*»H><'f('Iilsha!>er, im Jahif Sf». Nach Her* aridrrcii I-rsnil iiiiiiiut 1 ärik seihst
^ir mit nach S|ianien. Herr Kagnari erkt^mit auti» t-iiH-n (jcucnsatz an durch
sein •inais.. Tatsächlich läge aber kein Gegensatz vor, w enn M il su ( »celiii-
ci») dem T^rik die Berbei-geiseln nbergebeu hätte. Dann veristaud es sich
▼on selbst I dafi lurik bdin Übergange necb Spanien die Personen mit sich
nahm , die allein die Sieberbeit der RdckaugsUnie Ober Nordwestafrika ihm
gewlhrielsten konnten. Sie hinter sieh in einem noeh unruhigen, von Truppen
entUSdten Luide zu lassen, wire dn verhingniSTolles WagestQck gewesen.
Wahrscheinlich hatte die Frage, ob Berbern an llirikB Eroberungszuge nach
S()anien beteiligt waren, in späterer Zeit etnf i^ewisae Bedeutung. Als die
Berbern die tatsächliche Gewalt Qber Spanien hatten, mußte ihnen daran
li^en, ihren AnsprOcheii eine yeschichtliche Bef^rHnHnng zu gelieii.
15, 3 V. II. »Mügliith M' (lirigeant aioi-s vers la i^irte du pont, ä celle
epocjue-la ruioee« N b « ^.
Herr Fa«;nan entnimmt dem Texte die Angabe, das Brijrkentor in (\ndova
sei eingestürzt p;cvvksimi. Kr knatj sich dabei nul' den S]»rachgel)ruuch des
heutigen Marokkanisch berufen, der tatsächlich nis Keuiininum behandelt.
Daß aber Ihn 'Adäri hier dem hncharnblschen Sprachgebrauche treu blieb,
und nicht dns Tor, sondern dieBriicke einge:}tQrzt war, zeigt die ausHihr-
liche DarlcgunjT unten 35, It» — V«, 13.
16, 11 »qui montait un cheval alexan« > ^, 17 jÄ^A heißt
• er ritt eine Falbe.. — 27, 13 ist alezans mit Recht verwendet zur
Wiedergabe von — .
24. 18 .11 obcitä la jalousie et i Tenvie. > A, 6 <JIp ^-Uj U» ^ Ul,
d.i. er handelte in Herrschsucht und Hochmtit.
25,8 »il conquit ic pay.s ilc i^achkancli (Biscaye)« NA, i7 r^jj
, d.i. das Land der Basken, nicht bloß das ( Jrliict von Hiscaya.
Kiilturgeschichllich wichtig ist die Stelle w^eu des Hinweises auf den
interessanten Volksstamm der ( agots.
33, IG. -La population loniba dune d'accord pour clioisir le dit
Ay>-oöb. Tt,8 iJüfc ^^l jrA» Je- ^J^'Vl ^y>r\ f Ivs handelt sich
nur um die in Spanien stehenden mohammedanischen Be-
satz iiugstruppen.
35, 17. «La haute attention d**Omar se porta sur ce monument* V a, 15
jf' \s Jiai\ l^J^ ^\ |»Aä2i wohl besser wiederzugeben durch : >da gelangte
'Umar zu der vortrefflichen Kntschließuug in betreff der Brücke . . Der
Inhalt der Ei^hHeBang folgt wie oft in Shnlielien F&tlen als ßrzfthhing der
Ausflilbning.
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248 Bibllographttdw Anselgeii.
47,3 -til line coclie a line Heche qiril UnQa contre . . .•: 19
^\ Das \'erl)uiii H i-^t liier besser als viilf^Srer FrsaU fur
IV »nervo iiiipnsuit ereiiam* zu fassen} «er scboß einen Pfeil ab auf . .
•O schon Dozy SuppK merit.
47, Anm. 3. Die Änderung in ist onodtig« ja sugar uuriclilig,
) JS^ Jli kann sehr wohl auf den (ungenannten) Veiiasser des betref-
fenden Buches gehen. Gegen die Übersetzung der Stdle ist aber nichti
einxttwenden.
48» 16 »rendit le calme k ees gena troubles- tr, 17 04 ^\
^4f\Si\, d. i. «er foflte nach den Parteiungen (der letzten Zeit) die (gesamte)
Bevfilleening wieder xu einer Einheit xosammen«. Bewds das folgende
Parallelglted ^ji»* ^ j^J '^^ restaura cbez eux l'accord ac-
eoatam6«.
50» 2 u. •Mais [d apr^ une autre version] Gbamir put avec son ffls
se retfarer de Ko6la dans la M^sojpotamie«.
Trots der Annnerkung glaubt der Referent nicht an die jEüchtigkeit
der Ergänzung. Auch der leichtsinnigste Kompllator lifit dnen Mann, dessen
Tod er berichtet hat» schwerlich drei Worte .später auswandern. Es haodell
sich um drei Männer: Großvater, Vater und Sohn. Der Bericht sagt: »Der
GroPvater wurde getötet, da floh .... mit seinem Sohn.« Später ist
unmittelbar von diesem Sohne die Rede. Ks liegt also nahe, im r.wciten
Satze nicht den Namen des Großvaters, sondern des Vaters zu ergänzen.
Also dürfte zu lesen sein t'o,4: »jjj ^ [^^1 J^*
51, 7 •ri^juria et le battit«. Tatsichlich ist die Beschimpfung noch
großer rs, 7 jSlj ^ «Jk «er ließ ihn (von seinen Untergdieneo)
beschimpfen und vor die Braat stoßen«.
51» 12 «des K'od'ft'ites et des Yteiteites«. Da die l^ndiT* einen Tett
der Jemeniten liilden, ist au übersetzen: »und der übrigen Jemeniten«.
51, 18 -Avoiiuant les haines soulev^es par Taffaire de Mer^ BAlut*»
j'appellerai les Lakhmites et les DJodhämites a moi«. Die Übersetzung lie-
ruht entweder auf einem Mißverständnis oder gibt dazu Anlaß. Der
Sprechende, n^-Sumnil, ist Nordaraber, (iinjäm und Lahtn gehören zu den
sOdarabischcn Stilininen. Kin -Herniif beschwören der diircli die Schlacht
von Merg Ilähit erregten 1 laßen i pH ridungen« wurde Suuiail und seine Leute
von den (ju(}Sni und Lahm getrennt haben, d.i dort die Südaraber unter
Merwän den von ad-Pabbäk geführten Nurdarabern eine empfindliche
Niederlage beigebracht hatten. Der Text lautet Tt, 10 mit der von Vknj
in den Corrections vorgeschlagenen Änderung ' ^^"^^
L.|«i>-j li", d. h. »ich will die (mit uns verbündeten) Scharen von Mer^ Rähit
herbeirufen, will aber auch rufen (unsere damaligen Gegner) die Lahm uod
öudäin . Der Nordarnber i^uuiail will also Nord- und Südaraber ▼ereioea
zum Sturze des bisherigen Oberbefelüshabers.
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ScBWABs: Histoire d« TAfirique et de TEspagiie par E. Fagnan. 219
ö3, 10 »II ne surgpt cepeadant aucun incident tout d'abord« t^, 16
l&A.^ |j «jso transitiv (IV); »er nabm niebts vor*.
55,20 »son anne hooorto« erweckt unridttigB Vorstdlimgen. fA, 8
A^-oi. Das Bild ist ▼ein Sptelpfdl hergmonunea: «sein hödister
Truinpf, sein bester Helfer«.
59, 1 »malgr^ ses de&uls« («,11 «J^* Verbindmig ist wobl
auch hier siebt in der etynologbeb nöi^cbeii, sondern der gewöhnlichen
Bedeutung gebrancbt: •durchaus, unter allen Unisllnden«,
59, 26 •nulle ne riunit autour d*elle plus de gens de bien*, 1
\f-» Das bedeutet: »eine (Dynastie), die in hftberem Grade
treffltdie Anlagen (in sieb) yereinte«*
62, 10 •qui r^oignaient le fugitif- 1 1, 17 <}\ Cf^\ j\, StUistisch und
sachlich wahrscbeinlicber ist die Besdebung des Pronomens auf das Suhjdct
»die SU ihm (dep Statthalter) kamen«.
6i, 3 y. u. »SMls partieipatent 4 eetle expMition, eux et les Omeyyades,
c'(§talt pour tenter une affaire dent les suites sont bien connues«. Den
Text 11,11 j^r^ »y». j vX^j U|)
kann Referent nur fibersetxen: •und sie und die Om^jaden bewihrten sich
sdion damals, b« diesem gemeinsamen Zuge« in wohlbekannter und ge-
föerter Art«.
64, LZ. «ils Toutaient ainsi arrlver ^usqu'li eQ-Qomeyl« (i>12
-Cfr U «iü) 1 Usi^ J[ Ulj. Zu der Verbindung Xt> J,^
ist so vergleiehen f »,5 «Aüfr ^ c^Al, also: «ihre Absfebt wir dabei
nur, sich as-^uinail durch eine Freuodliciikeit zu verpilicLteu«.
66, 6. •L'espoir de son eoneours ult^rieur fut done ane des
raiaons qui firent qn'Üs se portfatsnt k son seoours {>our tAeber de le d^Iivrer.«
t t, 16 <Jic- jJ\ ^l-Vlc-V. Das bedeutet: «weit sie ihui die VVulillal (der Unter-
Stützung) vorhalten wollten«.
61:1, 13 »manque d'argetit . . . va le forcer a trailer* 1*^,22
<M« Jijjr **4^ 'r'O** gewdhnUchen Qebrauche von ^
ist hier zu fibei-setzen : >Er hat vor kurzem erst das Sehwinden von Wohl-
stand erlebt- (empfindet also den Druck der Armut um so schwere).
70, 17 »alors que Dieu, ä qui rien n'echappe, est derriere eux« i V, 14
Ja«^ ^ 4ttij. Das Wort ia^ ist hier nicht im Sinne von
zu verstehen. Der Satz ist ein Koranzitat (Sure 85,20): -Gott steht in
ihrem Rücken und hält sie vollständig umschlossen.«
70,20 >je teprot^gerai toi et ta race« tV, 16 dU^j J«»l j dU5T.
Herr Fagnan las wohl tlU^j es ist aber su vokalistereo lii^j 2^ \ :
•idi will dich srhOtsen und freundliehe Besiditmgen tu dir pflegen«.
71, 12 »nous 6tions au nombre de trois cents cavaliers Omeyyades,
et des chefs arabes vinrent ^galement trouver le [pritendant]«.
250 Bibliograplüsdie Anzeigen.
tA,3 »yrJ ^1 Ü^J C:fir^^ o'-^^ ^*UV j .U-)i
bedeutet« »Wir begaben uns za ihm in einer Stirke von idreihundert Be-
rittenen, nlmlich allen Om^jjaden einerseits und anderaeita sonatigen tu
dem Prinzen gr^toßenen vornehmen Arabern.« Die letzteren sind also in
der Zahl von dreihundert inbegriffen. Herr Fagnan fiberset»t: »yrJ 0*^
J;Jt ^ Vj^^* Weitere dreihundert sind» wie siehaus (A, 11 ergibt, aiu
den Mtlitirbegdrken der von Ipnoesrtn und Filastia Eingewanderten ai dem
Zuge gekommen.
72. 3 V. ti. I. >Abo(k-Djawchen« ohne Artikel.
72, I. Z. 1. Räliit'.
72, Schluß. Es fehlt die Übersetzung der Stelle i\,4 j^VI
J^Vij j\ jfVIf W 4^"^! rechten W^ au den Ereignissen findet man
durch (n<>traclitiing der) Gegner und Ähnlichkeiten (der Lage)-.
73, 4 1. RüWiC.
73, 5. -Nul doute, que tout ne depende de nous. Craios Dieu, te
dis-je, et tarhe qu'en cette occasion nous devenions les maitres et ne restior«:
pas les plus faibles! Mais . . t 6 J Ci::' V LJ^ 4»^ i^VO
^ . . .UU V V i/^Vi U 4fti jrl». .Die Sache (.die
wir jettt vertreten,) ist unzweifelhaft au unseren Ungunsten, so scheue
Gott und suche aus der Sachlage filr uns Nutten au gewinnen, damit wir
dal>ei au geehrten (Freunden), nicht au (unterworfenen) Gefolgsleuten werden.
Danach . .
Der Sprecher sucht as-^umail zur Aufgabe der Verbindung mit dem
Fihriten und zum Anschhiß an den nniajiRrlisclicn Prin/en tm veranlassen.
Allahs Wilh» ergibt sich im vorliegenden 1 all ■ nacli der Auti&ssuug des Ke-
deudt^n aus der Älinlichkeit mit den Ereignissen Ix'i Rähit.
73,2 v.u. »Deyr H'oseyna« — Deir llaninrr als Geburtsort
*Abdarrabai5ns wird als wahrscheinlich erwiesen durch den \'ers des Kumait
bei Bekri 265, 12.
74, 1 nach »^loniida« ist einzuf&gen:
74, 2 V. u. »avait les jcues minces« • «, 8 £^^Ui w4>a>> heiflt: «nit
schwachem Backenbart versehen«.
79, 19 «^tait occupe k remettre les choses sur pied et k ripuet les
dommages causis« »t^Z^ ^ *^ offenen Stellen der
G,renze au sicbem und die schwachen Punkte verteldigungsflhig zu madieft".
81, 4 «le peuple se joignit a lui« •t', 17 ^Ul aJLT wohl nurt »die
Leute richteten ihre Hoffnung auf ihn«.
86,5 »commlt divers actes de cruaut^« 18 «^l JaU «seine
Macht wuchs, er kam zu Kriften«. Voriier S.6S, 16 luit der ÜberseUeer
dieselben Worte richtig wiedergegeben: »aon autoriti grandissant«.
86 , Anm. 3. Medellin liegt nicht «k cinq lieues H. E. de M^rtda«,
sondern östlich, genauei' Ostnordost, von Merida, und die Entfernung fae-
trSgt 5 leguas nuevas in der Luftlinie.
ijiyiiizeQ by GoOglc
ScHWAn: Histoire 6» TAfiriqne «k d« PEquigne par E. Fagnan. 251
9*2, 12 »et ( tnit fonciereuieot po^« ^«,9 ^^iwJl *init natürli-
cher Be^fabunp ITir Poesie«.
9*2. 19 »(Vnrtpr tcs d rn j^ts de ia pieiTe Mideiite df la rebellion « ist
die i'lx isei/iiiif; der I'aralleUtelle des Makkari. Der Text des Ilm 'A^järi
"V»,l2 <u-aJkl <.J^j ^ l^'U- (^?ü]V ,i;il)t einen besseren Sinn: »Ich will
deiner Hand Finq<'r mit Ciewalt hrin^^en anl" die ^Irilienden Steijie der Re-
l'elliou«, d.h. ich will dafiir sorgen, daß der von dir veranlaßte Kriegs-
brand dich .seihst verleUt.
93, 5 »si ta cutiduite a Jusqu'a ce jour laiss^ a d^sirer, promets qu'elle
aera duivnavant satisfaisante; tu sais en elTet ce (|iie j'ai dit deja. D^cide-
toi done ä choisir l'une ou l autre voie«. •, 16 -u» ^ j.^.^^] jsi^ j\i
■Wenn mangelbadea Wirken bei dir vorangegangen ist, ao hat man damit
gerechnet, daß genügende Leistungen bei dir für die Zukunft aufgespart
sind. Du weißt ja, welche Maßregeln ich frOher (bei anderen) »griffen ha1>e,
drum wihle, welche Art der GeschSfUfUhrung du (künftig) verfolgen willst.«
Der letzte Satz bringt' eine mildernde ümbiegung der ursjrrnnf^lirh zw
erwartenden Fortsetzung: >Dti weißt also auch, was ich mir mit dir (Qr
die Zukunft aufjjpspart halte.« Daß der Statthalter /uniiclist Hesserunf»
versjireo Ii en und tlann erst zwischen üut und Bö.se wählen .soll, ist für
eine solche bedeutsame, iiberdies als Stilmuster angeiuhrte Autlbrderung
miude.Nteiiii unwahrscheinlich.
94,2 «eil luttant contre le noinbre et la fortune contraire« "VN,")
^is^j <>J L«v_««*. Die Bedeutung der Wörter ist durch den ersten Hall>-
▼ers$ \ genau bestimmt, also •wettkftmpfend mit Woge
und Wibte«.
94, 4 »ei ouvert un chapitre qui pröte h. de longs disconrs« ist durch-
aus verkannt nv 6 ^ yUa^JS lyiTj. Das Direkt von ß ist mit J
eingefiihrt, '>\-<a* ist Zustandskasus. Hs heißt also: »und hat erbaut feine
Kan/el). die verbreitet Predigt klar«. Der ffirsf lieli<> Dic hter vcii;leicht sich
mit David unter Anspielung auf Sfire 38, 19. .Vus dieser Koianstelle ergibt
sich auch die Notwendiajkeit, ihn Adäris 1$1L -»^5 das Dozy, Corrections,
in ji änderte, wiederiierzustellen , allerdings mit diakritischen Punkten als
1«, \y
102, 5 »Ces succ^ iuiportants eurent pour resultat un nombre de
prisonniers td que le quint ae monta a quarante-cinq mille tfttes (sans
parier du butin] en m^tanx precieuz*, also 225000 Mann Kriegsgefangene!
Der Text sagt nichts davon. Es heißt "\'\, 2: kJ^ ^\ aJ ^
jivJl ^ Ul jlj 'l'^s t'ri'eietite dabei der fiinltc 'I t-il (des Erloses
aus dem V erkaufe) der Gefangenen (eine Höhe von) 40 UDO in barem Gold«.
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262 Bibliographische Anzeigen.
Der fünfte Teil der Beute ist dem Staatsschätze zuzuweisen, der Verfuwer
gibt alßo hier den Erfolg dieses Kriegszuges für den Staatsschatz an.
104,21 »^taii pleio de m^este« IV, 10 yU^i ^*«^d.L -ein grofi-
mOtiger Bescl ützpr« oder >ein freigebiger Spender«, dgeoUicli einer, deateo
Seite oder Wohnstatt vielen Raum bietet.
104, 23 -Rien de repr^enaible aux yeux de Dien ne pouvait lui^tre
reproehi« *^Vf 12 fj) 4ttt (j »^^^^ ^ »nicht konnte gegen ilin in göttlichen
Dingen ein (berechtigter) Tadel erhoben werden« , d. h. in Sachen der Re-
ligion und des göttlichen Oesetaea. Der Schriftateller sagt alao eriieblidi
weniger als der Übersetzer.
107. 22 handelt es sfch um eine WertrpWrRhlung, die von dem Stamme
des Totschlägei-s aufzubringen ist. Hen- b agnan i'ibersetzt: «c'est de moi seul
qu'U eat iiyustemeot ezige«, aber 4 ^ ^-^i kann
nur bedeaten« *und mir inabesondere wnrde tin widerrechtlieh hoher Zdi-
lungsbeitrag auferiegt«
112, 2 V. u. »la ghorfa (entrep6t)- VY, 4. Da das Wort sowohl im
spanischen Arabisch wie im Marokkanischen daa Dachzimmer bedeutet, so
wird auch hier zu Tihersetzen sein »das mit einem oberen Stockwerk ver-
sehene Haus«. Da ein solches Gebäude stärkere Fundamente liaben muß
als Häuser, die nur aus einem Erdgeschoß bestehen, so erklärt sicti damit
auch, daß es allein der Überschwemmung trotzt
115,23 >ils te diront que ce n'est pas avec mollesse ({uej'aifrappe« Vt, 19
i^lj» Ji4^iJ> ^ ^ r ^ <^CLAir «sie werden dir berichten, daß
ich nicht mOde wurde, gegen sie «i klinpfen«.
119, 1 »apria y vrwr eomniis mainta nivtgea U ae rMira*. Va, 21
cM-'J i^r. ^ J^^'^ *^ lieferte ihnen mdirere Gefechte und kehrte dann m-
rQek«* Der fransSslscheD Übmetsni^ wQrde ein ^ w 4 ■ !l ent^
sprechen.
120, 1 »de longues lances* arabisch VX, 10 l^yi^lM^ also Singu-
lar; dadurch wird der Bericht bedeutend gemildert.
122, 7 >rest^rent sans aucun abri« scheint aus dem Zusammenhange
geraten zu sein VV, 14 ^y\ ^\ ^ ^ttl *l-^V jl^ L «was die
Christen an Hilfsmitteln hatten , war zu Ende gegangen«. Inabeaondere wird
ea sich um Nahrungsmittel handeln.
122, 14 »II regnait chez h-s habitants du fau!)uurg de Cnrdnue un
esprit de discorde et un uubli des regies teis que nous prions Dieu
de noua en preaerver«. VV, 18 ^ 4ft^ JUÜ..J U <JL ^ JeA^j J^i ^ jl^
Ji jj| yUSj 1}^ iJ jV^l 'die BevSlkening der Vorttadt von Cordon
zeigte aolche Eigenachaften, dafi wir Gott bitten, er wolle ▼erhüleo, dafi
wir in derartiger Lage allein gebaaen wifarden unter gieScbiettigeni AufhSitt
der göttlichen Unteratataung*.
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ScriwAM: Hiitolra de l'Aftique ei de l*E^egiie per E. Fagneii. 253
123, 16 (la populace) •constituait une multitude immense, teile qu'il
ne semblait plus rester aucun espoir a ses adversaires«, VA, 6 \jJn j ^
J*! Jl j^iL- f Oi^-i j j\ Jf' -ihre Zalil wuchs
nicht so, daß sie in jenem Zeitpunkte eine ihren Gegnern jede Hoffnung
abscli neidende Übermacht hatten* , also gerade das Gegenteil der französischen
Wiedergabe.
129, 15 »et je suis prive d'elles* AN, 20 (jUA ^y*- "bis
ichf von ihnen verlassen, weinte-,
130, 5 »Les jeunes antilopes du palais out abandonoe et laiss^ livre
k lui^m^me cet enamoure tout brülant de passion* = AV, 7
Die Worte JUmJI sind in der ÜbersetiuQg nicht beriteksicbtigt, sie ge>
hören xu und stehen im Gegensatze zu f^\y sie bedeuten: »(und
haben mich mii selbst überlassen) auf dem Uofe oder aul der .Straße-.
132,14 -le jeudi 26 dlioiVI -huldja 206 (24 mai 822). AT, 16:
Da das Jabr 207 d. H. nach Wüslenfeld mit dem 27. Mai 822 beginnt,
das .T.ihr 206 Schaltjahr ist, berechne ieh das Datum als 27. D"lhi^>5;a
(23. Mai 822). Dieser Tag entspricht einem I- rdtag. 1st der Woclientag
der Quelle richtig, und das i.st in diesem Kalle walii-scbeinlich, so ergibt sich
sogar der 22. Mai 822 als das richtige Datum.
138, 17 »empürta la ville de vive force. Qu and eile fut en son
poiivoir» AV,G ^ W^<^J ^ l^ÄCSkj »er nahm die Stadt mit
Gewalt und betrat sie gemäß dieser Tntsaclie-, d. Ii. hei seinem Kindrinf^en
in die Stadt wurden wirksam die staatsrechtlichen Folgen der Einnainne mit
bewaffneter Hand (niclil im We^e friedlicher Ubergabe). Kbenso 13H, 24
et j)a5sa sous son auturit^ = A V, 9
140|6 >Je suis bien le victorieux fils des deux Uichlim« AA, 6
£> juU^ii tj\ i»t bedeutet: «Ich bin der NachlLomuie der Imden
Uiiiai TOD Öilib«. Dieser ist der Sohn des IQloraii.
140,9 *j*ai livr£ In croiz sux flamnies« wohl nach Dosy. Wahr-
scheinlich ist das «Kreuz« aber nur ein bildlicher Ausdniclc fQr »Christen«,
•leb habe die Glut des Kreuzes ertragen« heißt dann soviel als adie Glut
des Kampfes mit den Christen«.
142,18 »Ihn Choheyd, sMnstallant dans Ech-Charaf, ecrivit aux
HI \ ( incurs des provinces de faire des levc^es qui arrivt-reT^t a Cordoup mn-
duites par le page Na(;r«. Die Übersetzung ergibt ein wunderliches Bild.
Der Feldherr steht in Aijarafe, bedarf dringend der \ erstärkungen, sie
werden aber nicht zu ihm, sondern nach Cordova gebracht. Nach dem
Texte verläuft der Vorgang anders: A^, 18 jUju-I ^^
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254 BiUiograpliiaehe Anzeigen.
^ kj9 j» \ yi- jj-^i (die AufgelKjte) machtea in Conlovi
halt und (von dort aus) tilhrte sie der Eunuch Na;>r sur Verstärkung herso
(nach Aljarafe).
143,4 »pn^^iurtMit Ic lenrleinain le Heu dil El- Fakkhärin«. ^«,3
Faljhann = Tüpfer ist wohl Beieichoung
der alten 'röpfervorstadt Tri a na Ix-i Scxilla.
143. 9 »reci .sc pas.sait au tiumient oü Abd er-Rahmän venait dVn-
voyfr coritrc ciix s r s t^ent'-raux qui orga n i s e r r- n t la r'csistanw« ^».6
letzten X'erlHjn liai Ilnr Fagnan mit Hcrlit nicht auf den Fürsten Itiv.ogen,
ebensowenig kann jeducli d«"r Phiral j| ^ durch den Singular des ersten
Verbums und des Suffixt-s am /««Mtcii aiifü;(Mi(iiiiinrii werden. Wahrsrlipinücli
sprarh die Vorlage liier mir von einem (Jeneral; <*iii Abschreiber <Kler der
Kumpilator setzte dalur mit Rucksicht auf die vorhergegaugene hrwähnun;;
mehrerer Feldheri'en den Plural.
Ua, Aom.S •D*apri8 Novreyri, la bataüle de Talyata est «nt^rieiire
de six jours i, celle qui eut Heu dans la province de Sidona«. Herr Fsgnsn
scheint den Text so atir^ufasseo, daß Ibn *Adiri eine Schlacht in der Proviac
Sidona beschreibe. Das ist schwerlicb «utreffend. Die Darstellung ist Iteinesp
wegs chronologisch. Auf den Bericht der Einnahme von Sevilla folgt erst
die aus einer anderen Quelle exxprpierte S( hilderuog des Vorröckens der
Nonnannen bis zu dieser Stadt. Das zeigen die Etappen Lsla menor, Coria,
Brück"- !uii Guadaira, Triana. Die Sehlacht nach dpr Besetzung von Trian«
ist w ahrsclieirdich der Entscheidungskampf mn <b'n Be.sitz von Sevilla. Kine
Sciiilderunfj der Besetzung vun Sevilla fehlt liiesem Exzerpt, weil »it der
Konipilator .schuu aus einer and»'ren (Quelle oben mitgeteilt hatte. Die .\u-
gaben Ober den Zug nach Sidona und Cadiz lassen an dieser Stelle allein die
Deututig des Rückzuges zu. Vielleicht sind sie aber nur ao die unrcebte
Stelle geraten. Der erste Beriebt setzt die Unternehmung gegen lieide Stidts
vor den Angriff auf Sevilla, und die spfttere Angalie Ober den Rückzug er*
wihnt Niebla, d. h. das dieser Stadt vorgelesene KQstenland, und Lissabon.
Die auf die Erwähnung von Sidona und Cadiz folgenden Worte bringen di«
Gründe ÜU* den Rückzug der Nonimnnen; sie scheinen nach der An ihrer
Einführung wieder einer anderen Quelle entnommen zu sein. Vm eine
► Schlacht in der Proviriz Sidtma«, also eine Feldseidacht, kann es sirli dnUi
nicht handeln; die Entscheidung wird ja durcli X'erwendtuij; von Beiageruiig^-
maschinen herbeigeführt, e.s ist sicher die Ruck eixjbe rung von Sevilla damit
geschildert. Der zeitlich spätere Kampf von Tablada wurde dann ein Rück-
zugsgefecht der Normannen sein. Nach den Angaben fiber die Dauer der
Besitzergreifung durch die Normannen bleibt fOr dne sechs Tage nach dem
Kampfe bei Tablada geschlagene Schlacht Oberhaupt kein Baum. Als Tag
der Schlacht bei Tablada wird der 10. November 844 genannt, der 1. Oktober
als Anfang der Besitzergreifung. Damit sind die * 42 Tage- der Unternehmung
aiisp;(>rüllt. Der Verfasser dieser BcK chnurig sah also in der Sciilacht b«
TaUada den zeitlichen Endpunkt der Unternehmung.
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ScBWAu: Histoire da TAinqjue at da l*Eipagna par E. Fagaan, 255
145, 18 »la situation miserable qui a iik faite k vos enfants et k von
biens, les sommes que vous avez dü payer«. 16 U j^^^ij
«jäL ^\ y^J ^ 'daß sie euch eure Kinder
und euren Besitz weggenommen haben und gegen euch bis zum Äußersten
gegangen sind«.
146,23 »il disait aussi ne vouloir tracasser personne (■.')• ^T, 13
V J- ^t^ t* Satz gibt die Begründung fur das vorhei^ehende
^'erbot, Haar und Nägel zurückzuschneiden, er bedeutet: -indem er er-
klärte, es sei nicht statthaft» eine Verinderung des körperlichen Habitus zu
veranlassen • .
148, 23 »(il adupta) Tusage des vetements les plus soinptueux« 16
■ er umkleidete die Kalifen w flrde mit dem Glänze
der Erhabenheit«. In dieser bildlichen Ausdrucks weise darf keine Beziehung
auf die Kleidung des Kalifen gesucht werden.
148, 25 »oiiildressa des estrades« ^t', 17 «..iTlLJl <Jic »er
ließ Laubengnnge an der Straße errichten«. Der Irrtum geht auf ein
VerseluTi in Fieytags Wörterbuch zurQck.
140,27 «fit faire des liserages (|H>ur vötements)« ^t, IH Cf'^\j
j ^^\' An sich wire gegea die Er|[^zung des Herrn Fagnan nichts ein-
zuwenden. Es wird jedoch vom Naclifolger des Kalifen ^A, 7 gesagt J-*^
jj)^f was 156, 3 richtig übersetzt ist: >fit renouveler les broderies
de la grande mosqu^e deCordoue«. Man muß demnach auch an der
ersten Stelle Stickereien fQr den Schmuck der Moschee verstehen und ihre
erste Anbringung dort erw&hnt finden.
150,21. »Peut-on comparer?* ^•,3 Jji* l. »Darf man zusammen-
bringen, vereinigen?«
156, 14 »le quint en provenant fut employe h agrandir les de pen-
daneea de la grande mosqu^e de Saragosse« ^A, 13 ^j>^\
äli ♦ -OiJll J «Aitj jlf C^j »oad aus dem Erlöse des FQnftels
der Beute jenes Schlosse^i wurden die Kosten für die Erweiterungs-
bauten der HaupnnoBchee zu Zaragoza beatritten«. Die Moaebee von
Zaragoza ist ebenso wie die von Cordova nacbtiü^ieh vergrößert worden.
Das zeigt noeh Jetzt der Grundriß der Kathedrale La Seo.
158, 2 V. u. *0r Garcia itut alors en querelle avec Ordoflo.» Der
Leser der Übersetzung wird es nicht begrsifen, warum der Emir von Cordova
ein besonders großes Heer aufbietet, wenn seine Feinde uneinig sind. Der
arabische Text LZ. ^ \ il^Ml ly»^ besagt: • Garcia
war damals mit Ordofio verb findet.«
162, Anm. 1. jjJ*VI soll in der N&he des Ebro liegen« Darf man
statt j ein J lesen, so liegt vielleicht der Name für Uaro vor. Mau wird
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356 Bibliographtoehe AiueigMi.
(IfT! Srfiaiiplat:' des Kampfes im Tale des Oroncillo zu suchen liab^n. Die
C'linsten \\ erden aus der Srhliicht von Paucorbo geworfen tind gehen sridiicli
der Montts Oliarenes zuui Ebro zurück, wo beute die ötraße überAllable
nach Uaro führt.
167, 18 »inais ensuite il en sortit et abandon Da fle parti du prince]«
> • », 3 <£■ (^Usj lylf- -^J^' Kefereiit glaiibt nicht an diese Bedeutung; von
^J.4>, sieht in den Worten Iveine iie/.ietuing auf das folgende Jahr und über-
setzt ''da vei ließ Iba Merwän die Festung Alaiye und Mohammed kebile voo
dem Zuge gegen ihn nach Hause zurück«.
168, 22. «Tantut uiarcbant en j»lnine tantöt s'entongaut daus les nion-
tagnes« W «, 16 jjUj p'U Herr Fagnan hat 81, 19 =
• t, 8 die von Doxy g^bene Bedeutung l&r IV durch die Über-
seteting »M pridpitirent« angenommen. Es liegt kein Oruad vor, hier da>
von abzugehen. »Hiiim zog eilig vorwärts und üliersehritt achwierigef
Gelände« (das ihn filr das Hauptheer unsichtbar machte und schnelle Hilfe
verbinderte).
172, 12 «il s'nv?nirn enntre l'AIavä v conquit de nombretix rh&teatix-
forts et en fit evariii i in aiironp d'aiitres .... [lacune?\ dans la crainte de
queUjue dommage pour ses troupes et parce qu'il s'atteudait ä rt\ster vain-
queur.. S • V, 19 L>-.- Ji-lj ^>Lil|j LJ| ^\ ^
Referent glaubt nicht an eine Lücke, sondern an ein Zuviel des Textes,
er uiöchte für lesen ^^^l^. Femer kann . Ic- V im Sj)aius.cli - Arabi-
schen transitiv konstruiert werden, deshalb dürlle das angeschlossene Suffix
einen Geneiivus objectivus vertreten: »Er rückte vor nach Alava und Casti-
llen, eroberte viele Burgen, ließ aber auch \nele zur Seite liegen aus
Furcht vor einer Schädigung seines Heeres und ia Besorgnis, er könnte
berii^ werden.«
173, 8 ««'oceupa avee ardeur de le combattre* ^ »A, 7 . . sjX^
4» j>' »er ließ sich bereitfinden zum Kampfe gegen ihn, nalim den Kampf
gegen ihn auf«. Daß es nicht nui Kiier geschah, zeigt die unmittelbar fol-
gende Angabe, daß der Empörer erst im nächsten Jahre belagert wird.
174, 10* «Cela eut Ueu en Fannie dont nous parlons, ou, pour la
derni^re fois, il y remonta.« ^ »A, 19 ^jl' jmj vL«J1 «Ji» j d^J
Da Ibn üafsün wiederholt weite Züge von Bobastro untemahm, auch
im Jahre 887 formell sich unterwarf, ist au lesen, also; »nod 6u
ist der Zeitpunkt, wo er «um a weiten Male sich dorthin «ar&ekaog*.
174, 5 V. u. «Quand les assi^g^ furent k bout, ils firent ane sortie par
la porte de la ville pour tenter la fortune des armes, tandis que leurchef
se tenatt a Tint^rieur, maia il re^ut plusieurs blesauFea . . ses eompagooas
Sctiwak: BIttoire de TAfriqne et de l*Eiipag»e par E. Fagnra. 257
mis vn dcroiitp . . Ks Ist unwahrscheinlich, daß ein Heerfiihrer hei cinein
letzt«^ii Veiv.wciniinf^skainpfe sein Heer nicht Ix'iilritet , noch unwahrschein-
licher, daß »T trotzdem verwundet wini. Es heißt im Arahischen V • ^ , 6
y ^ «litj j>- <jii. Der Fehler ist entsUnden durch
UDrichtige Auffassung des Vertnims und unrichtige Besieh ung des folgen-
den Sufßxes, das nicht auf die Stadt, sondern auf die Schlacht zurück-
weist. Der Übersetzer mußte aus dem folgenden y fjr^ Unrichtig-
keit seiner Übersetzung entnehmen; er beseitigte das Kichtiu;(^ durch Har-
monisieren. «Als sie in Not kamen, zogen sie aus der Stadt, nahmen am
Tore auflerhalb Stellung und boten sich tum Kampfe dar. Ihr Fflhrer
leitete diesen (mit Erfolg), aber er erhielt mehrere Wunden und seine
Hand wurde steif. Danach wandten er und seine Leute sich aur Fludit.«
175, 10 »il^ante« ^ • 13 lU», also «eindringlieb, wirkungsvoll«.
176, ß ist von, einem Rechnungafehler die Rede, der den Forsten
veranlafit, die Rechnung zur Beriehttgung xurQekatugeben. Es gelingt den
Beamten nicht, den Fehler au finden. ^ (N • n , I. Z.). Herr
Fagaan fibersetai «remir retrouva Tendroit ou die avait ^ commise«,
scheint also die erste Form au lesen. In Wahrheit weist die Konstruktion
mit ^ auf die aweite Form: »Der Förat machte eine Randbemerkung
an der Stelle des Fehl«ra.«
176, 18 «en refbsant d'approuver com me inauffisamment etu-
ds^e une affaire que ee chef lui proposait«. \>*,5 ^ JÜ
Herr Fagnan hatte in seiner Übersetzung S. 17G, 2 den Schlüs.sti iTir
die rechte Auffassung der Stelle: »Er sagte zu HäSim wegen einer Handlung,
die er wegen des dabei bewiesenen Mangels an Besonnenheit ihm zum Vor^
wurf machte«, nimtich wegen des Qbereilten Angriffs auf Sa*dun.
176, 5 T. u. »nul ne trouvait k reprendre dans leurs actes sans
<{u'U icoutat ou fit ^oouter la phünte- ^ > 10 j ^^j^^Olfr ^J^T V
4w j\ 4«,..^ (^"^^ Cf" •"l«in*n^ bemHhte sich l)ei ihm mit Bitten fOr
irgendeinen von iimen, ohne daß er ilm erhörte, oder ihm Erhurung
schaffte«.
179, 3 »Taoorona 297* 1. »299« (> > > , 18).
180, 12 .attaches k la tradition- \ ^ t, 15 dJjJ-l j ^^-ub| jti bedeu-
tet im Gegenteil »die auf die Tradition Verzicht leisteten, ihrer Kenntnis
entbehrten«.
180, 16 >allant m^me jusqu'ä Taccuser d'hdterodoxie et d'atheisme«
% ^ 17 ^JJ j jli-Vl Jzly SoU o JJ- wirklich
bedeuten »aller jusqu'i« und »accuserde«? Ist die Tautologie nicht
aufTftUig nach dem kurz vorher (Z. 12) gegebenen •l'accu.H^rent formelleroent
]||M.4.SAi:Ori«it9p(M]M» 1M7. HAU 17
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258 BiUiognphiadM Anuigen.
(riii n'-sie- ? gehört hier nicht zu ^ sondern zu y ^r^-iht
sich: »lind viHc voti ihnen erhoben die falsche Bescbuldigimg, er Sturze
(andere) in ivelzei-ei und rnf^lauben-.
181,20. «Ileconnai&saat qu'il l'cuiportait par sa science soHde et etendup«
\\r,% <Jp ;U»IU ^'j. Für «U>LU mochte ich vor-
schlaffen o li^Uai »er befahl ihm seinen Fuß niederzuseizen (d. h. im Lande
zu bleiben) und sein ^^'is.sen zu verbreiten.'
182,7 »niais il en est venu un plus bavard (?)• \>t', 18 a \\
41« i> U J^i ^* ^ Herrn Fagnaa irrtümlidi ab Tadd
aufgefaßteD Auadruclce jUlt J».^ vgl. Wäkidi bei Rosen >r5, 11 HamiM
Bülsk II, 29, 2. >— «Nur M SU uns gekommen ein Mmuii der lieredter ist
als jener«.
182,11 .des r£cits. ist miflrerstindlich 20 gebt auf die
■alte Gcschichle der Araber«.
182, 17. -Lors d'Achoftra» n*oubUe pas le Miserieordieux, il ne tW
. bliera fias non plus« ^ 13 ij yJ\c jU^ J\ V ^ V ISOt aueh die
Deutung zu: »Vergiß nicht den Aäürä'-Tag (mit seiner Verpflichtung, Almosen
KU verteilen) , so wird der Barmbenige ancb deiner nicht vergessen.«
182, 18 »nientionne soü noin« • geht wiederum auf den 'Aäüri''
Tag: »denke an üiu-.
182, 19. «Celui qui peut veiller la nuit d'Achoftra vivra« ^>t,4
is *\ j JJ ij* »wer In der Nsebt «am "ASfJrt'-Tag glück-
lich (oder reich) ist...-. Gewisse Träume in der Nacht des 'Aäürä'- Tages
verheißen na» Ii d»*ni Volksglauben WohLstaad und Gluck.
182,21 • l'orme done tin ^ouhait, et puisse-je te servir de ran<;oo
pour le VOBU (jue nous inspire celui . . . .« X N t, 5 U-C- j i^i tii^-V»
— i(9 schließt sich nicht an das parenthetische «iA^ui, sondern an*«^jli
— »so trage nach dem Verlangen — mein Leben gebe ich ftkr dich
wonach- unser Verlangen geweckt hat (Mohammed)-.
184,4 »dont les possessions depassent tonte description* Mt,2*^
^^J^ ij- J*- ii>^Vl »-^J bl. Die Form ^>i.l dürfte hier Plural lu
sein (vgl. Doxy, Suppltoent): •Wenn aueb andere Herrscher durdi
Epitheta genfigeod gewOrdigt werden kdonen, so ist er docb fiber sUe
Epitheta erhaben.«
184,0 »ces nombreuses victimes» Chretiens et incirconcis- >>i,22
^jUli jljü) Jf', Die Übersetzung Terwisebt die Feinheit des
' Wenn die Worterlulcher das Wort filr da-s Senken des Kopfes, der Hand,
des Schleiers, des Bnuineueimers anführea, wird es auch das NiederMtsen dot Fuße«
bedeaten können.
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ScuwAKz: Histoire de TAfHque et de TE^pagiie par £. Fagnau. 259
Verses. Nicht blofl jl-^^-^ und t,^^ sind Qegensltee, sondern audb ^
wad 4niiif>; ■ fiber die (kleine) Scliaj* gefallener Moslems und die (große)
Bfenge gefalimier Christen«.
192.7 «ei m«nie qu'ils l'ebudonn^rent« ^T*, 1 Cjb »jJlJj «sie
Keferten ilm eus wegen seiner Verf«diluiigen«.
193.20 «privi de tout noyen de fuite nocturne « 2 JL^j
4i ^ ^\ 1. »während er die Anfinge seiner Wege, d. h. jeden
Ausweg ihm verlegt Fiatte«.
193,24 »aniionr« que la lo\ aal*' MM-?iit le but aucpiel tendraient 1 es
efforts de son obti.ssance« VTN,;") »At.lial*-Vl Af>- <»6«äLH jf^J »und
zeigte mit allem Eifer, dessen er fähig war, fr<'iindlic'h(; Oefinniing».
II)'), 7 «soiiffrant di'jä d'une inaladie i|ni in<|iiietait son eii t o ii r n ge«.
^ T t, 5 **-Jb ^ <-U»l jl^ »ilin hatte eine Krank-
beit befallen « die ilitn Schmerz bereitete und seine Lebensfreude trQbte«.
196, 17 .29 jiiin H78. 1. .888..
3 v.u. »frequeutait leurs reunions* »er
zog ^ie lu setue Nähe«.
197,3 v.u. «exaniina les remises (!*) a faire au peuple« Ntf, 21
Kt- J\ ^ <«3V^ ^ liL.-! \^ J^\3 «und beschloß auch die Befreiung der
Untertaneo von den StruTimrollen«.
199.8 *en Im dounaut pour fer la justice, pour coche la crainte de
Dieu-. ^Tt, 17
also: *so ist die Gottesfurcht für den Pfeil der Religion die Spitze uud die
Gerechtii^k! it die Kerbe«,
199, 14 .(Le pouvoir elait) trouc par l'hypocrisie« > t t, 19 ^ ^
^UJl »Heuchelei, d.h. nur scbeiobarer Gehorsam, hatte der , Herrschaft
Handhaben (>ZQgel«) gelost..
199.21 »(une sombre nuit) ou parvenait mfime p;is le scin-
tilleinent des etoiies- N t«, 2 ysy^ J *)l j »deren Sterne nicht unter-
gingen«. Das Unterfrehen der Sterne ist d^m Srlu iftsteller die Vorbedingung
für das Nahen des Tages. Es liegt also eine Klimax vor.
200, 1 »transporta le siege de la giierre en pays clirttien, les regions
musulmanes de l'Espagne eurent des frontieres i-ei>pectees».
Diese Übersetzung hat den Text vollstSndig verkannt \Ta, 7
Dies kann nur beileuten: »Zu Ende war e-s mit den Feldzügen gegen den
Ki'i^sschauplatz (im Norden), das moslemische Gebiet in Andalusien
wurde zur gefOrchteten Grenxmark« (die xunichst alle Aufmerksamkeit des
Herrschers beanspraehte).
20&, I.Z. »en fkisant savoir h cbacon d*eux le fond des pens^es de
son «ssoei^«. Das paßt nicht va der folgenden Ensftblung, nach der nicht
17*
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260 Bibliographische Auzeigen.
der Ffirst, sondern das Veneben eines Boten und die Indiskretion eioei
Palastbesmten die EntfaflUaDg der bddeneitigen Machenschaften bewirkt
WA, 14 <^L» ^ »\ Ic U|U «A^ij J^wfl^> muß also bedeuten: -da»
durch y daß er einen Briefwecfasd mit jedem von ihnen f&iirte Qber die
Wshmdimungen, die jeder an seinem Rivalen machte*.
209 , 2. »Les Cordouaas qtü emp^chaient ses troupeaax
laissis & eux>mftmes de s'egarer recevaient de lui des hooneura et
des esdeaux« 19 4^ ÄJ» ji ^) J^O* Herrn Fagnans Aaf-
fassung der Stelle wird dtircli da5 folgende ^^^^ -vij als
unriclitig erwiesen. Es ist zu iiljersclzen : -und (riii'lit bloß die Lent»» von
Sevilla lind Carinuna, sondern) sogar die Einwohner vou Cordova sucliteu
Geschenke von ihm zu erlangen und er ehrte und besciieokte sie«.
209,23. «Le livre du disir, c*est mon copui* qui ie forme* ^t^i
jl^i *i ^Lu V^*^ ^' ("0*^*"*^" i?eIin.HucliUsljriel' ist das Ilm
die Umhüllung«.
209, 2(). »Cumnient exi serait-il autremeut 4uand mon c(£ui* tnuis-
porte s'envole vers eelui qui attire tous les cceurs?« ^ t* ^ , $
«
In den Corrections ist ^ verbessert in ^ »vers celni-. Hem Fagoaiu
UtMrsetEung berflcksieht^ nicht die Negation. Sollen wir nun verbenera
•qui n^attii-e pas les c«eurs> ? Wahrscheinlich ist ^ festzuhalten und ^ in «
zu verwandeln: «Wie ist das aber niuglich, da in mir ein Ueix wohot, das
entrücken will einen Mann, den sonst ein Hers nicht eotr&cken kann*, d. b.
sonst gegen Entzücken gefeit, sehe ich mich dem Herrscher von Senlla
gegenüber außerstande, den Zug meines Hersens zurückzuhalten f statt einen
Brief zu senden, will ich ihn selbst au&uchen.
211,4. Der Zusatz (*a m^dire des Cordotiaus«] verkennt den Zu-
saminenbang. Der Dichter bat zuerst sein Glück bei dem Fürsten von Se-
villa dadurcii zu machen versucht, daß er ihm Sciunähungen gegen die
r<iidovaner vortrug. Als der Fürst diese nicht anhören will, richtet der
iJichter gegen ihn sf'lbst ein Schmähgediclit. Darauf erklärt der Fü[>t.
wenn er da«! noch eiriinal wa-;?, d.h. S c Ii in ä Ii v e rse auf ihn, deu
Fürsten von Sevilla, zu dichten, werde er ihn töten lassen. Die
folgende Bemerkung über den gunstigen Eindruck auf die Cordovaner be-
zieht sich auf das ganze Verhalten des Fürsten, inabesondere in den
ersten Falle.
212.6 *l la merveüle que je auis parmi eux« tot dem arabiseheB
Ausdrucke Gewalt an* 14 bedeutet «die unter ihnen weileode
Fremde*.
212.7 •est-il done possible que des bommes bien nes devenent Ie
blftme sur une es da v ei*. Herrn Fagnans Übersetzung Ilßt sich ans den
arabischen Texte nicht gewinnen. \rv, 14 j1 j»-^ ^jJT jj^ tOk bedeutet;
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SoawAn: Uistoira de TAfrtque et de I'Espagne par E. Fagnan. 261
•Dee ist dne schöne Oeiiellseliaft (<«i)» die freigeborene Franen herahsetr.eo
will.« Schreckt man davor zurück, daß die als Sklavin gekaufte Dichterin
in ihren Versen sich eine Freigeborene nennt, so bleibt noch die Möglich-
keit, mit der Lesung <•! zu übersetzen: »Wie herrlich, weua ein armes
Kindchen Freigeborene lierabsctr.en muß?« (durch die eben gefallene Äußerung:
•Wären die Leute vernünftig . . .-i.
213,4 «suu nuni etait avantagcuseiuent connu«, ist zu aligeinein.
»sein Rulim war allgemein verbreitet wogen
seiner Freigebigkeit«.
216, 10 »i Seville* 1. i Cordoue. Nrs, 7 heißt es ausdrttcklich
218, 9 »dans un chAteau-fort, a Cabra-. \t"\, 17 gibt deutlich den
Namen der Festung an »J» ^ ij^^ t)^ Durch Vergleichung von \ T 1, 16,
wo als Statxpunkt des Ihn Qalf un in früherer Zeit erwShnt wird im
Gebiete von Cahra, ergibt sieb auch für die vorliegende Sielte »zu der
Bug Pole! in (dem Bexirk v<m) Cabra«.
218, 21 •c'etait par une nuit obscure* qtt'on aunJtpu prendre pour
Celle de l'ascension du Proph^te* NtV, 1
Die Lesung cXf- widerstreitet dem Metrum. Man müßte eine Aufhebung
der SchSrfoog aus RQcksicht auf das Metrum ann^men. Der Vers bedeutet:
•in einer Nacht* die ihn entehrte, (so schnell), daß sie ihm wie die
Naeht der Himmelfahrt (Mohammeds) «raeheinen mußte«.
218,28. «Cette guerre, que chaque annee ü sfane, vient de Itu
donoer ce triste produit.« \TV, 2
^l*l>- heißt hier nicht 'alljälirlich «, sondern »nicht gedeckt«. Der Krieg
wird nach alter Weise luitcr dein Hilde eines weiblichen Krunels darj^estellt.
• Beständig deckt er jede luigedeckte Kriegesfurie , doch jetzt hat sie ihm
ein gauz schlechtes Zuchtergebnis geworfen.«
220, 14. »II y eut entre Saww&r et Ibn Haf^GÜn diverses ren-
contres* N 'PA, 5 j^-^«*»- c/i J 1-*^ j^y^ Cf^ C^^j. Das letzte Wort
zeigt maghribiniscbe Schreibung für »Üy«, also »ein Gefecht fand zwischen
ihnen statt«.
220,20 «et y consacra tous les soins d'un adversaire«. NfA, 10
•«A4a^ j 4^ «iUj ^ j*^^J !• *^ suchte in diesem Tun seinen
Sdunerz und Verdruß zu ersticken«.
220, 24. Nach »fit du butin« fehlt die Wiedeigabe rnn ( 12)
jl^j ^ "^^J *^ verfolgte seinen zu ihm fiber Hochland und
Talgmnd«.
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262
BibliognphiadM Anze^gvo.
221, 13 «le sem&Ui gorge*. \tA, 19 ^ t bedeutet »erTer*
urSBchte ihm viel Arger.«
224, ö »meis U ne inontm «ncune vell^ti de souinissioii« \t*,8 |j
ÄfrlU I JU' ^^ii» bedeutet ftst du Gegenteil: »er liefi das Wegwerfee des
GeKomms nicht <^enkondig werden« » d. h. er betonte nicht mit Schiift
seine Selbstindiglceitt untenuibm keine offenen Feindaeligkdten gffgen dn
Emir von Cordove.
224, 7. «11 eat pour »uccessenr Welfd ben Welid, qui« an plein de
eon ponvoir, fit sa «oamlssion au khalife« W«,9 jJj 0^ jJj <i(>'j
^ Ji IkAX ii^j jCp 4friy| Ji jU j. -Es folgte ihn
Walid ibii VV'alid, uud dieser erklärte seine Unterwerfung, sobald auf \ er«
anlassung des Kalifen *Abdanrabinäo ihn Ni»ir die darauf gerichtete Bo>
wegung (in Spanien) begann«, oder, will nwn das Bild des Arabischen eini*
germafien festhalten: «als der Wind sich dahin drehte«.
226, 25 «ii ^leva la ville et le chllteaa-fort de Lebr^a«. Talslchlieh
kann es aich nur um eine Wtederberstellung und Neubefest^ng der ilten
RSmeransiedlung NdNtea handeln*
227, 4 «et qui racctteillit«. Das > i t, 2 folgende Wort UJ>M}
ist flbergangen; es bedeutet: «er machte ihn au seinem Vasall«.
229, 16 »les Strangers ^fl^U ist miOrerstindUch. Gemeint sind die>
selben, die vorher als «ehritiens« b«E«chnet sind. Einmal wird der Untere
schied im Kult, dann in der Sprache hervoi^geboben! es bandelt sich um
christliche Spanier.
230, 10 >les generaux ne se lassant pas dans leurs marches et
contremarches«. U t, 15 JWj^l^ J^l j <P V «nicht ließen
ihn die Generäle in Ruhe, mochte er in fester Stellung oder auf dem
Marsche sein«.
233, 15 «dans ces diverses places il tua environ sept cents reneg&ts
et fit un miUier de captifs« \ t 15 ^ a>*U ^ ^ '"V.
^■i- bezeiclinet in Nordafrika den zum Islam «iliergeli etenen . nicht
jüdischen Europäer, vom christlichen Standpunkte aus betrachtet
also den Renegaten; er bleibt eben trotz Her Annahme des Islams ein Volks-
fremder. Der mohammedanische Schriftsteller an unserer Stelle wiU
aber ebensowenig hervoritebtti, daß die Leute iskmlsiert waren, als ihnca
einen Rückfall ins Christentum aur Last legen, sondern er mehit einfkb
den Volksfremden, den Basken, und zwar den minnlichen Teil der BctSI-
kening. »Er tötete in diesen Burgen ungefllhr siebenhundoi Minner oad
ungefllhr tausend Frauen machte er zu Kriegsgefangenen.«
234, 16 «commenga par egaliser la plaine voisine des fortificatioos
et eleva des constructions pres de celles-ci«. Man stelle sich die taktische
Klugheit des Heerführers vor: £r will eine Festung belagern. Das Gelände
ScBWAn; Uittoiro de rAfrCqne et de l^Espagne per E. Fegnui. 263
tet unQbmiehtUch, würde also die AniUUierung gestatten. Er beraubt sich
eelbit dieser Hilfe, indon er — der Belagerer! — das OlaeUi planiert.
Der Text lautet (M^, 3): j p^Xj Iaj^J jj\J-\ ^jj j j
\fSC' jüLi). «Er begnnn die offene Fläche rings tun die Stadtmauer (durch
eine Zirktimvallatiüii) zu spwren ood nahm den Bau von Belagerungswerken
ge^en die Statlt auf.-
236, A Jim. 2 erklSrt Herr Fagnan das ivnstell Luza nicht identifizieren
tu können. V^ielleicht darf man (^ t V. 5) »jj) ändern in »j j) und darin
suchen Alora, als dessen literer Name Hums angegeben wird. Da die
Stadt den Weg von Malaga nach Cordova durch dif^ Sifira de! Hacho be-
herrscht, mußte ihr Hpsit/ dem Feldherro wünschenswert sein zur Sicherung
der geraden Rückzug>liiiie.
236, 2 v.u. «Horiz«, später geändert in »Heriz« > l V, 13 j^/^
mochte ich identifizieren mit Erice. nordwestlich von Pamplona.
237, 19 -a qui il causa du dommage« V tV, 23 Ai *Jj\j»^j. Die
1>eiden letzten Wörter sind nicht Obovetst; vielleicht ist zu erg^nsen,
wie die Verbindung TW. 10 lautet, »er ließ ihn seine Macht Hihlen«.
241, 13 »U j eut une grande inondaUon qui submer^ea les colonnes
du Temple saere- ^ • «, 1 4(1 jlCi <^ «^«^ ^ c)^ ^f J
1* •durch die auch die Seiten (eigH. Ecken) der Ka'ba unter Wasser
geaetxt wurden«.
842 » 7 •capti&« N«*, 14 4x« 1. »gefangene Frauen«.
246, Ann». 1. In • jlj) ist vielleicht Lobera (•jljJ?), südöstlich von
Ruesta, zu suchen.
254,4 >figurait sans etre vu dans les rtninions« \«A,4
P^IpI*;^ »und freute sich über ilie Gruppen der Leute«.
255} 5 v.u. >et au soin qua tu mets ä t'occuper de ce (jue tu re-
gardes comme ta besogne ia plus s^rieuse« \•^,5 «iUj* iiAlUl^ij
|t4« ^ »und deiner angelc^tttliehenBeschftitigung damit (nimlich dem
Berichterstatten) trota der aorgeheisehenden Lage ddner Amtageaclilfte«.
256, 5 »on €tre de malheur« \ 11 «JU t »du bist wie ein StOck
d. k. kanaat wie ein aoldiea au keiner nOtzUefaen Verriebtai^ an-
gdmlten werden, dienst nur »für Tafel und Abtritt« , d. h. mußt verbraucht
werden, wie du bist.
256, 15 •Monsarih*« I. Bari(.
256,23 -Redjez. I.Sari*.
258,21 pet dans le camp de qui il se trouvait«. Der Herr Über-
setzer scheint anzunehmen, daß 'Abdallah mit seinem Bruder, dem regie*
renden Kalifen, vor Bobastro sich befand und dort den rhirurgen z»n \"* r-
gjflun^ seines Bruders veranlaßte. Nach NTV, 5 fiilili sich jedoch der Ivalif
schon vor dem Erscheinen 'Abdallahs krank und stirbt bei dessen Ankunft.
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264 BibliographiiGfae Anxeigeii.
Der Text der Stelle >'\V, 8 » J>^~^ J jL y^'j besagt mir, dnß der K^lif
in .seinem La^er vor Btibastro sich befand zur Zeit des Vergiftungsversuches.
2ül, 2(i »liaAit. 1. Mugtati»
261, 3 V. ti. ,»que les bienfaits divins s'accroissent, mais toi tu ne
peux croitre.* Am der fransösiscben ÜberaeUutig ist aicht tu erkennen«
daß die Anrede sich auf die göttlichen Gnadenerwei«tungen besieiit: •ihr
seid so fii}erwUtipend gro&t daß ihr nicht weiter «melimen kdnnt« ^"IV,
263» 2. »(L'insubordination) ^tait pratiquee par le kAdi atissi tnm que
par le plus humble sujet- ^nt, 18 [^J^VI jL-UJ! ^ Ol J^j]
ü^"'^^-? <3r^-^ >und die Auflehnung erstreckte sich Qber die ent-
fernten wie iWier die nahegelegenen Teile des Landes«.
273, 15 >cleva des constructions dans le but de maintenir cette place«
\V», 12 l^Jt J\ jUj. Wie der Vergleich mit Ml, 3 zeigt, handelt es
sich wohl um einen Wall zur iCin.Hchließun^^ der Stadt während der Belagerung.
273.21 .le 8 chawwal (8 mai)« (301) 1. T.Mal.
276« 5 «le dimanche 19 cha*bftn (19 mars 914)« 1. 20. Mlrs.
276, 8 >]« vendredi 1« re^jeb (29 janv. 915)« 1. 20. Januar 915.
279« 2 v. u. »Le mardi 2 ^om&dall (13 oov, 915)« 1. 13. Dexerober.
282, 3 in der Totenliste des Jahres 304 *le nuudi 9 rebl* II [mortj
d*Xbd el-Melik...; de son fr ere El-Ali*dab« dont les calculs astrologiques
annüngainnt la mort situt apres rebi' 11«. Aus der Ubersetzung wfiide her-
voi-gehen, daß beide Brüder an einem Tage gestorben seien, und zwar der
an /weiter Stelle genannte nach seinen astrologischen Berechnungen um
drei Wochen zu früh. Der Text sagt etwas wesentlich aticlen^s. \VV,2
w2t (j j»»eÄ i^^j «»»Jb-Vl • d. h. «am Dienstag, den
9. Kabi' II starb 'Abdelmelik . . . und am letzten Rabi* II sein Bruder al-
Ahdab, ein Astronom (bzw. Astrolog)«.
282,24 -auteur de petits traites (?)« NW, Hi «er war be-
wandert in der Kunst, offizielle Briefe /u stilisieren«. Dazu paßt dann die
Erwäiuiuiig der .schönen Handschrift im Folgenden.
287, 17 -le vendredi 11 rebi' I (21 aoCit)« 1. 22. August.
287, 23 »22 ao&t« 1. 23. August.
297,3 V. u. •Pendant cette campagne et jusqu'a son aniv^ee au
cb&teau de Vigtiera, l'^mir foumit [cheque jour) k set gens pour les sou-
tenir...« UA,2 v.u. Ji JJC:i »0* 4JLU jCijll
• »jf, ir^*
Die Worte «JU <S>^ j» gehen aurnck auf Z. 17/18 Cl^^\ jmI jJ
also: »wihrend des Aufenthaltes in diesem Lager
(bei Muex) bis sum Aufbruche gegen das Schloß von Viguera . .
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ScmrABc: fBsloIre de TAiKqm et de l'Espagne per E. FiigiiMi* 265
299, Anm. 5. -20 inai- 1. 19. M?ii.
309,9 "[{Miis congiit le projet de penetrerj au Heu d'oü partaient
leurs ravages et oü its habitaient en sicurite* ^^A, 1 |^ ^
^r*\ ci J» ihneo Schaden auKufÜgen ao
dem gesehOtatesten Platxe ihrer Hdinslltle und dem Orte» wo aie sidi
sicher f&hlten«.
313, 22 -lejeudi 11 nioharrem 313 (18 avril 925).. Nach Wttatenfelds
Tabellen der 8. April, der jedoch auf einen Freitag; rällt.
314, 14 .le Inndi 11 rebT 1 (6 mai)«. Im Jahre 313 entspricht daa
Datum dem f). .1 u n i.
315, 18 »le page Kbalaf. r&ocien- T • r, 7 j^l wuiU, d. i. »üaiaf,
der Oljeretmuch • .
319, 5 .le 1«' «afar (18 aoi^t 926)i. Es handelt sich um das Jahr
314, also 18. April 926.
319, 10 .615. 1.315.
319, 12. Die Vorlage dej« Ibn 'A$läri scheint die Zahl im christUchen
Datum und die Zahl des mohammedanischen Monatsnamens dareh Zahl-
zeichen ausgedHlckt au haben. liest man 15.Ba1n I (20. Mai), so ent^
spricht das — nur mit einem Tage Unterschied — dem 81. A^ und der Zeit
von 32 Tagen zwischra Verlassen des Palastes and Auszug zum Kampfe.
322, 22 «le 1« dho61-hid4ja (22 jauT.)« 1,27. Januar.
326, 13 .15 cha'b&n (23 septembr«)« I. 3. Olitober.
326, 17. »En Na^ir rechercha eeuz d'entre euz qui etaient
cotipables, qu'il fit disperser; pnis on amena dans la prnirie. vis n vis
!e palais de (\)rdoiie, ceiiT <\n\ avaicnt nuTiti- la inort, et iis furent dccapites
en ret endroit le jour mi^nie de iour arriv^'e.« Der etwas wunderbare Vor-
gang wird durch den arabischen Text auigeklSrt. tN>,5 heißt es:
j»^\sj "^./^i *^ ^ (S-^ ^ d.h. »der Fürst befahl, die Schuldigen aus-
zusondern, die andern laufen zu lassen; wer (voü den Knitgenannten) den
Tod verdient hatte, wurde zum Auger gef&hrt und enthauptet*.
327, 14 «Mithkab et dirhems constituent done autant de v^ritaUes
-so waren seine Gold-
und Silberprägungen vollwertig nach Gewicht und Feingelialt«.
328, 16 »de Temploi (ju'il a fait de nos mains pour son service, de
la realisation de sa volonte par notre autoritd. YNY, II t-jk,^ ^ J^.J
<*i^ LljJ^ Die beiden PronomiiM gehen nicht auf Allah, wie
es der Herr Übersetzer auffaßt, sondern auf t^jfi Z. 11 »wegen der Macht-
stofe« deren Erreichung er fftr unsere Hand ennfigticht und deren Erlangung
er In unserer Regienu^ erieichtert hat«.
328 , 20 «s'est send de nous pour rendre public Tespoir des humains,
a nmen6 k nous ceux qui se d^robaient et provoqu^ leur preference. en
266
faveur ile autre dynastic T \ T, 13 ^\ J» ^\c\j J^U »Wj J» Ji^lj
ÜjJto ^jl&wij «ttod wdl er die auf Qua geriditeteo Hoffoungen der
Kreaturen offenkuodig gemadit hat und ihnen wiederum Liebe su uns und
Freude an unserer Herrschaft eingeflößt hat«.
330,10 >le8 nitfines ceivmonies sc fiiriit simultanement« tNt, 15
•jLJl\ ^^^J ij^»J^ i^^^ ^ »UJUVi Jo^^J *und es Cudeo ia
unmittdbarer Folge, d.h. sogleich nacheinander, statt das Btttg^
um Regen in der Hauptmoachee, dem Betplata in der Vorstadt und dsoi
Betplatz an der Promonadp«.
330, 2 v.u. »ö jiiin« 1. 4. .iiini.
337, 11 »et de fournir lout ce xvn etait necessaire jiour letir demeiiaiie-
ment et leur voyage« V N 2 L^-U«a«j ^-H^J j' möchte ich nh^r-
setzen »und 7.u belohnen, daß sie von selbst gekommen waren und ihn auf-
gesucht hatten*.
338, 4 «lesgraudeü teotes« T \ 13 (3<^\ y*Jl ist pei^isches Lehnwort
und Singular.
342, 21 «durent s'enfuir vers ceux qui avnient sollicite leur con-
setzung verschiebt die Saclilage voHständiK- Es ist die Rede von den zum
Entsatz der ijelagerten Toledanei lu i am ückenden ciiristlicheu Trujipen , die
von den belagernden Mui^lcniN vr rj;\<;t werden. Eis heißt nun: »Da wandten
sie sich kehrt machend zurück, indem sie die, von denen sie um liiife an-
gegangen waren (d.h. die Toledaner) im Stich ließen.«
343, 6 u. »da l'habitade des lubitants de aoudoyer lea iafidilea,
da reeherdier ehex emc proteetion et aecoun contre leurs propres gouver^
nears.. V VT. 11 Je .>|JUI-VI j ^"V\ >*i :^r^\ '^S-^^ J* W otltl Ui
■nn l durch das herkömmliche fc^inverständnis und Rnnd&s-
vei'hältnis ihrer Bewohner mit den Christen und das Hilfesuchen bei ihnen
im Kampfe gegen die Knlifen»,
343, 4 V. u. »Combieu de rois n'avait-elle pas lasses, les armees restart
impuisaantes« YYY, 12 ^ßLJ\ ^ i) jUL) «wie oft war sie
flir die Fürsten unoreichbar und fur die Heere uneinn^mbar gewesen!«
345, 17. -Xgma ben Anis« 1. 'Isma ibn Unais.
349, 25 .9 dhofl'l-kada (15 juillet 944). 1.3. Juli.
3ö0y I »et durereni une heure« Y V V, 4 ÄcU «und wihrte ge>
räume Zeit«.
354,4 •quai> VV^, 16 %,Ju^J\f wahrscheinlich handelt es sich uro
die noch heute Arrecife genaimte Straße auf dem Cordoba g^enftberiiegeodea
Ufer, di«^ von dei- Rriicke nach Kspiritu Santo führt, ursprQnglich wohl ein
erhöhter befestigter Wclt finrch das Intindationsgebiet des Flusse.«. \'s«h
Idrisi TNT, V2 konnte man auch an das Wehr unterhalb der Br&oke denke»,
wo noch bis in die neuere Zeit drei Mühlen standen.
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Sobwabb: Hiitoira d« PAfrbiiie at d« IlSipagne par E. FKgnan. 267
364, 8 und 11. •Abo& Zeyd.« Es baaddt sich um Abu Jesid vom
Staoune Ifren. An der ersten Stelle V V^, 19 ist j Druckfehler. Die
riehüge Namensfonn folgt sogleich Z. 21, vgl. auch YYA, 15 und V«^, 2.
355.7 »pour bitir reoceinte et la gamlr de casemes«, YV*,6
U, J\j \s .kUaS.^, »damit die Feststellung der Straßenzilf^e (und Zu-
weisung der Reservationen) erfolge und die Stadt mit Besats&ung belegt
werden könne«.
360, 17 -prisonniers« ttr,ll4ju« »gefangeneMIdchen fund Frauen).«
361, 1 »On vit arriver ä Cordoue ies deux fiis d Boun . . ainsi
qu'El-Khpyr, chef de* ZenMa . . . Ce dernier ^tait entr^ ...k TÄhert- t tr, 14
Jl . jj*Vl ^jjj . . .iSjj^\ J-»J
Ar^ ' ' '
Die Umst&ndlichkeit der ErdUilung U^i J) J^j, dann J\ ajj,
weiter^^^J», das der Herr Ubersetzer wegläßt, endlich die Worte (Z. 17)
4>l^(j^ weisen darauf hin, daß es sieh nicht um ein persdnllches Kom-
men des Zenatab&uptlings, sondern um eine schrifUicbe Mittdlmtg handelt
und nach ein Wort wie «-'tS^u ergänzen ist, »und es gelangte ein Brii^
von al-ü^^ir an den i\alifeu, worin er mitteilte...«.
361, Anm. 1. Da^ Datum ist unrichtig. Der 1. 6unActt II 840 ent>
spricikt dem 4. November 951. WahrscbeinUch hatte die Vorlage des Ibn
*Adlri das Datum 1. ÖamidS 1 = 6. Oktober. (Vgl. das oben ati 319, 12
Bemerkte.)
365, 20 »*Abd er-Bahmln SSe^jUi eut dans ses attributions la mise
k execution des trait^s et rescrits« tT*\, 13
sich wahrsdieioUcb um »Verordnungen und Bescheide«, da wohl ein
Fkralldismus su dem folgenden (^Ij^ij v^Vt «Befehl und Entseheidmig«
amanehmen ist.
370.8 «avec Teunnque Bedr l'ancien« Tr^,8 j-V. ^
•mit dem Obereunuchen Bedr«.
370, Anm. 1. Der Titel fäJU5 of-ao^ ist wohl eine WOrdcDbcBeich-
nnng wie nmb etkm am marokkanisehen Hofe, etwa «Triger des Reichs-
scbwotes«.
371, 7 »Voyes Es-Zahrft et comparex oombien il reste de palais elevis,
ce que des princes heroiques ont laiss^ de traces!* V i *, 2 J?^^
A^lU Der Herr tTberaetzer hat \^ unterdrfickt und den Beginn des
Zustandssatzes nicht bemerki bei J jiT^j. >bo nimm als Beispit'l az-Zahr9.
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26d Bibliographisdie Auelgeii.
Wie viele hochragende PalSste sind dort, während von den nihinvoUen
Werken (anderer) stolzer Herrscher die Erinnerung verweilt i&l nach ihrem
Tode und die Spur verwischt ist, seitdem sie fehlten.« Der Schriftsteller
will beweisen, wie groß der Unterschied zwischen an-N2.sir und anderen
F&ntra war; die Worte staA die nihere AngflUmiog f&r die vonufgehen-
den Worte »laiasa des traces eneore existantea quand retentira la trompette
du jour supreme*. Ein Schriftsteller des 12. Jafarhunderts hätte sie frei*
lieh nicht mehr schreiben kfinnen; nach Idrisi V N Y, 2 o. lag Zahift eben-
falls schon in TrQmmern.
372» 12 »la cavalerie n'a phis seUes ni brides qui vaillent« ein etwas
tweifelhaftes Lob fT'n einen Fanten. Vt«,21 W^^lj J^l C^ij'
Pltirale JUt von und sind dem Referenten nicht brennt, ersieht
deshalb Infinitive IV darin , ^taktisch Tenyü. »Und es Agten sich die Bosse
dem Zamnen und Sattdn«, d. h. aller Widerstand im Lande war gebrodien.
373, 3 »ton opulence, ^^e k oelle de tes pr^d^cesMurs, manquera
a tes snceessetirs; nul de cenx-ci ne ponrra rcpeter tes aetes«. Sollte ein
arabischer Dichter wirklirh so unvorsichtig s^in. sicii die (Jurist der Nach-
folger de«! Herrschers durch eine solche Schmeichelei zu verscherzen? 1 1 \,8
Jj>Ü iijJ^j Or>yJ iljUj ^^>l
Es handelt sich nur um die Vorgänger des Herrschers. »Als letzter bist du
unter ihnen auQsetreten; doch die lotsten von ihnen* überholst du im Wett-
lauf, den ersten erreidist du. Einem der lotsten von ihnen können Tsteo,
wie du sie tust, nicht zuge«< ehr leben werden (und selbst dem ersten ksnn
man solche Freigebigkeit, wie du sie bezeigst, nicht beilegen).«
375, 2 »Sans que je reclame contre toi* Y t Y, 12 CXjfi' ^
•ohne dal? von mir aus gegen dich eine Verfehlung begangen wäre«.
376, 5 v.u. »Le fiddle ami de Dteu a dit de lui>mime; Je possMe
one barbe qui depasse toute longueur* Y t r, 16
•Gottes Vertrauensmann unter den Kreaturen (d. h. der Kalif) hat gesegt,
daß ich (d. h. der Sprechende, Abullkisim Lope) einen Bart bitte, deo
KU große Länge entstellt.« Der Vers des Kalifen ist Ja kuix zuvor Y (T, 12
mitgeteilt worden.
382, 9 «(le magnifique bassin) futamene de Constantinople par l'^vitqiie
Rebi', qui le tmina d'nn Heu a un antre jtisqu'an l>nrd de la mer«.
Das Hecken wird nach dem Bericht aus Konstantinopel gebracht ; der
Bosporus gilt den Arabern aber sicher fur ein (Meer bzw. grolder
Strom); so ist die Übersetzniii? schwer verstandlich YIV, 1 ^ . .Oi^
^^«Jl (j iS^J ij* <-'»;lai1rt.,.äH, -CT brachte es von Kos-
stantinopel aus Ttber viele Zwisdienstationen, bis er endlich sur See (in
Spanien) anlangte*.
38Ö, 5 »IS oct 961* 1. 16. Oktober.
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ScKWAw: Bittoire de i'Afriqiw et d« TEepegne par B. Fftpiao. 269
385. 7 «30 sept 976« L 1. Oktober.
386» 14 •juaqu'li reztxtoit« de la cow Tt^, 17 LJmJj\ J),
das heifit »bis sum Eode der freien Flicbe« (die sioli alkdUcb derMoeehee
b^nd). Der Mosdieenhof big nördlich.
Ebenda >hi prolongeant ainsi de onze nets* iat apracbUch and aach-
lieb unricbtlg. Vi 17 U»V. ^ J^V J jUb Ut, -vei«r6flemd in der
Littge elf Sdiiffe« , d. li. die df LXngssehiffe der uraprün^lcben Anlage
veri&ngemd.- Qaeradttffe entstanden durch die Erweiterung neu vi er sehn.
387, 10 »11 d^igna pour prendre possession de cette fondatioo . . •
wm chambeUan« Ve*,7 ii\ . . '{/^^ J^^* beauftragte mit
der Einziehung der Betrige«. Ein Stiftungsvermdgen, das filiergeben
wurde, ist ja nicht vorhanden, sondern nur jfthrliche Betrige, die eingezogen
werden müssen.
368,4 v.u. »Sa bonne fortune lui a soumis les barbares-. V•^,8
•j^ ^^Vi Vl'^lV »ihre Hände streclten die Christen hin zu ihm
(Gnade heischend), v|^. (Y, 19.
388, 1« Z. >pour recevoir de lui des liens qui enchalncnt leur liberie-.
T • \ , 9 JL> j <o j>Mj\ ^ «entgegennehmend von ihm die Grund-
lagen (eigtl. Halten) für Klientel verhiltnis und enge Bezidiungen«.
389.8 »(Sancho repondait) et annon^t longuement« Vs>,15
J*^ <j bedeht sidi nidit auf die Form dea Briefes, sondern bedeutet:
•die Aufnhrung sämtlicher Einzelheiten dieses Oesandtsehaf tsbe sue hes
wQrde zu weit Itihren«.
392, -j .Monsarih. 1. Basi(.
393, 14 «quarante^deux« nach YAi,6 nur zweiund zwanzig KUen.
394« 12 -la mer bornant r Algarve- t»l,21yyil d.h. -im
Westmeere, dem Atlantischen Ozean«. Die Entfernung vom ^a^r DSois
bis ztir Grenr.e der hetitipen Provinz Al^arve beträgt gp^^^n 140 km Luftlinie.
39 i, 15 Die wiititlerliche Bemei-kung »car ces l»ar))ares avaient la
CO! 1 tu IUP d'envahir la Peninsule- fällt nicht Ibn 'Ailaii '/ur Last. Die5?er
wiii die Aufregung der KQstenbevolkeruiig in der Gegend vuii Alcacer do •
Sal erklären und sagt: Diese trat ein, «weil die Ma^us (Nonnanaen) früher
fUe Geptlugenheit hatten, von dieser Seite ans die spanische Halbinsel
zu überfallen, tot, 22 wX- LJ 4^ ^ ^-X;Vi 3jJ^, ^'-^^ f^.
895, 9 Der Kalif I8ßt in Cordova Schiffe bauen, nach der Art, wie
sie die Ma^üs hatten, (to», U) l,^H |«rjO Herr Fagnan übersetzt
dies «dana le but de faire croire a oenx>ci qu'ils pouvaient s'approcher
[de leurs compaj»nons de rapine]«. Referent erklärt die Worte: «weil er
erwartete, die SpcHiuber würden nach Cordova vordringen«.
39G, 1 "IUI ( bawwil (21 sept.)- 1. 23. September.
39.S,2 .le dmianche 4 djomada II 351 (19 juillet 962). I. 10. Juli.
Nach dem Wochentage liegt vielleicht Verschreibung für 14. Guuiädä II vor
SB 80. Jnli 962; dieser fiel auf Sonntag.
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270 Bibliogmphiidw AmMgeo.
398, 4 »Le ebifiVa im dmm ae fignrait pas dans I'origfnil d'ou
ceci 68t tii4« V* V, 3 io* a:* J yl\ J^VI J J hcificimGcgnh
teil: •und einhalb« fand sieh in dem dieser DarsidluDg zugrunde Üegea*
den Exemplare. Der Sdureiber Qbemahm es, obwohl es Teriiliclien war,
und bfnehte danadi toh mreriissigen Leuten in Er&hning, daß d^L»
sriricht% sei» es «bo richtig heißen müsse . . und einhalb«. Drei Zdeo
spiter fibersetat Herr F^tnan richtig mit »eela figurait«.
400 , Anm. 2. Die fiberlieferte Lesart ^^^J ^L#, für die Dozys Ea)«n<
datiOQ jW keine Abhilfe schafft, wird von Herrn Fagnan in geändert,
was xwar dein Sinne nach, aber nicht graphisch befriedigt. Vielleicht darf
man in auflfiaen, oder nur « darin finden, in ^ (magribiniscke
Schrift I) ein » voraussetzen, dann eigibe rieh ^t»^ = J^T^
Rückkehr« noch abhängig von
401,15 >d'une ehauaste ^iey^e> T«^,2 JW *von doer
lu>hen Felsenklippe«.
403 unten: .J'adaiire la facile aisance d'KI - Mostan^ir a rassembW
nno si prodigiense arnu'e poiir faire hoiineiir \\ Dja far. etait quelqu un
qui, abattii par lut, vuulüt relever la töte, ses seuis regards joueraieol
le role d'une armee> t^», 15
jX sJiS\ i\ ^llJLi ^ JJÜJ
^L-L. 4ji».| j) Jj) ö\ h
•Ich wundere mich über Mustan<irs tinbedachte Ilandhingswei.se, da er d»s
gewaltige Heer versammelte für die AtHien?: f^ps (Ja'fnr. Wenn er, dem
meine Liebe gilt, nur sein Angesicht zeigt, so ersetzen seine Blicke eto
ganzes Heer.«
407, 10 .le dimanche 23 rebi' I (22 dec.) 1. 1. Jan. 973. der allerdings
auf einen Mittwocli fällt. Änderte man im iexte t-Vt, 20 ^-aJ in
so erliielte man 30. Di /^i inber 072, einen Montag.
Iii9,2 V. n. »Le khalife re^ut rai2,ieable nouvelle que H'n'^an bfn
K'antioun s ctait soumw et que, cessant toute opposition, il av«it participt
a la priere du vendredi 29 djomäda II (27 mars 974).« Hat der Herr Uber*
setaer nur den Text des Ibn 'k^ßn Ittr diese Angabe als StQtze, so mSdite
Referent eine andere Auffassung der Worte vorschlagen. VM, 14 \ —
: >V\ c^^tf- ^ 5-1:1 jyt j. »Als am Fn^tag, dem leisten äa-
mäda II dieses Jahres , der Kalif dem Gottesdienste beiwohnte , empfing er
die Freudenbotschaft von der Unterwerfung des Ilasan.«
410, 6 »et de la c^bration du prftne daas le fort de Ha^ar es-
Nesr. VM, 18 jJ\ j ^Ty-Jk* cJi jbi n» is
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&HWAiiz: Hiatoire de TAfriquo et de I'Eapagne par E. Fagnan. 271
der Freitagspredigt auf der Feaiaqg ^^M^ßr en -Near «eine (des Kalifen) So-
iseriiutät anerkannt habe«.
410, Anm. 3. Die T^Iadinat el-a^lim wird ausf&brlicb behandelt von
Ibo ^aukal ed. de üoeje « *, li>.
411,1 "Las nouvenu- venus, (]iraccoinpagriaieiit leurs euninjues
et ttliVaiichis de confiance, furent conduits jus(]u'auK deuieures prejjnrees
pour les recevoir- T'\o, 4 ^^J^J (T-^ ü* (•**• ^J^^ J-'JÄ
^ «JuLI jjJiS fj\ |»r^t* *Die Leute, d. h. die irOhereo Bewohner der
Haiiaer, sehickten ihnen xur B^ldtnng ihre vertraaeDswürdlgirten Eunueben
ttnd Klienten; diese geleiteten sie zu den f&r sie bereitgestdllen Hiosern.«
411, 11 -le veodredi 28 rebi' II (5 janv. 975)« L 15. Januar.
416, LZ. »ou Tesposa en dehors de la demeore dUbn Aboft *Aiair k
l*adroiratioa du public*. VIA, 16 j\ Cx) jb ^ OlfV \ Jß-j
i/^W, »und es (die Nachbildung eines Schlosses in SUber) wurde offen vor
den Augen der Leute aus dem Hause Almanfürs (au der Baskin Aurora)
getragen«.
417, 15 «dissip^ les sommes qui, avant lui, itaient imniobilis^es a la
Honnaie-. V1^,l4i«JjijLt £]Ji JU j f ^\ oi. Das letzte Wort liest
rr- ' . . ^
Referenl *Lj und lihei-setzt: »55ich vergrüTen liabe an deiu Geld der Münz-
stätte, das ihm anverti rnit war«. Den Beweis bringt T"%\,5 ^ U 4»
419.8 vgl. oben zu 74,2 v.u.
421.9 >Iiameau provenant d*un aibre jusqu'alors depourvu de no-
tori^te et de gloire, ce fut de Taurore au soir de sa vie qn'il gi audit. T V \ , 15
C>-jjj »Ijji* jv» Ii) Vj *<^J.J ^j* ^y^' jjJ. Die Hücksicht auf
den Parallelismus der beiden Satze zwingt zu einer anderen Auffassung des
zweiten Gliedes. »{Er gelangte zum Gipfel der Mneht) nbne einen Ruhmes-
titel, der aus seinein Stamme gesproßt war, imd (ihni; eine iiervonagende
Leistung, die zwischen seinem Morgen und Abend ein|torwuch.s., also etwas
freier: ohne daii der Ciianz von Verdiensten seine Familie umstrahlte oder
eine Ruhmestat seine Laufbahn zwischen Auftauchen und Verschwinden
bexeiehnete.
422, 10. »Mon ooBor doit avoir plusieurt gardieu pour sunreiller
ton Oiil« TVt, 7 Jp j dluJ, kann, soweit Referent siebt, nur
üliersetct werden: «Ddn Auge hat Sp&her in oieinem Herzen zu näner
Überwachung«, d.h. ddn Auge peinigt mich fortwlhrend durch seine mir
tief in die Seele dringenden Blieke.
422, 15 •provoquant le monde a lui r^pondre« t VY, 9 ^Ul WU,
«laut verkündigend (den Entsehlufl) Folge zu leisten seinen weltlichen
Trieben«.
423, 1 »ii se mit i d^crire la couleur du vin et oe que, au repentir
pris, U en savait* VW« 12 ^»\Ji 0J> Jy4 «^«iJU 0^ ^i^. Die
bdden letzten "WMer sind in der Übersetzung unrichtig bezogen, sie ge-
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272 Bibliogntphiscfae AmeigMi.
hSren su Als Muslim muBte er das Webtriokeo lassen oder nach«
her wenigstens bereuen: »indem er ohne Reue das Äufiere des Wetoes iiad
seine Erfahrungen mit ihm sduiderte«.
423. 10 «ne cessant de se rendre aux appels de In fortune* tVT, 16
OUIj yAjdl ^um* ^ ^/^J, Referent sieht in einen GeneÜvns sab-
iectivus »und verfolgte seinen Wisg, indem alle seine Wünsche vom SehidcMl
erl&nt wurden«.
423, 13 »Sans interruptioo il resta ceint du haudrier du khalifiit,
traitant aiiccessivement les albires les plus ^pineuses*» VW, 17 Jj^
^2:1. UJIL» Jj i^&S^M 4»)d*l di: Daß hier nicht Wehi^k
bedeutet, zeigt das parallele ^^^^ Plui;il zu Hochland. Die
Stelle tVf, 2 beweist ffir die Auffassung des Wurtes au unserer Stelle
ebensowenig etwas, wie ^^ÄI«) TVT, 8 fiir beide Stellen: »er blieb dautrml
unerreichbar (für die Angriffe seiner Geiriiei ) atil* den Höhen des damaligen
Kalifates und konnte sich frei bewegen in ihren erhabenen Sphären«.
423, 19 »les pointes et les 6pine»s« i.«it vielleicht nur in Rücksiclit auf
die äußere Form gewählt ▼VT,21 J— Vlj v);iji-^l "die Lan»enscli&fte und
Lanzenspitaen«.
423, 2 ü. »que le liberal se rapproche de son frire le gin^rcux«
tVV, LZ. Jü.>« ^. Man winl Jlijr^ und ^1 nur «U
Eigennamen auflassen können, da auch das folgende Paralldglted eine histo>
flache Reminiszenz enthtlt, Vielleicht sind die beiden (Satisdien HSuptlinge
gemeint, von denen Zaid al'-biül dem Propheten erzihlt haben soll nach
Agin! 16, 50, 14; L »wie sich an Jezid anschloß sein ,Bruder* al-Öamr«.
424. 11 »et le bourra, Dieu sait comme! pour aes aictes Uimablei«
YVr, 6 IWt J» \ Referent konstruiert IV wie
y- W c. a. r. und ^ p. und sieht in ^ ein voraufgestellti^s ivomplement
isu Ii *er umgab Um mit allen möglichen Unanndunlichkeiten«.
425, ^< •l>r tous ennemis tu ditruis la tribu, de toute victoire tu as
le m^rite« wr, i»
e**. *^ fV ^
•jedes Fdndes Thron (d.i. das Sinnbild seiner Macht) stQrzest du um, «o
allen Si^en Ist das Tor für didi gefillhet«.
425, 10 «AboA Merw&n y prilevait Timpöt pendant qu^ ton aneHre
la saifitssait d'uiie main qui a pour quality hir^taire de finapper d^estoe et
de taiUe.. wr, 20
i^j 4J; ^ Uli y\ UU
Nach diesem Wortlaut ist wn Jjb zu dem Eigennamen. »Dein Vor^
fahr, Abü Merwän, hat die Stadt zur Leistung der Abgaben gezwungeo,
das Oeld einnehmend mit einer Hand, der (TQchtigkeit in) Hieb und Sto3
ein Fannflienerbteil ist.«
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Schwarz: Histoire de l'Afriqtie et de I'Espagne par £, Fognao. 273
4S6, 4 ▼.u. »preodre note des expressions de choiz« YVi,15 «AJ
^Uiii Ix-deutt'i: -er notierte die seltenen (dialektischen) Wörter in den Ge-
dichten«, wie (las in den Handschi iftcii alter (iiMlichte zu sehen ist.
4*27,3 »ses anttccdents et la cliauce aidnnt« XVi, 18 -U— f jiy ^
Ü>> j^\y^Ji anttchdenta soll wolil J^y^ wiedeigeben, doch ist die Über^
tragung nicht gut. Den «adienden KrSJlen'des Olficlces« JU^ ^\y' stellen
die «eilig voranstQrmenden Iffitefate seines Loses« g^enQber.
427» 11 «{EUHakain) s'imaginsit rencootrer dans Ibn Aboü*Amir la
lilupart des conditions de race et de vUle d*origine reqtiises d*un fütur usur-
pateur, et trourait «j^ue cel origtnaire d'Algeairas avait lapaume
des mains jaune« tVi,20 j J * J>* ^ ö^J
•El Irakern sah bei seiner angd^enüichen Be>
seh&ftigung mit den Prophezeiungen in Muhammed ibn Abu *Ämir die meisten
Ztige (der Prophezeiungen), die neben Abstammung und Heimat genannt
waren, crfllUt. Er fand n&mlich (in den Prophezeiungen), daß
der Empdrer aus Algeciras kommen und gelbe Handfl&chen
haben wQrde. (Darum fragte er — um eine Bestatigtmg zu erlangen —
seine \'ertrauten : Seht ihr die gelbe Färbung an den Handflächen des Mu-
hammed ibn Abü'Anür?)*
427,21 >E1-Hakam savait aussi sous quelle in f! m fn c e se trntivait
le Ueu oü fut bäUe [plus tardj ü^z-Zihira« TV«, 2 w^j Jl^ Jki ^\ J\ ^
^^ yVi J> «Ebenso hatte al-^akam in den
Prophezeiungen den Ort gefunden, auf dem az«Zihira gebaut wurde«.
429, 7 »il y trouvait une laiige hospitality* VV*,21 ^j>\mm\ w «weiteste
gehende Hilfe«.
430, IS «des Slaves, qui, servant au palais, mais rignant en maitres«.
Das ist wohl saehlieh richtig, steht aber nicht Im Texte VV^, 18 <JUJ\
Äi^^l ^-^U Selbst wenn man die Verbindung j^J "^y*
im Sinne von ^j^f «jl^ annehmen wollte, würde ach nur ergeben: «die
an Stelle des Kalifates den Dienst im Schlosse verrichteten.« Die Stelle
bedeutet einfach: «Die Slawen, die den Dienst im Schlosse, dem Sitze des
Kalifates, versahen.«
432, 19 »ses amis Hachemites- entsprechend dem Texte TVA, 1
A^rhAl^li aber was sollen die Uiiimiden hierin Es handelt sich ja um
die Thronfolge innerhalb der Omajjaden- Familie. Nun ist bei IbnAdSri
Sfter z. B. A 21, ^ * 14, \\\,4 statt fSlschlich geschrieben,
wahneheinlich infolge der im Magribmischen lange festgehaltenen Gewohn-
heit, S ohne \ zu schreiben, wodurch und ^Ujk graphisch zusammen-
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274 Bibliographische Anzeigen.
fielen. Vieileicbt daif deshalb hier umgekehrt «LtL&ilt 4t\^\ gdesen werden:
«seine (tlr HiiSm (deo dMignierteo Thronfolger) eingenomnienen Bekanntca«.
432,24 Wes Rutres principaux oflBciers du ^onif« Qbersetat YVAt4
j\ ^Vi <»l^Vt a\ ß JU Daß j\ ^\ nieht ^9 au ^\ ji ist, «igt tVA,16
Ja ii*U». Hs sind also frcigehorene Bern fsmi Ii tare im Geisen-
satz /AI den &h Sklaven in die Truppe einf^ereiliten Leuten. Auch iolialtlich
ist es zu begreitV-u, daß dei' Großwe^ii' sich auf die Freigelas.srnen stüixu
da die Förderer des Prätendenten ab Eunuchen ihre Verbßndelen oatn»-
gemlß unter den Sklaven suchten.
433, 10 ail reconnut la n^cessiti de ce meurtre* tVA, 10
ist noch abhingig von jl Ju*: .(bevor er den Tod seines Bruders erflihre)
und iiiüi die Möglichkeit eines khigen Anschlages gegeben wäre.«
433,21 »C'est toi qtii es le pbis i]iialifie pour cette importantf
nffaire« YVA, 15 »jf^ ^y>'\ »du bist am ehesten beniien, die
Hauptarbeit dabei /u tun«.
436, ti »des chefs des gardes du corps et des gnerrier.-* «jui
dependaient d'eux* (uid 436, 13 «les gardes du corps nuu-eunuques*.
Nach der Übersetzung wird man sefawerlieh erwaiien, im Arabischen fast
dieselben Ausdrflcke an beiden Stellen zu finden. Es heißt T A • , 8 J j-*
liy>cii\j jLJUli .^j U/jLJ und TA>, 12 ^l^pcill jLJU)|. Referent
nimmt Anstoß daran, daß Z. 9 il im (iegensatz zu jUAt steht und Z. l'i
als liuiiii* r« iider Zusatz gebraucht wird. Es dürfte deshalb auch an der
ersten Steile die Konjunktion J zu streichen sein und die übersetsung Midi
dort »garde.s du corps nou-enntupies« /u lauten haben.
436, 17 »Ii nssiira \r lo^ciiicnt ri la i)t»lde ä ses nouvelles recrues«.
Es liaiideJl siih iiio Suhlaten des Sultans, die dem Kinllusse ihrer hohe
llofäuiter bekleidenden und gegen den Kalifen wirkenden Landsleute eat-
xogen werden sollen. Sold und Unterkunft werden sie also wohl sdioo
bisher gehabt haben; es heißt nun VA*, 15 *ttaJ\j Jl JV\ j «er
bevorzugte sie bei der Anweisung der Wohnuug und bei der Soldzahlung«.
438,17 >et d'avoir a l'eicclusion de tons autres, la direction de
la guen-e saintp-. tA>,23 Atli^l j jaJI ^uälj^. Das Wort '^\^\
wird aueh iiier als CJcmeindc der Muslimen aufgefaßt werden müssen. I)«nn
ergibt sich >uud die Leitung de.s Glaubenskampfes gegen die Ungiäubigeu
zum Schutze der rechtgläubigen Gemeiude*.
440,4 »s^etait evidemment montri im puissant k repousMr les atta*
ques des chr^tiens«.' T A T, 20 4>t »i-<^l ^1-^ J ülc ji, «es hatte sich
bei GSlih ein Nachlassen in der Bekiuipfuug der Ungläubigen gezeigt«.
Es fehlt nicht an der Macht, sondern au guten Willen, deshalb Ittrehtet
man, er wird offen zu den Feinden fibeigehen*
442,4. «II ^tait plus fort que Dja*f«r, qu*il ddpaanit de tonte aoa
habilet^« tAt,6 ^'x «itti, «dadurch hatte er, snv
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Schwabs: fllstoire de TAfrlque et de l'Espagne per E. Ftgnan. 275
Nachteile (^a'fars, Macht über die verschiedenen Arten klugen N'orgehens«,
d. h. Iiatte gegen ihn alle Trumpfe in der Hand.
442, 25. >II choisit ensuite pour lui succeder en qunlit^ de prefet«
VAt, IG wil^^sÄ-'l^. Referent möchte glauben, daß es sich nicht um den
Nachfolger, sundeiii den Stellvertreter bandelt, für Zeiten der Abweseiiluit
wie bei Feldzugen.
443, 12. -1! se dii ip a Vers TolMe- rAo,4 ij^ J-i-J
kann nur heißen: »er /.og in Tuledo ein am 1. Safai -.
444, 14 »ses enfants«, arabisch ^L-*ij •-'^J> »beuie U wider und .seine
Umgebung«.
445, 10 -un hemme juste marchant droit« 5 \a* \'KJ^j^ (d. i.
>und einen Kechtgeleiteten , der andere zum rechten Wege fuhrt«,
ents|irechcnd dem parallelen Ufi- ^^y.
448,8. >Mon ame n'cst plus <|ue la oü la met le gardien; se.s aspi-
rations restent a l'etat de d^irs et &i eile u'en a pas eile jouit du calme«
TAA, 7
»Der Seele Tummelplatz ist da, wo ihr der Mann die St<*lle weist; nur
wenn Begierde sie ergreift, verzehrt sie sich in Sehnsucht is^ousX kann sie
schnell vergessen».
448, 14. "All siijpt de sa moit en prison, voici ce ipi'il y a de rntaiii«
VAA.IO 4>i ^ 1-U> 4 — ^ ^ 4S>U ^ jl^J bedtult'l: »er {(lalar) war
sie Ii danlber klar, daß er bei dieser seiner Einkerkerung den Tud ündeu
werde«.
451, M "Siiivaient la voie tracee et une coutuuie excellente«
ojIc \^yi^* >o jr^ »isie iiialeriießen e.s (riäinlieli dieses Suli-
darititsbewußtseiu iles höheren Beanitenstandes) als Leheiismaxime und über-
trugen es auf ihre Nachkommen als ridunlicheii Iii auch«.
451, 13 Ȋ leur avis un taln (success eur) ne devait de la sorte
pas arriver au s<unmet« V^». ITi L^j - J-^^ V ^ ^j'jj»
• einer von den N ac Ii ^ et) I'd ri e t e n . den Subalternen, dnrfie, nach der
Überzeugung dieser BeamteDfamilien , nicht in eine leitende Stellung
vorrücken«.
452, t) »(a .son gri) l'übscurcit Oll l eclairn« T^\. 1 oL>^ i^» c^-^ *.
»er zerteilte die Schatten, die jenem l)e( kiui^ gewälulen uml znn ilm ans
offene Licht«, d.h. stellte seine geheimen Amtsvergehen vor der Ollent-
licbkeit fest.
453 , 3. «Ses eonsetUers daos toutea les affaires se mirent a f^v d'une
fa^oD incorrecte et a ne pas les traiter eonime il fallait« T^\, l.i^Ul^^
^ U*-J/^ »Jy^ ^ iS^ J\ -es iiiaehten
«ich die Ratgeber Uber Vorbereitungen wie Knd/iele seiner Maßregeln her
und urteilten, daß sie von d<*r riclittgen Linie abwichen« (weitere AusHihrung
18»
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2 TU Bibliographische Anzeigen.
der vorhergehenden Angabe, daß der neue ^igiU die ganze Gescli&ft^eLa-
rung änderte).
454, 9 »sans qu'aucun bruit se fit entendre de qu«'h|ue actp lilAinable«
T^Y, 13 »4> ly. J^J \> AUerdings ist -bmit- , jedoch das
Verbum nötigt zu der Lesung amJ, «nicht wallte auf in Andaluaica
eine Woge wegen einer unbeliebten Tat- , eine poetische Umadireibung ftür
eine Volkserhebung in der Haiiptetadt.
454, 15 »taut en les repouasant qu*en les attaquant« 16 1 j>-l3
i*»icj. IHc tjbersetzung ist vielleicht durch Freytag herbeigefÖhrt, der zu
iJtjfr 1,1 die Bedeutung -adhaesit, institit« gibt nach dem IjJbuüs. Die Be-
deutung ist jedoch unvoUstindig angf^eben, wie der Ta^ al-*artis
beweist. Di»^ W orte de^ Ivänuls *u»'J ^jt, beziehen si« Ii auf das vorauf-
gelieode Cj^fy^j^, '!\\si): ^auf ist ein Gewächs (liauai), 'ä/a heißt »sicli
l&ngere Zeit bei ihm (dem *auf genannten Baum) auflialten«. Darum ist an
der vorliegenden Stelle mit der gewohnlichen Bedeutung von «^Ic an Ober*
setzen: •seheudtend und umkreisend (wie Raubvögel ihre Beute)«.
454, 18 «sotts ses drapeaux nuurch^rent les limiers des tribus*. Bof*
fentlich schließt aus dieser Stelle kein Kulturhistoriker auf die Verwendung
%'on Kriegshunden in Mansürs Heere. Y^T, 17 J»Lill JL^OjIt ^^i*
Iiier ist -^^^ k('iiit*s(;ills riural 7.11 ^»^ju» .Ingdhund, sondern r.n X^\. also:
•die Vornehmsten der Beduinenstäninie marschierten imter seinen Fahnen«.
455, 16 »reclat d'un glaive qui lance la foudre« V ^T, 13 Wi^auJl^ *m\j
j^j, «herrlich gleich der Damaszener Klinge«.
4ö7, 19 «sur une pointe de la region s'avangant sur le grand üeuve
de Cordoue- t^», 1 Jl «;r ^ «-^ jK« Grenze des
Weichbildes und am Ufer des Stromes von Cordova, des Guadalquivir«.
458, 12 > permit aux moulins de s*etever dans la plaine« T5a, 10
W V^L» ^^\J, «er gab auf dem Gebiete der Stadt (innerhalb der
Mauern) den Betrieb von Mühlen frei«; wahrscheinlich von SchifismOhlen,
die neue Stadt lag ja ebenfalls am Strome^
458, 19 «la population acconnit a Tenvi pour s'y fixer et y prendre
ses quartiers. T^a, 14 \^\ >l J>i-ij Uk\:S\ Jj'ß j ^L;:>
an den S'-iieo
und der Hußercn Unifriediguug des Scbloßkomplexes lassen sich die gewöbo-
lichen Leute nieder.
4.j8, 27 »fit du khalifat im dessin qui s eJl'aee« 18 viUj j^j
(jU\^ J\ y^, «er machte es au einer verwitternden Spur« (Anspielung «uf
die verwehten Spuren einer Beduinenniederlassun^.
SenwAit: Hbtoire de TAIHqne et de l'EnfMigne par E. Fagnan. 277
458, 2 V. a. »(Cc, fiit) a ia port*' de ces lieux (juMl pla^a sa garde«
^Vo, 19 i^S'W 1^ "-^^J* '"«Hi er errichtete ain Tore dieser
Stadt die Heuptwadie seiner Polizeitnippe*. Von einem ^ ^wird des-
halb gesprochen, weil der w»-L* gewisse richterliche Funktionen
auszTiuhen iiat. Von der H»'dpiitving des Wortes «-'l» an der vm'iiegenden
Stell«* darf man auch auf T A l, 5 = 44*_' , 1 ziiruckschließen. Ancli dort
wird es sich nicht um das Tcir des Hofes, sondern um das Stadttor Jiaiuieln.
459, 20 »et surveillaient ostensihlement et secrt trmcut tous leiirs inou-
vements« 11 j ^cTp- j^l j' J- Die Akkusative w erden
besser auf das Objekt zu bc/M In n .sein, das ja als Nomen vicis verbale
Konstruktion haben kauu: •und ihre ofl'enen und geheimen Bewegungen
überwachten«.
460, 9 »pureti d'un air qui couvrait une surface (anparavant) pen
saine« t^l, 21 ^}J Ji-Alc.\. Der bildliche Ausdruck ist vom Weine
hergenommen, wie J*^l} und zeigen, deutsch etwa: »und in der
harmonischen Cestaltunp; eines Kümas» das in seiner Schönheit einem Wein
von lauterer Farbe gleicht«.
460,3 V. u. «maladroitement couvertes de leurs armtires« T^V, 5
j>U>til,. « ^\ j »ihr Gewand nachschleppend (wie es Stolze tun), festpeijaurert«.
4bl, 1. "C est la merveille de IVtiipire, et ceiui qui la voit ne cesse
de redire a ses audlteurs que c'est un ttunnant predige« T^V, 7
Da Referent als Plural zu nicht belegen Icann, mödite er die
Stelle lassen: »(Die GIrten bei az-^SÜiira sind) das Wunder des Reiches.
Wer sie siebt, spricht unabllssig, trotz früheren Hörensagens davon , einen
Koran vers vor Verwunderung« (weil er sie als ein Zauberwerk ansieht).
Vgl. t^'\,22 [ff ^ya.
461» 16 »On pent s'y reridre sans se soucier du bonheur, car le soleil
n*y est-il pas [toujotirs] dans le Belier?« T^V, 15
Jrt J^" Vi JuJ^ Ui>-U j:^^ iSJ^\ JU U
IMe tTbersetzung seist voraus Vi im zweiten Halbrers, das Metrum ver-
langt , also Vi« In der Anmerkung 2 sagt Herr Fagnani »11 y a ici
uo jeu de mots le mot hnnhfitr s'emplovant aussi en parlant des deux planstes
Jupiter et Venus.« Wir 1-5nneri aber Planeten trotz ihrer Kigenbewegung
in bleibende Bey.ieh\iii^eii xu einem Bilde des Zodiakus «resetzt werden!*
Ks kann sieh ntir um eine Fifjur des Fixslernhiinmels Ijandelii. Die -W.
genannten Figtu-eii liegen nun im Wassermann, Steinbock luid Pctjasns: am
wahrscheinlichsten ist Jj^«-J\ -W. gemeint, der auf dem Grenzgebiete
zwischen Steinl)ork und Wassermann Itei^. Die Sonne tritt in das Zeiehen
dps Steinbocks am 22. Üezember, in das des W^us^teriuanns am 21. Jaouar.
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278 Bibliograpliisdie Atizeigen.
Das Objekt von sieht Referent nicht in <A«ül, sondern io J»i» V I«
Dabei ergibt sich folgender Sinn: «Wer das Gebiet die-ser Stadl unter der
Herrschaft des Sa'd-(ies!irnes (d. Ii. im Winter) b^^wolint. den krimmM
es «licht, daß die .Sonne nicht im Zeichen des Widders steht« (d. b. der
braucht nicht auf das Ivoinmen des Frühlings r.u warten).
467, 4 >la regut comme un temoignage d'estime« T* 4 .^lÜ
4«>Af Jfi, «er erhob sich und nalim den Pokal stehend eotgi^en«.
407, S .au milieu de la nuit T» >, 7 J41I »3>>- » «iui letzten Driitd
der Nacht».
468,0 «le vent tres violent qui soiifllait et qu'ils avaic nt en
face leiir enievnit leiirs vt-teinents« T»N. 10 ^»^^^ • s— Ä-»lc p^j>^
^\ y\ ^'i^'-^J^^^J^^y licftiiicr Suirrn, der sie an!" den Boden
warf und ilinen die Kleider vom Leibe riß, wehte ihnen entgegen».
ist nicht übersetzt. Ks hat jedoch eine gewisse Bedeutung für ilie
Kr/ählung. Weil es sich um einen Nachkommen des Propheten handelt,
sieiit (1)1 Krrahler in dem !>e<;l(>itenften Elemcntarereignis ein Zeichen des
göltiiclien Zorns iiher den Mttrd.
408, 17 »le cheniin [que nous suivonsj est bien etroit» • > . 22 JUi»
t^öll , »der ^^'eg um herauszukommen ist eng« , d. h. die Möglichkeit de»
Entkommens ist beschrinkt.
470, 10. Herr Fagnan will das überlieferle 5LJÜ\ t'.t.2.3 in
ändern, gleichseitig aber die Nachricht auf den Feldzug nach S«e<
tiago de Compostella beziehen. Daß dieser nicht gemeint sein kann, ergibt
sich aus der BeinerUuiiL' . i!-Man^ür habe sich mit seinem .Sohne in Zara-
g(>7.a vereint. Auf dem Wege nach Santiago hat al-Maii>rir diese Stadl
niclit berührt. Die Textandcnins^ ist nicht notwendig, die dndtirch entste-
hende NaMieiisforn» ungewnlinlich. I)<i/.\s Deiitimii: ilt s ülietlieterten U"<>rt«*s
als ,I;i( a >cli< iat. dem RelVrentcii nach Namenslurm wie nft)grjij>h!scher La^f
eiiiwaiitUVei, — Die in .\nm. 2 gegebene Deutung der gha:ät el-bfydd als
»cainpugne du sacrifice de la vie« scheint sehr gewagt. Die Bexiehungsuf
das •Sterbehemd«, das al-Maa^ür bei sich führte, trifft auf alle seine Fdd-
sQge isu; sein letxter Feldzug nach Canaies, Medina Celi, f&llt erst vier Jahre
Sinter. Sollte es nicht nalier liegen, su Qbersetsen »WQstensug«, d. h. Zug
durch Kinoden, seien es natArliclie Des]M>b1ados oder durch VerwQshing
verödete Kulturgebiete.
475, 17, »Ainsi^lata la sottise de Zat'arxoün, de qui le mtnistre sc
detouma> ist recht unzweckmäßig Qbersetzt V«!, 12 jLT'U
<X ^4^^ ^j* jjjj^j bedeutet: »weil sNMansnr merkte. da0
Zatarztln (nicht aus Bosheit, sondern) aus Dummheit die verletzende Be-
rne rkimg gemacht Iiatte, ließ er es ihm ungestraft hingehen >.
476, 6 •l'autoritÄ exclusive de ce" ministre s'^tablit k un si baut dr^n
<]U*il n*y avait pss en de prcdccesseitr* gibt den Wortainn nicht wieder
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ScHWABz: Histoira de I'Afrii^ue et de I'Espa^ue par £. Fagnau. 279
r*^, 19 4 ^Ji^ V b jiU flSL^b, «seine BefeUBgewaltaelKte
sich durdi, 80 daß er allein schaltete fiber eine Herrschaft» in der er keinem
V4»rfabren gdblgt war«, d. h. er hatte diese Machtstellung niclit ererbt,
aoadem allwi durdi eigene Kraft erreieht.
476» 15 »et ce nomlire est tel que je ne pensepas qu'un autre prince
■nusulman puisse lui 6tre compart sous ce rapport« T* V, 3 l» A^li* \y>'|^
4j«^V\ ■J<s^\ l^j Das Promimen fn geht wirßclt
auf tJ* V^ll ^c-»ji (t'»'\,l. Z.) «und dies (daß er stets unliesiegt aus K.imnf
un«! Feldziit; hervorging) ist ein ihm eigenes Olikk, das, glaube ich, kein
zweiler muhainmedanischer Machthaber mit ihm teilt.«
476, 18 «et d'une application toujours soutenue« t** V, 5 ^f^S'
Wie der Bau der nachfolgenden Glieder ^y^t ^S^t werden auch
JLm-^ lind •Xj>- synonym sein, dcslialb -c»- Glöck, iiiclit -X»- -niiplication«
hier vorliegen, also »(die Gewalt seines ,&temes') und die Wirksamkeit
seines Ghlckes-.
476, 20 -(sa large liberalite) 11 etait a cet egnrd le prodige de son
epoque et ce fnt k l'aide de cette premiere base qii'il put s'appuyer sur
les buissons epineuic de la sonverainet^, sur eile que se d^ploya et flotta
r^ndard de la fortune. II fit tomber son collie El-MoQh'afi et souleva
contre lui les embücbes de sa baine secr^e«. V, 5 4*^\ diUj^ jl^«AS»
Die von Herrn F?i;>iinn angenommen*' Satxverbiiidung ist sein- hart,
noch stellt •]! fit tomber* ohne jede \'erbiodung. Inhaltlich erhebt sich der
Einwand, daß die Zweige des Arük keineswep:« um ihrer Dornen willen
gefürchtet werden, sondern als inauniglHch nützlich hohe Wertschätzung ge>
oiefien. Besser ist die Ableitung von i. Femer ist es geschichtlich un-
rielitig» daß die Freigebigkeit beim Sturze des frOheren Ministers al-Mui«^
bafi eine ausschlaggehencle Rolle g^pielt habe. Ich Ql>ersetze: >In der Frei-
gebigkeit war er ja ein wahres Wundw seiner Zeit — Das erstemal, daß
(d. i. Sobald als) er sich slülzte und lehnte auf den Thron der Herrschaft
und über ihm sich breitete und flatterte das Banner des fllürkes. stürrte
er seinen Gefährten al- Mu.shati und ließ liervoihreclien gc^eu ihn die im
Hinterhalt liegenden EmufijidunRen verborgeneu Hasses.
477,1 1 »il ri])Osta \n\v des atte»H <jui desesperereiit Ic iiiiseialile« t* ♦ V, 14
4*A\ Ic <jc»-',_^, »er antwortete ihm [auf sein Gedicht, in tleiii er (inade
erlleiite| durch Verse, die ihn entmutigten*. Deren Wortlaut folgt unmitteU
bar (Z. 15).
478, 6. »En consequence, El-ManQoijr commenga Tagrandissement de
eeUe-ci [sc. la grande mosiiuee de Cordoue] du c6te Est» 14 oü ce travail
etait possible par suite de lacontiguite de Taile occidentale du palais
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280 Bibllognphbehe Anseigfln.
du khalife.« luLsai-.hlich lag das Kalifcnsciiluß westlich der Moscltee.
Wdl die westUche Seite der Mosehee dem Sstfiehen Teile des RiliCen-
schlosses nahe stand, mußte der Anbau auf der entgegengesetiten, (Istliefaca
Seite der Moschee erfolgen. Der arabische Text läßt darQber keinen Zwdfd
A, 3 wiU-^ JL-u'V Sjtjll wA»- O >b J j yA\ ^/i
Ä»y»B}\ tjj^^* also: «al-Mansür nahm die Erweiterung auf (Ii i Ost-
Seite vor, wo dies allein möglich war, da die Westseite an einen Teil des
Palastgebäudes stieß«.
478, 10. »Le premier accroisscuieut qu'il Ini i^nnria porta siu ti»
nefs qui s't-ttüiJaient d'un hotit a l'autre de la musipite dans It- sens (it- la
longueur." Diese Ubersetzuiip; legt den Schluß nahe, daß al -Matisür noch
eine zu eitt» Erweiterung der Mosclu-e von Cordoxa vorgcnoaunen habe: die;*
ist aber nicht xulrt^ffend. I>er lext lautet t*A, 4 «A> i/'W {j\ (j\ l^— *
Die Moschee, wie sie al-Mansür vorfand, bestand ans d«r ursprfing-
liehen Anlsge und zwei in desrea voller Breite nach Süden vorgeschobenen
Anbauten. Mansür erweitert diesen Komplex durcli einen Anl>au nacli 0>trn,
der aber mit einem Male in der vollen Länge des Gesamtbaues durchgpfuhrt
wird. Es muß also uberset/.t werden: »al-ManMlr h'gte von .\nfang an fur
diese Enveitenmn eine solche riroße der Schiffe zugrunde, daß sie die
volle L5np;e der Moschee erreichten.«
47.S, 2J. "Dans hi cour il fit creuser le grand puits, qui est aussi
large que le p^rimctre d'approche- A, 10 «j-vi ^(JäJi
•jU^l^i. Um «au •creuser« wird es sich wohl kaum gehanddt haben,
sondern um die Vergr5ßerung einer durch Wasserleitung von der Sieira
de Cordova gespeisten Brunnenanlage (vgl.* 8.396 = Y»^ , 6): »er le|^
im Hofe der Moschee einen Brunnen an in großen Maßen (oder kostbanr
Ausiuhnmg?) und mit weitem Bassin«.
480, 18 >en y dcpensant des sorames des plus elev^es«. t*V2ö
^y» jj^tf'i I4) ^>^Jt "und er uoterzog sich dafür großen Anstrenguiigen«.
im Sinne von «KosteD« wird, soweit Referent sehen kann, nur voo
Kosten f&r jemandes Lebensunterhalt gebnucht.
487, 2 «roais si cet homme avait &it autre chose que coneevotr de
bonnes intentions puis avouer« f \ t, 13_;1 _/ Vij ji^;~*»V^ cJ^ Vjl>
Für j\ j~o\ vermutet der Herr Übersetzer noch -empocher«. Die in den
Wörterliucbern angegebenen Bedeutungen reichen zur Erklärung der Stelle
aus, allerdings nicht die obenaogef&hrte «concevoir de boones intentioas«.
Es ist näudich zu j\ »gestehen- Gegensatz im Sinne von .hartiilckig
sein«: »und hätte er nicht Hartnackigkeit und Geständnis verbunden« , d. h.
hätte er nicht erst nach langem Verharren im Verschweigen des Fundes
das Geständnis abgelegt, »(so würde sein Lohn übergroß sein)«.
ScHWABz: Ubtoire de I'Afriquo et de I'Espagae par £. Fagnan.
281
487, Note 2 xu den Worten «sur les matiems on les indications astro-
oes deux expressions techniques m'est inconnue«. Referent bexwetlelt, daß
eigentliche KunstausdrQelce vorliegen. Er mSckte die Worte fassen wört-
lich als 1. Bestimmungen der Sterne und 2. Hinweise darauf, d. h. 1. die
nach der Lehre der Astrologen von den Sternen auf die Geschicke der
Menschfn geübten Wifkiingen; 2. die unter dieser Voratissetzunj; Hir den
Sternkundif^en aus bestimmten Konstellationen sich ergebetidcn Fintr^Trci':^!',
im Deutschen etwa: ■über die Einwirkungen und Vorbedeutungen der Ue*
stime>.
491, 12 «qni est sittiee en Galice- t\"\, 17 <-«Jlp »im äußersten
Gebiet von Galicia gelegeu«.
4y;i, 1 »Corps de troupes qui furent largement ap])rovisionn^s et
entrerent en pays ennemi* TSV, 19 j-^Ji ^J^J\ <JL« ^jJ^Ji \y^yi^
• da faßten die Truppen rpichlicb Proviant, der bis zum Einmarsch in das
feinflliche Gebiet reichte " , also für dio Streck e vom Dnero bis etwa zur
Überschreitung des Mintin Diese Strecke geiiürte z«nn 'n biete der in Vizeu
eingetruifenen christHcheo Grafen und mußte, als Freundes Land, von Requi«
sitionen frei bleiben.
498t 4. AI s'humilia pour 8*6tre, par sa nigligencey attirfe des reproches«
YT>,4 o -Aff-Vt (3 ^1 F'j^> Herrn Fagnans Ühersetxung setzt
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282
BU>Ii<igr»pliiMh0 Ansfl^an.
Publications dc PKcolc des Lettr^s VAlger. Bulletin de Cor-
respondance Africaiue. Tome XXIX. — L*etablissement des
Dynasties des riierifs au Maroc »»f Iptir rivalit^ avec les Tnrcs
tie la Regence d\\lf;er (1501)— Ih.iO) j):ir Auguste Cour, ancien
professeur d'arabf. au college de Medea repetileur au lycee
d'Alger. Paris, fclrnest Leroux 1904.
Besprochen von Paul Schwarz.
Uas Verstiindnis der marokkimischea ZustKnde wird dem Earopicr nicht
leicht Es ist ein im kleinen wie im großen sehr verwickeltes Stssls-
gebilde, das in nSchster Nälie Europas sich in die Gegenwart gerettet hst
Die Eigenart des Staates aLs Gebiet eines nioliainnied.mischeD Herrschen
erklärt nur einen Teil der Besonderheiten: es ist in Marokko fast alles anders
als im mohatniupdani?!rhen Osten. Auch die geographische Betrachtungsweise
kann nur einen IVil (Um- Schwierigkeiten hiiseitigen. Größeren Nutren bringt
die Berficksic htigung der etlitiolngischen Kigenari. Freilich ist die B^^vü!-
keruiig deü heutigen M.irokko kein einheitliches Volksgan/.os. l'hüiii/irr.
Römer, Vandalen, Byzaniiuer waren vor den Arabern ins Land gekommen.
Der anibisdien Besetzung war ein staricer Nachschub im swölfteo cbrist-
lichen Jahrhundert gefolgt. In den Heeren der Sultane hatten Scharen von
Persern und Kurden» sp&ter TOrken und Negern, gedient Zahhwiche
ropier waren von den Korsaren als Gefangene eingebracht worden, als
Ren^ateo waren sie zu einem großen Teile im Lande geblieben. Weiter
hatte das Vordringen der Christen in Spanien eine Hassenauswandening
islainisierter Iberer nach Marokko veranlaßt. Endlich waren die ai» Europa
vertn>l)encn Juden ins Land gekommen und hatten, soweit sie rtun Islsm
übertraten , auch Aufnahme in die Volksgemeinschaft erlangt. Allen diesen
Beimischungen zum Trotz hat jedoch das ursprüngliche Bevulkerungselemeot,
die »barbari« der Alten, seine Kraft behauptet. Man hat daraufhingewiesen,
daß die sonst überall als Träger der Kultur bewährten romischen Legtuneo
in der Mauretania Tingitana versagten und au Berbern wurden. Auch ihrea
Nachfolgern g^enaber sind die Berbern das in Wahrheit Ausschlag gebende
Element geblieben. Die Erkenntnis der Eigenart der Berbern ist somit eine
wichtige Grundlsge lilr das VerstSndnis marokkanischer Zustiade, Voile
Einsicht kann jedoch nur eine genaue Kenntnis der geschichtlichen Entwick-
lung des Landes geben. Es genügt nicht die Kenntnis der einzelnen KräAe,
die in die Kntuieklung eingegriffen haben; wichtiger ist die Zeit und Art
ihrer Einwirkung. Ntir so ist es möglich, das Gewordene zu verstehen,
fiir daa Werdeode wahrscluünliche Vermutungen zu gewinnen.
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I
8atw4«»: Conr, £tabUa«einent de« Cberif« «a Maioe. 283
Die BetrftcbtiiDg der Gesehiohte Marokkos begnügt «eh meiak mit der
Regierungweit der jetsi hernchenden Dynastie, der Seherifen von Tafilelt
Allerdings ist deren Eintritt in d^e Geschichte des Landes ein wichtige«
Ereignis, aiicli erechweren die voranfgehendfni Wirren die Orientierung sehr,
aber viele Faden bleiben dann ohne Anknii? f inu , wichtige Erscheinungen
entziehen sich dein Verständnis. 80 muß die (Jeschichtsbetrachtung auf
den Anfang des lÜ. Jahrhunderts zuriicki^reifen. Die Quellen für diesen
Ze^itraiun sind zaldreich, Marokkaner liahen die Profangeschiclite ihres Landes
mehrfach behandelt. I)a7.u koiinnen nb vv ichtige Ergänzung die Biographien
hervorragender Gelelu ten und — für Marokko charakteristisch — Heiligen-
leben« Dieses lunfangrtiehe, tarn Teil recht spröde Material ist Jedoch lücken-
haft» stdlenweise auch onauTerlissig* Behauptet doch aogar einer dieser
Schrillstdler» der lange Zeit hohe Staatsiinter bekleidete, die Engländer
h&tten im Jahre 1668 den Portugiesen Tanger abgenommen, «weil diese au
sebwacli waren, sich gegen sie au behaupten«, obwohl Tanger als Heirats-
gat der Katharina von Rrn;»an7,a an Kari II. von England fiel. So mnß zur
Vervollständigung und Prüfung der marokkanischen Berichte das reiche, in
portugiesischen, spanischen, englischen und ftir die spatere Zeit auch fran-
zosischen Quellen entiialtene Material herangezogen werden. Dai-nni wird
jeder selbständige Schritt auf diesem Boden zu einer uiühevolleD Arbeit,
.ledoch dem emsigen Forscher gestalten sich dann mich die dürren Daten
der Chroniken und Urkundeji zu einem intimen und, wie es hier der Ge-
genslAod mit sich bringt, politiseh anfierordeDtUcb wertvollen OesamfUlde.
Hot A. Conr bat es unternommen, ein nemlidi umfangreiches Gebiet
aus der neueren Geschichte Marokkos au behandeht, die Besiekungen swisehen
Marokko tmd seinem östlichen Orenanachbar bis sum Jahre 1830. Die Auf-
gabe erweiterte sich dem Verfasser unter der Hand zu einer kleinen Ge-
schichte der Scherifen in Mai'okko und der türkischen Herrschaft in Al^er.
Von den schwierigen Vorarbeiten gibt dem Fernstehenden nur die Vorretle
mit ihren nenn enggedruckte Seilen umfassenden Literaturnachweisen eine
N'nrstellnn^. Das VVei-k selbst ist llfissit; und fesselnd gesclu iehen , aller-
diiifjs kein Hilfsmittel fur die erste EinlTihnniL: in die Geschichte Mnrjikkos,
wohl aber eine interessante «ntl anregende Lektfire, sobuUl die geüchicht-
lichen Grundlagen bekannt sind. Au/.uerkennen ist vor allem die innere
Durchdringung des Stoffes. Der Verfasser bleibt nicht an den liißeren Er-
eignissen ludten, er ^Iit den Dingen auf den Grand, sucht die Ersehet'
Olingen, soweit die Urkunden es aulassen, in innere Verbindung au bringen
und die in Wahrheit tr^enden Kr&Ae der Entwicklung bei der Arbeit an
xeigen. Es ist x. B. seit langer Zeit iiblich, die Scliladit bei l^sar el - keblr,
in der drei Herrscher kämpften und fielen, unter ilineii der tapfere Dom
8el»asti;ln von Portugal, als einen Wendepunkt in der Geschichte Nord-
afrikas zu bezeichnen. Die ältere Oeschichtshetrnchtung liebte es jn, äußer-
lich eindrucksvolle Ij-eit^nisse in den X'onlergrund zn stellen. Herr Cour
weist nnrii. dnß <lie wenig beachtete Änderung in der V erwaltung Algers,
die Ersetzung der Beglerbcg durch die Pascha eine viel nachhaltigere Wir-
kung fibt. Immer wieder hebt der Verfasser die Bedeutung der religiösen
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264
Bibliographisdie Aaseigeo.
Orrien fiir dit^ innere, al)cr atich die äußere üescinchte Nordafi ikas ht-rvor.
Kin wirkliches Verständnis der Vergangenheit in ] G^enwart Marokkos
ist ohne Rucksicht auf sie ja unuiüglich x.u gewußten.
Es kann nicht Aufgabe dieser Anzeige sein, erschöpfend den Inhalt
des Budies wiedernigebcD. Der Verlasser ttfit ja auch die groBen ZQge
der Entwicklung am Schinne nochmals in gedrängter Darsldlung herror-
treten. Nur auf einige Punkte aus der Gescliichte der Beaiehungen euro-
pftischer Miehte »i Harokko soll im folgenden hingewiesen werden. Von
Deutschland ist zweimal die Rede. Deutsche Kaufleute ermöglichen , neben
englischen» der ersten europäischen Macht, die in ^Tai-okko Besitzungen
zu erwerben sticht, die Vorbereitung den Eroberiingsplanes. Joäo III. TOO
Portugal zog sie vor der Unternclnnung gegen Ceuta 1415 zu Rate.
Als im Jahre 1878 vom Sultan von Marokko eine Gesandtschaft an
Kaiser Wilhrlm 1. gelangte, haben wohl wenige daran gedacht, daß schon
einmal ein niarükkaimcher Fürst in Verbindung mit einem deutschen Kaiser
getreten war, ihn sogar selbst aufgesucht hatte. Bu ijassün, in ilteren
Schrillen Buazon, der Ohdm des letzten Fflisten aus Afm Hauae der Heri*
niden A^med, b^b sidi au Karl V. nach Augsburg, als der Scherif Mo-
hammed d-Mehdl ün Jahre 1549 die Herrschaft der Meriniden gestttrat
hatte. Veilchens hatte der Marokkaner bei Eari V. Neffen Maximilian, der
damals Spanien verwaltete, Unterstützung gesucht, daruqfi wandte er sich
an den Kaiser selbst. Er soll einige Zeit an dessen Kriegszugen teilge*
nommen haben, auch als tapferer Krieger erprobt worden sein. Unter-
stützung seiner Pinne fand er nicht. Er ging mit Karl V. Sohn Philipp
nach Spanien /nrück, begab sich von hier 1553 heimlich nach Portugal,
wurde dort /.war unterstutzt, gelangte aber erst mit Hilfe der Türken für
kurze Zeit in den Besitz von Fes.
Andere Stsaten Europas sind bei weitem stirker an den marokka«
niscben Hftnddn beteiligt, doch sind es nicht dnrchw^ Ruhmestaten, deren
Andenken auf die Nachwelt gekommen ist Von engUscben Kaafleuten
war schon die Bede, ebenso von dem Besitste von Tanger. Daß die eng-
lische Begicrung im Jahre 1685 beMhlofi» diesen Besita au&ogeben, nadi
Sprengung der Mole, ist fur das England der Gegenwart wolil ein unbe-
greiflicher Schritt. Die Beziehungen Englands zu Marokko h5ren damit
nicht auf Ilaiijjtsächlicli handelt es sich mii WafTenlleferungen. Diese waren
schon in früherer Zeit crfolü?. Schon um 1540 hatt^^ der Schprif Moham-
med die reichen Erträge des Sfm an Rohrzncker gegen W allrdiK ferungen
englischer Kaufleute ausgetauscht. Wenn damit auch die Kru gführuftg
gegen Marokko den anderen europäischen Mächten außerordentlich erschwert
worden wsr, so hatte doch wenigstens ein einwandfrdes Tauschobjekt da-
bei vorgelegen. In späterer Zeit eriiandelte jedoch Engend in Ssle daa,
was die Korsaren auf dem Maikte in Alger unter den Angea des fi«iiai5>
sischen Konsulates nicht mehr feilbieten durften. So vid lag den eng^*
sehen Kaufleuten an der Erhaltung des Handels in Sale, daß sie wtoder^
iiolt als Friedensvermittlo' auftraten , so im Jahre 1637 gegen den zu großer
Macht gelangten Bandenflihrer el-Ä\ji8chi, aber auch apiter wieder, au An-
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SeawARz: Cour, IStabfiiMineat dm CMnit» m Maroe.
285
fari;4 dfs IS. .laluliutiderts, sis die Ktu-sarea von Sale niid Alger miteinander
zerfallen waren. Allerdintrs lintten sie eine Zeitlarij»: den alccrischen Kor-
saren in Tetuan den Ertrag ihrer Raubfahrten abgekauft. Keicheren \ ur-
teil brachte jedoch das einmütige Vorgehen der Leute von Sale und Alger,
dä dann ein Weduel der Flagge auf offener See mSglieh war und damit
die Zahl der Opfer waeha.
Spaniens Gesdiichte iat mit der Marokkos aufi engste TerknQpft, des-
halb wird es hier oft erwihnt. Auf zwei für die Beurteflung der Entwick«
lang Spaniens sehr wichtige Firagen geht der Verfasser kurz ein. Er hebt
hervor» daß die Mohammedaner aus freien Stucken um ihres Glaubens willen
auswanderten, als der Fürst von Granada die Souveränität des katholischen
Könip;spaarcs anerkannte, und daß die, welche sich nach Marokko begaben,
bald bereuten. Spanien verlassen zu haben, da man sie widerwillig aufnahm,
ihnen mit Mißgunst l)egegnete, oder gar ihren Hcsitz raubte. Fjbenso er-
weist er Spaniens Verhalten gegen die Moriskos als eine politische Not-
wendigkeit, da diese einen Au&tand planten, WafTenniedeiiagen unterhielten
und in Vwbindung mit den oordafrikanischeo Gegnern S])aniens standen.
Der Aiifttaod in den Alpi^anras wurde hauptiAehUch von Alger aus uoter-
stOtxt. Nur der Si^ von Lepanto , den Juan d'Austria über die tQrkische
Flotte errang, hinderte den Pascha von Alger sieh selbst an die Spitxe der
Bewegung zu stellen.
Die ursprüngliche Gegnerschaft zwischen Marokko und Spanien mildert
sich etwa seit dem Aufkommen der Scherifen. Sogar Philipp II. siiehte das
Kinvernebmen mit Marokko zu erhalten, ebenso wie er «jicli seit 1571 be-
mühte, freundliehe Heziehmigen zur Türkei zu gewinnen. Die einst von
der Kii'chc vcrboteueu Bündnisse mit Mohamuiedanern waren in dieser Zeit
ein wichtiges Uilfsmittel der em'opäischen Politik gewordpji. Der Wett-
bewerb mit Frankreich trieb dazu. Freilich war dieses nicht aus dem Sattd
zu heben. Wie es im Jahre 1553 die Entsendung einer tQrfcisdien Flotte
zur Plünderung von Mi^orka und Andalusien veranlaßt hatte« so wufite es
auch den Abschluß eines Vertrages zwischen Philipp II. und Morid III. nadi
1 574 zu verhindern. Sogar dem Verbündeten Spaniens schadete Frankreichs
Eifersucht, da dieses Mnrid HI. zum Kampfe gegen Xbdelmalik von Ma>
rokko bestimmte.
Portugals Stellung in Marokko beschränkte sieh nach der gewohn-
lichen Annahme auf die Besetzung der wichtigsten Küstenplätze. Das eut-
spriciii jedoch nicht dem wirklichen Sachverbalt. Der Verfasser betont den
großen Unterschied /.wischen dem Vorgehen Spaniens und Portugals. Spa-
nien hielt die Küste besetzt und unternahm von dort aus Kriegszüge; Por-
tugal suchte ein Kolnnialrdeh zu gründen» die Eingeborenen unter größter
Sebonung ihrer Besonderheiten durch Eingeborene zu regieren. So unter-
stützte es im Gebiete von Maza^ den Berber Jaljja ibn Ta'fSfk, im Oe-
l^ete der Dukidda Mlmün. Die Erfolge dieses Verfahrens waren offenkundig.
Die Portugiesen drangen mit ihren Verbündeten bis in die Gegend von
MsrrSkeseb vor. Da läiimte die Geistlichkeit das weitere Fortschreiten
des portugiesischen Einihtsses. Joio III. sab sich gezwungen , die Erlaubnis
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286
Hibliograpliisclifi Anzeigen.
des Pnpstes nRchzusiicheo filr die Lieferung voa Waffen ma dea »Uaglia*
Ingen« Ja Ii ja ihn TaTüfa.
Mit he.soii(lf!r»uii Interesse verweilt der \'erlasser bei di'n Beziehungen
seines N'aterlaiule« zu Mnrokko. Sclion um das Jahr 1560 stfht Frank-
reich iui Begriff*, Landbesitz io Marokko erwerben. Antoii von Buiirbon
sollte den Sultan el'üälib mit 10 000 Mu-sketiereo und mit Kriegssclüffen
JunteraKUzen im Kampfe g^en die TQrIceD. Dafür wollte el-ÖSUb dea
Hafen von l^ftr es-seglr («wischen Tanger und Ceuto) an Franicreidi ab
Eigeotiim überlassen* Pliilipps IL Wadisamkelt Terhioderte die AusflUbrnng
dieses Planes. Unter Ludwig XIV* bringt eine Gesandtschaft von Raufleuten
ans Marseille eine Verbindung xwiachen Mulei ar-Raschld und Franlcreich
zustande. Wichtig ist die Anerltennun;^ des Marokkaners durch eine eui-o-
päische Macht. Der Verfasser weist mit Recht darauf hin, daß dadurch
aus einem Bandenft'ihrer ein SonverSn wtirde. Marseille hatte zunächst mit
einem Gej^ner ar- Haschiil.s Be/.ielninf^ei» iinterlial'eit Gailau al-yidr, der
das Gebiet von Ar/.ila bis Tetiiari beherrschte, stand mit zwei Marseiller
Banken in Verbindung. Ganz enge Beziehungen zu Frankreich sucht ein
Bruder des Mulei ar^Rasciiid zu kuQpfen. Shakespeare läßt im Kaufmson
▼on Venedig neben dem 'Btintm von Arngonien dnen Primen von Marokko
um Porxias Hand werben. Etwa ein Jahrhundert sjtSler bemOht sieb der
Sultan voif Marolclio, Isral*n, eine der frsnxfisischen Rönigslaniille nt be-
stehende Dame, die Prinzeß Conti, au gewinnen. Die Venichiedenheit dea
Glaubens bildete jedoch ein nicht zu beseitigendes Hindernis. Von neuem
wirbt um Frankreichs Gunst Ismi'ils Enkel Mohammed. Der Verfa.sser bebt
hervor, daß der tiefste Beweggrund fßr den marokkanischen Herrscher der
Wunscli war, sich dem türkischen Sultan gleichgestellt zu sehen. Frank-
reich unterhielt mit diesem ja ein Bündnis, schloß jetzt auch mit Marokk o
einen X'erlrag und war bereit, lieideu Herrschern gleiche Khren zuzn^esteht ii.
Da jedoch der türkische Sultan den Anspruch, Souverän aller Moliauiaie-
daoer zu sein, niclit aufgeben mochte, so war der Verkdir awisclien dm
Herrscher von Marokko und dem türkischen Sultan nidit frei von Umi-
trlglicbkeiten* Die guten Bexiehungen FVankreichs au Marokko hatten
sobließtieh lingeren Bestand als die aur Türkei. WIhrend der RevoluUosi-
kri^e bewahrte Marokko, als die TOrkd und Alger feindlidi gc^eo Frank-
rdch standen, eine wohlwollende Ilnltimg und veranlaßte sogar den Psscks
von Tripolis, zugimsten Frankreichs Neutralität zu beobachten. Auch im
griechisclien Freilieitskampfe nahm Mnrokko auf Frankreich Rficksirht. So-
bald Frankreich fiir die Griechen Partei erirrifien hatte, verhinderte Ma-
rokko, daß aus seinem Gebiete freiu ilh"i;e tilaiiben.skäinpfer die Mnclit der
Türken vejstärkten. Stj liHeb es aneh bei dem letzten Ganjje, der die jetzige
sciiwierige Lage Marokkos vorbereitet hat. Als Frankreich den I)ey voo
Alger OberBel und sein Land in Besita nahm, griff Marokko nidit eia,
sondttn beobachtete strenge Neutralitlt.
Für das Verstftndnis des heutigen Marokko ist manche intercssuitc
Einadhdt dem Buche tu entnehmen. So wird wiederlioU auf die Voi^e-
sebicliie der Scherifen von Wessän lungewiesen. Diese nach der landlla*
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ScBWAsz: Conr, ^bRneimiit d«8 Ch^fii an ManM. 287
figen Art als -niarokknrusche Pajistc« zu Ix'/cirhnpn , ist Hn zirnilich sicheres
Mittel, da.s historische X'erständnis ihrer Stellnnf^ 7.u veriiinflcrn. Sie fuhren
ebenso wie die regierende Familie, die Scherifea von Tafileli. ihren Stamm-
baum auf den Stifter der iiiolminmedanischen Religion 7un~iek, gehören aber
einem anderen, schon länger im Lande weilenden Zweige an, dessen Hauptlinie
gegen 1030 endgGltig der Regierungsgewalt beruibt wird. Erst dadurdi,
da6 Mttld IsndKll dnan dieser FamiUe eDtatammenden und in W«esSn an-
aissigen Marabot die Verwaltung des sugehSrigeo Gebietes ttbertrlgt» er>
tätigen sie eine gewisse UnabliSngigkeiL Eigendich entsprach es nicht der
Gewohnheit der Scherifen von Tafilelt, iigendwie Marabuts zu begilnstigen.
Jedoch flatten sie das Bestreben, sich mit den iibrigen Scherifenfainilien auf
freundliehen Fuß zu stellen. So galt die AusaedchnuDg nicht dem Marabut»
aondern dem \'er\vandten.
Ebenso ist nu( die wichtigste Ursache fur den X'erfnll der Wissen-
schaften in Marokko tleutlieh iiingewiesen. Mit nllgeineinen Redensarten
vom \ erfüll des Islams ist diese Erscheinung nicht abgetan. Die Uöhe des
Ostens hat die Wissenschaft des Westens in den eigentlich arabischen Dis-
ziplinw wohl nie erreidit» aber unter den spanisehen Umaijaden iwtle sieh
▼leles gebessert, und ein groder Teil der spanischen Qelelirten wandte sich
bei der Auswanderung nach Marokko. Wesentlichen Eänflufi Qbten die reli-
giösen Brilderschaften. Ihre starke Entwicklung unler den Voi^^ngem der
Scherifen von Tnfilelt vollzog sich auf Kosten der wissenschaftlichen Be-
strebungen. Die Universittt wurde leer, w&hrend die Ordeoshftuser sich
ftkllten.
Oft liort man Klage daniber, daß der Sös, der volkswirt<?chaftlich
wichtigste L??ndstrich Marokkos, der in früheren .InbrJiiinderten dem Welt-
handel offen >tand, in nenerer Zeit dieseui verseil losseu ist, und zwar an-
geblich auf \'eranlassung des regierenden Hauses. Tatsachlich ist der Um-
schwung aus anderen Gründen zu erklären. Während der Kämpfe zwischen
den Mertniden und den Sa*diteD erslarkten die Ifarabuts in dieser Land-
ackait auflerordentKcb. Als die Sa*diten «um vollen Besitz der Herrschaft
gdangt waren, sahen sie sich einer grofien Anzahl kleberer, in ihrem Kreise
festgewurzelten geistlichen Landesherren gegenüber, die mit Schonung be-
handelt sein wollten und deren Fanatismus insbesondere große Rtlcksicht-
nahme erfoixlerte. Zum Überflüsse verpflanzte Mulei Ismi^i noch eine größere
Anrabl von Rifloten, diesen gKlIienden riiristcnhassern, nachdem Sus, wahr^
scbeinlich um den Norden etwas von ihnen /ii entlasten.
Von der Zei-störiing der Mole von Tan^j;er dtn-eh die Engländer war
schon die Rede. Noch einen anderen Hafen Nordniurokkos hat eine euro-
päische J^acht geschädigt, den von Tetuan. Auf Befehl Philipps IL erschien
Don Alvar de Bazan 1665 mit einer Flotte vor dem Ued Martil und ver-
senkte swei mit Steinen beladene Fregatten. Bei den starken Qeschielien,
welche die marokkanischen Flflsse führen, mußte dadurch die Versandung
beschleunigt werden. •
Sehr lange erhilt sich in der Kriegf&hrung Marokkos die Verwen-
dung der alten Schleudeimaschinen fttr den Angriff gqjeu feste StSdte. Noch
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288 Bibliographische Anzeigen.
ioi Jahre 1728 werden sie zum Schleudern von Steinen gebraucht. Um so
wunderbarer ist es, dort einer sehr neuzeitlich anmutenden FenerwafTe im
Jahre löTB zu begegnen, handelt sich um eine Kanone mit zehn Miin-
duugeo. Jedocli sohf^int rs nur ein kostliares Prunkstück gewesen zu sein.
Der Sa'dit Abdeimaiik sciienkte es den Türken, die ihn nach Fes gebracht
b&tten.
Kulturgesehichtlieh interenuuit ist nooh eine Episode aus dem Jahre
1473. Wdbltdie Heerf&hrer sind sdion In E^uvpa «elten. Die grofie Be-
«diribaikuiig, die ätr lahun den Friiien auferlegt» Ufit unter Mobamae-
danent dae aMxt Eneh^ung noeh viel weniger erwarten. AOerdings
leben die Frauen bei den Berbern in grofier Selbatandigkdt schon seit alter
Zeit, wie ja die erste Auflehnung gegen die Heri^aehaft der Araber am Ende
des 7. Jahrhunderts durch die Friesterin vom Auras -Gebirge geleitet wurde.
Immerhin ist es wunderbar, wenn im 15. Jahrhundert noch der Merinide
Mohammed die Leitung der von ihm begonnenen Beingerung vüu Fes ruhig
der Kneigie seiner Schwester Zuhra anvertrauen kann, um selbst gegen
die Portugiesen zu ziehen, und wenn er bei der Rückkehr die i^lagerung
in gutem Fortschritt begriffen findet.
ZQinui Darateilong d«r Gewbiehte des regierenden Hauses erfihrt
durch das ▼orliqi^de Budi manche EiglUiaung und Erliuterung. So er-
wBhnt Z\}im nicht den Grund* der Muld er- Raschid veranhiflt, die ZEwya
der Dili'iten wieder au veriassen. Bei den mlchtigen Febden seines Emden
hätte er gf^en diesen wohl den besten Schutz erwarten d&rfen. Nach Cour
verlangten die Dilä'iten jedoch das Versprechen von ihm, niemals etwss
gegen die Zäwija und ihre Bewohner «1 unternehmen. Das aoU ihn von
neuem zur Flucht getrieben haben.
.\uch das nach Zijänl uuerkläi li clir \ {ir:;('hrMi des Mulei er-Uaschid
gegen Ihn Mesch al wird begriTndet. i)aiiach iiandelte es sich um einen
reichen Mann jüdischer Abkunfl, der in der Nähe von Taxa ein Schloß
bewohnte und durch sein prunkvolles Auftreten den jungen Scherif verletzte.
Zuweilen gibt es kldne EttthQllungen. Zijani mihlt von einem Zuge
Mttlei Ismi^ls gegen die TOrken nur: »Als er nach Udschda gekommen
war, schloß er Frieden mit den TOrken.« Cour seigt, daß Hulei IsoaTil
in Udscbda erf&lirt, daß der Pascha von Alger schon in Tlemsen steht.
Er kehrt deshalb sofort um, wird verfolgt, gescUagen, verliert l&nftausead
Mann und muß deshalb um Frieden bitten.
Auch eine äußere Besclildigung von 2Sj5nis Texte lißt aich durch
das Buch nachweisen. N^,3 heißt es^^^,^j{J ^^^j fJ^J^i^jj^ipW^ß
(^jj ^jCtfi, i^]' Timm Text gibt die frsasMsdie
Übersetzung (25, 6) so wieder: »Le lendem&in Isrnwl, qui venait d*apj»^dre
par un courrim* la mort d*Etkhidhr Gheilftn, fit aon entrie dans Fex.« Text
und Übersetzung decken sieh in keiner Weise. Aus der Darstellnng bei
Cour ergibt sich , daß vor ^) Wörter ausgefallen sind, etwa Ji^^^^^iÖ
^^^Ji^I^mJ **>3n n&cbsten Morgen erhielten die Einwobner der Stadt
üigiiizea by GoOglc
Schwabs: Conr, EtaUIaMment des CKirift au Miroc. 289
Fes Botsduift von «l-HWr >bD GaiiSn. [Da wandte sich Ism&'il gegen diesen,
bekSmpfte ihn], bis er ihn getötet hatte, dann begab er sich wiederum
nadi Fes«*
Zun S<Mu8se mflgen noch einige Versehen Erw&linung 6nden. Fflr
die Wiedergabe arabisclier Worter in Bücheititeln wird man besser die
hocbarabische Form , nicht die vtdgare, wählen , also lies nio'arib (murib) statt
ma'artb (S. V) und Qarn (kam) statt Qorn (S. VI). Dasselbe gilt ftir Aus-
drücke, die aus dem kanonischen Recht stammen, also «zakä« statt »/.akkn«
(S. 5) und »4ji7.ia« statt »djazia« (ebenda) »iSIahi ed-Din« (S. 12 Aiiin. 3,
4 V. u.) fur »Mobyi ed-Din» ist wold in Hucksicht auf das Metruui gewählt
worden. Das häufig wiederkehrende »Dila'« ist in »Dila'« oder »Dila« zu
ändern. S. 165 ist TOm *gue Bou A'qba« die Rede, S. 65 dagegen vom
gue Boa *Oqba; wahischdniidi ist nur die Form 'Aqba zulassig. Sonst ist
dem Referenten noeb aufgefiülen: 105,4 t. u. »Son fils Maximilien- lies »Son
neveu M.> — 161» I. Z. »le qsld d'Axemmour«. Nadi den Toraufgebenden
und folgenden Worten mufi es beißen: «le qaid de Sat^«. S. 180 Anm. 2
wird Fab^ nieht allgemein als tiannmeile einer einzelnen Stadt aufzufassen
sein, sondern als Eipjenname des nordwestlichen Teiles von Marokko nörd-
lich von el-'AräiS. — 193, IG »Son concurrent n'avait pas eu le temps d'y
rentrer.« Z\[ini \T, 1 sagt ^^i^ »er kam dabin*. Vielleicht folgt der Herr
Verfasser einer anderen Quelle. — 1t)8, 11 >])ar le col du Giaooi«. Es
handelt sich nicht um einen eigentlichen Niimcii dt.s Passes, sondern es ist
zu übet-setzen »über dtni in das Gebiet (b r Ulfiwi fuhrenden Paß«, nämlich
den Tizi n Tiäka, der voti Iinir<^liefi im 'I"ale des Ued Ti§ka naeli Siakten
am Ued Ghdat (FUißsystem des Ued Tensift) führt. Das ergibt sich aus
den bei 2^ini \ V 1. Z. > A, 1 genannten Ortliclikeiten A^ul^ = Fe^ja und
~ ^^^^ Rebal. — 216, 16 >Un peu plus tard le sultan
Mo^mmed ben Ismail, surnomme Ibn 'Arbia, va en grande pompc au
mausolce de Mouley Idris apr6s son avenement. • Vnrlier war vorn .lahre
1740 die Rede. Der feieiliehe Abschluß des \'eitnia;es /.wisclien den Kin-
wohneru von Fes und M(»lianuned ihn 'Arbya findet in der Mitte des 2. Gu-
mädä 1149 21. Oiitober 1736 statt, also vor 1740. So berichtet wenig-
stens Z\jäni IT, 13.
Ititt.d. Sem. f. Orient. SiuMlaca. IM)?. U.AbL II»
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290 Bibliographische Anzeigen.
£ilhard Wiedemann: 1. Beitr&ge zur Geschichte der Natur-
wissensch alte n. \*n. über arabisclie Aiiszßge aus der Schrift
des A rc Ii i iti e dt's über die s c Ji w i rn m c n den Körper. VIII. Über
liesti IM um ri d e r sj) ez i fi sch en G e w i ch te. IX. Zu d er A sf t-onoinie
bei d«n Arabern (S. A. — S. 152 — 194 der »Sitzun^s Lfriclite der
physikaliscii- medizinischen Sozietät iuLriangen>,J ahrg. 38, 1906).
— 2. Ibo al-HftiUm« ein arabischer Gelehrter (S. A. = S. 148 bis
178 der .Festschrift far J. Rosenthal* , Leipzig 1906). — 3. Zar
Physik bei den Arabern (S.A. aus dem «Jahrbttch fOr Photo-
graphic and ReproduIctioDstechnik far das Jahr 1906, Halle).
Besprochen Yon Fbiedbich Kern.
iTrof. E. Wiedemann in Erlangen hat in leUter Zeit wieder eine AniiU
kleinerer arabischer Texte fiber Physik und Naturwiasensciuften ftbenetat
und erlftutert, sowohl gedruckte als angedruckte. Durch diese und frühere
Veröffentlichungen liat er sieb ein «großes \>rdienst um unsere Kenntnis
der arabischen naturwiaseoschaiUichen «ScliriftsteUer und ihrer gneehischeo
Quellen erworben.
Beitrag liaiub;It -ÜIkm" nrabiscbc Aiis/iif;»' aus d«*r Schrift des Ar-
chimedes über die scbw iininerulen Kor[)rt .. Iiis V(»r kurzem war davon nur
die lateiiii.sche Übersetzung de^< Wilhelm von Moerbek bekannt; deJ' grie-
cliische Text ist »ein RückQbei-sctzungsversuch aus dem Lateinischen-. Erat
nach dem Druck dieses Beitrags ersclilen im Hermes XLU2, 8,235 ff. da
Artikel von J. L. Ileiberg- Kopenhagen Ober den Konstantinopler Arehimedes-
pslimpsest, der auch große StQeke der Schrill peri ochumenoo enthält
Solche arabische AussQge finden sich in AU|{iiinia (Bm^elmann I« 494)
uüzän al-bikma» das Cbanikow (J. A. O. S. VI, 1857) leider nur ausgezogen»
aber nicht ganz vci rH' ntlicht hat, selbständig Paris 2457^ (daraus von Zoten-
berg J. as. Serie 7, Bd. liJ, 187!). S. r)09 — 51.') hernusj»ep^eben) und Gotha 1 ]fr^.y
Nach der Gothaer Hs. wii*d hier mit Angabe der .\bweirhiingen des Pan« r
Textes eine l'bersetzung gegeben. — S. l.")4 Z. 2. ihre aneinanderstoßenden
Teilchen gU'icIi mäßig gelagert sind. — Sollte die \'orlagf d« r lateinischen
Ubersetzung tsLutt mal^süratan der beiden Manuskripte muuVadii-aiau geleseo
haben? — S. 155 Anm, 2 ist mutfwin mit lifadl ta ▼erbinden (vgl. 4) imd
deshalb »gldchmSl^« zu strdchen. — Es folgt in der Golhaer Hs. nodi
ein kurxert ebenfalls Qbersetxter und besprochener Abschnitt fiber das Ge-
wicht. — S. 159 *Aqr«b in der Bedeutung »Haken* ist ungewöhnlteh. Sooft
heißt es 'Zeiger« » was aber hier keinen Sinn ^bL Laue hat 'aqrafas in
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Rbrk: WiedemaoDt B«itrige naw. 291
det Bedeutung •SatteUinken«. » Es folgen noeh Nachtrige ku BdtragVI
(Ober die spesifischen Gewidite)» z. B. au« Itjwio aH-saft.
Nr. VIII wird durch dinge Notixen Ober arabiftdie Werlte fiber die
Bestimmung des spexifiseben Gewichts eingeleitet, so Berünls: Fi n nasab
atla^! bain al-filizzät wa 1 ^awähir fi I haj^in nach einer Photographie «1er
einripen Hs. in Rcii üt (vgl. Masriq 1006, S. 19). Prof. Wiedeinann hofft bald
daj'auf" zuriickkoimiu'ii zu können, l'lx-r <V\f im christlit'hpn Mittelalter be-
luitxteii Methoden liat er in den MiUt'iliui;;«'ii (le,s V'ereins zur Fürd«'rung
des inathemntischen und natiirwi.ssenschaÜhchcn l'uterrichts i^tspi oclien.
Berünl sclirieb auch kitäb aUgauiäliir fl 1 ^awuiur, über dua naeit Casiri
und Ledere (UisU de la m^decine 1, 480) berichtet wird.
Es folgen drei Icurze TValttate Ober dte Bestimmungen des Gehalts
der Legierungen. Der erste ist Abü Maoftür an>N^r!zt, Fl istibri^ kam*
m\jat al-a^rim al-mtthtali}a, Gotlia 1158|^. Er verwendet die berdts den
Griechen bekannte Mischungsr^Cdt indem er Volumen von Gemisch und
Komponenten vergleicht. Ein sehr umständliches graphisclie^s Verfahren hat
'Umar .i1 - |jaijäml in dem zweiten, FI ibtijSl lima'rifat miqdärai ad-dahab
wa 1 fidda fi ^ism murakkab minhiimä, Gotha llaS,, angewandt, indem er
die in Betrarht knmmeiuit'n Größen als Lir)i('ii aufliä^t und daran seine
Betrachtungen an.stellt. 8eine Berechnung beruht ;iiif drn\ \'f'i-lialtnis der Ge-
wichte der Bestandteile de.s zusammengesetzten Kürpt js in Luli iu»d Wasser.
Der dritte Traktat ist Kairo V 383, Öarh Ii ba'd 'ulamä' ar-Rüm 'alä 1 ka-
limSt aUlflitünija. Der Text ist demlicb verdorben. Vor all«« tsl der
Titel irreführend, da gar kein Kommentar vorhanden ist. Im Kolophon
heißt es denn auch richtiger: risSla. Der angebliche Kommentar des un-
genannten t&rkiscben Gelehrten beschrftnkt sich lediglich auf einige ein«
leitende Worte sowie auf dss Lob des Sultans Mehemetü., der ihm di;u
Auftrag erteilte, und dessen Sohnes Bajezid 11.» dem er nach dem Tode des
Vaters das Schriftchen überreichte. In diesem werden die Gewichtsverhiste
<\»T Körper als Bruchteil des Gewichtes in Wasser der Berechnung zugrunde
4 k
gelegt
In Hcitiiii: IX ist «las Kapitel über die Astroncjuiie aus ilci' Kii/.yklo-
pädie IrSäd ai-qä-Md ilü jusiia l inaijä>id ihbhotheca liidica Nr. 21 ed. JSpieiiger
(S. At— AA) Qbersetst. Die Beinamen des Verfassers schwanken sehr:
Sabiw!-Sin^, Kinini • AkfSni (vgl. Steinschneider ZDMG. 49, 1895,
S. 260 ff.)* Nach Brockelmann II, 137 wSre er in Sin^r geboren , also eher
SabSw! aus Sin^iri verdorben. Die beste Bezeichnung liir ihn dQrite wohl
Iba al-Akfkid sein. Zur Kontrolle des Textes benutete Prof. Wiedemann
die Hs. Gotha ir>3.
Zunächst werden die vier Grnndt<'i!e der astronomischen Wissenschaft
aufgezählt, sowie einige berühmte Werke über die Astronomie, wie der
Almagest von Abhari (so, nicht Abnhn. v«;!. Hr. I, 4(i4 Anm. 1) und andere
verscliiedenen Umfangs. Dann folgen die fiinf Hilfswissniscliaftcn der
Astronomie. — S. lSt> gä'a fi t tanzil: firulcn sicli in drt- göttlichen Ofl'en-
barung. — S. 188 Z. 9 ist nach •Bewegungen» nusgefallfn *dvy Wandelsterne«.
Weiter unten: Die der Zeit der Bfobaelitung nach jüngste der Tabellen ist
202 Bibliographische Anzeigen.
die usw. — S. 189 Z. 9 1. statt > Verwirklichung« (taw«bt)J) -Untersuchung«.
— S. 193 Z. 2u. 3: dni-nber ein mit Bewoisen versehenes Werk über diese
Wissenschafter. Dies sind also die abgeleiteten astronomisclien Wissenschaften.
Es folgt ein Nachtrag ülwr einige Definitionen und Erläuterun;_'en
astronomischer Ausdrücke (nach I'rof. Nalh'no). sowie ein zw eiter, hoh-
sprfichc arabischer Gelehrter über die uaturwi^senschafUiche Gelehrsamkeit
der Griechen und Rfimer.
2. ist die Übersetzung des Artilcets Iba al-Haitam aus Ibo Abi Usai«
bfa, als Anliang dazu die sich daraa ansehliefiende Vita seinee Sdiülers al*
Mubaiiir b. Fttik, und ein Auszug aus der des Ü^bd as*SalSin b. Xbdel-
Qidir al>6lläni, dem unter der Regierung des Kalifen NS.«ir infolge seiaes
Studiums der Philosophie und der Naturwissenschaft n in Ketzerprozeß
gemacht wurde (aus Qifti). Bei dieser Gelegenheit warf iirutilich der Fana^
tiker 'UhaidaUäh at -Tninn nl - l^akn . Ihn nl - Mät istlntja i;ftK'iiii(t , die BrhÜo-
thek des '\hd as Snläm Buch fiir Biicli iintvr Schniuluni-^cn ins Feuer,
sowohl Werke des Aii;i< kI,T.;ieii als fremde, unter diesen auch ein Werk
des Ihn al-Haiiam über Astronomie.
Ibo al-Haiiam war ein vielseitiger Kopf. Die von ihm selbst her-
rührenden Lblen seiner Werke, die J. A. Vi in seinen Artikd aii%enommeii
hat, enthalten Bücher aus allen Gebieten der NaturwiasenschaAen, Fiiilo-
sophie, Metaphysik, Bthik und Politik. Unter anderem ahnte er, wie es
scheint» dea heutigen* Nildamm von Assuan vor und wurde deshalb von dem
fatimidischen Chalifen al-ljSkim nach Ägypten berufen, .\llein schon auf
der Reise nach Oberägypten gewann er die Monung, daß er nichts aus-
richten werde, da die alten Ägypter, deren ungeheure mechanisclie L« istnngen
von den Späteren nie wieder erreicht worden waren, dieses Unternphtnen
niemals aus«;efi'ilirt liiitten. Als er dann nach Assuan kam, v^T/.wciteite er
an der Möglichkeit etwas auszurichten, kehrte um und ents(liuldif;t(? sich
bei dem Chalifen. Um die ihm von diesem übertragenen \'erwaltuugsämter
los zu werden, stellte er sich wahnsinnig. Sein Vermögen wurde seque-
striert und daraus sein Lebensunterhalt bestritten, er selbst gefessdt und
in seiner Wohnung interniert Nach al-^kims Tode gab er seine Ver-
stellung auf; er lebte seitdem in der Azharmoschee von dem ü^lös seiner
Abschriften mathematischer Bflcher, bis er im Jahre 430/1039 stari».
S* 151» Daß Ihn al-Haitnms Kenntnis des Arabischen ausgezeichaet
war, weist wohl kaum darauf hin, daß er kein geborener .\raber war.
V^ielleicht soll damit aesaptt werden, daß er im Gef»ensat7. r.u vielen hukainä^
christlicher und jüdischer Al)kunft gutes Arabisch schriel) (vf:l. z. R. Ibn Abi
Usaibi'a). — Ta'äsif » Wamlerungen« vgl. Lane. — S. unten: mit Gründen,
die dieser gelten ließ und y.ugab, d. h. der Chaliie erkannte sie zwar als Aus- «
reden, ließ sie aber gelten (qabila ^hirahu) — den Irrtum, die Verwaltung
angenommen zu haben? — S. 156 wie eine offizielle Taxe (? rasm), beider
kein Feilschen (muwSkssa) noch Verhandeln (mu*Iwada) nöUg ist (vgL die
Anm. 4). — Eine Hs. der Mutawassitit findet sich z. R. Paris 5974 (Sehe-
fer A. 155). — S. 157 unten: und lernte dadurch keinen Weg (manha^sn)
kennen und keinen deutlichen (oder leichten: |adadan) Pfad (maalakan) zur
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Kxuf: Wi«deniMii» Beitrige «w. 293
ricbtigeD Erkenntnis. — > 8.159 oben: a]-MirS\}a (Sophistik) — ^awfi'iq be-
deutet gewöbnlicb BlttatadtlXge, im Gegensatz sn barq, dem Leuchtblitz.
— S. 160 oben: Davon (d. h. von den Sachen des Intell^ts) bringt er vor,
was alles Versteckte enthüllt und alles Verborgene klar macht — Abs. 2.
afragtii wus'i , wortlich : ich leerte meinen Inhalt aus. DaB Bild ist vom Ge-
fäß herpjenommen. — Abs. 3 Ende: .so daß sie (die I^atur des Mensrhcn)
niclit mehr so viel davon Ipistet, wie sie zu leisten {iflpfft«* ('an al-tjijiuu
hiiiul käriat taqfim liilii min dalik) — unten: Ableitiuif^cn in der Ai"t von
(inii gj.rä ma^^rä) Erläuteruugeu u.svv. — 1 hi|^{^a. — S. 161 Abs. 2u. 3:
oder damit ich dabei gleich (ata*a|;^alu) zur Zeit, da ich es aufsetze, eine
TJbung haboi and es als Sdiats f&r mein Greisenalter aulspeichere. Es sagt
Mubammad ihn al^^asan: Und ieh kommentiere, was ich über die drei
Grundyrerke geschrieben habe, damit man den Grad (maudf) meiner* Mflhe,
die Wahrheit au erforschen, und meine Be^erde, sie zu erlangen, sehe, und
die Richtigkeit dessen erkenne, was ich übt r den Ekel meiner Seele vor
der Gleichstellung (mami|ala) mit dem pöbelhaften und schwachköpfigen
großen Haufen gesagt habe usw. — Nr. 2 ist >dera Rechnen- übersetzt, als
ob der Text al-hisäbija hatt»». Es heißt aber al-f^issija »der Sinneswelt«. —
S. 162 Nr. 20 als Beispiel ('alä ^Mhat at-tamnl). — S. 163 Nr. 23 über die Prin-
zipien der irrationalen (as-suinin) arithnielisehen rrol)leinp? — S. 164 Nr. 12
der über diese Pülemik nachgedacht halte usw., über die Losung seiner
Zweifel und die ICrkenntnis dessen auf Grund seines Verstandeji (? oder ist
man fahimaho xa lesen: und die Erkointnis dessoi durch den, der sie — d. h.
die Polemik verstehtT) 8. 165 Nr. 18: dafi Allah (aunichst) von Ewig-
keit an untltfg, dann (erst) tttig gewesen sei. (Die Leugner der Ewigkeit
der Attribute Gottes sind der Ansicht, daß Gott nicht von Ewigk^t Schöpfer
sd« sondern erst seit der Schöpfung; die Orthodoxen hingegen behau])ten,
Gott sei von Ewigkeit an Schöpfer, auch bevor er noch geschaffen hatte.)
— Zu Nr. 2.^ vul. die Anekdote über as-SikkIt bei Flügel, Die «»rRmma-
tischen Schnlen der Araber S. 1.58, — Nr. 24 in bezug (? fi ma nä) auf
einen Gegner (mtiSagib), der ihm entgegentrat (säL:a!)ahu). — Nr. 28 über
die drei Naturen der Genüsse, die sinnlichen (al - hissija), geistigen (an-
nutq^a) und die in der Mitte stehenden (al- nni'ädiia) [Genüsse]? — S. 166
Nr. 30 vermitlets derselben (wibid) Definition? — Nr. 31 der EinüOsse (ab-
kirn) der Sterne. — Nr. 32 Lebensdauern (al-a*mir) und Lebensfristen (al>
i^) in der Welt (P al-kaun\ja). (Dies bezieht sieh wohl auf das scho-
lastische Problem, ob a. B. der Ermordete sein von Gott bestimmtes a^
erreicht habe, odm- voneitig gestorben sei.) — Nr. 34 daß die Beweise ein-
ander gleichwertig seien. (Die Agnostiker behaupten die Gleichwertigkeit
der Beweise, takäfu' al-adilla, für die Wahrheit der verschiedenen Reli-
gionen). — Nr. 3,") (1er Kategorie (? 'nn^tir) der Unmöglichkeit, — Nr. -^T
nach den Grundlagen der Alten (al - awä'il) und ihren Prinzipien. — Nr. 38
Ermahnung au die Schreiber ('alid ila l kutt."ib). — Nr. 39 sein Wesen?
(Handelt es .sich etwa um die scholastische Fra^ije, (d) und wie üuU sein
Wesen kennt?) — Nr. 40 Logiker über einige Dinge von den Naturwissen-
sehaften , in besttg auf die er widerspricht. — S. 167 Mitte. Diese Disser-
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294 Biblii^aphisclie Anzeigen.
tation ist es, die die Zahl meiner Al>hand!iinpen Ober d'wsc Wissenschaften
als sieb/ipstP voll macht. I)a\ oii sind eine Anzahl von Schriltrhen und Werken
aiisgeiioiiiniHri . die mir zu^e.slußcii sind (l.ia^alat H, d.h. die ich so naeli
und nach geschrieben liabe), in den Händen einer Anzahl vdii I.rtiien aiw
Ba>ra und Ahwüz (befiiulUch), deren Ui*scliriflen (dasütirhä) verloren ge-
gangen sind und die «Imischrdben mich die Bescbäfiiguug usw. abgehalten
hat. Mir ging ea so usw. und gab ihre Urscbriflen (dasitirldl) an die Ge-
samtheit usw., bis sie (die BOcher!) von ihnen aus ta den Leuleo Icam«
(d. h. von den in deren Händen befindliehen Urschriften abgesebriehen
wurden, ohne daß sich der Verfasser selber um ihre Verbreitung bemObte).
(So ging es auch Ihn al-Haiiam; man kunnte I^a.salat II usw. aber auch
anders auflassen: die mir [dat. ethicus] in den Händen einer Anzahl von
Leuten aus Basra und Ahwäz bheben). — S. 1(18 Z. off. Dingen, die häufig
in meine Seele treten (tataraddadü), und zu deren Uerausbringung znr I'\ist<'n7:
mich mein (.ieist antreibt und enegt, und (iott tut usw. — Im zweiten bait
ist zu übersetzen: und ein noeli Lebender ist tot durch Unwissenheit und
Irrtum. — Damit wollte ich mich niclit (lam ai^sid btliij usw., sondern an
den Menschen» der so viel wert ist (juwäiü, nicht Juwisinui) wieTauaeode
(ttlüf) von Menschen , ja, Zehntauseode faftarät ulQf), da die Wahrhdt nicht
so beschaffen ist usw., den Vorrang gebe; und den hohen Rang (lies wa
*alS*a) dessen, der die Annlherung an Gott «ueht usw. — Z. 3 v. u. ff. und
das Tun des Gerechten in allen irdischen Dingen usw. Wer es tut, hat
Gewinn (jafiiz); wie gering (wörtlich aina, wo) ist die irdische Welt gegen-
über der Seligkeit jener himndischen Welt, — S. 169 oben: Er tauscht an
Stelle der Schwieiigkeit dessen, was ihm dadurch, wahrend usw. znstüßt,
dauerndes Leben usw. Wohnung ein. — Nr. 3 Brief an Abü 1 Farag -
Nr. 7 Als Leugner der Prophetic gelten den Theologen des Islams ge-
wöhnlich die Brahinaiien. — Nr. 8 lies al-6ubbä*i (Druck al-yaijäni?) usw.
und das, was ihm Ibn ar-Iiäwauili als rationale Folgerung nachweist, seinen
Prinzipien gemäß folgen muß, und Erkllrung (i'dälj.) des Standpimktes, bei
dem das von Ibn ar-Riwandl Eingeworfene nicht als notwendige Folge
erscheint. ~- S. 170 oben: ein irriger Bew^ ist, und Über den Beweis fDr
die Entstehung auf Grund eines zwingenden Beweises und dnes stringenten
Syllogismus. — Nr. 11 ist wohl janiddu (Aktiv) SU lesen; in der er usw.
über das Geschaffensein (budüt) der Eigenscbafken usw. widerlegt. — Nr. 14
ist statt nirin wie oben S. lf)5 Nr. 18 tumroa fa'al zu lesen: untätig war,
dann tätig. — S. 174 Nr. Hl lies, des Sich -Zurück wen den.s (al-iltifät, vgl.
Nr. *>;^. d.h. der rückläufigen Bewegung der Phineten?). — S. 17.t Nr. H9
Kegeln liir die Schreiber (ädäb al-kuttäb, vgl. ihis gleichnamige Werk des
Ihn Qutailia und Nr. 38 auf S. 1 (>(>). — Nr. 'Jl lies nach ('an) ibn al- Haitain
dem Buche. S. 176 Z. 2 lies al-Amiri. — Mitte: Dann naiim man (iilat)
die Bücher usw. — Salima Ibn Mubarak — Kompendium der feststehenden
Aussprache (mubkam aUatiwil) — Über die EbiÄbrung (bidiya, eigentiidi
Anfan^^ in die Logik*
3. In seinem kitSb at-tarbi wa t tadwlr spricht äibif unter dem
Vorwande, einen veratorbenen Ahmad b. *Ahd at-Wahhib zu versSbnen,
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Rmi: Wiedemaaa, Beiträge uaw. 295
über «ine Menge vod Problemen aus dea venebiedensten WiaaeDsehalten.
ProH Wiedemann entnimmt derailB ein Stuck über die Lehre von den
Spiegeln und andere, meist auf das Farbensehen bezugliche Fragen (ed. van
Vli)ten N i — N t A). — S. 4 lies: das Äußere (al-ljalt]) sieht. — mugrab heißt
auch weißlich. — Unten: und warum du die Schrift auf den Selilciern und
PoLslern darin immer nur verkehrt findest. — Ahtnl heißt nicht vortäuschen,
sondern anfheben. — Die furlgela&sene Stelle übersetze ich: Wenn sie (die
Farbe des Spiegelbildes) die Farbe des Kisens aufgehuben itat, wie kann
sie sie ftufheben, ohne auf es einzuwirken. Wie kann sie darauf einwirken,
dft <loch sein (des Spiegels) Baum uidit der seinige (des Eisens) ist, sie
weder berOhrt, nocli damit verbunden ist noch daran anstSßt. ^ Weiter
S. 6 Z. 1— 3, dann: Wenn du dich auf den »trennenden Strahl (ai*fta*I.*
al^ftsil) mnsredest, so sind die Strahlen ioi Sinneseindruclc (hiss) ▼erschieden»
ebenso das SinnesvermOgen (liest al-baiAs ?) und ebenso das Sinnesohjekt
(al-mabsüs). Wie können wir (? ms. o. p.) das Veracbiedem- (mubälif)
.«sehen, da doch die .Strahlen farhig^ und weiß (laun wa bajäd) sind, und
die fiiltlpfidp (ha,ssäsa) Seele die Siiuie nicht wahrnimmt (.^) — Dann folpt eine
ganz verdorbeiie Zeile, in der allenfalls das er>te korrupte Wort al- ui'ubün
(das Fließen) zu lesen .sein köruite. Der folgende Passus fiber die Schnell-
wage ist bereits Beiträge VI (Bd. 38, 1906, S. 8) Qbersetzt. — S. 7 Abs. 1
ist mirt wie er dasteht, nicht redit ▼eratihidlieh. Weder von einem Becher
nod) von einer Muschel Icann man sagen , daß keine Öffnung vorhanden ist
Außerdem sind die Worte, auf die es hauptsftchlich ankommt, Koiy'ektur
Tuss statt *uil der Hs. und bib statt n&r ohne Punlit). — Abs. 2 lies: so
lassen sie sicherlich alle Gattungen zu (ibtamalat, nicht IbtamaUa). — Abs. 3
lies: da wir usw. so ist vielleicht die Sonne usw.
Man wird Hrn. Prof. Wiedemann, da er Physiker, nicht Arabist,
einige ungenauen l*herset7nnij<Mi nicht verdenken, namentlich wenn, wie
in den meisten FSllen, der Sinn nicht wesfmtlich geatulei-t wird. Im all-
gemeinen w&re eine würtUchere Wiedergabe der X'orlage wüuiichenswert
gewcKD.
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296
Nachtrag zu Jahrgang IX Abt II S. 74—110.
(Eine alte Liste arabischer Werke zur Geschichte
Spaniens und Nordwestafrikas.)
Von Dr. Gr. KampiiTiieyer.
Ich habe in der Orientalistischen Litterattir - Zeitung 10. Jahrgang; Nr* 1
(15. Januar 1907) Spalte 38 ff. die Fe.ststeUuog mitgeteilt, daß die von mir
belmntlelte Liste, entgegen meiner Aminlime, nicht alt sei, sondern daß
es sich bei ihr vielmehr um eine Liste pesucliier Biiclier neueren Ur-
sprungs handle. Der Sachverhalt, den ich a. a. O. schon mitteilte, ist dieser:
Francisco Co der a Heß, nach seiner »Mision histörica cn la Argelia
y Tunez« (1887/1888), in Typendruclc einen .Catalogue de quelques livres
d'histoire d'Espagne dont on dewre TaequisiUoii, on au moins la ooanais-
saoce de leur existence pour en tirer copie« berstelleo. Eines der beiden
lelzten Exemplare t die dem Verfasser noch verblieben waren, hatte er die
Oflte mir au übersenden. Es sind 4 Bl. 23 X 14,5 cm, arabisch paginiert,
auf 8. V unten der Vermerk: Imprenta j litogrsfia, Tudescos, 34. Die
Liste, in Sstlichem Typendrude und J), ist mit der von mir belian-
delten identisch. Coders verwertete au ihrer ZusammensteUung Notizen«
die er sich im Laufe der Zeit gemacht hatte.
Nach dem Coderaschen Druclc ließ Julian Bib era In Zaragoaa
eine Lithographie herstellen »por ereer que s^na roas agradable ä los moros
de Marruecos«. Diese Lithographie, ohne jene s])nnisclie oder eine ent-
sprechende arabische Aufschriii, nur mit dem ynn mir an seiner Stelle mit-
geteilten Titel, wurde also in Marokko verbreitet, umi eins der Blätter ümd
seinen Weg in das Seminar für Orientalische Sprachen zu Beilin.
Auch als das, wa^ die Liste nun wirkiiclt ist, verdiente sie die biblio-
graphische Behandlung, die idi ihr zutdl werden li^ Zu meinen Fest»
Stellungen sandten mir Herr Professor C. F. Seybold in TObingen sowie
Herr U. F. Amedroa in London dankenswerte Bemerkungen und Zusatae,
die ich hier folgen lassen mdchte. Ich selbst möchte an dieser Stelle na>
mentlich auf den interessanten >Ensayo blo-bibliogräfico sobre los historia-
dores y geografos ar&bigo-espanoles« von Francisco Pons Boigues, Madrid
1898, hinweisen. Ich war auf das wertvolle Buch leider nicht aufmerksam
geworden; es hitte in meiner Arbeit mehrlach herangeaogen werden müssen.
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Rampffxxyxb : Nachtrag zu Jalirgang IX Abt. II 8. 74 — 110.
297
Die Bemerkungen Prof. Seybolds sind die folgenden:
S. 5 Nr. 12 1. Abgedruckte. & 8 Nr. 13 1. C^ij. S. 9 Nr. 27 1. >.
8. 16 Nr. 2 Xethra ist durch Broekfllomno verbrodieao bliebe Forn filr
Xaüv« Jitfva 4J»b, die UbenH wieder ni tilgen isc Nr. 3 1. Alneria.
S. 17 ist die alte Bostentdenbauptstidt Tegdemt» Takdempt zu nen-
nen! (Joenne 167). S. 22 Nr. 44 vgl. Codera, Los Toehibies en Espafta (No-
ticias de esta familla tomadas de Aben Haxam.) ^uevas noticias acerca
de los Toehibies) in Estudioa cHdcos 1903. S.823—342i 343—359. Dozy
Bacberches* 1, 211. S.23 Nr.49 al Qaini sonst JJ\ ; R^'a, besser Ri^jo <-S>
Nr. 63 vgL Coders Estodios criticos 235—248 Mohamed Atauil, rey moro
^ •
de Huesc«. Nr. 54 besser Ifi i(iia *Si> M (WOstenfeld faLso - ). S. 24 Nr. 59
1. ibn al iJatib. Nr. fiO Fartün 1. fortün. S. 25 Nr. 03 Campana 1. Campifi.i.
Nr. 66 Zuhi^wit* zu streichen, sicher von A^'J\ bei Cördoba. Nr. 68 cf.
Dozy. Gesch. 1360; Codera, Decadpncla y desapartcion de los Almoravides
en Esp.ina fI899) S. 33 <T. (RebeHön en el Algarve). Nr. 75 cf. Poos Nr. 29.3
TalfKi'i i. Belefuii vüu Belefique. S. 27 Nr. 83 cf. Pons Nr. 250. Nr. 84
1. 'Ijad Nr. 85 Fantnri 1. Foiituri. Nr. 124 — Pons Nr. 105. Nr. 127
8* Brockelnianti 11 700. S. 35 Nr. 152 Daiiija, heute Denia.
Die Benierkungeu , die mir Herr Auiedroz gutiRst sandte, gehen
namentlich auf die Angaben zurück, welche as-Safadi m seinem Buche o/-
tc^T bi U-tcc^ajäi (Brockeluiann II 32) macht. Herr Auiedroz hat vor einigen
Jahren die Wiener Hs. dieses Werkes kopiert Herr .\niedros sehreibt mir:
No. 10. Seems to be.WQst. 329 and is given also in a work you do
not mention, viz. Historiadores y Geographos Araltigo-lCspaftoles by P. Pons-
Boigua. Madrid 1398. (No. 245.)
No.^ Safadi includes a work by this author, 4J» ^\ and next
after it, another: cM^*
No. 54. May this not be the work mentioned by Safadi as
No. 7fi. The Talftqi' in WOst 435 diould be •BalfHi' as In Pons-
Boigues No. 293. This Beading is confirmed by the ^Ui of Ltsftn-sl-
Din. Ed. Cairo 1319, II, p. 101.
No. 79. This 'Tarikh-il-MuwabbidiD' is mentioned by Safadi in his list
No. 81. In the * Ansah' of al Sani'ani — BM. Ms. Is a mention of
a work by Ibn Yünus called jlT.
No. 95. You doubt this being possible as a J* ^ to the Saladi
gives two wor
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298 KAsmitcTni: Naditrag zu Jahrgang IX Abt. It 8. 74— llOl
No. 146, Slioiild not ai-Isa' be 'AUsa"? cf. note from Gayaogos in
Pons -Boigi ICS No. 196.
I find this author cited in the 'Tu ikli - 1 - Islam' of al - Dhaliabi for
Hinzufügen möchte icli noch, daß bei Nr. 14.') noch insbe.st)ndere her-
vorzuheben war, daß an der unter Nr. 1 Iti vet^eichneteu Stelle bei Umckel-
maiui (I 337) die in Uro erinlteotti BraehatQek« mm dem Mugrib des Ilm
Sft*id aufg^hii sind. Ebenda die Literatur von Volters und de Goeje.
— Das IV. Bueii ist liemusgegeben von K. L. Tallqvist, Leiden 1399.
Auf einen Punkt ist die Atrfuierksninkeit nocli besonder-j rn lenken.
Aris der oben tnitp;eteilteii Kc-st-stelhing geht ufTenhar hervor, dai^ zwischen
* der Cherbonneaiischen Liste (ZDMG. Bd. 9, 1855, S. ti-J5/t;J6 vgl.
meine Arbeit S. 74) und der Cixleraschen , trotz der auffallenden Ubereio»
Stimmungen, keine unaiittelbareu Bea^iehungen bestehen, lai denn nun — >
sollte dos niefat in Algerien oder Tunesien durch die frsnsösiselien Kdicgen
festgestdlt werden kennen? — Ober die Cherbonnesiische Liste gar nichts
Gewisses «issunuiclien? Was war sieP Eäne ihnliche bibliograpfaiacbe Zn*
sammanstelluDgP Oder ateeicte doch mehr dahinter?
Daß sie mit einer von Lord Hunter (nicht Munster) veranlaßten Litlio>
graphie nichts SU tun hat, konnte schon Orient. Lit*-Zeitung Jahq;.10, Nr. 4,
Sp* 212 ff. ausgesprochen werden.
Die BemQhungen Coderaä und Riberas, durch N'erbreitung dieser Liste
etwaige Reste einer so wertvollen, verscb<^leaeD Literatur «uffindea sn
helfen , sind nicht von Erfolg gekrdnt worden. Möge die erneute Besehif-
tiguQg mit dieser Liste vieltelcht auch tu erneuten Versuchen in derselben
lUchtung Veranlassung geben. Es wSre ein kostbarer Gewion, wenn auch
nur dnige wenige Worke ihre Wiederauferstehung feiern dßrften.
2dd
Dem Andenken Karl Foys.
Von Martin Habthann.
K ni-I Toy ist vnn uns gegangeo, das Bild des ausgezeichneten Gelehrten,
das Bild des vortrufTlichen Menschen zurfickiassend. Cr starb nach schweren
Leiden, wälurnd drrpn immpr nocli sein rf«j(*r Ofist arhpitpte und mit den
ProbleiTM'D rnnj;, deren I nsnnii er sich zum Ziel«" $^»'':"t/t, auj 2"). Marz. 1907.
Uber seni Leben liegt euie Aufzeictinung von seiner Hand vor. datiert vom
23. September 1903, die kennzeichnend für seinen Charakter ist, und die
ich iui Aiuizuge i'ulgen lasse. Die ihr beigefügte Liste seiner sprachlichen
Arbeiten ist im Anhange gegeben, mit HinxulUgnng^ des nicht in ihr Auf-
geiUhrteo *«
»Am 17. November 1856 wurde ich als zweiter Sobn des Sduneldfer'
meisters Wilhelm Foy su LudwigRlust In Mecklenburg -Sebwerin geboren.
Ich besuchte zun&chst die «Rektorschule« in unserm Orte und wurde, als
diese sich plötzlich in eine >ReaIscliuIe« umgestaltete, mit übernommen.
Noch vor Vollendung des vierzehnten Lebensjahrs erlangte ich das Reife-
xeugnis. In diese Periude fällt 'ein Ereignis, das ich hier wold erwähnen
muß. Ein Minister hatte meinen \'ater fimrfi eine unf;ebiihrliclie Redens-
art (wie mein \'ater wenigstens an/iineiimen schien) beleidigt. Ich war
natürlich mitempHrt, lieuchelte einen Festtag, erhielt von der Mutter den
nötigen Soniitag^iuek und ging einfach /.umGroßlierzog Friedrich Franz IL,
um meinen Vater zu verteidigen. Man wollte mich nieht voriassen. Abw
scblidSIich empfing mieb der leutselige Ffirst und hörte mich mit einem
sehr begreiflichen Liebeln, aber auch mit großem Emst an. Die Sache
wurde im Sinne der Gerechtigkeit geregdt Merkwürdig eneheint
es mir heute, daß ich schon in ganx Mher Jugend eine unausrottbare Be>
geisterung für die Griechen nfthren konnte. Ich überlebte mit meinem Vater,
ob ich nicht nach Absolvierung der Realschule noch ein Gymnasium be-
^^nchen sollte. Wir war'Mi uns darüber einitj, daß wir anstHndifj^tn- Weise
kt inp Geldiintersliitzun^ (Siij)enditim) von irgendwelcher Seite annehmen
ilia Iten. Da icl» nun ja mit Privatunterriciit verdienen konnte und inuner-
hin der Unterstützung meiner so sehr liehen Eltern sicher war, ging ich
* Bei Nennuog Foy scher Aiheitsn ist nach Stiebwort dtierl; lllr den genauen
Titel ist die Zifbr der Liste beigesetiL
*
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300
HABTVAim: Dein Aiid«iik«n Karl Foys.
ritif das Gymnasium in Parciiiiii {Direktor C. C. Hense), aber bereits mit
einem ganz bestimmten Plane. Da es die Griechen mir einmal angetxn
hatten, so hatte ich vorher ganz allein und ohne jede Hilfe zunäciist tnit
dem alten Lehrbuche des wackem Kuhnert uiir die Elemente des Griechi-
•chen ttnd hierauf durch Xesophon* und Homer-LektOre wdtere Kenntoiaw'
angeeignet Mein Han war aber dieser, nach Erlangung der wiMenschtft'
liehen Ehren und B^g^bigungeo in Deutsebland, mieh in die EntwieUang
des GriechiselieD au Tersenlcen, d. h. das grieehische Wesen, das nuch w
heaauberi hatte und die ginechische Sprache vom Anfang an bis heute
nachzuempBnden und zu begreifen. Alles ist mir j;eliingen, und ich bin
den milden Geistern, die Qber mir walten, ewig dafür dankbar, daß sie
mich trotz einem so schwSchlichen Korper zu der ErfHUung meiner seligsten
Traume mit giiti^'er Hand liinangeleitet haben. Als ich das AbittTrienteo-
zeuguis in Parchim erlangt hatte, wählte ich als Universität Leijtzig, weil
sich dort eiiie griechische hochintereäi>ante Kolonie beüudet, die iltr Gottes-
haus mit einem ständigen Geistlichen besitzt. Ich war bald in der Kolonie
hefaniseh. Ich wurde der »deutBche Lehrer* slmtlicbo* dort stadierenden
GrieehMi, natQrlieb um mehr zu lernen als au lehren. Plrofeesor Georg
Curtius interessierte sidi Titalicb für mich; 1879 widmete ich ihm wm
■Lautsystem der griechischen VulgSrsprache« , das grundli^^d gewoidea
ist f&r die wissenschaftliche Behandlung des Sp&tgriechiscben. In demselben
Jahre promovierte ich in Leipzig. Bald darauf wandte sich die berühmte
griechische Mäcenatenfamilie Odysseus Negroponte (Konstantinopel) an
mich mit der Bitte, die Leitung der Erziehung ihrer Kinder zu fibemehmea.
In die^ier Familie bin ich viele Jahre pehlieben, und zwar in einem Ver-
hältnisse, (bis eijrenartig dastehen dürfte. Wir verkehrten uur freund-
schaftiicli und auf dem Standpunkte der absoluten Gleichbereclitigung, ohne
daß dies \'erhältni8 auch nur ein einziges Mal getrübt worden wire. Im
Hause Negroponte verkehrte alle NotabdnKonstantihopels, die Diplomsteo,
die Spitaen der tOrltisehen Behfirden usw., mit denen ich mehr oder wenige
vertraut wurde Minne Stellung bei Negropontes gewShrte mir die
grSßte Beweglichkeit in beaug auf Reisen. Ich habe stets mein grofies
Ziel, die griechischen Mundarten zu studieren, vor Althen g^abt und ia
den wissenschaftlichen Or<;anen darüber beiiclitet. Icli habe auch ..\lbane-
sisch» gelernt und Zeit gefunden, einen Teil Allmniens nordlich von
Joannina zu bereisen. Ich habe mich schließlich mit dem Türkischen be-
schäftigen können. Als die ?'amiiie Negroponte nach Paris übersiedelte,
ubernaiiin ich auf vieles Drängen noch einninl die Ei'ziehung elne^ jungen
Griechen aus Ägypten. Wir wohnten zunächst auf den Prinzeninseln. Spater
waren wir längere Zeit bei den Tbessalonichern Später riet maa
mir, eine sdir gute Stellung in Athen anzunehmen , f&r die der damalige
Premierminister Trikupis einen Dentsäien sudite^ Die Sadie aersehlug sieh.
Die Professoren der Universitit Athen, die zum Teil mir persSnlieb be-
kannt waren und aum Teil schnell wurden, waren ber«t, mich zundizn
wählen, doch ging dies wegen Äußerlichkeiten nicht sofort. Idi unterrichtete
inawischen einige Wochen haUwfficieU und hatte einen ung^aubUclien Zu*
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HAKTMAinr: Ben Andenkoi KailFoTs.
301
dranfj; (iilier Hürorj. Da erkmnkte meine Mtjtter schwer, ich nuißie auf
unzählige lliobsposteii nach Deutschland und blieb bei dieser üelef]i;enheit in
Berlin.« Hier wurde Foy durch MinLsterialverfiligung vom 16. Mai IH'JO zum
I^ichrer des Türkischen am Seminar für Orientalisciie Sprachen ernannt.
Der vontehmide Eigenbericht entUlt, was Aber Foy ta sagen ist «u
der Zelt vor der Tätigkeit am Seminar. Nar eine Seite seines Wesens ist
darin nicht berührt. Er liebte nicht davon zu sprechen: er hatte damit ein
Teures bq^raben. Um den werdenden Foy kimpften swei H&chte: Icfinst-
lerischea E^npfinden und wissenschaftliches Beobachten. Jenes zog ihn zum
visionären Aufnehmen der tlindrucke und zu ihrer formvollendeten Wieder-
gabe. Dieses ließ ihn in allem einen Gegenstand der eindringenden For-
.srhunj; sehen, die nicht nach dem Wie, sondern nacJi dem Warum fraj^t.
Die Fähigkeit, intuitiv 7,u erfassen, ist ihm geblieben. Aus d<'m künstle«
fischen Au.sge.stalten eine Lebensaufgabe zu machen, ein rein literarisch-
dichterisches Schaffen zu üben, fühlte er seine Kraft nicht ausreichend.
Seinen nächsten Freunden ist nicht unbekannt, daß poetische Versuche von
ihm zu einer Ideineo Sammlung vereinigt erschienen sind^ EUoige Malei be-
sonders im Anfang unseres Vericehrs, hatte ich die Freude, von ihm Vw-
deutschungen persischer Verse (namentlich aus dem Mesnewi des öeiileddin
Rural) zu hören, die tiefes Erfassen des Originals und meisterliche Beliandlung
der Sprache zeigten. Davon hegt, sovid mir bekannt, gedruckt nichts vor.
Foy äußerte mir gelegentlich, er habe mit dem literarischen Arbeiten ge*
brechen, er müsse seine Kraft ganz der Wissenschaft widmen.
Das Arbeitsgebiet, an dem sein Herz hing, hat er nicht ohne Kampfe
aufgegeben. Aber als er das neue ergriffen, wandte er dem sein Herz zu.
Zu dem Türkischen iiat Foy während seines Aufenthalts in der Türkei
kaum ein innerliches Verhältnis gewonnen. Es schien 7unäch.st keinen Be-
rührungspunkt mit dem ideal gerichteten Sinne des Jungen Forschers zu
bnbeo. Bd seiner Regsamkeit war ihm natOrlidi das Äufiere wohl geläu6g,
and es war kaum ein Wagnis, ihn zum Unterricht am Seminar zu berufen.
Er trug Bedenken. Doch sobald er den Auftrag Qbemommm, setzte er
sich mit dem ihm nidit allzu vertrauten Gebiet in die inneriidie Verbindung,
die in diesem Fall einzig die gedeihliche Arbeit ermöglicht, d. h. er nahm
die selbständige Forschting darüber auf und suchte sie nacli Kräften water
zn fnliren. Sehr bald hat er die Probleme erkannt, die auf dem Gebiete
des Osmmischen /u lösen sind. Die systematisclie Arbeit führte ihn zwin-
f^end weiter: die ältere Fonn des Osmanischen , ohne deren IV»fic!;tiiri^: >fnneui
historischen Sinn es unmöglich war, das moderne »Türki-Nch* /.ik treiben,
zeigte ilmi zahlreiche Berührungen mit der Spraeiie Azerbaigäus, dem Azeri.
Daß die vcm üun •slldt&rkisi^« genannte Gruppe in nicht wenigen £i*schei-
nungen eine, zuidbshst liefremdende, Übereinstimmung mit der Sprache der
alttürkischen Inschriften der Mongold, dem KÖktQrkischen, besaß, konnte
ihnot nicht verborgen bleiben. Die Eigenart des SQdtllrkis^n als Sonder-
> Unter dem Utel; »Lieder von Goldenen Horn*, Leipt%, JUebss-
klnd, im 186 S&
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302
g|ruj>pp innerhalb der Sprarfifunilie ließ sicli nbpr rmr scharf hcraiisnrheilen
Im GcRensaU zu andern Gni|»iit ri. Unter ihnen fesselte ihn die. die uach
dem ( 'aTataischen , als dem bekaiintesten literarischen Vertreter, beuannt ist
Er nimmt schon in seiner Arbeit über die 8praclie vod Kalic (8) darauf
besag. Dunala lagen ihm nur Scheidi Sateioiana W5rt^iach und Vam*
b^rys Spradistttdiea vor; später konnte idi ihm aua literariaehen FondMUfea
und peraönlicher Beobachtupg der geaprochenen Sprache Material Uebn,
daa ihm mehrfach wleht%en Anhalt bot.
Der Zwang, am Seminar auch die Oeachiehte der Türkei vonutng«o*
und mannigfache Anregungen im Gedankenau.stauathe mit den Kollegen Sff«
neten ihm ein Arbeitsgebiet, das zunächst seiner sprachlich -kritisch gericb>
teten Anlage ferner lag: das der kulturellen Erscheinungen X'onlerasiens nnd
SQdeuropas. Vor allem behei'rschte ihn ein Gedanke: da-- Stndiiiin der
Zeil, in welcher Griechentum und Türkentum den Entsi lu i i luigskamr^f
käin])t"ten, wo es um die Zukuntt loniens und der Balkanhali)insel j;iug.
Die Erben einer alten Kultur, physisch und moralisch heruntei^ekommen,
aber dodi nodi dnen Schimmer dea HeHenentoma wahrend, auf der eiaea
Seile, ein kleines, physisch krlftlgea Nomadenvolk, nicht ohne ein Sitteo-
geaeta im Stammeskreiae, aber akrupdloa g^gen die Fremden, die Beute
versi^echen, auf der andern Seite: das waren die Parteien. Der obo^
fttchlichen Betrachtung erscheint das Osmanenvolk wie ein Meteor, der Fall
Konstantinopels wie ein plötzlicher Schlag. Aber schon hundert Jahre Itng
vorher hatten die beiden Parteien in Streit gelegen , oft auch friedlich neben-
einander gehaust. Die Türken Kleinasiens waren fi<st überall von dem
griechisch -by/.antinijschen Geiste berührt. Die Rouiiier küuDteii sich dem
Einflus.se türkischen Wesens nicht entziehen. Sn entstanden Miscliforuien.
Grenzgebiete mit Doppelcharakter. Dieses J>tadium liiiu erst die Politik
verstehen, die das siegreiche Volk den Unterworfenen gcgenOber Qbte. Oh
diese, sdbst vom Standpunkte der Sieger aus, richtig war, ist tine andre
Frage. Foy wollte — das hat er mir einmal ausführlich auseinandeigesetit —
die osmaniadi- griechischen Bezidiangen, die dem Falle Konstantinopds
voriiergfaigen, aus dem sdir aerstreuten Material xusammenatellen und eine
kritische Darstellung von ihnen geben. Kf in ui li'^r war dazu berufen
wie er, der hier aus beiden Bornen sdiöpft n konnte, dem romÜscheo und
dem o<!manischen. Erhebliche BruclistQcke der geplanten Arbelt liegen Idder,
scheint es, nicht vor.
Eifrig zusammengetragen hat Foy zur liösiing eines andern Pri»blems,
aus einem Gebiete psychohigisch -sprachlicher Vergleichung. Ks war die
Beschäftigung mit der wichtigen , unter dem Namen Bahi'ijje bekannten Denk-
schrift des osmaniachen Admirab Pir>i»Be1s vom Jfthre 1520 an ihn heraa*
getreten. Hier packte Ihn die Frage: wie geataltet aich in dieser Urkunde
Ae Terminologie der Windrose? Die eben besprochenen Beaiehongen des
Osmanentunw und Qriechentuma mußten ja hier besonders kriftig rieh se^.
da das Nomadenvolk loneraaieDa (6t das Seewesen bd dem Volke des Lsad«
mit reichstgegliederter Küste in die Schule gehen mußte. So begann er
die Arbeit »Die Windrose bei Osmanen und Griechen mit Be-
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RAsnumtt Dem Andenken Kari Foys.
303
nutzuni^ (It'i Hahrijie d e s A d m i r n 1 s P ji" - i - R e' i s vom Jahre 1520«,
deren Fra^^inent in (iies«*n Mitt« iltirifren Aufnaiinie finden wird. Alver unter
den Händen wuchs ihm die Arbeit: da.s Spracliliclie und spezieil Historische
trat zurück hinter der Frage: Von welclien Gesichtspunkten geht die Be-
trachtung des Hunmelt bei dea ▼ersdiiedenen VAIkero mos? Und er wurde
nicht müde, die OewifarsmlnDer über alle KuUurkraise (er zog auch den
ostMlatiacheD hinein} au hefragen, den volkstAmlichen Besdeknungen und
Vorstellungen an der Hand nichtgesehuli^r Auskunftgeher nacbsugehen. So
entstand ein zweites Fragment: ■Kompafi und Windrose- , das vermut-
lich als ein Teil der Geaamtarbeit gedacht war (wird hier auch veröffentlicht
werden).
Noch ein Wort über die rein sprachHchen Arbeiten Foys zur Ttirko-
lopiP. Aus der Li.^le seiner Arbeiten ist ersichtUcii , dnß ilini die ])lione-
tischen Tatsachen in erster Linie standen. Er hatte ein klares Bild von
der Wichtigkeit des rein physiologischen Teils der Sprache. Die Unmög-
lichkeit, die Lautverhaltnisse, die sich nicht am lebenden Objekt beobachten
Inssen , anders ala durch daa Studium der Aufisdchnungen su erfassen , flihrle
ihn nur soiyamaten Behandlung aller Momente dnr fiberkommenen Stibriftp
dttkmiler, die phonetisch verwertbar sind. Gerade hier Mietet die Unvotl-
kommenh^ der Überlieferung ein Hindernis, das oft unQbersteigbar scheint.
Die Benntaung der Überileferuog wird wertlos, wenn sie nicht streng klas»
sierend, wo irgend angängig zifTermäßig arbeitet, und wenn sie von einer
Theoiie ausgeht, die die Ulierheferung in ihren Dienst zwingen will, statt
ans der vorurteilslosen Betrachtung der Uberliefernng das Gesetz zu ge-
winnen. Die (iefahr de,s (ieneralisif rnns und Seheniatisierens ist hier so
groß, daß man ihre Opfer nicht /u m liwer anklagen darf. Foy hat die
Verdienste Radi of fs um die Turkolo>;ie voll anerkannt. Er hat aber in
der B^^rßndung seiner AufTassung des Zeichens fDr i in den kuktQrkischen
Inschriften gegenilber Radioff ein wahres Mdsterstfick von systematischer
Behandlung einer Speiialfrage geliefert. £r hat darin den Beweis für die
t- Aussprache erbracht und damit eine bedeutende Fehlerquelle ittr die ver-
gleichende Grammatik und Lexikographie der TOrlcsprachen ausgeschaltet,
zugleich auch bei der Beweisf&hrung eine FQlle von wichtigem Material
beigebracht.
Doch es ist hier nicht der Ort, an der Hand von Foys Arbeiten auf
Spe/ialfragen der Turkologie einzngehen. Ich habe namentlich im Anschluß
an sein » Azerbajganische Studien 1» (15) des öfteren mit ihm die Gedanken
ausgetauifcht Ober die morphologischen Aufstellunj^eo in dieser Arbeit, über
die ich abweichender Meinung bin. Auel» von andrer Seite (Munkacsi,
Melioranski) kamen ihm Bemerkungen zu*. Eine Bezugnahme auf diese
Verhandlungen war in dem dritten StQcke zu erwarten. Es war Foy nicht
besdiieden, es fertig au stelle.
Ala Mensch Ist der Verstorbene durch die ZOge gezeichnet, die sich
in seiner Vita finden. Seine Wahrhaftigkeit, seine Treue, seine Freiheit
* Siehe Azerbtg^ische Studien U (16) S. 197.
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S04 HAKTMAintt Dem Andenleeii Kail ¥of».
von jeder Art der von ihm an ?i!u)i"rn so peinlich empfundenen utx^ci'.yjn
(das war das Wort, das er dann gern brauchte) sind seinen Kreiinden un-
vergeßlich. Er kannte seinen Wert, wie er ein scharfes Auge für die
geist^en uud aiuralischen Qualitäten andrer hatte. Aber gerade weil er
das Hfielttte erstrebte, fühlte er* wie weit seine Leistungen hinter diesen
Höchsten zurückblieben. Und nie ennOdete eri das als unsnlinglich Er*
ksnnte.Deu dorchzudenken und neu damistdleo. So hatte er kaum den
ersten Tdl seiiutr »Tmnsscriptiotistexte« (13) tum Druck gebracht, da war
er darQber hinausgewachsen, und alsbald ging er an die Umarbeitung. In
«Ueser Selbstzucht fand er die Befriedigung, und in diesem Sinne brachte
er auf dem ersten Blatte der Umarbettuog das beseligende
Wer immer strebend sich l)emflht,
Den können wir erifisea.
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If AKTMAKN : Dem Andenken ICarl Foy«.
305
Liste der Arbeiten Foye.
1, Lau t.s\ s t»' m <ler griechisciieii V iilgärspraclte. Lpipaiig«
Teubner 1879.
2> Griechische Vokalstiidien. In: Bezzenherger, Beiträge zur
Kunde der indogermanischen Sprachen. Bd. XII.
3. Of^i ttira^ti^TtMwit ?ai4/avtiei'. In: 'Hue^c>.c7<ois Konslantinopel 1883
und 1884. (Geschiclite des Infinitivs in spStgriechischer Zeit bis auf
heute.)
4m ilfjt 7y\ cc^ßtwiHY^- y/.j ttyk\ In: Kc7|u.ec, Konslnnliim|ii'l. (Dnrstellung
der albanesisctieii Sprache in ihren verwandtscharUicheii Beziehungen.)
6. Nenf;r i»'fh isc he.s. In: Be zze n be r er. Beitrüge znr Kinule iler
indogti manischen SptMclini 1900. (tSamiiiliing Icletuerer kritisch- exe-
j»et!sch» i- Artikel, 1 uml 11.)
(i. Da.s A itlinisch-Tiirkisciie. In: Keleti Szeuile. 1 (iyuO), 177fl'.
und 2H6ff.
7. Der Purismus bei den Osnianen In: Mitt. d. Sem. f* Orient.
Sprachen, Abteilung 2. 1 (1898), S. 20-^5.
8. Karafmisch-tfirkisehe Sprachproben aus Kaliö* in Galizten.
Wie 7: 1 (1898), S. 172—184).
9. Studien zur osmanischen Syntax. Wie 7: II (1899), S. 105
bis 13<i.
10. Der Personenname und das Wort demir. Wie 7: II
(1899) , S. 2H7— 293.
11. Tfirkisehe Vokal.studien. Wie 7: III (1900), S. IhU— 21Ö.
12. Zu »Der Per:»unenname ^J^l und das Wort deinir«. Wie 7: 111
(1900) , S. 21<;f.
13. Die it'leütcn o Mua n i .s u h c n 1 f u n .s sc ri p t io n.s te x te in guthi-
schen Lettern \. Wie 7: IV (1901), S. 230— 277.
14. Die ältesten osmanisehen Transscriptionstexte in gothi-
schen Lettern IL Wie 7: V (1902), S. 23.^293.
15. Axerbajganische Studien mit einer Charakteristik des
SOdtrirkischen L Wie 7: VI (1903), S. 126—193.
16. Azerbajganisehe Studien mit einer Charakteristik des
Srid türkis eben II. Wie 7: VII (1904), S. 197— 26».
17. Türkise h er Katalog i.slamischer Bl eiste gel, angezeigt. Wir
7: VII (l'.»(i4), S. -277 279.
Ib. Die Sprache der türkisrlipn Tu rfn n - Fr n ^' m c n t c in mnni-
cbäischer Schrift. I. 1. I'^ i u 1 e h n n li. In: Sit/uug>bt;tit.ht.e der
Kgl. l'reuii. Akademie der Wis.sen.schaften 19<»4. i-lll (S. 1389—1403).
' Nach persSnliclier Mitteilnng ist flberall Matii zu schreiben.
Hat J. Sem. r. Orient. SprMlwo. 1907. a Abt. HO
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Geschäftliche Mitteilung.
- ^ —
1. -Der Pids jedes Jalugsngee der »MitteUimgaii« (beBtehead
aus drei AbteÜuiigeii: 1. »OBtaaiatiaclie Stadien«, 2. »West-
asiatiscbe Studien«« 3. »Afrikanische Studien*) betragt 15,
der Preis der einzelnen Abteilung 6 Aiark.
2. Die > Mitteilungen« sind durcb alle Buchbandlungen des In-
und Auslandes su benehen.
3. Die för die »Mitteilungen« bestimmten Zuschriften, welche in
deutscher, französischer, enghschar oder italienischer Sprache
abgefaßt sein können, wolle man an die Seminardirektiou,
Berlin NW 7, Dorotheenstr. 6, oder an die einzelnen Kedak-
teure adressieren.
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Mitteilungen des Seminars
für Orientalische Sprachen
an der Königlichen
Friedrich-WilhelmS'Universität
zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor
Prof. Dr. Eduard Sachau
Olk. ObaHhfltnatirat
JAHRGANG X
DRITTE ABTEILUNG: AFRIKANISCHE STUDIEN
Berlin 1907
Kommissloiisveriag von Georg Reimer
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Mitteilungen
des Seminars für Orientalische Sprachen zu Beriin
Dritte Abteilung
Afrikanische
Studien
Redigiert von
Prof. Dr. C Velten, Prof. Dr. J. Lippert
und Prof. C Meinhof
1907
Berlin
Kommissionsverlag von Georg Reimer
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Inhalt.
Seite
Seminarchronik filr die Zeit vom Oktober 1906 bia August 1907 I
ZeiciMo^mdie das SwevoUcM fai Dmtach-Tcigo. Von Diedrich Wester-
mann 1
Blkke in dM Zauber» nnd GMerweaen der Aikloer Weetefrikaa. (Foftaetnmg.)
Von C. Sptess 15
Die Sprache der Bariöho. Von P. Giist. Alf. Adams 34
Termini technici der Rindereucht treibenden Watusi i» Deutsch -Ostafrika. Von
^ Dahl 84
Ungaiatiacbe Stadien in OaUfKita. (Portaetrang.) Von Carl Melnliof . . 90
Fi i:>;e Bemerkungeil über das Verbum im Masai. Von H. A. Kokken • • • 1*24
Cher Sitten und nebräuche in Hnu«?:! Von A d a m M i c Ii I i r h 155
Kurze Skizze der Lautlehre des Kipangwa. AufgeiioninuMi vom Verfaitöer im
Paügwaiande in den Jaiirea 19()2/03 nach den Vorschlägen vua C. Meinhof
in desaen Werk •Grundriß einer Lautlehre der Bantusprachen«. Von
M. Klamroth 182
über die Bedeotimg der Hauaaaoation fllr nnaere Togo- und Kanerankolome.
Von Plt>£Dr.Lipperl 193
MM. d. Sc«, t Oricat. SimmImii. 1907. HL Abt
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I
Seminarchronik für die Zeit vom Oktober 1906
bis August 1907.
Da. Semiiiar zählte:
a) im Wintersemester 1906/07: 311 Mitglieder — daranter
10 Post- und 10 Eisenbahnbeamte ak Mitglieder des Kursus
bebufe Ausbildung im praktischea Gebraueli der russi-
schen Sprache — und 19 Hospitanten und Hoapitantinnen.
Gesamtzahl der Seminarbesucher: 330 Peisonen.
b) im Sommeraemester 1907: 197 Mitglieder — darunter 6 Post-
und 7 Eisenbahnbeamte als Mitglieder des Kursus behufs Aus*
büdung im praktischen Gebrauch der russischen Sprache —
und 6 Hospitanten und Hospitantinnen. Gesamtzahl der
Seminarbesttcher: 202 PeiBOi|en.
Der Lebik6rpcr bestand:
a) im Wintersemester 1906/07 aus 27 Lehrern und 12 Lt-ktoren.
Zu Beginn den Wintersemesters wurde der bisherige
Hilfslehrer des Hussisclieu, Herr Dr. A. Pjilme, zum etats-
niäßi<*en Lehrer dieser Sprache am Soniinar ernannt. Anfang
Februar 1907 trat Herr Wang Clnng Doo aus 8chan!?hai
als Lektor für den chinesischen Dialekt von Shanghai in
den L(dirkör[)pr des Seminars. Mit Kude des Semesters
siliieden (Ui Hilfslehrer des Russisehen, Herr P. Klent/.e,
sowie die beiden Suaheli -Lehri^ehilfen, Suedi bin 1 ar-
jallali und Tabu bin Uledi, aus dem Dienste des Seminars:
letztere kehrten iu ihre Heimat Hagamoyo in Deutsch- üst-
afrika zurück.
Am 25. Mär/, 1907 verstarb nach kurzem Leiden der
Lelirer des Türkisehen am Seminar, Professor Dr. K. Foy.
Er hatte dem Lehrkörper seit dem Herbst 1890 angehört.
Dem Lehrer des Suaheli, Herrn Professor Dr. Velten,
wurde der Rote Adlerorden IV. Klasse und den beiden
chinesischen Dozenten, Herrn Hsüeh Shen und Herrn
Yao Pao Ming, der Kronenorden IV. Klasse verliehen.
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If) im Somraerscmestcr 1907 aus 26 Lehrern und 12 Lektoren.
Mit Anfang des Semesters wurde der diplomierte Schüler
der türkischen Klasse. Herr cand. jur. Kurt Kamke, ver-
tretungsweise mit der Abhaltung türkischen Unterrichts und
der Verwaltung der Geschäfte der vakanten türkischen
Lehrerstelle beauftragt. Gleiclizeitig traten an Stelle der
in ihre Heimat zurückgekehrten Suaheli-Lehrgeliilfen Suedi
und Tabu die neuen Lehigehilfen Saleh bin Omar und
Makinyo Makanyaga aus Tanga in den Dienst des
Seminars. An Stelle des frühern Hilfslehrers des Russi-
schen, Herrn Klentze, trat Herr Baron Rein hold von
der Osten-Sacken in den Lehrkörper. Am Schlüsse des
Semesters schieden der Lehrer des Arabischen, Herr Pro-
fessor Dr. Paul Schwärs, und der Lektor des Auihari-
schen, Herr Aleka Taje. aus dem Lehrkörper des Semi-
nars aus. Letzterer kehrte in seine Heimat Abessinien
zurück.
Der Seminarunterricht erstreckte sich:
a) im Wintersemester 1906/07
auf 18 Sprachen:
Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, Ägyptisch, Ma-
rokkanisch), Amharisch, Äthiopisöh, Persisch, Türkisch,
Suaheli, Guzerati, Hindustani, Haussa, Fulbe, Bantu- Laut-
lehre, Englisch, Französisch, Neugriechiscfa, Ruminisch,
Russisch und Spanisch
und 6 Realienfächer:
wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygiene,
tropisclie Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch-Ost-
airika, Landeskunde der deutschen westafrikanischen Ko-
lonien sowie Kolonial- und Konsularrecht, Britisches Weit-
reich.
ü) im Soinmorscmester 1907
auf 21 Sprachen:
Chinesisch, Japanisch, Arabisch (Syrisch, A^ryptisch, Ma-
rokkanisch), Andiarisch, Äthiopis(;h, Persisch, Türkisch.
Suaheli, Guzerati, Hindustani, Haussa, Fulhe, Ewe, Naroa,
Herero, Knglistdi. Französisch, Neugriechisch, iiumänisch,
Russisch und Spanisch
und 6 Realienfächer:
wissenschaftliche Beobachtungen auf Reisen, Tropenhygieu««.
tropische Nutzpflanzen, Landeskunde von Deutsch -Ost-
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m
»ftika, I^iodeskande der deutschen westafnkaniaclien Ko-
lonien, Deutscbe Kolonien, wirtschaftliche Geschichte Nord-
amerikas.
Der Unterricht wurde erteilt:
a) im Wintersemester 1906/07 zwischen 8 Uhr morg^ens und
8 Uhr abends.
6) im Sommersemester 1907 zwischen 7 Uhr morgens und
8 Uhr abends.
Fenenkui-sp fanden während der TTerhstferion 190G ^'on^ 15. Sep-
tember his 14. Oktü])er und während der Osterleneu 1907 vom
15. 3Iärz bis zum 14. April statt.
Zu außerstatntenmäßigen Terminen im Man 1907 so%vie zum
statutenmäßigen Termin im Sommer 1907 brachten die nachstehend
▼erzeichneten Mitglieder des Seminars durch Abl^ung der Diplom-
prüfung vor der Königlichen Diplom -Prüfungskommission ihre
Seminarstudien zum vorschriftsmäßigen Abschluß:
1. Franz Schmidt, Referendar, im Arabrach-Marokkanischen;
2. Wilhelm Lange, eand*jur., im Persischen;
3. Heinz Buchen thaler, Oberleutnant, im Chinesischen:
4. Hans Taubert, Oberleutnant, im Chinesischen;
5. Wilhelm Hesse, stud, jur., im Chinesischen;
6. A'rtur Hösel, stud, jnr., im Chinesischen;
7. Egon Krukow, stud, jur., im Chinesischen;
8. Walter Strzoda, stud, jur., im Chinesischen;
9. August Baiser, stud, jur., im Chinesischen;
10. Gottfried Dehio, stud, jur., im Chinesischen;
11. Eugen Neumann, stud, jur., im Chinesischen;
12. Hans Hülsen, stud, jur., im Chinesischen:
13. Erich von Wurmb, stud, jur., im Chinesischen;
14. Erwin Stroetzel, Referendar, im Chinerischeii;
15. Kurt Berger, stud, jur., im Japanischoi;
16. Viktor Riesenfeld, stud, jur., im Japanischm;
17. Jakob Wolff söhn, stud, jur., im Japanischen;
18. Walter Dirks, stud, jur., im Japanischen;
19. Ernst Gier lieh, stud, jur., im Japanischen;
20. Paul Prieß, stud, jur., im Arabisch -Ägyptischen;
21. Herbert Diel, stud, jur., im Arabisch -Marokkanischen;
22. Alfred Freu n dt, stud, jur., im Arabisch-Marokkanischen;
23. Johannes Haake, stud, jur., im Arabisch-Marokkafiischen;
24. Reinhold Oertelt, stud.jur., im Arabisch-Marokkanischen:
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IV
25. Gerhard Gue rtler, stud, jur., im Türkisdien;
26. Kurt Zicmke, stud, jur., im Türkischen;
27. Paul Kutzner, MittelschuUehrer, im Russischoi;
28. Frans Lencer, Eichmeister, im Kuaaiadbeo.
Soweit vom Seminar aus festgestellt werden konnte , haben die
nachstehend aufgofuhrten Mit^rlieder des Seminars während der Zeit
vom August 1906 bis dahin 1907 in verschiedenen Ländern Asiens
und Afrikas Amt und Stellung gefunden:
1. Karl Stein fahr er, Referendar, aus Mecklsaburg-Streliti,
als DolmetschereLeTe bei der Kaiserlichen Gesandtschaft in
Tanger;
2. Martin Fischer, Referendar, aub Anhalt, desgl. in Peking;
3. Kurt Scheffler, Referendar, aus Berlin, desgl. in Kon-
stantinopel :
4. Eugen Löhr, Asse^^sor, aus ProTins Sachsen, als höherer
Beamter bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-
Ostafrika;
5. Eugen Dinkelacker, Assessor, aus Württembei^, desgl.:
(>. Wilhelm Lorch, Oberleutnant, aus Bayern, als Offisier
der Schutz truppe in Deutsch -Sudwestafrika;
7. C&sar Wegelin, Oberleutnant aus Bayern, desgl. in
Kamerun;
8. Gustav Cunow, Oberleutnant, aus Bayern, als Offizier
bei der Grenzregulierungskomuiission in Kamerun;
9. Kurt von Sten^niaun und Stein, Oberleutnant, aus
Schlesien, als Offizier der Schutztruppe in Deutsch -Ost-
a (Vika ;
10. Wilhelm Bock von Wulfingen, I^utnant, aua Han-
nover, desgl :
11. Bnrghard Rabe von Pappenheim, Leutnaoti, aus Hessen-
Nassau, desgl.;
12. Franz Reuter, I^utnant, aus Westfalen, desgL in Ka-
merun ;
13. Karl Lessei, Leutnant, aus Königreich Sachsen, desgl.:
14. Erich Schiller. Kolonialeleve, aus Westfalen, als Kolonial-
eleve bei dem Kaiscrhchen Gouvmement von' Deutsch-
Ostafrika:
15. Fritz Weidner, Kolonialeleve, aus Hamburg, desgl.;
16. Josef Bauer, Kolouialeleve, aus Bayern, desgl.;
17. Albert Hager, Kolonialeleve, aus Königreich Sachses,
desgl.;
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V
18. Gottfried Plauu, Koloiiialeleve, au» Hessen - Nassau,
19. Oskar Karstedt, Dr. jur., Kolonialeleve , aus Berlin,
desgl. ;
20. Moritz Kurz, Kolonialclcvc, aus Württemberg, desgl.;
21. Gustav Lauff, Kolonialeleve, aus Württcinberg, desgl.;
22. Karl Orth, Kolonialeleve, aus Hessen- Nassau, de^gl.;
23. Rudolf Häuser, Verkehrspraktikant, aus dem Elsaß, als
— Beamter bei dem Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-
Ostafrika;
24. Justus Ma.this, Verkehrspraktikant, aus Lothringen,
desgl.;
25. Franz Hiller, Laudmesficr, aus Berlin, desgl.;
26. Ludwig Schoeo, Polizeibureaudiätar, aus der Rheio-
provinz, desgl.;
27. Georg Hesse, Finanzaspirant, aus dem Großherzogtum
Hessen, desgl.;
28. Rudolf Ucgucr, Bahnadjunkt, aus Bayern, desgl.;
29. Max Schar lau, Schichtm^ster, aus Brandenburg, desgl.;
30. Max Spennemann, Forstbeamter, aus Berlin, als Forst-
beamter hei dem Kaiserliehen Gouveraement von Deutseh-
Ostafrika;
31. Felix Jahn, Forstheamter, aus Ostpreußen, desgl.;
32« Bernhard Krumm, Lehrer, aus dem Rheinland, als Lehrer
an einer Kegierungsschule in Deutsch- Ostafrika;
33. Ernst Rottner, Postdirektor, aus Baden, als Vorsteher
des Kaiserlichen Postamts in Konstantinopel;
34. Wilhelm Rothe, Postdirektor, aus Hannover, desgl. in
Daressalam;
Z$, Paul Burthal, Telegraphenassistent, aus Königreich Sachsen,
als Postbeamter in Deutsch- Ostafrika;
36. Kurt Menge, Postassistent, aus Pommern, desgL;
37. Fritz Waßmuth, Postassistent, aus Hessen -Nassau,
desgl.;
38. Georg Krueger, Missionar, aus Hannover, als Missionar
in Sudchina;
39. Ernst Eich ho ff, Missionskandidat, aus Hessen- Nassau,
desgl. in Deutsch- Südwestafrika;
40. Guetav Becker, Missionskandidat, aus der Rheinprovinz,
41. Christian K&lihirt, Missionskandidat, aus Sachsen-
Meiningen, desgl. ■
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VoD den vom Sennnar herausgegebenen Pubiikatiooea K>t
im Dezember 1906 Band XX der «Lehrbikciier des Seioi-
nsTs: Mischlich, Wörterbuch der Haussaaprache« fi^
schienen, während von dem »Archiv für das Studium
deutscher Kolonialsprachen« Band V: Costantini, Lehr-
buch der neupommerschen Sprache, und Band VI: Hendle,
die Sprache der Wapogoro, in den nächsten Tsgen nir
Auagabe gelangen werden.
Der Direktor,
Geheimer Ober-Regieningarat
Sachau.
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1
Zeichensprache des Ewevolkes in Deutsch -Togo.
Von DiEDRicH Westermann,
L AUgemeliiM«
Ansitze zu einer Schrift, .symbolische Mittel der Oedanken>
mitteilung.
£iiiie Schrift hai)eii die K\\ « titj^er nicht erfunden; es fehlt zwar nicht an
gewissen VpimicIkmi. einen Cicdanken diu'ch ein äußeres Zeichen zu fixieren,
um iim mittels desselben wiedei ins Gedächtnis /.urückrufen können;
auch finden wir Ansätze zu dem weiteren Zweck» durch solche, wenigstens
in gewissen, meist geschlossenen Kreisen bekannte oder verabredete Zeichen
einem andern eine Mitteilung zu machen. Aber alle diese Versuche sind
auf niedriger Stufe st^en geblieben und sind stets nur in ganz beschrlnk-
tem Mafia Allgemeingut geworden. Die Gründe zu dieser Stagnierung nach
kurzem Anlauf sind leicht einzusehen: es feldte uWerhanpt das Bedürfnis,
zu dessen Weckung doch ein regerer, mehr interessierter Geist als der des
Negers erforderlich war; es ist ferner charakteristisch, daß man wohl
mancherlei Anfange, Ansätze, aber nirj^ends fin VVeiterbaiirn auf diesen
Anfanf^en, nir<rends pin tieferes Kindringen in ein Problem sieht; der Neger
umcht wohl einen Anlauf, aber der P^rfolg oder auch Mißerfolg reizt ihn
nicht zum ForUsclnilt oder auch zur Wiederholung des gescheiterten Ver-
suches; endlich liegt es ihm ganz fem, eine «gemachte Erfindung zu Nuts
und Frommen anderer weiterzugeben, im Gegenteil, das Geheimnis wird
argwöhnisch gehütet, um soviel als möglich in sdbstsücbtiger Welse aus-
gebeutet werden zu können; niu* einem Lieblingskinde, das des Vaters be-
sonderes Vertrauen geniefit, wird es milgetdlt, oder alier es mufi durch
schwere Opfer erkntift werden.
In alien Versuchen der Eweneger, einen Gedanken zu fixieren, wird
stets der dedaiike als ein untrennbares Ganzes dargestellt, sei es, daß eine
Be<;eberilieit malerisch dargestellt wird, sei es, dal3 gewisse, fest bestimmte
Zeiciif^n fiir Wiedergabe gewi&ser Gedanken dienen. Nie wird ein einzelne«
Wort, eine Silbe oder gar ein Lftut auf'ueyeichnet . sondern stets ein gau/.er
Satz oder ein Komplex von Sätzen. Wiest: Art von Sclirift steht den
EiHreem am niehsten, da sie in ihrer Spradie überhaupt ein einzelnes Wort
(ausgenommen den Fall, daß das einzelne Wort einen selbstSndjgen SatB
bUdet), gesell weige einen Laut, nicht unterscheiden, sondern nur den ganzen
BlitLd8«M.(0ri«Bt.SfM]M0. It07. HL Abt I
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2
WwRWAini: Zeichensprache des Ewwolkes in Dentadi »Togo.
Satz als eine nnteilbai o Einheit fassen. Dieser EiKentOmlichkeit der Sprach-
anffassunp st^'ht auch die TromiDelsjirache nahe, nur fjiht sie statt des
Farhenhildes ein Tonbild, das je einen jj;an7.en GeciiiMken darstellt; dieses
Bild besteht wohl aus verschiedenen einzelnen Teilen, Tönen, die aljer
einzeln nichts bedeuten , sondern nur als Ganzheit einen Sinn haben. Man
kSnnte die Trommelsprache eine fUr das Ohr beredinete Schrift nemient
ebenso wie auch der geübte Telegraphist das Telegramm nur nad) den
Gehör aufnimmt, ohne auf die Schrift zu sehen.
1. Die nichatliegende und naivste Fixierung einer Begebenheit be-
steht darin, daß die ganze Begeb^ihdt bildlich darstellt wird; so findet
man an Wanden Zeichnungen aus weißem oder rotem Ton, die Jagd*
Szenen, Kämpfe usw. darstellen, die aber stets auf eine bestimmte, dem
Maler vor Augen schwebende .Iap;ds/ene tisw. deuten utid an sie erinnern
sollen. Hierbei können natfirlicli nur die Hauptereignisse df*r Handlunp
umrissen werden, die Zeit und nlle Nelienutuständi' kommen gar niclit fum
Ausdruck; sie können nur durch den, der die Begebeniieit miterlebt und
gemalt hat, überliefert und wiedergegeben, gedeutet werden.
2. Ein Fortschritt lit^t in folgendem Ver&hreo: an die Außenseite
der Kalebassen werden Herfiguren gescbnitst, die ein Spridiwort, eine
Redensart, ein * Wort der Alten« darstellen, in dem das geschnitste Tier —
Cham&leon, KrokcNÜI, Sdilange, Leopard usw. — genannt wird; sobald
der dieser Schrift Kundige die geschnitate Tierfigur erblickt, welfi er das
dadurch veranschaulichte Sprichwort zu nennen.
3. An eine lange «Schnur werden verschiedenerlei Gegenstände {je-
bunden . wie Stöcke, Federn. Steinclien, leere Maiskolben; jeder dieser
Gegenstände bedeutet ebenfalls ein Sprichwort (»der eine alte Cberlief» ! nne.
und der Eingeweihte liest sie fließend ab, (Dies erinnert in etwas an die
Quipos der Peruaner, vgl.WAiiz, Antbiopologie der Naturvölker. IV, 470fr.)
Diese unter 1 bis 3 gemannten Mittel der mechanischen Gedankenfixierung
finden sich nur vereinzelt, am ehesten noch in den Farmweilem, wo nach
getaner Tagesarbeit der gewohnte Zeitvertreib der Stadt f^tt und dadurch
der Sinn filrs Beschauliche, Nachdenkliche ^er geweckt und erhalten wiid.
4. Will jemand einen vor ihm Uzenden Termin, eine Verabredaqgi
eine ausstehende Fordcnmg, einen ihm angetanen, noch heimzu? nid enden
Schimpf oder Ähnliches im Gedächtnis behalten, so zeichnet er mit Kohle^
weißer oder roter Ivrde einen Strich an die Wand seiner UQtte oder kerbt
einen Stock ein.
ö. Die Höhe einer ausstehenden Fordenuisz; odei- einer zu zaiiU'in^^'i
Schuld halt man tladurcb fest, daß man fiir je eine bestimmte Siimine.
z. B. t'iir eine Mark, eine ivauninuschel beiseite legt und aufbewabri.
6. Auf Wanderungen macht der des Weges kundige N'orangeliend«
den Nachkommenden dadurch den rechten Weg kraotlich, dafl er auf all«
zu vermeidende Nebenwege Gras oder Bl&tter streut oder mit einem Stock
einen Querstrich über sie deht. Bei Wanderungen durch unwegusi'
Steppen legt der Vorangehende in gewissen Absuden dnen Stein in eine
Baumgabelimg, dies dient den Nachfolgenden als W^zeiger. — Verfolgt der
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Wksikrmakn: Zt'M'l»ensj)rai'lie des Kwevolkos in iJouUdi -^'i ogu.
JSger die Spur eines Wildes, so lep^t or an der Stelle, wo die Spuren
vom Wege ab in den W^ald oder Busch führen, ein BlätterbQschel nieder,
dies dient einem etwa nach ihm der tileirhen Sptir nach^ehondon .Tai^er als
7.p]rhen, daß schon jemand auf der Fährte des Wildes ist; er kehrt des-
liaih um, weil sonst der andere, durch das Geriuiscli getauscht, auf ihn
schießen kütuite. In anderen Getjenden knickt dei- .lägei- die jungen Zwei^io
zu Seiten seines Weges ein; ein spater des gleichen Weges Gehender sieht
aogleich, ob die Kniekungen fiisch oder sdion vom gestrigen Tage, alio
Itlr ihn unbedeutend, sind.
Das bisher Genannte erinnert immerhin einigermaßen an das Sehrwi-
ben, sofern es Mitteilung an einen xeitUdi oder riumtich Entfernten be-
zweckt; daneben gibt es noch eine eigentliche Zetchenspradie «wiseben
Person und Peison unmittelbar, die also nicht dazu dienen soll, einen
danken fest/.ulialten, sondern nur, ihn auf anderem als dem ge\' nlinlichen
Wc<;e der Sprache w eiterrngeljen. Hiervon wird in nnsgiehigem Maße und
in mancherlei Art Gebrauch gcniaclit; mittels dersellien kann niTi sich
b^juem unterhalten, o!>ne daß ein dabeistehender Uneingeweihter tiwas
vereteht. Zu dieser Zeichensprache wird auch gern gegriffen, wenn man •
etwas Delikates, Indezentes oder eine Trauerbutsctialt zu berichten hat.
1. Ist jemandem ein schweres Unglück zugestoßen, oder hat er eine
schlimme Nachricht zu melden, so nimmt er ein Blatt zwischen die Lippen;
dies bedeutet, niemand darf ihn anreden oder fragen, und auch er darf zu
niemandem sprechen; vielmehr gellt er direkt ins Geh6ft des Hluptlings,
wo er sich still hinsetzt, bis einer der anwesenden MKnner aufspringt und
dem Boten zuruft: »Das gewaltige Tier weigert sich nicht, zu brftllen« ;
hiermit hat er dem Überbringer der Nachricht lodemnit&t zugesichert und
er darf sprechen.
2. Das TT-aLren fines dunkrlioten Unischlagetuches ist Zeichen tiefer
Trauer; beim l'odc eines Häuptlings tragen es alle seine Angeh5i'is7»'n und
zeigen dadurch de?» Todesfall an; es ist nicht gestattet, den IVaueifall
mundlieh bekanntzumachen oder t'iberhaupt von dem Ableben des iiäupt-
lings zu reden. Auch in die Nachbarorte werden Boten, mit diesem roten
Tuch bekiddet, geschickt; jedermann versteht die Bedeutung dieser Sen-
dung, ohne den- Überbringe* zu fragen.
3. Pfeffer und Salz (auch Flintenkugeln und Salz, oder Flintenkugeln
imd Maiskörner) sind Symbol filr Krieg und Frieden; der Hiuptling eines
kriegslustigen oder schw r I f-Ieldigten Stanunes schickt an den feindliclien
Stamm einen Boten mit Pfeifer und Salz; nimmt der Häuptling den Pfeifer
an und seliickt das Salz /ur&ck, SO ist damit der Krieg erklärt, im andern
Falle bittet er um Frieden.
4. Als im Akwamukriege ' dei' Häuptling von Feki''*, ein Vasall des
Aku iunukünigs, zur Pllege seines krank gewordenen ^Sohnes hehnkehrte
und infolgedessen viele seiner Leute ebenfalls den Kriegsschauplatz ver-
* Akwamo ist eine Landsdiafi westlich von Togo, am Yolta.
* Peki ist eine Akwamu irtther unterworfene Landsdiaft dwndert.
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4
Wmwhaiik: Zekbensiiradie des Ewevolkes in Dentaeh-Togo.
ließen, schiclcte ihm der Akwamukönig 12 volle Maiskolben mit der
Drohung, für jedes Korn der 12 Maiskolben werde er ihn um 100 AoAi
(1 höht ^ 1 Jftark) strafen , falls er nicht alsbald auft Schlachtf(d4 zurllckkelire.
5. WeiBer Ton ist Sinnbild der Unschuld, Freisprechung, Rufi oder
Kohle das der Schuld. Verurteilung. Bei Gerichteverhandlnngen werden
nach der geheimen Beratung der Altesten («Geschworenen«) der ta dieser
Geheimberatung Freig(>8procfaene mit weiBem Ton, der Verurteilte mit
Ruß oder Kohle auf dem rerlitcn Ann und am Kopf bestrichen; hier-
ni!i ist ihnen der Gerichtsentsclieid, ohne noch ausgesprochen zu werden,
diktiert.
H. Das Zerreißen eines Prrashalmes be<if'iitt't gän/.lirhr TrcTuitJuc
/.wiseiicn Eltei*n unti Kitidern; dies kommt soltfii. mii- narh niv^tcm Stseit
vor; scheiden sich so Vater und Sohn, sijul .sie fiutan einander wie
Fremde; selbst wenn der Vater stirbt, dar! der Sohu au der Totenfeier
nicht tdlnehmen.
7. Wenn äwei feindliche Parteien sich rersöhnen, so wird im Ge-
hSft des Hftuptlings eine rote Muschel zerbrochen, dem Vertreter jeder
Partei ein Stück gegeben und der Rest ins Meer geworfen. Hiermit ist
der Friede offiziell geschloasen.*
8. Der Ilorndeckcl eines Käfers, lun den Hals getragen, bedeutet,
daß man freundlos oder der einzige Ül>erlebende unter seinen Angehörigen
ist: dasselbe wird nuch beim Tanzen dadurch ausgedrückt, daß man einen
Finger nuf die Brnst lei;t und dann huclihebt.
9. Der fast eigioße, äußerst li;trte Same einer i^ian»- u ird um den
IlaLs getragen als Zeichen der Ausdauer lujd Furclltl(lsi^keit. des 'I'n>tües
gegen seine Feinde; dem gleichen Zweck dient eine gewisse, besonders
bd Jünglingen beliebte Haarfrisur.
10. Hierher sind auch zu rechnen die Abzeichen der HJUipilinge und
KGnige, die alle eine symbolische Bedeutung haben. Es sind dies in
Silber oder Gold erhaben gegossene Bilder, die auf dem hölzernen GriiT
des Staatsschwertes (flt/'KS, dta$i^) oda* auf der K5nlgstrommel befestigt
werden, oder ans Hut/ uesehnitzte und auf den Hauptlingssehirm gesteckte
Figuren. Meistens sind es Tierfiguren, die die Maclit des Häuptlings und
seines Stammes darsteilen, z, B. eine adfitca genannte, sehr kleine Antilope,
die von sich sagt, sie sei der Könifx der Tiere (-der I'^lefaut ist im Walde,
aber ich bin der Herr des Waldes •)■• «in Leopard. Löwe, Adler. H'sdn.
Krokoilil, ein Mensch mit einer Flinte oder einem wie zum Köpfen beitit
^eluUtenen Schwert in der Hand. Zweigt sicli \on einer Ortschaft ein Teil
ab und gründet eine eigene Niederlassung, so tragen beide als Alizeicheo
auf ihrem Staataschwert ein kldnes, gegossenes, doppeltes Staatsachwert,
d. L an einem Stiel befindet sich an jedem Emde je ein Sciiwerl. .\uf die
KönigstrtHnmel ist oft eine sehr giftige Schlange {JtroäMima) geschnitzt als
Zeichen, dafi man nicht mit sich spaßen lasse und jeder sieh rorsetien
mOge, bevor er mit dem Besitzer dieser Trommel Streit anfange.
^ Vgl. Reiodorf, Htstoiy of the Gold-CoasL
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WEarncKHANir: Zeicheuspniche des Ewevolkea in Dentsdi-Togo. 5
11. ESne auf die obige Art g^ossene, auf eiuein Schwert befefrtigte
Fliege bedeutet: «Geh, kioipfe und stirb!- Wird ein solches Schwert
vom HXupÜing dem Truppenfiihrer geschickt, so ist das flir ihn der Bd^dil,
lieber im Kampfe tu ialten ab liesiegt heiinxukehren. Eine Schnecke auf
dem Schwert sagt: Sei vorsichtig und laß dich uidit leicht fangen wie eine
Selm« ( Ue! Eine Axt bedctitet Fähigkeit, durch dick und dQnn au dringen
cur EiTcichuog seines Zieles.
Einige weitere, allgemein bekannte und anerkannte Mittel der Mit-
teilung und Verständigung seien noch genannt.
12. Die Zahl der .Sklaven, die jemand geknuH hat, wird anj^e/.eigl
durch ebenso vii le Kauriniuschein , die auf eiue ädiuur gereiht um ein
Stuhlbein gebunden werden.
13. Trifft man jemand, den man besuchen wollte « nicht zu Hause»
so zupft man eine Handvoll Dachgras aus und 1^ es vor die Tflr, oder
man zieht einen im Geb6ft stehenden Gegenstand, z. B. einen Topf, von
seineui Platz, auch legt man wohl seinen Spastierstock vor der TQr nieder,
nm 90 den Helmkehrenden von dem beabsichtigten Besuch in Kenntnis zu
setzen.
14. Jedermann, der unterwegs im Walde i-ino. angezapfte Weinpalme
mit dem geffditeii Topf darunter findet, darf nncli Belieben aus diesem
'l\)|d' trinken untei* der Bedingung, daß ei- vor dem Fortgehen ein Blatt
auf den Stamm der Weinjmhne legt, ri.tci läßt er dies, so wird sein Tun
als Dieiistahl angeselien und lj(>sti al'i. t^heuso darf jeder Hungi ige aus dem
auf der harm stehenden Jani>>pficlier sich eine Jainsknolle herausnehmen,
rüsten und essen, wenn er vor dem Fortgehen mit dem Fuß oder einem
StcNrk einen Strich quer vor den Jauisspeicher zieht.
Id. Hat jemand einen Baum, besonders eine Weinpalme, gefallt,
ohne unbestrittener Besitser zu sein, so l^gt detjenige* der ebenfalb An-
spruch auf den Baum erhebt, ein Böndel Palmblfttter oder Gras auf den
Baum, oder er ninunt die zur Aufnahme des ausrinnenden Palmweines
untergestellten Tupfe weg und stellt sie abseits; .s(»bald der Filier der
Palme den damit ausgedrückten Einsprucli merkt, kelirt er um in den Ort
und fragt nneh dem Tater; dieser tnilflet sich, imd mm geht man in He-
nieinsehafl der Allesleii und eines Knalien au.s ji- eim r Familie, uui an Ort
und Stelle die Besitzgrenze fest/.u.steUen und Ji-iIi-n Ans[)riu'hp zu prüfen;
die Ivnaben werden als Fortpllanzer des Entselieide.s uulgeauuanen.
16. Nach heidnischem Reiigionsgesetz ist es verboten, eine ganze
Traube PalmnCtsse, Pissng- oder Bananeiifrüchte oder ein ganzes BQndel
Brennholz in den Ort zu bringen; vielmehr maß die Traube, das BQndel
vor dem am Ortseingang stehenden (das tJhel abwehrenden) galgenartigen
Gerüst niedefigdegt und in kleine Teile zerl^ werden, bevor es in den
Ort gelangt. Stellt nun Jemand eine solche Traglast ab, um sie später in
kleineren Mengen heimzuholen, so legt er ein GrasbOndel oder eine Hand-
voll Erde darauf; hierdurch ist die Last als Eigentum eines anderen kennt-
lich gemacht, tmd dies Zeichen wird stets respektiert.
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Wk!)"! ermann: Zeichensprache des Eu'cvoikes iu Deutsch - Togo,
2. Die Trommelspraehe.
In der R<'gel werden bei dw rruinmeisprache drei Troininela initje
verschiciieaer Tonhöhe gehrauclit:
a) Die beiden atupani, ein KUsainineDgebüriges Trommelpaar; nun
unterscheidet die mlnnliche und die weibliche Atu}>ani, und swar hat die
männliche den höheren (d. I. den hdleren, stirkeren)» die weibliehe den
tieferen Ton.
b) Die <Auha\ ihr Ton ist noch tiefer als der der weiblieben Ata|nnL
Die beiden Atupsni sind in der Form dnander gleich » sie sind aus
H0I7. geschnitxt» haben eine Brette von 50— 80 cm und eine Höhe von
100 —130 cm; nach unten verengen sie sich haLsartig, so daß sie einer
groLVn tjmgestnl|)ti'ti Flasclir f^lpichcn. B^irlr sind an der nheren, weiten
ÜfTnung mit Tieiliaiit lu'Sjiannt; der Ton unterschied wird dadurch hcr-
gf'stellt, dnß ilif Haut der männlichen 1 roiniiifl fester erespannt . also straffer
ist als die der weibliclien. licitle Tronimeln werden nahe aneinander ge-
stellt, so daß ein zwischen ihnen stehender Mann bequem beide schlage»
kann; an einem zwischen beiden eingeranmiten gegabelten Stock werden
sie festgebunden. Die Abuba ist breiter und hSher als die Atupani und
wird in der Regel mit der dicken B&fTelhaut bespannt; sie wird vod einem
Eweiten Mann bedient. Im Notfall genflgen jedoch auch die beiden Atupini
aliein zum Sprechen*
Kine z.weite Sprechtrommel, die för sich allein geschlagen wird, ist
die ayhlotiu , d. i. Hakensclilägellrommel; sie wird, wie übrigens Atupani
und Abuba auch, mit einem rerhtwinkliti ^eh«»«ienen llolzschlägel gesrli!a!rpn.
während die meisten S p i c l trnmmehi mit d^n ll liidefi i:e>ehlnp;eii wcnl- ri.
Die Agblüwu ist be<leutend iileiner als die Alupuni und Aliul>a; sie wii\i
beim Schlagen unter dem Arm festgehalten; sie findet lauge niclit so aus-
giebig Verwendung wie die drei vorgenannten.
Wahrscheinlich haben die Cweer die Tromnidsprache von dem Tsehi^
Volk auf der GoklkQste erhalten; die Atupani und Abuba stammen, wie
schon ihr Name zeigt, sicher aus dem Gebiet der Tschispradie, und auch
die Wörter lud Sit«e der Trommelsprache sind in der Reget Tsclii und
nicht Ewe. Viele Leute lernen eigens die Tschisprache /.u dem Zweck,
die Trommelspraehe verstehen zu können. Im Norden des KwegeWete«
hat die Trommelsprache weitere Verbreitung als im Süden, wie der ganze
Norden überhaupt voui Westen, dem Tschigebiet . sj)eziell dem Asantereich,
stark beeinllußt worden ist (hierher kouunt z. U. aueh der iraii/e Könijs-
pomp) während das südliche Kweland vorzu^^sweise unter üsilichem, also
von Daiuiuie kouuneudem EinÜuß gestanden ist.
Die AgblQwu ist eine im Ewelande heimische Trommel; sie wird ia
der Ewesprache geschlagen. Bemerkt sei noch, daß auch die Eingeborenes
selber die Gedaokenmitteilung mittels der Trommd •Trommdspraclie«,
nennen; do wugbe heißt: die Trommdsprach« anstimmen , sich der
Ti-oromel bedienen.
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WikjtiLU^A^iK : Zeicheiispractie des Ewevolkes in Deutach - Togo. 7
Faat jeder EingeboreDe beiierrscht die Trouiinelspraclie uml versteht
auch sie zu schlagen. Die Kinder lernen sie meistens auf dem Felde,
wohin sie von ihren Eltern mitfi;enonimen werden. »Sie schnitzen sich zwei
Stöcke von verschiedt-ner Dicke oder Liin^e (also von vfn-scfiiedenem Ton),
ief;en sie über die Knie und schlagen sie mit zwei anderen Stocken. Den
FrautMi ist es nicht f*estattet, die Spiechtroniinel zu rüliren, auiv i m Not-
lailen; wtna ■/.. H. alle Männer weg, in der Steppe oder im Waide, sind
und es tritt irgeudein wichtiges Ereignis ein, darf eine der TrommeU
Sprache kundige Fittu die Männer mitteb der Sprechtrommel von dem
Geschehenen in Kenntnis setasen.
Die Tonsfasl&nde zwischen mlnnlicher, weiblicher Atupani und Abnba
sind etwa je dne Quarte. Es beseiehnet also die mSnoliche Atupani den
(in der Schrift durch ~ wiedergegehenen) Hochton, die weibliche Atupani
den ("^) Mittelton, die Aliuha den (^) Tiefton. Die ganze Trommel-
sprache der Eweer beruht nämlich auf den musikalischen (und
dyn'Tmi?5chen) Sill)eti tonen. ,lede vSilhe wird ]i- nnrh ihrer Tonhöhe in
der gesprochenen Spraciie durch einen Ton aul einer iler diei Trommeln
wiedergegeben. Lärjfje und Kürze einer .Silbe kontien hierbei nicht aus-
gedrückt werden , wolil aber die rhythmisclien Intervalle /wiseheu den
einzelnen Tönen; der dynamische StarkUm wird durch stärkeres Auf-
schlagen ausgedrückt So erlAlt s. B. (König) drei Schllge: einen
auf die weibliche Atupani , swei auf die inKnniiche; Njfänkdp^ «rliftlt den
ersten Schlag auf die weibliche* den sweiten auf die mSnnliebe* den ersten
wieder auf die wdbliche Atupani. Mandimal trommelt man mittels nur
2 Tönen (also 2 Tronuneln), wobei dann die Mittelt5ne je nach ihrer
.Stellung den liocb- oder den Tieftönen zufallen, und benutzt in die.sem
Fall die Abuba, um den dyii.unixhen Ton au^udrücken oder auf eine
Silbe !)«»sonderen Naciichuck zn lrü;en. — Nun kann ja an sich z. H. ein
IvoHiplex von H Sill)en mit heslimmter Tonhöht' (wie /.. H. qhenf) nur ein»;
Be<lent»ing hah<-n; dfin liegen über ist aber zu sagen . daß ein ein/.elne^s Woit
als selbständigem danzes in der Kwespracijc überhaupt nicht existiert und
auch auf der Trommel nicht wiedergegeben wii'd; e-s werden vielmehr stets
nur ganxe Sitae baw. Satakomplexe getrommelt, und so kann natürlich in
einem andern Satisusammenhang das gleiche dreisilbige Wort mit einem
Tief- und swei HochtSnen einen ^nx anderen Sinn haben. *
Das mittds der Sprechtrommel AusdrOckbare ist also gewissermaßen
ein Vokabularium, das anstatt aus einseinen Wörtern aus Sitzen und Satz-
komplexen besteht; der Inhalt die.ses > Voknbtilars ' muß natürlich dem
Trommelnden und dem Hörer bekannt sein, d. h. er muß von vornherein
wissen, was dieser oder jener Trommel.satz bedeutet, ein nicht Kintjeweihter
wurde iim niclit verstehen können. Eben diese Silhentön«', die im Kwe
eine so wichtige Rolle spielen, machen die Sprache auLV'rordenilich ge-
eignet, auf rhythmische, musikalische Art wiedergegeben /.u werden, ja, sie
mußten bei einem \'olke, das eine so fast unbezwingliche Neigung hat,
> Tg^. mein •W&rlerbiwh der Ewe« Sprache-, Eudeitoog, S.25*ff.
8 WamuiAini: ZeidieMprmdie des EwerolkM in Deotach-Tofa
ji-<!iii r<in nachzuahmen, fast notw emlig dar.iiif hinriihirii •. /.uinal wenn es
iiiiei» praktischen Bedürfnissen so sehr entge^t-nkaju, vvit' es hier dt-r Fall
ist. Auch die gesungenen Melodien der Eweer sind durcliaus al»liäii;{ig
▼on d«D Silbentonen der Spivche: ein llochton in der Sprache wird abu
sowohl auf der Trommel ab auch beim Silben xu einem Hochton«
ein Mittelton «um Mittelton usw.« und hiernadi orientiert sich die ganze
Melodie.
Schon hieraus verstellt sich, daß die Trommelsprache nicht eigentlich
einer gemeinsamen Verabredung ihre Entstehung verdankt. Viehnehr wird
man sich denken können , daß Anfanglich in ganz natürlicher Tonnach-
ahnninü (]lf Tonbilder krii'rerer, oft gebrauchter Atisdrüfke, 7. W. der N.ime
oder tMf) rühmender Ht iiiame dev Häuptlings, niif der TrorntHel vvif<lt'i -
gegeben und -inch olme wfiteie> \(in jedem HOier verstamlen \vurclt.n.
Auch die Bildiaig größerer Tonfigureii bcndit ja stets auf den Tönen der
ge.sproclienen Sprache; freilich werden solche nicht f^ne weiteres ver-
standen , aber ihre Bedeutung verbreitet sich sdir rasch in die durch den
Klang der Trommel errtichhare Umgebung.
Die wohl urspriingliche und auch jeixt noch vornehmste Bestimmung
der Trommelsprache ist die eines öffentlichen, obr^^eitlieheD Nachridiien-
dienstes vom Wohnort in die umliegenden Farmdorfer und Steppen und
von Ortschaft zn Ortschaft. Und /.u diesem Zweck ist sie vorzuglich gp-
eignet; die Zahl der allgemein bekannten Ttmfiguren, also Sätze, ist doch
so groß, daß sie fast alle Verhältnisse und nio^lirljen Ereignisse des rif»-
faehen, in fest <:e!iiitulfii»'ti Regeln verlaufenden I^ebeiis dtr Eingehe ut-ueji
iiinfaßt; außerdem i.«st es tietn Tronuuelnderi leieht. dei" l idmuieisprache
nicht angehörige Wendungen zu umscin eiben , .so daß in Wirklichkeit nicht
bald ein Fall eintreten wird, dem der Trommler nicht gewachsen wire.
Handelt es sieh nicht um eilige, wichtige Mitteilungen, sondern lun harm-
lose Unterhaltungen, so rfihrt man die Sprechtroaimel fr&h morgens» spit
abends, nachts oder aüch wihrend des Regens, weil dann der sonst herr-
schende Tageslftrm nicht stört; auch behaupten die Eingeborenen, wih-
rend der Tageshitzr dringe der Schall nicht so weil wegen der heft^
zitternden Luft; Jede lonfigur wiixl dreimal, o(i auch noch hauBger. ge-
schlagen. Bei ruhiger Luft und falls auf einem etwas erhöhten Platz ge-
ti"<»minelt wird, ist der Schall wrnii^sten« ;nif eine Entfernung von
G Stunden deutlich veriit'lunljar und d:is ( ii'trt»min»Mti' «leinHörer \ t'l standlich.
(Man kann die i rommelspraclie sowohl der 1 eleplumie al.s der Tele-
graphie vergleiriien; ersterer, sofern der erzenigte Sdiail m die Ferne ge-
tragen whrdf um dort gehört, verstanden und beantwortet au werden,
letaterer, insofern nicht das Wort der menschlichen Rede» sondern dneauf
rdn mechanischem Wege erzeugte Schaltfigur das Mittel der Mttteiltuig ist,
nur daß bei der (Morse«) Tel^piaphie Uoge und KQrae, bei der Trommel-
sprache Hohe und Tiefe Hir die Bedeutung des Schalles baw. Tones ent-
scheidend sind.)
In der Regel beginnen du« Unterlialtn nucn nuttels der Trommcl-
.sprache mit einer (ebenfalls getrummeltcn) Anrufung oder einem 'Lobpreis
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WssTKRtLANN: Zeicheiispraclie de« F.\vevolk<*.s in Deiit.scli-Togo. 9
Gottos. iiru! zwar wird hierbei stets nur der Name des huchsten Gnttes (in
Tschi Nyahkopqn oder Odomankama^ in Ewe Mawtt), nie der einer Unter-
l^ottheit (Tschi ahosom, Ewe trfi) {»enfliint: einipe sc^IcIhm' Annifitnp:fn sind:
• Großer Gott. SrhRpfpr des Hiiiimels und der Erde, der tlu Kf^rcn iitul
Sonnensciit'in gil)St, außer dir fürchten wir nichts! Großer Gott, hilf uns!
Wenn du uns hilfst, fiirchten wir nicht-s.« »Üie Wege durchkrt-uzcn die
Flusse, d'w. Vlüssti durciiicreuzen die Wege; welche sind älter?« (Antwort:)
•Die Wege stammen von llenvelieii, die F1fl»e Icommen von Gott.« «Von
alters her, von alters her, Gott ist von alters her; er hat alles in die Welt
gescbiciit voD alters her!« «Die Termite zernagt Dinge, sernagt Gottes
Dinge, aber sie semagt nieht Gott.*
Eine sdu* wichtige Rolle spielt die Sprechtrommel im Kriege; jeder
Befehl an die Krieger oder anch an einen weiter entfernten Heerest«»!!
wird mittels derselben bekannt gegeben; Jäger von Beruf durchstreifen
fortwährend da> Gclandr und teilen jede Bewegung des Feindes sof]cl«'ich
dein Tjonimlcr mit, der sie nlsh.ild detu Heere l»<>kanntpil)t. Atich der
Verkehr mit den» i'eindliciien Ii« t i t^ findet auf ehendiese Weise statt. Der
Iläuptlint; l8ßt B. seinen Gegner auriurdern: »Wenn du Mut hast wie
ich, dann komm mit deinen Leuten uioi-gen frfdi nacli dem Dorf A.; dort
wolteo wir kämpfen.* Gern gefallen sie sich darin, das feindliche Heer
au sehnAhen oder in Angst zu jagen: «Wenn ihr kein Pulver und keine
Kugeln habt, so kommt nur her; wir geben euch, damit ihr auch Krieg
(Dhren kdnnt* «Ihr habt Pulver gekauft, aber kein Hers (Mut)! Nicht
mit Pulver allein kimpft man; man braucht auch Hers dasu.« »Geht und
kauft eudi Kraft hei dem K6nig, der Kraft hat.* — Durch die Trommel-
sprache wenlen die sich zerstreuenden Krieger wieder zusammengerufen,
wird ihnen Siep: oder Niederlage, der Refi'hl zimi .XnixrifT oder zum Rück-
zug. e\entMell mit Atc'-die des einsuschlflgenden Weges und der zu beob-
achtenden Taktik, imiuil 'ilt.
Auch wenn ein Naclil)arort von der bevorstehenden Ankunlt eiue.H
europäischen Beamten, einer größeren Karawane usw. rcchizciug benach-
riditigt werden soll, femer bei Einberufung von Palavern, VerkAndigung
wichtiger Geriehlsentaeheidungen , Erlassung von Gesetzen leistet die Sprech-
trommel gute Dienste. — Häufiger und zugleich harmloser sind die Gespritehe
und Neckereien, die die Trommler zweier Ortschaften im Auftrage oder
doch Einvei«tindnis des Häuptlings miteinander ftihren. Jeder Ort, auch
jetle hervorragende Persönlichkeit, hat einen Beinamen; dieser wird (lieber
und liäu6ger als der eigentliche Name, weil er bezeichnender ist) auch auf
der Trommel wiedergegeben. Will man nun mit den Vertretern einer Ort-
schaft, dem Häuptling, Spieeher odci' einem Vitesten ein <ies[iräch an-
knüpfen, so wii-d (nach der oitcn eiwiilinlen Aniiifnnu (iottes) /.uerht <ler
Tromnielnauic dvs bell clVcnden Orte.s (uier .Manne.H dreimal geschlagen; eine
Antwort wird nicht abgewartet, vielmehr als selbstverständlich vorausge-
setzt, duß der Ruf an die beabsichtigte Adresse gelangt ist, und das
GesprSch knQpft sich unmittelbar an den Anruf. Nach der ersten Pause
f&ngt auch alsbald die Trommel de» angeredeten Ortes an zu reden, und
10 WESTEttxAMN: Zeiclieiispmche dea Eweralkea in Deotack-Togo.
so dauert die I nterhaltuntj ofi stundenlang. HierlxM kann es sich >..\VMiil
um uilVniliclic als um piivate Angelegenheiten han irln: am liclist«*n aber
werden solche Diskurse aus reinem Übermut gclüiut und arim daiiu m
der Regel in Streitigkeiten aus, indem jeder den andern an Neckerei»,
Schinthaiigeii und ^bstrulim xa Qberbieten sucht. Doch werden solche
Beschimpfuogeo nielit eigentlich ernst genommen und werden nicht Ursache
SU tiefer Cntsweiung. So b^innt s. B. der Trommler damit, daß er auf
iigend ein veiigangenes Ereignis odei* auf eine swiichen den bekieB Ort^
Schäften anhängige Streitsache anspielt, eine filr die Bewohner des ange*
redeten Nachbardorfes unangenehme, peinliche Bemerkung macht, worauf
der Gegner die Antwort nicht schuldig bleiht. sondern in den knIiligNten
Attsdrucken erwidert. Hierl>ei werde-n trevn sprichwörtliche Redensarten
gebraucht; wenn zwei Ortschaften v(»n gleicher (jrOße uüteijiander strciteu,
die eine sicli aber fur stärker halt, so ruft ihr Trommler der anderen xu: »Das
Huhn hat 30 Klügeliedern, der Habicht hat audi 30 Flugelfedern, aber der
Habicht raubt das Huhn.« Hat jeiuand ohne Grund den großen Herrn
gespielt, so ruft man ilun su: «Wenn die Eidech&e tut, als ob sie so schwer
berauscht wSre, was soll dann der Atakplt machen?« (AtakpU ist ein in
der Weinpalme lebender Engerliqg, er lebt also an der Quelle des Fsloi'
Weines und bitte eher Grund, sich betrunken xu leigen.) Will dne kleSne
Oi'tachaft mit einer größeren Händel beginnen, so verspottet man sie : -Die
Fliege sitzt auf dem Rücken der Schildkrute. Wozu? Sie kann sie nicht
stechen. Wo seid ihr? Di«' Fliege sitzt auf dem Rucken der Schildkröte;
Wozu;' Und ihr.' Sie sitzt umsonst dort, kann nichts machen.« «Das Wild-
schwein sagt: 'Wenn ich mich im Schlamm wälze, dann werden die Blätter
mit weißem Schlauau bespritzt.« (Mit weißer Erde wird der l^nschuldige.
Freigesprochene bespritzt. Sinn: Wenn ein großer König sich zum Kriege
aufmacht, dami zeigt sich, wer tapfer ist und wer feige.) Ist die Juog-
mannschaft mit einem Beschluß der Ältesten nicht einverstanden, so liflt
sie austrommeln: »Wenn ein Unglück entsteht, so haben die Alten die
Schuld. Fort! Eisen tersehUgt Eisen! Wenn ein UuglOck entsteht, so
haben die Alten die Schuld!« Em Streit, wer der Größere sei, d^ König
oder sein lleei'. wird so entscliieden: »König, Ueo*, was hi der König.^
Was ist das Heer? Wo ist der König, wo ist das Heer? Der König beruft
das Heer, das Heer setzt den König ein.« (Beide sind also ohne den andern
nichts.) Um einen aufgeregten Häuptling y.n begütigen, trommelt man:
• Der König gehe langsam, der König der Kriegsheer»' ^eiie Iang>ani, laug-
saui iai gut, langsam macht der Wurm, der die Olpaime zernagt.«
8. TrompetfiBStgnale.
Jeder Häuptling hat ein oder mehr^ Trompetenhomer — in der
Ri^el ein Elefantenzahn, sdtener ein Antilopenhom — , die nur in sdntfi
Auftrage von einem mit diesem Amt betrauten Mann geblasen werden dflrfes*,
das Mundstück befindet sich an der Seite; beim Blasen wird vor die Offnutig
der Spitxe ein Finger gedrOckt und durcli Wq^efaen desselben der Tos
ijiyiiizeQ by GoOglc
WE8TERMAj«N: Zeiclienspiuchc dcit KWevolkcs in Deutsrh - Togo. ]1
des Hornes erh5lit; sehr oft wird die kleine, agblowu genannte Trommel
als Begleitung zu diesen Trompeten geschlagen. Der Ton der Trommel ist
der tiefste des so entstellenden Drciklanfrps. Es ist jedoch hier nicht so
vvif» hei der eigentlichen Trommelspraclie, flnß tii«^ '\ S[.r :icht5ne auf Trom-
j»ete iiiul Tromnipl vprtcilt wcrrlm, sondern iniin unterstfieidet nin* Hoch-
iind Ticilüne, und diese weitieo mittels tier Irtiuipete ausgedrückt, wäh-
rend die Trommel eine für sich redende tiefe Baßstiuime wiedergibt.
Jede dieser Trompeten niut hat ihre ein fur allemal festgelegte Me-
lodie, oder vielmehr sie gibt eioen bestiromteii Satt( oder Gedanken wieder.
Sobald eine neue Trompete entaiiden wird, bestimmen der HlupUing und
seine Umgebung das Wort, die Rede, die4ttrch die Trompete ausgedrQckt
werden soll; es ist dies meistens eine Art Losung, die an do mlinireidies
Ereignis aus der Vergaqgenheit des eigenen Stauuues in Icurzer, prägnanter
Form erinnert, z. B. >wo sind die Feinde?« (d. h. sie sind gellohen). Di^
«er Satz wird wie hei der Trommelsprache den Silben der Sprache und ihrer
Tonhohe entsprrehrnd auf der 'rrnnipcle wiedergegeben. Als Einleitung
zu jedem scjielien Signal wird aiieh hier der Name und Beinauie des Häupt-
lings, der trdnipcten läßt, gegeben. In der Regel werden nüt einer Trom-
pete aber aiu- einige wenige Sätze wiedergegeben, so dass eine eigentliche,
längere Uuterlialtung wie bei der Trouunelspiache hierbei ausgeschlossen ist,
höelistens insofern das Signal der Trompete eine Anzuglicblceit für den
Hftuptling des Nachbarstammes enthilt und dieser sieh au entsi)rechender
Beantwortung herau^efordert sehen kann. Im gansen haben also diese
Trompetenstimraen nur den Zweck, den Ruhm des Häuptlings und Stammes
den eigenen Stammesgenossen und den Nachbarn in &innerung zu bringen.
Einige dieser Trom{)etensätze sind: >Howusu Krakadie, afia deke ^
menyp kpo me o löl- «H. K. (Namen des Häuptlings von IIo [sagt:))
an keinem Ort ist ein Stall!" (Dies rief der Häuptling von Ho den tlielienden
Griern nach; auch wenn sie naeli Hause flolten. würden sie dort keinen
l)ei-geüden Stall üiiden, sie sollten liehei käujplen, das sei <lie beste Siciier-
lieit.) »Tende Kua (Name des Trujjpeiilulirers von Koioenu), eyi hohoho«,
• T. K. ist schon längst fort« (/.ur Verfolgung des Feindes, deshalb auf!
ilun nach!) »Lu wolA be, Dagadu nede kuku na yea? • »Oblo gbloe dzro,
gblo gbloe dxroN -Sagt er wirklich, D. (der H&uptling von Kpando) solle
ihn Intten?« »Er sagt, sagt es umsonst, er sagt, sagt es umsonst.« (Die
Frage erfolgt mittels der Trompete, die Antwort im tiefen Baß der agblowu-
Trommel). -Fia Tende Kua, woenye fia nyoi!« •König T. K., du bist
ein guter König!*
4. Mimisohe Tftnae, PantomimeiL
Zum Klang der Irounnel wird in der Regel getanzt; selbst Kinder
machen fast unwillkürlich tan/.ende B«;wegungen. soliald sie die Tnnnuiel
huren. Jede Trommel hat ihre bestimmten Liednteludien und dement*
Spreebend ihre bestimmten Time. Es g1l>t M&nner-, Frauen-, Feldarbeits-,
Jagd-, Jünglings-, Jungfrauen», Uini'iditiings-, Kriegstrommeln USW., außer- •
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12 Westermank: Zeichensprache des Ewevolkcs in Deutsch -Togo.
dem viele, die einer (.iesellüchaft, einem Veitsio Bn^cliöi cn. Die Mrunu-r-
trommel z. B. gehöil den .Männern, \vir<l von ihnen in X'crwalirsam gehalten,
sie dichten, bestimmen und iiht'ti die darauf 7.u spiflendcn I-iedcr und die
entsj)rpch('ndeii Tän/f; entsprecliend wird es mit den Kraueiitidinmcln und
allen ülirigeii gehalten; stirbt ein Mitglied eines Trommelvereins . so wird
die Trommel geriilu t und alle Mitglieder tanzen dem Verstorbenen zu Eliren.
Zu den meisten Trommeln dürfen beide Geschlechter tanzen, soweit sie
von den BeaiUern der Trommd dngeladen werden. Mäaoer uod Frauen
tauten promiacue, jedoch ohne sich anzufassen; dies geschieht nur aus-
nahmsweise, wenn s. B. jemand an dem Tanze eines anderen besondere
Freude empfindet, so fiUlt er .ihm wohl in die Arme und tanzt so eine
Zeitlang mit ihm.
Ks gibt Tinze, die nur gewh»e Personen auillilhren dOrfen, z. E. ein
Tanz darf nur von solchen getanzt werden, die entweder einen Mann ge-
tötet, einen Iveoparden erlegt oder Zwillinge gemengt lizw. geboren haben.
Zur .Sprechtroininel diu-fen tuir Mäiuier tan/.en. Kinige Stämme nehmen
diese V^orscluift sehr streng; so kam es vor, daß ein Mädchen, das in dem
betrefTendeu Ort fremd war, Miene niaehte, zur Spreclitrommel zu tanzen;
sogleiclt zogen die erregten Männer die Me^jüer auf die Arme, und nur
durch eine SQbnegabe von 12 Flaschen Schnaps waren sie zu begütigen.
Ffir gewöhnlich ist das Tanzen nur Ausdruck der vergnügten Stim-
mung; eine andere Grklirung wissen die heutigen Eingehomen selber nicht
zu geben; aber es kann auch mirotscbe Darstdlung von E^lebnisseo und
Voi^ngen sein; solche T&nze werden nur von je einer mlnnltchen Person
ausgeführt; sobald jemand durch Hochheben des Aniie.s anzeigt, dafi er eine
solche Darstellung zu geben wünscht,' hören alle anderen zu tanzen auf
und stellen sich im Kreise als Zusclianer nuf. Der Trommler verlSl^t nun
seine .Melodie. luid regelt den Takt nach den Bewegungen des Tanzenden,
oder wenn die rrommtl nicht mehr gerOhrt wird, .so ahmt der Tanzer
selber mit U-ise stinnin miei- Stimme den Takt der Tiommel nach. Alle
Körperteile, ja alle äußeren Muskeln wirken bei dicseuj Tanze mit; jede
Bewegung hat ihre allgemein bekannte Bedeutung und i^ auch übrigens
leicht in dem Zusammenhang der Darstellung erkenntlich, und so ist es miß-
lich, auf diese Wdse ganze Geschichten und Schicksale ohne Worte zu er*
zlhlen.
Ein Jagderlebnis wird vom Jiger dargestellt, wie er mit flbergel^tcm
Gewehr von Hause fortgeht in die Steppe (der Tanzende legt die linke
Hand auf die Schulter und geht einige Schritte vorwärts), wie er durch
Hiiscli und Dickicht streift, sich die Kleider an den Dornen zen^elßt, die
Zweige spähend beiseite biegt, das Tier erblickt, sich vei-birgt. e?; 7U be-
sehleiclien sucht, wie er anlegt, feuert, dai-atif in lioclusicr Sp.uinutig mit
tlem liu.sclm leiser hiuzueiU, um das angebchos.seue Wild vollends zu tüten,
es ausweidet, von den herzueileuden Jagd kam eraden beglQck wünscht wird,
* Die Eiugeborucn nennen dies: Sprechen im Tarnen. »Er wünscht da
Wort SU sagen im Tanseo*»
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WivtmiAiiM: Zeti^iispracbe d«» Ewevolkea in D«at«di-Togo. 13
das Wild über die ijchulter leg(t und fröhlicli beimwarts ^ielit. Auf ähnliche
Weise wird das Kämpfen in der Schlacht dargestellt; der letzte Akt hier*
bei ist die GehKrde des Halsafasehneidens. Will jemand beschreiben, wie
er durch Handel reich geworden sei, so beginnt er damit, daß er im Tanzen
die Illnde ziisammenschliigt; dies bedeutet das Lockern des Tragkissens,
auf das die Kopt'last gestellt wird; darauf ahmt er das Aufhtlx n der
scliwert'n Last nach, legt die Hände auf dem Kopf zusammen (das Tragen
der Last), geht einige Schritte vorwärts, stellt (am Ziel angekonunen) die
I^st al), macht die Gebardp dos Schweißabwischens. des Wassertrinkens,
seufzt erleichtert auf nach den itUei-standenen Mühsalen lU r Keis»-; min stHlt
er das Aut'hiiulen . Auspacken der Last, dann das AuslncittMi der ein/pliien
Gegenstände /.mn N erkaiif auf tlem Markt, das Herbeinifeii der Kunden, das
Einnehmen, Zahleu und Aufhäufen uder Einsacken der Kaurimuscheln mit
schmunzdndem Gesiebt dar. — Ebenso stellt ein durch Ackerbau wohl-
habend Gewordener den ganzen Vorgang seines Arbeitens von dem Aus-
suehen des Fddes, dem Waldroden. Hacken, Pllanzen, Ernten bis zum
Verkauf auf dem Markt und dem Heimtragen des Erloses dar.
Auch Unglück. Leid. Verarmung werden {»antomiHiisch vorgestellt;
breitet der Tanzende beide Arme aus nach vorn, seitwärts und rückwärts
legt sie dann auf der Brust zusammen und hebt zidetzt einen Finger hoch,
(s. Allgemeines) so bedeutet das: Ich hatte früher eine große, angesehene
X'erwaridtseliaft und fühlte mich wohl (tnit enisiM-eehetidem Gesicht*«ausdruck).
aber alle meine Angehörigen sind ^«-storben unil halten mich allein im Elend
zurilckgelasseu. Das gleiche wird aiLsgedrückt, iiuiem der raiuende einen
belaubten Zweig in die Hand nimmt, nacheinander alle Blätter bis auf einen
abpllackt und zu Boden wirft und danach die Hände Qber der Brust zu-
sammenlegt; oder der Tanzende faßt seinen Kleiderzipfel und reibt ihn
zwischen den Händen: FrOher war sein Kleid stark, aber jetzt ist es morsch.
Dies zeigt zugleich an, daß er allen seinen Ang^Srigen eine ehrenvolle
Totenfeier veranstaltet, aber eben dabei, bei Erfüllung seiner PietStspilichten,
den Rest seiner Habe verloren habe. ~- Heftiges Bewegen des Körpei*s
nach vom, hinten und nach beiden Seiten zeigt an, man habe eine mächtige,
ein(bißreiche A'erwandtschnft: man inni: sirh biegen, wohin man will, man
wird nicht umfallen, weil auf allen Seiten Stützen bereit sind. — Um anzu-
zeigen, daß man selber /vvar nnbeileuteud, al^er zu einer großen , angesehenen
8ip|)e gehöre, setzt man während des Tun/.vus den einen Fuß- energisch
vorwärts und zieht den andern schlürfend nach.
Die im Kreise herumstehenden Zuschauer ennuntern den Tanzenden
durch bfliflUlige, lobende Ausrufe, geben ihm ehrende, anerkennende Bei-
namen, springen mit einem Tuch herzu, ihm den Schweiß von der Stirn
zu wischen', besprengen ihn mit wohlriechendem Wassel' oder werfen ihm
auch wohl kleine Geschenke zu.
Nach Angabe der Eingebomen haben diese Pantomimen den Zweck
sich vor seinen Stammesgenossen als .tapferen, geschickten, strebsamen,
ehrenhaften oder wohlhabenden Mann zu zeigen. .\uch der Arme will eben
kundtun, daß er auf ehrenhafte Weise aim geworden ist. Zugleich aollen
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I
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14 WinmcBMAW«: ZeieheniiftnMlie des Ewovolbes in Deutsch «Tof^.
diircli diese ölVenllielien Darstellungen die jiiii<?ei) Leute anueft-uert wcnira.
Gleiches zu erstitbcii und dadurch unter den Ihren Hubiii, Ansehen und
ein ehrenvolles Gedächtnis nach dem l'ode (auf dies geben die Eingehorneo
sehr viel) xa erwerben. — Manche Leute streuen «idi, so offientl^h tich di
wohlhabend hinziistelJen, weil dadurch leicht Neid und Miflgunst geweckt
werden und sie sich der Gefahr des VerhexU oder Vergiltetwerdens tu-
setxen; und es wird deshalb einem wohlhalienden Mann als ein Zeicbeo
von frdem Mut angerechnet« wenn er in solch mimischen Vorstdlitngeft
seine Vermögensverhlltntsse aufdeckt.
Eine andere Art mimischer Tän/e sind im KQstengebiet von Anlo
nhlich. Iiier vertritt oder rrjinnzt das Tanxen in gewissem Sinn die Sprech-
trouunel; ein solcher Tan/, wird aber nur hp\ gewissen An1n?;«;cn tind von
eineut eigens hierfür hu.stiminten Mann , der außerordentlich ina^er. sdilank
und beweglich sein nniß, auch nicht /u lang sein darf. Rust,'eluhrt. 1st ein
Palaver, besonders ein .solches zwischen zwei Ortschaften oder Stämmen,
vor Gericht entschieden worden, so beginnt die siegreiche Partei sofort
ihren Sieg auf der Sprechtrommel liekanot aa machen und die Besiegten
au verspotten oder tu necken. Als Begleitung xur Trommel tanst nun der
hlemu ausersehene Mann, durch seinen Tanz drQckt er ebenfalls die Fredde
über den gewonnenen Prozeß, die Macht des eigenen Stammes und die
Ohnmacht des Besiegten aus. Das, was der Tänzer mimiseh sagt, ist aber
nicht notwendig dnsselbe, das mit der Trouunel aus£jesprochen wird, er
psjiricht« auch unabhängig von ihr; manchmal schweigt auch die Trommel
gniiz . und der Mann tanzt allein weiter, leisp vor sich hinsunnnend die
Tronimeltrme iiMcliahmend (s. oben). Die Zuscbauer verstellen oluit; weitt'res
jeiie ili'v lievv egiiugen des Tänzers zu deuten; der Inhalt eines solchen Tanzes
kann etwa sein: »Wir sind die Großen, wir haben gesiegt, wir sind die
HeiTen, gegen uns kommt niemand auf; Jene wollten sich mit umi SMiseD,
aber schmShlicfa sind sie unterlegen.- Darauf folgen, ebenfalb mimiseh
dargestellt, eine Anzahl von Sprichwörtern und Beinsmen, die ehrend Ar
die eigene, beschimpfend für die unterl^ene Partei sind.
Endlich gibt es noch eine Art der Darstellung, bei der gesprochene
Rede und Mimik einander ergünzeu. Kigcntlich spricht ja dei- nii !it euro-
päisierte Neger fibcrhaupt nie ohne lebhafte Mimik, die .sich noch steigert
bei Krzählung von Fabeln und Mäichen. Aber es gibt daneben noch eine
besondere Art der Fabelerzähbintr . bei der jede erzählte llandlunir bi<* in.">
eiii/eliiste zutfleieh vom Kr/ahler mimiseh dar>^estellt wird. Kr alniit jn^»*
Tiei- odet- M ensclienstiuune , jetle erz^ählte Bewegung oder TiUigkeii l>i>
auf Luchen und Weinen hinaus nach, so daß die Zuhörer bei einer solchen
Darstelliuig wirklich in Spsnnung erhalten werden und dann auch mit ibreo
Beifall nicht zurilckhalten.
üigiiizea by GoOglc
15
Blieke in das Zauber- und Ootterwesen der
Aüloer Westafrikas.
Von C. Spikss,
Missionar in Togo.
(FortaetEimg.)
V.
In der Eyhesprache mit interlinearer deutscher Übersetzung.
Zaaberesseo (FreandscbalUbQndnis) über Wort.
yVwy** hfl ama4e di he ye Jeple atM buhu eujk
Wenn es isrt, daß jemand wünscht, daß er und Mensrli andorer ein,
yewo atco holö vevie eye he ynm anq yrico the tamenyawo
sie wollen werden Freunde besondere, und daß sie wollen ihre (Jedankcn
ylilqm na yeironaftco la icodua (ho.^ Le dso<Ju^öe itkeke la d^i,*
sa^en zu einander, sie essen Zauberei. An dem Zauberessentap (le f/zi)
woantfi eve io nava hpe kpfe dnnefo eve, amc (jbatq
sie Mensehen beide kommen iusaiaineii \mi /eu^'cii zwei, Mensch erster
iq deka eye etyelia ha tq deka. Gbä (J^ka nagblq na
seinen einen und zweiter auch seinen einen. Zuerst einer wird sagen zum
nnma^ bena dso si tju ge mialn fißa la , miete
Fieund»'. daß Zauber, welchen essen beabsichti^rn wir jetzt, wir wollen
rdu (je d-f ./^/'/' • apasa , amenutsoLf') kplf a/ru naewobaba d^ o.
essen es jtnf Diebstahl, Lüge. Verleumdung und Hetrfigerei darauf nicht.
Arne nelia hä agbh aka de dci ne be, nenye be
Mensch zweiter auch wird sajien. er wei-de Ijeteuerti liiin, daß es sei, daß
ame drka awn ah nusia de nrrvia nuti fa
Mensch ein wild machen solche Dinge diese über liruder seinen darüber,
' du dzo, essen Zauber, Medizin einnehmen.
* le db', snf dem, an dem.
* nsvi, nmdw; liiar nicht leiblidier Bruder, «ondem soviel wie Freund, Lands-
mann. ii0dI, Bruder, yiM. sehr oft gebraucht, um du Fretmdscbsftsvarhiltnts zu
boMichnsD«
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16 Spum: Blidie in das Zauber- uiid Götterweaen der AAlSer WeatafKka«.
ekemä eku dzo.^ Enumäke wmmt rm la aiso aha ave,
dann er stirbt Zauber. Sofort beide i^crsonen werden Branntwein bringen,
atsq aiiuti didi (jieka eye woatso he
werden nehmen Zitrone reife eine begraben und werden nehmen Messer,
ast uodokui tcowe alonu, ame deka natnq anuti la
scboeideo sich selbst ihren Arm, Mensch einer soll nehmen Zitrone die»
tröpfdt in Bruder (Freund) jenen seine Wunde hinein, wird nehmen Messer,
oAa tni Is adt aAttH la tw* ^fis ^ oAa la dm,
darauf streleben Blut, tun in Zitrone die hinein, tr6pfdt in Branntwein hinein,
ame evelia hä agawo novia hä to nmtmä
Menscb zweiter auch wird machen Freund seinem auch dasselbe, so
pe atso um la adf anuti me aßa de
gerade er wird nehmen Blut, das; tun in Zitrone hinein, tröpt'eiu in
aha la da le kgnkn me, «jfe woame eve la nayblq na
Branntwein den hinein ins Glas» und Menschen beide werden sagen zu
voonQewo be medu dzo* na wo, eye m aoeWM ht
einander» daß ich aß Zauber fur dich, und wenn es sich ereignete, daß
mamte^* a^e (fe mt «od Is mrthf* Ao
ich tun Ding böses werde irgend an gegen dich, ich Qbertrat Fetischessen
na tpd. JSmi imyds woaiq>Q dzidsq aas
gegeofllier dir. Nach diesem sie werden sehen Freude, werden
aha nom cast^e esiute :ä nado. Tso esm dzi la icoakple ert
Bianntwein trinken, bis daß die Nacht kommt. Von die.sein an sie beide
tPOZ« dzfuJu/inlöiro, Ale tröeubokiict) tcf dztrdudu h holödzedze
sind Fetischessenfreunde. So der Heiden ihr Zauberessen in Freundschafl-
me le est,
machen ist es.
Gake ne /enya a^e dgQ la voo$m dto* am na
Aber wem) Schuldenwort ein tritt ein, sie entbinde sich vom Fetisch*
wmseujo aiö woAua nys krs na wwgewo «ne eyt auk
essen untereinander, oder sie bdcennen Wort untereinander und dieses ist
1 Au deo, w6rtlich; stirbt Zauber, ha dko, übertreten die VereinbarangeB;
das Fetischosson flbcrtreten; die Folgen dann leiden.
' de me, hineintun.
' du dzo, in diesem Falle : trinken für dich (Zaaber =s Fetischesaeo).
* tnauuvg, icii worile Ding böses tun.
* meku «Ua na «», ich bin schuldig fUr dich.
* ^doomenot aldi von den beun Fetisdaessen eingegangenen yerpfl^chtu^gal
dem andern Teil g^g«iflber entbinden.
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SiiEss: Blicke in dm Zauber- luid Götterweseii der AAlg^r Westafnku. 1 7
nicht im Zaubereaaen. So Ding diesw istt AÄlfitowo ihre Sitte» welclies vie
uKijffpta mam «owcb egb^be,
pflegen^ zu Inn bia beute.
Freie Übersetzung nach dem Evhetext
Zauberessen beim Freuodsc Ii aftsbOndnis.
Wünscht jemand, daß er mit einem andern Freund werde, und wollen
beide untereinatider ihre Opdnnken sagen, so essen sie Zauber. An dem
Tag, an welchciii sii' ZaiilxM- (•>>Hn, kommen beide mit je einem Zeugen
xusaninien. Der eine wird ilanti /n seinem Freunde sajien, daß sie den
Zauber, welchen sie essen wollen, nicht auf Diebstahl, Lüge, Verleumdung
und Betrügerei essen wollen. Darauf wird der andere beteuern, daß, wer
solche Dinge an adnem Bruder begf'ht, durch den Zauber sterbe. Sofort
werden beide Branntwein bringen, eine reife Zitrone nehmen und sie in
die EMle tun. Darauf holen sie ein Messer und schneiden sich selbst in .
ihren Arm. Nach diesem nimmt der eine die Zitrone und tröpfelt davon
in die Wunde seines Freundes. Dann wird er von dem Blute auf das
Messer streichen, das Blut in die Zitrone tun und in den Branntwein hinein»
tröpfi^hi lassen. .■\uch der andere wird das gleiche mit seinen» Freunde
nnriienj er wird das Blut in die Zifione laufen lassen und dann in den
Hraniitwein im Glase tun. Beide werden dann zueinander sai;en, daß sie
Zauber miteinander aßen, und wenn es sich ereignet, daß einet- irgend
etwas gegen den andern begeht, so ist er schuldig fur den andern. Danach
freuen sie sich und trinken Branntwein bis in die Nacht. Sie Mnd nun
Freunde duixsh Fetischessen (Zaubereasen = Zaubertrinken). So ist der
Heiden ihr Zauberessen beim FreundschaftsbQndnis.
UiSu sich aber einer etwas zuschulden kommen, so entbinden sie sich
vom Fetischessen. Bekennen sie es dagegen untereinander, so bleibt dss
Bündnis. Das ist der Aölfier Sitte, welche sie bis heute haben.
VI.
A^inyinjfi* ^uii nya.
Oiftessen (-trinken) aber Wort
A4i Al ^ye iUiSka a4e le* Notsietgwo si, eti teo dm In'
Adi das ist Arznei eine bei den Notsieleuten, die sie tun In
alö mmmo hubuwo ms na ame wonona, Wüysa
Wasser oder Getrinke andere hinein fQr Mensehen zum Trinken. Man nennt
Aka^ hä be £0 Ahlli la wtdiQß äüke btAuwo dea tri me
Akn auch Adi. In Aölfi man nimmt Arzneien Andere, hineintun Wasser in
> yQ, mfen, nennen.
« Adi, Gift.
* le si, bei deo ....
* .dl» = Gdtesorteil.
llitt.a.Scfii.i:Oneiil.SptMktt. IWHT. llLAbt S
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18 8rani: BKeke in da« Zauber^ and G^Hterweiteii der AAlder WewtafiikM.
na am*' toonnna. W^fo'vy gedze ' hple sika kpakple azüaglä
(Br Menschen /m trinken. Man uimint gedze und Gold sowie Affenkiefer.
tsi mfi fponona. Wogblona he Xotti/'fmpo tcf adi la fnye mn*
tut Wasser in r.ii trinken. Man sagt, daß Notsieleute Uir Gift ist etwis.
#t ttodena Uoa I'prfn me ahr* du me. mm^ h*
das man nimmt aus einer Hohle wie Pulver. Wenn es sich ereignet, djiß
amndf wo nanc gnJce fjhe nyateibetoto s? dzimp noe la
jemand tut etwas, jedoch verweigert, Walirheit zu sagen, verstockt, trinkt o.
fknnn, m mntq nu la o eye tronof In ano
er stirbt, wenn er nicht getan Ding nicht und er trinkt es, er bleiben wird
agbf. W%gblona ha hmn nmfisi int arnndf
am Leben. Man sagt auch, daß derjenige, welcher tötete Menschen e'xntw
le adanu me, fifn fro nnr/i ade de am^ tht h t'/aghn'r^
im Geheimen, oder tat Ding böses ein Qber Menschen an heimlichem Orte
kpq In, mfihpq rrtq adf hpet/i^ In ghn n. Nmye
(unsichtbar), er niciit sieht Weg, wird gelangen Hohle zur nicht. Es sei,
hf> ftmt> la dp h dikekf mf la aktt. Lr Adint/mtfi *v?
daß Mensch der blieb im Zweifel, er wird sterben. In Gifttrinken diesem
me la amnco ipttn vymnrhpo nufn.
Menschen toten ihre Nächsten eigenen.
Xe «B« 1882 nula mam« 60 Notsieiowo tse a4i va
Im Jahre 1882 es geschah, daß Notsieleute brachten Gift, kamen
J^Ms^nyiffba dW, «IsAem Aii^*megSim kple ßawo 4» du de 00
AftlOgebiet hin, weil AAlMIteste und «kSnige sandten Nachricht ihnen,
he wooMt ana a^ i^kAm Ib. Wybmta eri woeo ta
da6 sie solltMi kommen, geben Gift dem Volk. Sie sagten« als sie kamen.
w/metiii a^ ^ito vg o, he hon ih^ihtdü vois^ ta
sie nicht brtchten Gift wirkliches her nicht, sondern leu^batS sie brichten her.
/a de tei me na duka la loono. jPhiIio woUe wo
au tun in Wasser f&r Volk das zu trinken. Aber ^e tftuschten sie, nahmen
«w ffefi le tpoei, Wowq ena le AA^atoo kaiä me hqfi du.
Dinge viele von ihnen. Sie taten dieses in Anlö ganz, bevor sie giqgen.
noa gboffbl{jm hena Mi AAlStgwo ale Is, m
Menachen pflegen zu sagen, dafl als sie iSuschten AAl5teute so, sls
tooyma «te ,Ai wokalä woku le mjg» da* Le ühke htd» da
sie gingen nach Hause sie alle starben auf dem Wege, An Tage anderem
An^lgteo Ad gado amewo (fe ^j^tfiet umawe
Anlfileut« auch wieder schickten Menschen nach Notsie, als Menschen
1 ^edte, etna Feriansrt
* a6e-M0, wie.
* iptto = Steinhagel, HfiMe.
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Sram: BUcke iu das Zauber- luid Götterwesen der A6IÖer WestafiikM. 19
ankamen, einer, dessen Name ist AblMoba, starb, weil man tagte, da6
mytf dzo^uamelQf. Afi «t mitaa ame h
er sei ZanbereasenmensehsugehSriger. Oift, weli^es sie gaben Menschen,
tdtf Mq enjfe aita,
dessen Name ist ote,
Giftesseu (-trinken).
Unter Adi (Gift) meint man eine Aranei, die die Notsier in Wasser
oder sonst ein Gi^träuk tun und nndt^ren zum Trinken geben. Man nennt
das Aka aucli Adi. In Anlö nimmt mau andere Arzneien, die man in Wasser
tut und anderen zum Ti inkcn reicht. Man nimmt eine Perlenart, aucii üold,
.sowie Affenkiefer, die in Was.ser getan werden. Man sagt, daß die Notsier
ihr Gift, in Pulverform, aus einer Höhle nehmen. Begeht einer etwas, ver-
weiga^ &ber die Wahrheit tn sagen und trtnict davon in seinem Starrsinn, so
wird er sterben. Hat er dagegen das, dessen man ihn beschnldigte, nicht
getan, nnd er trinkt davon, so wird er am Leben bleiben. Es wird auch
gesagt, daß deijenige, welcher einen Mensdien im Gehdmen umbrachte
oder sonst etwas Böses an einem Menschen heimUch verQbte, nicht au jener
Höhle gelangen kann. 1st man Qber einen Menschen im Zweifel, so wird
er sterben. In diesem Gifttrinken tüten Menschen ihre Allernüchsten.
Im Jahre 1882 geschah es, daß Notsieleute Gift nach AiMö l>rrtr-hten,
die Anl£|altesten und -könige nach Notsie Nachricht sandten, diiß dem
\ olke in Anl$ Gift gegeben werden solle. Ais sie ankamen, sagten sie,
daß sie nicht wirkliches Gift, sondern limgbai?, das in Wasser zu tun sei,
zum Trinken für das Volk brSchten. Jedoch sie tauschten sie und nahmen
viele Dinge von ihnen. Und dieses taten sie in ganz Anlfi , bevor sie wieder
gingen. Es wird gessgt, daß, als sie die AnlQer so tauschten, alle auf dem
Heimwege starben. An einem anderen Tage schickten die A&lfier abermals
nach I^otsie. Als sie dort ankamen, starb einer von ihnen, dessen Name
.\blidobu ist, weil er ein Mensch, der Zauber g^essen haben solle, s^.
Das Gift, welches sie den Menschen geben, heifit Ataa.
m
Blenü Anlötowo thf nt/iko' medidi unti nya.
Alten Anlfier ihr lebendig begraben Menschen Wort.
Wogblg hma ne Anlötotco wo nyiko
Man sagt, dafi, wenn die AAlfier schlagen Schuldtrommel über
ama^e dzi"* le blema la, wotnoonuto metcua ame la tpoatco la
jemand in alter Zeit, sie selber nicht töteten Menschen einen, sie selber
wo^toma he i/ctco me^ he i/ftm akp ihi dr anyi
sie sagten, daß sie nicht liebten, daß sie werden Üteßen lassen Blut auf die Erde
' gü dient zur Yeratirkang der B^outong.
* tB0 nyiks ffe amo^e dzi — die Schuldtrommel über jemand addagcn.
9>
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20 Spisss: Blicke ill drts Zauber- luid Götterwescii der ^Vijlucr Westafrikas.
o. Eyaia wokploq nyiko'nw la yina de Sremf dri
nicht. Daher sie f&hiten Scbuldenmeiuch den, geben nach jSreine wier
Nyigblaoe tt eye le zn sime icokplo ame h yi me h.
Nyigbhtve te und in Nacht, in weleher ate filhrten Menschen den, gehen hin.
wottib» do gog^ gä a4e atso mne k ode
sie werden machen Loch tiefes großes ein, werden bringen Menschen d«n
«1^^ 01900 Ohl ttUre 4^ do h me, «Ae nkuwo ko
hinein, werden bringen gerade stehen in Loch dem, seine Augen mir bidbeii
gola^ eye wewbo* h e^ sä mä me ke, Xe
oberhalb und sie werden verschwinden von ihm Nacht jener in. Wenn
mike kt, iiem et$B n fooygna be kanga^ ta ow
der Tag anbricht, Vogel einer, welchen man nennt Ka&ga (Geierart), wird
mmio do torn eAe nkuwo vaee$e «län^ ame & fuihi.
kommen, picken, haeicen sdne Augen aus, bis daß Mensch der wird sterben.
Gake (vaveme he tcowQ ama^ nenemäf est tcodzo le fgbo
Aber es ereignete sich , ds6 sie machten jemanden so , wenn sie vM'Iiefien ihn.
üs zä-Ui gä ade va dza, Esi la m
Nachtregen großer ein kam hei nieder. Als Sand der weich wurde, fiel
dze entf. la, ame la kpq Hu,Sf- wfi (Ukjo le do la m
er r.tisainmen . Mensel» der sah Kraft sich .seihst. Iiciausgehen ans Loch dein,
f/f mjciatcf) f}hn. Kfi norimrrj ^'/'^^ ?ror^,
ging zn seinen Brüdern hin. Als seine Brüder sahen ihn, sie fnrchleten sich,
gnkf fdr (hl tbo na iro gblö he ye zv dqfodui *>
aber er sprach Mut ihnen zu, sagte, daß er wurde Herausgekomroener, der
do* de Anl^'megätcn 'h> : wea zu nko, si Anlfdaicn wona dö
über die Anl^ältesten kuninit; dieses wurde Name, den Anlfier neooen
vau4e egbegbe. Wogbio be ameeia vairgtu kesinoto gä adt
bis heute. Sie sagen , daß Mann dieser wurde Reicher großer ein, wohote
AnPi gbadegbe. Tso e/da dzi la Anl^tQtco mega^ia nytkgme o,
Aälfi^ frQher. Von da (diesem) an Anlfier nicht mehr begraben lebendig aicfat,
ke bgA womme £i deka* Neei^ be womt «ms Is sg fa
sondern sie töten ihn sofort. Wenn es ist, daß sie tdten Menschen fertig,
wottQa* ame la tBs aen daaa 4^ .smw, st le
sie nehmen Menschen eean Tuch, tun es auf Kaktuspflanaen, welche dort
^ßmä e^ aü offe, ei tooynna he gagalige bt dt» Ae^gfia br.
sind, oder Baum einen, welchen man nennt Gai^igs darauf, sagend, daB
* gota, die Außenseite. »
3 (Izo, davongehen, verschwindeD, davonlaufen.
* ka/tga, Gciorart.
* do 4* (mm) dti, jemand erscheinen , Ober jemand kommen.
* f$S da de del, nehmen ton anf etwas;
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Spiiis$: Blicke in das Zauber- und (iüuerweseii der Anl^er Westairikag. 21
gayalige mg, ieu Wokpga atnemmmuo tbe
Gagalige nahm Tuch umwerfen. Man siebt Menschen getöteten seine
avowo fe ati sia dzi godö. Esia enye Anlolmcn we n<tmgu)f»00*
Tücher auf Baum diesem darauf immer. Dieses ist Anlaer ihre Taten.
Einer unserer Lehrer im AnlSgebiet erzihlte folgendes:
Ich auch kenne jungen Mann, welchen man tötete. J&ngling ein war
keamsto; le nmbaää ta nfgaiauio ti /m eye en Abglgve la
reich; aus Neid seine Brflder haßten ihn, und als er in Abglgve war,
vHKßo du ie« h9 ledoeo ymoo a^o dice,
sie sandten au ihm, daß er zu ihnen kommen solle, mit ihnen zu sprechen.
Eti la It ffbemS^ «Bo tarne he teoioui. SAe ovo kple
Als er kam nach Anlfi, in jener Nacht sie töteten ihn. Sein Kleid und
seinen Goldring nur sah man auf seinem Grab am nKchsten Morgen
k ame^i'S» si weysna he Sreme old Njf^fMaoe te*
Im Begrftbnisplata, welchen man nennt Sreme oder NylgbUve te.
Von den bei den alten A&lfiern lebendig begrabenen Menschen.
Man sagt, als die AAlger in alter Zeit die Schuldtrommet aber jemand
schlugen, daS sie selber einen Menschen nicht tötete», sondern sagten, daß
sie nicht liebten, wenn Blut auf die Krdc fließe. Sie fTihrten den Scluild-
nienscheu daher nao!i Sreme oder Nyighlave te* In derselben Nacht, in
welcher der Mensch abgeführt wird, grabt man ein tiefes pfroßes Lach, in
welches der Schuldmensch . i^rradpstehend . nur sfino Aii<;cn frei, hinein-
koiurnt. Darnach entfernt tnan sicli. Sobald (Icr Tni; niihricht, machen sich
die ivangawo (Geierart) claraii, dvu\ .MenscIuMi dit' Au^jcii aufzuhacken, bi^
daß er stirbt. Es ereignete sich aber, als sie auch einen Schuldmenscheu
SU begruben und ihn verlassen hatten, daß während der Nacht ein großer
Hegen fiel. Oer Sand wurde darauf weich, fid susammen und der Mensch
konnte nun durch eigene Kraftanstrengiing aus der Grube herauskommen
und ging zu seinen Brüdern. Seine Brüder abei' fiirchteten sich, er jedoch
sprach ihnen Mut zu und sagte, daß er ein lleraiisgekommener (dtfe/ihn)
geworden sei, welcher über die Alte.stcn in AnlO kommt. Dieses erzfthlt
man sich bei den Anlüem bis auf den heutigen Tag. Sie sajjen . daß dieser
Mensch ein reicher Mann wurde tind IVriher in AnlQ wohnte. \'on da an
begraben die AiMiht niemand mein lebendig, sondern tüten ihn soturl.
HabfMi .sie jcinarul gelotet, so nchnu ii sie sein Tuch und werten es auf
Kaklus|jllanzen, die in der Niilic sind, oder auf einen Baum, der Gagalige
heißt. Dann sagen sie: Gagalige liai sich das Tuch umgeworfen. Man
siebt die Tucher des Getuteten immer auf dem Baume. Dieses ist der
Ai^Ifier Tun.
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22 Spicaa: Blicke in da« Zauber- und GStterwesen der Aft1(|er Westafrikas.
Einei- unserpr Le})rer im Anlögebiete erzalilte folgendes:
Ich kenne auch einen jungen Mann, weiclieu man tötete. Kin Jüng-
ling war reich. Seine Brüder haßten ihn aus Neid. Als der .Hingliag Mch
in Abuluvc iiiitliielt, sandten sie 7.u ihm, nui'da£ er käme, uiiL setneu Brüdern
zu sprechen. Kr ging zu ihnen uach Anlg. Noch in Jener Nacht wurde er
getötet Nur sda Kleid ttad «einen Goldring sali man «n n&ebsten Moiigen
euf seinem Grabe im Begr&bnispfaits, den man Sreme oder Nyigblave te nennt.
vnL
TrS^qviwo i&e nuti nya,
Götter, denen man Kinder ttbeigibt über Wort
Nt imtauoi a^e du ha tu oAoA^t* nQß tigf^itu*
Wenn junger Mann ein wird xu einem, der Hure nimmt, folgt Weib
MB ttj^tmt yome vate^e «n'me wbmQ akati kple mgSfnm 0(^>'
jedem Weib (as yom«), bis dafi er macht Hurerei mit Jungfrau einer,
die ist Fetischmanns eines Weib, sie werden führen sie hin, Qliergeben dem
tiftH ÜB. Sjfa en^ be ^en^ t^^mima dsi vi ia,
Fetiselmiann. Dieses ist, daß welches Tages Jungfrau die bekommt Kind,
•aod^p^js tfyt Ir^m* ia mc woayi ^^ojfn
sie werden führen sie gv^ien sum Trfihatise, sie wird gehen, wird rufen
mflniw ÜB «e« «Aq U tr§m Ia me. Le eeiaia irSmia
jungen Mannes Namen im Trfihause (in). Dieserhalb der Fetischpriester
ante uhhupu mUeum ia iS» «6om^ vtoie
wird senden Menschen, daB man töte jungen Mannes Verwandten eigenen
a4e l^ple aüke 1$ adaa me be u»aht kuSepakikpata. Le km Ic
einen mit Medizin im Geheimen, daß er wird sterben schnell. Des Todes
w nuH eAe wometgfoo adi be yewoaee ku ta ^gene
wegen seine Verwandten werden wünschen au hören Todes des Bedeutung
le üPiSfe «I«. %0te woaeU mutma ocfe ma
im Götzenhause. Dah^ sie werden suchen Geschenk ein, werden geben
irSnma abia ku ia ta ee, l^ua <Hf^
Priester dem , werden fragen nach Todes Ursadie. Der Priester wird sagen
tut wo be woAe Hornels 4^ W Jh^* a4e nuH tffota tr§ ea
zu ihnen, daß ihrer Verwandten einer berührte Fiasidi eine, daher TrS kam
1 oharitQ^ Hnn».
* «^xtt eia fty$nu, jede Frau, jedes Weib.
* njfinueit jungea Mfiddm, aneh Jungfrau.
* frtVtj, Fetischniann , Fetischbesitzer.
* <fa dt* (tW na — in jemandes liände Qbcrgebeo*
* trötbt, Fetischplatz, Fetischliaus.
T cfflbt* Mi, berflhren, aiu-ülu-eu.
* Jl*ui4i, eine Fnu, die sich einem Trö geweiht hat; Ji(ui4i — fa aä Ae,
Künigsfraü; genau: JUauru ife *rS^ Gottes Frau.
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Sfoms: Blicke in da» Zauber- und Gouerwesen der Aiüger Weaffrikaa. 23
«Ml ame ta 4^ nu. ü^amUi iwadÜ ama^^ ada
tötet« Mensehen den. Ofther sie werden suchen jenurndy werden
Mi^d« na ir§ la, M ming§ nenem o h, wowe awe la a^ä.
verspreehen dem TrS» wenn nicht also es ist, ihr Umis wird verbrechen.
Wenn Midcheo ein ist ihrer V^wmndtschaft in, sie werden sie führen,
na irSma, äjf« tr^mta nado gbt ^ 4* sta ^ wdtde
gehen nun Priester, nnd der Priester wird beten fiber ihr und er wird
ta na 4^ ^ iooagal^ge aoa awee,
waschen das Kind, bevor sie werden führen es kommen nach Hause.
Bifß vioadto ifcpb (2mis la, A he idoo^ /e hoki 12,
Bevor aie werden gehen mit Kinde dem, es mOssen beaahlt werden Mark 12,
emegbe veakgdft nj^num ta adwpe» Qake ne «tai
danach sie werden Ähren Midchen das fortgehen. Aber wenn erwachsen
«ys womdtplQfi jfi o ta, h^nua agana be ama^e naku le
und sie ffthren es nicht hw, der Fncster lißt wieder jeutand sterben in der
teosM ta me* eaaXa toooAp^!' ^ hAa^ gake de
Verwandtschaft. Dteswhalb sie werden f&hren es gelten schnell, aber sie
be «eoowg Uke* »s, tmadi deimu ^^onipo ado
mQss^ antun Schmuck ihm, sie werden suchen Perlen sehr teure anl^en
n^, eye «Sfe aogeoo ade kern me ne
ihm, und werden kaufen Tfichw, hineintun Kdrbdhen in ihm, bevor
eiJ^Qfi kple Mmua tbe mmana ei njfe ahada^
führen es, gehen, mit Priesters Geschenk, welches ist Branntwein grofie
eoe. Eeia le be woauQ ht^ adee aei
Flasdien awei. Dieses sie mOssen sie werden tun, bevor es wird Qbei^ben
na irSnua, Ne wtdtplge yi «s ta, trjjmia node er^
dem Priester. Wenn sie fUhrten es hin beendigt, der Priester wird es
fl£ ido ana naieuL eiwo ^ga ah ^sv»' eiano
verheirate oder geben Mann ihm. Trfi, welche nehmen so Kinder diese,
ta we nkfgao n^ T^jm* ilpls SuL
ihre Namen sind Tmni und SuL
Götter, denen man Kinder Qbergibt.
Nimmt ein junger Mann eine Hure und er geht au jedem Weib, auch
zu einer Frau, welche eines Fetischmannes Weib ist, so wird man diese
Frau vor den Priester f&hren, d.h., es ist so: welches Tages diese Frau
ein Kind bekommt, wird sie zum Gütterliause gehen imd dort des jungen
Mannes Namen rufen. Darauf wird der Priester jemand hinsenden, dafi
er ans der Verwandtschaft des jungen Mannes iigeodeiaen im Gebeimen
1 lektf Schmuck.
* IVff = Gottheit
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24 Snsas: Blicke in das Zauber- tuid GStterweaen der AM5er Westafrikas.
ilinrh ^!t-(lizin tote und so den Tod desscllxTi schnell herlieifiiln f. Nalur-
licli utiiischen die V'erwandteo dw rrsaclit^ ties Todtis im (M"itt er hause zu
erfahren. Sie suchen nach einem Ge^schenk, um über die Ursache des Todes
XU hören. Der Plriester wird ihnen dann mitteilen , daß einer ihrer Ver«
wandten eine Fiasidi berOhrte und deswegen durch die Gottheit getötet
wurde* Die Verwandten soeben nun nach jemand, der dem Trfi Obei^
geben werde. Tun sie das oieht, so wird ihr gaiixes Haus unteigeben.
1st ein MXdchen in der Verwandtschaft, so bringen sie es t.am Priester,
der Ql>er das Kind beten wird. Danach wird er es waschen, und lievor
die Angehörigen das Mädchen nach Haose IDhren, mOssen 12 Mark den)
Priester bezahlt werden. 1st dns Kind erwnehsen und sie bringen e.s niciil
zum Pri«'5!ter, so laßt er wieder Jemand in der Veruandtsclinft stf-rben.
Doch sie \s'eidfii das erwachsene Mädchen sclmell liiiiiiilu'eii , es mit
Schiinu k antun und mit sehr teuren Perlen behängen. Sie werden lücher
kaufen, sie in einen Kurb tun und /.ugieich mit dem Geschenk dr^ I'riei>tt^r:>,
weiches in awei groiSen Flaschen Branntw^n besieht, das Mädchen hin-
f&hren. Dieses muß xuvur geschehen. Der Priester wird dann dieses
Midchen verheiraten oder es einem Manne geben. Die Gottheiten, denen
man auf diese Weise Kinder gibt, heißen Tgmi und Sui (s. meine Arbeit,
Jahi^. VlU, 1905, S. 10).
EC.
Aku nuti nya*
Gottesgericht fiber Wort.
Nu si u)oy(ffui ' bCf Aka ia dsosam ttöttt/ef tye uxmjft Yewt nuti
Ding, das man nennt Aka, Zauberei es ist, uml es ist Ye^e Ober
fm a^. Ma4/blo^ alesi woaa Aka. Ne ama^e^ dt btj
Ding ein. Ich werde sagen, wie man macht Aka. Wenn jemand wünscht,
yeasa Aka la, ele* »s be, woadi av-miza eve, uyisike 4^ta
zu machen Aka, 'es ist ihm, daß er sucite Wedel zwei, Kuhschwanz einen
kple tasike* kä ^eka. Emeybe Ia* ayawk gbotm (^A'a
und BfifTebMihwanz auch einen. Danach wird er kauf<m Ziegenbock einen
kpU tre t/eye <^ka kple hotsui fiotu^ blave vo ene; eya
und Kalebasse neue eine und Musehelgeld (Kami) hotii 24; das
enye hotsui, si wole tsQtso ye atcle Aka lae, WoKua
ist das Geld, das man bringt in der Almcht, zu kaufen Aka. Man lotet
* voygna be — man nennt.
* maybltj = ich will heschreiben.
' amea^de =. Mensch ein.
* ek ne be wdadi = er muß suclien.
* l9, eine Bneclitierart, Ihnlieh dem BfiffeL
" ta steht sehr ofi nur dea Wohllautes wegen.
^ X Uotu s:^ 1 Mark; frOher 24 Hotu, jetzt 12.
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SpiEiu»: Blicke Ui dds Zauber- Und GoUrnveacn der Anlüer Wt^tafrikas. -5
ffböisu la eye ttotsoa eiie vbu kpie to (to enyf ati niße, si tpoyfmn
niänniicfae Ziege die und nimmt ihr Blui mit Vo (To ist liaum ein , den man
le mo sia^ be: to'ti la ihe tutu) tsakana* hede tsi
neDot in diesem: Tobautn sein Geriebenes) vermischt sum Bleiben
Aka la, Äbti vodi tti m In euyi si: tßogia
im Aka. Wie man wQnsctit xu bleiben ihm darin ist also: man streicht
(fa in jftjfe h kpk mpueba la liuli. . ßmeg^ la
Bockablul um Kalebasse neue die und Wedel die herum. Danach man
looAga oA' a4B, n wtjfffia he a^tbr« la 100 Im'* ^fe oH
nimmt Baum einen, den man nennt Adidxre den seinen Saft und Baum
a(fe «I tMjysna ie indto la Aä tbe Igt; ^ wolua tUadi
einen, den man nennt Tredxo den audi seinen Salt; und man rtibt Pfeiler
gefi MBokana alo bbia adidsr»- kpl* tr^to-tn la hetitma
vielen vermiselien oder umrOhren mit Adidare- und Tredzosaft zum Anstreiehen
(tr ftwi la we akpa dü. Esia enys Akamelai^*
auf BQfielschwanz seinen Teil einen darauf. Dieses ist fllr den im Gottes-
•
Emegbe la tcotsqu ybo, si tcov-u la hetlaa
gericht Bleibenden. Danach man nimmt den Bock, den man tutete, kocht
dzehk})U. Amesi le akpli la 4a ge la tcdts&a
roten Brei. Derjenige, der ist roten Brei zu kochen beabsichtigend, nimmt
adidzre-Lsi kpU' trt<izo-t.n kple atadi , si tcohlu da4* <W<iö
Adiduesali und i redzusaii und Pfeffer, dt^u man angerührt hingelegt scbon
la ne bena tcoaku afu moe, (fu ejff Akn In ditn hku
ihm, daß er wasche sein Angesicht, er wäscht es und Aka das geht Auge
me n^f eyt mtgateanu kpm naneke o. Knumäke la^ ame
hinein ihm , und er nicht kann sehen gar nichts nicht. Sofort Menschen,
»ktxi katä le Aka la «awe la doa j^A' / baias Aka ma ^Sna nuig/
die alle sind Aka am Plata schreien: Aka dieses gut ist sehr!
Aka sia 4^ Autnl
Aka dieses gut ist sehr!
Amui IM nku me ttode Aka lae la megalemi ^ba
Derjenige, dessen sein Auge in msn tat Aka in das nieht kann kochen
€dtpli la o, ame öiAtte^ ^ ng iana. Ne «nmw
Brd den nlcsht» ein anderer nimmt (&r ihn zu kochen. Wenn sie kommen
— — » ■ -
* WQ da, dieser Weg — auf diese Weissw
^ Uakana mischefi.
3 to — Wasser, Saft.
* AkamrfMto, Ist Ahl mr , im Aka bleiben; drin stecken bleiben.
' la, üüS Wulilklaiigs wegen.
* de pH = schreien: ks, verstlrlctes 8dveien.
"* mee 6«5«e = Mensch anderer.
26 Spikss: Blick« in das Zauber- and Gdtteiwewn der Afttger Weatafrikaa.
akpli la du ge la, a//i>si^ tt^ nku me Aka Li /» ta
Brei zu essen beabsichtigen, dcrjcniij;*' , des.sen sein Auge im Aka ist,
eya me^ti r/f kpli wo o; gakf wotsoa eto yntne dana dt t/'_.
dieser niclit ißt mit ihnen nicht; aber man bringt seinen Teil liingele^' iinu
eye ne tco^e Aka la nku me ne vo* la^ e4**
und wenn man entfernt Aka das Auge aus ihm fertig, er ißt es.
Wort« über Gottesgerichte.
Dm Gotte^ericht (Gottesurteil, Aka) ist ein Zauberdienst und gebort
in den Jevhekult. Ich will beschreiben, wie es bei einem solehen zugeht.
Will jemand ein Gottesgericht herbeif&hren , so muß er zwei Wedel (awudza),
einen aus Kuhschwanz und einen vom BOffelschwanz suchen. Danach hat
er einen Zi^eiibock sowie eine neue Kalebasse und 24 Mark in Musciiel-
geld zu bringen. Das ist das Geld, womit man das Aka kaufen muß. Man
nimmt den Ziegenbock, tötet ihn und vermischt dessen Blut mit .Stückeu
vom Tobaume, damit jemand im Gottesurteil bleibe. Letztere^s geht
so zu: Die tieiie Kalebasse tiiid die Wedel werden mit dem Bucksblut
be,stricliei). Darauf nimmt man den Saft vom Adidzre- und Tretlzohaume,
vermengt iim mit geriebenem Pfefler und bestreicht damit einen Teil ile3
Büfilelsch weifen. Dieses ist lür den, der im Goltesge rieht bleiben
soll. Nach dtraem holt man den geschlachteten Ziegenbock, um einen roten
Brei davon zu kochen. Deijenige, der den Brd au kochen hat, nimmt den
schon bereitstehenden ang^'Qhrten Saft mit Pfeffer, um sein Angesicbt
damit au waschen. Hat er es getan, so geilt das Aka in seine Augen, tind
er kann nichts sehen, äofort schreien alle 'am Akaorle Versammelleii:
Dieses Aka ist sehr gut! dieses Aka ist sehr guti (Aka y/o di/ia nutol) Der
also im Gottesurteile Gebliebene kaim den Brei nicht kochen; ein anderer
kocht ihn {ame bubtie ....)• Kommt man nun znsnmmen , um den Brei zu
essen, so ißt der im Aka (»ebliel)ene nicht mit, mau bringt iiim >;finen
Teil, mid sobald das Aka aus seinen Augeu entfernt ist, ißt er das beinige.
X.
Aka^ß^e U nku m§ na akamßisila,
Gottesgericht »Wegnahme aus Auge flir im Gottesui;^ Seienden.
Am magbl2 alMi wo^tßa Aka nku me na ame la.
Nun ich will sagen, wie man nimmt heraus Aka Auge aus bei Menschen«
Wotaga ajlatogä^ kple gOemakmiiaku* ifi« tri JSana ^ ame la
Man nimmt Allatoga und Gbemakumaku ihren Safl, tröpfelt auf ^Menschen
' amr^iiro fcatn !>■ ßmä — alte, die zugegOB Sind; alle, die dort sind.
Kr btS^fMiiiiit seinen Teil besonders.
* Vi» - beendigt.
* ^ n£ = ißt es.
* t^Udogä, eine GrsMrt
< gtttmakmiakit, eine Grasart.
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Srutt: in das Zauber- uud CoUerwoseu der Aäl^ Westafi ikaa. 27
ti« lilw' dn. JZi;^ woawQ eaia la, ele ^ wtabo Ui dtodtm
sein AOj^e danuf. Bevor man tut diesea, ea iat» man nimmt Wasser heißes,
otoo füh» ine^ fig ^ftS. JVa ipcnmi cbocbo ^ k Aha
benetst Auge ihm KueraL Wenn komuifc zu verUssen beabsichtigen Aka
la BoAda wogblla Aha la nv^K ejfe vooUq^ g^, »
den Plats, aie lassen Aka daa selbst anrüek, und man nimmt Bock, den
«0010« la lie ia dana ^ Mni la dri kkbona, ly» m
man tötete, sdnen Kopf, legt auf Kauri die darauf, geht fort, und wenn
nu k« la kafi wooa Iga Aka la. Ht^ «ooo^t
Moigen ist der, bevor mau kommt nehmen Aka das. Bevor man nimmt
Aka sia la Akatsfeo* dga* ame 4^ dtä beaa, todajfi t^afi
Aka dieses, Akatowo senden Menschen heimlich, dafi er gelit, stiehlt
^^iißa la «(/ 4^ w6jfma 4^ «t. Em^fbe la Akalgiuto
Zi^enkopf den her; und er geht, stiehlt ihn her. Nachdem Akatowo
ikile btia ngfl ff^Sia la eün, «ot» kpjt
selber Qbericgen nach Ziegenkopf dem au sehen, bevor sie kommen sehen
ftf. Emeg^ la woj^teM na * ame^i wodn 4a wd4^
ihn. Danach sie sagen sum Menschen, den sie sandten xu stehlen
ghSla la la bena, va njfi JUIm* tye wobua dea Aka
Zi^nkopf den, daß er komme, esse Aka und Überlegen, hineintun Aka
nku me keff6la»»a be, wd0 ^tjtti la, EsiawQWQ
Auge in ihm, au ihm sagend, daß er gestolüen Ziegenkopf den. Diesem
me^ la w^ga Aka la na ameei woaa Aka la na
Tvn darauf man nimmt Aka das fSr Menschen, dem man machte Aka das
90 Aktti2 la i^iQ Iga h^em hobt 24 la ^ led^n^
und Hersteller des Aka selbst nimmt Kauri Mark 24 und er auch nimmt
aha kein 4dha ipena 4» «c* Saia sny« Akaeaea,
Branntwein Kiste eine noch dazu« Dieses ist Akatreiben.
Entfernung des Aka aus den Augen eines Akametaila.
Nun will ich besciirdben, wie man das Aka aus den Augen eines
im Aka Ciebliebenen herausnimmt. Zuei-st nimmt man heißes Waaser und
benetzt damit die Augen und dann U'upfelt man ^aft des Allatogu- und
GhfmakiiTnakugrnst's darntif. Wenn man vom Akaplatze furtgeht, läßt man
das Aka sf'lbst zurück, iiinunt ilen Kopl* des Ziegenbocks und legt ihn auf
das Mu ( htigeld {hoLsui — Kauri). Es wii*d Morgen, bevor man aurück-
kuuiiiii, das Aka zu holen.
Bevor das Aka geliolt wird, schicken die Akatowo (diejenigen, die
das AlLa herstellen) heimlich jemand hin, daß er ihnen den Ziegeokopf
' iücumt = Angeaidit. ^ku — Auge. iJtu iw = in, Iiinein Ange-
^ Akatowo sind angesehene MAnner, die das Alia herrtellen.
' dg ila senden, schicken.
* njfi AkOf essQU, ueümeu Aka.
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28 Spucm: Blicke in das Zauber- und ßSlto'vreaeii .der Aftlfier Westafnius.
.Hleiüe. Dieser' ttii t:^ ntul »ttehlt den Ziegenkopl'. DHiiaoli til.ci iii^m die
Akatowo, selber nach dem Ziegenkopf zu sehen. Nun sagen sie m dem,
den sie den Kopf Stehleo UeSen, daß er kam, Aka %u nehmen und über»
legen, ihm Aka in die Augen xutuo, indem sie sagen, daß er den Ziegeo-
kopf gestohlen habe.
Nach diesem Tuo nimmt man das Aka i&r den, dem man das Aka
machte, und der Akabersieller selbst nimmt die 24 Mark Kauri und tsrliÜt
noch dne Kiste Branntwein dazu. Das ist Akatrdbeu.
XI.
Ni/a huhu, ahsi tcodra Aka hku t/it na ame la.
Wort anderes, wie man niuiuit GuUeäurteil Auge aus bei Menschcu.
N» wok Aka la ^ ge h nht me na amesi tri
Wen» man Aka das herausnimmt ans Augm bei Menschen, der ist im
Äka m$h, tie be Akatq la nadi gbe «4^, ri weysna be e^kUoffä kple
Aka, es muß Akato der suchen Gras ein, das man nennt Ailatog» und
agbatsalika kpic gbemakumaku kpakple ist dzodmi kena attke ia
Aglmtsalika und Gbemakumaku und Wasser lieißes zur Medizin zum
togupg. Ale gbe siawo votegna 4ea Aka le nku me na ame.
Bereiten. So Gritoer diese ndmien heraus Aka aus Augen beim Menschen.
Nenye l/e, woffe Aka la le nku me na ame £i Ai,
Es ist, daß herausgenommen Aka das aus Auge beim Menschen fertig ist,
Ake^ la kploa akametsila la dea asi na nQviatco; fuua
Akato der führt im Aka Gebliebenen übeigibt den seinen Brüdern; diesem
meybe la tcoavco^ nu le hl$me la nuti hena iruuu.
nach man Öffnet Mund Qber Schuldigen den {le mM — Qber) zum Tode.
Qake leometcu n§ daro o. Gbalo He be, akametsila
Aber man tötet ihn umsonst nicht Erst es mOssen im Aka Gebliebenen
we womeUfico kple amfstke nuti wog^Q le be, ewu la tce
seine Verwandten und deijenige. Ober den man sagt, daß er getutet sei,
wom/etgiDo ora Aps la haß woaiei hlöme la
dessen Angehörige zusammenkommen, bevor man bringt Schuldigen den,
ade asi na hlödilauo ; SMS ffifjjpAs feoawui.
Qbergibt den Schuldigen Begehrenden; diesem nachher man tötet ihn.
Ne «eome he, wole ewtt ge la, toouQa fui nuto hafi
Wenn es ereignet sich, daß man töten will ihn, man quilt ihn sehr, bevor
tru fif/ ne wowui vo la, nvemvco vana 9a i»fi n§,
töten ihn; wenn getötet ihn fertig ist, seine Brüder kommen, nehmen ihn
4atfi na; eye fe sitm kr amrsi wowu amefnakanw
b^raben; und Schulden, die Mensch, den man tötete im Akableiben
%to nu = sprechen; It huti^ man spricht Aber; man beratet Qber.
SriBss: Blicke in da« Zauber- uud (iüUerwe^tcu der Aulj^er Westafrikan. 2D
nqmtoo njfi h, ngpüttco ^ ng, »ye ntiskco kaiä my«
BrOdern scbuldel, sdoe BrQder bezahlen es und Dioge diese alle siod
nubablenSf ii vobla de amfsi wauu h mUL
Bündnis böses, das man schließt Ober Menschen, den man tötete.
Eliata nä WO^W aJc nya sia amatif alö
Dieses w^Oi wenn man wird fragen eben Wort dieses jemand oder
lOOOMlff im mu bf, «güt ame^ h, ekemä nmesi ffblQ m/rr
man wird sagen, daß er gegessen Menschen, dann Mensch, der sagt Wort
MB ta, akjfo nya eye tooanyi fe gede Äa*.
dieses, wird sehen Wort und er wird bestraft viel auch.
Aktmya b ale be, neny*> be amade tbt nu le dome vem*
'Akawort'ist so, daß es sei, daß jemand etwas im Magen sciimerxt
na dMM la wadia ku ng,
ihn gegen Menschen einen, man sucht töten ihn.
Ein anderes Wort Ober Entfernung des Aka aus den Augen.
Will man das Aka nns jemandes Auge entfernen, so muß der Aknto
(d<>r das Aka hei-ge.stellt hat), Allatogii-. Aghataalika- und Gbemakiimaku-
;_'i-äser sowie heißes Wasser, nm daraus Medizin zu bereiten, holen. Diese
Alisclmnjr fntfernt das Aka. Nachdctn dicvos rifscliplifn ist, nl>ergibt der
Akato den im (Jf)ttfst;f'ripht Geblichenen den .-\nü;('hüritr<Mi. Bevor der
Sclmldige nun in die Hände dcii-r. dip ihn hegehren, geliefert wird, kommen
die Angehörigen des im Aka Ge)>lie))t>nen und die des Getöteten zusammen
lind beraten. Dann erst, nachdem der Schuldige noch sehr gepeinigt worden
ist, tötet man ihn , und seine Verwandten beerdigen ihn. Die Schulden dea
im Aka Gebliebenen besahlen die Angehörigen. Das alles sind Dinge, die
man Ober den Getöteten beschlossen hatte.
Derjenige aber, der sagt, daß man einen Menschen »g^essen* habe,
wird sehr bestralt
Wer etwas gegen dnen Menschen bat, sucht ihn durch das Gottes-
gericht zu töten.
xn.
Akatsotso yi dume nuti nya.
Akatragen hinein Stadt Ober Wort.
m AJtUlQ. «4^ natsq fitb« Ako ar/i du buhu
Bevor wenn Akato ein soll bringen seinen Aka gehen Stadt andere
hinein, er wird wissen, daß Wort ein sich ereignete in Stadt jener, wie
) du nme = essen einen Manschen, bezaubern.
' yede hä ss viel aüch.
* dm» k vijftm, ich habe Magenschmemn.
* abe MS, wie.
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30 Spies* : Blicke in du« Zauber- nm! Oötterwcsen der AMSer Westafiftai^
dcoduame kplr Jixy^ > . trole figdröm tci k^k^
Zauberesseninenscli und Diobstalil.swort, die innn ist richtend lange hin und
hqfi icöradzf Akrin tfinifi dzt. Xya'horj-q xia ihnmni
her, bevor es kommt richti|; Iriflt Akaessen dazu. Wortereignis dieser Art
enye htna , ne amade df nu ' figota nuti he ffi yrü>f
ist, daß, wenn jemand daiHr hiU seinen Bruder, daß er gestohlen seine
»Ml*, ato edu dso* ymgri ade, eyata dw,
Sachen oder besaiibert seiner BrQder einen, dieserbatb man schickt ihm
Amegi tcotQ dtti h et/m dumegatto^
Botschaft. Der, zu dem geschickt wurde, kommt (geht) au den Stadtilleaten
pde kjpXB jfi, <Iis kw aiam na uto bena, ne toodSt Aka an
hin mit Schwert, versichert sie, dafi, wenn sie wünschen Aka tat
ihn, er werde essen, daß sie werden sehen sein Inneres. Und wenn die
dume^hsoo hu «jio /a liw/f* eg h, «odiii
Ältesten der Stadt nachgedacht sein Wort fiber fertig sind, sie suchen
Akaigwo Imo d» AnAii um. dtme^wo natU Akato ms
Akatgwo aus Stadt anderer. Bevor die StadtSltesten suchen Akato diesen
«e mo la, fh na mo be, wotatye*, hma
seinen Weg. es ist an Ihnen (fHr sie), daß sie werden wissen, daß (ob)
nutxva aiö ny^nua ewQ nua vavä In afö meiCQfi O»
Mann der oder Fran die taten Ding das wahrhaftig oder nicht taten es nicht
iVJ» dumefjatco kpq hetm , anm la tbe nortorw ßa ß<{f^^
Wenn Statliälteste sehen, daß Menschen des sein Rnf lehrt TzeiiKt) DieUes
ntö dzodnamctn tpe nffftmie fa , vxxioa^ du" Akfjto in
oder Zaubertvs.st'.nuiciisch seinen Rtif, sie scliicken eilig zu Akat<_> dem
hf, nfi va fa rcöatrn Akn la na Akam/i la
daß, wenn er komme, er drehe herum Aka das fur den Sichunterziehenden
fna , ne tchatsi Akn vir ironghln nhe tamenyatcn. .V/»
diesen, daß er bleibe Aka im und er sagen werde seine Kopfworle, Wenn
tcotcq esia vo la. tcoghUma na amesi le Akanyi gf In
man fertig dieses hat, sie sagen zu dem, der sich ist dem Aka unterziehend.
henay netsq hotsui höht ade kple ahatukpa eite
daß er bringe Muschel^ld (Kauii) Mark 6 und Branntweinflascheo 4
1 dl» UM iss dafQr halten.
* r»v — Dill!?, Sache.
* (Iii 'ho, wörtlich: essen Zauber.
* (iumeyätco, Stadtält&ste.
* 6« Mif über etwas naehdenken.
* tk na w b« waojfs, ^e mAssen wissen.
^ do 4*t sdiidken, senden.
' d», eilig.
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SptEss: Blicke in da« Zauber- und UötterwGäcii der A6l5er Westafrikas. 31
og; vroj^lffw na mnesi in du la hn l»na, nftso
her; und sie sagen za dem, der gesehickt wurde »ucb, daß er bringe
kotu ade kpk ahatukpa ene tv. i\> eia^ tn» ve la
Mark 6 und Branntweinflaachen 4 her. Wenn man bringt es her, die
dumeffäwo dba' ame f^^e dona df Akato gbo bena, tcoakjJoe «£.
Ältesten senden Menschen 2 z«i dem Akato hin, dafi sie fähren ihn her.
Wotstqn hfitsiii hntii me kph ahatiikpa ef^r (ha asi
Sie geben Muschelgeld Mark 4 und Branntweinflaachen 2 in die Hände
na dj^Anoo he, tcoat/of re. Xf Akato In ()^*fma la mfdrona
fftr Gesandten, daß sie herrufen ihn. Wenn Akato der kommt, er nicht
df amadfke vbetne o, ncgbe ahlo>nr ko WÖdznia.
schläft in irgend jemandes Haus nicht, außer im Freien nur er bleibt.
Netumäke im wina dtm ha la wome drona df aüm
Ebenso, wenn er kommt in die Stadt, auch er nicht schläft im Haus
a^eke me o, ke bnh wwhea ablo me. Ne. nu ke la
irgend jemandes nicht, sondern er bleibt Freien im. Wenn Moipfen der ist
dumegaico katä teofjSia tho nu^. Eye am <0O(ft' ütQ nu vo
Ältesten der Stadt alle versammeln sich. Und wenn die Zusammenkunft
ken la, duto* la tsiatre de amef/ätro kple Akato la the
vorflber ist, der Erste der Stadt stellt sich vor Ältesten und Akato des ihr
nhumey ^dgfui hena: »Amesia edu d:n* ye. nwfiy yde dim
Angesicht, sagend , daß dieser Mensch getötet seinen 'ßruder\ ihn suchend
wl — , ßfi ko yekpgt enye m*, eye wopblo hena: »yeat^
^nge, gerade jetxt er sehe ihn, er ist es, tmd man sagt, daß er solle essen
Akoy eye ne myi Aka eye votsi eme la jfttawta,
Aka, und wenn er essf* Aka und er bleibe darinnen, er werde getötet,
ke ne eghq Aka la* , ekemä fe* sitco nyim wole la
jedoch, wenn herausgehe, dann Schulden, welche er schuldig sei, werden
yeahii.* Ekemä amejti tcoto dui la hä tsiatre de
ihm bezahlt. Dann derjenige, den man sandte, auch stellt sich vor die
dumegmrn kple Akato la tie nkume eye wogblona na tco hena:
Stadtälte^iten und Akato des ihr Angesicht und er sagt r.n ihrun. daß
'ame.ff'a ede nu ye ttuti , elabena est yedzq de heheame
dieser Mensch Unwahrheit über ihn sage, weil, nis er kam in die Welt
ta ff ye metm ale ntisia kpo o. Kye ye nnr>t"' .fia
von Anfang, er nicht tat so Ding dieses niemals. Und sein Bruder dieser
> do do d» gbg SS dQ 4* jemand sa ehiem senden.
' 'Ii iro nn, TnsammcnknTnmen.
* duto, in diesem Falio der Erste der Stadt.
* du dzo, durch Zauberei gegessen.
' egbß Aka la^ heraus am Aka gehen.
* il« ^, die Schuld (fttr ihn) bestahko.
^ ngvi, in diesem Sinne nicht leibUdier Bruder, aondem soviel wie Laadsmann.
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32 Sfikss: Blicke in da« Zauber- und Gütterweseu dei* Aüloer We>>tarrika>>.
vn wo 4i hena, yedu dzo yt novi. Eyata yedi
kam, beschmutzt ihn, daß er getutet seineo Bruder. Daher er wunwlie,
hena, yeanyi Aka np. Ne ele me be, ye du dzö
daß er esse (nehme) Aka iltiu. Wenn es ist darin, daß er getötet seinen
nqvin ravä In . fkrma Aka st nyi (jp ymJa ne !n tfeatxi
'Bruder wahrhaftig, dann Aka, das essend er ist ihm, er wird bleibm
AlrfT mc , Pye ne yr meteoe kpq ghrdfgbt^df d h. ypa*j^>q
Aka im und wenn er tiicht jrefan es durchaus nicht nicht, er wird henms-
AkfT». Dato (a kpU amp.n trotq diii la tnnj^ilqa ah
gehen Aka. v>tadtälteste der imd derjenige, den man sandte, >n|,'en solches
nya sia enuenu fe amerfmrn kpfe Akato la nknine. Emegbe la dumegÖKo
Wort dieses oft vor Ältesten und Akato Angesicht. Danach J^tadtältesteo
use tsiantfv hn tsiatre ghlona na AkaUmo hena, ampgätro dum
ihr Spreciicr auch tritt auf, sagt den Akatowo, daß die Altesten sandten
de mmfflio ' be, mahm m\ he , m'wse Akanyi/attr.' the
mich zu euch, daß ich fragen soll eucli, ob ihr gehört Akanyilawo ihre
mahä^l Eye Akatotco hä doanu hma, yeirose trotce r;^p.
Stimme;' Und Akatuwo auch antworten, daß sie hurten ihre Stimme,
netso kaha bf ra' natjndo de yfiro o. Esia meght
beeile dich, daß Naclit nicht hereinbreche iiber sie nicht. Diesem nach
la tsiamp h gadoa do de dzndunmptq la kple amt.<t qhh
•Sprecher der wieder schickt zum Dzudnameto* und tlcmjenigen . d«'r >nt;te,
hp. worin d:o i/f nqri In qho he, ttftdnmr df^fldp rinn'i
dalä man unigrhraclit seinen Bnidfi-, liin, daß von iluien jeder soll»- luingea
hfitsiii holit nn> kple ahattikpa di'ka rp heufl , trrKitsn
Mnsr!!f'!i;(»l(l Mark und Hranntweiiiflasehp ciric licr. tlaß mau stfllcn werde
Akfitrc la mlo ihi , fi/p tcndatsna nettem hotsui sin kj>lf
Akakalehas^e darauf, und sie bringen solches Muschelgeld dieses und
ahnhikpntro va ne.
Branntweintlaschen ihm.
Ein Wort Ober das Akabringen in eine Stadt.
Soll ein Akato seinen Aka in eine andere Stadt briageo, ao wird er
wissen, daß ^ic'h in jener Stadt Zauberei oder Diebstahl, worüber sehoa
lange hin und her gerichtet wurde, bevor man zum Akaessen greift, zu-
cjetmirf'n hat. Das Wort dieser Art ist wie ftdijt: hält jemand seinen
Rrndt-r nitweder lur d<'n Diel) der iliin gestohlenen Sachen oder den, der
einen seiner Angehörigen bezaubert hat, so schickt man eilig zu ihm.
* mWi^, sa eaeh*
* nuahä Firagepartikel.
> = ea itt dunkel.
* ZanbareMenaieiMdi.
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Sptcm: Blidke in du Zaaber- und Ootterwesen der Aftl^Üer WestafHIcM. 3H
Dieser nun f»eht 7.11 den Stadtältesten mit einem Schwert und versichert
sie, daß, falls man das Aka fur ihn wünsche, im- sich diesem iinter/if^hni
werde, damit man sein Inneres seile. Haben die Ältesten ilariihci' nachgedacht,
so .suclieii .sie Akatijwo ' aus einer anderen Stiidt Bevor .sie jedoch dieses tun,
müssen sie wissen, oh der Mann oder die Frau die Dinge wirklich getan
haben oder nieht Zeigt sich nun, dafi des Mannes Ruf der eines Diebes
oder Zaubereasenmenschen ist, so schielcen sie eilig auni Akato, daß, so-
bald er komme, das Aka herumdrehe (wdalrft) für den, der sieh dem
Aka unterziehen will, damit er darin stecken bleibe (iw wdatri Aku me)
und seine Gedanken sage. Darauf sagen die Ältesten zu dem, der sich
dem Gotte.surteil unterxieheii will und dem, den man schickte, daß jeder
i) Mark und 4 Flaschen Branntwein hrinc^rn miisse. Die StadtEltcsten
.schicken mui zwei Leute, die 4 Maik und 2 Flasclien Branntwein bekommen,
zum Akato, ihn zu rufen. Der Akato. wfnn « r kommt, .schläft uiitcrwej««
nicht in irgend jemande^s Hanse, ioadern hlcilil im Freien. Am nächsten
Morgen veraammeln sich alle Ältesten. Sind alle zugegen, so tritt der
Äheate der Stadt auf, st^H sidi vor die Ältesten und den Akato und spricht:
Dieser Mann liat seinen Landsmann getötet; lauge habe man ihn gesucht,
jet«t sehe er ihn; er sei es. Man sagt, er solle Aka nehmen; bleibe er
darin, so werde er getötet; gehe er aber heraus, dann würden ihm säne
Schulden bezahlt. Darauf stellt sicli der, den man sandte, auch vor die
Stadtältesten und den Akato und spricht: Dieser Mensch sage die Un-
wahrheit über ihn, denn von seinem Kommen in die Welt an h.ibe er
solch ein Ding niemals getan. Dieser Menscii aber kam , ihn zu he-
schiimt/.en mit den Worten, ei- habe seinen Bnider i;rtr>tft. Dalier wi'insche
er das Gotte.sgencht für ihn /n »t sscu . Habe er jieinen Bruder gelölet,
so werde er dem Gottesurteil verfallen, wenn nicht, so werde er herausgehen.
Der Stadaiteste und der, den man sandte, wiederholen diese Worte des
öfteren vor den Ältesten und dem Akato. Nun tritt aueh der Sprei^er
der Stadt auf und sagt au den Akatowo: Die Ältesten haben mich zu euch
gesandt, damit ich euch fragen soll, ob ihr die Stimme derer, die sich dem
Gottesurteil unterziehen wollen, vernommen habt? Die Akatowo antworten,
daß sie ihre Stimme horten: < r solle sich beeilen, damit die Nacht nicht
über sie hereinbreche. Nachdem schickt der Sprecher zu dem, der den
Menschen 'Cjerjessen- fdiirch Zauber), d. h. iimf^ebracht haben soll und /,u
dem, der .sagte, daß man seinen Brutbr dnich Zaul)er heiscite «rscliatVt
hübe, daß jeder von ihnen 10 Mark und 1 I'lasi he Hranntweiu :5uclien .solle,
damit man die Akakalebasse darauf lue, und sie bringen diese Summe und
den Branntwein ihm her.
1 Akatowo, Hersteller des Aka.
Miu.d.8«a>£ Orient. B^mdMfc 1907. IlLAbt
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34
Die Sprache der Bauoho.
Von P. GrüST. Aup. Adams.
Vorwort.
Mit Vorliegendem habe ich Tersucht, den Bantiidialekt der Bandho gram*
matiseh zu kultivieren. Daa Vollkommene wird aelten bei der ersten Be>
arbeltong erreicht. So bitte ich um Nachsicht, wenn MSngd sich ToHinden
sollten; uns Ersten muß es genug Befriedigung aein, grundlegend gearbeitet
XU haben.
Doch wenn diese bescheidene Arbeit einerseits von der Wissenschaft
beachtet werden und /tun weiteren Verständnis der großen Bantuspracli-
familie iht-en Teil Ix-itraizipn . aridrrsn'ts nl»er aiicli unv.pi n Kiiltiiriiionieirn
in der fernen deutschen westafrikanischen Besitzung Kmu run von prakti-
schem Nutzen sein sollte, so hat sie damit ihren Zweck erfiillt.
Einiges Geseiiiclitliche über den BanuUovolksstamm möge zum weiterea
Interesse vorausgeschickt sein.
Geschiehtliches.
Der Volkastamm der Ban 6h o gehört tu der großen Bantu vaikor*
fiunilie Zentralafrikas. Dieser Stamm ist nicht sehr «ahlrdch und bewohot
gegenwärtig mir die sfldliche Küste des deutschen Westafrika. Kamerun*
welcher reil aucli die Batangaküste genannt wird, ^ach ihrer Tradition
wollen die Uaiiolio mir den wetter im Innern des mittleren und sFxllichen
Kamerun wolineiulen Stämme der Bali. Huli. Bane. .laiinde. Mgumba usw.
keine X'erwandtsrhal't haben. Doch .sollen auch sie einmal gleich ihren
jetzigen Rivalen, den Bapuku, vor Zeiten inj Innern der großen l'rwald-
region gewolmt haben und durch Nachdrängen anderer Stämme von Süd-
und Nordosten her allmShlich zur KQste des Atlantischen Ozeans geadioboi
worden sein. Ihre engere Stammeageschichte lautet in den mir bekannt
gewordenen ZQgen wie folgt:
Vor sehr vielen Jahren lebten tief im Urwalde ein Vater und drei
Söhne vom Bawuheastamm nut lliren Familien. Sie wußten noch gar nichts
von dem großen Wa.s?:er um! drr Meet'csk Tiste , sondern trieben sich nur in
den diHikf^In sumpfigen Wäldern herum. Die Jaijfl auf alles Wild war ihre
Beschäftigung, das erbeutete Fleisch und WaldlViichte ihre Nahrung. Andere
ihnen befreundete Familien hielten &ich au den Wassern und Flüssen dtss
^ kj ui^uo i.y Googl
Adams: Die Sfinieha der Banöbo.
Inluides und lebten ▼om Piscbfimg. Da diese aitch sonst des Wassers
kundig waren, schwimmen und in win«igea ausgehöhlten Baumkihnen auf
dem Wasser sidi so sicher flUilt«i wie auf dem Lande« nannte man sie
einfach die T' iit^hOi d.h. die Wasserkiindigen.
Eines Tages zogen nun der \''Ater Maoga vom Bawuheastamm und
zwei seiner Sohne mit ihren panren Familien ans und nahmen ihren We»;
zuerst fjepen .Süden zu. Moiiat«'lanK oblagen sie dort in den Wäldern der
Jagd und wanderten dann iuiiner mehr gegen Sonnenimtertran^. Da ver-
nahmen sie eines Tages ein starkes Rauschen und diaiigen neugierig in der
Richtung desselben vor. Wie waren sie plötzlich erstaunt über die über-
wiltigende Erscheinung, welche dss tui begrenzte , offene und ebene Mew
darbot! Der alte Vater Manga fiel, flbermannt von dem ^druck, in Ohn-
macht, und alle waren sprachlos vor Staunen, weil sie immer in dichten,
dlmmer^^n Wildern lebend eine so lichte, unendliche Freiheit und Eben-
heit des Erdenraumes noth nicht enijifunden liatten. Nachdem sie sich von
ihrer Verwunderung erholt, fnPt r: ie den Entschluß, hier ihre Wohnstltten
aufzuschlagen, das Meer zu beobachten und seinen Fisolueichtum kennen
zu lernen. Ihre guten Eisenwaffen. Speere und Messer schmiedeten sie zu
Aiiu^rln um und versuchten auch, die See mit BanmkShnen zu befahren.
Doch bald verrosteten iiae Angeln diucli den ätzenden SnlzgeimU des
Meerwassers; die Sturmsee verschlang ihre Haunikähne, und viele der
Slammeskinder kamen um, weil sie nicht schwimmen konnten, oder er-
krankten. Audi verstanden sie nicht, aus dem roriiandenen Steindsen
neue Werkseuge au schmieden. Sie beschlossen darum, das Meer wieder au
verlassen und in ihre Urwaldheimat zurQckxukehren. Sie wanderten deshalb
gegen Sonnenaufgang, woher sie zuletat gekommen, und erst nach langem
Umherin en und unter vielen Entbehriutgen fanden sie endlich die Wohositae
der zurOckgelassenen Verwandten wieder.
Manga und seine Genossen et ?Shlten nun ihre Abenteuer und hrarhten
auch die Kunde \ on dem neueiitdeckten großen Wasser zu ihren Frrunden.
den sogenannten BainMit). Diese beschlossen nun ihrerseits, als •Wa.sser.
kundige« den finstein Wald zu verlassen und das offene, große Wasser
gegen Sonnenuntergang auszukundschaften und sich dienstbar zu machen.
So begann eine kleine VSlkerwandenaig unter Fflhrung des alten
Manga und seines Sohnes Ngonga, der Entdecker des Ozeans. Die Ban61io
nahmen ihre Weiber und Kinder, Waffen, Elisen und sonstiges Hab und
Gut und folgten in ausgedehnter Karawane. Sie trugen damals nur sp&r-
liehe Kleidung aus Gras- oder BIltterschQrzen . jn. meistens gingen sie v6Uig
nackt einher. Sie Schoren nie ihr krauses Uaar, Sondern trugen CS in
starren Zöpfen oder in phantastisrluTi (Jewinden.
Als sie nun nach langer, an<iestrengter Wanderunji zur Meeresküste
gelangt waren und auch die alten Wohnst&tten des Manga wiedergefunden
hatten, richteten sich die Bauölio dort ebenso wohnlich ein und nannten
zu Ehren ihres kühnen F'uhrers die Meeresküste auch Mangaland, welche
Beaeiebnung »«naa^« can auch einlach in ihre Sprache flberging als Wort
in der Bedeutung von «Meeresküste«, »Strand«.
36
Aoam: Die Sprache der Bendlio.
Als Manfjn wieder in seine altf» Wahlheimat zurückzukehren geilnclitt».
zwangen dif Banoho ihn, mit seiner Kaniilie einstweilen noch /.u hleii>en.
(Ar den Fall, daß auch sie durch die Ungunst des Seeklimas geswungea
würden f in ihre alte Heimat zurOckssugehen. Doch die MSnner, Finnen
und Kinder der Bandho konnten schwimmen und fOrchteten sich auch aicbt.
die hohe See zu befaliren. . Sie gewohnten sich so bald an die neuen Vfr>
Imitniase, schmiedeten aus dem vorgefundenen St^neisen gute Angeln «im
Fischfang und erwarben sich eine zweite Heimat, wo sie bis auf den heii*
tigen Tag geblieben.
Manga /.or nun mit spiner Familie in den Wahl zurück. Auf dem
\Vefj;e aber tiafen sie den Sintiini der Bapuku und erzählten nnch diesem
ihre Kntdeckung des großen ^^'n.ss(•| s. Die Bapuku vei s[iürten tum eben-
falls Wandergeliiste und erbaten .sicii vom alten Mnngn einige seiner erfah-
renen Verwandten als Führer. Dazu wurden Kwanja Mahdnge, Boloko und
Njomatanda bestimmt, welche so zum dritten Bfale nun auch mit den Bapuku
dem Sonnenuntergänge zu zur MeereskOste marschierten.
Den Bapuku erging es anfangs, weil des Wassers unkundig, sehr
schlecht, und sie beschlossen, wieder ihre heimatlidien Waldgefilde aufzu-
suchen. Doch die Ban6ho widersetzten sich dem, k&mpften mit ihn(Mi uud
zwangen sie. in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis nn der Küste zu
verbleiben. Hierin ist der Grund zu suchen, daß trotz der nächsten Nacii-
barscliaft mich bis atif heute ein intensiver Stammeshaß sich immer wieder
kundgibt und Spra«'henvpreinigung oder Miseliheirat veiliindert.
Die Bann ho cntdeekten auch bahi das Seewassersalz durch Ver-
dampfen und trieben damit bei den iunern Stämmen re^en Tauschhandel
gegen Sklaven uud Elfenbein. Des bftem wurden sie von den in der Zeit
hiimer mehr von Osten nach Westen vordringenden mSchttgercn und
wilderen Stämmen der Bull und Baköko befehdet. Dabei suchten und
fanden sie ihren sichersten Schutz durch Flucht in Ihren Baiimkihnen
auf die offene See. Die schwächeren und fdgeo, schon von frülter
her ansässigen Kttstenstämme der Pangwe und Mabea, welche mit Nguinha
verwandt sein sollen, unterwarfen die Ban6bo mehr moralisch durch ihr
freies und schlaues Auftreten. Doch zu ihrem großen Leidwesen Int das
deutsche Gouvernement nun auch diese scliwächeren Stamme ihnen gleich-
gestellt und vor alh*Tn ihren moralisehen KitilhiL> aul" das Hinterland
gebrochen durch Absiliatlung ihres von jeher sich angemaßten iiaiidels-
monopols.
Im übrigen sind die Banoho sehr gelehrig und bestrebt, die Vorldle
unserer Kultur sieh anzueignen. Seit einem Jahrzehnt bekennt sieh der
ganze Stamm auch schon zur christlichen Religion, und die jungen Mäaner
unterstellen sich gern, besonders als. SchilTsbedienung, den Diensten der
deutschen Regienmg. Um von so größerem Interesse wird darum auch
die grammatische Kultivierung ihrer Stammessprache sein.
^ kjui^uo i.y Googlig
Adamw: Die Sprache der Baadbo.
37
Gramniatik.
Lautbezeichnung und Aussprache. *
L Vokale.
Die Vukale der Banuhusprache sind: a, 0, ^, d, u. Süllen sie
kurz* geschlossen und betont su.sg(>.s|>roclien werden, so erhalten sie als
Merkzeichen den Akzent 4 ist als gedehntes« breit gesprochenes äh zu
sprechen; ö als Mtttellaut zwischen a und o (gleich dem englischen d).
Folgt nach 6, i i»ne weitere Silbe ntit gleicJieui Vokallaut o, so werden
diese eb«aiso breit gesprocheot der rinrachern Schreibweise halber aber
ohne Akzentuierung gelassen; z.B. iVdndb lielie wird gesprochen wie ifttn«b;}
1^ auch Upi nsw.
Diphtiionge im ('iu;entlij|i<'n Sinne t^iltt p'> iiirjit. Daher werden zu-
»aaiuiensl<'!!t*nd«' \'f»kal(' ^clicunt ;^rsjinH l;< ii . (xlcr sie weivln-n einander.
l' u» \v a II (11 u 11 ^ (' n : 1. p^i vor f»»l^enden» a, ( . i können dem Sprach-
gebrauch gemäß in y vervvajitlell werden. 2. Unl)t'U>nles u und o werden
\*or einem betonten Vokal zu w. 3. o mit folgendem i (meist bei Beginn
eines Wortes) wii-d zu h kontrahiert oder doch <ii als « ausges])rochen* —
Somit können y und «p auch gemK0 der praktischen Aussprache als Halb«
vokale betrachtet werden.
n. KonsonanteiL
Wie im Deutscheu lauten die Konsonanteu 6, Ar, n, t.
Das A ist kaum tiGrbar. Die Qbr^imi Konsonanten (im internationalen Sinne)
lauten : j — dfi s stets scfaarfj v weicher als im Deutschen und mehr gleich
unserm v; w wie englisches w als kurzer «-Vorschlag; y wie unser j' mit
kaum markliebem i -Vorschlag.
n ist reiner Nasallaut und .steht meistens vor A; n vor 6, p wird m;
h lind t/ ersetzen einander bei den Verbalstimmen sehr oft; ng wird wie
im Deutschen gesprochen,
ffl. Wortton.
Der Ton ruht für gewöhnlich nnf der vorletzten Silbe. Bei /usauunen-
ge-setzten FcniTuni kann er bis auf die driltlel/ie Sillic fieibfhalten werden.
Wörter, welche nur infol^f» drs I^täfiKcs (\'or.silbc) /.wei.silhig sind, In'lialten
den 'I nn naturgemäß auf iiner Stannnsilbei z. B. diA'^ iüii diöS Euter, weib-
liclie Brust.
Die Qmndregd Ibr die Wortbetonung ist abo: die Wuntelsllbe
der Grundform bleibt immer die starke» krSfUge Silbe des Wortgebildes,
aneh neben einem anderen sekundlren Akzent
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38
AaAMs: Did 8|iraclM der Bati6lio.
nr. Elisioii und KoniraktioiL
Die Bantusprachen VVcü tatnkoi» zeigen mehr als aiuierswo das Be-
streben , im V'erkebr die Wörter und auch Wortgruppen mogh'chst bb zur
betonten Silbe zu verstOniuieln, indem unbetonte Endsilben, Verbindung*-
oder Verbaltnispartikeln gans oder fast gans unteixlrückt werden. Deshalb
wird sieb die ScbriAsprache dem Auge voUltommener darsteUen als die
flotte Um^mgw|}rache dem Ohre.
Graintnatische Elisionen sowohl wie Kontraktionen finden also häufig
statt. Hierbei gilt das Gesetz: der schwächere Vokal weicht dein
stärkeren, d.h. d»-iji nach Sprachgebrauch wichtigeren. Elisionen be-
zeichne man durch Apostroph , Koutraktioo durch über dem restierendeu
Keiu .sprachliche Kontraktion in der Praxis ergibt am besten der
Unterricht.
Die Beachtung der Lautregeln wird manche EigentOroliehkeil»
besonders bei den Zeiiwortformen, erklären.
§ 1. Man hat zu unterscheiden: a) urspningliche Substantivs, t. B.
ndabo Haus; Hto Tier; b) abgeleitete Substantiva, welche gebildet werden
vom Stammworte durch VMx und abgeleitete Form, k. B. nloft' Hirte von
-taia boten; filoAi Knecht von 'haha tun; c) substanüvtscli gebrauchte In-
finitive, z. B. Hondo Liehe, lieben (s. § 48 Anm.).
Die iSpraclie der Banoho hat keinen Artikel, kein gramniatische.s
Genus und keine Deklinatlmi. Die einzige Biegintg de.s Wortes hestclit in
den wechselnden Präfixen der Kin- und Melnv.alil. So kann heiPen : t/onJjo
eili Diiig, das Ding; beüßmbo Dinge, die Dinge; ttlialu Ivneelit und Magd.
Nach der Verschiedenheit der l'räfixe gruppieren ^icli die Haupt-
wörter in sieben Klassen. Vom Hauptwort abhängig und lieshalb nach
den sieben Klassen verschieden lautend sind auch: a) das Personalprifix,
welches als Wiederholung des Substantivs oder als bexQgliches Sulyekt vor
dem Verbum steht; b) die Vo'blltnispartlkel, welche das Attributiv- oder
GenitlvverhJUtnis ausdrOckt.
Zu dieser Klasse geltören nur Substantiva, welche das menschliche
Wesen an .sieh bezeichnen; z.B. moto Mcnscb, bato\ momo Mann* bom
Männer; muna Kind, bana.
Eigcutümiichkeiteo: ndUto VvWtV^tih [mdtio) wirft in der Mdtr^
Zahl daa d aus: hUo.
Vokal.
I. Kapitel.
Die SnbBtaiittva.
§2. Die erste Klasse hat in der
FMlIx Pera
Einzahl m, mo, mu
Mehrzahl 6, ba
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An Ana: Die Spimehe der Banöbo. 39
iUflijINM Vater» Herr, f^an^vat Mutter, Herrin, hiji Schwester koonen in der
Mehrttbl aiieli unTerlndert bleiben und dun die entsprechenden Personal*
prftfixe and VerUUtnispartikel der W. Klasse nach .sich ziehen (v^'I. § 6).
nf und *na sind verkQrxte Bezeichnungen fur Ehefrau und Ivind, so-
bald diese Objekte in ein Possessivverhaltnis treten, r. B. nj' 'a liabala die
(Khe-) Frau (l<>s H ibala; 'na 'n ßobala Kiiid des Bnbala; die Mehrzalii beißt
abei' wieder regelmäßig: öito ba — , bana öa Bohnlo.
Wörter: nj' *a hanyire Stiefmutter; 'na'a lumyirt Stiel'bnuier ; na 'a
pae Bruder, bona ba pai Bruder, pad oder t£k ist der Kosename fur Vater.
§3. Die xweite Klasse bat in der
Prähx Persotialprätix Vei'hältiiiüpartikel
Rinaiahl r, n, m, mm vm mu {mo)
Mehmhl im, iny um, my me, mjf
Hierher gehören viele aligeleilete iSubiiUiiliva als isOiniua agentis
(actiouis), welche eine Beru&klassc oder Stamwesangeiiörigkeit bezeichnen.
Die Berufsklassen können, weil sie Persönlidikeiten bezeichnen, in
der Mehncahl auch nach 1. Klasse mit den entsprechenden Prifixen und
Parttkefai behandelt werden; x. B. nkUi Hirte, oder boMii rUodu Alte,
oder batodui m^ohoeäi Lehrer me- oder bv^okwdi.
Die substantivisch« II Bezeichnungen, welche eine Stamniesangehorig*
keit bezeichnen, gehen in der Mehrzatd sn<^ar regeUiiäßig nach der 1. Klasse;
z. B. Nnoho, lianoho; Mptifm^ Baptihu; Nkuko, Bakoko irsw.
^ 4. a) I>er Siaiiuu der nieisten Wörter dieser Klasse beginnt stets
mit eiiifiii Konsonanten. Das eigentliche Präfix « \er\vamlt*lt sich vor b
und p in m; vor h wird es als Nasallaut gesprochen und durcli // bezeichnet;
z. B. mltü Jahr, mebu\ mpupe Wind, mepupe; tVieba Welle, mt/teöa. Vor
ebem h des {Stammwortes bleibt es unverlnd«rt und wird stark vibrierend
ausgesprochen; s. B. nn^iMi Dach, mei^va. b) Nur wenige Stimme beginnen
mit einem Vokal und haben dann die Frifixe m oder m» in der Einzahl
und stets my in dei' Mehrzahl nach den Regeln der Lautgesetze I ; z. B. munfa
Fluß, fflgwfya; mwanga Garten, Feld, mj/anga} mweke Mittag; molo Kopf,
Haupt, myoto; momi männliches (von Tieren) myomt; mtodo der frühe Morgen;
moi^olo Riiiidbeit, Hiidde.
A 11 s II a Ii III f n k ö ii n en sei n: mtoibi Dieb, in der Mehrzahl mihi, aber auch
mjfiöt'f teruer mudi .Seile, kann iiitverändert aucil nach der iV. Kiasse geben.
§5. Die dritte Klasse hat in der
Präfix Peraoualpr&fix Verhältniäpartikel
Linzahl bo, 0, bw bo bo
Mehrzahl me, my me (my) me (my)
Hierher gehören viele Abstrakta und adverbial gebrauchte .Sull^l;,Iltiva;
z.B. l/uam üütc, gut; btcaba Länge, lang; bicala Trägheit, faul; boiu-ne
Große, dick; bohadi Kleinigkeit, wenig usw. (diese Uezeichnuugeu sind zu-
gleich Singtthiria tanta).
Andere Wörter sind: hokngi Gebinde, mdongi', bcMa Hahn, mMta\
idh Kanu, my^\ 6HaTeg,fli!yA>; öifts Mangobaum, myiA^; diiA* Nacht, inyif&i.
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40 Adams ; Die Sprache der Banoho.
§ (>. Die vierte Klasse bat in der
Pcifix Ftononali»rifix Veriiältni<ij)artikel
Einzahl — « yn
Mehr/uhl — i ya
Die liierhergehorigen Wörter beginnen alle mit cim in Konsonanten und
sind in der Ein- und Melii zahl RleichlrmteiKl ; B. tomba Zie{»e und Zietjfn.
f>i»»ser Klasse gihüren aucli die meisten aus europäischefi Sprachen
entletinten Wörter an; B. sapi Seife; soljf Soldat; stokf/n Stnunijf.
Einige Wörter dieser Klasse können für die Meliiv.alil auch Präfixe
anderer Klassen entlekneu; z.B. hangtce^ öahanffwe (vgl. §2); njea Weg.
maujea ndSsiw Usi», numdobo usw.
Das Flurale tantuiti Ali Tage» stets zw bloßen Zeitbestimmiing verbunden
nüt einem Zahtwoit, gehurt auch in diese Klassej B. Ati iblo in drei Tages.
Andere Wörter: njdu Elefant; Inda Kleinvieh; ngibe Reue; howe lisar;
kottda Stuhl; mbo Hund.
Anmerkung: Fremdwörter, welche in iluxMu Anfange dem Präfix eintr
KInsse assimiliert erscheinen, folgen auch viellVicli derselben; z. B. engtlix Kn^rl.
in der Melir/ahl beuyelis geht somit nach der \". Ivlasse; mcH Dampler als I'lii-
rale tautuui nucli der III.; lambt Lampe als Phirale tautum nach der Vll. usw.
§7. Die fünfte Klasse hat in der
PräHx. . l'oräoualprüfix Vcriiuituisparukel
Einzahl e, y e ya
Mehrzahl be^ by^ h - be he
Bei Hauptwortsstämmeii, v\ eiche mit e oder o anfangen, verwandelt
sich das Siogularpräfix e gemäß der Lautregel in vor einem betonten i
gtdit es ganx in dasselbe auf. Das Pluralprafix ist vor e und c einHicbes 6,
vor 0 dagegen byi z. B. jfoi^fo Bein, Fuß, bjf(mgo\ ino Arm, Hand, Ww;
Sfels Baum, Steele, bete*
Als Eigentfimiiehkeit geb5rt in diese Khuse das Wort Jn^ftmtb« Gott
(benyanAe); bei Bezeichnung des einen wahren Gottes kann es als Siagii'
lare tantuui auch zur 1. Klasse gerechnet werden.
Ferner gehören hierher viele Pluralia tanta; z. B. bemadi Ende, tte-
eodigung; beteir rnrrolit. böse Ahsiclit nsw.
Anden; \Vürter sind: rlainba Hinu. /i'lntnbo', epuhu Bettdecke, bepuhit\
fptima Frucht l/ejmma; eJuit ßlatt (voin i>aiun), bekdu
§8. Die sechste Klasse hat in dei*
Prftfix Personalpriliz Yerbiitnispartikel
Einzahl 1, dV, d di {j) da (d)
Mehrzahl «na, m ma (at) «na (m)
Die eigentlichen Präfixe sind «', di und ma. Doch bei Wortstimmeo,
welche mit einein Vokal beginnen , verwandelt sicli das i iaj, und di vxA
ma werden zu d und m verkOrzt.
Beispiele: tfctf Ohr, maiäii Jambe TQr, «nomfte; dibA Wange, «noM;
Auge, «nio; dongo Teil , rm ngoi {dot Wort, l^ut) , madoi^ Sprache ; doba Sunnr;
dibe Mangofrucht, mibe', dino Name, minaijembeTtil,membeiJMede Bad, miMf<,
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Adams: Die Spreche der Banobo. 41
Zu dieser Klasse gehSreo ebenf«Us die substentivisch gebrauchten Infini-
tive (a. $ 48 Anm.) und FdrbbezeicIiDUngen , welch letztere nur als Singularia
tanta in Anwendung kommen; z. H. ihln Verstand, Wissen, mabia Wissen-
schaften; jV^a Diehstahl, miba; ikahama l aufe; jV/n^o Furclit; nowMld Schwärset
Dunkelhi'it ; huUtea Weiße. Reinheit; ibehima Rote, Bräune.
Hierher gehören mich die Phu'alia; madiba Wasser; manga (ierueli;
mcUimali Blitz; mahirta Hinterteil im Kann; mandaba und mamboha Gehöft.
jam die Zehnheit, Zelmer (zehu) hat für die unregelmäßige Mehr-
zahl : mabö (s. § 1 6).
§ 9. Die siebente Klasee hat in der
FrtSx FeraonalprIAx VerhUtnispartikel
liSnzahl i, m, ty« « «t ffi
Mefaaahl vq, vw (lo, vo vo
Das Singulai-prafiz «i wird vor o in vy verwandelt, vor e und i da-
gegen zu V verkürzt, z, B. vj/ombo Lied, mto Fackel, rm Feuer.
Das 0 des Pluralpnifixes vo wird \'or einem Vokal in «f verwandelt,
X, B. tncomboy vtcito, vic^a.
Singularia tanta in dieser Klasse sind: rH Hitze, ryo oder Pty« Scilla f.
Piundia tanta sind: vtca/te Erde, unten; dann die Fremdwörter lambi (engl.)
Lampe; Ivba (Duala) Himmel, üben, Luft.
Anmerkung: Das eigene Pi-nÜx /, lo dieser Fremdwörter jedocli
geliört logisch zur selben Klasse der Bantuspraehen Qberiiaupt und beein-
tlußi somit das Personalprafiz und die VerhSltnispartikel des Ban^hodialektes
durchaus nicht; z, B. loba voiuU bwd der Himmel ist Idar, lambi vo muna
die Lampe des Kindes.
Andere Wörtersind: «Mm* Vogel vononi; lA-o/iAtKugeloo/boftA}; tAifBach voho.
§ 10. Zur Übersicht seien die siel>en Uanptwortklassen hier nochmals
L
IL
Hl.
IV.
V.
VI.
^'IL j
Prällx
Personalpräiix
Verhäl Uiiöpaitikel
m, moy mu
a (0)
toa,
b, ba
ba {b)
baib)
n^ fly IWf UNS
mu (mw)
mu (mo)
UM) (tny)
me (mjr)
bof bw^ b
bo (bu)
bo(b)
me, iny
me (mjf)
me (my)
« Cy)
ya (y>
(y)
ya (y)
«. y
(y)
y« (y)
be, by, b
be (6)
be {by)
iyjy di, d
di (dj)
da (d)
ma, m
ma (m)
ma (m)
1, PI , oy, •
Vi (ry)
vi (py, ve)
vo, VW {lo, l)
vo (vw)
vo (v)
Andere Wörter: »dlmide ya paf' jüngere Onkel; ntodu mu pai Utere
Onkel; meaeanga Halm« meeaeanpa (IL Klasse) Gras ; «EAoim Fteischteil» meboni
Körper, Leib.
42
AikAin: Die ^pnehe dor Binoko.
II. Kapitel.
Das Adjektivun.
§ il. Die Zahl der eigentlichen Kigenscliaftsw^ter ist sehr gering.
Als Attribut stehen sie direkt hinter ihrem Hauptwort und erhalten du
entsprechende Pefsonalprifix vorgesetzt; z, B. ^ki dmene das dicke Ei;
haka enene das große Messer.
Hier kommt das Personalpräfix der I. Klasse iin Singular o cur Ver
Wendung statt a; doch kann es auch völlig apostrophiert werden: X.B. «oi»
onene der dicke Mensch; molo 'pakirr ein anderer Menscfi.
l'nter diese Hegein fallen die l'ünf ersten, also attrihutivisdi g<-
braiiclitfii Zahlworter (s. § 15) und die wenigen vollgühi^i n Kigeiiicliafi>-
vv(»rt<M-, wie: -tlui gau/M jeder, alle; -poJnce ander; -huvet kurz; -voU saufu
rulüg; 'VÖlu sciiarf; -nene grüß, dick; -hadi klein, wenig; -yam gut, schön;
-bem schlecht, buse; -JUft' viel; (-iMa klug;!*) -yavi lang, schlank; -hA» veU»
ganz; -kumU vergangen; z. B. muna ojfam\ bato ^^; voAo' vohUL Die dem
Sprachgebraueh entsprechenden Lautgesetze kommen liierfo^ natuiganiB
ebenialls in Anwendung; z. B. dibd dSht» jede Ehe; üAe jfihe jedes Meer;
mjfolo m^h« alle Kopfe; Mm fmeShe der ganze Ast; moto^ Una (aufgespr.
nu^* uhia', entstandrn ans mokt oilna? oder moto tea ibia) ein kluger Mensch.
Wenn diese alliterierenden Adjektiva im Deutschen als i'radikat slelicr.
so werden sie in der Banohosprache d»irch das entspieelietule Ahstraktuin
ersetzt: ?.. B. nutto audi hoiunr; yrk endt bwaba der Baum ist laug; luüca mdi
buvnlu (las Messer ist scliarf (Schärfe). Dasselbe tritt ein. wenn sie im
Deutschen adverbial gebraucht werden, B. nUitt mutumbvatdendt baam der
Uirte singt schön (vgl. § 12).
§ 12. Andere attributive EigensclwfUwörter im Deutschen werden n
der Banöhosprache ausgedrückt durch entsprechende Substantive (Abstrskta),
Umstandswörter usw«, indem sie dem regierenden Uauptworte mittels Vcr>
hiitnispartikcl zugeglicdert werden; z. B. tube ya ndUri das tiefe Meer; auAo
va mjvdi der starke ^\emc\x\ jt/tnhe da fihtcenge die innere T&ry Jombe da U
die innere Tur; kdlati ya loba das obere Buch.
Ancli als Prädikat oder Abverb werden diese im Banoho fehlenden
Adjektive ansfjedriickl teils durch entsprechende Substantive , meist sinn-
gemäß in \ erhinduiig uiit der Präposition na •mit-, teils dureh Zeitwöiter.
welche das .Wjektiv schon in sich schließen, x. B. molo andi im tiyiMÜ Jei
Mann ist stark (mit Stärke); moto adangusaruU na ngudi der Mann marschiert
stark ; njea eyavmdi der Weg ist lang ; akaHndi er ist satt.
Zu den mit vorgesetzter Verhiltnispartikel attributiviseh oder ohne
Priposition prädikativisch und adverbial gebraueilten Wörtern gehören ferner
Form- und Karbenbezeichnungen wie z. B. ilAodacfalank; moHffoto rund (Ruad-
heit), bwe bell (Helligkeit); foAiftaA« rot, braim; trydey^ schwarz, dunkel,
blau; velelete weiß; beletete purpurrot; pum4e grau usw.; z»^.dipepu da ryJfyd
das dunkelfarbige Papier; diadi «jf&oyd das Papier ist dunkeUarbig.
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Adams: Die Sprache der Banöho. 43
Vk Stfligerang.
§ 13. Eine besondere Steigerungsfurm des Adjektivs kann es nach den
gegebenen aprachlicfaen Verhlltnissen uicht geben; der «läugere*, »Ungste«
Stock heißt immer nur yefe ejfori der lange Stock. Jedoch findet eine
Steigerung im iogischen Sinne immerlvn atatt, wenn em unmittelbarer Ver>
gleich auagespi-ochen Wird. Aber auch dann wird die Steigerung nicht am
Adjektiv selbst Vollzügen, sondern durch Umachreibung gebildet.
W^ird also eine unmittelbare St^gerung g^ben, ao eraetxt man den
deutschen Komparativ:
1. meist durcli dai^ komparative ('nUtngo »mehr als«; s. B. yeU Ue eya-
vmdi (Kiltiiiyo nir (iioser Stock ist lanj^ mehr als jener;
•J. ilincli Ztitwoii -IjaLa ^übei ueüen« mit Ergänzung des ent-
spieclieudeu Abstruktuui; Ii. yeU tde ebaUmdi ine bvcaba dieser i>tock über-
trifil jenen an L≱
3. durch die adverbial gebraudite Wendung na ngudit wenn die
glddittog nicht ganz aui^eftlhrt wird; st.B. yde tSe ^/mMi na ngudi dieser
Stock ist linger.
Anmerkung: Das «etwas« beim Komparativ f^rird durch AoAmS
•wenig« ausgedruckt. |
§ 14. Der fehlende Superlativ wird eben&lls umscl)rieben durch obige
AusdrQcke. und zwar:
1. durch balango und 'bala mit Zuhiireiialimr von ^-ehe alle«; z.B.
heißt »der Elefant ist das grüßte Tier: njou rn<li bonfiic Imlango lifo yehe
der Eleiunt ist groß mehr als alle Tiere; njou el/ulaudi Mo yihe iweiie der
Elefant übertrifft alle Tiere an Größe; oder durch den Relativsata: Mftft»
endÜ aiene ekiUy^ der IsUefant ist ein großes Tier, weldics aberti*ifft alle;
2. durch Verdoppelung des na ngudi in na ngudi'ngudi.
' Anmerkung: Die Steigerung der Adjektive und adverbhtlen Redens-
arten kann auch einfach au^edrückt werden durch Uebiuig und Dehnimg
ihrer betonten Silben.
Die einfache Vergleichung ohne Steigerung geschieht durch Ana »wie«;
btcaba ka moto ein Stock von Manneshölie (Stock Länge wie ein Mann).
Anmerkung: nindu nlt, ndentbe jnn^ kommen stets oliiie Stt'i<rerung
in Anwendung; z. B. ntodu 'amn sein allerer (Bruder); miembe 'ami mein
jüngerer (Bruder); aber regelmäßig isi die völlige Komparation wie: nunäi
ntodu balanyo 6a icli hin älter als du.
HI. Kapitel,
me ZaUwtfrter.
§ 15. Das Zahlensystem ist das Zehner^tem. Die Grundzahlen
▼on 1 bis 5 sind verKiiderlieb, d. h. sie nehmen das Personalpiifis des au«
gehörigen Hauptwortes an (vgl. § 11)* selbst wenn sie durch Zelmer oder
Hunderter von demselbra getrennt sind» wlbrend die Übrigen Zahlen in ihrer
Fwm atela unverindert bleiben (Beispiele s. u. § 16).
44
Adams: Die Sprache der Baiioho.
Die veränderlichen fUof ürundzahieo lauten: 1 -dho, 2 'ba^ ä Wdb,
4 -nai , Ö -tann.
Die l'eiN()iial[)i!ifix»' «!>'s Singular der I., IV'. und VI. Klasj$e fur d&s
Zahlwort » oÄo eius« wticiitni jedoch von den regeUnäßigen o, e (y), <A
der Adjektive ab und i^ind Pij\ moto möhof bato baba\ haka poke,
haket MMR; €SkdJöho, maki mutdoi konda pAko, lamda ikato ein Stuhl, jfikiif
Stahle.
§ 16. Bdm gewöhnlidtea 29LhIen setKt man vor die Stammform der
vet^nderUeheo (Qnf ersten Zahloi die Persooalprifixe der V. Klasse. Das
Zeluiensystem lautet also für sicli bei elnfaclier AuficahluDg: 1 ydfto, 2 M«.
Bhelalo, 4 hrnui , .*> betano, G nttiöa, 7 hembwedif 8 lomln, 9 (ii'büa, 10
Bei den Zahlen über zehn folgen die Einer mit der Verbindungs-
partikel na; z. B. jom na jr'ho 11, na btbn Jörn nn firhfo, Jörn na ntihi.
Jörn na dihiia. Größere Zahlen werden in derseUjen Weise verbunden
spiele s. ii.). Die Zehner und llunderler werden als Hauptwörter «iel.raurht
und heißen: 20 viabo maba, 30 maöo malalo, 40 tnabo majuit, 50 ttuiin/ ma-
tano, 60 mabo ntoha, 70 mabö hembtcedi^ 80 mabö Unnbij 90 modo dibia^
100 ibutia {y6ho), 200 bOvoAi bukt, 400 bebnda bmai, 600 bebnda nioba, 800
Mnoia lombi usw. Fflr tausend usw. gibt es kdne ursprOngUcheD Becndi*
nuDgen; man braucht dalttr Fremdwörter, z. B. das vei'stClmuielte englische
ü^md nach der IV. Klasse; also: 1000 ü^end pöho, tojend iba usw.
Weitere Zahleubeispiele: 22 mo^ maba na beba, 99 mabo dihw
na diht'ia, 101 ebtoea na yöho, 150 ebw4a na mabo matnno , 1H8 f^bvea na mabo
lombi na lomhi, 777 behwea hembtcedi na mabo hemlnrnU na /u mbtcedi.
Die Zahlwörter stehen ffu' i^ewöhnlich hititer dem llaii[>twnrte; hat
das.selbe auch noch ein A(^ektiv bei sich, so steht das Zahlwort erst hiuta:
diesem.
Die Zehner und Hunderter aber können mit folgender Verhältnis*
Partikel dem Hauptwurte auch vorangesetst werden.
Beispiele: bona banene nioba sechs grofie Kinder; bato jm oder
jom da bato\ btpo» mabo medtda na bitmo oder mabo ma btpou matah «w
brtano 35 Flaschen; 444 Vi^el vonom bebwda bmai lui mabo manai na mns»
oder bebwea be vanoni bmoi na mabo manai na vonai.
§17' Die Ordnungszahlen werden durch die Gruodzaiden mit
vorgesetzter A'erhältnispartikel de.s zugehörigen llauj)twortes bezeiclin«*!.
Die Zahlen von '1 his 5 erhalten auch hier ihie entsprechenden Per-
sunaiprälixe der Mehrzahl, obgleich do:^ zugeiiürige Hauptwon m
der Kirjzahl steht. Nur ^boho der erste- inaeht eine Ausnahme, insofern
es in dieser t'urui und Bedeutung als uuveräiiderlidi gilt; bei Veründerung
hat es die Bedeutung von «eiozig»; z. B. mma wa böho^ das erste Kind;
ilale da böho der erste Stein; moim vi bdho\ mma tea batano} Umba iftt;
ktmda ya Uido\ ilale da Aembuedi', buht bo dSbia die neunte Naclit.
Erstens, zweitens usw. in gewöhnlicher AofiE&hhtng heißt natüriich
gernlfl der Regel des § 16: ye Mio, ya dsfto, ya Mo/o, y» Jörn, y» «btoSa usv.
> mutt« «M möho wOrde heiften »das daa^ Kind*.
^ kjui^uo i.y Google
Adams: Die Sprach« der Banöho. 45
§ 18. Besonders zu merken ist;
1. Das Wörtchcn dtM- Bestimmung •einKeln«, »je« oder «/ti-
(zwei, drfi tisw.) wird durcli Verdoppelun?; dir Griiiid7.al>len aii^j^pdrückt
mit Anw (nKliiri"; «Ici- ent55f)rpcherideii Personalpnitixc ; z. B. pdho pahu je ciu,
ein 7. ein; btha lit-fxi vm zwei: m/17/0 mMo ]p drei usw.
2. »Beide - wird ausgedrückt durch «-Z»fiyV« und erhall ebenfidls die
entsprechenden Personalpräfixe; z.B. tomba ibaje beide Ziegen; belombo be-
bajff hä bab^ sie beide; imok Aoftq^« wir beide.
3. »Wieviel« beißt •4unpa und erhiUt wie ein verilnderliches Ad-
jektiv die entspreehenden Personftiprifixe; r« B. vonom wmmgaf ku inmga
in wieviel Tagen?
4. «Mal« wird durch das Hauptwort Mal njo (IV. Klasae) am-
gedr&ckt; z. B. njo paho; njo if/a; jom da njo 10 mal usw.
f). >Ilalb- wird ebenfalls durch das Hauptwort «die Hälfte ehumfu»
mit foljjf>n<ler \'erhaltrii^p:irtikel ya ddei- hr {X . Klas«»') au^iiedi nckt ; z, B.
ehuntpi ya epose ya wein eine halbe Flasche Wein; behtmgu be bepose halbe
Flaschen.
t>. »Etwas, ein wenip- heißt U/dombo (\'1I. lvlaii.se) mit folgender
\*erhältnispartikel pi; /.. B. ihlombo vi belami ein wenig Schnaps.
7. Das Plurale tantitm «A« Tage« (IV. Klasse) steht nur in Verbindung
mit Zahlwörtern bei Zeitangaben mit den Prilpositionen «in« oder »nach«;
z. B. At» üba {hAa gesprochen) in oder nach zwei Tagen; h» moi; h» nSOba\
jom da ku\ fteMs he ku bdalo usw. Dagegen heißt: ein Tag hu» M9k>; häa
ho meba der /weite Tag; hat also die Bedeutung des bürgerlichen Tages.
8. Die Wochentage sind teils aus europäischen .Sprachen herQber-
genommen, teils werden sie ausgedriickt in der ursprünglichen Form, also:
sond^. mr'nfip, bo huba nienstriüi (enfsf finden nns fn'in hn hu iba: der Ta^ von.
nach oder In zwei Tajren) • bo hulala, bo ktaiai^ bo hulatto oAev fraüld ^ sätade
(vom englischen « Saturday*).
IV. Kapitel.
Das Pronomen.
§ 19. Das personliche Fürwort hat die gleiche Siibjekt- und
Ohielfform und muß als alleinsteliendes sogenanntes selbständiges Per-
sonalpronomen durch foljrentle Funnen ausgedrürkt werden:
mba ieh. mit-, niicli; ön du. dir. dich; ue wir, nn<t nyirc ihr, euch.
D;is Personalprontuneu der dritten Person in Finzahl und Mehr/.ahl lautet
filr jede Hauptwortklasse entsprechend, anders:
L
IL
m.
IV.
V.
Yt
vn.
Einzahl
hS
ß
VjfÖ
Blehrzabl
hd
mjf6
3f^
h^
m6
96
Beispiele; f^am 91' owat mha wer ist da? idi; d^taa md sehtage
Ihn; im^Mndi ayiM ieh schlage euch; heknuho hmdi o tumgo, wnaa hyd es
sind Sachen im Zimmer» hole sie.
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46 Adams: Die Spraclie der Banoho.
■
Dieses selbständige Personalpronomen stellt auch als Ausdnick itt
B»'if>lMinp^ und X'ersichening sowie h*»] bpsond«TPr Rj-toniinfj des Ffirwortes
• in Hef^lf'itiiiiL!; des Wortclicns; ndi mit folgendein Relativsatz; /. . B . mhfj nat/a-
mandi ieli sc lmMe; mf>a ndi nahai nata ich habe das getan (eigeoUich:
ich bin's, der dan getan liat).
Vor dem Zeitwort wird das Personalpronomen fur gewöhnlich
durch eine kQrzere Sub|ektsfonn , das sogenannte Personalpräfixt wiedei^
lioH und mit der Verbalfonn sowohl log;iach wie auch in der Schrift eng
verbunden. B^dmiflig ist dies der Fall, wenn das Hauptwort sellnt Sab*
jekt ist
Diese Personalprafixe lauten fi\r die 1. und 2. Person der Do»
und Mehrzald: na (n) ich; o du und ihr; i (y) wir. Für die 3. Person ist,
wie bekannt, das PersonaJpr&fix den Hau])tvvortklassen entsprechend:
t n, m. IV. V. VI. vn.
Einzahl n mn (mtc) hn (hic) e {y) *> (;/) di {J) vi (ry)
Mehrzahl hoy b me (inty) me (my) t (y) be, b tna (m) vo (nc)
Bezieht sich aber das Pridikat oder Verhnm auf mehrere Haupt-
wörter, sei es gleicher oder verschiedener Klasse« so heifit das Peraoul-
prSiiK steT«5 hfj.
Bei.s|iiele: nnlandi ich gehe; olandi du ^elist. ihr c;eht; njokvnü
muhndi d»'r Lelirer geht; ihti ritrrmhandi (Ut (lif*Pt; diht'ntjt dihryandx
die Glocke lautet (spricht); behlo na Uuice öaujotnandi Enten und Fläche
schwimmen.
§ 20. mä» heißt «selbst« und wird dem «elbstlodigen Penonal-
pronomen angehingt; x. B. nAamSta ich selbst; öemtäe*, «mUe maitdi wir
selbst kommen.
Diese Kombination wird auch in Anwendung gebracht fllr: a) das
R e f 1 e X i V u m ; z. B. njokwedi tmdipandi mom^t« der Lehrer schiigt sich
(selbst); b) das Wort •allein«; s. B. nandi nAamile ich bin allein; oadi
t^fwemite ihr seid allein.
21. n) Das Demntistrntiviini •die«; er« heißt in seinT ein-
fachsten unveränderlichen Form ie. Es wird dem Tlfinptworte naeliLrextzt.
diireh das nk/cntnierte Personalpriifix verstärkt und mit deniselluMi ensf
vei banden, wenn das Hauptwort nicht von einem Adjektiv begleitet wird.
Hierbei erlodet der Singular der Personalpräfixe der I. und IV. Klasse «, t
eine Abweiehimg in mmi.
In ansammengesetater Form f&r die verschiedenen Klassen lautet dss
Demonstrativum «dieser« nun also:
L
a
m.
nr.
V.
TL
m
Einzahl tdmt
Uhö
tu
m
im
Mehrzahl tAa
IM
m
Beispiele:
ehmbo Ui <
4" .
Ding; mo
■Dflfll.
Wird das Hauptwort aber auch noch von einem Adjektiv bef^dleti
so folgt das einfache unveränderliche Demonstrativ unmittelb.ar dem
Uauptworte, dann das A<yektiv, welchem das akaeotuierte Personaipiifii
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Adams: Die Spraciie der Bandho. 47
nacbgwetrt w ird -, /.. R. moto t4 onent mu dieser große Mann; elomho t4 n/nm e
dieses schöne Diog; cUk4 U diöevi di dieses schlechte Ei; mom Ü vihadi id
dieser kleine Voi»el.
h) Das T)e 111 () IIS tin t i V am »jener« wird diircli Anhiintrfii der
«Silbe m an das Persoiinljiiafix •jebildet und so alleinstehend gebraucht;
z. B. otw* jener; ene jene«; dine; rnunr; rn/ifi iisw.
In Verbindung mit einem liaiijttworte aber gelit ihm noch das ein-
fädle I>eiiiOiMtrativ Ü voraiis; z. B. ^kd Üiut*' jenes ES.
Zu bemtfken sind auch hier die xusammeDgesetxten Formen Afn« , <Am.
Ebenso findet bei einem von einem Adjektiv begleiteten Hanptworte die
oben besprochene Trennung und Wortreihenfotge statt.
Beispiele: moto iüm jener Mann; nyoX-a tAie jener Stier; niati ti
mujfmn mun« jener gute Hlrte; nwanga Umtme^eMs Feld; b^tibötif y x^^r Kahn.
§ 22. Das Pronomen possessivum lautet in einfach(>r Form:
-mi mein; '■Arujn dein; -nnt sein; -Am iiiis»'! -. .»»/m euer; -bu ihr. Dnch in
dieser reinen Form erscheint es nie; auch l'oltit es stets dem Tlauptworte.
Je nacli der Klassen/.ngehöri^keit des letzteren wird die enLsjjreehende
Verhältnispartikel (s. § 10) vorgesetzt tmd mit dem Possessiv eng ver-
bunden. iCs lautet demnach flir die verschiedenen Klassen bei zusammen-
gesetster Form in Ein- und Mebraahl also:
mein
dein
sein
unser
euer
ihr
Die alleinstehenden substantivisch gebrauchten Possessive lauten gleich.
Als Nachib nck kann man noch das selbstSndige Personalpronotnen verbunden
mit dem aky.entuinten Personalpräfix folgen lassen; z. B. {dike Va) das
Meiniirf" ilnmi judi\ ( kalnfi Hur!i) das Seinigp »/Am« i/f'n/' (yrj /vm); {innnl Xo^pX)
tlei Demiye vjfönjfo rydrt; {bölo Kahn) der Unsrige öohu boboi heni/u by6bi\
'abu mAnu.
§23. Die Relativpronomen der Hatangasprachen sind webender
EtgentOmlichkeit ihr^ Folgeerscheinungen fnr die rdatlve ^itzkonstniktion
▼on besonderer Wichtigkeit. Im fibrigen lichten sie sich der Regel gemiß
nach der Klasse des zugehörigen Hauptwortes.
Bei Bildung derselben kommen drei ▼erschiedene Konstruktionen
in Betracht:
L
TL
m.
IV. •
V.
m
•
mORN
dornt
gami
yami
f hami
memi
mem
dsmi
tnotni
1NMH
j 'A»po
hänge
döngo
vg&ngo
mjfdngo
Sfdtigo
hyöngo
möngo
»dngo
momu
Softtu
j/otm
yanm
dßmtt
wmu
1 harn»
memu
memu
jfomii
hemu
mamu
vOTOW
moku '
bohu
yaht
dttku
\ hahu
meku
Sfoku
hehu
vohu
mottyu
bonjfu
yanyu
Vfnyu
menyu
tnmyu
ymyu
btnyu
manyu
wmtfu
tnobu
bobu
f/cAu
dahu
vebu
nubu
yabu
btbu
vobu
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48 Adavs: Die Sprache der Banoho.
1. I)aj> Relativ steht als Subjekt; dann lautet es gleich dem cut-
sjirechenden Personalpräfix (s. § 10; über die \'eränderung beim ZeitvToiU
8. § 40).
2. Das Relativ steht als Objekt und Jaulet dano gleich der ent^
sprechenden Verhiltotspartikel (s. § 10).
3. Das Relativ als Objekt in einem Satce ohne Sulyektsbauplwoit
bildet sich /.um entsprechenden Possessiv (s. § 22) des im Relativsata regie-
renden Personalpronomens um. (Die Verän<lf't uii2; des SatzgelBges und des
Zeitwortes ist wie bei der zweiten Konstruittion ; s. § 40 b).
Kei spiele: ahanffwnindi o hntn bajai o bnh» er schoß auf di> Le-if.
welche im ivanu waren; i-imiffn mfin Uta i/n mota tluinffwainn lirini^e uiir die
Tiere, welche der Manu gescljosscii Iiat; kalati yami rbwKieinn da das Buch,
welches ich dir gegeben habe; helombo öemu behmedeino mba die Dinge,
welche er tnir schickte.
§24. Die allgemein unbestimmten Pronomen werden durch die
dritte Konstruktion des RelaUvsatxes umschrieben; z. B. wmi 'ditmgatmi,
nd6wa$i^ md den, welchem idi bti^ei^nen werde, ich werde töten ihn = «er
immer mir begegnet, werde ich töten; j/amu ydhvoMend mba, ndmongo 3/6 was
immer er mir geben wird, ich werde es nicht annehmen.
■ Irgendein« wird durch Wiederholung des Ilnujitwortes mit Klo«
gliedennit; vf>n fi' nusgedrflckt; X. B. moto ti moto ii^end jemand; kiäaä Ü
kalati iri^rndi'in I>urli.
'■Min jeder» in der Bedeutung -Man» lur Mann« usw. wird diirdi
bloße W ieiitjrluilung ausgedruckt; z. B. moto moto; yek yele Bamn fiU' Bausi.
«Niemand« heißt tui moto\ «nielits« nä elombo.
g 25. Das Fragefürwort njani >wer, wem, wen, wessen«
kann also als Subjekt und Objekt stehen; doch sind dabei auch die Folge
erscheinungen der Relativsalakonstruktionen zu berücksichtigen (s. § 23, 40).
Bezieht sich das Fragewort lof^scli auf mehrere Personen , so hat es die
Pluralfonn banjan t.
• Wessen« kann auch ausgedrückt werden mtttds Verhäitnispartikel.
Soll das Hilfszeitwort »sein« mit ausgedruckt werden, so folgt dem nj<m
nur noch das demruistrativf akzentuierti* Pei-sonalpräfix (oder durch Subjekts-
konstruktitju mit folgendem Reiativs;it/. des Zeitwortes »haben«).
Beispiele: njani aji otcaif wi'v ist liier?; banjani bainatfori wer
lacht;*; bito bayondi die Fratieu lachen; njam (m^o aveledeino ydf wem hast
du das gezeigt?; njam*am akmehiAt wen habe ich gesebw?; kaiati ya njam
mit (oder nßmi 0^1 keAUi tMf) wessen Buch ist das?; Mio ho n/am h&
wessen Kanu ist dasP; doi^ da njani f wessen Teil?
§26. Das adjektivische Fragefürwort nja »was ftU* ein, wa-
cher« steht steus mit einem HauptWOTte» welchem der Fragelaut d sage*
hingt wird; bei vollständigen Seinsfragesätzen folgt noch das demonstrative
oder ak/:«"ntnierte Pcrsonalpräfix ; z.B. nja fitted (tito ^) vras (Tir ein. wokhc^
Tier.'; uja r/inhr^ rmtt? was für ein >Tonsch ist das? nja flombtc/f welclies
Ding?; nja elombtci 4 welches Ding ist das?; nja inonid vi welcher Vogel
ist das? ,
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Adaw: Die Sprache der Bandho. 49
Man kann auch dem daa Wort dihaka -Art, Sorte« beiltlgeo,
mit welebem dann das gefragte Hauptwort dureh die Verhiltniapartikd da
verbunden wird; x. B. düe^ai da moio di? was fttr ein Mensch ist das?;
n/a däkdha^ da Htof was fiir ein, welches Her?
Das alleinstehende nja(i »was« oder das zusammengesetzte nja
'fornhve {nja elnmbo^) »was« lassen als Stil/jckt im einfachen Seinssntze niii'
das deinonstralive odei ak/.entuierte Persooalpräfix fuigeni B. njai mit
was iüt djis?; nja lombwe ef
Als Objekt üUjhen sie für gewöhnlich am Ende des 8aUes mit regel-
mäßiger Konstniktion; z. B. ooahandi nja^f was willst du?; abeyandi f^ait
was sagt er?; hangtce ahahatidi njaSt was tut der Vater?
Man kann das Fragewort als Objekt aber auch an den Anfiuig des
Satzes stellen und wird dann zum logischen Subjekt mit folgenden Kon-
struktionen des Belativsatses; s* B. njaS fji mif was ist das?; *lomM
tß ototif? wa.s ist dort?; nju *lombtc^ ya hängte« emafuihand? was tut der
Vater?; nja *hm(noi yönffo emavahanöf was willst du? (welches Ding, das
du willst?)
§27. Andere Fragewörter: nja jtede {nja epedit''! welclie Zeit?)
wann; naujaime (ua nja Una it mit welchem Gründe?) wariun stehen
fur gewuhnlicli am Knde des Fragesatzes mit regelmäßiger Konstruktion;
z. B. nnjokxctdi adipandi nanjatin^? warum schlägt der Lehrer?; tcdpondi nja-
*pedit wann wirst du kommen? Stellen sie am Anfange des Fragesatzes,
so ziehen sie die zweite oder dritte Konstruktion des Relativsatzes mit sich;
%, B. nuat^ttUni ya njelkwedi ed^pandl warum schtlgt der Lehrer?; fya *pedi
y&Bffo ffdptmdi wann wirat du kommen?
Niwe «wie« und owiwe »wo« stehen immer am Knde des Satzes
mit regelmäßiger Konstruktion; z, B. dina dimgo dindi mhce? wie heißt duP
(dein Name ist er wie?); kalatiindi wiwef wo sind die Bücher? ; nänangam^
(ncitcef wo werde ich schlafen?
Anniei'kung: Nur bei kurzen, verwunderlichen Fragen kann
ourvce mit eigenem Kelaiivjuäfix vorstehen; z. B. owewe oji kalattl wo ist
das Bnch?I — doch äelteo so.
V. Kapitel.
Das Verbum.
§ 28. Die Zeitworter der Biuiöhosprache endigen auf die Vokale o,
o, 0 und bilden deninarh drei Gruppen.
Zur Bildnnt; d^T Foi nien und Zeiten des Wrbums dienen außer den
l'fisonalpräfixen nocii Ije.sundere Merkmale, welelie teils vor die .Siaiiindorin.
teil» nach derselben gesetzt werden. Mithin Uiiun die Zeitfurni au.s drei
Teilen bestehen: 1. Personalpräfix; 2. Stammform; 3. Merkmal der Zeit
▼or oder nach dem Stammwort. Doch wird man um d» sinngemäßen
Aussprache willen gut tun» sie zu einem Scbriftwort zu vereinen; z.B.
0 dipa ndi = ad^Muidi er schiigt; a ima cfipa = aimad^ er schllgt nicht
Mttt.d.SMB.eOrieDt8pMehM. 1«?. OL Abt. 4
50 AiiAMs: Die Sprache der Haiiono.
Aus diesem Beispiele ist zu ersehen ) daß das Zeitwort sowohl für
die bejaluMuIc wif fTir die verneinende Form verscfiifde ne MerktnaJe h«f.
Die Hnuptz«'iteti sitiii Gegenwart. \'ergangenheit und Zukunlt; nur
die \'ergangenheit sdieidet sich io ein l'erfectum historicuai iind Perfectuai
praesens.
§ 29. Dei" Infinitiv wird diircli ein / angedeutet. \\ elrlies der
reinen Stammforut vuj-g(isetzt wird; er kann /-tigU:icU subslantiviscl» gtbraiichi
werden und fallt dann unter die Klasse (s. § 7); z.B. itila sciireibeo;
mia ddngo dein Schreiben, d.h. Schrift; imhtgo ndiinen; ^Med» rufen.
Anmerkung: Die reine Stammform suU darum im Wörterbuch ste»
mit einem vorgesetsten >•« bezeichnet werden; z. B. •tils; -ndh^.
Der Imperativ für die zweite Person im Singular wird gebildet
durch Verdoppelung des Ejidvokals der reinen Stammform; für den Fluni
durch Anftigen der Endung m an die Stammform; z.B. Ulaaf tHam; mSngoa^
nängoni'j behedee; behedmi.
Der verneinende Imperativ verlangt vor das verneinende Merkmal d
noch das Personalpräfix; z. B. wätilaa^ wätilani (tea- entstanden aus od\
VDondnffOt tcäbehedeni.
Das Aktivum.
§ 30. Das ch a r a k te r is 1 1 sc Ii e Merkmal für die bejahenden
Hauptformen ist das Suffix ndi.
Die Gegenwart bestdit aus reiner Stammform und dem Suffix «df;
z* B. Hijpo schlagen:
nodipandi ich schlage > idipandi wir schlagen
odipandi du schlägst odipandi ihr schlagt
o-, mu-t ho- USW. dgMHMÜ ho'^ m«-, Im- usw. dljMndi» sie schlagm
er, sie, es sehligt
Anmerkung: Die dritte Person erlialt. wie .schon analou «rwäf nt.
stets das der Hauptwortklasse des regierenden Subjektes entsprechenrtp
Personalpräfix.
Bei der Verneinung schwindet das Sufßx, und wird das ver-
neinende Merkmal ima (eigentlich relativ, s. u.) zwischen Personalpräfix und
Stammform eingeschaltet; z. B. -idmdo lieben:
mmatdnda ich liebe nicht ümadtpa wir schlagen nicht
tmaiAtdo du liebst nicht Mnadipa Ihr schlaget nicht
«wt-, bw' usw. tnmeOMo m-, b, bmadipa ate schlagen nicht
er, sie, es liebt nicht
Anmerkung: Besonders beachtet seien hier die R^eln der sprach*
gemißen Elision und Kontraktion bei den Persoftalprilixen; so auch ia
allem Folgenden.
Außer diesen Hsuplformen gibt es noch aekundire Zeitwortformni.
welche hier gleich beigeffigt sein mögen. Die eigenen Formen und Kon-
struktionen der Relativsitze s. § 23 und § 39, 40.
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Adam: Die Sprache der Banöho.
51
Die sekundire Form wird nur aogewendet, wenn, vom gleichen
Sul\|elite mehrere Zeitwörter in bejahender Foim abhingen, und xwer
trifll die sekundSre Form dann nur das letzte Zeitwort (s. §34).
Eine sekundäre verneinende Form gibt es nicht
Die Get^Piiwai-t Inidet die sekundäre Foroi, indem das Merkmal
ma zwischen Persojialprätix und Stammwort gesetzt wird; z. B. kula ekondt
nn 1/6 emabicea der Krug nUli und (er) zerbricht; — na mö amatumbteede —
und (er) singt. Weiteres s. § 34.
§31. FQf die Vergangenheit ist das eliaraktertstische Merkmal:
a) als Perfeetam hiatoricnm der Vokal •', wdeher dem Stammworte
angehingt wird und in der Hauptform noch das Suffix ndi tc^gea 110t;.
b) als Perfectum praesens verwanddn die Stimme (auf a und o)
ihren Endvokal in • mit folgendem Suffix ndb*; k.B. a) na ÜlakuH ieh habe
geschrieben; b) naülmdi ieh schrieb (soeben) ; nabehedeindi\ nmöngmdL
Die Verneiniinu:srorm wird gebildet durch Einschaltung des ver>
neinenden d zwisclieii IVr.sr)nal|irSfix und iler beiden Perfektformen ohne
Suffix; z.B. wdtilai du hast nicht iresclirieben ; nddli ich seitrieb (soeVien) niclit.
Die Sekunda rform der \ d i^; i tiirenlifit verdop|)elt den Kndvokal
des Stammwortes, welches durch na uinnitteibar unt dem selbsländigeu l'ei^u-
ualpronouien verbunden ist; z. B. — na md na lumaa — und (er er) stieß.
§ 32, Die Zukunftsform nimmt das hier bejahende Merkmal i(
zwischen Peraonalprftfix und Stammwort mit folgendem Suffix luft* der be>
jabenden Hauptform; z. B. ndütandi ich werde schreiben; jfdiäanÜ wir
werden schreiben; todütandi du wirst schreilien; wätämdi ihr werdet achrm-
ben; a>, tnw-, hiratilemdi er, sie» es wird schreiben; ba-, my-, bt/atilandi sie
werden schreiben (die Lautgesetie der Vokale im Prifix sind , wie immer»
SU beachten).
Die V ernein u n j;s fo r m entsteht einfach durch Wegfall des .Suffixes
ndii z.B. ndnAngo ich werde nicht iiehinen; ndhekede ich werde nicht rufen.
Die Sekundärform ist der üaupttorm gleich bzw. kommt nicht ia
Anwendung.
Die Zukmift kann auch manchmal gebildet werden durch Umsehrd-
bung, d. h. durch Zuhilfenahme der Zeitwörter -Ai gehen oder »«db wollen»
wünschen. Das abbingige Verbum steht dann in der reinen Inflnitivform;
s. B. «alimdü iAambo ich werde kaufen (ich gehe kaufen).
Anmerkung: Ein Futurum exactum knnn durcli das Hilfszeitwort
-mede aufhören, beendigen ersetzt werden; z.B. ^ämedendi Udndo wir werden
l^iebt haben.
§ '.^?>. Die Frappform aller Zeiten heißt stets wie die kategorische
Form, nur wird die letzte Silbe des Satjres durch merkliclien Fraceton
akzeiituieit. ausgesprochen; rur frroßeren Deutlichkeit kann man aucii noch
den Fragelaut folgen lassen; z. B. umatundu {i)f liebst du nichti'
§34. Beziehen sieh also (s. §30) zwei oder mehrere Zdfp
wdrter in irgendeiner Zeit auf ein gemeinsames Subjekt, so kSnnen:
a) nach dem ersten die folgenden* wenn sie bejshend sind»
mit Versetzung der Verbindungspartlkd na (it*) im bloßen Infinitiv stehen ;
4«
52
AoAiu: Die Sprache der Baijoho.
z. B. hfingtct aHUmdi n' itumheede der Herr schreibt und singt; ntati m»dan-
gwtmdi n'ibehede der Ilirte ging und rief; mumm tigdtBewenäi n'ttumbvede d«T
Vo|^l wirr! fliff^en und singen;
1)1 die Iblfiendeii Zeitworter (wenn es mehr siiui als zwei) in ihifr
gan/.eu Ilaujjlforin wiederholt werden, mit An<?nahine des lei/t'i).
welches mit Vorniiset/unj^ des dem i cgieiTiidcii Sidyekt eiil.>j»rei'iit'riden 5ell»-
stSndigen Persouolpronumen in der Sekundärfonn steht : /. B. »taii mudaih
(/tJtamdif nuUttmbuedem^ na ntS na hfheeke der Hirte ging einher, sang iiml
rief; iomba a^oiomdi, edamdi na yd na lumaa die Ziege trank, fraß und sti^fl.
D& es nun auch idr das Fu tu r keine eigene Sekitndarform ffhl (a. § 32)*
so kann die Futurfonn bei mehreren Zeitwörtern ebenso wiederliolt oder
d.is leiste Zdtwort mit Anschluß der Verbindungspartikel na (n) in den
Infinitiv gesetzt werden, auch kann zur Anshilfe die Sekundärforin derGe*
gen wart l)enut7t werden; /.. B. jfiihtmbvcedmdi , yäjondi n*lnifo(o . r,i!er ^n-
tUttUnjKdenfii , yäjuiKh iki ne itnamjnto wir werden singen, lachen nrnl trinken.
A n ni e r k II n u: : Die Sekundärtonnen tieuten alM) Ix'i Ki /.iililnni:' ti die
Fortführung an; jeder neue Satz jedoch beginut immer wieder nui der
Hauplfurui.
Bei Verneinung aber, da es dne eigene vemdnende Sekiindip>
form, wie schon §30 erwtimt, nicht gibt, steht der Deutlichkeit halbrr
jedes Zeitwort am besten in der regelinißigen verneinenden Form; doch
kann f&r das letzte Zeitwort audi die Infinitivform in Anwendung konunen.
Beispiele: kangite aimatila, aimahimbtcefie usw. der Vater schreibt und siri;;t
nicht; mpolo mwd^oi , mwddat , mtcdnyotoi iler König lachte, aß und irank
nicht: i/dhimhwfdr , i/äj/o , ydntfoio oder n'injfoto wir werden nicht singen,
nicht lachen und nicht trinken.
Das PifltiTim
§35. Die passive Form der Zeitw6iier wird gebildet durch An-
gliederung der Silbe he an die Stammform; z. B. -Iflad« geschrieben werden:
Im übrigen geschieht die Bildung der 2Seitforroen wie bei Stamm*
wortern auf ^ im Aktivum; B. nadipab^ndi ich werde geschlagen; oAüadlO'
heindi du bist geliebt worden; 'dhrnebendi er wird gesehen werden. Auch
sonst kommen sHmtlicIio Regeln des Aktivums in Anwendtmg.
I>ns Pas.sivum kann nnrli im indii'ekt reflexiven .Sinne ^ehrnndil
werden, wie u B. tialangvcabeiidi naia es wird mir gesagt (icl» werde st»
gesagt).
Bei den Wörtern, welche im Aktivum die kausative ündung -^dr
Ilaben, kann man die passive Silbe auch vor dieser eingliedern; ».8>
"^ya {'htha) sprechen, -i^ed« sprechen machen, rufen, -bejf^btde oder fr*
habtdt gerufen werden.
§36. Das Participium wird Ittr gewöhnlich durch den Belstiv-
aatz umsciu-ieben. Doch kommt fUr die Vergangenheit noch eine ilterr
Form vor in der ICndnng -ngo', mit dem Hilfsverb »sein« verbunden kasp
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Adams: Die Sprache der Banoho. 53
sie auch du Plusquamperfekt ausdrucken; z. B. najaindi biango ich hatte
gewußt (ich wnr gewußt habend); <^undi tiUmgo\ mdi ^hedengo.wir haben
gerufen (sind gerufen haliend).
§37. Andere Formen: Das konjunktive »daß« sowohl wie das
• daß- dfr i n (i i re k te n K ed e wir«l «!iirch na ausgedruckt . ^v^•l^l^es logisch
nocli /.um Hauptsätze gerechnet wird und u.irli der InterpuiikUuii die ent-
sprechende ZeitWiuH'orui folgen lälH. wie die Beispiele unten zeigen.
Die Konj un ktivform wird durch die Endung t. gebildet, welche
dem Stammwort angefugt wird. Durcli diese Form werden zugleich die
lliUszeitw6rter «sollen, inög^n, dOrfen- und die indirekte Befehlsform
aui^edrQcIct; a. B. aM^edee er möge, soll rufen; langwaa md na: aldiuioe
sag^ ihm, dafi er liebe; -fui: aiUae daß ^ schi'eilMi.
Anmerkung: Diese dusslvforiu steht Aberhaupt nach den Zeitwörtern,
welche Befehl, Wunsch, H;it. Wille, Zwang usw. ausdrücken.
Stellt das rei^ierende ZeitwMU't im Perfekt oder Fiitui-, so folgt dessen-
ungeaclitf t die kunjunktive Ft>nn de.s Fragens; £. Ii. aUmgwaüidi md na:
atUae er hat ihm gesagt, daß er schreiben sollte.
Die Verneinung wird geliiliiet duich das verneiueinie .Merkmal d
KWischeo Personalpr&fix und Stanun, welcher noch die \'erdop|ielung de^
ISndvolcals erleidet; s. B. alangicamdi v« im; ydkanbveedn er sagte uns, daß
wir nicht singen sollten; nabd»edmäi na: apoo ich loife, (damit) daß er nicht
Jcontme; er soU nicht schreiben.
Bexieben sich in den Koiyunktiv» oder in^rekten Befddssitsen mehrere
Zeitworter auf das gleiche Subjekt, so gelten diesellx^n Regeln In beaug
auf Verbindungspaitikel und Form Wiederholung wie in § 34.
Kine eigene K ond i ti o nn ! fo r ui gibt es nicht (vgl. § S8). Sie wird
dureh Ziihilfriiniiine von -vaha »wollen« oder duFcbdas direkte Futur ersetzt,
z. B, ivahanfli^ittia wir wurden schreiben.
§38. Adverbiale Formen des Zei tw o rtes. »OA^nin^^ wenn-
verlangt eine adverbiale Form, welche fur die bejahende (Jegenwart
gebildet wird durch Verdoppelung des liUidvokaU oder durch AngUede-
rung des Suffixes nga nach Verwandlung der Endvokale der Stümme auf a
und o in <*. Die Verneinung gesciuelit durch EanfÖgen des verneinenden
t nach dem Personalprafix und durdi Verwandlang des Endvokals in «, dem
auch noch da.s Sufßx nge angegliedert werden kann.
Beispiele: nlieniuye atondoo mba wenn er ulicb liebt oder oheningf
aUnvUnijt mba; oheningf aitond/' oder aiUmdvnyp jnlm wi'nn er iriieli nicht liebt;
oAmtnge uharnf denge wenn du glaubst; ohrntngf uhamidmyc \\v\n\ du nicht plauhst.
Uu» tlie \' e r i:a II e n he i t aus/udrüeki'fi selialtet tuau d.ts Hilfsv erb
• sein- in entiprcciientier 1 orui eui , tlciu ia der üejaiuing der Inßniüv, iu der
Verneinung die adverbiale Form folgt; 7.. B. oheninge ajaa Uondo tnOa weiui
er mich geliebt hat; cheninge ajinge aUonde mba wenn er mich nicht geliebt hat.
FAr die Zukunft gebraucht man 'Vaha «wollen«, mit folgendem In-
finitiv sowohl in der biyahenden als auch in verneinender Form; z. B. ohe-
ningf aoahaa idgta mba wenn er mich schlagen wird; oheningf aiwibe(nge)
irffpo mba wenn er mich nicht schlagen wird.
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54
Adaiu: Die Sprache der Baiioho.
Der Nachsnt/. k;inti mit ^rnhnna so« in eine H au p t x «'i t ;;e>.et7-l
werden oder durch Wrhinduri'^ mit iia und tieni .sell>stäntiif;en I't'fsonal-
pronomen in die sekunHiire i'Orni: 7. B. f/hrrnnfff mtdipinf/f run, rohonn nhmiii
mrmbila oi\vx oheninge nadipitiye im lui mn amaia manbtla wenn icl» iliu
schlage, so lau it er fort; (ihminge atondoo mba, vohona endi bwam wenn er
mich liebt, so tet es gut; o^enmffe adyma mbo na mba namahf oitKmge ««••
kaa t6«ft0dl9 mba na tndo tutnugao wenn er midi rufen wird («oUte, wflrde).
werde icli kommen; okenmgt (a^**^) itoadoo {aUonde) mka na fptjji
imamf ehmm^ ailondäl»^) tu na «« imdb.
Die adverbiale Form kann auch ohne oheninge steheD, der Nicb>
salz folgt dann mit ke\ z. B. ajaa Uondo ue, ke iji tr' oteni wenn er uns
geliebt hatte, wäien wir da geblieben; ajmge aitonde ue, ki ilocindi wenn
er uns nic!it fjpliebt hatte, wäi-fn wir fortgejiangen. Doch stehen such dk
regelmäßigen Können : , . . ua m imala ; whtma ydlandi.
§ 39. Die Relativsätze imd ihre Zeitwortforinen. Das Hnupt-
wort uliein, von welchem der Relativsatz ausgeht, i^t uut?-
gebend "ftr das weitere Form- und Satzgefüge. Ks kommen dabei die ^
schon bekanntra Uelativkonstruküonen in ßetraclit (s. § 23). Wie ferner
aus den dortigen Beispielen xu ersehen ist, wird in dem Relativsatx sweiter
oder dritter Konstruktion nicht das Personalpi«fix seines eigentlichen 8iil>-
jekts vor das Zatwort gesetzt, sondern das des Hauptworts, von wdcheni
der Relativsatz ausgeht
§ 40. [)ie Relativsätze haben neben ihren eigenen Konstniktiotien
auch eigene Zeitwortformen. Und zwar wonn das Relativpronomen-
a) Subjekt ist (s. § 23, 1), gestalten sich die Zeitwortfonuen folgen»
dermaßen:
1. Das Präsens erhält nach dem Personal jn-äfix tlas relative Merk-
mal fM und verwandelt den Endvokal des Stammes o, o in «; z. B. iiasr
manyuiye der Fisch, welcher scliwimmt; mont vknahmbwedt ffhoew» der
Vogel, welcher singt und fliegt; mma amaidnde^
2. Das Perfect xeigt die einfoche Form auf t; s. B, mtna attmdoid^»
Kind, welches liebt; md ahahi nata er, welcher so tat.
3. Das Futur bildet sich (regelmäßig nncli dem Präsens) mit dem
cluirakteristischen d und der Verwandlung des l^dvokats in x. & aMi
fmedtile der Ilirte, welcher schreiben wii-d.
Die V'rrneinting uiid mit dem Hilfszeitwort »sein -ja* gebildet
(s. §43); das eigentliche Zeitwort erliiiit noch das verneinende i vorge-
schoben und verwandelt den iüjdvokal in e\ B. mwtbt mwüji inttihenf
der Dieb, welcher nicht sehen wird; eMo ejai jfinyoiye die Kote, welche
nicht schwamm; tomba efi j/id^n^Uuma {oder jfäume) die Zi^e, welche niclil
frißt und stSßt*
Anmerkung: Bei mehreren Zeitwörtern g^ten hier wie Im folgenden
stets die schon bekannten Regeln des § 84 usw.
b) Wenn das Relativpronomen Objekt ist (s. § 23, 2 und 3|
steht das Zeitwort in seiner Itelativkonstruktion nach § 39 mit dem
PersonalprSfix des Hauptwortes, von welchem der Relativsatz abhingt, m
Adams: Die Sprache der Banoho.
55
rpt;olniaßi<i(M- n'lalivcr riasetis-, Perft-kt- und riiturform. ohne Ver-
wand hing des Endvokals und mit Anglipderutif^ <lcs ohjektivisclien H«'la-
livsiiffivt-s nti in allmi Zeiten; 7.. B. kalati j/ami f maitlanö Brief, welchen
ich sciireibe; , . . c/ilalnö (rtilin6)\ ...jfdtUonö] mtciöi momi tnwäbweanö der
Dieb, welchen icii fangen werde.
Die Verneinung uHrd audi hier gebildet mit dmt Uilfaseitwort
•sein -ja- und der verneinenden ReUUvsatzform wie oben in a); x. B, haktU
yeam ejmd nüib der Brief» welchen ich nicht adireibe; kalaü jfomu efamö
aUiie der Brief» welchen er nicht geschrieben hat; hüaUjfdngo jfdjand ttlfiS»
der Brief, welchen du nicht schreiben wirst; mw«(i ntohu tmodfand ^wee
der Dieb, welclien wir nicht fangen werden.
§ 41. Die Rdativsat/.konstniklionen der 23 und 40 mit dem ob-
jektivischen Relativsiiffix -no finden also ihre Anwendung:
1. Wenn ein wii-klicher objeküviiiclier Relativsau vorlianden ist (s.
B. § 14).
2. Wenn das Objekt eine« Satzes zur Betonung an den Satzanfaug
gestellt wird; doch folgt demselben noch zuerst das selbständige Personsl-
pronomen mit dem Suffix 'ndSt; x. B. tanUm y6*nii jfami efonind eine Ziege
(kein Schaf) habe ich -= Ziege die ist es, welche idi habe.
3. In temporalen Neb«isätzen, die mit «d als- anfangen; s.B. d md
^pomd als er kam; d mbu- nakoind als ich fiel (s. §54^ 2).
4. Wenn andere adverbiale Bestimmungen an den .Sat/.anfaqg treten
z. B. 6'pedi j/am elongaind ndaba $fam au jener Zeit, als ich mein Haus
baute.
5. Nach einzelnen Konjunktionen wie 'ka wie« mit sel!>ständipein
l'ersonaipronotnen ; /.. U. ohenentU ka md amahahanö; oheneindi ka mö akahino
du sahst, wie er tat.
6. Nach dem konsekutiven »ydridi daher« (ydVuft* das ist m, wa.s); z. B.
nahakmdi do^f, yöndi yatni emtgaaeaaö njia ich tat Böses, daher emp&nge
ich eine Strafe; ^MoiffaMi, j/Atdij/emu ^amd agwms er fürchtete sich, daher
kam er nicht heraus.
7. Nach zusammengesetsten Fragewörtern wie; t^alonAwdf nBU^aimil
njapcdif usw. (s. §27); oder wenn sonst ein Fragewort mit Hauptwort als
Objeict vorausgeht; z. B. nanjaiind y&ngo «find uhahe kamba namavahand
warum tust du nicht, wie ich willi*
§42. Abgeleitete Zeitworter.
In der Banui»ospracbe können folgende vom Stammworle abgeleitete
Formen gebildet werden: I. die kausative; 2. die reaiproke; 3. dieneutro-
pasMve; 4. die inverse; 5. die relative. Jede Form hat ihre besondere
iündung.
a) Die kausative Form ist die hiufigste und druckt aus, daß jemand
den Zustand, welchen die Grundform angibt, veranlaßt. Sie wird ge-
bildet durch die Endung ede, worin die Emlvokale des Stammes a und o
verloren gehen; z. B. -njokwede (lernen machen) lehren; -kde (gehen machen)
führen; -iiede wissen Usseo; 'kshede zerbrechen (von -kehea iotraos.)
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56
AoAin: IMe Spradie der Bandho.
Die Zetiwürter, welche schon auf erk endigen, oehuicn die Funu nicht
mehr an; z. B. -tumbiMtk jauchzen, sin<2;«'n.
b) Diti reziproke Form drückt <lie gegenseitige Beziehung einer
Handlung (auf mehrere Personen u.sw.) aus. Die Endung bl fw» welches
an den reinen Stamm gphSngt wird; z. B. 'Hbmfi einander schreiben; -töndome.
-done M Loiin KurOckhalten. Die Icaosative Fonii auf «da kann dieser noch
beigefügt werden; s. B. «iwys sprechen , antworten, behtdt rufen (antworten
machen), AaAomdb einander rufen (einander rufen machen).
c) Die neu tro passive Form hat ebenfalls die Endung m und sagt,
daß der Zustand, wie er in d«^r einfachen Form angegeben, eingetreten
ist; z. B. -hene selicii; -A/>7i^>f»« (einander selien) sichtiiar seto; «ftiiaiie (einander
erkennen) erkennbar st^in; 'hnanm hr)rl)ar sein.
Dieselbe Form ihiu-kt nianchrnal auch das Gcwohrilii itsmäLMRe aus;
1U B. 'dipane gern schhigen, -n6ng<me naschen, stehlen. Doch wiiil die lie-
wohnheit auch durch -t&ndo «lieben, gern- oder durch epedi ifihe »immer« aut-
gedrQckt.
d) Die relative Form nimmt vor den Endvokal ein e und deutet
an, daß die Handlang auf eine Person oder Sache zu beueben ut; x. ß.
•fodb hinzugeben » eri^nzeD , vermehren ; 'kadeu einem hinzugeben ; 'beha {•^)
sprechen, -bthSa filr jemand«i sprechen; ^imAa vorübergehen, -umhie vur-
Qbergehen lassen, an jemandem vorQbergehen; -^mum jemandem fühlbar sein.
p) Die inverse Fortn konnut seltener vor. Ihr Merkmal ist fin
v(»r dein F^idxokal i ingeschobene« (o) w. Sie bewirkt, dab die GntrifÜn-
deutung de» Stammes in ihr Gt^enteil verkehrt wird; z. B. -diba zumachen,
-dUnoa aufmachen.
Die Hüfsseitwörter.
§43. Das Zeitwort •sein« hat eigene Konjugatiun und ist des-
halb zu beachten.
Der laiuiiüv heißt ija.
a) Das Präsens der bejahenden Form fehlt tmd wird ersetzt
durch das Personatprifix an sich mit dem unmittelbar folgenden SufBz mft';
also; nandii ondV; «la-, vi- usw. luft'; mdi} ondii öa-, nt«-, fv>- usw. ndi
Das verneinende Prtsens heißt tlbe; also: nUue', «fNe; mtue; muhiei
vUm» usw. er, sie, es ist nicht, crfcie; vhu*, mAm, miAie, imtug usw.
Das Prä:$ens in allen bejahenden Relativsätzen heißt Jl, woran das
relative SnfYix mi grhänp;! wird, s()1)ald die Satzkooslruklion es verlaogt;
z. B. i/tfxi ?•■-')> i'wam ich, der ich gut bin; «fema *a molp yom« ^md der duaime
Menscli, der ich bin.
Nja eletna^ t/a moto j/ongo fijtno? i Wns für vin dummer
JNja dikahae da elfma ya moto doitjfo dijind? ) Mensch bist du.*
In verneinenden Relativsätzen heißt es: I. ibSe bei einfacher
subjektivi-stlicr Helativkonstniktion; 2. ibeoe oder y> bei objektivischer R<^-
lativkonsinikti«Mi. Doch wird auch ider, wie in §40;] sclton erklärt wurde,
das Hilfszeitwort «sein- in relativer Furm vorgesetzt.
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Adams: Die Sprache der Bftn<^ho. 57
Beispiele: I. moto aji aib^e nnjokiredi tlei- Mann, w elclicr kein Lehrer
ist; mba naß nib/f pe muna ich, der- icli kein Kind niflir bin.
2. elf ma \ja innto yamx fijmo luh/of ocK'i' uij> der diiinine Mpnsch, der
icli nicht bio; itanjatin^ yamu ejinö atöenf- (oder aije) nnjokwedif Warum iüt
er kein Lehrer?
b) Dai Perfekt der b^ahendeo sowohl wie der veroeineiideD Form
wird ▼om InfiniÜT 90 nach §31 regelmäßig gebildet; also: nofamdi ich
war; ich war nicht.
Ebenso in allen bejahenden RebiUvsStaen heißt es r^elmäßig jai,
in verneinenden dag^en entsprechend den obigen Re^^eln in a.
Beispiele: mbo tjamdi btthe der Hund war bös; tnho jfäjfoi boite der
Hund war nicht hos; mbo efai bol'fl der Hund, welcher bos war; mho pjn
yifjc't' hnhc der Hund, welcher nicht bos war; moto ajai aihrp nnjokicfdi der
Mann, welcher kein Lehrer war; tbrna ya motf} yami fjainö der dmnuie
Meii.sch, der ich war; etenta ya mnto ymni ijaind mitfitp (oder niji ) der ilmtune
^Mensch, der icii nicht war; tuinjalow yamu ejmnö aiöeoe (ay>) niiJoktDfdü
Warom war er kein Lehrer; eine ander« VV^endung: tuMmenäemdi ija nnjnk-
wedi nm^aünit Warum konnte er nicht Lehrer sdn? von "mende nicht können.
c) Das Futur ist ebenfalls regelmftßig nach §32: nAjandi ich
werde sein; «4^'; ydja wir werden nicht sein. Auch in den Relativa&tsen
nach § 403: dje\ cgan6', x. 8. nAa ndfe bwam der ich gut sein werde; u»
yajp hohl die mir böse sein werden ; aUmn ya moto yonyo ydjanö der dumme
Mersch, der du sein wirst; belema be bato behu bydjand die dummen Men*
sehen, welche wir sein werden; u/> ynjf yibf'c bohr di»- wir nirht böse sein
wwM-dnn; Tifinjatirif' yamn ynjnno aihf'i>e mpolitf (»der viicdjandi tnubtr tnpolo
lujtijatmei Warum wird er nieht Röni^ sciiii' {nnrdrnendendi ija mpoio n<m-
jatin^i W^arum wiitl er nicht König sein könnend').
d) Der Imperativ ist ebenfalls regelmäßig: jaa\ Jaani; wäjaa\ tcdjaanL
So auch der Konjunktiv (oder Jnssiv) nach § 37 ; z. B. a&mgwamA
tu na: ifae öwam er sagte uns, wir sollten gut sein, daß wir gut sem soUtm;
aUmgteamdiuBnaf j/dfoaide er sagte uns, daß wir nicht bdse sein sollten.
§44. Das Zeitwort »haben» ist ausammengesetzt aus >^ »a
sein mit« imd heißt also zu einem Worte verschmolzen im Infinitiv ijatia',
nur in der Hauptforui des Präsens, da die>elbe auch bei ija fehlt (s. §43a),
steht die Verbindiiti«;8partikel na sellvstiiiKÜf; unmittelbar liintei' dem Suffix tuli.
a) r)ie so ergänzte bejahende Präsensform von -liaben- lautet
also: Twndi na; rmHi na\ a-, mit-, rindi na\ indi na', onrii na; ha-, nw-, ro/n/i im.
Die \erneinung luulcl im Infinitiv iöent, hu i'räsen.s itaniy also:
mtani'f utanii a-, muy, vUani; iitani; utani; bi-y mi-^ vutmii.
Das Prisens in bejahenden Kelativs&taen hdßt Jani^ im ent-
Sfwechenden Falle mit der Relativpai-iikel nd\ a. B. nm^UM y6ngo ^anmd
}/eief Warum hast du den Stock? Hto ^ani flui/wpi das Tier, welches
FlQgel hat.
In verneinenden Relativsätzen heißt es ibSne ohne Unterschied
der Konstruktion ; doch für die (zweite und dritte) objektivix-fie Konstruktion
auch ^tme (natürlich der Ut^l gemiß mit vorhergelieuder relativer Form
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Aoaim: Die Sprache der BanAho.
des HjUsz-eitwortes sein); B. miiouyu tji yibtne hekdi die l^llan/.e, wckiif
keine Blätter hat; nanjatini yamu ejinö ibine (ijane) bekäif warum hat sie
keine Blltter?
b) Das Perfekt ist in allen Formen regelmftdig: najmamdi ich
hatte, habe gebebt; wt^anai du hast nicht gehabt; tm^efmoi «laü die Katie,
welche eine Maus hatte; t^t^ede jfa smgi f^mmnA itoüt wann hatte die Katie
eiue Maus? hutce ejai yHbitte molo der Fisch, welcher keiaeri Kopf liatte;
ktUati yami ejaind nibine {nijatte) der Brief, weleiien ich nicht hatte.
c) Das Futur ist ebenso regeiuiaßig: ni^^anafidi\ ndfana ich werde
ipdit ha hen.
Siihjektivische Relativkonstriiktion: innni vyäjane Jumhu dci \ 0^''!.
welcher ein Nest haben wird; kunya ydje yibene dikuku das Boot, weiches
kein Segel liabeii wird.
Objektivische Rdativkonstruktion; nm^aUn^ yahu ydjanand mtjokwM
warum werden wir einen Lehrer haben? nm^alini kunga ydfanA yibim
(jf^ang) ^kukut warum wird das Boot kein Segel Iwben? delpmfo bmi iytf-
JanA mMu (n^ane) die Dinge* welche ich nicht haben werde.
d) Der Imperativ, Konjunktiv und Jussiv gdien regeluiÜ%; z.iL
Janaa, xcdjanaa\ janaani, tcäjanaani; alangtcaindi ue na: ijanat konda er sagte
uns, daß wir einen Stuhl haben würden; alangtcaindi w na: ydjanaa yeU
er sagte uns, daß wir keinen Stock haben möchten; Oftmae diköngo er soll
einen Speer haben.
4ö. Das Hilfszeitwui l •niü.ssen- wii d fiiist?edrflckt durch ija
btcarn (ätiiiiich dein englischen I am to) und hat (ia.s tulgende Zeitwort stet5
in der unveränderlichen Imperativform des Singular mit vorgesetztem Per-
sonalprtfix nach sich; x. B. nandi 6wam wdaa ich muß gehen; qjaindi hmm
okm du mufitest gehen; mdi buam Uaa wir mOssen gdien; bdfai hmm bdm
sie mufitMi nicht gehen«
In Fragesätzen kann das Wort •m&ssea* audi auf andere Art
ausgedrQckt weinleo, und zwar:
1. Durch -rrem/a mit folgendem lofloittv; x. B. nmoengm iHlot soll
oder muß ich schreiben?
2. Durch den bloßen fragenden Koi\}Uuktiv; z.B. naäiof natal muß
ich das .sclireiben
3. Durch die Kutnrform; z._U, ydhahandi niwet njad^ was, wie miisüe»
wir tun?
Die Antwort erfolgt aber stets mit der Wendung ^ hmtm; s. B. mA'
bmm ihahaa wir mfissen beten.
Wie sdion in § 37 erwähnt, werden die UiUsseitw5rter »sollen, mögen,
dürfen« meist durch den Konjunktiv am^edrQckt; doch kann f&r •solleo,
nio^en* -tct tiya eintreten, iur •dürfen« ijana ngudi; x. B. nomfi w ngvdi
Uumbwede ich darf sintxen. Folgt dem ngudi aber ein Helativsalz. so lieiät
es •mnssen-; z. H. najanaindi ngudi emahaka€ nota ich mußte dss tva.
§ 46. A f H 1 p r p H il fs 7. 1' i t w ö r t e r.
I. «ivniMieii» wird ausgedrückt durch »-bia wissen« (im Sinne von
«dürfen« aueii durch ijana ngudi\ s. o. § z. B. nabiandi ehado tde idi
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Adam»: Die Sprache der Banoho.
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knnn diese Arbeit; «MiMlt na ngu£ ihaha ihado t4s ich kann, darf diese
Arbeit tiin.
2. -Wollen- -mfta; nwahandt ija s(,j>: ich will äoldat werden» besser:
na%eahandi t'hUwa (sich Sndfrn , vcrwamlclii) sojc
3. -Werden-, -hu weil kumuien« -timba (darauf, duiiin zurück-
kommen); X. B. «lalmiAaNd!» i^pa mA ieh komme tow^» daß ich ihn
schlage, ich werde ihn schlagen. EHwnao -dimuamd« (endigen) am Ende;
z. B. nadMmtuutdmü ii^pa mö am Ende werde ich ihn achlagen.
4. »Schon, bereits« wird dmrh -nudg (beendigen) oder -iemba
(fertig sein mit) ausgedrftekt; bei letzterem steht vor dem Infinitiv noch
die i^onjunktion na-, z, B. tiamedeindi M&i ich habe schon gegessen; Aodfm-
bmdi n 'ila sie sind schon (soeben) fortgegangen.
5. -Noch nicht« wird nie'i.st durch das einfache verneinte Zeitwort
wiedergegeben; z. B. näilt ich schrieb noch nicht.
§47. Adverbiale AusdiiK^kswei.sen.
1. »Ehe«, -bevor- wird durcli na mit folgender sekundärer
Perfekt form au^edrückt. Der Folgesatz steht danach mit dem un-
veranderUchen UiUsseitwort tandi und dem Infinitiv des Verboms; a. B.
na bekabah na sodaa, hangw akmdi üa ehe, bevor die Pferde springen
(sprangen), gelit der Vater fort.
2. »Im Falle daß*, »selbtt wenn« wird durch &h«ning§ und
reiner Stammform de» Verbuins mit Ang^iedening des Suffixes U ausge-
drückt; z. B. ohenmge apole ndlandi selbst wenn er kommt, gehe ich fort;
okeninffe iHlaU im Falle daß wir sclireiben.
3. Außer den Wörtern /iir Zeitbildung und Zeithesliiniiiiing ^el)r:iuclit
die Ban6h<»spraclie eine Art Hilfs/,eil\\ üi ter, weichte adverbiale Bestim-
njunfjeii b«j/.eichneri. Dieselben können auch als selt)Standige Zeitworter
gebraucht werden. Die Erfalirung muß liiei das Nötige lehren; z.B. -wamia
schodl etwas . . .; nawamiandi Um^wde lyunJn ich will schnell ein Lied
singen; wamaa schnell, sebnell; -dhrnBanede au spit kommen mit etwas;
•iDNidis vorübeif^en lassen, zu spIt kommen; ükmdnmdi tjpedi du kommst
SU spit
I 48. 1. Unpersönliche Zeitwürter im eigeotUehen Sinne gibt
es nicht; sie sind stets mit einem Hauplworte verbunden: malimali mafur-
^m/i es blitzt; büaboyandi es tagt, dämmert; ngadi ya loba ehahandi es don-
nert; ibüa) hrmdi bu>^ es ist hell; mbua (mviia) enöndi es regnet; vei üihahnndi es
is( IM iß: muhahanrli [6) tri/inln iDiilnh) »'s ist 'i^ Uhr; bowindandi es tant'l nn
IM (iunkehi; ititi rihahandi; itili vindi n nhttAnge CS ist dunkel; hmuh biiiu v>
ist Nacht; itibwam es schickt sich nicht {itue)i eiombindi es ist zu spät (vtui
qtmÜ und ^omba vorQbergehen).
2. Zum Schlüsse möge auch nocli darauf hingewiesen werden,
dafl durch die Zeitwörter in der dritten Person der Belativsatzform
eine Menge unserer gebriuchlichen Hauptwortsbegriffe sowie Adjek-
tive auQgedrüekt werden; z. B. amasomofM der Anklager; amahake t^ado
der Arbeiter; amakUf' dole sparsam; amanjoJctce diwamk gelehrig; amakahe
payi KQfer; am^penr Maler; amaAohe Me Missetäter; usw. •
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Aiia«b: Die Spraeha 4«r Baadho.
Aaiuerku 11^: AmcIi kjinii jetltT Infinitiv ah Haiipiuoit nach
der VI. Klasse verwt udfl w eitlen; z. B. ihaUa beten, /oö/w/* a Gebete; ikuktn*
versprechen, makaketie Versprechen; ida eäsen, Speise; iyombvca schauen,
Blick; idojiymt sehreiten, Schritt; ijmhtde bekenneo, Bekeontais; iMM»
lieben» Liebe; ipMe hoffe», Uoffiiaqg usw*
VI. Kapitel.
Adverbien und adverbiale RedeDsarteu.
§ 49. Adverbien des Ortes: Neben reinen Adverbien sind im
folgenden auch die abgebiietcn und ndverliiairn Hedensarten ai5f«i*»fübrt.
wplchf» dns zugehörige Hauptwort durcli entsprechende Verhällntspartikei
Ulli .sn.li verbinden.
Die hinweiaeDden Fürwörter bei Lolcativen werden auch als seltetia*
dige Ortsadverbien gebraucht.
otoa hier« hier hinein , hier heraus usw.;
ohmo hierher, nach hier, hierhin (in der Nihe);
oiMM« da, dort, dorthin (entfernt); liesonderes Betonen und
xi^en ber.eichnet eine größere l^ntfernung;
oühongo im Rücken; o tnbua im Rücken, lünten, rückwirts je;
ovrane o mhua yn dort hinten;
mt^wei wo? woher, wohin?
o nhicfiKjf draußen (alleio.stehend); o hoho bo vorn, draußen, vor;
o he {ya) unten, drinnen, innen in;
oU^a {vo) oben, über, in der liöhe;
o hangane ya mitten unter, zwischen;
oyomi ya rechts; oyomi jftmd rechts von mir;
o emengwe ya links; o tmenywe yami links von mir;
o ^mge (v/A»), o vaheayt wike^ \
o dil)oho (d^he), o meMo | wo audi immer, übenUl;
o dihoho ka dibohf) J
nd ihengey nd dibo/io nirgends;
o vwahfi ( t^'f)) hier auf ICrden , hier auf dieser W ell;
Itf^bei Hfl nahe bei, in der Nähe \l>fil»i rm miahtt)',
yavcaiutknyo (na) weit, fein (von); (o im); B. audi yaican^fhu/o
ü eliihi er ist weit im Busch; o diboho damu da ianö woinn aurh
immer er geht.
§ hO. Adverbien der Zeit Die Tagesaeiten lauten:
o t^HmbaH gegen Morgen, bei I>immerung;
o mteao morgens (von 6— '10 Uhr); mwao mwao sehr frilh;
0 mtcfh« ndttsgs (von 10 — 4 Uhr);
o kolo gegen Abend (von 4 — 6 Uhr);
I) hulii bei Nacht; o hangane ya bulu bei Mitternacht;
Vor allen diesen Zeitadverbien kann auch noch epediya gesetzt werden
z. B.:
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AoAMs: Die Sprache der Ban6ho.
61
epedi t/a mttehf munene gra<V iim Mitta«;; irenye heute; Wenge na kolo
hriitp abend; trmp*' na mu-f/if ta;^suber;
I'wake iiu)#;en; f>o hitba iibciiiiorgen;
ttrakf voUiinbi ge.stern; Im huba botnmbi V(»rge.stern ;
bm U neulich; hua höhn einos Tages, einmal;
hw hmihe jeden Tag, tagUcli; hu» Mmt» den gnn/.en Tag;
huH AoAtie die ganze Nacht;
4aila jetat, bold, mm; taka kaka gerade jetzt , soeben;
uhibtea (oiiiAwa) in der ersten Zeit, anfangs;
bohadi bofiadi allmählich;
njö inififfa? wie oft? njö pöho einmal; nä njo niemab;
njo ihiti uft, häufig, vielmals; njo y^Atf jedesmal ;
njo fpokvcf nochmal, ein ander Mal;
r»nch, nochmal, allemal, immer wieder;
cptdi ya vyoho einst, früher; (o) ep^'di eyawi (vin ) lange(r) Zeit;
o epedi uu) diese Zeit; epedi ydho manchmal;
epfdi t/^Ae, o bepedi Mk« aUezeit, immer, ewig, in Ewigkeit;
fpeii jfdho yöAo von Zeil zu Zeit;
qtßü qtckwe nacltlier, später; t^apedif wann? {nja f^dUf)
oepedi U damals;
ohÖko zuerst; tfdMMMmMb zuletzt, schliefiUcii ;
md» Ümu dieses Jahr; md« «Rtilofndi vorige.s Jahr;
mbu mupohve nächstes Jahr; mbu mvhüe das gan/.e Jahr;
mhi mrp^he jedes Jahr; 7nhu kn mfm Jahr für Jahr, jährlich;
utubtra da vibu zu Hciiiiiii lies .iahrej«;
0 bemedl bi mbu am Knde des Jahres;
ngondt Uhü diesen Monat; nyondt donibi; nyoiidc epokice usw.
na ditcamie sotorl, früh, eilig; o matceh maninffaf um wieviel Uhr?
§ 51. Adverbien der Ar^ und Weise: Vielfach liegt die adver*
biale Bedeutung schon im Zeitwort selbst (s. § 47, 3.). Auch werden durch
die Priposition na mit folgendem Hauptworte adverbiale Redensarten ge-
bildet; z.B.:
i^üondamede vorsichtig, bedächtig; na ngudi gewaltsam, sehr,
titchtig* stark, außeiordentlich usw.; na böngu auswendig; IM
mumbu miindlich; n' itila schriftlich; na njuke schwierig, pein-
lich; na jon(jo a«is Furcht; na ngvr>'l„ /IV.) aus Rache; n'itondo
aus Liebt'; bicam genau, tint, onlt'iiiiich . heil, {jesutul usw.,
bobe falsi Ii, sündhaft, schlecht usw.; beibti l"a»t, beinahe; voli
heimlich, stille, ohne Geräuiich; mbwenje langsam, leise, vor-
sichtig; vkaha voran, vorwIrts;
ka so, wie, ab, {panika »so wie* im Vergleich); htka, noUt so,
das, auf diese Weise usw.;
o dikßka Üdi genau so, auf gleieiie Weise;
o dSXaoAa jiho gleichmißig, glatt; nmr auf diese Weise;
dikaha dikaha der Art nach sortiert, Sorte flir Sorte;
o äiiaAa (%am auf gute Weise;
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Ad Ana: Die 8itr«ehe der Bunoho.
utt {kaka), nata nicht so, nicht nuf diese Weise; so ist es oicht;
kaot^ rnii% bloß; poni wirklich, iTu wnhr, wahrhaftig;
na betete (luisunst, mit Unrecht, mit böser AMclit;
onane umsonst, unnötx, vergeblich;
tAine Una ohne Grand « xufaliig, unalxdcbtUeh usw.;
HhanAa der Reihe oach, Kiasamnien, ein jeder;
^wnhu in unr^gelmlßlKeri Haufen, xusammen, in Rotten.
Das adverbiale »zu« bei HaapIwSrtem wird ditrch na oder da (r^
dikaha) aiisgedrOckt; 7.. B. da oderna ht/onyn zu Fuß; da ehabala zu Pfen) usw.
§ 52. Andere Adverbien des Grundes, der Frage, der Menge»
des Zweifels, der Bcjahunj». der Wineinurif»:
yot'di dt!rfM. deshalb, darum ( Relativ konstr.);
nanjniiHf'f warum, weshall), wieso?
nabtcana (danan), weil, (mehr als Konjunktion).
nAce? wie? wieso? inwiefern? nja dikaha^? auf welche Weise.'
njatf fipanffi nataf wie kommt das?
hohadit Uobrnbo etwas, wenig, ein bischen;
badte mehr, f&g hinzu; bokilo viel, nodi mehr;
dod» genug, hinreichend; ^Annpii halb;
b^he im ganzen genommen; ebuhu auf Borg; ebakt leihen, »1 leihen;
dole bar; epedi yoho vielleicht; nahiandi nata ich denke so, vielleidit;
bd nein; na'lombo nichus ;^r<nn ja wohl; «A^ja;
endi nata es ist so; eA akewa ja danlie.
Vn. Kapitel.
Mpoiiti^meii mid BiadewQrter.
§ 53. Die eigentlichen Pr&positionen. deren es in der Banöbo*
spräche nur awei gibt, sind: na von, durch, mit, aus, an usw.; o auf,
in, naeli, von, an, aus usw. Sie regeren stets den Akkusativ, und ihr
unterschiedlicher Gebrauch ist praktisch zu erlernen.
Teilweise werden sie auch schon durch die Zeitwi iii 1 selbst aw^^f-
druekt; z.B. -beta o ihn den Bach b i fi rt n fir e Ii e n ; -hiba o ihö den I!.icli
ti i n a b <;<' h en ; -puma o ndnho ;iur. ilein liause heraus- oder hinaus*
gehen; -hinja n ndaho in das Haus hinein- oder Ii ereingehen.
Andere präjuLsiUmielle Ausdrucke werden durch Zusammensetzuu^
mit Hauptwörtern gebildet, welche dann das zugehörige Hauptwort durch
die entsprechende VerhÜltnispartikel mit sich verbinden; 0 boho ho vor;
o mbua ya hinter, im Rücken ; o kanganf ya swischen ; o *fth Uni ya diesMiti;
o *pfle Optikus« ya jenseits: o mudi üAmt m« diesseits; o mu^ mi^pohge sw
jenseits; o *pdeya we^^, aber, tun, für; «mm da von — an, seit; oUyt
drinnen, in (itann auch einfach nach^'estellt werden: ondaiboohd im Haue
drinnen); o t^fomha ya abseits, seitwärts.
AWv diese pr3positionellen Ausdrikke mit folgender Verhältnispartikel
nehmen , wenn im Deutsciien ein pcr&ünliclies Fürwort von ihnen abhiiigij$
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Adams: Die Sprailic der Bnrjoho. 63
ist, d«s Posses.sivtiin «n desseo Stdle; z.B. » '/t^/f yamu seinetwegen; o boho
homi vor mir; n mhva i/ami: o hy<.ni)o fn/ongo untrr tlir (r.ii deinen Ffißen) usw.
A n III f r i II i:: 1 . Auch uibi c.s jiraposifioru-Ue Ausdrfirke, die wiedenmi
die Prnpav ri lined wa ixier « nacli sich ziehen; /. I?. MM rm udnho nt'lien. in der
Nähe, aiii iiause; n' ibwea o his /ii, his nach, his. '1. Bei mir /.u i Lause usw.
hdßt immer o mboha yami (o mboha W), o mboha ymgo usw. (o mboho *ngo),
§ 54. Eine Bttihe von Zeitwoilfoi<men adiließen den Begriff gewisser
Koiyunktionen sebon in sieh. Eigentliche Konjunlciionen sind:
1*. »0 um, damit« stets mit folgendem Infinitiv; x.B. alomeUoidg^
md (ifdljpa gesprochen) er ging» um ihn zu sehlsgeo.
2. >o rIs, wfthreod, nachdem- (s. §41, 3), wdches, wie fast
Alle folgenden Koi\junlcUonen , stets das selhstSndige Personalpronomen vcr-
lanfit, und ' nh'>ningp wenn« Cs. 38; 47, 2) können als Konjunktion «iis-
gel.T^sen werden; denn die entsprechenden tenipni-ilen Suffixe nA , nyi , U
>»eim Zeitwort trennten schon allein. Üocli steht dann der Satx mehr im Sinne
eines dfutschen Kelativsat7.es.
3. ohminge — vöhana wenn — dann, wenn — so; nabvoana denn,
weil; IM damit, auf dsß, dai$ reipert die entsprechende koignnktive Zeit-
form (a. § 37) oder wird durch das finale o mit Infinitiv ersetzt.
4. *ndi denn, aber« steht zur Belcrilftigung stets nach dem Sub-
jektsbauptwort oder nadi dem selbständigen Feraonalpronomen mit folgen-
der Rela ti vsa t/form im Zcitwoi*t (s. § 40); X. B. At^wbe ndi aweli hihe
Gott aber hat alles erschafTen; mA ndi ahahi naUt er aber tat so; md ndi
aiti md ahai nata er aber tat nicht so; 'nrft uti aber nicht. Steht es am
.•\nfan<j des Sat/cs. *;o fol^t die regelmäßiij entsfireeliende Zeitforni; /. R.
ndi bebem bevündi Itter irrf woher kommt (ist ^ekonuneu) aber d.'is Schlechte;'
5. *t^pt< auch« wird (h'in Suhjekte naeligestellt und behält im
übrigen die regelmäßige Zeilforndbige; jc. Ii. mö trpe aiainrit auch er ging.
wieder*; z. B. njo epokwe wieder ein andermal, nochmals.
6. ^kdoU nur wenn, aufier wenn, es sei denn, daß« hat stets
die Zeitwortform mit dem temporalen Suffix wie ohentnge in § 38,, weil
ohfninge logisch hinzugedacht wird (v^. oben 2).
7. »kape, ipe ob« mit regelmSßiger Zeitfonnfolge; z. B. obündi ^
anäi oiMt weißt du. ob er da ist?
F^benso geht »kange na, panikange na wie wenn, gleichsam
aN nh ' ; 7.. B. mßmandi poniktmge m actipabendi, er schreit, als ob er ge-
schlagen wird.
K. »Lenijf nn ferner, «odann. außer de in« uj«u . h.tt stets die
sekundäre Form der Weilerer/.ählung nach sich (s. 30 — 32); x. B. bmye
na md nalaa o ndabo sodann, femer. danach ging er ins Haus.
9. Die einfache Koi^junktion >und« heißt Jta. na wird elieuiklls
gebrauoht als Übergang zur direkten Rede; z. B. aiangmnndi md na: wäla
o Kribi er sagte ihm: gehe (du wirst gehen) nach Kribi.
•^na-^tipe sowohl — als auch-; *kdot4-na — Mp« nichtnur~
sondern auch« stets mit verneinender Zeilform; z.B. nimavoha kdote
tomba na njaka Ufpe ich wQoschte nicht nur eine Ziege, sondern auch ein Rind.
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I
I
I
64 Adams; Die Spnidie d«r BtnAho.
10. *ojalete, ejalete — oder»; ipe — ojalete <»1) — ()(l<'r; ojaUU na
obuleioh. trotzdem, indess(»n; n' ibweao his daß, bis als usw. (S*§41,3);
z. b. n Uncm 6 mba nadipatm mo his d«ß ich ihn schlage.
11. »nd — nd weder — noch- stets mit verneinender Zeitform; z. B.
dbwedä m5o nd kahti nd daie er gab mir weder ein Buch ooch Geld.
§ 55. Interjektionen: etnaiwH fertig» abgemacht, gut; hdh! nein!;
dA/f (Unwillen) was soll das!)^; ch (Verwunderung)} inoik! o wdi!; otvAa/
los, voran!; toengaaf halt, warte f; tlu 'ekmbo/ Unsinn! das ist nidits!; dl/
pst!; ndndnd (Unwillen); a^t ach!; modi hier!, hier bin ich; idh/ (Anruf) he!
Übungstext.
Das Vaterunser.
HofUficf 'ahu oji o U^a; dina (tongo dibendebeß f ^pangea dongo dipoe;
iwaha Mrtffo ^hahahee o wdoHb ka Jo dijind o kia,
Vee ve wnge ida dah» da kujf^he na oa omah^^edet ue MwA« M« k»
ve imak^fedmÖ bafani ue beM^, Wdtedee ue o mah^ea; kaoti tut hmgaa m
o höbe» Amm,
Evany eli ya Ä Matt hei XVIII, 24—35.
Jesus atanffu>aindi bato t^4bo na md nabehaa na: Ipangta da htba dmdi
paniha moto rthijai mhAngn iyam f> mwanga momu. Ndi 6 batf> balorinri n
rt/ö na dibfinhi damn napoo n' ihtjaa mhango ibevi o linnifone ya h/rrm na m6
nalaa. Mbö/uja 6 yo ifomhtcaino n' ipod^ hepttma un ihtvi nfipumrrm tepf.
Yöndi ya (»ahthi hamu fpofnd n' ibiluiiia mö ua: hunyui , icähij*ii tubunyo itjan
O nmanga mmgö? Ndi ibevi iviindi otceice? iS'a mo nabehaa na: dibtwiji
ßndi dihai nata. Ndi bahai nabehanaa mö na: aoakandi na ilae ikS/^ yHI
Na mö na behau na: Bdhi dikaani yd j^he itonAwte n' Uneea 6 yd ydyodmis
na o epedi ya lyodo ndtangwanäi bapumbtee na: ti Adftjami »ften o bdho na nywe
omahaia yd wJb&mho uyoäit$ ndi iktAiebee o ndabo»
0 epedi ydho na Jesits nalanyvaa bato ngoho pdiho na md nabehaa na:
Ipanyea da Mm dindi panika nttmya inuhadi, oheninge moto ahimgr md e
mtranga momu. Mündt bihadi o mbdngo yt^hr. ndi mutombtocinge rdhona mu-
henandt fmlango mbdngo y4ke, mwmaümba yeie, na vonom vo loba vomapo ija
o melabf m<n»t.
Alanyuaindi hü ngdl)0 epoktc* hu: ipatiy*a da loba ditidi /ßanika 4.«/i, ndttn
ationginge yö na mo amahobie yö na Jlatca ipüktce n' ibicea yö y/Ae ydmcdend
*käua, Jesus aiangtcamdi bato MS« hmle na ngAoy vpÜe rwaha ilandk ha
^vpkeia babehaind na: navahandi itUbwa numbu mtmi opeh ya ngdho na mbe
namabebaa bejai kuta mango «M o bemadi be vwahe*
Evangeli ya Luku II, 2t o bia bo mbu ntu sasa»
0 epedi y^ d hulombi «tom^lnd na muna nayenywabe», dina damu d^amä
Jesus ka enjetes ekauti ibmsde na md afaa (ebmdemd mdte) o duku da njangue.
Sprichwort (Lebentregel):
Däba iyama dibevi na mbembo ibevi, tgedste wdldndeib« nm nd moh lafl
böses Schreien und böse Sitten« sonst wirst da von keinem Mensehen gcÜehl.
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Adams: Die Sprache der Banöho. 65
Bandlio Deutsehes WIMerbaeh.
Vorbemerkung. Die Zeitworter und veränderlichen Eigenschafts-
wörter sind in ihrer SUuniufonn ohne Jegliches Präfix aufgeftlhrt und daher
im Anfittg mit etnem Bindestrich versehen ; x.B. -dipa achlagen; -n«n« groß,
stark» dick.
Der eigeotliefaelDfinitiv ei*hilt regebnißig ein i vorgeselKt: «Ig» schlsgen»
Ua geben (s. 1 89 der Gnunmstik).
Die eigentlichen Eigenschaftswörter erhnitcn in Verbindung mit einem
Hauptworte das entsprechende Pr&fixt tkkd tUneM ein dickes Ei (s. § 11
der Grammatik).
Römische Zahlen lunter den Hauptvvöi-(»>rTt bedeuten die Klasse, zu
der sie gehören; z. B. tiale Vi 8lein, pl. maiaie; inoni Vll Vogel » pl* txmoni.
A.
Unter diesen Anfirngsbuclistsben fUlt
nur ein einsiges Wort:
Ar^fombe Gutt
Es kann zur L oder V. Klasse der i
Hauptwörter gerechnet werden. Auch
soll es entstanden sein nw^ dem An-
ruf »a« und dem ahj^eleiteien iiaupt- ,
wort: nt/amhe der Starke. Mächtige, |
Riese. Diese B&Eeichnung Ajtyambe
ittr Gott findet sich fast in allen alten
Dialekten der Westküste wieder.
R.
Hierher fallen die Hauptwörter der
III. Klasse mit dein Präfix h, ho. fnc;
auch einige Pluralia derl. und \ .Klasse.
ba xwei} baba baba paarweise; bt^je
lieide
-haa fVricn . hcir;itfii
•bai' kleben, pappen, leioien
•^A nein
boAai I pL, bigmji Gesinde
•bahanede anrOhrea
<Mi besiegen, gewinnen
-haüiadt klemmen
'hama sdireien, lirittleo, krachen,
prasseln» lirmen
•iflUMS snschreien, anbrflllen
llill.4.8eB.£0riMk8Ha«k«. 1907. OLAbl
IV und 1 OMellschaft
'banda ibiede kundtun
-bandamede beachten, vorsichtig S^«
achtgeben, in acht nehmen, in
Schutz nehmen} bandamedeel Ach-
tung!
-banga iurchteu, t i .schrecken , liange
sein; banya rta betete feige sein
-(>an<fie bange machen, einschüchtern,
bedrohen, jemand erschrecken
-bape schleppen
•Am gekocht smn, gar sein, mOrbe
sein und werden
-be<ma nötigen, dringen
-bßha (-Acjys) klingen, sich verlauten
lassen, sprechen, schwatzen, plau-
dern; -behana bobe küitschen, ver-
leumden
'behede {-beyede) ankUngeln,ansprechen,
rufen
•behüe V pl. Auswurf, Erbrochene
nebenan , in der Nahe, bei, bei-
nahe, fast; bti last alle
"bmima erröten, rot werden, erhitsen
{•ja heA» rot sein)
Mssw V pLalkoholisch starkes Getrink,
Schnaps, Rum
-hema federn, schwingen
bemadi V pl. Ende, Beendigimg
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Adams: Die Spnwli« d«r Bandho.
-hemba au.sdauern, aushalten, w&hreD.
haltbar sein
-bmd« loben, preisen
bepehi \ pl. «Scherben , Trümmer, Ruine
-heia aufsteigen» nach oben gehen
Rauch)
-Aatei sich erh5hen, eitel, stoU sein
-AffAw aufheben t erhöhen, hochslellent
steigen lassen
h4tei niedrig
betete V pl. Unrecht, böser Wille, böse
Absicht. Miiluillc: betete um-
sonst, ohne (irund, mutwillig (?)
bm (o ben) iiiiiter
betoe V pl, (yetce) Rest
bew^he \ pl. Gerippe, Skelett; bewMt
be meto Sehlde!
beueUAä V pl. die Schöpfung insgesamt
-büt einsehen, begreifen, wissen, kennen,
verstehen
'hiabe Ix'kntint, beriiJiint .sein
bibe TU Mangobaum
-biede wissen machen, erkliren; iöiede
VI Bckannttnuchimg
-büu'dc i-bii/cfk) treten, stoßen, pufl'en
-fiii faulen . \ ermoHprn
-öoba berüliren, anrühren
bobao Seheide
Mi« Sünde, Bosbdt, Fehler, Greuel;
bös, schlecht, grißUch
•böbo ennfttten, susammenbrechen;
leicht, schwach werden
boböbtt Gebrechlichkeit. KrtnritrnnL'.
Schwachheit, Schwache; -Janaboboöu
schwachsein; moto 'AdÄtSchwicbling
bodta Anfpnthalt. ^\\7
hodilo Gewicht, Schwere
-boha empfinden, fühlen, hören, er-
fahren; 'boia ng/be gnädig, bann-
heraig sein; -ftoAa njukt Leid IQhleo,
bedauern; -AoAona gönnen
bokadi Kidnigkeii, weniges, gerii^;
b<jh(7dl bohadi langsam, sllmihlich
bohado Leiter
bohae bo kuba Gluckhenne
bohangu Brust
-bohanjamahonga7>h\\T\C7.c\^,^T\, bleckf^
-hnhffi u«'horchen, folgen« sich fijg«i,
lauschen
•bohede njonjo häufeln , Haufen niactien
bohmda Beschneidung bei Pflauco;
bei Menschen ihAe
beHmga Faulheit
bd^utga Haß, Zorn, Feindschaft
AoAtito Menge, viel, mehr, Meiirheit
hoho Angesicht, Miene; o boho vom,
bevor, r.uerst
-b6ko antun: -hohif inoni hf«;fhrim»'n:
•hnhif r;)A/Z»/r/i aufwärmen; 'Oöhoätbebt
erwürgen
^^Ai>/o Festigkeit, Krnst; fesU heslimiiit.
nachdrücklich, hart
bokimpa Klage; -yama bobcttga wcfa>
klagen
b^iongo Kamin, Trichter
doAiMit Gewitter, Sturm, Orkan
bfihuirei Kürae, kurx
bokoka Hahn
bohmjn Rechnung
-hol-fide lähmen
Iföh Kanu, Barke, Kahn
bolrm<fi Gebäude. Bau
bolungu Magerkeit, mager
•boma lluten, ein Instnimmt schlageo»
spielen, strddien; bellen
•bomsde hSmmem, klopfen, anheften;
oagdn
-dofNufe Schaden haben
bofifw Gröfie, Dicke, Stftrke, Aus*
delmung
-bmpfinen Vif>L'«'?rien, entgegei^geben
oder -Uuii.UH ii
•hongr liegend machen, betten, legen.
äiii'speichern
bongu Gehirn
•^oiywa aafrlnmen, bereiten, pilegeo.
reinigen (Kind)
bmjamm Armut, DllHUgkeit; amit
mittellos
-bdto anziehen, sich bekleiden; "biHe
jemand bekleiden
ÖOMMMK leicht an Gewicht
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Adam: Die Spradie der Bendbo.
67
keeJbi Schilfe
hia Tag; hua bdko III einst, neulidi
•Mgdß einreiBen, seretören (Haos)
Mu Nacht
-bumlnca aufdecken, öffnen (Topf)
-bumüa blättern (im Buch)
-btUa kramen, tSndeln
'bwa brechen, zerstüreu, löten; -ötoa
kutce Fische fangen
hwxha Länge, lang
hwda Trägheit; faul
hßom GQte (boyam), Schönheit; freund-
lieh, brav, gut; iwam halango bShe
am besten
M offen, bloß, fiffentlioh, hdl, klar,
deadieb; 6ioe6wtf sonnenklar, freilich
usw.
•bicea aiif>)rechen {ibwea Brach), er>
pjreifen , spalten
-^ar<fi' ^'^-lif^n , bürgen, schenken, hin-
reichen, herau.sgeben
bteendi Gerücht, Kunde, Boisciiaii,
Naehrieht
bydho etliche, einige
hjfengö *hwi barfuß
D.
Hierher fallen die Hauptworter der
VI. Klasse mit dem Prilfix di, d
•da essen, genießen ; ida .Speise, Essen
'daha kranklich, krank «ein; -dahte
krank machen
-dakie foltern . quSlen
HÜanffwa schreiten, gehen, marschieren,
reisen; -dcmguxm» reiten, lahren
•dS9«emIhren,f)lttemt -«an^inA'misten;
-na Jtio kurz halten
-dda abweisen
dmm Schwangerschaft; ^ona • dem
schwanger werden
dibaa Ehe , Heirat, Hochzeit
dibamu Gärung
dibanja Kahlkopf, kahl
dibanjo Schlag uiit der ilachen Hand,
Ohrfeige
Übao Hacke, Haue
dqk (pl. mäm) Mangofrncbt
dSbi Euter, weibUebe Brust
d&AOfi Schenkel
dibihe Achsel, Schulter, Schulterblatt
dibemba Herde
dibetnbi G^nerschaft, Feindschaft,
Feind
dibihige Glucke, Schelle, Klingel
dibefanedi Abhang, Halde
dibö Yauis
diSda Keule, Schinken
dAdi Zeichen, Merkmal, Einkerbung
diboho Ort, Hats; d&oHo da nffoniU
Kirchenchor
Mola LAhmung, lahm
diboh Hals
dibongo Knie, Gelenk {da y€mgQ)\ 'da
ymo Ellenbo2;en
dibosa Augenblick; o dibosa augea-
bitcklich, plötzlich
dihfisa Haufen
dibitta Geige, Harfe, Leier, jedes
Saiteninstrument
dSboH Paar
düMft' Kleid, Gewand jeder Art
dAA Backe, Wange (düM«)
dibitbu Hitzblattem
dibuja Glatze
dibungu Matte zum schlafen
-dibwa aufschließen
•äilui aufhören, zuwarten, meiden,
freigeben ; -dihana übrigbleiben, von-
einaodergehen
dihada Hand, Pfote
diAakvao Kamm
dihombi Kauf, Prda
dihando Kohle
dihanga Köder, Lockspeise
•dihede begleiten, mitgehen
dihelu Bart
dihf-ngn Rnsierniesser
dihondi Säule, Pfosten
dihmpa Zahn
dihöngo Lanze, Spitze, Stahlfeder usw.
dihuba Schmiede; -haha dihubOf 'hüua
dSknba schmieden
68
Adams: Die Sprache der Baa6ho.
dihube Banane
rÜhudi Schanm; -haha f//Äwrfi schäumen
dihuhn {dihü) Ende, Ziel» Zweck, iilcke;
zuletzt
(Uhula Sättigung; satt gegessen
dihupu Posaune, Tronipete
dätaha Art, Sorte, Weise» Gattung,
Marke usw.; dikaha (oder dätd) jdho
fthnlicb, gleieh
ditei NQditemheil; nflchtem
dikakaia (^kao) Krabbe
dikaki Versprechen, Oelübde« Ver-
heißung
dikattgo der Hahn am Gewehr
dike Ki
dikofhriffo K ii öchel
dikuka .MiLske
•dKli« achten, jehren ; iettÜB Ehre; -bliebe
ehrbar, ehrwürdig sein
diUko Schublade, Schrank, pl. nuUho
•dimbea sich irren, verirren; idm^ea
Irrtum
'dimee {-dtmü') auslöschen; -<2miee o
madiba erj^ufen
•dimwamde Ende sein, ap&t sein, letzte
sein (Endung)
dma Namen, Zeichen, Buchstabe; dina
dipokwe Beiname
-dm^a einhüllen; belagern, eiaachließeo;
HUUe, Belagerung
'^ttffUtute ranken, umklammem
dinguh Kifig, Bauer
dio (jio) Auge, pl. imb; Siasche; Herd
-tkpa schlagen; -d^xma einander achla-
gen, fechten
-dipede bestrafen, schlagen lassen
dip^m Flügel, Papier, Blatt
dipito Blei
d^ptte iicharte, Lücke (2^mlücke)
dituhki Hemd
^mmk Sehneiligkeit, Eile ; geschäftig,
behende, gewandt
dkoda Stunde, Uhr
dnoepi Geißel, Peitaehe
dhrf^u Fieber, Frost, Kalte; kalt, kfthl
düeoUmffo Schleuder, Schiinge
doba (pl. moba) Sonne
-dodedr richten, zielen (mit Gewehr)
dodo Fülle, Zufriedenheit ; -ja dodo
genug sein , hinreichen
dot Won, Klang, Laut, Stiinme,
Sch&U; pL moi Sprache (mad(a)
dob IV u. VI Geld; dole da bekei bar»
Geld
dolo Genick
dorn gerade, aufrecht, schlank
-doma schallen
donyo Teil. Partie
-doluftcabc ganf^bar sein
-dua fahi-en . nidftn ina kopt)
'duhu Baucli, Leil». Geimriimiter
-dumbo plündern, Betite machen
-dumbulede riechen
EL
Hierher falten die Hauptwörter der
V. Khttse mit dem FHUix e.
-eba schärfen, spitzen
ebabadi scharfor Beiz, scharfer Ge>
schmack
ebala Anlehen, Schuld, Borg
ebamba Glätte. i;latt
ebando DachhiHte, Lagerhiittchen
ebi das Steigen und Fallen des Me^^.
Ebbe und Flut
«bedi Gebreeben, Pest, Krankheit
Mo Band, Binde, Gflrtel
a&oa Joch, Fessel .
^)odu (ya Hio) Aas, Kinn?
«Am Narrhdt, Blödsinn , Irrslno, be-
se-ssen, verrückt, blöde
ebimga Polster, PfUhl
rhmpn Halm
ebonyoncdi Krc»[>f (des V'o?els)i
^^At/ Schuld; -Jana ebuhu schuitien;
wa ebuhu Schuldiger
ebtthula Klota, Klumpen
0&wma ya walswfw PUle
tibnmbu Schar, Rotte; ebumbu (ya t^oi)
Schwärm (Bienen); Masse
ebus^c einhundert
edaitgi Qefaß
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Adams: Die Sprache der Banöbo.
69
edia Bank
edidi Geist, Seele
edirujclfdi Scliaitfln
edio Anker
edua Zweikampf, Krieg, Gefecht
edunga (ya mbembe) Klagegeheiil
edungu Getöse» Hall, Geriusch
«Aodb Arbeit, Anstrengung, Gesehift,
Dienst, Erwerb» Beruf (Gebraudi)
gams» jedes, eil
M Eiflen, Waffe, ROatung
thtna Fett, Lende, HQfte
ehendiy ehendo Reise, Fahrt (ya bölo
Kalinrahi t), (na ekabalaBiti), Marsch
ehenga Krnpppl
ehengam Gnlmt, liefehl, Gesetz
eAengeni Scher«
eheö Leber
Mi Buseli, IHekieht, GebOsch
«Ao&s Mann von 20 bis 40 Jahren,
Mannesalter
«kSbo Eiterbeule, QeschwQr
ehoka OeflQster, Oeheimnis; geheim-
nisvoll, leise
ehdinja Liane
ehomba Unfrnrhthnrkeit (beim Weib)
fhofia Lehm; Palniwein
thondi Plante, Pisang
ehongole Fernrohr
ehdto Balg, Pelz
thudi Uaneb, LtiAsug, Odem
ekukn Magen
thukMm Eule
Pfahl; Bohr, Sehornsiein
UiUle, halb
tkungtca (ye ngomba) Stachelschweio
ejale obgleich, obwokil
ej^h^ Meerkatze
ekahala Plerd
ekai Pflanr.enblatt, Grashalm; bekai
Laub, Gras
i^ekde Museliel, Sehneekenhaus
ekoya (ekioa) Husten, Keuchen
ekäkolöio Schwamm, Pik
Mobende Babe
dtokmdo («A«^) Echo
ekomboni Hübe!
ekmda Schuh {ekmda ehadi Sandbank)
ekungili Kfhle
ekwekirt Srlutn-tterlin«^
ekfrfmi Blech, Blechdose usw. Blech«
kuffer
eldhi Becher, Kelch, Trinkglas usw.
TrinkgefiUS
eltMdi{ekwama) Patronentasche, Ranzen
elape Rad
^lema Dummheit, Tölpelei usw*
elengi Gefäß, Geschirr, Ger&tschsft
elhnbi Kiste, Holzkoffer, Krippe für
Futter
elinga Körbchen
elf/ift Kntp. Gans (der ausländische
Hai IS Vogel)
eiongi Glied
dato Kröte
elombo Dingt Sache ; eUmbo ydho irgend
etwas; pl* bdomlbo Besitstom
es ist aus; fertig
«unsno Leben
entmu Kupfer, Messing, Draht
eügenge Freude, Behagen, Wohlsein,
GIQck, Jubel; guter Geschmack,
fein, snö
epamhalfdi Hi »gel, Schließung, Halte
epap*i Schale
epediZeitj Dauer (epedi -ya viö ehemals) ;
epedi eyavt schon oft; b^edi MAo
bisweilen
qtehe Nets
epeii Abschnitt, Stack, Scherbe
epembe Narl»e
Ruder, Steuer
ep^pt Fächer
epma Mauer, Wand
q/ila Armband
rpuhoio Hut; epoholn ya kanja Helm
fp</nga Deckel, Verschluß
epopo Lippe {ya numiru Unter-, ya
kba Ober-); ya dio Augenlid
qupoUhe Lui^e (Fletschlappen)
9MIM Flasche «na Glas
^Abu Deeke (Bettdecke)
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70
Astja»*. IHe Spradte i«r But6ho.
epuma Kriicht, Apfel iisw.« Knolle;
pl. hepuma Obst
^pttpiidu üruhe. Loch in der Krde
eputa Lajtpen, Lumpen ; {ejjtUa ya
ttaoAa altes Tuch)
amikmda Fußsehemd
Btäha Geatcil, Gerüst nun Trocknen
dar Früchte, Fische usw.
etima Pfütze, Wasserlache
etimbi Bohle, Brett
etkigilingi Ferse
etoli Maus
eUmba Geliiet, Land, Genieiode, Ge-
gend , Reich
etdti Atem; Greis (»totii)
etumbe jQngling, gr-. Kuabe, Bui'sche;
jQnglingsalter; Jugend
ehii^fi Gesehwitx
etimff» kleines Geschwür* Ausschlag
tvUa EbenhoU
evindi Flecken, Makel
moiani Gerät, GerStschaft, Geschirr
«nambo Last, geoQgeoder Haufen,
volles Maß
evovo Zank , liader
evovök Leere
euD^he Knochen {t/a mbende. Schienbein ;
ya kmoB Fischgräte; pl. Gerippe)
emdabt (rel.) Geschöpf
«web DuFst» Sehnsucht} ys Site« Heim-
web
e*tMtdu Leere
lyoM^' Taschentuch
H. •
Die hierher fallenden Wolter sind
in^tens Zeitwörter oder Hauptwörter
nach der IV. Klasse.
-kaba halbieren, teilen; 'hahana ab-
sondern, sich trennen
lAodit klein; gering, wenig; hehiidi
Weniges, Geringes, Kleines
•hadkoeda mildem, lindem, Vttkleinem
'haha tun, machen, schaffen usw.;
'haha ymga sdiersen; •baha mpao
prozessieren
\ -hafwa schhichzen. weinen; jnininern
haka Messer, Dolch, Buschhaue
•halm l)eten
•hamha einkaufen; -Äomd»^ verkaufen;
'hambabe kosten
'hambwede besehimen
-hamtd» glauben
•hdkana einander, einem antun, tuo;
belohnen, entscUUUgeo, bezahlen,
büßen einem; -AaJkMoikoi^scbwSren
-hanea befehlen, heißen
hanganr Mitte. Innern (inwendig)
zwischen o hangane
-hanpra üchleudern, schießen, jacen
hanipee I Herr, Vater, Meister; hang-
we tea akuht Schulmeister
-hanja glatten, ausbreiten (Tuch) ; -hoh
jama ausgebreitet, gaumig sein
-AoMo beiahlen, löhnra
M Innen, Innere; o hi innen, drioocs
-h^ jammern, seufzen, wdiklsgen
-Mbe beschneiden (Mensehen)
'hfijf jtriifen, messen
heUmenyo tjuer
-hema rütteln, schnttehi
-hena fett werden; dick, feist usw..
stark u. groß werden; sich erboleo
•Asus selten , erblicken , gewahres;
^Asns ka ansehen als
hmg» schrtg, schief, krumm
hmg» Kiesd, runder Stein
-hmge krummen; barliieren, rsäereo
-hengxoe einspritzen
-henje ebnen , glatt abschneiden (UaareJ
'heta eretarren
'hia liinzutun, ilr;intini; -hin viauqa
sal/.en ; -hia mlxhujo ptlanzen, süen
•Ai^ steideu, entwenden
-hä>a herunter-gehen, -ste^geo,
-lliefien
iUMs sieh demütigen
'himiM sich erholen?
hika Schmuck, Perlen, Juwelen
'hila schmähen, seitdien, besclumpfen
•hüüa sich bessern, bekehren, vrr>
ändern, umdrehen
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Adajui: Die Sprache der Banobo.
71
-AtAnni» (sich besser inadien) ver-
wnndoln , drehen , bekehren jenumd j
-hima {koho <'nt(^fb«'ii) wcgnehinpn i
'hma uicht güiinen , neidisch »ein hina
Neid. Mißgunst
-hinda iiuitichlagen, kentern
'hingfde hassen
'hmyHa um etwas heruiM aieh drehen,
uinrQhren, bewi^^
4imgUim$ sich gewöhnen, pflegen,
gewohnt sein .
hinein-, her eingehen, -«ehlüp-
ibn, fließen; eintreten, -dringen usw.
'hmjea hinein-, h ereinserren, «pres-
sen , -drängen xisw.
-lünjt'df (Iiinein-, hereingehen machen)
aut'neiinien , iiereinlassexi (o n^nli«i).
eiiii ä Hillen , Jflatz machen; -hmjede
lyia begnadigen
-hinya twujxli bamcn
-Mpm aufbreclien, Weiterreisen, weiter-
rücken
»hgiAdß (aufbrechen machen) alischie-
ben, weiterschieben, -gelien
'hiüe vermehren, zulegen
'ho yctngi ohnniaclitig werden
-Aio/w» fin holen; -Iwbede einholen machen,
Nclinappen, fangen
-InAiit einsammeln; ersparen; ver-
mengen mit
-AoMene sich sammeln, mengen;
schwftrmen (Bienen); t&oftims Vei^
Sammlung
•Adlo leugnen
-AoMf lilrten, befestigen, ermuntern
hSlh Harpune
-hnmn grüßen, begrüßen
-hrnne {-humt) rammen
'hoiufta sich kümmern um etwas, be-
sorgen
hongo {ebive Meineid) Eid; -hahana
kongo schwören
•JUmgimide naehdenlien, betrachten;
sich erinnern, merken, einpiigen;
bellenigen; ikimgoMdt Oedanke,
Gedlchtnts, Meinung, Ctesinnung
hdngice deine Mutter, Hcitin
j •A<>to loskaufen, auslosen, aussieben;
i -/lolo titngf !*fand einlösen
■holimio krumm sein
howe Haar, Borste
'howede einschenken
•Aua fi'agen, ioräclieu, erkunden
-Anda mit Gewalt nehmen, liubem;
'kudia lieitubem, jemand berauben
•huka erbrechen
'kukäa aufbauschen
^»jfcv^ rollen, umbinden, dn wickein,
einhüllen
-huktca rupfen
•/n/l/7 satt Hein; hobeln; -huUe satt
machen, sättigen
-hule bedeck»*ii ; -huled^ mit etwas be-
decken; hikdp boho (bleich werden,
sich entfirben), Gesichtsfarbe wech-
seln, (erröten)
-AuKumsa da, gt^en wirtig sein, be*
zeugen durch Gegenwart; beschei--
nlgen (Quittung)
'huncHe hindern
'hmgana eilen, eilig sein oder haben
•kunyea aufhalten, abhalten, be-
schützen, erlösen, erretten
-hmgula kullern
-hunja blasen, ausmarschieren
-hupa naß werden, \ hupehupe naß;
-hupide befeuchten; 'kitpi$ nissen,
annetaen
'huta verhehlen, verbergen, geheim-
halten
-hüte biegen
-Amoa recht haben ; -Ampm recht geben,
recht haben lassen
huwe Fisch
L
Hierher fallen die Substantivs der
VI. u. VU. Klasse mit dem Prifix i.
Mima Böte, Briune
ibemia Alter
iUa Begriff, Verstand, Wissen; lUoie
Ruhm, OfTentlichkeit
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72
Ab Ana: Die Sprache der Banoho.
I
idilie Ehre
iditne Ring
idonga Y\\ Schwalbe
idühu Kork, Pfropfen
idnmbn Beute, Raub
ihaniede da krison der chriatUche
Glaube, Religion
tkano MSrcheo» Sage
ilkMM Benhlung, Lohn, Gehalt, Bei-
trag, Kosten, Miete
iMi VII Hase, Kaninchen
ihö VII Bnrh, niefiendes Wissereben
(auch ihoho)
ihomi Oiiiß
ihonde Hurerei (Schande), ün-
keuschheit
üwniWl Scliain hzw. Schande, Schmach
ihotomo Biegung des Weges
tilaAaiiM Taufe
übd^Nit» Geiz, geizig (sein)
äfcoAsM (ffioAme) Verapreehen, Ver-
heifiuog
ikoia VIT Brücke, Steg
ikewa Dank. d«n)ce (akewa)
iko Fall, Stur«
ikorna Brise
tkohiWll alles, was rund ist} Kugel,
Patrone, Ball
ikuta Faust
üaht Bahre
t'lsfe Fels, Steb, Platte, Schloß vor
der Tflr; Oak da hmg« Kiesel, Kies
UanAo Falle
ilango Bericht. Er/.äliUing, Gesprich,
Sache, Angelegenheit
üaUtma Bund, Bündnis, Gemein-
schaft
ilfbo Trauei beuuilung
ileka Heiserkeit
ümde Olpaline
üdomb^ etwas, irgendwas, einiges
UonSbe Bericht, tSrxXhlung, Geschichte
tlondb Fülle, Vollkommenheit
MfMMMns merkwürdig, wunderbar,
Wunder
tmibni Gerte, Rute
linoo' au, o wdi! (Ausruf der Fimiit
und des Schmentes)
indai imm>flai) Scliilf, Uferrohr
inr Maina, uicine Mutter!
inin («elenk, Knöchel
rnjum Kukospaline
«w> VI Hand; da mengwe die linke;
Ärmel, Arm (pl. Mio V u. anm VI)
mfingo LagerstStte, Bett, Fhritsche
«MMN Wl Vogel
^päki Haube, Mfltie, Kappe
ifttha Scheidung
ipanya Glans, Herrlichkeit usw.;
n' ipanya blank
^po Handgriff, Henkel (am Topf)
ipe ob
ipenju VII Finger (Zehe)
ijpoi Meißel
ipimaa das Grane
isenjenje Grille
M^fo Gericht, Gerechtigkeit
itmiAi Schritt, Fußtritt, -«pur, •sohle;
Huf
Uengtlene herum
Umgu Schiffahafen, Beigungsplati für
ittn'!' Iv etile, Kolben, Gewehrkolbeo
itimjn Ivnoten
itUi VII Duukeihext, Fiusternis
Ü6b9 Punkt
Uoda Knopf, Nabel
Üoi Ohr
üolo Hart
•Idmü Braut, Geliebte (Liebe)
ikmgo Jungfrau
üongoia Schaukel (baumda)
itnhirn Anfang, Beginn
itniii Beule; Auswuchs, Knorpel,
Hücker; Rauch, Qualm; Raphia*
Palme
M VII Gabe, Gnade, Geschenk, Be-
lohnung; tame Au^abe, Sdieakoag
iomdo VU Beil, Axt
itmga cyoft* Geduld
iweletea Reinheit, WeiBe
iwmda Schwftrxe, Dunkelheit
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Adamü: Die Spraclic der Haaöho.
73
ijfabf Hthiirt, Generation, Familie
ijfßM Länge, Schlankheit
iyoi {maffttf) Distel
itfojo Ruhe, Ferien; Rast
iyoweWl Flöte, X^feife; 'Umgo iyowe
pfeifen
J.
Die hierher frUenden Sabstentive ge-
hören ebenfSüls der VI. Klane aa.
^ adn; aich beflodeD» ailzen; gelteo;
bleiben; wohnen, leben, hausen;
-Ja bwan o mit folgendem Infiinitiv
hat die Bedeutung von ^müssen* ',Jff a
btcam f leb wohl, gehab dich wohl!
-Jana habi ii , lirsitzen; -Jana mala
nötig hal)en, Bedarf; -Ja/ia Jodi herb
sein, bitter; -Jana malebo Leid,
Traner tragen durch Bemalung;
-Jana nfuk» leiden (Leid)
^jmmta mb emp5ren, bekriegen, auf*
atdien gegen
jai Niesen; -AeAa jm nieaen
jangi Ohnmacht
jmiinge\ najatungiTtpedi bei Gelegenheit
•Jftnja dienen
Ja(a Kojifpolsfer, Kopfbandage
Jebo öchleit'stein
-jecle mpolo einen König einsetzen;
jemand zum König mactien
jVmda Tal, Ebene; tmten; Sehludit
jeni Glas, Spiegel
jM» Mafi, Grenae, Mft^keit
J&a Diebstahl
■^d lachen, lachein
Jodi Bitterkeit; bitter, horb
Johedfi Bad, Haderanm
J6ho Schuß, Biuns, auf einmal; mdAo
Schlisse
JAki Kanne
Jörn Zehnheit, xehn
/om6e Tfir, Pforte, Eingang
ßiufo Sehauder, Angst, Furcht, Ban-
gigkeit, Schreck
jia (pl. mäa) Fackd {-da ewefta) aus
Kienapan oder Bamfaua, Lieht
\Jubu Asche
-Jüe decken, bedecken
Jumha Bürde, Last, GepSck, Fracht
im ailgemeioen; Scbifialadung
jumbu Nest
E.
Die hierher fallendon HaaptwSrt^r
gehen naeh der IV. Klaaae ohne Prifix.
ka wie, ala
kda kUlachen mit awei Brettchen
kaha Schuppentier
kaß Schwester
-kakme versprechen, verheißen
kalati Buch, lieft, Zettel, Brief
kanjama I'ocken
AraoA» außer, bis, liUjß nur, erat nur;
kaote oluntmy« außer wenn
•Anüa binden; •Aate mMMo einpacken
^caUma schrecken, erschrecken
k«di grofie Amdse
Irma Affe (Hundaaffe)
ktngenge klar, rein, Reinheit, heilig uaw.
kenja Bahre
-kewede danken laaaen
-keye brüten
kinjo Schlund
-kin l)arbiere.n
-kiwa ein SchiÖ* leiten , führen
kö Ratte
kö Schnecke
-k6 {vyö einschlafen, änschlummem);
fallen, stQrsen
hAoMba Truthahn
kftbe ya ndodo Gewichtstein
kdbo Erbe, Erbschaft
koboti Schrank, Kasten
kodamango {kododo) Furt
kodoo Kranz, Krone
•ktHiumtdt' incken
-koho njolo recken, sich recken
Mho Papagel
•koige anaflndm, heiaen
kokontk Bohne, Erbse, HQIaenfrucht
-kch slumen ein Thch
kcio Abend
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74
Adams: Die Sprache der BanAlio.
konda Stuhl
ktfnge Netz
koso GeschüU, Kanone
-Jfeoft n/on/e häufen
•köjfa husten
4tia einbrechen, (hiodo-) schwren
hAa Huhn
kudu SehildkWM«
kuta Krug
-kula klettern, klimmen
•kule decken, (Topf) bedecken, 9su>
rlpckpn
-kumha kh)j)fen
kumu Daumen
kundua Landwind
hmgm Boot, Schiff
"letaama Hinterhalt li^n
4euiwedB Eier legen
•AwoAt pflQcken
4ewihi8 ebschließen, versdiliefien; -kto^
(statt -kweMj vuitodu KuknOpfen;
verhaften
kwia i^cliimpauae
L.
'ia gehen, fortgeheji. abziehen; 'iana
mitgehen, auseuiandergehen
4dh drei
4mtda eich auabreiten, brdtmachen
(BftuDie); eich emporranken; -lom^s
iktida schwellen
4angtoa sa^Mn, i t dcn, schildern, deu-
ten^ oHeiili^iren, behaupten
-hngicnw liinterbringen, einander sapfen
-Ifita sich vpi'biiidori , Rund schließen
-latp anfilüjeii, liiu/.n/.ählcii, /.iusammen-
scliießen , zusamineiibinden
'lende schlitzen
-lendea bestellen fiir jemand
4ede lenken, filhren, anfiUiren
-4M« fliehen, durchgehen, davonlaa-
fen, ausbrechen; erstarren
-UnAie betäuben, starr machen
-Unjfanea beistehen, helfen; Hilfe
•linfftca rrhhnr sein, sich ärgern, sich
entsetzen
-Urufteede reiznr , ärgern, beieiiligeo,
er/.ürnen, kriinken
loba oben; Himmel; Luft; plurale
tantum (co) VII
kmhi acht
/omeds benachrichtigen, berichten
4tmäm rüsten, bereiten, einfUleB,«w
ganzen, erftülen
-Undo schleichen
-/San^ erbauen
'longo {dihvpti Trompete blasen) In-
strument spielen
-lonjo flicken, nähen
'lovi iiMiiig, erujvt
ltdti Mist
4uma durchbohren, sich durdiwinden
'lungama neigen, nidcen (den Kopf)
abmagern
JM.
-ma beendet, aus, fertig sein oder
werden;. («jfciilK emoamtf) zu Ende
pehpn
malto die Zehner; z. B. tacd» maba
zwanzig
maOaa die Schenkel, der Schoß
mabödo Schlamm , Morast
mabömho Schleim, Speichel
meAMi Kleidung
flMidlfifta VI, plurale tantim». Waaser
nwdai Worte, Spradw
mahia {mayiä) Blut, Ader
makiiM Heck (am Schilf oder Boot);
Hinterleil des Kanus
7nnh<md() Kohlenglut
mahn/ipa Gebiß
mainya At7.nei, Medizin, Heilmittel
-maka anstreichen, einölen
makaha mahäi videriei, bunt
makaho Beifall
makteamba Kassadabrei
wuUfbo Bemalung der heidnischoi
Trauer; Trauer
malimcUi Blitz
malinffwa Arger, Erbitterung, Grinun,
Zorn, Grausamkeit
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Asjum; IKe Spndie der Ban6I)o.
75
malctnge B^gribDisstitte , Gnift (mo-
mamaiit »ich wundern, erstaunen
ntambo (rna beo) Possen
mandai Schilf, Uferrohr
martffa IV Seehund, Seektth, Bobbe
matiga VI, plunJe tantum, Strand;
Duft, Geraeb, Litftxug
matifahedi Rort
mai^€ma U-ech, i^rob, derb
manjanffa Palmöl
monjfmgo Milch
maülr Ol
tnaciun Kiter
mav6ii(f(t iSchnialz. Kett, Butter
mbd ich, mich, mir
mhäa Dach (auf Gestell ohne Winde),
offme UQtte
M^afto Milz
mAoA« IV Korn, Mais
mhai II Bräutigam
mbamba IV Schlange («maötoane Gift-
schlange) Großvater; Großmutter?
mbana IV Schlitz. OffniinK. Leck (im
Schiff), Loch, Höhle, Höhlung;
Selinitt
mbartf/a Kelch, Nuß; Kern?
ffi&anjfo Elfenbein
mbmja IV Bambus
mAon^ Rippe
mboM Klapper
«tiolimAalilV Dimmerung, dimmeni
(morgens)
mbSa Hafen, Topf
mbela IV Adler; II Fallgrube
mhrmftr Jainuier, Klage
mb*ytnb€o Kante, Rand
mbembo IV Gebrauch, Sitte, Gewohn-
heil; mismio «6eei Leidenschaft
mbtmda Oesela
mbtndi Federhalter, Sehsft, Griff, Heft
mAOi Ruß
wimba IV Zorn, Arger, Beli-fibnia,
Gram, Hann
mbimba II Leiche
mbmde Pecli, Harz
mbiti Safl
mbfi II Hund} muhobeäendi er schnappt
(IV)
mbö l\ Rinne, ivauai, üraben
InAoa IV NeM
mbdha II Dorf, Dahdoi, Heimat, h\-
miliensita;
mb» Hörder; mtei kmot Fischer; mboi
tUo Jiger, Sehlichter
mbnje II trockiies Baiianenljlatt
mboma Firsthaiken, Balken (abii^e-
hauener Baum, um ihn zu lieniit/en)
mbömbo II Namensbruder; IV BQodel,
Garbe, Paket
tnbonyi Besen
mbonyo II GewIchs, Pllanse, Samen,
Saat
mioR^o IV Balken
m&M II Sehmuck
mbü II Jahr
mbwi RQcken; o nA6a nach, rQek-
wärts, hinten, dahinter
mhitica I\' Rrgrn (mruo)
nihujo Buiidesgcno'^sf , i^'reuod, Ge-
iTilirte (Freu 111 l-cliali)
mbumbu Kniinei , (Überbleibsel
mbuj^a Netz, Wurflang
mdtsam II Mftrder
inbnsm II HIacher
♦
mbumdi Neuigkeit, Nachricht
fii6wieiifS''mAi0«n|tf langsam, allmlhlich
jnil)/a II Blüte
mtlmka II pl. Gefängnis Gehöft, Feste,
-inefie fertig machen, aufhören lassen,
heendigen
medodi Brennholz pl.
mehatn pl. Bande, Kette, Fessel
mehitfo (njuke) Schuierz {mehiyo lööa
schmerzlich empfinden), Pein, Qual,
Not {nuA^ me etoU Atemnot) II pl.
mebetuh Kassada, Manyok
mebonffo (meboitgo) Heu, Gras (maio-
»an(ffi)
mehoto II pl. Qefiedw
mekao II Hecke, Zaun, Hürde («n^
songo Gitter)
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76
Adam: Die Spradie dar BanAho.
melt 11 pi. Dampter
mengwe links
menjede Haar ?
mmjele Sand
menjinjitigo Oemarmd
•mtfte alleiD, «dbst» eigen
nutüi Jftloosie, Fenster, Laden
media Sehvift
mSM Mangopfbume
•ffma gelten, bedeuten
minisi Mission, Missionar
-mm schlucken {Unna mid gaffen, Lip-
|)eii niifsperren)
mloni Ilcidtj; mehni pi. Heidentum
-riio aul'bleiben
mo er. Urn, ihm
mäko einzig; mgdho einige
mcikwa Brei, BrQhe» Suppe
molo II Haupt, Kopf
«•OHIO minnlich (mom» Gatte, Mann;
*na momo Knabe)
mongolo II rund, Rundheit
mnto I Mann, Mensch, Peraon; moto-
motn cin/f'ln
mpamlncf I'leil
mpanatiei Prediger
mpao 11 liecbtssaclie, Pi U7.eß, Richter»
Spruch
mfaiu Räuber
wfin II orwachsener Jflngling, Bursebe
mpei n Kiefer
wg^ht II Nase
mpimjla Schopf
mpiptpe Fluch
mpoki II Bohrer
t/ipofo Hftiiptlini;^, König
m^H/rtdo 11 I!«'riu]
mpopa Schwanz, Schweif
mpudungu II Gemach, Kammer
mudi II Seite ; o nmdi iwtjpahw gq^en-
ftber, jenseits
ffiima I Kind
mtm/a II Strcw, Fluß
mioadi \vei!)1ich (mif Aitftise Uenne)
mtDombo Opfer
HmaMlua begießen
mwanga Ii (i arten, Farm, Acker
.mvoanjn II K*'lir\vi»;r}i
mteo/^ Friiiic (am Murgea)
mwihe Mittag
mtofja II (pl. mefa) {myeja) Dam, Ge>
dlrme, Eängewmde
fMKla II Form, OescfaGpf, Ebenbild;
IV Erraahaong
mmmge draußen
mwngi fremd, Fremder, Fremde
mwibi II Dieb
mwilao fiift
mwindo Molu-, N^er, Schwarzer
myöho einige
N.
Die meisten der hieher falli'iu^fn
Hnupt Wörter ?ehen nach der !l.Ivlas$«>,
die Tiernaiiieti fi'ir ^cwüholich oadt
der IV. Klasse.
na und, mit; daß usw.; na — so>
wohl — als auch, rudern auch
nä drückt mil Ilaiiptwort verbujKteu
die \'eitieuiung aus: kein
'naSuhu, Tochler, Kiud des...;'nd
tea *na 'mi mein Enkel
nabmma denn
-nanga liegen, ausruhen, schlaftn , iidi
lagern (fihr die Nacht)
H»aiiffed$ beheriieiigea
tMo IV Haus; pl. nach der VI. Klave
mandabo
ndamhwe Gummi, Leim, Kauladittk
nd^bf Runzel
ndebelSe Uferrand
ndembe Jugend, Kindheit; «lüngUng,
jung 11 und IV
ndemho Gebezde, Qeste, Zeidtea.
Merkmal
ndme Fledermaus
ndäide Glitte; na Mdß achl&pfrjg
ndSngi Möwe
ndi (Suffix oder Koi^uttktionspartikci)
aber, doch, indessen
tuüKede Begleiter
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Adams: Die Sprache der Banoho.
77
ndimo pouter Geist, Gespeast {mwMga
böser Geist)
n/tt'H FZhrliclikeit; redlich
H<iäo Frau, Weib; pi. bUol
ndö Narbe
ndodo Gewicht
«dbmAtf Scbaf IV
ndomi Hai
mädndi Dreck, Unreioigkcit, Kdiricbt,
Morast; garstig usw. IV
ndämdaki Nähnadel
ndongo Pfeffer
nditi Schiffer
nchimlm Rechen
rif/tmi Greis der ältere
iipailf Knall, Donner; Gewehr, FUntelV
nffondo Krokodil
nganffa IV und II Arzt, Hedizinmantif
Apolbeker
nfftmgw Schkm
mgao IV Draht
ngata IX Fessel, Bande
ngt'bf' Mitleid, Rene. Milde,' Ver-
zeihung, Barmherzigkeit IV
ngmcff Fischblase
ngia IV^ Löwe
nginga II Saite (mu dibota)
mgmi Muskel, Oberann
ngil^ Scbacbtd, Dose, Kapsel
n^dio Oleicbais, Beispid
ngodi Gurt, Gartel
ngdkftbi W Halskette, KeCtclien von
Perlen {yn ngvDonya)
ntfnlodi Schnarchen {-haha ngModi
schnarchen)
ngöloni Moos
ngolota Scheibe
ngomani Gewürz, Geschmack (engl.)
ngtmAa Igel; Blasebalg
m^ambt Leguan; grofle Eidechse
ngomhi Orgel oder ibnUche« Husik-
instraoient
ngombo Rat; Verstand, Pbin, List;
na ngombo schlau . listig
ngömbo Fischiang} Funke
ngSmo P.uike, Trommel
ngondi' Mond W
-nytmfit hiegen, beugen; 'ftgtmdama
Knie beugen
nyonga II Kucken; mu kunga l^iel
ngango Norden, nördlich
ngonja Blatte i&r das Dach
n^dpM Schnupftabak
Bootsl&hrer, Lotse
nguba Schild, Brustwehr; Oberleib,
Panzer
nguhu Ablluß, Absondening (Eiterung)
ngvfU KrRft, Gewalt, Anatrenguog,
1 U'ii.'v l ähiKkeit
nuuhiiinl' l'.i'lfclise jeder Art
-ngumama galten
ngunda Rache
M^Mudb Fetisch, GStse
ngumt IV Aal
figmm^ Perle
iipiaasofM Schrot
Ttgwea Schwein, Ferkel («Jhoas) IV
iihabo Landgrenze
nhahi Kneclit, Magd
nhamha Nackth»Mt. HlöPft V>loß, nackt
nhanet Gebieter, Befehlshaber, Leiter,
Feldherr
ühanga II Wur/el
-iiiAaB knicken, quetschen; Uuteo
machen; {fUtiya iAüki) üAta Ader
Mna II Gestampftes, Brd (zum essen)
AMnjw Sdinur
iihinhi Fliege, Mücke, Insdtt
iikio Feil«
hhiyo Schwager; mu ndito Schwagerin;
WIM ndomi Schwiegersohn
«Aoa Enge; sehmal, nicht breit
Hhöbo Haut, Fell; Tasche, Tornister;
Riemen
nhodi Bei-g , Mugel, Gebirge, Erhöhung
AAm/o Junggeselle, ledig, unverheiratet
ahonga L^e, Geiftnder
mango Bücken; mt hmga Kiel
hhongu Frosch
nhoni Fleisch; mdum Leib, Körper
üAoto VogeUeder
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78
Adams: Die S|irache der Ban6ho.
fUiuha Rumpf
iihumbu Schnaure
nhm(fi Krretter, Erlöser, Heiland
nhica mehtca) Krebs
nhwamba Keihe, Ordnung, Linie; längs,
eoflrag
i^mnge {mwmge) draufien; das Frei«;
der Hof
mbvoea bis, bis zu usw.
mm Laus
-nmgimi schütteln, bewegen, erbelien
lassen; sich rühren
-ninjitifjo miirtnpln
nitani ich lin))e nicht, ick entbehre,
ich hesit/.e nicht
nj' Gattin; /,. B. nj'ami meine Frau;
t^*6ngo^ nj'amu usw.
iifdef waa, welcties?
mjaden» Hebamme
9^ Bind, Bfiffel IV
't^aJnm krateen
ii§Qk Hunger
t^ah Haarscheitel
-njama verderhen, faulen, srliadliafl
werden; •«/amt« schaden , sch&dlich
sein
njanda Egge, Rechen; Ivlaue, Kralle,
Tatze; Fingernagel, Nagel
-njmm serreiBen
'njanyinjo klteeln
M^n^dü jange Mutter, Mldchen^ wel-
ches das erste Mal gebiert
i^angm Mutter, Herrin
MfCMtf wer? welcher?
•MftgNoa laufen, rennen; man^achnell,
rasen
njea IV Weg, Bahn, Gangsteig (pt.
\' I martjea) .
-^jmywe ilüsüig werden; -njengwede
flussig inachen, schmelzen
•njenje klaffen (Wunde)
nj»^ Farnkraut
^ijHoie reinigen
fl/w Strafe; Klage; Bude; Hieb mit
dem Stock
-t^ia^ drQcken
I -nßnga mahlen
I
: -njimjo (Jcschmack
njinywa n ecken
njo Lr<)[)ai d, Panther IV
njö Mal (Zeitbej«tin)mung); njö yohn
manchmal; njö allemal; njoAa
doppelt
t^dk Schnabel
lyM Biene, Imme
'ttfmna schwimmen
njohcedi Lehrer, £nueber, Apoctd,
(nnjokicedi) ?
njnJnci Lehrling {nyoJnci)?
njolo Körper, Leib (Rücken), {'h«
recken)
ftjongi Galle
-njongk saugen; ■^jongo saugen,
scblArfen
njongo Frefigier, Gefrilfiigkeit
n^jN» NQsleni} Regenbogen; Fahne,
Fkgge
njonjo Haufe
njopinja Limone
■njopoUi .schälen
-njöto schnupfen (Tabak); saufen,
trinken
njmi Elefant IV
n;W Rätsel, Frage
njtAe Leid, Not, Harm, Unanosliai-
Uchkeit, Leiden, Mitgemhl, Beileid,
Elend, GefalirlV
f^uh Geflß
njwa Pulver
nkakambo Heuschrecke
nkasa 11 Peitsche, Uautriemen
nktoea Sau, s li\sein, Ferkel {ngtcea)
nkodimja JSchiuck
nkoe Korb
nkoh II Uhr
nkoma Kriegsgefangener
HkoHM Gewebrlaof, Röhre, Bohr
nJboAmiloto Habiebt
flAinim Sklave, Leibeigener II
nkuta Mappe, Sack, Beutel; Bailea
fünaalla Schwert, Degen, ätbel
^ j . Li by Googl
Adam^»: Die S|)raclie der Banoho.
79
nkiradtbf} II Dj»tel» Dorn
nlabe II Ast
Mf Schnitt, Riß, Spalt
nlanon Dichtnn*?. T>üf;e. Ausrede
ulamjwi Krzäliler, Sprecher, Dichter,
Lügüer, liedner
nkdi Führer, Leoker (engl.)
nlma II Hers, Mut» Gemül, Islnt-
achlossoiheU
idenga MasthMim
nUmbo II Fhicht
^ nlmganei Gehilfe, Geselle, Handlanger
nlotni Heide, Ungläubiger
ulmtga Eimer, Kessel
nlmufi Baumeister
nlöiiji Schneider
nlönjo Naht
nluma Stachel, Zahn; pl. Gabel
Schußwunde
HifiUchkeit, Widerwftriigkeit
uMomia Tuch, HQftenkleid
tmanga Stern, Gestirn, Leuchtkifer
nnjoJnci Scliiiler
nnjoti Säufer, Schniipfer
nnjüa Parli («yiia?)
nnumlm Mund. Maul
-no l-nnho\ Wasser plätschern, rqjnen,
naßniachen usw.
•^Ulngö nehmen, an-, auf-, ein», weg-
nehmen; leihen, benutEen
-ndpo Haut absiehen; sich hinten
{numh) Entscheidung, Vera5h*
Dung, Friede
nsasanga Grashalm; pl. mmmga Gras,
Heu
nsmgi Gewinn, Profit
nsoji Kicliter, Schiedsmann
ntongani Europäer, W eiüer
ntati Schäfer {mu taba)\ Uirte, Püeger,
Hüter
niOA U Strieh
nüU Schreiber
nim^ Land, Gegend, Heimat
«Mt alt; alter Mann
mido II Flucht; FlQchtting
niamga Kern
ntongo Gottesgericht
ntnre Einode, Heide
nhimba Hand . Kiemen
ntumbe Kniittel
nweli Schüpler
mcengwa buser Geist
MftAem BetrOger, S^meichler; auch
ngahi
nyomii Koch, Köchin
-MytmtM beachldigen, xervehmettem
-nyamfut kauen
-ntjfipip (-»ytqnraer) jagen, hetxen, be-
drängen
•nyengite schmelzen
I -nye^ce Vnauclibar sein
'uyewie vei l)essern, brauchbar machen,
berichtigen, reinigen, schmHcken
-nyiühUa brummen, knurren
■nyohca (-nfokwa) lernen (?)
■nyokwede {t^^wfde) lehren, unter-
richten
nj/we ihr« euch
O.
n Ptü position : in, an, nach, auf, zu usw.
ij Ivuujunktion: als, um, daonit
{ja du, dir, dich
ühtninge wenn
onu der da, die da, das da ; hierherfiber
usw.
njpedUi (o ipedi tS) damals
cpeie^ über, wegen, daltir, filr usw.
(o «fth ya)
opel'anyit euretwillen »isw.
otent deshalb, daraus, daran, darin*
dabei, dort, durtliiii
(Ajoa hier, da; ovcane dorthiA, dahinten
P.
Die Hauptwörter, welche mit den
Konsonanten p, 1 begidnen, gehen
nach der IV. Klasse
-paea bekomm«!, erhalten, empfangen;
•paea meh^/a dulden, leiden
-fahamede Kopf schütteln
'pala Saal
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80
Adah«: Die %n«eli« der BanAbo.
-pulunude l)iiuze)n
"palwanede scheiden
»ftHwede todern
"pmrnma enge sein, fangen, klemmeo
^pondü» gedringt sein
'^MN^es herrschen, beherrschen
'pamk9 etws, ungefähr, gegen
■fMU^ glinzen, blinken, funkeb,
scheinen, glitzern
-partjli' l'dpuchten (anzünden), hell
machen, hescheinen . erhellen
-pane tictiken, aufhängen
-papo henken
■pala (Mtai) entblittem, (Kleid) zer-
reißen, r.erptlücken, abzupfen
'juUita r»uben, berauben
-pawa hacken;
paua IV Erlaubnis
'pawanea predige, reden in den Ver>
Sammlungen
p^ auch, aneli nocli, dar.n USW.
-jjrf (njafo Haar) scheiteln
-pea betrunken sein. Rausch haben
•pede (jumba Last) verschiffen, beladen
(Schiff)
•j9fAes knistern (vom Feuer)
•jD^besebneiden, ab-,zn>, auftchneiden
^et« berauMhen, betrunken nuchen
ptiit Kraut, GemOse
pmiAe Brot, Geblck
•penda flechten;
pflNdb' (engl.) F^arbe, färben, malen
-p^tgana (T-and) erfoi-schen
pfn<J^ Wiuuli* (f jongaiidi sie heilt;
na jv}t(fif'Hfli ich ht'ile, mache lieilcii)
'penge {mto} Blicke werfen, biicken,
umhersehen
penja roh, ungekocht, frisch (Fleisch)
•p^ ausweisen, for^agen, forttreiben
-pmiBd» imffen
ptwete fein, zart
^^giia Aachen
^ankommen, eintreffen, lierannaheni
geraten in; entstehen
•pofie eintragen, gewinnen, kommen
machen
pdho einmal
pöke SchQssel, Becken
^mMIs bohren (ein Loch Mions)
•pdhoe anderer, and^, anderes
•poM dch ausleer», aushülfen
•p«m§dß auslaufen lassen, andema
poni Wahrheit; gewiß, wirklich, offee,
herzlich, wahrhaftig!
ponji Faß
-pono bringen, mitliringen
I -jx/pa Hießen
i jx^pfj Melone
p<nt blind
-puda graben, aushöhlen; -pupee be>
graben, bestatten
'puAede bekennen
-pvma quellen, hervorfliefien; (idly)
bluten; hervorkommen, henu»
kummen
-pumba niederwerfen,auswerfen '»(«dy«)
ankern
-pumhvoa auferstehen; -prnmbwedf auf*
erwecken
-pfinu fi keimen, erscheinen, knospea;
[ötcam) gelingen
pume grau
THUM» herausbringen ; (6^piMui) Frudit
tragen; (dok) Geld ausgeben; aas*
riUunen; feilbieten
-pwigua umrühren
pmfulmba herin|^n]icher Fisch
^ptipua abputzen
-pxrn fehlen, mangeln, nicht da seio
-pyopifo küssen
pyü Und, weich, sanft
S.
«lAa bald, jeUt, gleich; eben; aals
nmm endlich
«osa neu
»a feucht, kiUil
smgi Katze
thäu Schule
sr^f Soldat (engl.)
' -snjono richten, urteUcn, verklagen
\9oki Kreide
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AoAJu: Die Sprache der Baaobo.
81
-Romano reden» verklagen, anklagea tfto Fleisch, Getier» Tier; 9ei rohes»
(engl.)
sopi Seife (eng^.)
-sd'vo waschen
sd-iolfdr bitten, ilelien
sati Husen (engl.)
T.
taba Kleinvieh, Herde
'tade «usbreiten , ausstrecken, hin-
halten; Arno HInde reichen
kuiffo Nummer
'tajta anrOhren, antasten
topi Hahn am SpunUoch, am Gewehr tondo Nagel
ungekochtes
-tihca auswischen
i()bi Kübel
t()hf> Lriffel
-iola auswandern , ans/ietlien , von
dannen ziehen usw. bzw. einwandern
lomba Ziege
•ionAo die Haut abaiehen
•Ann^a gedeihen, sprossen, empor-
keimen
4&ido lieben, gern habra, bahren;
'tondede gefallen, behagen
usw.
•lata beschützen , hüten ,
schonen, ersparen, behalten; -toto
litbna liasten
tauU Tisch
-iidiB aufstellen; dorn aufrecht; Äe/^'
schief
-lAne aufstehen, sich stdlen; dorn auf-
rechtstefaen; schiefitehen
'-tememde aufbrechen, reisen, weiter*
gehen
-(ende schlitzen
• Umgp kreisen
•teiiyrlr umgeben, umzäuoien, herum-
fuhren
tepe auch
'Üe auf einen andern schieben {mpao
Anklage, Schuld)
•4Ua schreiben
Ht/sdS Garn, Faden
-ürnba tnrüdckehren, znrQckkommen;
bebtda gerinnen
»timbie ersetzen, wiedergeben; be-
fi-eien, freilassen
•iimhtcaTin antworten, beantworten,
entgegnen
ttna Grund, Bedingung; Absicht; nd
tma nein! durchaus nicht
*
Um« Wunelansals bdm Baum ; Schatten
des Baumes
'Ündäa anleiten, rutschen
-tiftgB anketlen
lltU.d.SaB.f:0ii«^8|ifMli«B. IWT. ULAbt
-tongina l)egierig sein , gelüsten
pflegen, tongo Gemach. Kammer, Koje im
iScIiiff: Uingo enem Saal = fioio't
Zinuuer
-tmgola, -tangolane schaukeln, einander
schaukeln
•Hiba bohren; nennen, heißen, rufen
ltt6« Meer, Oaean
-tedsii einfiUeln
•luAwa anfangen, beginnen
-tuka {mak^nge) anspeien
-iuhie quälen, martern
-titmn %vehen , spinnen
-ttnnhn an/.ündni (ein Haus usw«)
-tumbe biegen, knicken
-tumbwide. jauciizen, singen
tunge Pfand
u.
«ifteits (flcftra«) ohne; nicht sein; «ftm«
vgomam ohne Geschmack
udimvcanfde tea USW. xoletzt, am Schlufi
utani pi es ist nichLs mehr da
utim otta (es ist nicht da) nicht hier,
dort sein
uiomba epedi ehadi vor kurzer Zeit,
jüngst
Wie aus diesen Beispielen zu er-
sehen , ist das » als Anfangsbuchstabe
fast stets eine Kontraktion aus oi ; das
reine u als Anfangsbuchstabe kommt
selten vor.
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82
Adam«: Die Sprache der Banoho.
V.
V und W am Anfang dnes Wortes
sind sehr schwer 7.11 unterscheiden
scbwsn
•twf erkalten; (-vö M dkteu) dai Geist
aufgeben
und können vers(-}ii(Mlt'iitIich niifp^efaßt roAona damit, dann usw. (Fioalbe«
werden. Dit* Hauptwörter, welche mit .stiiiumins)
V hepiruicri. f;rhoreii zur VII. Klasse. , -tv//< gedirldiL', sanft, still, niliiii, -ja
vaba l'Vnif. Weite
'taha suchen, wollen, wün.selien,
fordern, Ahaicht haben; -oofta nma
LXiise suchen, lausen; hobt
Rinke sehmieden
rolie .scliwf'igen, schweigsaiu s*un
-rölhna schweigen, sich beruhigen
-vöUmide bindigen, beruhigen* lihawo
-voht scharf
-vomba (dUkttku Sc^el) Iiissen
vwahe Erde; unten; plurale tantum (00) ! -vomeek bestrafen
»uNUttf morgen, gestern
^wmede entfernen; vanedmgo fern; ^
«anede sich entfernen
-vanjea zerplatzen
-r^ besclienken, Gnaden erweisen;
( -hwcde)
'vm nippen
-vik» {thata Schulden, besctiuldigen ?)
höhnen, schmfthen, ISstem, ver*
lachen, verspotten, beschimpfen
vH Hitae {vmhi)
-esJfc« kosten, prüfen, schmecken
-vela raten, ermahnen
-ttlelea weiß sein
-r*>mfa satt werden, sich hegniigen
-vemede sättigen, leben, befriedigen,
versöhnen
vem/fi heute
"Vent/a ersehnen, erwarten, harren, «' «nd*«!« An*'«ng»l>ttchstabc schwsr
rdnyalani, ]>1. VII Fesset; -ihtv vtmp§-
lani fesseln
•ronyo kehren . reinigen
mnnrii , pl. \"1I (rellfigei
-r('>(ie kühlen, beschattm
vötoi sciiattig, kühl {sn}
rwea Feuer, Flamme, Licht; plurale
tantum (ro) {mc'cha)
•vwede (oA»i darin) tun, liineiDiiimMii,
einstellen , hinzutun (o nhUa) in den
Sack
W.
wa drückt das ( ieiiitiwcrliällnis bzw.
das Abhangigkcitsgefültl der I. Klasse
aus; tta tondobe. Liebling. Andere
Wörter werden unter V ?.u suchen
sein, da die Untersdieidung zwischen
Halt machen, abwarten
fliegen
-ewul« sehwara sein (werden)
-«mcKe bescbmutsen, besudeln, be-
schmieren, schwftneen, lüuchern
-om«dfe einfädeln
rfVo, pl. poito {wUo) Fackel, Hara tum
hii'tmen
tv^o Schlaf, Schlummer ; /WZ Ho scliläfrig ;
•yo vio schlafen (fyo)
-rya gehen, herkommen, weggehen usw.
vyaruja Salz (-/«a ryanga salzen)
vyrffto, pL t6bo VII Angel
vjfoAt Großwild, Antilope, Gazelle
vyiomAo Gedicht, Lied
eult.
Y.
Die hierherfallenden Hauptwörter ge-
hören zur V. Klasse mit dem Piifiifi
pl. bj by.
•yd erzeugen, gebaren, Frucht brinjjen
•yaba betrugen (Betrug), hintergehen:
'i/fibnn' seluneicheln (fcJcljmeicbeleiJ
•yaiye alitrockiien
-yatna schreien, laruien, hröllcn,
blöken, heulen (Geheul usw.)
i -ysmda zum Essen einladen ; fllr jeoissd
kochen; kochen
,-ynNjMi backen, braten
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Adam»; Die Spmdie der BaoAho.
83
yanff« Sebwdfi
-yanja abschuppen
jfOftya Schuppe (pl. bytmjo)
^yßwanede eotferaen
•yeflo acfateifen, schlrfen, feileo {na
nhiyo mit Feile)
yihe alles
*yehe beloben, empfehlen; -yehe mdmiU
sich selbst loben , pmhlen
yele Baum, Stock, iScheit, jA, bele
y&mba Gefährte
'yembca abschreiben, nachahnieu
(Kopie)
'ymtda beschneiden, (bei Menschen
-hAe) hier Blume
yeftda Insel, pL hmda
"ytngma abschneiden; ^/migvoa m- lo ent-
haupten; 'jfMgmt nlenga II Mnst
kappen; -ymrfwa mphamba liniieren,
abhauen (Bäume), {ßAm Kerbe) ein-
hauen
yetce Rest, ftbriges; yeva4he Knochen,
pl. hevce^ bevcihe Gerippe
-jfcf lachen, kichern, lächeln (Geliehter) ;
-yo vyd aehlummern, sdilafen
-ydbo aogeln
-yoda glimmen, brennen, glflben; •yodfo
beuten, anbrennen , anzünden (Haus)
^odo reifen; yod^fodi Ttxt
'jföAede baden
yöho irgend etwas, irgendein usw.
-ydho einrdben, Siea, salben; -yohie
einen andern einreiben
yoi, pl. dyet Raupe
-yofo ausruhen, rasten, pausieren
(Pause, Rast usw.)
-yokaynka flOstem
-yokicn lornen; -yokxca tut hongn, na
milu-pi aiiswondi;^ lernen (-njoktca?)
-yoktcede lelircu, cr/.iehen , jemand
einOben, unterrichten {-njoktcede?)
yoma, pl. hyoma Yams
•ycMn&ioa betrachten, beschauen, an-
sehen. Besuch machen
•yomicwb absetsen ; -yoimeMfe tnjwiu ent*
thronen;<jMMm0ed!pAMiio&mt entwaffnen
y6ndi also, dalier, danach, deshalb,
darum, dann, dadurch usw.
-yonga nachfolgen, nachlaufen
yönga Selimerz ; -haha yonga schmerzen
-t/onga genesen, heilen, vernarben;
-tjojigie jemand heilen, retten (be-
freien), beleben
-yonge beladen, packen, betasten (Ge-
wehr laden), verladen
yon^i pl. hgengo Fuß
ycNto, pL hyoto Btuplata, Fundamente
j^fwa Jucken
'yonma aufwachen, erwachen, aus-
steigen (Belt); -yomwed» aufwecken
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84
Termini technici der Binderzucht treibenden Watosi
in Deutscli-Osta&ika.
Von £. Dahl,
crangeliMher MiMHOiwr in Itrambo.
vergeblich sacht man sowohl Im KtswaheU als aaeb im Kioyamma
nach tinom auf die Rinderzucht bezuglichen Wortschatz; kein Wunder, da
sie gar nicht oder jedenfalls nicht vod jeiier Rinderzuclit treiben. Bei den
Watusi dngpgen. die, olme sich zum pprsönlicluni Feldbe,stelleii hi-rabm-
lassen und zu tTnunlrif;«'!! , von jeliei- aiis<i;e^eichnpte Hinderzüchter sind
(und als solchf» lieiiiahe iit der gaii/.fii Kolonie vorkoumien und V^^rwciidunf?
finden), fand Sthreil er dieses bei jidirelan^er KontrolUerung des von Watusi
beHoigleu Kiiiderstalles der evaugelischeu Mishionäslalion L lambo eine uih
geahnte Fülle von Worten, die sich auf das Lebenshandwerk der Watin
beziehen, auf die Rinderzucht. Zu Nuta luid Frommen all derer, dk
amtlich odw außeramtUch es mit diesen unheimlich hdmtQckiseben, listjf^
betrOgerischen Gesellen au tun haben oder bekommen, seien hier die liss|it-
rächlichsten Tennini technici des Hirtenvolkes der Watusi aiif^ezeichneL
Es fanden hier Berücksichtigung die drei wichtigsten Dialekte da
Kitusi: 1. der Tdteste Dialekt der aristokratischen Ava-Kanga (ca man-
pbidi (javo rzz mit ilurn lifipcn), 2. der bergbewohnenden Ava-Hund! iirifi
'.\. der meist in (ien Ki)enen wohnenden Ava- Ha (Bewolinei- von l'iia und
der an*;renzenden Landschaften, wie z. B. der Landscliaft V'ulya iMmlu. in <]«•«'
die M issionsstati(»n Urainbo liegt, während die Landschali. ürainbo
westlich davon angrenzt). Die unter 1. genannten Watusi bewohnten v^
sprQnglich die Landschaft Karagwe, aus der aber die meisten schon txagtr
wandert sein sollen.
I. 2. 3.
Rind mk, PI. amate mAa, PI. omatika wie bei *2
Stier (alter) emßzi imßsi • - 1
(junger) Uiimofa tkimasa • > 2
Schnittochs enziku mak» > - 2
Kuh (alte) sfisasr»«» \r^Leu JiyJ
(unfruchtbare) engumba in</umO<i wie bei 1
(nach dem ersten cm^ua wie bei 1 • • I
Kalb unfruchtbar
gewordene)
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Dair.: Tennfni todiDiet d. Rindenadit treib. Wataai in DeotMh-Oatefrika. 85
1.
Kuh (mit vielen ommyyeji
Kälbern)
(mit jungem Kalb) «nfe ttü^
(die das K«lb weg- stU«
stSfit)
(Utchtige) nmmnto
(noch nicht be- engiHma
sprongeiic)
(kurzTormKaiben) aile neoaja
(kiii'z nach dein
Kalben. si»'l»e mit
jungem Kalb)
(milchende) fli m mate mengi
(nicht mehr oiil- «nie ja JMaa
chende)
Kalb
(dasdieMUdi noch fnjfona Ja gimu-
nicht finden kann)
(nii^nnliches)
( weibliches) myana
(ervvnr}\s«'iies eUÜinjfana
weibliclies K.)
üeburtswasser (der iwata
Kuh)
1 omukondo
Nabelschnur l .
f neben
St&flig sein (v. SUer) oku-tSUmita
(von der eben ge- i^'jalttmbti
worfen habenden
Kuh)
2.
nika ja vyäi
i^ka ja lenz«
3.
wie bei 2
. . 2
. . 2
iU na iMifi mmda wie bei 2
inka jvmosi iia- mka kagomoii Au-
ili na mata mmu& wie b« 2
{Ii ja » »2
Euter
omviako
Euterstriche, Zilien amavele
die Zttxen einige oku-homela
Wochen vorm Kai-
ben mit frischem
Kuhmist ▼eratrei-
ehen, um das letxt-
geborene. noch
»augende Kalb xu
entwöhnen
das KaJb anseUen oku-mwusa kttli-
zum Saugen nyam
wie bei 1
(nt/mtfT
ikinj/ana
wie bei 1
umukondo
uhi • dzumita
uku-iaiamba
[ umuhako )
\ neb*' II ith'Ve \
wie bei 1
uJnO'ikomda
. . 2
. . 1
. „ 2
ikUmjfona
wie bei 1
uku - dzrmita
wie bei 2
2
1
2
utnnzt
uku-min.sa kvh-
2
86 Dahl: Tennini tochnici d. Kindenvefat trsib. Wfttnai In DeutMh-Ostafffta.
1. 2.
das Kalb mit Salz oku'Ungainxj/a vku'Unganizj/a
beatreichen «jbmi^fo nkwahdo
saugen ttku-jonka ttÄw-iaMfto
an falscher Stelle okW'Uim» uho'ikma
saugen
zum erstenmal gehen oXw-ihv^ komeia lAm-i^ kaamfa
(vom Kalb ge-
nach der Mutier ) , > .
. ... \ neben oktc - tjt-
blöken / .,
' f/amla
nach dem Kalbe bl5- ebenso
ken
blöken, jünisen (in cht'hojijflela
der Geburt)
Nachgeburt umtriha
Kindspech anm^
vertrocknen (von der ofeif-jhi^^is^
Nabelschnur ge*
;il talleii am 2. Tage oku-midiuza
(von der Nabel-
schnur gesagt)
Rioderkraal oiugo lffw*mie
KMberiiaus tMonyole
Wasser lassen, uri* cku'giemffm
nieren
Kot lassen oku-toffmnas^
3.
vkU'lmganizya
wie bei 2
« . 2
ebenso
tthc-iUUla
• • •
wie bei 1
uku-midhidia
ukigo he*mk»
§iku-iag'ammt*
wie bei 2
ebenso
vkU'kttfUejek
wie bei 1
. . 2
2
2
2
2
das Kalb vom £uter oku'kwati^ii^a$ia vku-mMkifingmia f$ku'kofflmjfaiu
fernhalten
das Kalb am Maul oku'/atamukenwa ^uku-/ata m. wie bei 2
lesthalteo (Unter*
kiefer)
Fliegen w^wedeln oku-sagulUa
Iokvhtkutäa
neben aJkU'he-
mbda
tJcu-saguhla
m 2
• 2
Mist Ausanunen- oku'kumLi'ümya
scharren
Feuer holen oku-lamulila
Feuer schwenken aht'hufigizya
Feuer anblasen okw'akilizya
qualmen (vom Melk- oku^moOmm
teuer)
uku-lamtdila
• • •
viku-htngüya
ukw-aUa
wie bei 2
• • 2
wie bei 2
Digitized by Google
Dahl: Temini ladmid d. Rindanndif tntb. Wataai in Dantoch-Oitafrika. 87
okv'Sfmätana
vku'Sunikana
tdm-diaimiaa
wie bei 2
. • 2
. . 2
1. 2. 3.
den Qiinlm aiirstirlieti oku-koiifas^imosi uku-kot imosi uku - koiyajs tmosi
(von den Kühen
gesagt)
sieh dringeo um den
Qualm
auf die Weide treiben
mit den Hörnern
klappern, käiiipff'ii
aufgabeln mit den oku'diamikt
H5mem
entzweireißen mit
den Hörnern
herumkälbern
bespringen (Kilber
untereinander)
aieh den Hintern oku-'kuteuana Aipo vku-launa fuffo ukw'ilatmta hgo
reiben (von brunf«
tigen KQhen)
brirnftig sein (von oku'^mda kwema viku'jimda ktrinut wie bei 2
Kühen)
okff-kfmf^fptt/n i , - .
iiflipii ofcu- notala ) '
okw - iUnya uku • tiojfti
ukus-Uinxfa
wie liei 2
brunftie sein (von
Stieren)
brunftig blöken (von
Stieren)
brunftig leelcen (von
Stieren)
bespringcn (von Stie*
ren gesagt)
vun ander»'» Stieren
darin gestört
werden
eifersüchtig mitein-
ander Itimpfen (v.
Stieren gesagt)
auf die Weide gehen
von der Weide heim-
kehren
Austreihe/.eii
das Fn'ihtueiken
Kintreibezeit
daj> Abendmelken
Wasser saufen
sich schwemmen
oku'Undisa
oku-kUmujfa
okvo-emya
oku-dzumita
kumffoie
ok» • zisoffla
oku'taha muka
uku'Utidita
m
i uku -lalimisya
{tAu-liijntija
ukw-inufa •
uku - (Izumtta
uku'laigwana
kumjfok
uku - disolf Ui
uku-'taX'imukila
. n 2
• . 2
• • 2
vkw'üigatifa
wie bei 2
vkw-UUemüa
wie bei 2
kalagtct t^nknh mukitondn
kala(jtcc tiaieie halukfhjvca
htmgololwa
ebenso
uku-hUa
vojiia
ebenso
oku-hila
okW'^uhag^ ) vkw-ijuhagila
neben tkw-^fga \ neben vkw'ihogi^
uku'taAa mukela
«
wie bei 2
. 2
. 2
- 2
. 2
• 2
Digitized by Google
88 Dahl: Tormiiii teehnJoi d. Rindemudit Uvib.
1.
b Ikeatfch -Ostafrika.
3.
verschneiden , ka«
sti'iereu (Stier)
durch Zerklopfen
mit dein Messer
oku-kena
) oku-syuiula
(durch Schndden) j nebeaoihw^/JrHli^i ndtw/^fuhda
viku-sjfiUula
kasbie-
Stier)
uku-kUakvla
« m
uJcu - vifilehe
ikule
oku • vWikhe
*
(Länge)
oder Aldi»
(Größe) i
oder ik^»t0(Dieke) j igme
uku - miza
vht'kolanyizya
wie hei 2
wie hei 2
2
ukw'Üah^
wie bei 2
(einen zti
renden
binden
dann: ein Vorderbein ohu-iegula
über die Hörner '
ziehen
Anscliwelleu (des U> ohi-gambminwya >iku-gavyinwya wie bei 2
treffenden Kurper-
teUs)
deshalb: mit Asehe oftw-mfls
einreiben
den Schnittochs frei- nkw-Uakvia
lassen
mit der flachen Hand
ihm den abergläu-
bischen Rucken-
sehl ag geben und
zeigen , wie groß
er werden soll
feist werden (vom vku-vitmia
Sehnittochs)
hocken beim Melken olhp-tiltdsAi
(auf den eigenen okamamfa
Hacken)
zum Melken die Hin- oku-vohela
terbeine susam-
menbinden
Strick dazu rrn/n hi
die Milch zurück- oku-mua
ziehen (von der
Kuh gesagt)
die Euterstriche rein> €ku - colavecya
machen
melken oku'kmna
schiumen (von der omatmia gmßwa amaia go^ia
Milch gesagt) fnumnte mamäa
Melkgefiß amUianzif itiatm
gut aUiiUielkeu ohit - kamanava ttku - kamanarn
tusigtla nt/ana tuaigila nyana
ukw-Uiab
wie bei 2
uku'k^imgetjfa
wie bei 2
• . 2
tikii - kamnrntra
tvnstgüa nyam
^ j . Li by Googl
Dahl: TvwM tmdumi 4. Rin4«rz«icht tnSti. Wtm in Devtach-OatefribL 81)
1. 2. 3.
nücfitig.oberÜ&chlich oku-ktmisjfo uku-kamanezya wie bei 2
Ulriken
iiiiL dein Munde oku-koUt Isiywa uku-kola siyova • > 2
melken
vi«1 Milch gaben diu-lahaia jamais uku-lahaia • > 2
weoig Milch geben tAu-mat^ ttku^kmegji uku-kim^
ach nach dem Kalb iNhr-i^iiiMb «jhv-lbMMfa wie bei 2
umsehen (von der
Kuh gesagt)
die milchkarge Mut- oku-diumUa uku-dürnUa • •2
ter «^toßpn (vom
Kalb gesagt)
ander, unter der uu'it- oktC'ivita munkoio xn^'WiUi moükoh ukw'ivita munkoio
terlichen Wamme
vorbeistreichen
(vom Kalb gesagt)
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I
90 '
Linguistisehe Studien in Ostafrika.
Von Carl Meenhof.
(FortMtniiig.)
XIL Dzalamo.
Im Jahre 1900 hatte ich Gelegenheit, mit Herrn Pastor Holet, der mehrer«
Jahre ab Mjasioner unter den Dzatamo in Daressalam, Kiaerewe und
Mannroniango titig gewesen war, einige Tage über ihre Sprache su ver-
handeln und einen Teil der Llatt^;eset/o festzustellen. Bei meinem Aufent-
halt in Daressalam 1902 war ich ofl; in der Lage, mit Leuten, die an
den drei geiinnnten Platzen wohneti. über rlie Spraclie /n re<len. Außer-
dem stand mir die am Schluß dieses Aufsatzes angeführte Literatur zur
Verfögnng,
Die Sprache weicht vom Suaheli erheblich ab und schUeßt sich a»
die ostlich von Uzai-amo gesprochenen Sprachen, wie Hehc, Kinga, Sango,
Namwezi, an.
1. Den Grundkonsonanten des Urbantu k, t, j>, I, v
entspricht hier (k), I&, A, ^, /, w.
In der Stammsilbe spricht man ArA, in den anderen Silben k.
Das Dzalamo hat eine Anzahl Lehnwörter mus dem Suaheli, in d^ien
Bantu-/) als j», pk, und nicht als h auftritt.
Nach einem /-Laut spricht man das / xerehral. also / (wir r mit
einem Schla;;c). Die jungen Leute fangen an, in vielen rtTulrren Källcn
statt l ei» / zu sjiieehen. So ist ilie Schreibung Zaranio statt Dzalamo,
Kiserawe statt Kisalavve enLsiaiulen.
Beispiele, k. khama > melken«, khala «sein* (Suaiieli kaa). -eka^
-kl» Endung des Intraasitivum.
#. Ültma »senden*, AtgUga «Perlen aufreihen«.
|K kkubUa «umdrehen«, kmda «pOanzen«, ka Lokat. Kl. 16, -te de-
nominative Endung am Verbnm, z. B. nmeha «dick sein«.
y. ga Praf. Kl. 6 vor dem Verbum, -ga duratives Verbalsuffix.
/. latra »herauskommen«, Iqla «sehen«, -ala mediale Verbalspezies,
-uIb invei-sive Transitivendung (vgl. lila ■wdneo«,«^ relative Verbalspecies).
wo- Praf. Kl. 2 fs. oben Iniea).
n und m sind erhalten (s. oln n thumOt nmeha). Vgl. ma- KL 6, -ama
Stative Spezies, -ana reziproke Spezies.
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Mstmiop: Lingoiattache Studien in OatofrOw.
91
2. Die Grundvoknlf; sind als a, i, u erhallen.
Dabei habe icli wieUerhoIt festgestellt, daß dieses t bzw. u uu|{e.spannt
ist (vgl. UQten t und ri).
Dieses u wird mit .spitzem Miiude gesprochen (die Mundwinkel werden
nftch der Mitte der Lip])c hio dogezogen). Auch habe ich so oft dieses i und
« ftls wdt hesdchnet, daß Jeh aondune» hier richtig beobachtet xu haben.
Beispiele (vgl. oben 1). L Prftf. Kl. 4 im. Kl 5 «ü, Hmß »hacken«.
«. PHU: KL n fo, Kl. 14 II, KU 15 ku.
Den ■schweren* V^okalen t und u entspricht ebenfalls t und a, doch
scheint dieses t und u im Unterschied von dem obenerwähnten ges])annt
und eng zu sein. Bei dem u beobachtete ich, daß der Mund breit hlicli,
wobei mir allerdings fraglich ist, ob hier nicht das vorlierprhende v bzw.
y den l'nterschied der Lippenstellun;: in der heutigen »Spraciie veranlaßt.
Man darf dabei aber nicht vergesse« , daß / und v ja erst durch u ent-
standen sind.
Ich werde im folgenden die Unterscheidung der beiden Vokslreiheu
nicht weiter besddinen, da sie auf das Gesagte hinauslftuft.
Beispiele. I. KL 8 et, KL 10 dgi (vor deni Verbtim), femer boma
•tanzen«, dtima «auslSschen«.
tL maAw&a •Fett«, ivm «Fische fangen' , /tiga »zShmen«.
t und o sind in der Sprache unverilndert erhalten, f und ^ sind
nicht nachgewiesen. Ich schreib« deshalb nur « und o.
Z.B. ona »sehen«, genda .gehen«.
Allerdings wird in nnhilonda -ich liehe-, kokuUitirin -er liebt« usw.
das erste o, das weit von der l'onsilbe entfernt ist, nicht so weit ge«
sprechen wie das o der Staiiuusiibe.
3. Die Verbindung von a mit folgenden Konsonanten.
Den ursprünglichen lAutverbindongen ikk^ nt, mp, ng^ tul, «•&
entspricht nA, nA, mA, ng, nd, mft.
Beispiele. lUr. fiMiAa «stuiken«, nhmffa 9 •Perlhuhn-, nkala 9
»Krebs«, nhondolo 9 «Sdiaf«, lihamba 9 «großer Krebs«, kiboAko 7 «Nil-
pferd«, 'khuh «groß« bildet Kl. 9 fiM»; bfkhando, Phn*. nhandoW «Lehm«,
Innhama «er hat mich gedrückt« von -khama, nhala .ich bin« von -khala.
nf. khanha .sehneiden. . u-atihu '2 »Leute-, n/utnöo 9 »Klefant«, nhali
1" ^■on -t/$aii «iang*. nhmde \^ «Dattel-, kanhuma »er hat mich ge.sruidt-.
nhumf -ich will senden« von -ikuma^ kanhoa «er hat mich geschlagen«
von -t/u/a.
mp. mkula 9 «Nase«, mhene 9 «Ziege«, lu-hengo^ Plur. mhengo 9
»Veranda, \'orplats am Hause«, JtamAmdbls »er hat mich gedreht« von
Bemerkung 1. «A, aA, aiA sind als Lauteinheiten aufsufassen
<s. unten Bemerkung 3 Qber die w- baltigen Lautverbindungen).
flg. nguhmM 9 «Schwein« , kangoga «er bat midt gegriffen« von -gogoy
umgaMk «bringe mir« von -gah «bringen«.
nrf. ndebtm 9 .Bart», kanduma «er hat mich gebissen« von -luma,
kandasa *er hat wich getroffen« von «/Saas, ndole «ich will sehen« von -loiß^
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92
Mkiühop: Lfagtttetiadie StudieB in Ottafrika.
Hnrli küniiut statt nd auch n vor, 7.. B. ha nomga •und er »agte mir«
vitii Umtfa.
nA» HtsAa •bilden«.
Ist anprflogliches w weggefiilten UDter dem Eiodtifi de» folgenden
Vokals, so wird entweder doob ir6 beibehalten, oder man llfit das pri-
figi«rte «- als ü eracbeinen, indem • ansObiscli warde und « in • ver-
wandelte.
Z.B. hn mhrma »er bat micb gesehen« neben ha iann von -oho.
Vgl. n-tiki 9 -Biene« neben u-uki 14 -Honig*.
Rpmrrkunp: 2. Werden derartit;r nasale Verbindungen durch Weg-
fall des Nasals i.vifdt'i aufgelöst, so wird ufler die ursprüngliche Frikativa
nullt wieder hergestellt, sondern der Laut bleibt explosiv (halbe Nasa-
iierun^).
Z.H. von ndelwu «Bart« euLstciii lu-debvu 11 -einzelnes Bartbaar«.
von mAua »Hand« entsteht M^haa 7 »Höndclien.
Vgl. -biU »zwei, unter dem Etnflufi von nAm 10, x. R mi-hili 4.
Bemerkung 3. Zuweilen entstehen wie im Suaheli nasale Ver-
bindungen , indem das f* von mt ausfilllt. Dieselben lassen aber den folgen-
den Konsonanten stets unverSndert.
Z.B. m-khek 3 -Salz«, Plur. mt-ArM; mbOti nUhaU 3 »ein hoher
Bauu) ' , Plur. miinfci mühnU.
Hrnrhf»' besonders: kamhindula -er hat mich iimgedrflil-. (hier ist
mh Lauteinheit geworden aus m" -f h neben kam-hindula -er liat ihn
umgedreht«. Hier wird m und h getrennt gesprocfum süitt mu -f h.
Vgl. kamtkuma »er hat ihn ge.sandt«, kamkhanaya -er hat ihn ge-
drückt«, kamlasa »er hat ihn geschossen« (vgL mlongo 3 «zehn«, Plur. müohgo),
kamugaga -er hat ihn ergriffen«.
Merke hamona »er hat ihn gesehen«.
4. Veränderung der Konsonanten durch Vokal einflösse,
a) Die alten Misehlaute.
Dem / scheint -th zu entsprechen, ganz wie dem f in 1.
Z. B. -tkano >(unf« (vgl. dafuna unten 6b).
Dem Ar entsj)riclit rcj^el maßig ,v (vprein/elt h). i,. H. Inm -werfen«.
fisa -vei"stecken« , -sun nntergehen- (von der Sonne), vo^ra «lachen«« MMi
• Feuer anzünden«, mh\si 9 -unreif-, tisimtpi 14 "Hclunerz«.
Bemerkung. Unregelmäßig ist maitodsi ti -Tränen« (mit h) und
siso 5 -Auge- (statt *tUiso) s. unten 6c.
Wird i mit Nasal verbunden, so er|(ibt sieh ebenfalls «.
Z. B. -OM «alle«, Aa-si »unten«, iti 9 »Land«.
Dem y entspricht regdmifitg dt,
Z. B. dtenffa »bauen«, dtwi 5 »Sonne«, «Im »kommen«.
Wird ^ mit Nasnl verbunden, so ergibt sich ns.
Z.B. fuaia 9 -Hunger«, mila 9 «Weg«, miiea 9 -Taube«, nei^ 9
•Erdnuß-, (;ama h -Handfläche«, hame 16 und kume 17 -draußen«.
Bemerkung. Im Dialekt von Maneromango spricht man in Iii-
serawe dz.
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MsnHOv: Linguistische Studien in Oatafrika. 93
b) kh (k)t tk, h bleiben vor leicbtetn i unvetfindert
7 fiUlt vor « gans aus , / bilt sich , wird aber oft cerebral: l, «0 flllt aua«
Z. B. yi, i Kl. 4 vor dem Verbum, imba »singeo«.
Ii. lila und lila «wrinen«, lima «hacken«,
yi. Z. U. »• »böse«, Mla »hassen«. W^en in -'ÄtÜ« •'toi usw.
S. oben Bern. 2.
N'gl. dazu ki Kl. 7, mkkUa^ •ächwaoz« , -yuAt «kurz«, -hiaduia «um-
dreheo«.
Bemerkung.. Wegen der Veränderung von l zu / durch vorher-
gehendes I 8. 1.
Wird dieses « unailbiseb , so bewirkt es stirkere Verinderungen. So
wird k^<.tja ij stimmlos), Ua<dfa,
9ya<ya entsprechend der obigen R^^l, daß yl<t wird.
Z. B. $a Gen. Kl. 7, jfa »Au^ehen der Sonne«.
dja Gen. Kl. 5, dja »essen«.
Das Präfix Kl. 5 lautet im Verlnun di und nicht//. Dieses ist eine
Aii;il()>;iel)iUliing, die sich aus dcni Genitiv dja entwicki^lt hat. Vgl. Studiell,
Sambala 41). Beui. 1 und Studie VII, X^okoino 4b, Bern.
1/a den. Kl. 4.
He 111 e r k 11 ri \'oi- e scheinen sich <iie Konsunanten zu erhalten,
/.. B. ymdu gehen. Vgl. Suaheli enda dasselbe.
c) Auch vor leichtem u bleiben kh (A*), /A, h eHisIten, nor scheint
A vor ff etwas Reibegeriiuseh zu liaben, was mit der Hebung der Uinter-
»inge bei u xosammenhSngt.
Z.B. 15 • hkula »wachsen«*, /Auma »senden«, «Perlen auf-
reihen«, hungula »wenige machen«, hmula »sich ausruhen«.
/ bleibt ebenfalls vor u erhalten*, dag^n Ikllen y und s>w vor»
regelmäßig aus.
Z. B. Kl. 3 n vor dem Verbum.
tu. Kl. 11 /«, litma »heißen«.
p«. Kl. 14 «, nmba ' Ijildeu«.
Vor unsilhiiiciiem u erhält sich v nit iit nur, Mtmlern wird zu b ver-
härtet; z.B. 'hwda «zurfickkeliren« von Bantu vuyf^la, u-bwe 14 «Stein«,
Banto s«pe.'
Ebenso wird y in gleichem Falle zu j^, z. B. ^wa «fallen«, iw ist
erhalten; z. B. ugolehee «du sollst bekommen«. Fin. Pass, von •goMa,
Die alten Leute sprechen auch noch hwmtda 11 «Fluß«, die jungen
fast npofuli.
Bemerkung. Auch vor o verschwindet w regelmilQig, z. B. ona
•sehen«. Ebenso B. otka «sich wärmen«.
* 4 ist lavtlieh nicht identisch mit dem In 3 , ^n. 2 erwihnten d, ich werde
aber in der Folge den Unterschied nicht weiter henlcksichtigen und einfach d schreiben.
* Daß / vor und nacl: ;/ Lrelegeutliclt /.ii / wird, G^psctiicht iiacli 1.
' Ich liabe i und /> notiert, lylaabe aber nicht, duß der Untefsthicd von Bc-
deutang iat. Soweit es sicti nicht um Heobaclitungsretilcr iiaiiacit, halte ich die
Ansspndie b bzw. 'b für individuell. Beispiele mit *6 s. 3, Bem. 2.
94 Meinhof: Lingui«tiache Studien in Ostafrika.
ff klingt vor o oft wie vgl. den Uinlicbeii VofgftDg in Solbo»
Eademann, Orammatik S. 17.
Z.B. tio Ükmo 7 »es sendet« * statt ^ lAtuna, äMs neben ^
•gehen«.
d) Vor schwerem t treten starke Veränderungen der Gruadkuo-
sonantcn ein.'
kOsit z.B. dtfo&i ö »Kauch«.
Ii > «I, z. B. jh'-jHM 7 »Brunnen«, mdni 1 «Zinker« von dkün «streiten**
sigala «Olnigbleiben«.
|»l>jl, s. B.,>Sm «verstecken«.
yl>dM, t. B. «Biffcfei 6 «Wasser«, dtmo 5 «^hn«.
Bemerkung 1. Die Aussprache dj statt dt halte ich li&r Anlehnong
an das Suaheli, z. B. mdimadß 1 >der Hirt«.
H>dzi, z.B. mvcedzi 3 »Mond-, (fctma -auslöschen-, mukdzi 1 »Er-
aieher« von -erxiphpn« , mulongnrhi 1 •Fülir*'!'« von Irrngnln -aiilulnen«.
lli'>bvi /.. ß. 6c?tmz »tanzen-, övimöa »sclnvcllon« , vi Prüf. KL H.
Beiru'rknnp; 2. Auch statt dieses dz wii-d wif lieiii in 4a er-
wähnten diulekttüch z gesprochen. i)t;m anah)g spricht iiiaa in Manei-ouun{in
V statt 6r, ßbrigeas oft auch in Kiserawe.
Wird 4 unsilbisch, so ergeben sich dieselben Konsonantenveriode-
rungen , jedoch flUIt y selbst aus. Nur nach den Labialen und « blabt
es meist erhalten.
> AS sehe ich in der h&u^en Kausativeadung -km. VgL kummua
»heFsblaasen« von humuivko «hinabgehen«*, tanua kaus. von lamka «er-
wachen«.
p^a^/t/a vermute ich nach fyoma -lesen«.
y^a'>r/:a, z.H. ftrha I^nusativ von aga -vi'rlit'ren« (?)
i^a^dsot B. lonyodza Kausativ von lohgota • vorangehen«,
Udza • « lihi -weinen«,
lagadza, lagaza « ■ lagala.
Die relativen Verben auf Ua bilden das Kausativ auf ««eba; «fea Gea.
KL 10 usw.
> vya und na , a. B. Gen. Kl. 8 cya, Issa Kausativ aa law» »herans-
kommen«; vgl. -Vjfde «alt« vom Stamm B. s^ala.
e) Vor schwerem 4 werden die stimmlosen Laute zu /, die stimm*
haften zu bv (bzw. v, s. 4d, Bern. 2), soweit sicli Beis|iiele finden lassen, s.B.
Ar«, da/una -kauen« (vgl. auch unten Gb).
Bemerkung. In -•ffvM «kurz« liegt wahrscheinlich ein Staoun -kufi
und nicht -küpi vor.
Iii. fiiiua »leliren " ,/f/ma »besäuHieü-.yf/ya »zähmen«, -schließen«.
lu. ndehvu -Bart-, vua «Fische fangen«,
fi^ vula »Kleider ausziehen«.
' 0och wird iti j&ngercn Bildungcu beim Nomon ageutis dieses Gesetz oicbt
mehr beachtet, s. B. nuipAi 1 «Wlditer« von -MpAa.
* Wegen des r «, 1 , 4c
MuMBor: LingnifUsche Stadien in OstslKka. 95
f) Wird 4 iinnlbtedi, so treten dieselben Verindeitingen eio, aber
ff Allt atis, s.*B.
ku}a>/a^ z. h. /a -sterben«.
pwa >• /Oy z. H. fnnana «gleichen«.
rtt'fi m, 7.. B. rala »Kleider anzielien-.
Ii merk ling. Hcachtf^tisweit ist d.is Kausativ noyeiUtoa von nogekoa
••gf'fallen» ; dzwa ist aus / -|- .'/ + ''"Q eutstfliidcri.
g) VVenn VtikaleinllüsNc und nasale EinilüssL' /.u-saimnentreflen, so bleibt
der Nasal nur vor den stimmhaften Frikativen erhalten, vor den stimmlosen
fallt er aus.
Dabei ist bemerkenswert, daß in Übereiostimmung mit 4a n + >
und oieht ndz ei^bt, dem analog ergibt » + > «tv und oidit mfiv.
Beispiele. iU^>«a vgl. mcM Kaus. von nMn »riechen«,
Agl>i»i vgl. nsigt 9 •Heuschrecke-.
iidj^>iw vgl. ywwa 'anleiten« von ßmda •lehren«.
mh1'>mri \'v^\. mrjnmri \ •2«&nker« von -fomJba »zankeii«, flmnMRPt 1
• Töpfer« von -umba -formen«.
Dns^elhe Resultat ergibt sich, wenn Nasale vor die durch \'okaiein-
llüsso entstandenen Laute treten.
Z.B. lu-dzabi 11 »Strick«, Plur. tudbi.
Dodi wird in soleheo FEOen beim Objekt ^ auch die ursprüng-
lidie Tma bdbeliaUen und der Nasal nicht mit dem folgenden Laut ver>
sehmolzen.
Z.B. Ab nißaa »er liat mich versteckt«,
ka m uka »er hat mich verlacht«,
ka fit dzengeta nanda «m liat mir ein Haus gebaut«,
ka ni bmäa »er bat mich au.sgetogen«,
auch ko nviza »du beluf^st mich«.
5. Außer den Nasalen m und n ist nach n nachzuweisen, z. B. in
nanda 9 -Haus . indessen habe ich Ober die Entstehung von n nichts nach-
weisen können, abgesehen von -nira »trinken« (vgl. üwa im Suaheli).
II entsteht aus m, wenn t unsilbisch wird (vgl. oben 3) n- uki 9 »Biene«
neben ti-iiftt 14 •Honig«.
Wenn m von « gefolgt wird, hat es eine leichte volare Artikulation
eventuell unter Ausfall des w (vgl. die analogen Vorginge im Venda, a. a* O.
% 33, 8ambala, a.a.O. 4c, Nika, Studie VI, 5). Doch findet keine Inspi-
ration statt.
Z.B. tutha »gesandt werden« von Anna.
Vgl. auch mhwani \^ »am Strande«.
n s'ov Nasalen fällt aus; z.B. hgahi !<) von 'ityahi »wie viel?-, -mala
-vollenden- mit ni «ieh- ergibt mala statt 'nmala^ -nxtnlui «stinken- mit
ni •ich - ergibi uunha stitt * nminha.
Dagegen bei dem Einsilbigen -ritca «trinken« bleibt ni erhalten : /« /itm.
miß Kl. 10 von 'tte «vier« behilt das n-, da es einsilbig ist.
iif ist als IM erhalten, z. B. im Suffix des Imperativ (t-)m, ffokni «geht«
von «Ip'ob.
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96 Mmmor: Lbgafatisdie Studien !n OstafHlta.
ni 'le-* T>nl{j\tiv fliiile it'll nur in fhhtpam »am Strande«, Has »inter
Suahelieiiulub entstanden ist. Die Lokativpräfixe Aa, ku, mü sind vor dem
Nomen erhalteu (s. unten 8 a).
ti. Von and er weiten Lautgesetzen ist nocli folgendes zu er*
wähnen.
a) Ähnlicli wie das / durch vorlieiigehendes t xu I wird (s. oben 1),
wird Ith bzw. k gelegentlich nach einem Vokal zu k,
Z. B. kikha mala »wenn es fertig ist«. Hier wird das kh oft wie k
und X gesprochen.
Diese Einflüsse der vorhergehenden Vokale auf die Konsonanten sind
im Bantu ungewölmlich, in den Uamitensprachen regelmäßig.
h) Besonders wtchtip; ist da«? Dalilsolie Dissiinilntionsgesel/-.
Danach werden die ursj)riinglicli' ri Expln-vn Innfe k, i, (> ä) stiinm-
hfl(t, wenn in der folgenden 2Silbe ein ebeusulcher stimtuloser Explosiv-
laut steht
Z.B. gathe »Brot«, Suaheli mkaU'^\ yati -Mitte" « Suaheli kaä,
"ffuki »kurz« , Bantu kußi {s. 4 e) ; -i^tha «satt sdn« , H«rero 4tiaa dasselbe.
'dathu »drei«, Suaheli -IsIh.
•dUha •streiten«, Suaheli •Ms.
f»-Mb'3 •Baum« (vgl. Konde jn^-liAib' 4 »Baume«).
-ioAa -hekommen«, Suabdi «/mAi, vgl. baho 16 »dort« urspr. *popoi.
Dasselbe Gesetz n^U, wenn der erste Konsonant mit Nasalen ver»
bundeu ist.
Z.B. fik. nguku^ -Huhn«, n^A« 9 «Augenwimper-,
«/. miailiu 10 »drei«.
mp. mheho 9 "Wind , mfntlw. »icli niü^e voibeigelien«.
Es gilt ferner, wenn der /.weite Konsununt durch Vokaleiniliis.se tVika-
tiv geworden ist.
Z.B. da/una «kauen«» Bantu -ioM^ (s. 4a).
ti'ha»» 8 •Zwillinge«, Bantu 'pata,
1st der erste der beiden Konsonanten durch Vokalein0(lsse frikativ
geworden, so wird er unter dem Einfluß dieses Gesetzes stimmhaft.
Bemerkung. i1 Tscheinlicli war der wirkliclie Vorgang so, dafl
die Explosiva erst stinnnhnt't wurde und dann frikativ.
Z.B. mavutha (> Fett-. Bantu mak^ia.
btnka ankommen« , Bantu pika.
c) Assimilation fitule ich in .mo 5 «Auge« statt *dsito. Der Plural
lautet me^o statt *ma- iso sinkt * rna- (hLso.
Vokulassimilation ist B. beim »Artikel« zu beobachten (s. unten 8a).
d) Der dynamische Ton liegt, soviel ich sehe, auf der vor-
letzten Silbe.
Musikalischen Ton glaube ich beobadttet zu haben in kkdttäimm
»er sendet mich« und kkofttkuma »du sendest mich«.
Das erstere hat. soviel ich meine gehört zu haben, hohen To«.
Der Spredier reißt dabei die Augen auf und wirft den Kopf etwas
hinten&ber.
Mamaor: Uaguistisclie Studien in OstafrUuu 97
7. Eine Amabl Fremdwörter sind aua dem Suftheli eingedrungen
(s. oben 1), elue Anaabl auch aus dem Arabischen, z, B. dtßidi «m^r*.
Dieselben haben zum Teil staric die ursprüngliche Bedeutang gdbdert,
X.B. habaÜi «warum?« entstand aus «Gesdiichte« unter Vermittlung
von habctri g<uüi »wie stelits?« im Sualieli. hata aus arab. «bis«, iiier
in der Bedeutung «aueh«. hU» aus arab. »1^, *fnA, schuldlos«, Suaheli
bum >ainsuii.st> , hier bei <]er Verneinung im Gßbt-auch (s. unten).
Wie vollständig; Fremdwurter assimiliert werden , beweii>t mhiya Plural
nach Kl. 10 (s. oben 3) von /«ptg^ »Rupie«, indem /»• als Prifix Ki. 11 an-
gesehen wird.
Mit diesen Freiiidwtuteni sind einige fremde Laute »•intrf'drungen.
Z.B. ^ in dein Verbuiii isn .vol!(;ii(l<-ii« (Suaheli), iserini »zw aiiz.i^« .
Ferner finde ich bei Worms nhyupa »Flasche« (Suaheli tiupa) .sowie
njfheze Fibel S. 58. Den hierdurch bezeichoetea Laut habe ich selbst nicht
gebort und kann deshalb nicht angeben, was Worms meint Wegen ^
siehe 4 d, wegen ph und p siehe 1.
8. Zur Grammatik,
a) Das Nomen.
Kl. 1 imf- («(-), Kl 2 «Ni-, Kl. 3 «m*- (m-). Kl. 4 m»-, KL 5 ohne
Prftfix, Kl. 6 imi-, Kl. 7 fti-. Kl. 8 «k. Kl. 9 A- vor Vokalen, sonst il-, n-,
m- nach den Lautgesetzen in 2, KI. 10 wie Kl. 0, KI. II /u-, Kl. 1*2, 13
fehlen. Kl. 14 ti-, Kl. \b ku-. Kl. \i\ ha-, lU. 17 üw-. Kl. 18 mu- (m.).
Vor dem Verb um lauten die Präfixe:
Kl. l ya. Kl. 3 KI. 4 i, Kl. 6 di. Kl. b ga. Kl. 9 t, Kl. lÜ dzu
Bei den übrigen wie oben.
Kl. ä i.st Vergrößert mg^kifisse, %. B. (U kulo -der große Wald«.
KI. 5 neben muhulo 3 >WaId«. Es tritt auch nach dem Nomen andrer
Klassen ein, wenn esdcbum große, wichtige Dinge handelt, a.B. tiku
dimonga »eines Tages« statt säht wurnga»
In vielen F&ilen wird das Nomen mit »Artikel* versehen. In KI. 1
und 2 lautet er seltsamerweise «, ebenso In Kl. 4 und 9 unter dem Einfluß
der Vokalsssimilation. Kl. 0 hat ga mit erhaltenem konsonantischem .'\nlaiit
(a. GrundaQge 8. 3()f). Kl. 5 nimmt das sonst abgeworfene Präfix tU wieder
an, ebenso Kl. 10 däf z. B. :
Kl. i • mkasano .der Mann«.
Kl. 3 u mthego >die Falle«.
Kl. "2 / wanhu "die Leute« , i wakhulu ■die Alten«.
Kl. 9 ' riii»ra .dt'r Hiiiul», Kl. ü ga madjani »das Gra^«.
Kl. 4 i iiiiliiti/o "die Fallen ■.
Kl. 6 di aoro »die Insel«, di koko »der .\ffc« usw.
Kl. 10 dd «Sorna -die Tiere«, dsi mhiya »die Rupien« (Pbir.).
Die Lokativendutig fand ich nur in liihvcani «an der Küste« , da^ uns
dem SuaheK stammt.
Im übrigeu treten hier nodi die Lokativ|ir&fixe auf, s. B.:
ltiil^d.Bm fi Orient. Spiwlicn. IMT. ULAbl. 7
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08 Mkikhoii: Liuguistiäclie Stadien iu Ostafrika.
ha soJo 16 »bd der Insel«.
ku di solo 17 «zu der Insel ■.
VHt di hulo 18 *in den großen Wald«.
Tritt hn . ht . mn vor das Pronomen possossivmn , so tritt mtc da-
zwischen, 7.. 15. ku-mu -ao »zu ilincn > (vtz;l. den iihnliciieii \'oru:;ini; im Kunde).
Die Tiere werden wie in» Siiaheli nach den Mensch euk lassen koo-
stniiert, ich finde sogar i tcanama «die Tiere«.
SäiutUche Vokale kommen als Endung der Zsouiina vor, z. B.:
€u mmma 1 «Kind«.
«* müfe 9 •Heuschrecke«.
i, nuki 9 »Biene«.
I. mdui 1 »Zioker«.
o. ähondolo 9 »Schaf«.
II. munhu 1 «Mensch«,
ti. rtdebvu U «Bart«.
Dil' Adjektiva nehmen das Präfix iu der Forin an, wie es vordem
Nomen steht.
Z.B. mw-ana rn-dodo -ciii kleiner Knabe".
Kl. 5 hat kein l'rätix nu-hr, z. B. isolo khulu »die große ln.<!el..
AuSerdem gibt es eine Reihe von Verben, die zum Ausdruck adjek-
tivischer Konstruktionen gebraucJit werden, z, B.:
nko $pAtlr 9 »eine reife Banane«.
füb dgqtkUe 10 »reife Bananen«.
madsungxca gep^h 6 «reife Apfelsinen«.
Die Zahlwörter.
Stamm
KJ. 9 bzw. 10
-riumga '
imunga
-'bili
mhili
-dathu
ndathu
tme
'ihano
nhano
9ita (W.)
setba (W.)
ntme (W.)
kertda (W.)
mUmgo «zehn« ist Nomen nach Kl. 3, Plur. milongo. Nach Woniii
ist auch kumi \m (It ln auch. Dementsprechend lauten die Zahlwörter fur dif
Zehnei /.ahlen mitonyo mi'bili «20«, müongo midathu »30« usf. nülomgo knm^
.100. (\V.).
Das ZahIwoi*t -immya »t;ins« erhält stets pi\>nomin«le nn«! nicht no-
minale Präfixe. Die andern erhalten nominale Präfixe wie di«: Adjektiv».
Z.B. imonga 1 u. 9 «eins«, umonga 3 fteins«, dimcMi^ KU 5, abo*
mt>*6i/i 4 »Ewei«, fnt-db/Au 4 »drei« usfl, ma-^bäi 6 «iwei«.
t WonoB hat •m«w und -mteni^, anfierdem mMf (Suaheli). In deft Totw
ersehdiit aneh -modfa (Suaheli).
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Mtnra<w: Xatigabtisdia- Stadien tn Ostoinka. 99
Aufier 'fnonga erhmtten ftber einige unbestimmte Zahlwörter bzw.
Pronomina pronominide Prftfixe.
Z.B. 'OM «alle«, yoM 4, 9; »om 10 (s. unten beim Pronomen per-
sonale Mim» Mow >wir alle«).
-injfine «ein anderer« hat in Kl. 9 lini^cM (nominal), KL 4 ingine (pro*
nominal).
-enf »besitzend« bildet Kl. 1 nmtne.
h) I)if» Pronomina.
Die Pro nom i nalstä m nie der veiüihiedenen Klassen sind folgende:
Kl. 1 i, 2 tc/i, 3 4 I, ') rfi, f) ^a, 7 An', 8 i», l) *, 10 dsi^
11 lUf 14 u, l.'> Am, 1*1 /la, 17 ku, 18 mu.
KL 1 bat vor dem Verbum statt i regelmäßig ya bzw. a , io erzählen-
dem Tempus ka. Dies halte ich fttr eine Verschmdsung des Prifix Uta
mit a (v^. Pokomo a.a.O. 8.215, ZiguU» Studie IX, 10b sowie unten
2. Pers. Sing. ku).
Die Form i f&r KL 1 ist verroutUcb verwandt mit Suaheli y», doch
VgL i- als -Artikel- bei Kl
Neben i findet sich auch jpt, wohl unter Suahelieinfluß.
Diese Stimme stehen als Ht^lnti vpronomen vor dem Verbuiu.
Z. B. di koriflo (U ija btiaya kit yn tjnfHp
Der l*fad, auf den» n- f»e^anf;('ii \v;ir; wd sie liint:<'j;aii<:;»Mi ist.
Die erste Stufe der De m o » s lia tiva wird uiit aulnuU'nd«.'iH \ okai
gebildet. Ich habe nur aha Kl. l<» gefunden.
Bemerkung. Auch die Verdoppelung kommt vor: haha 16 »hier«
statt *haha<,pafa nach Dahlschem Gesetz.
Statt dieser Form wird fast allgemein die Form mit suffigiertem -no
gebraucht, z. B. KL 1 uio, KL 3 tmo, KL 5 dbio, KL G pano, KL 7 hmOf
KL 8 emo, Kl. 10 dzinn, KL 16 Arno, KL 17 Awno usf.
\'on reduplizierten Können finde ich nur jfuytmo 1 in Anlehnung an
Sualielifonnen.
Die /write Stiifr der I) p in o n s l r a f i v a s»iffipirrt -o.
Das rrgil)t zunächst die loniKMi, die Wmiiis als K('!ati\a Iir/.f^irhnpt.
K.1. 1 yo. Kl. 2 o, ICO, KI. :) f>. Kl. 4 yo. Kl. 10 ih<>. Kl. 1». /„, usf.
Die.'^e Formen werden aber nur demon.strativ gebraucht in \'erbin-
dung mit m (vgl. Worms S. 298). hemh» ka uli nako «der Platz, den du
hast«. Hier ist niclit -ko Pronomen relativum, sondera das Aa in Aa tUi
(s. oben diese Pronomins). Der Satz heißt wortlich: »der Platz, welchen
du bist mit ihm«.
Mit anlautendem Vokal unter Beachtung der Vokalassiniilation ergeben
sich ferner Formen wie iro (.statt i-vi-o) Kl. 8, aho KL D*.
Mit Reduplikation der Stannmilbe ergibt sich z.B. Kl. Ö bvUtvo, vwOt
Kl. Di bal,o. Kl. 17 hd-o. Kl. 18 mmo.
Mit präfigierteni /< fitule ich Kl. 1 /iryo, Kl. 2 heo (statt /t€ - ico) , Kl. 10
haho. hißo, hicyo 8 ist wühl Anlehnung aus SuaJieli.
* Worms hat hier fälschlich di, das KJ. ;» als Vcrgrößcruiigspräfix ist.
7*
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I()0 Mkimhof: LuigitiälUche Studien in Oslafrikji.
Die dritte Stufe sufligiert -dja, z. B. Kl. 1 idja^ Kl. 3 ndfa, Kl. 6
diM^, Kl. 8 vifija. Kl. 16 hadja. Kl. 18 ttmdja usf.
Mit Vükalischenr Anlaut: Kl. 5 idtdja , Kl. 8 iridja nsf.
Mit Reduplikation: Kl. ^> idjaidja tisw. , Kl. I*'- bah'idjn -(loil-.
In aiif II .stiittii kann rin ä> pi*äligiert werden iui ^inne von «da;« uis
z. B. 1. Kl. 1 aiiu/t Kl. 8 avino.
II. KL 5 adjOf Kl. 8 at?o, Kl. 10 azoy Iii. 17 ako usf.
III. Kl.l ait^'a, KL 8 midja iisT.^
Die pronominale Kopula prlfigiert n (bxw.iu) vor dfe Formen
der twdten Reihe auf o.
Z.B. MPO 3» ^igo 6, ik» 9 usf. statt h + ibo, n + ^, n +yo; für KL 1
finde ich nie »das ist er«.
Doch wei-den auch die FronominalstSmine , verbunden mit a, selir
viel als pronominnlf Kopula verwandt, wobei in Kl* 1 tnerkwQrdigprweise
/ca in Ciebraueh ist (s. unten kxoahi^).
Z. B. thtca harnt »wir sind hier>.
Die i'ruiiuuiinu in terrugati va werden mit sui'tigiertein -Hki g«*
bildet (Worms S. 300).
Z.B. yaiaui 1 «welcher?., teiMif 2, vUhif 3 usf.
Merke: tiAoma-hahal^ »warum?« (s. oben 7).
fMMt7 »wer?«, ^foml »wis?« » vemmtlieh entstanden aus ^ KL 7 unl
•m (vgL Suaheli wudt «was?«).
Zu yakil 1 »welcher Art?« , tcakif 2, tedh'f 3, }fdeif 4 usf., vgL WolC
Kingasprache, Berlin 190.'.. § ISd -/•/? »was fur eine?»
fncahi «wo« wird verbunden mit pronominalen Fk-ifixen in der Kom
des eiTählenden Tempus:
kakwaiui I »wo ist er?«, icakicahif 2, icaktcahii ;i, yakwahit 4 ib£
• Wie viel?« heißt -ngahi, es nimmt iiouiinale Präfixe an.
Z.B. wahgahii 1, miüyahii 4, nyalut 10 usf.
Das Prunomen personale ubsolutuui.
Siiig. , Plur.
iMR« ich rtiBrfilw wir
gwegu» du WMwmiae ihr
FQr die dritte Peraon werden Demonstrativa gebraucht. ysfOt w
bei Worms halte ich fQr Suaheli.
Außerdem finden sich Formen, die nicht redupliziert sind, aber »nefc
durch •« verstirkt weiden können.
»tjVt ich MioM, lilwe wir
jnew, du meegf., «iimv, mimf Ihr.
Statt der dritten Person erscheinen meist die Demonstrativa hego KL L
h€o KL 2.
Merke: IAwm Aonr »wir alle*.
1 Neben yw^o.
* Der veiWe Charskter dieses a sdieint aus dieeem Gebrauch bervonmebait
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Meinbof: Linguistische Studien in Ostafrika. 101
D«8 Pronomen personale conjuoetum.
Srng. Pliir.
ni, n ich t/in wir
fi da m (mwf) ihr
n versciiinilzt mit dem folgenden Kon.soiiniiU^n nach den Gcsetr.en ia
3 und 5, vor Vofcel lautet es n (s. 3)» doch vgl. nkah ni wathunule wanh»
•ich hatte die Leate geschickt".
u wird hittfig durch das FiHfix kth m kih (s* unten c Prisens).
Für die dritte Persoo treten die ProDoniinalstimme ein.
Als Objekt ei'scheinen dieselben Formen , jedoch hat die «weite Per*
son im Singular kn, im Plural tea, die 1. Ivl. m (mw, mu).
Die 2. Fers. PInr. hat im Imperativ das Suffix -m', -im. Dasselbe er-
scheint auch im Finnl hmdmi (statt londa-ini «liebt-).
Wegen der I. Pim-s. Sinf^. als Objekt s. auch 4g.
Z. B. m-thnmem »ihr möi;et schicken«.
Das Pruuumen reflexivuin lautet -i.
Z.B. no-i-Imda »ich liebe mich*, n-i-ßsa »ich lialu* mich ver-
steckt«.
Das Pronomen wird auch resiprok gebraucht (vgl. unten Geschichte 1).
wäkSa «sie liafiten sich gegenseitig«.
»Ich, du, er allein« wird mit Hilfe von -jpafta ausgedrückt
>il'U-yf>kü »ich allein«, u-H-yeka «du allein« usf.
Daß die Formen urspr. verbal sind, liegt auf der Hand.
Das Pronomen possessivum mit geoiUvischem a lautet wie im
Suaheli:
-ufif/u .mein« -ethu -uuser«
'oko »dein« -mu »euer«
'Oke «sein« -ao -ihr«
In manchen vielgebrauchten Vorbinduugen kommen auch kürzere
Formen vor.
Z.B. •« *sdn« in hakmf'B »nadh Hause«, «in sein Haus«,
c) Das Verb um.
Die Verbalspexies.
'fJea, -ika intrans., üneka «erscheinen« von ona »sehen«.
•tika invers. inXnm. ^ fungtJca «offen sein«, kmtguka «weniger werden«.
~pa '> -ha denom.. 7. B. neneha «dick sein«, so auch in ihila «hassen*
von urspr. ri «böse«, also •höse sein auf jemand«.
.|^a>«^ häufig als Kausalivendung (s. oben 4g), licUa, bmffodsa
adza usf.
Mit -Ao verbunden gibt es -ifo.
-als medial, z.B. vala »sich Kleider anneben«, than^h »kriedien«.
Muflge r^tive Endung, z.B. ids^ von «2m »kommen«.
-ofti, ««is invers. trans., z.B» Juiigtda •GlTnen«, mtds »aufheben« (vgl.
bei Steere opoh «losbinden« von opa «binden«), imila «Kldder ausziehen«,
hmdula »umdrehen« (vgl. humnla «sidi ausruhen«, loiigeia «vorangehen«,
kunffvla «weniger machen«, dondtda «sammeln«).
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102
MnNHov: Lingnistuche Stndieii in OstafniM.
'fta, z.B. in da/nnn «kauen«,
-ana reziprok, liKuiig.
•ma, K.B. gvdema • zittern* mit nicht nachzuweisender Funlttioii.
nana Stativ , z.B. ^gtmUa >sich anlehnen*, mamUa -sich beog^*.
Die Tempora.
Das P risens wird mit dem Priiliz o gebildet (s. Worms, a. a. 0. &3(y2.
II. 2 a).
no thnma ich sende Mo thiima wir senden
A'o, tbuma du sendest mo Ihuma ihr sendet
Ki. 1 Aro*, 2 wo. 3 xm. -1 jo, da, 6 yo, 7 tso (|^'e»}, 8 oyo, 1^ />,
10 dzoy 11 /o, 11 trr;. 1.» ko. 1<» A/^. 17 ko, 18 mo.
A"o, 2. Fers. Sing, und Av;' Kl. 1 unterscheiden sich nur durcli die lon-
höhe. Das Ar dieser beiden Formen erklärt sich wie da« k in den unten
aufgeführten Zeilen daraus, daß Aa urspr. »geben» als HUfszdtwort
braucht ist, und daß das Pronomen urspr. vor und nach ka stand; ha ist
in den anderen Formen verschwunden (s. Pokomo, Zigula). Die Form hal
auch futuriache Bedeutung (s. Worms 2 g). Sie kann auch -ga suffigieren
zum Ausdruck der Gewohnheit (s. Worms, a.a.O. S. 302, II. 1 a). Nxch
Wonns 2h wird sie von -khala «sein« gebildet, um ein uuischreihendes
Futurum aus/udrilcken: kwidza nokhala nihmia. Kine Verf^angenheitsfonu.
die ich bei Worms nur in ZusammensetzuQgen finde (s. dort 2c und 2b)
lautet (Worms , S. 302 , 1 1 . 2 d) :
ni thnma thu thuma
ku thuma m thuma
Kl. 1 ka. 2 wa, 3 m, 4 i, .'> dü, 6 j^, 7 Art, 8 vi, 9 i, iO da^ 11 Ar«
14 u, 15 Ar«, 1'. 17 Am, 18 mu.
Den K (I n di liii na Iis hat Worms, 8.304 unter I\\ 1.*
tu ha- thuma »wenn ich sende«, thu ha thuma »wenn wir senden«.
11 ha lAuma »wenn du sendest*, mu ha thuma «wenn ihr sendet«.
Kl. 1 ga. Kl. 2 10« usf.
Der Perfekt stamm wird mit der Endtmg «tiSp gebildet, z.B. -4kim^
von Mmum.
So regelmißij; die Zweisilbigen, z. B.:
"dumha »sicli fürchten* -dtmiUe
•wissen« -Aa«^
-lola »sehen« •lolile
•mana »wissen« -manilt U8W.
-ona «sehen« bildet oitih neben -«a« (vgl. ähnliche Formen im ^sdi«
baU und Konde).
bea »scheren« hat beije.
1 Er steckt in dar mnachreibenden Form kviSdaanAa!mtäa »wean ich liebe«.
aoSerdeni gibt Worms ala negative Ftntn NjAolnaa «wenn idi nidit liebe* i iL h'
■wenn ich mich weigere-.
^ Worm.x sriiiribt l>n, Maaß ka, z.B. ikatika anter 76; kikamala 77. kh
tiabe Aa, )(u und k/ia gehört.
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MmNHov: Liiignistisehe Studien fn Ottafrika.
103
Die Kinsilhigeii merke man besonders:
•gwa -faUeii« hat 'ffwile
•moa •trinken« « 'Awele
•essen« • -dlfe
'/a •sterben« • ^
Die Mehrsilbigen verwandeln einfach schließendes -a in >«:
•^^unguia bildet •/ungt^
•gudma • -gudme
'Wgehoa • ^togeboe
•nof}ffi:rtca • -nfxf^dstcf
-iayusila - -Uujusile
-tamlnila -tambale
Von diesem 8tauiiii werden verschiedene /eilen gebildet (s.
Worms II» 2b):
tuhndU» »ich liebte« Mw londÜfe >wir Hebten«
«< knüh »du liebtest« m bmdäe «ihr liebtet«
KU 1 Kl. 2 «M usw. Ferner Worms II, 2f:
1. Person nhaila^ nmdUe -ich hatte geliebt« Ifttt khaia thu kmdüe
2. ■ h/ khnh n londile •do hattest geliel)t« m khala m hndits
Kl. 1 ka khala ya londile, KI. 2 tra Ar/ui/a tea kmdÜe.
Worms fnliit unter II, "Jk noch ein Futurum exactuui Auf, das ich
selbst nicht gehüi t h;dip, dessen Vorhandm^f ln ich alif»r nicht bezweifle:
THikhala n(>ndilp »ich \\ rnli* [fflirlit \\(*rdrn«
kokhala ulondile »du wir.st gelielit werden«
kokhala yalondile »er wird geliebt werden« usw.
Mit der Endung -e. wird der Final gebildet, S.304 (Worms III, 1), z. B.:
nhttme «ich will senden« Mv ÜmtM •wir wollen senden«
nj ihum$ »du willst senden« m fhumnu «ihr wollt senden«
Kl. I a. Kl. 2 wa. Kl. 3 Kl. 4 t usw.; Kl. 14 t/ usw.
nh steht statt «M nach dem Lautgesetz 3. thumeni in der 2. Fers.
Plar. wie im Imperativ. Die Bildung ist auch sonst im Bantu nachau-
weisen (s. Grundzuge), t
Merke: kitjole has .I;iPt iin«^ p:ffion«, auch Ims kitjole,
Aucli der Final kann durch -ya vei'Stärkt werden, z.B.: u Umey» »du
mögest immer iiacken«.
Worms hat außerdem noch einige zusammengesetzte Formen
(S. 303, II, 2i), «Futurum im Relativsatz«:
y<mda nonde «ich, der ich lieben werde-
ymdb vionde »du, der du lieben wirst«
jßtmda aiond» »er, der da lieben wird«
vemda hdonde »wir, die wir lieben werden« usw.
' Worms hat hier a »tatt ya,
■ Wonns schreibt nA, was «ehon nach Lant)ehre3 falsch ist. Ich habeaneh
ganz sidier Ah gehört.
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104 Bfanmov: Lmgaistische Stadien in Ottafnbu
Ferner S. 304, 111, 2. «K opiilatives Präsens des Kooj unkuvs«:
halondi' ' thukalonde
ttkaUmde mkalonde
Kl. 1 yMomk Kl. 8 wtMomh
usw.
Ferner 8*304* IV, 2, •Futttrum des Konditional«: smuHnatii
•ich würde lieben« , tan^vlond» «du wOrdest lieben« , Kl. 1 sambijfidoiidt usw.
Der linj)erativ (Worms X): londa »liebe-, landeni »liebet«*
Als Modus relativ US finde ich bei Worm*^ II, i, h:
indonda, humda •ich, der ich liebe« uihulonda «wir, die wir lieben*
yfdonda »«lu, der du liebst« umhmda Ahr. die ihr liobt«
fjnlonda^ »er, der liebt- uwalonda -sie, die liebet«
usf.; z. B. di yahiiaga 5 -aui' dem er ^e^^aii^en war«.
So aucli xfi amxcene -ab er ihn sah». Hier ist vt l'ron. reiat. Kl.
und Steht statt -als* wie Suaheli -po- (vgl. das Futurum im Relativsate oben).
Aufier diesen Formen gibt es naturlieh noeh wdtere Umaehrei-
bangen; Worms l&hrt s. B. an:
*meJa hdonäa »ich babe gdiebt«
hu mofa häonda >da hast gdlebt«
ha makt hdimäa »er hat gdli^t«
at£
Du- Form ist (ladirrch beachtenswert, daß im Suaheli ans dner Iha*
liehen Umsclireiliung das mit -mr- «»ebildetp Perfektiun entjitaiidea ist
Die uegativen Forin«Mi de.s Indikativs präligieren ha.
In der 1. Pers. Slnp:. P'bt Aa + ni >• si (vf^l. Wonns II, 2a):
si* thuma -ich sende niclit« hathu thunta -wir senden nicht«
hu (ftwma «du sendest nieht« harn Üiuma «ihr sendet nicht«
Kl. 1 Aa, Kl. 2 Am», Kl. 3 hmi usw.*
Die Form Icann durch versttrlit werden, z. B. « tkumaga uiw.
Das Perfekt um ergibt: ci Amnil» »ich habe nicht gesandt« usw.
(vgl. Worms II, 2b, d und IV, I).
Außerdem hat Worms allerlei Umschreibungen, a. B.:
sikhala nilonda -ich liebte gerade nicht«
nhala* silandilc «ich liattc nicht geliebt«
mkhnh mnidl/r "icli werde niclil geliebt liabcn«
Die Furiii *i na londa »ich habe noch nicht geliebt- verdient Unsoli-
dere Beachtung.
Sie findet sich auch bei Steere, a. a. O. S. 16 baiut Aanabmra »er ist
noch nicht zurfiekgekommen«.
Ebenso in der Fibel S. 62 sktammma »ich habe ihn noch nicht gesehen».
Die Formen des Konjunktivs werden durch verneint (Womts
III, 1, 2):
1 JedenTalls iÜiaUmit.
2 y „londa halte idh fllr einen Dmeklbhler.
^ Nach Worms aach hi thttma.
4 Worms nhala s. oben.
^ j . ^ci by Google
MstNao»: Lingvbtisdie RUidten In Ostafnka. 105
sikii mlonde -ich inöf»« nicht lichru« (nach Worms auch smhuKic)
siku uhnde. »du inöf^c^st nicht licbcii« (nach Worms auch mulonde)
siku yalonde -er möge nicht lieben • imv.
Worms hat «ba* auch die Form ohoe h», x.B. Fib«l 8.56 Bhrohm
•sie wollteo nicht herauskommen«.
Das Passiv wird durch Anblngung von hm gebildet.
Daneben erachmt auch die vollere Form «a^wo, z. B. »Amntj^Ma «ich
bin geschickt worden«.
huh von Suaheli hwm »umsonst« wird viel zu den ne^tiven Formen
hinsugesptr.t.
Z. B. Ji'lr\rn h'ißfr f>!/fr . si^MKi «dcr König ist nicht ge^itorben, er
lebt» (s. Worms II. 'in. l), c).
0. Kür (h II piaktischen Gebrauch der Sprache schlage idi folgende
t > rt h ügra |) h ie vor:
Pbonetiscli:
a
'6
bv
dz
/
9
i
Wsberige Schreibiin^:
a
h
V
d
*
J
z
€
/
9
h i
*
• t
Praktische Orthographie:
a
h
d
J*
f
9
h i
•
t
Phonetisch:
J
kh
k
I
I
m
mh
n
II h
ii nh
»
n
Bisherige Schreibuuj^;
y
k
k
I
r
m
mh
H
nh ngh ngh
"y
Praktische Orthographie:
y
k
k
t
/*
m
mh*
n
nh
fi lU
Phonetisch:
0
ph.p
s
t/t
n
11
p
Bisherige Schreibung:
o
P
g
t
ch
tt
u
V
W y
Praktische Orthographie:
0
P
8
i
t
«
u
10. Beispiele:
JiMuH kmdtmga nmda »der Meister baut ein Haus*.
tnasJhf kamtMadiä« m&iki »die Leute haben die BAume nielit geflillt«.
ndnpa kqfa Mo »der Konig nt heute gestorben».
ndewa haßte btde, mgma »der K5nig ist nicht gestorben, er lebt«.
gi mantle >ich weiß nicht« , vxmku hatcamanile «die Leute wissen m<^t«.
thwe^i tha^r hnthumanilf -wir alle wissen nicht«.
ndetca hanhumile öul^ »der Könitj hat mich nicht gesandt«.
thatha hanivcenp »der Vater hat mich nicht gesehen«.
mdixio halagalf (oder hagwile) buh »das Kind ist nicht gefallen« {Ja-
gala «von der Schulter fallen« gwa «laug hinfallen«).
toanhu hatcakhomile ngxtku «die Leute haben die llQliner nicht getötet«.
fMomfo zttAff» nhaii »meine NSgd sind lang«.
AmU» inAiMm «wir sind an der KQste angekommen«,
.tpfiia wamgoga kMeAtäa »die Kinder haben das Kaninelien gegriffen«.
' bv und t wechseln dialektiscli , sind deshalb in der Orthographie niclit zu
scheiden.
* Neben s statt dt halte ich j statt ^ für ratsam,
s dt mid s onterscheiden sich nur dialektisch.
* / und / unterscheiden sich nur dialektisch (s. 1).
* niA ist von m'A<iiiifA ra nntenchetdeu.
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)
106 MnKttOp: Lingniatische Stadien in Ostafrik».
mtDalimu kosomeca wadofio -der Lehrer lehrt die Kinder«.
uno wfM/wa mna iiianda «dieser (Baum) wird auf das Iiuu.> Talleii'-
muana mdodo koz^fola kma ffomae^m^ nonAe »der Knabe weidet
die KGhe«.
kunhmnile «da hast mich nicht gesandt'.
khMmma »er sendet mich«, kkoftkuma «du sendest mich*, kiomktmM
•er sendet ihn».
Simba ni kfhala'bah,
KaGola ktUucUa ku khamatha^ kibalabala. Idja kfbalabala kasola uM
kadfo, SmAa kamuMta kumgoga.
Der Löwe und der Hase.
Er ging aus, um hinzugehen und zu greifen den H.-Lsen. Difser
Hase nahm den Honig und aß ihn. Der Löwe ließ iiin greifen.
11. Folgende Geschichten hat der Lehrer Lukn aus Kiserawe fnr mich
aufgcscliri^'hon. Trh liahe nur an der liiterptinktinn etwas nachgeholfen,
im übiigeu gebe ich seine Niederschrift in seiner Orthographie wieder.
I.
Mfinhn imfmr/n kaknfn mpnqa kuxcinfjfi m/amn. Siku imontfn knrffV'^a
kuwtiiga nyama ha Mtro kii!n ; na dija* rli surn uatnltmgelaga: 'Stkuwm(fil^ !'
ndugu zake, .tikuycngile soro dijn. llatta siku dimorujri kawinga koko na ajn
di koko dinyila di soro idija, na heyn kayenda ukuja ku di soro. Kavika
tomtku wngi wohagara ngaiida* w^t^eiäa mahri, na rÜ feoko dmgpSa ha
ffoM imoaU i wanku, Wauku wamlongeh: •HameäntUmyi It (jvcey ibmifo mto
<lmo fRtPfJh» kwingilat Uhalonda, Ido ioh^ ama gme dirya* di koko im i jw*
wAwa*, unauktif na htejfe h^Je ffwee, na uhalonda, (ukuieke, ujfoh kUtmbeaMe,*
Na keyo kahwela iikaya ku genda huuza kilimbemhelf , lakini hakiimt, : i ira«
kuhi ncamlongela : « Genda kwa mjotnfta irako, luyo ktüeijua' kild<mbembele** }
na heyo na mj'/mba toake tcakala treihila tighani*, nyama kamwimaga. Anja
yochola ktiko kwa mjnmha xcake , amba mjomba trakt kalonda hdrmn. yo^^v
yomgoleln htpia /O hilfkrjrfrjo ^ icocJiola icosr. I injfiinbn Jiiinifiv k-isora nßtt/t
jakfi ka<jrl(i mhrk'.. Wm/irth tcofic na mjomba tcakfi yogefida ktttcalongela:
•Aharizi za tcalala. Kdikelago mondeka,*
1 Wörtlich: »Wo Oraa ist«.
* Suaheli,
3 J = dj.
* Lies nanda,
» -iß..
^ Lies mbwa.
^ ß$a Suaheli.
* Verschrieben.
' Lie.s ><h'nr»'.
^ Lies ffola bzw. ßoia.
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MniiBor: LinguintiMhe Studimi in Ostafrikft. 107
ÜlxTSPt/ u ng.
Kin Mensch war M'l)r ti'ichti«; in ilcr Jaf^d auf Tiere. Eines Tn!»es
Kill«? pr, um Tinc zu jnj;i>ii in drv Niihc finer großen Insel. Und vtm dicsfr
hatten ilirn seitie Brüder gesagt: -Uttli nicht Iiinein!« Er sollte nicht liiiieiii-
gehrn in iVuise Insel. Eines Tage.s jnj;te er einen Affen, und dieser .\ffe
j;inK in jene Insel, und er ging dortliin zu der Insel. Und er traf vide
Leute, die trugen ein Haus, indem sie es auf den Köpfen trugen, und
jener Affe ging mitten swiseben die Leute. Die Leute sagten xu ihm: »Hat
man dir nicht gesafl;t, daß diese Insel verboten ist zu betreten? Wenn du
wiilat, essen wir dich heute, oder iß du den Affen und den Hund, damit
du diele wirst, und wir wollen dich » ssi-n, und wenn du wilKst, daß wir
di( ]) iiislassen, dann bringe ein Kilimbembele (einen laudier)." Und er kehrte
zurück nach Hause um hinzugehen und nach dein Kilimbeuilicli- /n fn»s;en.
aber er fand es nicht. Die alten Lei.fe sagten ihm: »Gehe zu deinem Onkel,
der kennt d.is Kilinihcnjhele.« Und rr und sein Onkel haßten sicli gejit nseitiK
sehr, er verweij^ertf ihm Mrisch. So jrinjj er mm dorthin zu seinem Onkel,
aber sein Onkel wollt*.» sirh w riun n; er (der Neffe) nahm und gab ilun
zehn Rupien als SQhnegeld, sie gingen alle. Der Onkel selbst, er nahm
seinen Sfleher und steckte den Feuerbohr hinein. Sie gingen alle mit
8«oem Onkel, der ging hin ihnen zu sagen: «Die Schlingen der Alten. FOr
das Lös^dd laßt ihr ihn los.«
n.
HaktAt mmku mofyja, tagwa jaike Matdeza, ka^i yake kxttega miiego.
Hatta mtcaka na umomja kagettda kuBon tnweke isi nt/inyintif wakwe yt^
wam^omem wamtouffHa: •Gme mkweyeht kukgaganya^, hkirti tehulongda mi-
iuto* sfOBe mgiia, kJam mvholo uyt gffnmmgUe AarMta.« Lakini kejfo sikittose
ianku k^egaga fntAtiro' i>»gme, *iku dimtya* kesemwesa* kagenda kutetja mti-
kulo tga* I müondo iyangv^e yngenda kukagula , kawovika ngama tcengi nghani
ttanamale^. Kaonza da (.^) yolonda kulaica , ivija mvcenemhago kamlrmgela:
»Ihtmurusa , hrgoh i irani/ama tC'Ttfjvrh'^'"'.« Mnfrffiza kamlongela: »Togola ri-
lihi nrnta y vilxinn nhnfn niliytkn . ultnloiida , sota D.iopa ^.* Mrrenemhaijo kam-
longela: »Yti-se uM^r* ukanhe ni/tuza /lyen:^ , hunfmrr nfnm.<(/ra icme /uro».
Avija yosora Matrleza toase yotcaka/tha nyenza nyrnza ciyalt nyama , tregolela
»awa. Bast vtabwdik ukayf, mteehe tmeake* ketmmtsa: ^JUkaamto tcangu, wAcna
*i njfKima kaaUmamie kabarif' KanUongela: • JIimAs «uii^j km muhwo kuna
* lob lese iMyanyo*
* tnihulo z=z miÄuro,
' Sualieli statt 'Hmonrja. .
* Verschrieben statt k'sentezira.
* Der Schreiber braucht namata transitiv und intransitiv. Vielleidit hat er
im zweiten Fall nur das passtvisdie -w- in der Schrift aosgetassen.
* paia Suaheli.
'' Lies imonga,
» Lies wddr.
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108
MctKnor: Lingidstbciie Studien Tn Ostefrik«.
mnnhu kanmga^, tttigolele sawa.* I mvoehe kamUmgela: »Konviga* pom, ht
lojaya* tcanfiu tu. ' TIatta mht hnnnga i mhnsmio kahemigira fntmtrao m tota
wake. Äjfuja i kahmya: ^NfnnuJo^a hin nnchnUi hika(piln nntf hin
mitfgn t/akf , nimulavye nk.' Kachola hala mu lUhulo idijo. Vnjachtdatfa
mwehe mike yogenda yokohleza di kondoy diyabitaya mkasatui tcake. Yogtntia
kavika hata nyama imonga, yanamatey /wbu avija mwama tea kubicela kanamaia
na mtego yuja vtdwand^ kamnda hiko irtete* Xhikatono mahtpeHle Aonmjfs*
haduku iakajfe kmua tenuß *AiHO rtmhii jenu kaehota kwakiU Wo'
muhn^da: •/tnon^ kuyaekoUk, kaktmattyUe hure, imanjfe AaeAolai ibr/i i Wftyo,
huaU ka^Ma heaJU mamjfBf* Na hejfo wtkatanö kamwmsa hiko kmu mUefO
yftgmda jfomulonda kamvika yanamate ia$i mu nUegO. Yosora yommza imhaja,
yolonda kulawa, ioija wdtHffkamla na mvoenmbago kamhrngela: <Nenda tu(falf,*
Kamulonyela: 'MiyangUf mwana tea vcanliu ino — kumbfi ndiya niyff-^ Kalonga:
"Rule, fprrfi nikutanga gteff kamha kiinamntn nlmmanyn >/fii/iitio i/nnftmaff tu
Inisi.* Avija yuktctzn"^ mbnca kawai/za: •Mogoinbela choni tmcfye." Wamlonrj^h:
»Nif mulurmomgn nhaja mlttjo, üto mtephs wangu yanate^, amno aino rnteme'
mbago kolonda kumuja.* Mbcwa kalonga: •Hebu tegetii u tiUego nebU viycmo'
mati amo i trndimwengv.* Avija Maideta kasom mkgo hOea*. Mbma Amm*
ht^da mwmemhtffo: »Ediu geta vhmamaiß.* MuBtmemkago yatende yagtze hh
namaSt mu mitgo. Mbeua kawtdomgda twanku: •Hajfa ktciolem, ImmMte
baho.* Mwenev^t^ wanUdea bttho, heo vtobwda* Matdem kammua wJbetm:
•Kdonda nikugolele. chom, rvpia ishirinif* M^etca kalonga: »Nüf« saSkmiia
azo zi mhiya lia //olunda. gtcee mhimhu^^ vlime^ mgda^^ kukano, nw n^tf** -^Vs
jfa t munbu kamtmila, mbeiea gakale kukano kwa mono kamkoi^ mdiuda ^gake.
Übers eUnng.
Da war ein Mensch mit Namen Matelexa, sein Gesdilft war, FaUen
zu stellen. In einem Jalir ging er hin, um sich eine Frau zu nehmen, in
ein andres Land. Seine Sclnvaser warnten ihn und sa^^ten zu ihm: »Du,
unser Schwager, du bist khig, aber wir sagen dir: f;< he in alle Wilder
hinein, aber in jenen Wald dort darfst du durchaus nicht hineingehen.*
Aber er sUjllte .seitdem Fallen in anderen Wäldern. Eines Tapjes vergaß
er (das Verbot) und ging, uut in jeueui W^alde Fallen in stellen. Am andero
' Von loinjn.
* Sonst niizu "lügen-.
* Dia Wort ist müeaerUcb.
4 Liw muthe,
^ Worms sdireibi mluMitti
* kcmtvika.
' Lies yakwiza. ^
* Lies yanamate.
* Lies kat^ga,
'* Lies «MHiAif.
Lies ngeh',
» Wabracheiiüicb diidäa -Not- (Snaheti).
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Mxuiaor: Llnguistwche Studien In Oütafrika. 109
Moiigen glqg er hin , tun nachzusebeo» und w tni sehr viele Tiere, die sich
gefangen hatten. Er natini sie heraus und wollte fortgehen. Da sagte der
Herr ile^s Waldes zu ihm: »Liiß lieniiiter (die Tra;«la.st), uir- wollen die Tiere
teilen, die du hekoininpn hast.« Matt-U/a sagte zu ilini: -Wieso teilen
wir? Habe ich nicht allein die Fallen aufgeäteilt? Wenn du willigt, nimm
eins.« Der Herr des Waldes i>ugte zu ihm: «Jedes sollst du nehmen und
niiiteti durchschneiden, suost nehme ich sie su ganz.« So nalun nun Ma-
tdeu alle Ttere uad «ebnltt sie so durcb» and sfe teilten KOgleiehen Teilen.
Sch5n; als er nun nach Hause surQckkam, fragte ihn seine Frau: »Mein
Mann, warum sind diese Tiere nicht ganz?« Uud er sagte su ihr: «Meine
Frau, im Wald da ist ein Mensch, der liat mir gesagt, wir sollten su gleichen
Teilen teilen.« Die Frau sagte su ihm: «Du belügst mich, du hast our
Leute gesehen.« lünes 'Pagev wurde schließlich der Mann gerufen nach
Hause von seinem Vater. Jene Frau sagte: -leh will ihn heute sehen, und
ich selbst gehe heute hin, um nach seinen Fallen zu sehen, ich will es (das
Tier) herausnehmen.« Und sie ging bLs in jenen Wald. Als seine Frau
aufgebrochen war, ging sie bin und folgte dem l'i'ail , auf dem ihr Maiui
sonst gegangen war. Sie ging inn und traf ein Tier, das sich gefangen
liatle, und stehe da, auf dem Rückwege fing sich jene Frau selbst da in
einer Falle und steckte da gans und gar fest AU ihr Manu wiederkam,
laod er es su Hause leer und fragte seine Schwiger: »Diese eure Schwester,
wo ist sie hingegangen?« Sie sagten zu ihm: »Ich weiß nicht, wo sie hin-
g^angen ist, wir wissen es durchaus nicht, vieIMcfat ist sie zu den Fallen
gegangen, wo sie hingegangen ist, weiß ich nicht.« Und dieser Mann folgte
ihr dorthin, wo die Fallen waren; er ging hin, er suchte sie, er traf sie
schließlich, daß sie sich gefangen hatte in der Falle. Fr nahm sie, er half
ihr da heraus, er wollte fortgehen. Da t raff' n sie zusammen mit dem ih^rrn
des Waldes, und er sagte zu ihnen: »Wohlan, wir wollen (eilen I- Und er saixte
zu ihm: »Mein Freund, das ist hier ein Men.sebenkind , ei>,se ieli das etwa.'-
Und er i>agle; «Neiu, von dir weiß ich, dau du sie gefangen ha^t, ich
kenne aie; daß sie gerade die ist, die du gefangen hast — also — .« Und
eine Ratte, die da hinzukam, fragte: • Worüber streitet ihr euch denn?«
Und sie sagten zu ihr: «Ich Menschenkind habe eine Falle au^eftellt,
diese meine Fran hat sich darin gefangen, nun will dieser UeiT des Waldes
sie fressen.« Die Ratte sagte: »Nun stellt die Falle auf, damit ich sehe,
wie sie dies Menschenkind gefangen hat.« Da nahm Matele/a die Falle
und stellte sie auf. Die Ratte sagte /.inn Herrn des Walde.««: «Nun ver-
suche, wie sie langt.« Der Hen- des W'aUles tat es und vei-suchte i s und
fing sieh in der Falle. Da sagte die Hatte zu den i^euten: > \*(n'vviii ts , wir
wollen gehen, uud den wollen wir hier lassen.« Da ließen sie den Herrn
des Waldes da, .sie kehrten zurück. Mateleza fragte die Hatte: -Was
willst du, daß ich dir geben soll, zwanzig Kupieni'« Die Rütte sagte:
«Ich will diese ddne Rupien nicht, sondern ieii will, du Mensch sollst
ackern und (die Maiskolben) auf den Boden legen, dann esse ich.« Und
der Mensch stimmte su, daß die Katte auf dem Boden blieb, weil sie ihn
gerettet hatte aus seiner Not.
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110 Mkinhüf: LüigtttsUsclie Studieu in Ostafrika.
Literatur.
A. Worms, GrundzOge der Gmnmatik des Ki-Zaramo in Deutstii*
OsUfrika. Zeitsclir. füi afr. imd ozean. Spr. 1897, III, S. 289— 310.
Maas uod A. Seidel , Beiträge zur Kenatnls des Ki-Zaramo in Deulxh-
Ostafi ika. Ebenda , S. 3 1 0 — 3 1 7.
A. Wornis, Wöi terverzetctmis der Sprache von Lzaramo. bbeoda,
Jahrg. IV, S. 339 — 360.
E. Steere, Short specimens of ihf Vorahularics ol" llirec unpublished
African languages. London 18H9, t?. 1 1 — ^17.
JMusionar Worms, Chuo cha kusoma. Lesefibel der Kizaramo^praclie.
Gütersloh , Bertelsmann 1898, 63$.
Nyila za dini. Eine Sammlung geistlicher Lieder filr Gotlesdiensie
in der Kixaramospraehe. Gütersloh» Bertelsmann 1898 , 35 S.
XTTT. Ndorobo.
Am 16. Dezember 1902 kamen ein^e Ndorobo zugleich mit itinf Masai
/.u mir nach Bumbuli in Usambara, veranlaßt durch das Be7.irk.samt in
Wilhelm.sthal. Sie nannten sich Kä,sunb«), Ngidia, Maimnoä, NaSilü', die
ersten drei Personen waren Mäiuicr, die letzlere eine Frau. Sie seihst
nennen ihr Volk Agieh. Wie mir von ilini-n und den dabeisitzenden M:isai
beälüLigt wurde, sind die Sprachen der Ndorolio und Masai keineswegs
identisch, wiewohl erhebliche vUiulichkeilen bzw. tlbereinstiuunungtn vor-
liegen. Dem entsprach der Befund des Vokabelschatzes. Soweit oiaa au.*!
dem dQrftigen Material, das ich erhielt, Grammatiaclies feststellen kami,
liegt die Sache auf grammatischem Gebiet ebenso.
Die kleine Wortersammluog wörde kdnen neonenswerten Nutsen
haben, wenn nicht aus ihr mit Evidenz hervorginge, daß der Wortschatz
dieser Sprache, die ich, Wie gesagt, bei einigen Individuen in Usambam
aufnahm , vortreffÜch stimmt mit dem Wortschatz inelirerer Sprachen , die
Jolinston in Uganda aufgenonmien haU Ich bitte, sich aus dem Wörter'
vei'zeiclinis davon zu überzeugen.
Außenh in liegt auf der Hand, daß erhebliche I'herein.süiuuuiniien im
Wortschatz einiMseits mit dem Masai, andrerx'its ndt dem Stmiali \i i
liegen. So iieterl da.s kleine ülossiu* einen Beiuag zur Lü^uug der 1 nig<f
iMch dem Zusammenhang des Ndorobo bcw* Masai mit d&i Hamitenspraches.
Lautlehre.
An Velaren habe ich it, n nachgewiesen. Einmal fand ich auch y.
Wegen i s. unten bei /.
An Palatallauten fand ich ^ n^J, y.
Blinmor: LiRgoistiadie Studien in 0«t«firiluu III
Der RauaeblAut i ist nur In einem Zahlwort, das aus dem Maaai
stammt, naebgewriesen, ei* «scheint aber auch in den oben angef&hrimi
E^nnamen. Das letztere beweist allei-dings nichts, da die Afrikaner
Fremden ihre wirklichen Namen nicht anzugeben pllegen.
An alveolaren LantPn sind siclier vorliamlen d, n, s, l.
Außer / habe ich öfter / notiert, es aber gelegentlich mit r vertauscht.
Ich kann hif»r nur tinrauf aiif'morksnm machen, djiß ich verschiedene Aus-
sprache des / geltürt zu habeu glaube. Einige Male fand ich sogar velares
/ = / (wie im Mnsai).
Dental laute scheinen vorzukommen. Ich habe einige Male post-
deutales s, einige Male interdentales s und d notiert, Laute, die ich ^, (j^
achreibe. Wahraofaeinlich handelt es sieh aber nur um individuelle Ab»
weichangen.
Ad Labialen fand ich p, ^ s, m.
Die Laute d, b sind oft stimmlos, so daß sie fast i, p werden.
Das eigentüntliche Schwanken des Masai awischen stimmlosen und stimm-
haften Lauten li(-<^t also auch hier vor.
An nasalen Verbindungen fand ich wiederholt n^f ndj^ nd, einmal
auch mb in dem Fremdwort tumhahi »Schimpftabak«.
Silltenhildendes l lie^ vor in Ua 'Sechs' , Kon;>onanteuverdoppelung
tt in mitta >8onne>.
Konsonantii>chcr Silben- und Wortsrhlnß ist häutig. Die Sprache cr-
trSgt das Aufeinandertreffeu von /y, Id, m, rd, ry usf.
Z.B. ffulgolda •Achselhöhle«, ordSmyr «Wege*, mome »Finger*, karga
•Frau« usf.
Die Vokale. Kurze Vokale: a, it i, u, ff.
Lange Vokale: a, f , f , t, 2, 9, «, «•
Als gedcliiitcn \'()kal habe ich dnmal a notiert.
Die Diphthonge: at, ot.
Einige Male glaube ich musikalischen Ton beobachtet £u liaben.
Grammatik.
Der einzige gramuiaii^che Vorgang, den ich nül Sicherheit habe beob-
achten können, i^t die Bildung des Plurals. Dieselbe schließt sich ganz an die
Pluralbildung des Masai und des Bnri an. Außerdem gebe ick die Zahlwörter.
a) Die größte Zahl der Plurale endigt auf •gAr, -ik {^sg^ 'ig mit stimm-
losem g),
I. Die Singulare auf -db (-fti) bilden Plurale auf iteh (logjr), iek, ik (^).
fidbm-da, Plur. ndm'W^ «Wald«,
kwian-da, Plur. kwiani'uek .Bogen«,
an' da, l*lur. on-wek «Fluß-,
/tudun-da, Plur. tjuduit -tcrk »Kni<«« (s. unten),
malil-ta, Pliir. rnalil-uck »Leopard«,
kd-da, Plur. kd-iek »luÜ«,
koi-ta, Plur. kui-iy »Stein-,
yulyul-da, Plur. ifulgtU-ik .Achselhöhle..
112 Mkinhov : Linguistische Studitsa iu Oe^tafnka.
2. Die Singulare auf -e, -uwe, -ne bilden den Plural ihnlich.
Z. B. grdjifi-e, Plitr. gedjil-ig »Schaf't
kad-e, PI nr. katl-ifj -Pfeil«,
kain-e^ Pliir. /< l u-oai/ik ■Name«,
vgl. ktce, Vniv. kice-ik »Schub«, '
Ao-ifwe, Plur. ka-jfek •Knochen«,
mor-iM, Plur. mot'Üe >Finger«,
vgl. noch Hdad't, Flur. Udadud'Ue «Ader« (s.. unten).
3. In einem Fall entspricht dem -an des Singnlftr im Piunl -it.
paif-mt Plur. paSk (statt *pa^-ik)»
4. Ich finde •// mit Plural -ik in id-iiy Phir. id-ik »Ohr«.
Wahrscheinlich gehören auch folgende hierher, deren /«Laut assiini-
liert ist:
orgd, Plur. nrd-inig «Weg«,
gady Plur. gal'^Q >llaus> (/ ;>taU d wala-schdultcb wegen des lul-
genden i).
5. Ohne Endung im Singular i.s) h^Iu, Plur. selu-nik >Na.se«.
6. In Welen FiUen endet der Singular auf -aiiidl» ("Mn^)« wo der
Plural €kt ik hat.
Z. B. M'ümde, Plur. •Elefant«,
terffeifonte (statt *lcr^«!jp-Miufe), Plur. ierffeg-mik «Perlhuhn«,
jfOg^'-iandet Plur. ^igd'€k •Stein«,
oigaj-andr\ Plur. orgaj-ig {i wahrscheinlich =b r),
mw'iande^ Phir. mur-fig .Maus«,
butiij - anrff \ Plur. hutu-tk »Schwein«.
Vgl. hierzu panäodj-ande^ »Affe- mit dem Plui*al von anderem Suuum:
kileyfk.
7. Kifie Anzahl .Numiiia, die im Singular auf a, i (o), u eadeu,
häugen im Plural -si£k (-isi§k, -csi§ky -usiek) an.
Aory-a, Pliur. kar^uskk »Frau« (den Ausfidl des g kwui ich nicht
erkliren).
gi&'0, Hur. gtH^-otiek »Hammer«,
ang'S, Plur. a^g^asUc «Kleid«,
btg-ey Plur. lug-osiek -Kri^«,
fi»-£, Plur. ni-miek »Nase«,
esinga-e, Plur. «singa-isiek »Sklave«,
nqririj-i, V\nv. nondj-i.^iek »Krokodil«,
mguytt - / , P 1 1 1 r. ififjugii - isit k • II 1 1 1 in • ,
oUmld, Plur. olbolo-mek .Erd/mß- (« scheint zum Siuinm zu gehörwi),
iurig-ii, Plur. iung-miek »Stuck«.
h) Kitdgc Plurale enden vokal isch
1. auf o: nega «Ziegen«, Plural andern Stammes au nahUe»
kwega •Blume« » Plural andern Stammes au gtdid.
> Nadi j ist < der Endmig versdiwaaden. Die Endung •4a$tdt aAmX dca
individaali« antudeuteu.
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Meiniiof: Liugubtisehc Jiiudieu in Ostafrika. 113
2. auf 01 iagtio, Phu- laffwe •M&dchen* (a. unten U^tog^t
»usu-ande, Pliir. mmt-e. »Blatt«,
Imd - andr , Pliir. Otut-e -Haar«.
Auch lii'M- sclirtnt -ofide wie üben -lande den Individualis
aii.s?.uili ütkt'ii.
3. auf t: u^/iy, Plur. tr^/< •Knal>e«,
nfi-äs, Plur. no-gi ■Hand« (wegen dar Endung -ta s. oben),
hierxtt gehört vielleicht «ucb die Endung -2i, -t^^
Z.B. tmnMt Plur. kmtuyg^ «Bart*,
»gäkt Plur. »äigqj «Zebra« (s. iinlen)»
4. auf oi b^i^if Plur. iago «Kind« (a. oben Uigiga)»
erene, Plur. ereno »Schlange«,
tianyosatce, Plur. tianyoso -StrauBa,
ö. auf Ii: ro/lvf. I'Iiir. rodtt •Messer«; nifidi'-«» Plur. mwH'St • Köcher«
IS. unten c).
B f III »- r k II M g. In tceli, Uiya, rr^Hfi scheint der Plural gar keiue
iuidung zu haben, indem der SchluIÄvukal xutn Stanuu gehört. Wenn hier
keine Kontraktionen vorliegen, haben wir es mit Formen des lodividualis
SU tun.
c) Außerdem bi<^n einige der aufgefilhrten Plurale noch beachtens-
werte Veriinderungen des Stammes..
Reduplikation des letxten Radikals scheint vorxulicgen in tidade,
Plur. HdculudUe «Ader-.
Veränderung des Anfangskonsonanten, die an das Ful erinnern,
fand ich r. B. in kitdunda, Plur. giulunwek •Knie..
Vokalvfi ändcning, ähnlich wie im Bari, liegt vielleicht vor in mQdi-s»
Plur. mudi-u • Krichtr«.
l'ranspuüitio II der Ivoitauiianteii: -/..Ii. sufätt, Plur. sUiyoj »Zelira*.
d) Einige Plurale werden von anderem Stamm gebildet als der
Singular.
Z.B. iHKte, Plur, gmik -Hand«,
pmdodfondey Plur. käsjfik «Afre*.
*e) Kine Anzalil Nomina wird im Plural nicht geändert
Z.B. kqlgk »Zahn«.
f) Auch die Zahlwörter zeigen ein«*, enge Zusammengehörigkeit mit
den hamitischen Sprachen an (vgl. unten das Wörterverzeichnis)«
Ich gebe die Zahlwörter hier im Zusammenhang:
1 (ig&iyt lld 2<' fiyitätn
2 e^in 7 mötiana 30 oSQm
3 torn* 8 «n^ 40 arddm
4 aümm 9 s4tU 50 (fmUm
5 mi» 10 lamdn W ^
(weiter wird nicht geifihlt)^
Die Zahlen von 20 bis 60 sind Masai. Wie H^fiam, ardam zeigt,
sind sie mit taman 10 tusanimcngesetzl. In osorn und omom ist das n durch
Vukalassimüation in 0 getrübt und das t dem vorheigehenden Laut assimiliert.
IUit.d.SaB.r.0fi«al.8p)»«heu. 1907. ULAbL 8
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114 Mbkiiop: LtognuitiMke Studien in OsUfrika.
g) über Adj ek I i \ II III und Zeitwort kniiu ich iiücli nicht weiter
äiißern , da das Material uichl ausreiclit.
h) Icl» gebe im Wörterverzeichnis die Wörter phonetisch so genau,
wie es mir mSglich ist, und ftlge jedem Wort die mir verwand! j^clidtieoden
Wörter anderer Sprache bei« Dabei habe ich in eincelnen Fillen, c B. bei
den Zahlwortero, mich nicht darauf lieschrilnkt* die entsprechenden Formeii
aus Hamitensprachen anauführen. Es unterliegt ja Iteinem Zweifel, daft
im Sudan zwischen Ilamitenspraciien und Siidan(ne;^(M )s])t ai Id n ein stariter
Austausch von Sprachgut stattgefunden hat. Die (llicri'instiuimiing mit
Wörtern ans hHden .Sprachgehieten -/.cv^t je<!«*nfalls unwi(h"rleglicli, daß das
Ndorubo /.u den nördlichen Sju-iclicn ncliürl. Zttin Haiitn hnt i'< keim-
Beziehunu;. Die Stelhinp, dif Cusl ilnn ains eist miti i den Py^m;i»Mis[iiacliPii
(HotleiiU»U - Pygniy B. IX) ist siclier nicht du: richlige, Muiderii es 'ist,
nach der I'luralbildung zu urteilen, eine der durch Berührung mit Neger-
Sprachen stark veiinderten Hamitensprachen wie das Masai , Nandi » Bari usw.
Die Übereinstimmung im Woi-tschats ist immer ein sdir unsicheres
Kennieichen. Wo sie aber in sdchem Umfang wie hier nachzuweisen ist,
wird sie ein wesentliclies Argument bleiben*
Daß die Verba nur in geringer Zahl identifiziert sind, erklirt sieh
daraus, daß es hier einstweilen schwer ist, die Stämme aus den initirHeilten
\ frhalfitnneri hpraiisr.MscIiälen , und hi-^ das nicht sicher erfol-( isi, kaoii
man bei der \ ergleiclmng keine /,u\ i'i l:lssia;en Resultate erwarten.
[)ie ans den verschiedenen <,lui lleii zusammengestellten Worte liab»"
ich soviel als niüglich mit eiiihtüllichcr Oi'tbi)gra|ihie geschrieben. Zur
Krleicliterung der Identifizierung der lietreffendeu ^Sprachen gebe ich eine
Liste derselben, der ich, wo es möglicJi ist, die betreffende Nummer aus
Cust, The modern languages of Africa, lieifilg^ und eventnett eine itiine
geographische Notiz.
Übrigens bin idi mit der EinteÜung der Sprachen von Cust nidit
einverstanden; es ist hier aber nicht der ()i-t, mich eingehend Qber die
Gruppierung der Sudansprachen und der Hamitensprachen zu iiißern oder
die Zii^'ehörigkeit einzelner Sprachen zu der einen oder anderen Gruppe
zu ei'örtern. *
Quellen.
Leo Reinlsch, Die Uiliuspruche. Wien 1882.
Die Bedauyesprache. Wien lt}9ä. 1894.
— Die ^arspradie. Wien 1885. 1887.
— Das Zshtwort vier und neim in den hamitisch- semitischen Spraches.
Wien 1890.
— Die .Soinalisprache. Wien 19<>(). l'J03.
J. Ehrfaard. \'(>cahulary of ihe Knguduk Ihiigob. Ludwigsbuig
(Außerdem eipnft IJcnhjulittini^en tier ISIasnispruche.)
Dr. .1. f. -Mitleniit/.Mer, Die I )in knspraclte. Brixen ItiÖÖ.
— Die 8j)rache der Bari. Hrixen IStiT.
iSir Harry Johnston, The Uganda protectorate^ Looduu rJU4.
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MmrnoFi LingniitiMhe Stadm in OsUfnlu. 1 15
Heinridi BBrth, Sammlung and Bearbeitung Central •Afrikaniacher
Vokabularien. Gotha 1862.
Dr. O. Baumann , Durch Massailand cur Nilquette. Berlin 1 894 (S. 363 ff.).
Fnidherbe, Gramniain> et vocabtilaire de la langne Foul. Paris 18H2.
'I'litsclifk . Lexikon der Oallasprache. München 1846,
Last, Polyglotla africana orirntnlis. London I^H'i.
(i. C'aiMiti, Zehn Jalire in Aquätoria. ßaiiiberg 1^91.
Liste der fipraehen.
X [1 t isch (Ä^yj't.).
Alai- (iJuimkil), ( iisl. Hain., C.IV,
S. 126 f.
Barea, Citst. Hain., C.X, S.137f.
Bari, Tust. Neger, D.IV, S.S78. Am
oberen Nil.
Bedauy e (Bishari), Cust. Ham^ V, III.
8. 125 f.
Bilin, Cust. Ilam., C.V. S.\27\\
r h a ni i r (Hhainära, Agau),(lust. Uam.,
CVIII, s.i:n f.
Deuibea (Agau), CusL llain., C'.Vlll,
S. IM ff.
Dinka, Cust. Neger, D.lll, !S.27t)f.
NordÖstlieb von Bari.
D o r. Sprache der Ndorobo nach John>
8ton.
Kl gum i (lÜlg.). Westlich vom Berg
Klgon» 1* n. Br., 34* ö. L. Green-
wich.
F u 1 , Sjtrache der Fnlhe, Cust. FuhUi,
S. L^7ff.
Galla, Cust. Harn., C.II, S. I22f.
Ilausa, Cust. Neger, (MI, S.249f.
K am äs i a (Kam.;. We&ilicii dem Ba-
ris^osee.
Karamujo (Karam.), gesproelien in
der ^eichnamigen Landschaft, 2° n.
Br., 34—35*' 5. L. Greenwich.
Koptisch (Kopt.).
Kunama, Cust. Ham.. C. IX, s. 135 f.
Logone, Cust. Neger, C. XXXil,
ö. 2661*.
Lur, Cum. N<'g<'r, I). X\'III , S. 2>H2 t.
Mäba, Cum. Ne^er, C. XLIX. 8.27UL
Masai, Cust. Nuba-Fulah, A. VI,
S. 151 f.
M b u g u , Usambara. Siehe Studie X.
M b u I u ft g e (Mbul.) , bei Iraägi. Siehe
Studie XI.
Nandi, zwi.schen Berg Elgon im
Norden imd der Nähe vom See
Naivashu, 1" s. Br. bis 1° n. ür.,
35 — 3*)'^ o. L. Greenwich.
N d o r. K. , Sprache der Ndorobo nach
liaiiMiann.
Quara (Kwara, Agau), Cust. Ham.,
C.VI1I, s. 131 fr.
Saho, Cuat. Ham., C.Vl, S.128f.
SaDdawe,beiTrangL SieheStudieXl.
Somali (Som.), Cust. Ham., C. I,
S.I21.
8. K a r a m oj o ( Kurani. S.)i gesprochen
in Mat ntQ. S. W. Karamojü.
Silk, zw isclicn Harinpjosee . Sugota-
see , Ivarainojo iiiul Tiirkana . 1 bis
2 u. lir., 'M * ü. L. (jii"eenwicli.
Taluru (Tat.) nach Last, Cuat.Baulu,
B. III, 18. Siehe Studie XI.
Taturu (TatB.) nach Baomann.
Teda (Tibbu), CuaU Neger, CHI,
S.253f.
Turkana (Turk.), nördlich von Siilc
und westlich vom Hudolfsee.
Wute, Kamerun, Cust. Bantu, C.11,43.
Siehe Studie X.
116
Mkinbok: Liugui&tülclie Studien in OsUfrika.
WMerveffseiehiils.
acUl^ (d stimmlos) »schneiden«
Tat-
anani
aysny£ -ein«, kifndd agihys •ein Auge«
Turk.
ngsmwon
Dor.
aoenge
Karam.
flfllMIPOfl'
Kaan.
akmge
Kar.S.
fiOIINSQH
NendL
Dinka.
«i^iiaR, «si^iMR
Tat.
aki
Bari
Tat. a
aki
Lur.
Bari.
(feien »doer allein«
draiog «Mond«
Mbul.
Hu
Dor.
arätoet
bedauye.
ffngai, enyar (</al, (/ar), s.
Katii.
ardwet
Reiniscii, Bedauye
Naiidi.
ardwei
S. 87 f.
Bari.
yapa
tn« (vg). ami •essen«)
Turk.
eläp
imf «eiteD
Silk.
Kam.
kaam «ieh esse«
Kanun.
di^
NandL
ofpne »idb esse«
Bfasai.
Turk.
aiSjfama «ich esse«
Ful. .
kmnt pl. IMi
Suk.
ane Jcäman «icli esse«
ärddm »vierzig«, aus •
Kararo. 8.
enyami -ich esse«
'dam •7.e!)n* (s. ustea
Masai.
a-nyid I mpf. (ja-ma aesseo«
Kam.
artiiin
Mbuj.
~ä<fHH »essen«
Nandi.
a r tarn
'Afar.
kam »essen«
Som.
nfarian
Saho.
yam >esi>en«
Masai.
ardam
Som.
>iM •essen«
Galla.
FuL
MKIM
Vergleidie:
QaUa.
9
Ägypt.
fd» «rier«
und
sm^i^iHßii «Qescbiclkte«
aiämd^ptf >hiiiau&teigen •
alßt «fassen, greifen«
ängi nUaif^fngk «Kleid«
Dor.
Kam.
Nandi.
Elg.
Masai.
änwän »vier«
Dor.
Kam.
Nandi.
Snk.
Masai.
Tat. B. ongwm
Ndor. B.
miget
ar'iyct
äuget
enanga pl. inatiyan
Kopt ß(mm.t ßaet «vier«
Bedauye. >fatlir>, «vier«
'Afar. fff'fy »vier«
8aho. <rfar «vier«
Soiri. afär »vier«
Galla. qfur »vier» u.sw. (ü. Hta-
nisch, Zalilwort S.i^ff.)
ilausa. Judu
aru£ > schlafen«
Dur. orüe »Schlaf«
Kam. rutmäo «Schlaf«
Nandi. ayuruyiy goru «iSehlaf«
Suk. rnm >8ehlaf«
oilMdC «Sonne«
Dor. )
Nandi. )
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Suk.
Som. lad led
Vgt. Tat. iBgt »Mond«.
ätön^ini^ ■stehen«
amj^ viclf .. (T.owcu?), s. nMQniä
ay(n «zwei«
MsiKHor: Lingowtbche Stodieu iu Ostafrika.
NtndL
Dor.
dm
f^fiH 1 f\ClH4C9 f nCMIM ^ Hr Wg*'^ /
Kim.
<wl
Ärhti.^ n1 J i~ jit iff A jnnA NAnI a n f7tfi «
g# «QUID MVlUMlIkC*
Nudu
Mi
Suk.
»•MHO WWV *
Tat B.
Nftfldi. MMMf dI. ifi Jiii"
Tat.
\'n.\. Hilin l^tnai Chaintr, Qiiarfl<
Deriihcn
h'/in ti8w., s. Reinisch« Be>
üihÄfi ^M'AlirsnKAifili4*h) »WAililiichB
^npmvy y V« <»i II a^BftvBeiai««ai J tt TfauM^raB
ilauve S
h9 r.
^"*}^*^y und g stiuiiiilos) »Fleisch«
Suk.
Galla.
/on , /oni
etJtrJ til £w^i s^t i fi 1 1 1 1#4 W cfr t mm Intt \ * 1^ s
6fy und
g stimmlos) »Wasser«
Dor. Ißt
Dor.
Kam. A9
Kam.
pik
NMidi.
pek, piga
Turk.
akipi
IvarBIIl* ODOli
Kanun.
4»Cal ISIIIol^« Vmftmy*
Suk.
Dinka.
1 til. nfr*
Bari.
pwm
I. UFK* vWH
Lur.
P*
Tat.
beek
T^iir /!#
Som.
%
^nm A/l/Ma
OMIU* VP V
^fKon^pl. {h «timmlo«) «Elefiuil«
Ful. oa£!e d1. oaflMK
Kam.
Galla. ^
Nandi.
pdi&, peUondei, pmkmdei
^ «lang«
Suk.
9f^/tW pi. jfci^df -Baum«
bitil »roll«
• •
Dor. Arf»/<»/
hlw^ .sell
Ia};pn- (f>inen Menschen)
Knill. Ar/Vi/
blifiandi pL l/udg «Haar«
Nandi. AiV^V
Dor.
Bari. (Plural)
Nandi.
putek
Turk. aketm
Suk.
puHon
Suk. Mr
Tat
bmiitga
Karam. «ilyiltf
•
M^en »Kfirperhaare«
Karam.S. an^eid
AiUf^dnif pi. ^jUpflb »Scfaw«n«
Som. ^itf
Kam,
hUiei
Masai. «iy« (Plural)
117
d-hidir
ebMr
ebuHrr
tlölifl virl '{qrnr und tfijQgita (s. MUiH)
d^hti/ -oben-
Masai.
Turk.
Karam.
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Mkinhok: Liiigiii.Htischc Studien in O^Uifrika.
iifiä {d stimmlos) ■Rauch«
Dorob. hetjft
Silk. ketje
Masai. en-ger pi. ih-gerd
gpnfu »Hunger«
Dor.
Suk.
Ufuwi. ^•mnim
fii^ {f stiminlos) »Erde*
Dor. nsfUffA
Kam» moennwm
Nandi. nommyek, mipo^y*
Suk. nonynin
gü'^i ])1. (/ilib^siek (g stimmlos) -Ham-
mer*
Masai. (d-gütsiet pl. l-yilisiedi
gög^itänd^ pl. gögiUk »Stern-
Kam. hfgiMe
Silk. hogd
Dinka. kml
Som. itdüff
Fill. hodrre pl. AoA
Masai fd-ogträi
gül{fdldä galgülik • Acliselliolile«
Masai. p/^-gdig^ pl. n-güigif
Som. AniA^/
gän^ondf «Honig«
Oer. kumniandel
Kam. üimniiiMfe
Nandi. Awmiiil, Awm, kmaandet
Suk. ftUMMSf
Ful. diumri
k&djf^ pl. güdäntcf'M »Knie«
Dor. utundö
Silk. kiitun
Karain. ^At/fj
Masai. eri-yui/un pl. m-ff^un hz.w.
fii-j^u [>l. n-gun
Bed. gunduf
ßilSt pl. .Ohr*
Dor. m
Kam. «fir
Nandi. «Itf pl. «Ii»
Suk. ^
Tat ü
Som.
eatjtJiJ*
Kam
Dor.
iJiet
Suk.
iyet
mgügüi pL
inguguisUk
Dor.
ngogia
Kam.
NandL
Masai.
• ^ • »
Karam.
ngugurvii
Karam.S. hikaroii
Elg.
ekokorr
Liir.
Mbul.
konkfha
Tat.
mgagut
Vgl. Bantu mkuku
gt* »seehcig
•
Maaitt.
«acbU
Dor,
sisit
Kam.
siää
Nandi.
Ndor. B.
sissie
Tat. B.
sis
Tat.
ifigei
Masai.
uied
Som.
GaUa.
Vgl. Bilin if^ikUi -acht*, nim«
lieh tggnä + te (drei and ... xu
ergiosen «Hand.); Heiniscb. Zahl-
wort S. 5; BUin, WörteitNieh
8.296 f.
rgd «schlecht«
Nandi. gä
Suk. yö, 7«
kädf pl. käd^ (g stimmlos) • Pfeil >
Nandi. kotfU pl. Mek
Kam. köie
Turk. fljhm
Silk. AoytNi
Kanal. «90fo<
Elg. <'*fl'ys
Fol. kund pL Aiirv
^ j . ^cl by Googl
MkiMitov: Lmgaiatisdie Studien .in Ottafrika.
119
kmliM d0l ijlä >BUU> (s. kaUil und
toloeUa)
he^ni pi. kSmOogi^ •Name«
Dor. Mm/
Nftndi. hoM
Suk. kmnat
Bart katki
Masai. m-garna
kmnya ■Heimat«
Dor. haitfi
Nandi. kaiUx .8U<ll-
Baii. kadi pi. kadid^ik »Ort-
schalt«
BCaMi. £n-5{Minaii »Heimat«
k^ß^ «Zahn«, pi. ebenso
Dor. k4ßk
Kam. Mde
Nandi. kd^
Turk. engfl
Suk. k^ht
K a I ■ a 1 1 1 . . iiyckinU
Tat, kesituk
Eui. iM^ pL Ad/b
Lor. ibifei
MaMi. 0/ooAi
Som. kMd »Hausahn desEbera«
A4fn!# »tot-
kärädf >Blut>
Dor. korotik
Kam. krtrotlk
Natuii. korotik
'link. üakot
Karau). aqot, aytt
Elg. aqat
Masai. sargs,
kOfgä pl. kärätiälk »Prau« (s. karadi^
Dor. kofyel
Kam. hufi pl. AwnuwAr uod
korpn
Nandi. korkt t. knnmekp korgo',
korgondet.
Suk. kork 6
Turk. ekäkq,
Masai m-noriun
Som. 0fi
Dor. kttrcbtm
Kam* kttf^fm, kormla
Nandi. kdrQbg^f ^rffiia
Suk. karobon
MV)ul. fub»
Som. röb
Galla. roba •rr^nen«
käüwü pl. kägik -Knochen«
Dur. kawet
Kam. ÄiöM
Nandi. kirnet
Turk. «ftoft
Suk. kSnö
Kanun. oAöif
■ Karam.S. aqoit
El^. aA:9(/
Masai. nl-rndtf pl, it-oik,
kätul<l(in',rr,tu heller Dunner« (».kmHet
und Udwiila)
k^ldä pl. A-|/^Ar «Fuß-
Dor. JbW
Kam. kddd
Nandi. kmdot kddöt ktÜek, kdüt
Suk. kfl
Karam. akefek
Karam.S. nk^'^j'u
Elg. akeju
Wute. gttlt, gul
Tat. Ä.,s/ '
Ma.sai. cn-g^iiju pl. n-yeäjtk.
kmisiik .Jahr« , pl. ebenso (ist viel-
leicht nur Plural)
Bari. * JHMa -Jahr«
Karam. ieikam »Jahr«
kisia pl. k^ ig stimmlos) »Stein«
Dor. koUd
Kam. koitd
Nandi. koUd pl. koiik'^ goia
Suk. k(rf
Masai. o-sniH
Ful. haert pl. kadie
1 In Somali wird < +
120
Mkjnhof: Linguistische Studien in OsUirika,
kifndä -Aage-, k^/ndd offffiifi «ein
Dor. hm'tiia
Kam. krmila
Nandi. kojuia \\\. knnyak
ßari. kone pl. konytn
Silk.
Turk.
Karam.
Elg.
Soiii. ind'Of pl. von 1/ »Auge«
Masai. *m-gon ]>I. m-ffOuUk
her pl. kwfTk «Schuh'
Snm. kab
Galla. kob*
Bari. kamukfi
hcfändä (d stimmlos) pi. kw^tmä^k
•BcigeD«
I)or.
Kam.
Nandi.
Masai. Ub
i\far. /'^i^y
Saho. A'^ tjs\v. (s. Reinisrli, So-
mali - Grammatik S. hl)
Iffü »wpit«
^gf. pl. lugpsi^k »Krieg-
Dor.
^ iugüt
Kam.
hgi
NaodL
Suk.
m, käet
lük^ pl.
Hng^ .Stock
Dor.
girukto
Kam.
kiHtktd
Nandi.
h'rr'/kfo
luvitä pl. ^nik »HaiiH-
Nandi.
niheita^ rubrx
Kam.
rubeüt
Dor.
Für den Plural vgl. Tat. ImwMi.
moH {d stimmlos) «Feuer«
Dor.
Kanim.S. mfttif'JMA
Kam.
mat
Elg. akan
Nandi.
Som. qantOf ysfif^o
Dinka.
mag
i!a$r«Sii!a jaf;en
Lur.
Som. o(fn(j-si
Mbnl.
iäffXDä {k. /^«»/ «Kind«) pl. idgxcf ga-
Mbngu.
bäe «Mädchen*
mälilM pl.
mailt Utk .Leopard«
tägtei pl. lagp »Kind«
Dor.
melüda
Dor. läkmt
NandL
Kam. Utwi
Sttk.
Naodi. IdhMtr
Ful.
mäUeM
läguinimlgin .klein- (jedenfiilb »klei-
mfi «wahr
nes Kind«), 9. fiänij^
mf|i 'lebendig»
if/ »weiß«
modfe pl. 'Köchrr.
Kam. M
Masai.
e-tnodjän pl. mtödpffti
Nandi. ffl
mdmi pl. morfk .Finger.
Silk. rtei
Dor.
momdi -FinL;-'!-. (vgl. mo-
llä »sechs*
rek .Zrlu'-)
Dor. id
Kam.
mome «Fiugcr» und »Zehe«
Ram. Id
Nandi
moriM pl. monk «Finger«
NandL AT, ioOo
(vgL momt «Zehe-)
Ndor. B. In
Ban.
«Mraielpl. morm «Fioger«
Tat. B. fh
und «Zehe*
MbuL
Silk.
möm^ wSnm ■Finger«
Som. /«^
Masai.
1ll'0imsdfinu pL 'i^fimoä/ik
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Mnraop: Liiagiustischo Stndwii in Oatofrika. 121
mdrfdiM^ pi- mnr^^ atimiiiHM)
Nandi. ntffo BZiegenberde«
Mbul. 1^ •Ztegt*
Dor. monmiA >Rfttte«
net6tdH «Löwe«! aj^ß "Viele L5wen«
Kam. wmimde «Ratte«
Dor. nehmdd
Nandi. nutriSt, murumdei «Ratte*
Kam. getündö
Suk. muriän -Ratte«
Nandi. gotin
Karam. nurin «Ratte«
Turk. enatüny
müt .ftmf.
Suk. nnfüiiy
Dor. müt
Karam. enaiUuhy
Kam. mu4"
Masai. (d-Ayadtm \i\/l-nyadmt
Nandi. «Ml*
Galla. nmtki
Suk. mut
ngigf pi. ngtgeisi&e «ZahnDfirste«
Ndor.B. mat
Masai. fn-gige p\.*ngigen
Tat. B. MMf
pi. nfgt «Hund«
Tat. nmH
Dor. noSfeftf
Masai. emied
Nandi. n(^ta
tiausa. biet
Turk. kimk
vm^iäni >L&gner>
Karam. 8. ihok
Som. heyn »Lii^e«
Elg. «kmok
Bilin. bin »lügen*
Lur. goke
näbikUnä »sieben*
Som.
Masai. nabuiatta
Vgl. MSba My nok.
namJgfn «klein« (s. läyir/)
ngndji pi. n^djisiiße »Krokodil«
Dor. miinmik
Turk. «M^yoil
Nandi. aiMn
Karam. ajpniywl
Suk. iMiHHii
Elg. aHA^
nfqruMRl pi. ndtmtpik «Wald«
MasaL iß^gUyan
Dor* timdo
Som. lUK^*
Kam. timdö
Galla. nä(^
Nandi. ttmdo
fi^.A: •Speichel«
Masai. m-dim pi. mhmt
Masai. ngamtäk
ni^^ (d stimmlos) >nahe>
Bari. kamtUdk
Tat. cmäci
^^^/^ pi. ölbol^ik »Erdnuß«
tiffin I «komm heel»
Masai. ol-bgrSg pi. il-b^n
Nandi. «jfsi
$^ajändfi pi. ^gajtg (g slimmlos)
Vci^gteidhe:
»Herr«
Kam. < maiiijfgm «icli komme
Dor. ktmegMtt «Ittuptliqg«
nicht«
Kam. kimögmde •Häuptling«
Nandi. in<%^ «ich komme
Nandi. ktruagmdei »UluptUng«
• a A
nicht«
Elg. ajakdit
nyälfl »grün«
Masai. ol-gasts, oi-garsis
Masai. fnyofi
Som. gar «Gericht«
hie pi. ni(m§k •Nashorn«
dliletä »unten«
Masai. g-r/iun pi. i^muni
&ndä pl. ontcfk >Fluß-
nälälfe pi. »fij^a -Zieg«-
Kam. üM
Kam. «Zi^enherde«
Nandi. omet
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122 IV]£im«of: Lingubtbcii
aifd tirdbttff {d und f stimmlos)
Dor. ftrft
Kam. orf'
Nandi. orrt
Turk. trot
Suk. orr
Kiirain. er^t)
(^m^m »fünfzig*
Kam. henem
Nandi. kfrnam
.Soin. kunhm
Masai. nn(mi
V^l. Kiinaina kon ■(Qnf* io der
Zusamii>ei»sPtzimg.
'Afar kon »fimf«
Saho kaun
Vielleicht ancli Galla ^on, Somali
ian\ steht ftir *midfgm bzw.
*fftdam (a. ardam).
Qifim »dreißig- (s. $omuk und M^r
sowie ardam)
Kam. Mwöm
Nandi. sosöm
Som. socbion
Galla. sodoma
Masai. (t^nm
Suk. QMim
QSfnn en island aus * as- dorn h/.w. *as-
tam (s. taman)
pd^in pi. pä&e (Mann mit wetiSem
Bart)
Dor. jrik »Leute«
Nandi. jn*^ • Leute«
Suk. pTk .MSnner«
Galla. bia «Leute«
prjlfmp »ackern, hacken«
jh/niia • Heise«
pHiuiödfnnrif' j)l. kil/i/fk «Affe«
Zum .Singular vergleiche:
Mbul. pkärnü
Ful. wmdu pl. badi
Zum Plural vergleiche:
Karam. ^ia •Colobosaffe«
Suk. kiutsfd «Affe«
Galla. hSkt eine Affenart
Studien in ()sta)hluu
pdUli »Wolke«
Masai.
em - hwrtto
rndüi pl. rodu »Messer«
Kam.
Silk
OUn..
^aMi m n Min ■
1/or.
soyol
If Bin
jvam.
nanai.
SOwOC
Masai.
aM
Galla
Afar*
son (II a
Zaiilwort S. 12)
«^t >Buifel«
Nandi.
aöM
Suk.
Karam.
Karam.S.
dhodoguSn
Elg.
fkwtogwm
Masai.
Dor.
el - goiso
ÄrÄ? pl. selümh «Nase«
Dor.
serüt
Nandi.
serüt
Kam.
serüt
Suk.
9trr
Tat
aovAi
So Dl.
»an
pl. f^^igSi iff stimmlos) »Zebra«
Dor.
tigirk >Rsel.
Kam.
sigiriet «Esel«
Nandi.
tipirift » Zehra«
Suk.
Karam.
MfXsai.
o-xigirio »Esel«
sjnfi «gut-
[Mensch)
«^m^ »drei
•
Dor.
soaioJt
Kam.
NandL
*sm
Suk.
somok
Digitized by Googl
MnvnoF: Linguii
Tftt. B. mmak
S«nclaw« «omeAtfx
Tat* mtmok
Kopt. ionüM II), sotni0 f.
Bedauye. emhdy (v^l. Keinisch,
dauye S. 90)
ifusüandf pi. JfUfUj "Blatt«
tamdn «zehlla
Dor. mim
KaiDa Amuw
Nandi. AauMm
Turk. AMMium
Silk. lominon
Karain.S. atomtn
Tat. B. taman
Tat. taman mgoi{?l)
Masai. domon
Som. todon
Fill. *apo jil. hapan
Bedauye. tamin, tarnten
Afiur. AifioR (vgl. Retniflch, So-
mali S.56)
iAmui pi. «Mriö^* •Bart«
Naadl. tarntet
Kam. ilomn^
Suk. tomg
8om. /'>>(-// pi. tim-o
Mn^ni ql-muniei
tttä ' Rin(i •
Dor. te/o . Ochse -
Naodi. M!a «Ochse«
Suk. An, MO 'Ochae«
Karain. adi, ngadi »Ochse»
Karani.S.off «Ochse«
t&9i&*^ ^^9^^^ »Perlhuhn«
Dor. iergel^
Kam. tergefnan
Nandi. terg^kwt
.Som. tigirin
tyjga »Milch«
Lur. tiak
;e Stadien in OsUfrika. 123
tUJ^fia^ioi pi. t&ijfP»p »Strauß»
itäm pi. t^äidOik »Ader»
Ful.
dadot pl. dmU
flyi'fäm »zwaDzig«
Dor..
Hplem
Kam.
Nandi.
tipievi
Masai.
kitikifiam
Turk.
tikitam
Suk.
tiptem
Oalla.
ekffelam
Vergleiche:
Logone.
ikam
Teda.
Barea.
dahtta
Bedauye.
tagüa (s. Reiaisch« Somali
S. 56)
(Jan . viel ■
tjan
Nandi.
tjan, tjetjan
Suk.
tjan
t^lviitä^ »Gott« (s. (lololf (iüliju, i_iia)
Kam.
torontt
Nandi.
torörat
^ »achwars«
Kam.
toi
Nandi.
Am, njfatoi
Silk.
to
titmbätü (europäisch) -Schnupftabaka
Dor.
ttimntft «Tabak -
Kam.
tiniKitp «Tahnk«
Nandi.
tumbato «Tabak«
Vgl. Suaheli iiaMeo.
t&udi »Oesang-
Dor. Hendo
Kam. timid
Nandi. tknäö
Suk. füm
Ful. (Izimol pl. diinuU
{9 stiinnilos) pl. Wf/f «Knabe«
Som. ir/7
Ful. biddo pl. hibbe
124
Einige Bemerkungen über das Verbum im Masai.
Von H. A. FoKKEN»
•YMgdiaek-httbcriwikca Htnicaikr.
I3f'Sf>riH*Mf» Schwierigkeiten bei dvv Krforschung dvr Ma^^ai^praclif' l»iet*»?
d.T^ X f-rbuin mit seinen vielen l'iä- und Suffixen. Will man fÜe !ici»Ufc«'
Bedeutung eines Verbum fesLstelleii , so ist eine genaue, aui' je«ic Wir- und
Naciisilbe eingehende Analyse des Wurtes erste, unerläßliche Bedingung.
Nor auf diesem Wege kano man den Stamm des Verbum feststellen. Hsl
man erat einmal den Stamm genau erkannt, so kann man mit einiger Leich-
tigkeit das Verbum durdikonjugieren und auch dne nicht geringe Anashl von
Verbaispeaies bilden. So richtete ich denn bei dar mfUisamen ErforselHuig
der neuen Spruche* von Anfang an mein Augenmerk darauf, zunächst eioDMl
die Verbalstimme festsustdlen und sie dann in eine gewisse Ordnung vn
bringen.
AV)gese})en von einigen wenigen offenbar unregeimißigen Verba iaml
ich folgenden Tatbe45tand.
Zutmch^^t mtiß man die k^länune nach ihren AnfangsbuciistalieD in drei
Gruppen untei'scheiden:
a) solch«', welche mit Konsunanten beginnen; z* B*:
-mut- »beendigen«
-Sßl' »verlassen«
>c{p'tri- «hineingehen«
'Vf^/ii »sich legen auf«
■£»*rp* • stehlen -
-ffthi- «hinaui^ehea«
'fOFQ' »reden«
• (httmi - > aufheben «
b) solche, welche mit einem Vokal, ausgenommen t, beginnen; z.B.:
'ffi- «binden«
-gk' »trinken«
•ffw- »berauben«
• anyff- »auf jemand warten*
«sterben«
1 Dss Mamiskript war bereits eingeganfsa, als das Wsili von UoUii tt«
die Hasaisprache ersduen. D. Red.
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FoKxni: Einige Bomerkui^gen fiber du Verbum iui MM«i. 125
c) solche, welche aalt i beginoeo; x. B.:
•tiite- »aosieben«
•ink- »liegen«
•fliflTM" »iehen» ansduittena
•«Md||M- >verbeigeo>
'Ufmi" »feUeiif sündigen«
-idbii- «fiirtodiinen«
• mjfffku- »kenfen«
'in*'' *quer durduehneiden«
Nach dem AnfaugsbuchsUben richten sieh die Prftfixe; indem s* B.
die mit Konsonant beginnenden Stimme im Perfektum des Priifix le biw.
fff ^« 4* ▼oraetsen, verkOnet sidi dasselbe Prifix vor den Vokalen,
aiugenommen i, su t', wihrend die mit i beginnenden Stimme Überhaupt
kein PriUix im Perfektum annehmen.
ESwnso muß man die Verbalstimrae, wie die angeführten Beispiele
schon seigten» in bexug anf ihre Endbuchstaben in drei Gruppen eiotdlen,
uimlich *
a) solche mit Konsonant am Sf liluß,
b) .solchf* mit { und voi-li«;rgelu:i](!r[ii Vokal am Schluß; 7.. B. ai, m, ui,
c) solctie mit \'ükal, ausgenawiiicn i mit vorhergelieudem Vokal,
am Sciiiuß.
.Somit ergf'hen sich im ganren X 3 — 9 Gnip|>en von W-rbaLslamineii.
Halt man sich nun stets liegen vvärtig, zu welclier dieser in'uu (Jruppeii
der Stauui) eiiie^ \'ei-hutn geliurt, so ist die Kuuju^alion dcsselbeu vei*-
bältnisinäßig leicht.
W<mn wir nun auf die einzelnen Konjugationnfurmeu des Verbuiu
eingehen, so müssen wir sunichst die spezifisch intransitive Verbai wie
X. B. spazieren gelten« schlafen, lierauscht sein, schweigen, müde sein, satt
«ein usw., auascheiden, da di^dben ihre besondere Konjugation haben.
Dieselben benötigen jedoch niclit einer besonderen Besprechung für sicti,
de üe genau so behanddi werden wie die bei den Verlmlspezies aufitufÜh*
rende intransitive Form der transitiven Verba.
Ks gibt auch im Masai ein Aktiv und Passiv. Da letzteres nur durch
Suflixp vom Aktiv unterschieden wird, möge es ebenfalls vorläufig unbe-
rricksiclitigt bleiben. Kndlici; wird liic V^Tneiiiting dt-.s \'erbum durch Vor-
selzen vim Präfixen ausgedrückt, so daß auch diese zunächst von der Ue-
.spreclmng ausgeschieden werden muß.
Im folgenden konmit also zunächst nur die affirmative Form des
Aktiv um der transitiven Verba cur Spraclie.
Die Personen werden durch Prfifixe angedrückt. Dieselben lauten:
Sing. 1. Pers. -a- Plur. I. Pen. -Jb-
» 2. • »f» » 2. »
• 3. • • 8« •
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12G Fokkkn: Einige Bctnerkujigen über das Verbuiu im Maaai.
Abgesehen von der 1. Person lauten Sin^^iilar und Plural gleich; lurge-
wülinlich erkennt man den I*liiraJ nni Subjekt, falls dasselbe ein Substantiv ist.
da bei diesen der IMiii nl in der Hegel «liu'di Prä- und Snrtixe besonders aus-
gedrückt v\it«l. Außerdem gibt innn Ix'iii) \'erb»un >( Ui.sl im Perfektuin den
Plural dadurch zu erkennen , dub mau der Endsilbe des V'erbuui einen
Nebenton gibt, indem man die Stimme etwas hebt Im Indiketir Imper-
fekti sowie in allen anderen Formen , die wie dieses Icein SolSx annelanai,
wie a. B. der Koiyunktlv und simtliclie veroetute Formen, drückt onn
den Plural in der 2. Person durch Wiederkolnng der letsten StammsSbe aus.
Treten die mit t endigenden PersonalsufSxe — 2. Pen. Sing^ 1*
und 2. Pers. Plur. — luiinittelbar vor einen mi^t beginnenden Verfaalslamni,
so tritt Nusaliening des dem / folgenden Konsonanten de.s Stammes ein.
Der heim Substantiv itnd mehreren Adjektiven bezeichnet*; ünler-
schied der Ci esclileo d ter wird beim VVrV»un» rticht berOcksichtiirt.
Die Pers<jiial[)rälixi' treten in einigen \'erl)aUornien vor die Teiii|iiM
präfixe, so im Indikativ Perl'ekti, in atuUreu Tonnen zwischen TenijKiral-
präfix und VerLmlstamni, so iui Konjunktiv luiperfekti und, wiewirspiter
sehen werden, hinter das Piüfix der Verneinung sowie hinter n kopulalivunu
£s gibt, soweit ich bisher habe feststellen können, im Masai Ihalich
wie im HebriUschen awei Tempora, oder wuld ebenso richtig Modi
genannt, einen H^r die gescheliene Handlung tmd einen fiir die noch nicht
vollendete, geschehende Handlung. Ich nenne den erstereu Perfektuoi,
den anderen Imperfektum. Der zweite drückt nicht selten eine in der
Zukunft lief>;ende llandlimg atis, wo wir im Deutschen bisweilen da*; Prä.sens
gebrauchen; •/,. Ii. m.m sagt: »leb gehe», in Wirkliehkeit stellt man nhtr
noch und will erst gehen. Will uuiii iiri Masai die Handlung ab in wdt^'i
Zukunft /.u erwartende bezeicluieu, so liedient nuiii sich einer lliu.schrcibuiig
durch das Verbum «-/^ »ich gehe-, Plural ki-sj/tQ »wir gelien-, i-fipsf«'
•ihr geht , i - i^o »sie gehen« mit folgendem Infinitiv Tmperfekti} ac B.:
a-l-ayofo at*^jtira »ich werde sehreiben können«
i-l-at/ol^ ■ »du wirst • ■
t-l'ayglg • »et wird • >
ki-vj^-ayyl^ • «wir werden • »
^'SPttt'^VfOh * 'i^*' werdet • •
^•SK-^VVh * werden • »
L Bm PeiftktiiiiL
Für das Perfektum habe ich bisher nur awei Formen feststellen k&Mwn.
den Indikativ und den Infinitiv. Es gibt im Masai n&mlieh awd Fonnea
fQr den Infinitiv, einen des Perfektum und einen des Imperfektum. BUier
ist mir der Infinitiv nur in Verbindung mit Verba beg^et; besttmnitr
Verba haben stets den Infinitiv Perfekt» bei sicli; z, B.: a^üü^'O »ich habe
beendet zu . . a-idim .ich kann«, a-yoln »ich weiß zu«, andere wiedenini
iasseu stets den iuliuitiv des liujieri'ektiun fulgeu, z. B. das schon ei-wihnie
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FoKKn« : Einige Bemerkungen Ober das. Verbum im Maüai. 1 27
a 'if »ich gehe SU« (= Futurum!), a-na» •ksh tue zuerst«, a^tter »ich fmnge
an XII- \isw.
Bei Redewendungen, wo im Deulsclien einen» Substantiv der Infinitiv
mit ztt- (ulfr -titn /u« foli^t. wird ini M:isai niclit der lnfinili\ ^fdirauelit,
soiuleni ninn ntiisc'ln*eil)t den «ItMitvclien Infinitiv diircli r'iufu IvN^lntivsal/.
(siehe den Schluß d<>r F.rörteriitii; iilu r tias Verbtim mit den Hi-l;itiv |)f;UixenK
1. Hei der Bildiifii; des ludikativ I' i- r f'c k t r iinfrrsrliriden sich ilii-
drei durch ihre Anfan<;shiiclistaWen ver-schiedenen Gruppen von N'erha durch
ihre Präfixe fc(lg«'nderuiaßen :
a) die mit Konsonant iH-gintiriidi'ii Stämme nelinicn das Prälix -ta-,
-tf-f -tO' oder -tu- vorsicli. das /wischen Persoiiulpiülix und \ erlml-
steuiin zu stehen koniuiL
Der Vokal dieses Prüfixes richtet sich nach dem folgenden Vokal des
Stammes (Anmerkung: Der Kinfaclilieit halber schreilie ich die deutsche
Bedeutung stets im Infinitiv);
vor 0, m und au htutet das PHlfix 'ta-
a'to>fi>l>a •verlassen«
a'ta'man^-a •wohnen«
a-ta-xa^'Q »bitten«
e-ia-iauu; -a «lecken- (intr.)
vor f und « lautet das Pr&fix Perfekti
»zielien«
a-tfi-mfin-a »verachten«
vor I lautet es -tf- oder -lo-, letzteres, wenn das i^uftix -q lautet,
a-tt-sir-a -sehi eihen •
a-to-bik'O »7.11 Hniise bleiben«
a-i^-mtt-ikjfi <hin<iern«
vor o lautet es 'ta-
a-ta-dow-o -hinuntersteigeu*
a -tu- M$»r - 9 ■schießen «
vor e lautet es - to-
a-tQ-tgn-a «sich setsen-
a-tfi'vmi-a «venndufen«
vor betontem ti lautet es -/u-
a-te-<lum^•{/ •atifheben«
a-te-£wAsi-9 «hinauslegen«
vor tmbetontem t* lautet es -ijp-
a-lp*fii^i«y0 «stetden«
b) die mil \\>i{a], ausgeuummen i, beginnenden Stiiuutie verkiir/en
obige Prifixe au
a-t-ok-o «trinken«
• •
a-t-eu^-a -sicli hindern«
a-t-tk^a «aufhXngen«
a*l«(f««o -berauben«
128 FoncBit! Etnigtt Bein«4»iiigen Über dts Verbom im Ibsai.
c) die mit i beginnenden V'erbalstämine haben im Perfektnm uberhaupi
kein Präfix, so daß hier die Personalprafixe nnniitulliar vor den Vcrbtl-
stiuuu) treten, wobei, wie üben bei der Ue^^pre.eluing der Persun&Ipräfixe
bereits erwftliDt ist, ia der % Pers. Sing, sowie ia der 1. und 2, Pens. Flur*
Nsaalierung des ersten Stammkonsonanten eintritt.
A-qyl»« «rufen«
2. Pers. Sing, mbfki
Betreib der Nasalierung gelteo folgende Regeln:
« + / — ndJ
Unverändert bleiben f, r, «, m, n, ri.
Was die Suffixe im Indikativ Perfekt! betrifTl, so ort^ehen sich bier
wieder gemäß den drei durch ihir Ktulljuclistaben sich iinterschetdeDdeii
Verbalstaiuuieo drei verschiedene Biidungeu:
a) die mit Konsonant sehließenden Stimme nehmen das Suffix -a, -o
oder •« an, und «war folgt in der Regel
ttoero a, f, s des Stammes das Suffix -a,
einem i des Stammes das Suffix '»t '9 oder -u,
einem u des Stammes das Suffix oder •« (sielie obige bd Be-
sprechung der Präfixe angefDIirte Beispiele)}
b) die mit t und vorhergehendtun Vukal acliließeudeu Stämme uehm^o
im Singular das Suffix •« an, vor das wegen des vurhergeliendcu i der
Halbvokal y eingesetioben wird. Im Plural erweitert sich das Suffix au
• ^i x. B.:
Sing. a-/(»-£«rP*-y*0 »stehlen«
U'insfm'y-e •sehen«
Plur. ki'i9'Sf*rvi'^
c) die Verbatst&mme, welche auf Vokal, ausgenommen i mit vorher-
gehendem Vokal, endigen, werden, was die Suffixe anbelangt, im Indikalir
Perfekt! sehr Terseliieden behandelt. Bishei* habe ich folgende Falte fest-
gestellt:
Stämme auf -a, -§y -o, -o nehmen im Indikativ Perfekti überhaupt kein
SuilKx an. Das Schluß des Stammes verwandelt sieb im Perfektum in «.
a-ta-Su {oldjotii) -(das Fell) ausspannen - (vom Stamm -if)
e-ta-ia (seil, m^ai) »es n^et« (seil, üott)
a- ta- ygln » \v issen «
U'tfi'fffffl .mit dem i uÜ tteteu«
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Foxkik: Einig» BemeHtnagen Ober dt« Varbtim im Bfaaal 129
StSmme auf t mit vorbergeiiendein Konaoiuint nehmea äna Suffix -a,
-f oder an, vor dem das t des Stammes halbvokaliseh wird:
a>la-ÜW0Nj(-a »laefaea«
a-v^f^-M •aufweekeo«
o-(iräi*f «quer durehsehneiden«
St&mme auf •« nehmen das Suffix -a oder ao, vordem das u des
Stammes ludbvokalisdi wird. Diese Verba haben wie die anter b) erwShnten
im Plural ein besonderes Sufßx, nämlich «Am oder 'lug, vctr dem das u
dfs Stuminc.s iiutiirlicli uls volh^r Vokal bestehen bleibt; das « des Suflixes
wird nicht xum Halbvokal vertlöchtigt; z, B.:
Sing, a^ta'dgtff'g -heranszielien« , Plur. ki • ta ^ dotit • tua
Sing. namn'O »in £mpfaiig nehmen >, Plur. A*i-Ai-fHifntt'lMr
Datnil ist der Indikativ Perfekti der regeliiifißigen Verba erschripiend
beliaiidelt; zur leictiteren rbrrsicht möge eine Zusammenstellung sämtlicher
iidikativ
Peffekti '
• StSmme mit •
Stimme mit Konsonant am und vorlier- Stii
Schiaß ' g«l>«n(iem VokaJ
am Sdüiifi
mit Vokal (außer i nach Voltal)
am Schluß
i> ; •
Stamme j 1. Pers. Sing. a-ta>«a/>a a-io - v^tai-ye .«-ta-/a (seil, enj^) »regnen«
lit Kon- '
[2.
sonant
13.
.'IUI
'l.
Anl'aug 1
*'
3.
» t-ta-£a/-a
t-ta-rff/-a
Phu". A:»-<a fv?/ a
i-Ui - vai- k
» <=-ta-i>a/»a
• vei'lai>i>eu"
-SIC
.^Ii auflegen a-ta-/ti (Stamm •ausspannen*
auf"
Plur. A-i-te
] a-ta.-kwitni-a
Plur. ki-tn-ktc önt tin
fit • t
I fi I a
'laclien-
> wissen«
I Plur. Ins w ei U;u ktlat/o/oito \
a-tn- ilam^- a / -sicli er-
Plur. Ari-ta-<lamii-tua \ iuuern«
>tämuie . a-t-gk't) «trinken«
lilVokal
»iiBer #)
am
Anfang
a-t-itfoi-ye
• fallen«
FItir. A-i-t-
fi -t- any\i- a
Plur. kl -i-an yu -Ulli
a-l-orii • o
Plur. ki-l- oru - tuy
• warten auf
jemand*
- berauben -
Mäimue |a-t6ii«i-a «festhalten-
iiit i am !
Anfang
a-tngfat'ye
•sehen»
Piur.A'i-flSfai-
»fortnehmen«
wegen <les ,
vorbergehen-
den Diph-
thongs)
Plur. kt-näau-tuu
a'ikiiikwauu-% i
Plur, *i-n*f7i*ti»af»i*.tua
Anmerkung: Die in gewidudichcr Schrift gesetzten Prä- und iSulHixe
siod die MerkxeidieD des Perfektuni, das in kursiver, gesperrter Sehrift
(Jesflzte ist der Stamm des Verbum.
Mttt.il.Saik£Otiail.S|HFMli«. IM7. UI.Altt.
130 Fomok: Einige Bemoiiongen über du Verbum im MaatL
2. Die zweite mir bekännte Form des Perfekium Ut der InfinitiT
Perfekti.
Vor die Präfixe des Indikaiivs Perfekti setzt man, nui den luHnttjv
Perfekti /n bilden, an Stelle der Fersonalpraiixe ein a, das im Plural den
Ton erliält.
Das Suffix erl»'i(l('t dagegen bei dvu vcisclnVdftH'n Stüiiiuien versciüe-
deiie Veränderungen g^eniiber dem Indikativ Peilckii.
a) Die mit Konsonant schließenden Stamm«* l aben, wenn das regie-
renile V<'rbnm im Sinf^ul'ir steht, dieselben Suffixe wie im Indikativ, nindirli
-n, -o uder -w; stflit ahtT da.s regiereinle WrhMin im l'Inra!. so Hillt bei
die.seu \ ei ba abweiclieiui \ ()m Tridikalix das Sultix i»)rt, \v a.s jtHl*»cii bei dri>
mit ( be^iuneuden und luil l\.ori>uimiii .^c-idiel^euden Stümmen nicht dei* Fall
ist, wesbalU bei diesen aiicli der Ton niclit Kiirrickgezo<;en wird, was b«i
obigen bei Wegfall jeglichen Suffixes geschieht.
b) Die auf t mit vorhergehendem Vokal schheßeiulrn Stänuiie halten
abweichend vom Indikativ weder im Singular nocli im Plural «in £>uffix.
Im Singular ruht der Ton auf der letzten, im Plural wie bei d«n anderen
Verba auf der ersten Silbe, nändicli auf dein Infinitivprifix a-.
c) Die Stänune auf -o, -e, -o und -o lauten im Infinitiv Pertrku
am Schluß wie im Indikativ Perfekti, also mit Suffix. Das in u verwandelte
e bleibt auch im Infinitiv.
Die Stinune auf i lauten im Infinitiv am Sclilufi wie im Imlikativ
Perfekti, also auf •aa, »is oder •ftp.
Die anf « endigenden Stimnie haben im Infinitiv abweichend vom Indi-
kativ im Singular kein l>esonderes Sid'llx, im Plural Iiabcn die mit > bcL^inncn-
den I i' t 't r ui'ln'.ri^i-ii Stiinune gewöhnlich, die andern selten, das Suflix »te.
Naclistelieude 'I'abelle möge daa Ciesagte verauscIiauUchen.
Infinitiv
Perfekti
j Stimme mit Konsonant
am Mchlufi
StSnune mit i
mid vorher-
gciicudciu Vokal
am Schiaß
Stäiuine mit Vukal (außer i ai^
Vokal) am Schlnfi
Stämuif mit
Konsonant
am Anfang
aifiiv ata - r n l-n • ich
habe beendigt zu ver-
lassen «
PIiv. kmdiit ata-s<i/
niiliv alr-r etai
l'lin-. kindiv
nte-s£/ai
aidiv ata -su
Plur. kindw ata-«'«
aidisi ata -ktcön {•%
mdist uUi-damu
Phm kmdiu ata-<femti*ltu» ^
Stämme mit
Vokal (äußert)
am Anfimg
aidiv at-oA'-o
Plur. kindiv at-ok
aiäi2 ai- ürgi
PInr. XrMfi'nt-
ffr^t
Plur. kmdii* at'(>r»*(^>)
StSmme mit t |
aitt Anfang
andiff a-f'Aufi-a aiiHs' n-inorai
Plur. kmdis* a - « 6 « n - a Plur. kmdi^
i
...»
IMur. kmdit^ a-i/«i*-tii
omAs n-ikiiikicvmit
Flur, kmdis K^ikilikvmn^-^
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toaam: E»ig» B«ro«rkiiDg«o liber 6aM Yerlniro im BliMu. 13]
II. Das Imptrlektum.
1. Indikativ liuperfekti.
Kein Verbum hat im Indikativ Iniperfekti ein TempondpriUix, sondern
es ti'cten hier die PersoniilprRfixe unmittelbar vor den Stamm. Somit unter-
sclieiilen dii' mit t beginnenden Stäuiine daa Perfektinn vom Ini|iprfektiiiii
nmr durch das Suffix, da bei diesen Stäninien ja auch schon iui I'ejfektuni
jedes TenijHiral|u*afix fehlt. Im Ini|H'ift'ktniii fehlt hei den transitiven \'erha
aiieh jedes Suffix, so daß <1fr Indikativ InqxTlrkti aus dem n*iiien Slannn
und den da Vorgesetzten Per>(»iial[)rälixen /.nsaunuengcsützt ist. Hei den auf
i nul vorliergehendeui \ Okal endigenden Stämmen i.st noch /.u heinerkeii,
daß sie im Indikativ linperfekti das Schluß-/ abwerfen und deu so ent-
standenen einfachen Sclilußvokal — a oder o — betonen. In der 2. iVraon
des Pbiral wird im Unterschied zum SinguUr, wie oben schon erwähnt ist, die
letzte Silbe des Stammes verdoppelt, wobei hinter den mit Konsonant
schließenden StSiumen ein kurzer Wikal, gewutmlich vor der Wieder-
holung eingesehubeu und zum Schluß der Vokat der wiederholten SUbe
angehfingt wird.
ndikativ,
fektt
Stftrame mit Konsonant am
Schiaß
Stimme mit t und vurher-
geliendem Vokal am Schluß
St&mnie mit "Vokal (außer f
nach Vokal) am Schluß ,
itamiiie
1. Pers. Sing, a-jial
mit
2. • > i-2al
2. Pers. Piur. i-setdta
2, Pers. Piur.
Kon-
3. » • f^-pjtf
a-kwQui
sonant ,
rtm
1. Pers. Piur. ki-val
2. » • i -ralrvala
2. Pers. Piur. i-kwQnini
a-yolQ
Anfang
3. » • i'£ai
2. Pers. Piur. i-jfglqu{\ak'
regeluiäßig)
a-iiamu
2. Pers. Piur. i^damunm
$tSnioie
mit
2. Pers. Phtr. i-akiok (o ?>
2. Pers. Piur. i-ufpfo
2. Pers. Piur. i-QfUfu
\ ükal
aiißeri")
am
{finime
mit t ;
j tt*ib«n
a-itau
2. Pers. Piur. i-mhvnebun
2. Pers. Piur. i-nQfdfa
2. Pers. Piur. i-ndaiu
am
Anfang
r
1
1
1
^ kj i^uo i.y Google
132
Fokkkn: Einige Beiiierkiingen über das Verbuiii im Muai.
8. Infinitiv Imperfekti.
Dur Infinitiv luiperfekti iiiiiuiit da^ lnntiitiv|»rätix a nnnittt^niar vor
den Stamm; vom Stamm und von den iSuffixen gilt das.sclbe, was darüber
beim Indikativ Imperfekti gesagt ist. Ein Untersciiied xwischeu iJingular
lind Plursl besteht bei keinem Verbum.
Infinitiv
iiiiuerfekti
•
1
1 Süiiiiiiti uiit Konsonant
t am Schluß
1
Stimme mit i mid vor-
heii^lisadAm Vdud am
Srliluß
Stimme mit Vokal
(anfler «' nadi Vokal)
am Schluß
Stamme -
mit Koii-
Konaiit
am
Anfang
i al .1 - val -ich gehe
' XU verlasäitju — ich
1 werde verla-si>en«
Plur. kisuk-zai
•
o/'a-jjf /</
a/'a - .sV
al !i - fi' wo n 1
al vi-damu
StKmme '
mitVokal
(aiii3er i)
am
Aul'atig
Stimme
mit i am
Anfang
aV^-itau
al'tk'ikilikwanu
Neben dem Indik.iliv und Inßnitiv Imperfekti gibt es im Hasat noch
einen Koqjunktiv, Koboi-tativ, Imperativ und Jussiv Imperfekti.
3. Konjunktiv.
Der Konjunktiv wird gebraucht, um eine Ali.tii lil auszudrücken, uelcL^
wir im Deutsehen durch Sätze mit »damit«, 'uni xu« umschreiben. In be-
treff des Stammes und der Suffixe gilt audi liier dasselbe, was behii Indi-
kativ imd Infinitiv ausgeführt 1st. IHrkennbar wird der Koiyuiiktiv durch
das Präfix d8.s vor (!) die PersonalpiHifixe tritt. Vörden vokaliscli an«
lautenden Personalprftlixen tSlIt das des Koqjunktivpiftfixfs fort.
Als Nebenformen bort man Dir die 2. Person Singular und Pluial
eine Form mit dem Pr&fix sjyi- statt £<• und filr die 3. Per!H>n des Stogular
und PliMiil t'uie Form nnt dmn Pr&fix ndjf- statt sf«. Letatenw Idbigt
wahrsciieiniicii mit dem V'crbuui «geben» xusauuneu, dessen Stamm
iüt , vuii dem der Iinpenttiv ndjn lautet, so daß aus fM^'g-f zusammea-
gexogea wäre. Ls hieiSe demnacli z. B.:
ndf-f-lQtu "gib, daß er kommt« = «er m^e kommen«.
Es folgt eine Tabelle sur Obersiclit des Konjunktiv Imperfekti.
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Fokkin: Einige Bemerkungen Aber du Yerbum im Maeai. 133
Kon-
junktiv
Imperfckfi
1
Stiniuie mit Kousonaiit am
8<!hlaB
Stimme mit 1 nnd
vorhergehendem
Vokal am Scliluß
Stimme mit Vokal
(außer i nach Vokat)
am Schluß
Stämme
mit Iv rtn. 1
sf)iiaiit 1
am
Anfang
1
1 . l'ers. Sine, v -n-vfif
* ■ V-f*lJCIf
3. » " v-f-val
1. • Flur, ye-kt'vai
2. • • v-i-oalimla
oder ^y-i-val^sßi^
3. Peni.Plur. v-f'S«! oder
V - (7 - /f
Stämme
mit Vokal
fanfier £i
am
Anfang; '
1 \-a-ok
v-a-«rp
v-a-j»f M
SfSinme ,
mit » am
Anfang
y-a-ibun
v-a-inQfd
y-a-itau
4. Kohcitativ. Imperativ und .Tnssiv.
Der Kohortativ (oder Vuhmtativ, SelbstaiifforHening) wird von der
I.Person dos Singular tmd IMural gebildet, im IMurnI hniififr, im Singular
seltener gehraucht. Der Plural wind im Deutsclieii \\ irdrrgcixcluMi «iurcli
»laßt uns -wir wollen . . .» , der Singular etwa <liirrli ein ener-
gisch gesprocheuCN «ich will...«, »ich muß...«, «ich werde ...«, «laß
mich . .
Dem Kohortativ der 1. Person entspricht der Imperativ der 2. Peraon
und der Jiissiv der 3. Person. Letzterer ist im Deatschen wiedersnigeben
durch »er soll , .
Sämtliche drei Befehlsformen hahen dieselben Suffixe wie der Infioittv
Perfekti («>ielir diesen!). Betreffs der T'räfixe gelten folgend»- Urgeln:
Der Kohortativ hat im Singular und Plural vor dem Präfix des Indi-
kativ Perfekti noch die Silbe ma-. die im Phiral einen Nebenton erhalt.
Tm .I»i«:siv tritt im Singqlar und Pliu-al vor das Präfix des Indikativ
Perl»'kii lun'h «iie Silbe /nf.
l)«'r imperativ hat im Singular dasselbe Präfix wie der Indikativ Per-
fekti; bei den mit / h^innenden Stimmen tritt einfache Nasalienmg des
Anfangshonsonanten ein. Im Plural wird noch der Vokal e ▼oi^geaetct,
nach dem auf jeden Fall der folgende Konsonant nasaliert wird, so dafi
die Singidarprilfixe ia-f tf- usw. jetzt enda, mdf usw. lauten.
134
FoEimi: Einige Bemerkungen über du Vei^kuni im Masai.
Kohor*
Uüv, 'i
Imperativ,
Joasiv
Stimme mit Konsonant
MD Schlufi
Stämme mit t and
v<n{ieigehendem
Vokal am ScUnfi
Stämme mit Vokal
(aaOerinadiVolaD
am Sdtlnfi
Koh.
St&mme
mit Kon-
sonant Ij .
am !>™P- j
Anfang
.Tiiss.
Sing. oMA'Val'Z
Plnr. miUk'Sal
Sing. ta-oa/-a
Pltir. cadK'Sal
j Sing. meta-saZ-a
/ Plur. meta- vfi l
ende-og/dl
int'te - vr In l
miUi'-damM (tu)
ta-<fam«
esadh'damu (tu)
inöta -flamn (tu ,
Stämme
mitVokal
(aofier i)
Anfang
Koh.
Imp.
Juss.
Sing. mata-^Ar-o
Flnr. mAta-9^
Siog. t-gk-g
Plur. enä-pk
iSing. m?ta-(>*-o
Plur. m^ta-^i&
mat - ufj»!
mit-ttr^t
t-ürgi
mH-ürgi
m^l- ürgi
mat- Of u
mat-^fu
t-pr«
end-ortt
met-pr«
m?t-pr«
Stamme
mit t am
Anfang
! Koh.
Sin«j. ma - f7;«n-a
Phir. ina-j6iilt-a
\ Siujj;. mbun-fi
' * ^ Phir. e - rnbu n • a
Juss. in, ' i •
( rlur. m^-toun-a
; ma-tnorat
I .
; norat
' e-innrai
ine. - i'uQfai
ma-(7ai/
t • n ä au -Ui
me -i tau
Damit wire meine faiaberige Kenntnis vom Aktivum der tranaitiven
Verba eraefaöpft. Es gibt im Masai aoeh ein Passiv, doch wird dasselbe
äußerst selten gebrauchtt nftmlieh nur dann, wenn das logische Subjekt des
Verbum ganz unerwähnt bleibt. Sobald dR.s.selbe irgendwie in der Rede
vorkommt, so wendet man die Rede aktivisch. Man sagt z. B. nie »Der
Hund ist von dem Kinde geschlagen«, sondern stattdessen stets -Das Kind
schhi«; den H»ind<. Das Passiv mit folgendem »von - liabe ich bislit*r uuch
niclit «iehüi l. ist abei- das logische Subjekt gar uirht tT\\ al)tit. so hoit man
nicht selten das Passiv; B. wenn icii Irage: •KcMimit das Kssen?«, go
antwortet man mir: »Ks wird gebracht«. Sobald man aber eine Bexeich*
nung des Überbringers hinznsetst, so wemkt man den Sata aktiviseh mtd
sagt: 'Es Inringt das Kind das Essen« oder noch hSufiger relaUvisch ge-
wandt: «Das Kind (ist es)» das bringt das lassen«.
Bildung des Passiv.
An den Temporal präf ixen findet bei der Bildung des Fassiv
kdnerlei Veränderung statt.
Die Personalpräfixe erleiden im Passiv folgende Veränderungen:
Die 2. Person des Singular hat im Passiv stets das Prji£xib> (statin
im Aktiv).
Digitize ■ ' ^^oo^l
Fokk£m: Kiiiige Beuierkuiigeu Ober das Verbuni iiii Masai. 135
Im Pliirnl haben alle Personen iui Passiv das Prä6x t* Zur Unter-
seheiduDg der Personen folgt dem Verbum in der 1. und 2. Person im Passiv
ütets das PrononiPti personale.
Der \ ol1stäiulit>;keit halber ulügeu auch die Qbrigeu Prouomioa per»
SOnalia angefülirt werden :
Sing. 1. Pers. nanu ich Plur. 1. Pers. wir
» 2. » tye du » 2. » ndai ihr
• 3. • »mye er • 3. • mndje sie
Besonders erkennbar ist das Passiv in erster Linie an dem Suffix.
Im Perfektum wird an die aktivische Form noch das SufSx -ki angehängt.
Das Suffix des Perfektum Aktivi erleidet dabei im einselnen folgende
Veränderungen:
Dif Stämme auf / mit vorhergehendem Vokal haben im I'erfektuni
Aktivi das Suffix -i/e, im Passiv verwandelt sich das e in ö, so daß das
ganze Snffix Perfekt unj Pnssivi bei diesen Verba -t/nki lautet.
Hei den mit Vokal schließenden Stäomten sind folgende Besonder»
heiten zu merken:
Vau auf ^ endigender Stamm, der seinen Schlußvokal im Perfektum in u
verwanddt hat, lißt dasselbe vor der |)assiven Ekidang «ib* als 3 erseheinen.
Die auf o endigenden Stlmtne kdnnen ihren Sehlußvokal vor der
IMSsiven Kndung 'ki beibehalten, können ihn aber aueh in verwandeln,
sc daß die Endung nun ft&f* lautet.
Die an(u endi|.;(>|,(len Stamme verwandeln, falls sie im Perfektum Aktivi
das Suffix fto haben, dasselbe im Pas^^iv in jf/>'(X*i), während der aktivischen
Perfektumendung-j^ das Passivsufiix -ki ohne jede Änderung angeh&ogt wird.
faidikativ
Perfekti
Pmsiv!
' f" Stimme mit i und
Stämme mit Kotisonaut am Schluß |vorhergel)endeiii Vokal
' ! am Schluß
Stimme mit Vokal
(außer i nach
Vokal) am Schluß
Stimme
nnt
K<mso- '
oant am
Anfang
1. Pers. Sinpf. a-tn-na V'a-ki -tragen"
2. • • kt-t&'uar- a-ki
3. • • fi-th-nav- n- ki
1. ' l'hu'. i''l&-nav- ü-ki ok
'2. « • #-ta-tta»-a-iH ndai
3. » » <f-ta-nas-a-Arl {nindje)
i-Uf •umtg « - y V - ki
e- tn-.io-ki
a- Im - (I u m u - ;i-ki
• auf heben -
Stimme
nitVokal
(aoßer 0
am '
An *;i i:;^
a-t-ar-a-ki •.st'hlai;en«
e-i-üfgi-y'i}-ki
a-t-pf u-fi-ifl
Stinine
mit i am
Anfang
a-ibun-n-ki
■
d'inQrai-yi}-ki
f'itaii-Mf^'ki
Anmerkung: Das in fetter kursiver Schrift Gesetcte ist das Merk-
mal des Passiv.
L.icjui^L.ü cy Google
136 FScMaaN: Einig« Benerkungwi über du Verlrain im Mum.
Im I in [) e r f *' k l II III laiilft das Suflix Pa>Mvi
Bei eleu auf i mit vorhergehendein ^'nkal endigenden Stänniieii isi im
Imperfektum Aktivi bekanntlich das t des Stammes abgeworfen; im Piuür
bleibt dasselbe fort, es tritt aber zwischen den betonten Endvoical de» Akli*
▼um und die Paaaivendung t dn f.
Bei den anderen auf Vokal endigenden StSmnien gelten folgende Itegdo:
Anf f und q folgt das SulBx Passivi •> unmittelbar, nach w und 0
wird ein n vor dem Suffix Fassivi eingeschoben.
Imperfekti
Passivi
Stimme mit Konsonant
am Sehlnfl
1
KtJBmni^ mit i nnil
0UUIJtl«C IJJIIf 1 UIJU
vorhergehendem
Vokal am Schluß
^t^mnip mit VoLsl
Vokai) am SciiJulJ
OHMUUie
mit Kon-
sonant
am
Anfang
2. » * At -ff 8«- i
1. • Plur. i-i»«fi-t
j2. • • e-nnv-i nrini
|3. • • ^-naj2-i (ntmi^)
0— Vlif W- p— •
Stimme
mitV'okal
(außer t)
am
Anfang
[A] Öf-I
l-^fi»-ff-i
Stimme
mit t am
Anfimg
Vm die psssivp Möglirhkeit au.szu(iriicken , bedient man ^u-h einfr
besonderen Verhairomi. Im Deutschen wird dieselbe durch Adjeküva auf
••bar- ausgedrnekt. Im Masai wird sie durch Anhangen des Suffixes -m
ausgedrfickt, das den Ton «rhilt Außer den Posonalprilfixen findet sieh
keine weitere Vorsilbe; s. B.:
^-mir-atf »sind sie vertreibbiir?« = »können sie vertrieben werden ^
a-nas-ai »ich bin traghar* = «ich kann getragen werden*
«-«ttj2s-aj' »es ist genießbar« = «es Icann genossen werden«.
Die Veneniiiiig.
Die Vemeinuiig des Verbitm geschieht im Masai verhSItoismißig nn>
foeh. Was Stamm und Suffixe betrifft « so gelten tu sfimtliehen vemrin;m
Formen dieselben Regeln wie beim affirmativen Indikativ Imperfekti.
Zur Verni iiiiitn; des Perfektum bedient man sich des Präfixes f<w--
Allein grbraiiclit ln^dpiitct ^/i/ soviel wie -norli »»irht«. AVoitore Trm|v'r»I-
präfixe finden sich im verneinten Pt-rteklum iiuht. Die PtMsonalj)! iitiv^
stehen xwtbciien dem Verneinungspräfix und dem iStamm. Im indiknn
Fokkkn: Einige Bemerkungen äber das Verbam im Musai. 137
Imperfekti laiitrt das \>rnf»iinin{»sj)räfiT m(t)-, Hf»tn im Konjunktiv
noch das Konjuiiktivpiiitix »•(()- \ ortic-clzl wird; docii richtet sirh in <lif's*M'
7ii«sa!nfnf nsfl/.iiii;; der \'okal des Ivoiijtiiiktivpräfixeti lediglich nach dem
lolgeiidcn \'okal dns VfrneiniingspräHxps; z. B.
l. Pers. iSni^. \'n - m-fi'Xir »d^ß ich iiiclit schn-ihe«
1. • Plur. vi-wi - kr -.^ir »daß wir nirlit schrcihrii«
Will man die \'ernpinnn;; ini Indikativ Iinpprf'fkti n<»ch verstärken,
so bedient man sich des liingeren Präfixes mekur{e)-, im Deutschen etwa
>in der Tat nicht, gans und gar nidit-.
Der Imperfttlv wird im Siniipilar durch du Prifix mt- vcimeiiit,
dem im Plural noch der Vokal a- oder vorKesetitt wird. Bei den mil t
h^innenden Verbalatimmen tritt nach dieser Elndung natOriich wieder Nasa-
liening dea An&ngakonaonanten ein.
Ver-
nehnpig
Stämme mit Rousouant
SchloS
I Sllmme mit i and
vorhergeheiiHeni
Vokal am Schluß
Stimme mK Vokal
(außer I nach
Vokal) am Seblufl
StiUninc
mit Kon-
sonant
am
Anlang
Perf.
Imperf.
Ind.
ver- l
stUrkt)
Koiy. I
Imp.
Sing. etU'O'Val
Plur. ftU'ki-'Süi
iSing. m-a-sal
IfIiv. mi-Jh'-val
Sing. mekur-a-£al
Plur*
'*^'"g- va-m-o-j«/
Plur. vi-ml-ib'-sa/
Sing. mi*£al
Plur. a(^)- mi'vai
I
I
Stämme
niit\'okal
(aufier i)
am
Anfang
Perl', r/u - n - <> k
«
Iraperl'. Ind. m-a-{)k
Koiy. vt^-m-a-gk
Imp. ml^pk
\ eltt ■ n -iirö
I * * '
m -a- uro
va-in-o-ttf(i
ftn - II - <> ru
• •
va-m-a-^fu
ml-^f«
Stamme
mit ) am
Anfang
Perf. etti - a- ibu n
Imperf. Ind. m-a-ibun
Konj. yR-m-a-ibun
Imp. nU-mbuA
ftu-a-inorä fht-a - ttav
m-a-inQfd [m-a-itau
va*m>a>ifi^f<j !ya-m-a-f/a»
mi-nsrd ^mhndau
Bevor wir nun auf die von jedem transitiven Verbum mehr oder
weniger au hildenden Verbtlspezte» niher eingehen, mögen hier einige un-
regelmSfiige Verba auigecShlt werden, welche in ihrer Konjugation mehr
oder weniger von den bisher gefundenen Kegeln abweiclien. Man kann
(lieaelben in zwei Or upften /.usannnenfasitpn; die einen liaben im Perfektiim und
linperfeictom iboÜche, die andern ilagegen voUatandig versdüedene Stimme.
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1B8 Fokkkn: Ein^ Reinerkuiigaii Ober Am Verbum im Masai.
1. Bei den mit ähnliciien «StRinmen im I^ciTekliim und liDiH-rfektiiiii
fällt eine Gruppe auf, deren Stamm im Perfektuin auf Vokal, im Ituper-
fekttim auf Konsonant endigt. Hierher gehören u. a. :
I'erfektuiii Imperfektum
er - m«^ » a n 7. n n f 1 en • n- innk
a-itov\^ »lifileii, retten* a - itucqk
a-ta-dtta ».sehen« a-d^
a-ta-nd »saugen« a-ngk
a-iäa «von sieh werfen« a^iiidk
a-ta'la «loalnnden« a*lgk
a-i-a »werden* {a^ =) aku*-
a-kL-mig^ «sieh gewöhnen« a-mippAH^
Sing. <?-(> I . ^ 1^ 1
Flur. «.(^ 1 ^"^^ ^'^^
Weiter liri^' i) ähnliche oder wohl gar gleiche Stämme im Perfektum
uud Imperfektum iuigende unregelmäßige Verba:
Perfektum Imperfektum
«
Sing, a-inyu | ^^^^j^i^^^
Flur, kmi^^ \ * • ' ImperaL Sing, nyu
Plur. my^fiu od. mjfiif
Sing, a-tn- »/ftrw ) -wollen. '*^'ng. a-y^
Plur. kitnyotu * wünschen« Flur, ki'jf^
a-tä'la •btfiiidtig sein, nicht a-lau
haben, vermissen«
a'Unv^o «gesund werden« a-ikt
a-tfi-fAtwa «das Vidi fort- a-fem
treiben«
a'-m0u «bekommen, finden« d»hm
a-t-uAaijfe 'verlassen, loslassen« a-mva
ü'tQ-iiua «riechen« (intrants.) a-nu
a'baüna (ohne Praf.) «das Vieh a-Amäia
zurücktn'iben, wenn es
.sich verlaufen hat«
a-ktcot-a (ohne Prüf.) «fliehen« a-kwot
Sing, a-ta^iie [seil. asarge\) a-uo
Ol i:- ^ } »Wüten« a „
Plur. kUoMtQ \ 2. Fers, %-wg
Q'ücuna «handeln, tun« onlftp
Sing. <i«MQ j , . , a-w
Ptur. \ 'i''"^^'»- Imperat verneint. Imperat
Sing. a-t-U'a ) Sing, a-tf
-sterben
Phir. MSMote j Plur. Atf
= Die Hrei Irtzt^onaautcn Verba hingen im Iinperfektom außer den Koqm-
uauten noch cm bctiiuli - u au.
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FoKKti«: Etntgf! Bemerkmigen Aber das Varbnin im Mutti. 1S)9
2. Verba mit gaox verschiedeDen Stauioien im l'erfcktuin und lai]>ei'>
fektuui:
Perfektuin Imperfektum
a) a-inom »essen« d-nya ^
Das l'assiv wird gewohnlich im Perfektum und Imperfektum vom
Stamm -mos- gebildet;
Perfektum Imperfektum
a-mosaki a-inqgi [oder a-nyat\
Khens(t wird die Furni der paiisiven Möglichkeit vom Stamm -moit-
gehildet: e-mosai.
Die später zur Besprccliung gelangende Zustaudsform bildet man von
beiden Stimmen:
Perfektum Imperfektum
b) Smg. a-iam» «gehen* 1. Fers. Sii^^* 0-ljp
Flur. hi-4fgngik 2. > > c-lp
3. • - «-^
1. • Flur, W-2i?{r
2. • • i-^V!^
3. » • ^' - tpio
Imperativ Sing. ««/
Phir. mdjömf
KohoTtatiT Plnnü» mdwe oder mä^dm «Inßt uns gehen!«
Perfektum Imperfektum
c) Sing, a-itc« »kommen« 1. Pers. Sing. a-/(>/M
Plur. Ai-ffti ({>?) 2. • » i'lgiu
3. • • «-Ipi»
1. • • Flur. Ai-igfaiw
2. • • i-spfMiN«
3. » •
Imperativ Sing, idqu/
Flur, ttgiu/
Yerhal Speeles.
NrlxTi (li'ii bisher besprochenen I'ormen des transttiv«^i\ N t-rlmm liildpt
das Masai tine nicht geringe Anzahl balspezies. mit lieren Hilfe umn dem
transitiven X'erbum die vei*schiedensten Bedeutungen geben kann. Es werden
' bei der folgenden Beepreehung der Verbatepexies nnr die Merkmale ange-
miirt« welche in den abgeleiteten Formen VerSnderungen unterliegen. Da
der Konjunktiv und Infinitiv Imperfekti sowie Amtliche verneinten Formen
dieselben Stammverindeningen und Suffixe aufwmsen wie der Indikativ
Imperfekti, so genügt es. diese Erscheinungen nur einmal, nämlich fHr den
Indikativ Imperfekti, an/ufuhren. und es versteht sicil von selbst, daß das
hier Gesagte fiir sämtliche oben augelülirtüu Furmeu giiu Ebenso haben
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140
PonEH: Einige B«merkun|[;en <lb«r da« Verlmiii in Vhan.
der Iiifiiiitiv I'd lcUli , tin Knlioi i\ , Imperativ* uiul .Iiissiv <li »'selben Suf-
fixe; liier habe icli dii* am hHuii^.sti'ii grbranciite Form, <ien Imperativ, ge-
wählt. Ks werden »Iso im folgeiideii nur «lie Suffixe fTir den Imperativ
angefiihrt« womit gesagt iitt, falls nicht aiisdrficklicli das Gfligenteit bemerkt
wird, daß dasselbe el>enfalls fllr den Infinitiv Perfekt!, den Kohortativ uad
Jussiv gilt Die im folgenden nicht aufgeführten Merkmale der Koiyugatloa
erleiden g^eiißber der transitiven Form keine Veränderung« so s. B. die
Präfixe, welche nur in der kausativen und in der zweiten Zustandrfom
verändert werden.
1. Die relative oder angewandte Form.
Der Gebraurh der i*f>lativfti Kinin ist derselbe wie in den Banta«
sprachen. Kine Menge der deutschen Präpositionen wird im Ma<!a! mit
Hilfe dieser Form »iinschriebrn, /,. R. »fiir« , »wider-, »weijen- usw. B*^-
.sonders aber bedient man .sirli der relativen Form, wenn dem \"<Mhiiin ( i-i
Dativ der IVrson iolgt, /.B. jemandem schreilien, jemandem etwa.s .stehlen
=^ ihn b&stehlen , jemandem den Weg bereiten usw.
Die Bildung der angewandten Form:
Die Präfixe bleiben dieselben wie bei der dnfm^hea transitiven Form.
Die Suffixe tauten im Indikativ Perfekti:
Sing, -aka bxw.
Plur. 'OkUia ba&w. -fjtöülp
Bei den auf i mit vorhergehendem Vokal endigenden Stämmen lanten
die.se Suffixe verkujv.t -kn hrAV. -kü, 'kitia bzw. -kitio. Diese werden unter
.\u.sstoßimg des Schluß-/ des .Stammes an den znrückgebliebenen einfachen
Vokal gehängt; z.B.: vofi n - (n - viiroi - yr »stehlen- lautet die angewandte
Form a ' fo- puro-kn •jemaiultMi Uestehlcn«, von a'ifispi-ye »schicken« a-ijriva-'
ka «jemandem etwas sohickm ..
Im Indikativ im perfekti lautet da^ 6uftix der rclaüveu Form im
Singular uatl Plural -aki b/.w. -nki.
Bei den auf i mit vorhergehendem \'okal endigenden .Stämmen wird
der Anfangsvokal wieder fortgelassen und da.s ' so verkürzte Suffix "hi in
derselben Weise angehängt wie die Suffixe des Indikativ Perfekti.
Im Imperativ lautet das Suffix nicht wie bei der einfachen transi-
tiven Form ähnlich oder gleich dem Suffix des Indikativ Perfekti, sondern
gleich dem des Indikativ Imperfekti. also -aki hsw. Im Plural hört
man bisweilen eine verlängerte Form -idciH bzw. -plAi'. welche wieder an
das Perfektum erinnei't.
Bei (l»Mi Hilf / mit vorhergehendem Vokal endigenden X'crKalstkmmeii
findet sicii Iiier dieselbe Ki*seheiniuig wie im Indikativ Prifckti und lnij>er-
fekti, nändieh Fortfall des Anfangsvokals des SuiHxes und des Sckluß-i
lle^ .*>ta mines.
\ on der angew .uidlen Form bildet mai. nnrb dns I^assiv. bei dessen
L' berset^uitg iit.s Deutsche abtir merken ist, daß dir im Üeutscheo
^ j . ^cl by Googl
Fokkkk: Eini^ Bemerkungen Ober das Verbam im Masai. 141
durdi den Dfttiv wiedergegf bene Person /um Ki*°iiiinatikalischen Salfjekt
wird . während das i:>u^jekt des Deutscheo aJ« eine Art AccuMtivus graecus
folgt; z. B.:
a-te-y§A-aka-ki eiigiten »für mich, mir ist »'in Hind gesclilachtft«.
Was die Bild im u; des Passiv der aogewaiidten Forui betrift't, so
ist folgendes zu iiin ken;
Im Pert'ekluiii w it-d regelmäßig duit .Suifix - Ar» angehüugt, wälirend hu
Jniperfektuni swischen das Schluß- 1 der aktiven angewandt«!! Form und
das t des Pasüiv ein n eingeschoben wird; z. B.:
«•oi^-ih'-n-l -ich werde bestohlen«.
8. Die intransitive, reflexive und reziproke Form.
Melirere transitive Verba bilden eine intransitive Fonn. Daneben
gibt es eine Reihe ursprünglich intransitiver Verba wie «milde sein«, «satt
sein«, «schweigen« usw. Anfangs wollte ich letztere als besondere Kon-
jugntion neben den transitiven Verba behandeln, da sie betreffs der Suffixe
wesentliche Sonderheiten aufweisen. Da aber die ui-spriinglich intransitiven
Vfrba genau so behandelt werden wie die von dfii trnnsttiven Verba abge-
leitete inti-ansitive Ki)nu, begnüge ich uücli der Einfachheit iialber mit obigem
Hinweis auf ihre Existenz.
Kine wesealliche Änderung gegenüber dem truusitiven V'erbuui ist
bei der Bildung der intransitiven Fonn die Annahme eine.«« Suffixes im Indi-
kativ Imperfekti und in den anderen dieser Form betreflTs der Suffixe glei-
chenden Formen — Koiyunktiv, Infinitiv Imperfekti, verneinte Formen.
Da dieses Suffix Imperfekti der intransitiven Verba gleichlautend ist mit
dem Suffix Pecfekti der transitiven Verba, so ist es im Anfang sehr schwer,
auf den ersten Blick ku erkennen, ob man es mit einem transitiven i>der
intransitiven Verbum %u tun bat, ob ilasselbe im l'erfektum (»der Imper-
fektum sti llt. Krkcnnbar ist es fTir <j;e\völHilich an d«Mii IVnfix, das auch
l>ei der intraiisili\ en Konn wie ln^-i der transitiv«Mi l'ehlt im ]m|ieiTektum.
Hat man also ])eis|ti»'l.sweii5L* iniie V'eihaUurm mit dem Suffix -u V(»r sieh,
s»» aditut man auf das IVäfix. Fehlt jedes Präfix, so hut man i'n nut dem
Juiperfektunt einer intransitiven Form /.it tun, da ja da8 transitive Verbum
im Imperfektum kein Suffix anuinunt. Hat aber die mit -a schließende
Verbalfonn ein PrSfix, so kann es nur das Prifix des Perfektum einesi
transitiven Verbum sein. Allerdings haben die mit • beginnenden Verbal-
atSnmie, wie fiüher gesehen, auch im IndikaÜv Perfekti bei transitiver Be-
deutung kein Präfix, so daß man bei dieser (Inipjie von Verba auf das
tatsächliche Felden oder Vorhandensein eines Objekts angewiesen ist, UUI
festzustellen, ob die eitr/.elne Nerbalforn» das Perfektum eines transitiven
\'erbuui oder das Imperfektum eines intransitiven \'erbuni ist.
Die Bildung der intransitiven Form.
Die Präfixe sind dieselben wie bei der transitiven Fonn.
Die Suffixe lauten im Indikativ Perfekti:
Sing, 't Plur. ^ate bzw. «v^.
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142 Fokken: Einige Bemerkungen über das Verbam im Musai.
Die intransitive Forin eines transitiven Verbuin, dessen Stanan auf
I mit vorhergehendem Voka! endigt, ist mir noch nicht begegnet. Wohl
aber i^ibt es ttrsprünglich intransitive Vc*rl)a, deren Stamm auf i tnit vor-
hergt'litiidcin Vokal endigt. Dieselben haben iui iVrl'ektuni ganz wie <iie
üiinliciien transitiven Verba
im Singular das SulSz -(y)«
» Plural • *
X. B.: Sing. a-Ai-6ai-y» »ich bia angekommeii«
Plur. ki'ta'bai'tifl »wir sind angekoniipen-
D!e auf -« endigenden VerbaUt&inme lasseo die intnuisitive Form auf
-ny« endigen, im Phiral hört man bisweilen -nyafe; z. B.: a-tu-mlif-a
■ hinunterlassen« bildet die intransitive Form a - iu • stäu • nye »hinunterstijiTen«.
Die Suffixe der intransitiven Form im Indikativ ImjHM'fekti Inuten
'ti bzw. -o. Atirh die ursprüuglidi intransitiven \'erl»a uiit St;imiiitii auf i
mit vorhergehendem Vokal nehmen im Indikativ Imiierlekti diejsrs .Siittix
an; z.
jl-a-Aot-a «daß ieli ankomme«.
Die auf •« endigenden Stilnime lii^en im Jinperfektuin dasselbe Suflit
wie im Perfektuni, oiinlicb *tiye.
Im Imperativ lautet du Sufüx der intransitiven Form -ai bzw. -fis
das im Plural zu -ata bzw. -otp wird.
Hier weichen die ui-sjjrnnglich intransiti\'en \'erba, deren Stamme auf
1 mit vorhergelicridcm \'nkal eii(lij:,tMi , wieder ;J>, indf'n» sie nach dem Diph-
thong (U'> Stamnics tihigcs L;kiehlault;ntlc 8ul'li.\ loi tlassejt, also im imj>frativ
überhaupt kein iSunix anncluuen, so im »Singular und im L'lural; z. B.:
ia-bai »komm aul«
enda-btn «kommt an!«
Die auf -n endigenden Stimme iiaben auch im Imperativ wie im Indi-
Icativ P«rfektt und luiperfekti das iSufliz -ny«, so daß bei diesen Verba,
falls sie in der intransitiven Form gebraucht werden, das Tempus nur an
den Pi^xen erkennbar ist
Die reflexive Form.
Es gibt Verba, von denen sich dem Sinne nach keine intransitiTe
Form liihlen läßt, die aber die rellexive Fonn blUli'u können. Da nun bei
flcr rt 'lf'vivcii Form chenso wie bei (h*r intransitiven Form ein utilVriialb
lit's jeut'iiigen Subjekts iiegfodes CHjjckt nicht cU-nkbar ist, su bilib't man
von dit'scri \ Ci ba die rellexive Form genau so wie von den andei'en \'erba
die uitransttive iorm.
Die Suffixe lauten also im Indikativ Perfekt!
im SiQgular -s
• Plural 'Ok baw. >9ls
Das '■e des Singular wird bei einigen Verba fast wie i gesprochen.
Die rellexive Form wird von einigen Verba» die ihren Stamm unf t
mit vorIierg(^liendeni Vokal endigen lassen, gebildet» Da <lieselbt?n schon
in der Grundfonii ihr l'ertektum auf •« eudigeu lassen, bilden sie die re-
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FowiKii: Einig« Bemerknugen über das Verbuni im Mtaat. 143
flezive Form abweicheod ▼on obiger Regel gerade so wie das Paasiv Imper-
fekü in der transitiven Form, alao indem sie das Schluß -t des Stammes
abwerfen und die Endung -fi anldüigea: s. B.:
a-imdg-fi »sich verateeken«
a-tu-tula-fi »aicb hinunterfallen lassen«.
Das ReflexivsulSx dieser VvrhR erleidet in keinem Tempns eine Ände-
rung, also: m-isudo-ri «verstecke dich nicht!« (Stamm und Suflix des Indi-
kativ Iniperfekti: intd^'fi »vei'stecke dich!«).
Da dir mit i l)e/;j;innenden Stämme den Indikativ I'ei*fekti und den
lndikafi\' lrii|it'i Akti auch nicht durch ein Prfifix untersrlipiden, so ist bei
fcllcxiv cu Form eines Verhum, dessen Stamm mit / liej^imit und mit i
1111(1 \ (II ln iTjehendem Vokal splilipL^t, wie -isudoi-f der Indikativ Perfekti
niciit voui Indikaliv linjn-i iV'kti /u iiiili'rsclH'i(l«*n.
Iin rilji i^rn Inutet das Snftix im 1 iiUi ku ti V 1 m [M'rle k li bei der re-
llexivcu wie In-i der iutraii.siLi\ Form -a bzw. -p. Außerdem begt^iiete
mir bei einigen Verba da.s Sufiix -u, doch (heses wuid nur infolge von
\'oka]assimUation, nftmlieh dann, wenn der TOrliergehende Vokal des Stammes
II oder 0 ist.
Im Imperativ gleichen die SufBxe der reflexiven Form denen der
intransitiven Form, also im Singular -ai baw.-£*, im Plural -oAi baw. «(»Ip.
Beisiuele:
Indikativ Perfekti: Sing* a^d-e •sich einreiben* (das unregelmäßige
Präfix findet sicii sclioo bei der transitiven
Grundform)
a-t'en-e »sich liinden«
a-t-gdj-i -s\\\\ Iv ratzen«
e-t-un-i .sicli |>llan/.en< (von der Sonne
gt^agt, wenn sie um Mittag iut Zenit
Steht)
a'iau^'i »sich reinigen*
Plur. ki-el-ate
ki't-rn-ate
M't-gdj-^te
Indikativ imperfekti: Sing, a-el-a
a-en-a
a-gdj-u
e-m-u
Anmerkung: Bei letzterem Beispiel lautet die Form (lir das transi-
tive Perfektum und die tiir das intransitive Imperfektiiin völlig gleich, da
die mit i b^innenden Stftunne ja auch im Perfektum kein Priifix annehmen;
die Suffixe «lier aind in -diesen beiden Millen gleichlautend.
144 Fokkto: Einige Bemerkong^n Aber da« Verimm in Mani.
liop^r&tiv: Sing, el-ai
t-m-ai
t-gdj-oi
isudJ-ai
Flur. £|-«Ib
Von Verba, welche die transitive und die reflexive Form bilden
können, wie •aufhangen« (intiaiisitiv «liangen«, rcflr xiv ■sich anfliängen-)«
bildet nmn dits Reilexivuni im Unlersdiieil von der intransitiven Form mit
Hilfe ilcf Partikel kiort und gtt^t^ weU'he man — erstere im Singular, die
aiuiere im IMural lU-i- ti ansitiven Foi iii Ljewissennaßen als Objekt folgen
hißt; 2. ü.: .Sinii. a-t-ek-a kjspi »ich liing mich selbst auf«
i^iui'. ki-t-^k aim
Die reziproke Form.
Mit der reziproken Fonn bat es dieselbe Bewandtnis wie mit der
rellexiven Fortn. Wie es Verba gibt, die keine intransitive, dafnr alinr
reflexive Form bilden, so gibt es andere, welche ebenfalls keine intransi-
tive, wohl aber eine reziproke Form bilden. Zunäclist ist hier von der
rein rexiprokeu Fortn die Rede, welche naturgemäß nni- im Plural vor-
kumuit; •/. B, -sich untereinander lieben«, »sich gegenseitig scldagen« usw.
Da auch in dieser Form ein HMt^orhallt des Sid)jekts liegende»; Objekt
ansgeschlosst ii ist, so wird iiueh diente Form gleich der intransitiven {ge-
bildet, mit anderen Worten
im Indikativ Perfekti lindel .sich das Suflix -a/^ bzw.
• • ' Imperfekt! • • » > -a *
• Imperativ > • • • *ata • «plp
t. B.: Indikativ Perfekti A»-l|^-iiysf «ole »wir liebten uns«
kt^t'Of'Ote «wir schlugen uns«
• Imperfekti Art-nyflf-a
Imperativ endQ-nygf-ata!
e/td-of-ataf
Hut man also ein \ frliuni mit tiem Phiralsuffix - a/^ vor sich . s*> kaun
dadurcli tlreierlei ausgctlrürUi wcidni: «Ii»- intransitiv»-, die rellexiv»« uml
die ri'zipi'oke Form. An» sichersten gciil man, wenn man hei Verba, welche
die intransitive Form bilden können, zun&chst diese Bedeutung annimmt
E» gibt Verba, welche dem Sitme nach sowohl die reflexive als die rexi-
proke Fonit bilden kdnnen; x. U. •schlagen*. Hier wird die auch in
Deutschen bei •sich schlagen- gewöhnlich gemeinte resiproke Form auf
obige Weise wiedergf^eben , während die reflexive Form durch das Trso-
sitivum mit folgendem gten ausgedrückt. wird. Also
kitgraü! »wir achlugen uns untereinander«
kiifff' gten • wir sctilugeu uns selbsl-
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i'UKiuji: Einige Beuitirkungcii über das iV^erbuai iiit Masai. 145
Bisher war nur von der reinen reziproken Form die Rede. Daneben
bestellt noch eine zweite reziproke Form, bei der nur der eine Teil des
lo{?isclien nopjjelsiibjpk ts rnni grammatischen .Subjekt erhoben wird und
dieses infolgedessen auch im .Singular vorkommen kann. Im Deutschen wird
diese Form folgendennaßen wiedergegeben: Beispiele: »sich schlagen mit
jemand«, >ziu»auimenbleiben mit jemand- = >mit jemand zusammen wohnen«.
■mMmmen geben mit jemand« usw.
Die Pfifize bleiben aach hier wie bd allen bisher besprochenen Verbal-
spesiea unverindert Das Suffix lautet in siaitlichen Formen — Indikativ
Perfekdi Indikativ Imperfekti und Imperativ im Singular und Plural —
-Of« kcw. >ff«. Wahrseheniliefa liingt dieses Suffix mit der Zahl ore »awei«
nisammen.
Der zweite Teil des logischen Subjekts, der im Deutschen mit der
Priposition »mit« beigefügt wird, folgt im Masai als Accusativus graecua.
Es heißt also:
a-tg-ruö-are aUunani «ich ging zusammen mit dem Menschen«
Indikativ Imperfekti a-fub-afe
Imperativ tg-psb-tifel
8. Die absolute Form.
Von nicht wenige transitiven Verba kann man eine, absolute Form
bilden, welche angewandt wird, wenn das Ol^kt des transitiven Verbum
voUstSndig unerwähnt bleibt; B. »sicfa f&rchten« (wovor man sich f&rchtet,
bleibt unerwähnt); oder «.stehlen« (was man stiehlt, wird nicht erwälint,
sondern es wird nur schlechthin gesagt, daß man stlelilt). Weil ilas Ohjekt
bei dieser Form ausgeschlossen ist, so ähnelt auch hier das öufäx dem der
intransitiven Form.
An den Präfixen Undet auch hier keine Veränderung statt. '
Das Suffix lautet im Indikativ Perfekti im Singular 'iie, im
Plural 'iiffit»
Die mit t* und vorhergdiendem Vokal schließenden Stämme werfen
vor diesem Suffix ihren ScbluBdipbtbong voUständ^ ab; s. B.:
Sing. a'iQ'jgur'tki »stehlen*
Plur. ki-tg-vuT'ii^
Im Indikativ Imperfekti lautet das Suffix ffir Siugular und
Plural -f.w.
Der Imppntiv der absoluten Form wird selten gebraucht, da man
sich in der Befehlsform gewöhnlich bestimmt ausdrückt und da.s Objekt
hinzusetzt. Bildet man den Imperativ der absulutcn Form, so lautet er
auf -ii^.
Beispiel: Indikativ Perfekti Sing, a-t-un-üt «sieh f&reliten«
Plur. M-i-u^'ü^le
• Imperfekti Sing, a^vf^'üf
Plur. hi'Uf^'ÜQ
Imperativ Sing. ^p-SMT'*^* »stehlen«
Plur. md^'Vtf'ügi
lliM.d.8aiklL0riMkSpMlMa. ISO;. ULAbb 10
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146 FoKKEi«: Einige Benierkiuigett Oli«r in Verbom im Mmm.
I
4. Die Zuatandsform.
Far die deutsche Redewendung >ich bin dabei» etwas tu tiin« gibt es
im llasai doe besondere Verbalform, die mit Hilfe des SufBx -lis bsw.
-üf gebildet wird.
Die mit i und Yorbergehendem Vokal scliließendeo Stämme werfen
vor diesem Suffix wie bei der absoluten Form den ganzen Diphthong des
Schlusses ah; B.: a-inor-üß (Stamm «ifiefat») »ich seile«, d. b. in diesem
Augenblick bin ich sehend.
Eine zweite Form des Ztistandes wird mit Hilfe des i'rätix ge-
bildet, das vor die Personal priitixe tritt, denen der reine Staimn ohne Suf-
fixe folgt. Diese Fonn wird auch für die \ ergaagenlieit gebraiiciit, während
die erstere ibrw* Bedeutung gemIO nur von der Gegenwart gebnutehl wird.
Wahrscheinlich Ist obiges IVIfix das Wort 0fte, das «selbst, ebensdbit
nur« bedeutet Dementsprechend wQrde diese Zostandsform im Deutsebco
genau folgendermaßen wiedergegeben werden:
ak-a-mQiy «ich war (bin) nur krank, w«ter hatte (habe) ich nichts«.
5. Die kausative Form.
Um aumudrttcken, daß Jemand die durch die Omndform des Verhan
beseiehnete 'ntigkeit oder den Zustand dessdben votmlafit hat, bildet mas
wie in den Bantusprachen die kausative Form des Verbum.
Während bei den bisher besprochenen Verbalspezies der Gnmdstamin
des Verbum in keiner Weise verändert wurde, sondern ihm nur verscbie*
(jene Siiffixf» nngehangt wurden, bildet man beim Kausativ gewissermaßen
einen neuen erweiterten Stamm dtncli \'oi'setzen bzw. Anliängen eines L
Diejenigen Verba, welche im Indikativ Perfekti das Präfix te-, <f- tisw.
odei' verkürzt /- haben, bilden den neuen Kausativstain m durch Vorsetiung
eines • vor obiges Perfektunipräfix. Dadurch werden diese ursprikoglich
mit Konsonant oder Vokal auOer t begonnenen VeAalstimme in soldie «er»
wandelt, die mit t beginnen. In ihrer Konjugation werden sie dann audi
gans als solche mit t beginnenden Stimme behandelt; s. B.:
o-t'pk'ff »trinken«
Kausativ a-djpfr-o «bewissem« (Qarleo)
2. Peis. ndpk^
Indikativ Imperfekti a-itok
Verneinter Imperativ mhidok
Imperativ Sinu;. ndoko
Piur. endok
Der Imperativ der Grundform lautet
Sing, tgkg
Plur. endgk
Die Suffixe bleiben, wie das Beispiel zeigt, dieselben wie bei der
(inmdforin. nur daß sie jetzt eben als mit i bef^irmende Verbalstämm»^ h^-
handelt werden, daher der Unterschied des SuDtixes im Plural des Imperativ.
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Foxucw: Einige Betnorkoiigen Aber da« Yerbam im M«Mi. 147
Belr^ der nrsprilii^idi iDtTtMäiven Verba ist tu merken, daß sie
io der kausativen Form natOriicb ihre intransitiTen Suffixe mit denen der
transitiven Verba umtausciien, weil sie deich jetzt tu transitiven Verba ge-
worden sind. Somit nehmen auch diese in der kausativen Form im Indi-
kativ Perfekti Hie Suffixe -a, -o oder -u an und verlieren im Indikativ
Imperfekti jed( s Suffix; im Imperativ aber haben sie gemäß den transitiven
Verba nicht das intransitive Imperativsuffix -ot oder sondern -a, -q ,
oder -u.
Folgendes Beispiel möge das Gesagte veranschaulidieo:
a-if'kir'e (intrans.) »sciiweigen«
Imperfektum a-kir-a
Imperativ {ti ?) -kif-ai
Dagegen das Kausativum a-it^kir-a »zum Schweigen bringen«
Imperfektum a-it^kir
Imperativ ndfkijr-a!
Von zwei unregelmäßigen transitiven Verba, welche das Pi^x ia
bzw./- haben, ist mir bislier das Katisativiim bekanntgeworden. Da«? eine
hat auch im Ka isati\ ebenso wie in der Grundform im Perfektum und
Imperfektum verschiedene Stämme ^ d. i. '
a-ta-iHfn »sehen«
Imperfektum n-rhl
Kausativ a-ttaä^ »zeigen«
Imperfektum a - itad^
Imperativ ndad^a
Das andere hierherge)iöripe Verbum läßt den Stamm im Unterschied
von der Grundform im Kausativ uaveraudert; d. L
a-t-a «sein«» »werden«
Imperfektiuu (o^) aku
Kausativ a-t/a >ich lasse werden« = «mache«; z. B. aita
miai «ich mache schön, verherrliche«
Imperlektuiu a-itd
Imperativ nddl
Verba, deren Stamme schon in der Grundform mit r beginnen, bilden
das Kausativum. indem sie an den Schluß des Stanmie^s ein t anhängen,
SU daiä dei'selbe jetzt mit i begiunt und uüt t schließt. Dieser neue Stamm
wird ^nfidls nach den Regeln der transitiven Verba mit Shnliehmi SttmnMn
dnrchkonjugiert.
Das Suffix lautet ni allen Formen -s, yor dem das % vom Halbvokal
verllfiehtigt wird; s. B«:
ü-wtik'a «H^eD«
Katiaativ a«miX|*-s «hinlegen«
•••••
a-ilev'«t •hinaufkletkem«
Kausativ a>4ai'0 «hinaufbeben«
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I
148 Fokkkn: Einige Bemerkungen Aber in» Verbnin im Masai.
Zwei kausative Formen konnte ich bisher feststellen von Vnba. <\i'rn\
St&mme io der Grundform mit t beginnen und mit Vokal schließen* das sind
1, a-ifa4tt -stehen«
liiipeifektiiin a-itgäe
2. das iutransiti\ Veiliuin a-inasi-e »traurig sein»
Impt'ifektum a-inmi-a
Diese \'erba bilden das Kaiisativnni ebcnlaiis durch Aiiliänjjeii eines
t an den Stanuu, wobei das Inipcrrektuiusuffix -a bei deui intraiisitiveii
Verbuni auch mit zum Stamm gezogeh wird} somit entstehen neue Stinune,
wdehe mit i bef^nnen und auf t mit vorhergeheodem Vokal endigen , nimUeb
•«■OMOt-
Diese Stamme werden ganz nach den Regeln der transitiven Veriba
mit Ehntichen Stibmnen beiiandelt» abo
Perfektum U'Uaifi'ye ■hiostellen«
Imperfektum a-ita4ei-ye
Perfektum a^i&MMi-jie »betrQben«
Imperfektum a-matiai-jff
6. Zuaammeuaetsung zweier Verbalspeziea.
Das BeflMivum der aogewandtea Form.
Es gibt doige Verba* wdcbe gewöhnlidi in der relativen Form ge*
bnucht werden, von denen man aber OOCh die reflexive Fonu bilden kann;
2. B. von der relativen Form «anlehnen an* bildet man das Beflexivum ««eh
anleimen an« oder »sich umwenden zu«.
Die Präfixe bleiben wiederum dieselben wie bei der (Jrmidfnnn.
In betreff der Snftix«, findet eine ähnliche Bildnng ^tntt wie bei der
Bildung des Passiv der angewandlen Form, nur daß am Scbluli wieder wie hei
der reflexiven Form der Grumlverba die intransitiven iüudungeu hervortreten.
Im Indikativ Perfekt! lautet das Suffix
Sing, -akme bzw. -Qkine
Plur. -akmole bzw. -pkm^
Im Indikativ Impert'ekti wird d&s Suffix zu -akinu bzw. 'fkimt
luid im Imperativ au >aAmd« bzw. -okinöi, Beispiel:
Sing, a-irii-akine «sich anlehnen an«
Plur. ki-fü-akingte
Imperfektum o-^-oMnf
Imperativ {ifrii-akmiL
7* Die erafthlende Verbalform oder das Verbum mit n kopulativuin.
In der Erslhlung g^bnuiefat man das Perfektum sehr seltm« fi»t mr
zu Anfang. Die folgenden Vcrlm, besonder wenn sie eine direkte oder
indirekte Folfj;e des ^'oraufgehenden bezeichnen , setzt man in die erzählende
Form. Uegeimäßig tindet sich diese Form im Nachsatz. Das Charakteristi*
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Fokucn: Einige Bemerkungen über das Verbum im Mami. 149
kuin derselben ist das n kopuUtiviiin, dem zunächst die Personalprlfixe und
dann der Stamm folgen, und zwar letzterer mit seinen EigeutQinlichkeiten
und Suffixen, wie sie sich im jeweiligen Indikativ Imperfekti finden; z.B.:
a-ivohi engerai när »ich rief das Kind und schlug (es)«
kikmmij-ate nikiräk »wir waren müde und schliefen«
Soll die er/.ählpn(lf' Form verneint werden, so tritt das n kopulativum
vor den verneinten imlikaüv Imperfekti, so daß die Reihenfolge der Prä-
fixe, ihnlich wie beim verneinten Konjunktiv, folgendermaßen ist:
Zuerst n kopulativum, dann das Verneinuo^prilfix des Imperfektum
in(t), dann das Penonalprifix, worauf endUch der Stamm Der dem
n kopulativurn folgende Vokal rkbtet sich in der verneinten Form wie beim
verneinten Koiyunktiv der Vokal des Koiguaktivpiafizes naeh dem Vokal
des • VemeinongsprSfixes ; s. B. :
atadyta na-m-a-nygr -ich sah es und liebte es nicht«
kitalena ele 'rdati m'-fm-M-fios »wir prüften diese Last und trugen
sie nicht«
üudja smio ni -mi -kt-ndadotidQld [vom Grundstamm -änl- »sehen«!
■ ihr liabl die Tafeln (wörtlich «Steine«) gereinigt und sie mir
(Präfix ki-} nicht gezeigt«
Das umr^gdmißlge Verbum a^yfu »ieh will, wQnsche« hat stets obige
ersfthleode Form nach sieb sowohl bei gleidiem Subjekt, wo wir im Deutschen
den Infinitiv folgen lassen, ab bei ungleichem Sul^ekt, wo im Deutschen
ein mit »daft« dngdeitet«* Sats fidgt Beispide:
ayfu ti'tt'lg »leb will geben«
ni'ki-v^ «wir wollen gehen«
ayett n-e-lo »ich will, daß er geht«
ki^ n-^-Vf/g -wir \v(»!lpn. daß sie ofnlien«
Zum richtigen VersUiiuitii.s vieler \"erbaIformen ist endlich noch di«
Kenntnis der Pronomina unerläßlich, da dieselben in mehreren Fonuen
durch Pi^fixe oder Suffixe des Verbum wiedei-gegeben werden.
Dieses gilt sunSebst von den persdnlicheo Pronomina, wenn sie dem
Verbum als Olyekt folgen.
Steht das Verbum in der 1. Person des Singular oder Plural,
so wird das ah Otgekt folgende Pronomen personale nicht am Verbum aus-
gedrückt. Es folgt, wenn der Sinn es fordert, die volle Form des Pro-
nomen personale, welche im Akkusativ ebenso lautet wie im Nominativ,
Die 3. Person bleibt jedocii gewöhnlich nnbezeichnet.
Steht das Verbum in der 2. Person des Singular oder Plural
und folgt das Pronomen personale in der 1. Person als Objekt, so wird
dasselbe durch das Prätix ki ausgedrückt, das an Stelle des / der 2. Person
des Subjekts tritt, also vor die Teraporalpräfixe, aber hinter « kopulativum,
das Prifix des Konjunktiv und das der Vemdnung. Beispiele:
Indikativ Perfekti ki't^gf-a »du hast mich geschlsgen«
• Imperfekti ib'-gr «du schlXgst mich«
Koqjimktiv Imperfekti sf'^-ST <lu mich schUgst«
mit n kopulativum nt-Ar»-0r »und du schiigst (sehlugst) mich-
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150 FüKKEs; Einige Uemerkuiigea über das Verbmn im Masai.
Verneint: etu-ki-gr «du hast mich nicht gesehlagen«
m-ki-gf «du schlägst mich nicht«
£1* - mi - ib' 'Of 'daß du mich nicht schiigst«
ndai nniMijMR« »idh liebe euefa, und ihr ecUigt
midi nieht«
Folgt das Pronom(»n pprsonale in einer anderen Person als Objekt,
so bleibt das in der '2. Person stehende Pridikat Unverändert, und es fol|gt
die volle Form des IVononien personale.
Stellt das Verbum in der 3. Person des Singular oder Pluri!.
so wird das als Objekt folgende Pronomen personale in zwei Fällen durch
ein Priiiix wiedergegeben:
1. die 1. Fers. jSing. durch das betonte Prftfix
2. • 2. . . . * Prifix ib-
Aueh diese das Olgekt beseidinenden Prlfize treten an die Stelle dei
das Snlgekt aosdrOckenden Piifixes e der 3. Person. Beispiele:
1. ä-t^fgr »er liebt mieh«
il-ljH-n^-tf *er bat midi geliebt«
n'd'tijfBr »und er liebt(e) mich«
fHu - d - nyqf >er hat mich nicht geliebt«
2. pf-mi-ki-of «daß er dich nicht schUigt«
ki-nyof »er lieht dich«
Rs werden also folgende Pronomina personalia am Verbnm durch
Präfixe ausgedrückt:
du — mich ihr — mich
er — njicli sie — mich
er — dich • sie — dich
Die erste und letzte Form — Singular und Plural — sind gleich-
lautend, und man muß jedesmal aus dem Zusammenhang der Bede fett>
stellen, weldte von beiden Formen gemdnt ist
Folgt einem Verbum Snitum dn Infinitiv und bedebt sieh auf diesen
does der angeführten Pronomina personalia, so wird das betreffende Prifix
niebt vor den Infinitiv gesetzt, wie man es dem Sinne nach erwarten sollte»
sondern vor das regierende Verbum; x. B.: wtikmdim alalgilfa >du kannst
mich nicht betrügen«.
Folgt dem affirmativen Imperativ — Singular und Plural — '?as
Pronomen personale in der 1. Person Sinj^ularis als Objekt, so wird «iic Silbe
-ki als Stjffix angehängt. Dabei sind folgende Einz«>lheiten zu merken:
1st im imperativ Pluraiis der Schlußvokal ausgefallen, wie z, ü. bei
den mit Konsonant beginnenden and schließenden Stimmen, so tritt der^
selbe vor dem PronomlnalsuiBz >jb' wieder dn; x. B.:
Plur. «ndbr/ «sdlUiget!«
andjvT'tf-ifct »seUaget midi!«
Bd den auf t mit vorhergehendem Vokal schließenden Stammen tritt
vor das Pronomlnalsuflix - ki der \'okd (f, der wiederum von dem Diphtboog
durch ein y getrennt wird; s. B.:
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Fokkkn: Einige Bemerkungen über das Verbuui im MasaL 151
{i^$udfi »verstecke!«
8udoi-y-Q-Jci .verstecke, mich!«
Ebenso verwandell ein V'erbum , das in der 2. reziproken Form steht,
das Schluß-« vor obigem Suffix in ^; £. B. lofudofftb' «gehe mit mir «i^
sammen* = «begleite mich«.
Die mit Vokal srhließonden Stäjnine lassen das SufBx -Jci gewölmlich
uninitlelHar folgen; nur wenn der Stamm auf u endigt, so wird das im
Imperativ uuffallenderweise abgeworfene Suffix -a oder -o wieder einge-
schoben; z. B.: ndadavm'a'ki (Kaus. vom Stamm -äanm-) •erinnere miehf*
Der Impenitrr der reUttven Form endigt waS -db'; vor dem Prono*
minaleuffix •At wird das Schluß-« der relativen Endung in >a- ▼erwnndelt,
so daß du Doppelprifiz jetzt lautet -akaM\ z. B.: ndabiroktM tii^'gäfi
•berdte mir den Weg!«. Der Plural wird ebenso gebildet, «lao mMUfokakif
Ist der Imperativ verneint und folgt ihm das Pronomen personale der
1. Person als Objekt, so wird die Silbe -ki- wie bei den übrigen verneinten
Formen vor flem V>Tbalstanini hinter dem Pr&fix der Verneinung einge-
schoben; 7. H : mt-ki-gr »schlage mich nicht!«
Auch das Relativpronomen wird durch Prälixe vor dem Verbum
wiedergegeben. Hierbei wird der Unterschied der Geschlechter, der sonst
beim Verbum nicht iu die Erscheinung tritt, beibehalten. Das Prifiz fQr
das maskuline Relativpronomen lautet , das fßr das feminine n{- a). Diese
Prifize treten stets ganz an den Anfang der Verbalform, wobd noeb fol-
gende Einzelheiten zu beobaehten dnd:
Steht das Belativum im Akkusativ, so werden die Rdativpiifize
vor die Verbalform gestellt, ohne daß an dem Verbum selbst etwas ge-
ändert wird. Bei afGrmativer Verbalform tritt also das Relativpräflx vor
dtp Ppi*sonalprafixe. Lauten riiesolhen mit Vokal nn, so werden die Rela-
tivpräfixf^ in der verkürzten Gestalt /- bzw. n - vorgestellt . in der 3. l'erson
des Singular und Plural wird aber das Personalpräüx f- aligeworfen und
dafiir die vollere Form des Relativprähx — mask, lo- oder auch wohl nur
fem. m- ~ vorgesetzt. In der 1. Person Pluralis tritt Vokalassimilation
ein, also mask. lOi*-, fem. nft»-. Ebenso tritt Vokalassimilation ein, wenn
das olgektivisehe Rdativprlfiz vor ein verneintes Verbum tritt.
Beispiele:
Aifu iiuitives Verbum, maskulines Relativum im Akkusativ.
of-dßud I-«I|0W «der Baum, welchen ich pflanzte«
ol-djani l'Uumt «der Baum, welchen du pflanztest«
S^-^^am !f-imu »der Baum, welchen er pflanzte«
f^'t^ani U'-kümM «dw Baum, welchen wir pflanzten«
{^-djani l-Umu »der Baum, welchen ihr pflanztet«
i^-«lfmi If' turnt »der Baum, welchen sie pflanzten«
Aflirmatives Verbum, feminines Relativum im Akkusativ.
MfMM »«essyar *das Kind, das ich liebe«
engifai n^in^ >das Kind, das du liebst«
«kgifoi «a-fi|gr «dss Kind, das er liebt«
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152 Fwkxn: Einige Bemerinii^en Über das Verlrara In MuuL
engerai ni-kinyor »das Kind, das wir liebea«
engerai n-inyfff »das Kind, das iiu* lieVit«
engirai na-7igar *das Kind, das sie lieben«
Negatives Verbum. maskulines Relativum im Akkusativ.
oläjani l-ftu-a-un «der Baum, den ich nicht pllanzte-
Qldjani l-^tu-ii)-un -der Bauui, den du nicht pflanztest*
sU^ani l-^tu-if)-un «der Bram, den er niclit pHinxte«
akIfttfU i'ftU'ki-uH «der Baiim, den wir nicht pflanzteD«
^Üfom l^flu^wnmu «der Baum, den ilir nidbt pflanztet*
^^am /•^•(«)-M» «der Baum, dw rie ueht pflamcten«
Anmerliang: Das EiogeUaminttte ist oft nidit hSiW.
Negatives Verbum, feminines Relativum im Alckosativ.
enffSjnai na-tn-a'fijfgf »das Kind, das ich nicht liebe«
ingJtttt m-in-t-nyfir >das Kind, das du nicht liebst«
engifai ne-m-e-nygr "das Kind, das er niciit liebt«
engerai ni -mi-ki-nygf «das Kind, das wir nicht Ht*b»^n«
engerai fii-m'i-nyofvnyord »das Kind, das ihr nicht liebt«
mgA-ai nf - rn • e - ngor -da-s Kind, das sie nicht lieben«
Steht dim Uelativuin im Nominativ, so lautet es für da.s Masku-
linum 'lo- oder gewohnlich nur -p-, für das Femininum -na-. Folgt aber
im Relativsatz ein Piunomen personale in der 1. oder 2. Person Singularis
ak OI\{ekt, so wird dasselbe genau in derselben Wwe am Vei^um ainge'
drOckt, wie es oben von Verba in Hauptaitcen festgestellt ist. Folgt das
Fk«nomen personale in der 1. Person Singularis, so beginnt bekanntlieh das
Verbum mit einem betonten ä, vor das dann das subjektivischa BdatiT»
prifix in seiner verkürzten Form bzw. n- tritt. Bei folgendem Pronoinoi
personale in der 2. Person Singularis erfailt das \'erbum die Vorsilbe ki-, dem
das BelativprSiix mit Vokalaaaimilation voigesetat wird, also liki- bsw. mifti-.
Beispiele:
Affirmatives Verbum, maskulines Relativum im Nominativ mit folgendem
Pronomen personale.
oltunani l-ätara »der Mensch, der mich schlug«
oltunaui li-kitara »der ^lensch. der dich schlug«
qltunatii io[o\-tara {uiuge) «der Mensch, der ihn schlug«
oltunani g-tafa iffk »der Mensch, der uns schlug«
gAMont rM «der Mensch, dw eudi selilng«
gltammi p'tara (nmdje) «der Mensch, der sie schlug«
Affirmatives Verbum, feminines Relativum im Nominativ mit folgenden
Pronomen personale*
eAgFQjfini n-g^ «die Frau, die mieh sdillgt«
«fiffyy^' m-ijfif «die Frau, die dich schiigt«
Mifppy^' n-nr (ninye) «die Frau, die ihn sehttgt«
»•CfKy^* n-fitr iff^ '^^^ Frau, die uns schlägt«
eiipfog^i n-gf ndai »die Frau, die euch schlap;t'
e^l^yqni n-gf (fiÜK^'e) »die Frau, die sie schlagt«
Fouem: Ebige Bemerkungen über das Verbum im Masai.
153
Natives Verbum, maakalines Rdaüvum im Nominativ mit folgendem Pro-
nomen personale.
ffltunani la-m-n-rnjfff »der Mensch, der mich nicht liebt«
jflftniam H'vU'ki-nyff «der Mensch, der dich nicht liebt-
<^inani le-m-i^-nyor {ninye) -der Meiisch, der ihn nicht liebt«
^itttnani Irm^yqr {ok ^(^pp >Tpn,sch . der uns nicht liebt«
oflun/rni l^tninyrjr rifh> « ler Mensch, der euch nicht liebt-
Qllujiarn Ifm^j^r {nauije) «der Mensch, der sie nicht liebt«
Negatives Verbmn, leminines Belatirum im Nominativ mit folgendem Pro-
nomen personale.
aiffytyjm« n^ftwar »die Frau» die mich nicht' schlug«
mgf^f^ n'fiu'ki'gf »die Fmu. die dich nicht schlug«
mgfgj/ifm i»-fto(«)-gr {ninye) »die Frau* die ihn nicht achlug«
mgf^jfifm nfhtgr jok «die Frau, die uns nicht schlug«
enof^yoni rtfiugr ndai »die Frau, die euch nicht schlug«
«tt^lfqjf^ nfkutf {nmdfe) «die Frau, die sie nicht schlug«
Steht das Verbum io der 3. Person, so kann man, wie die Beispiele
«eigen, nicht erkennen, ob dasRelativum als Subjekt oder Objekt gemeint
ist Gewöhnlich wendet man die Bedeweise so, dafi das Bdativum Subjekt
ist. Vielleicht unterscheiden sich die beiden Formen audi noch durch ihre
Betonung, indem n&mlich das Rdativprlfix, wenn es den Akkusativ baw.
Dativ bezeichr)PTi s iH, betont wird; doch habe ich dieses noch nicht mit
Bestimmtheit feststellen können.
Folgende Redensarten verdienen noch unsere Aufmerksamkeit, wo im
Masai ein Relativsatz gebildet wird, während im Deutschen der Infinitiv
stellt. Bei der Besprechung des Infinitiv wurde sciioii erwähnt, daß der
Infinitiv iui Ma^iai nur lu Verbindung mit einem anderen Verbum, dem
Verbum finitum, gebraucht wird. Folgt aber im Deutscheu einem Sub-
stantiv der Infinitiv mit «zu« oder »um xu«, so folgt im Masai nicht, wie
s. R bi den mir bekannten Bantusprachen, der Infinitiv als Genitiv, ab-
hingig von dem regierenden Substantiv, sondern derse&e wird relativisch
umschrieben. IMe dabei angewandte Verbalfom halte idi Ar ein Kausa-
tivum, welches allerdings in diesem Falle ^ abweichend von der gewohn-
lichen Kausativhildung — von sämtlichen Verba, also auch von den mit
Konsonant beginnenden, durch Anliingen des Kauaakivmerkmals ge-
bildet wird.
Ist das Substantiv, von dem der Infinitiv abliäiia;t, das Milte! oder
Werkzeug, mittels dessen die durch den folgenden Infinitiv ausgedrückte
Tätigkeit zur Ausführung gelangt, und bleibt jegliche Person, die die Tatig-
Iceit ausObt, unervriUint, so folgt das Verbum in passiver Form. Dabei
findet jedoch auch wieder eine besondere Bildung des Passiv statt, indem
nämlich das sich fiir gewöhnlich nur Im Perfektum findende Pasnvsuffiic 'ki
an die aktive Kausativendung i-« gehSngt wird, wobei aber der Halbvokal
i ausgestoßen wird, so daß die Fassivendung Jetzt 'fki lautet
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154
Foraunft Einige Bemerining«D fiber du yvhvm im Masd.
Man gebraucht bei dieser Redewendung sehr gern die absolute Form,
welche bekauntlich im Indikativ Iini)erfpUti auf -t^o auslautet. Damn hingt
man nun das hier einzig zur An\\en<luitg kuinmeade Kausativsufüx i-f,
indem man zwisclien den beiden SuHixen ein p einschiebt, so daß die Form
jetKt ftuf 'üorifi^ im Passiv -liorvArt endigt.
Folgeode Bdsptele mSgcii das Gesagte ▼araaschauUdieo:
äta *ng*Am nal^^ »ich habe Kraft tu gdiea«} wördlcb: »ich habe
Kraft, mit der ich [mieb] gehen mache«
kjfUa *ti^idm «nfti^is «wir haben Kraft zu schlagen«
Sla 'nffiu nasirii^fifi >ich besitae Klu^eit su schreiben« , «ich verriebe
zu schreiben«
Dagegen , wenn die Person der Tätigkeit nicht zum Ausdruck komint,
wendet man die Redeweise passivisch;
er'ikaiamu (arab.) endgki nasifisoffki »die Feder ist ein Ding mm
Schreiben •
Ein auf -u endigender \'erbalstainni schiebt vor der Ejidunf* -{{-f ) ein n
ein, nach dem i in den eiiLsprechenden Halbkonsonanten verwandelt wird:
mikißta *Affukm nUkidumuntf« »wir haben keine Kraft anfsubeben«.
Endlich sei noch erwähnt, daß man im Masai von \'erba Substantivn
bildmi kann, sogenannte Sutntantiva verbalia, wddie nidit etwa ab Parti-
xipia bdiandelt werden, sondern zu vollen Substantivs verwaoddt werden
und infolgedessen das lon^che Objekt der durch das ursprüngliche Verbon
ausgedrOckten lltigkeit Im Genitiv, nicht etwa als Akkusativ, folgen kssen.
Diese Verbalsubstantiva werden folgendermaßen gebildet: Vor den Stamm
des zugrunde liegenden \"erbum setzt man den Artikel mit folgendem a, n!so
maskulinum ola-, im I'lural ia-\ außerdem hängt man hinten an den Verltai*
stamm das Suffix -on/ an, das im Plural in - qä* verwandelt wird. Endigt der
Stamm aut einen \'okaI, so hängt man einfacli -m, im Plural - Ar an, wobei die
auf i mit vorliergohendnm ^'okal enditr^nden Verbnlstamme das i des End-
iüphtiiungs wie im Indikativ luipertckti abwerfen und die Lndung -«i an
den zurOckgebliebenen einfachen Vokal hängen.
Beispiele:
qlairitani «der Hirt« vom Verbaistamm Plur. lairitak
glaüos^afu «der Erretter, Erlöser« vom unregelmifiigen Verbal*
stamm -ffqtyi-
^ih-nidarn «dei I roudenmacher« vom kausativen Stamm des Ver-
bum Q' i^' nid-a -sich fiTucn-
olanamni »der Träger« von atanava «tragen«
olaiiedjilfdjani «der Troster« von ailedjil§dja »trösten«
olakdjani «der B^Ogw« von atal^dja «betrOgen«
efasiifpm' »der Dieb« von olpsiifjMyf »stehlen«.
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155
Über Sitten und Gebräuche in Hausa.
Von Adam Mischlicii,
StetitMdüter w KMa-KiatMiM Ib TvfO.
Audi'M' havsawa.
L Ibquniig der HMuaiNr.
JtaU'n'kaitawS an tgke, wadtauu mkkmS m:
(Über) Ursprufig der Hausaoer man aagte, einige Leute (es) sind:
tea da Mob, m ka » daga kata-i
ilterer Bruder und jflngerer Bruder, sie «Ind gekonunen von Land der
IwoftÄM da nüäd'n §a ' bnu Su ka tdaaia warn
Araber mit Frauen von ihnen awei. Sie haben gewohnt (in) einer gewissen
ki$a da kaM'l hämo, «Omi-a «a gt^*, su ka
unbewobnien Gegend nahe bei Land Borau, Name von ihr Cttbi, sie haben
jfi UätSkt, mt ka gi tMmgS, am na AoAi-n mmmk
gemacht Qrashütten, sie haben gemacht &un, sie dnd sdiiefiend TWe
n J^, dm m md-'halbä m. 7aa, mUm» kma m na mut
▼on Wüdnis, weil sie Jiger sind. Out, Leute auch sie sind kommend
daga laniio, sv na sagsagfa-r nüna, kama su na an« daga
von Borau, sie sind kaufend Fleiseh, aueh sie sind kommend von
tnoM ginn, su na sagtaga, katgu'n nm ga xdma gan^gatf.
anderen Orten, sie sind kaufend, bis Ort diesv er wurde wie tine Stadt.
8a na nan, hat tnafe>r Mm-» «an ta kaifi ya,
Sie sind liier, bis Fran von jUngerem Bruder diesem sie gebar Toehter,
au ka sa* ma Is wna fiaHama^ dmmS su na yi ma la
sie Iiaben gegeben ihr Namen Fatsima, aber ale sind machend ihr
ldkedä* daurdiu da ßkailtilit, M na kmodga, kamaa sun tshs, sa
Beinamen DaurAtu auf arabisch, es ist Kreis, wie sie sagten, sie
#10 (yi^n) kewdga'l dSnia, har su ka go 9^>
sind (nwchend) Umkreisung von Welt, ins sie sind gekommen naoh Oäbi,
SU ka kaifs ta. Yau, sM ke nan, har ta dSla, ha ta
sie haben geboren sie. Out, es ist dies, bis sie ilter wurde, nicht sie
* jeji unbewohntes Land , Wildnis.
* giUti Kraft, Macht (Sarigtn - Sprache).
156
Misthlich: Über Sitten und Gebräuche in Hausa.
yi magdna ba, /wir üwä - ta - ta ta mütu. Ta dade, (a
sprach, bis Mutter von ihr sie starb. Sie machte lange, nicht si«
yi magdna ha, kana ta yi teata magdna , ujada iyayf-
sprach, dann sie machte (sprach) eine gewisse Sprache, weiche Eltern
n la ba 8U ß, ' Su ka kyäle ta, ta koma
von ihr nicht de verstanden. Sie haben unbeachtet gelassen sie, sie wiederholte
yi (-n magdaa) kuma, hat ta jfi da jfona, kana sv ka täte:
madien (von Sprache) wieder, bis sie machte viel , dann sie haben gea^:
üi&asa AttÜm« haAaa* , shi m da ISraMiS, Wanan 9aaMä*n wMä
•hasa kalimo haäsa«, das ist auf arabisch. Dieses Sprache von Torheit
m. Moffdna-n nan da ta yi, Ua ha
ist (= auf hausanuch). Sprache diese wdehe sie machte (s sprach), sie nicht
lärabtsht tsAe ba, ita kutca ba barbartslü tshe ba, ba kuwa asUmlsln
arabisdi ist sie auch nicht kanurisdi ist, nicht auch asbniiseh
•
tshe ba. Yau, hakanau ta na ji-n magdna-l h/ftye-ti ta, *k
ist. Gut, doch sie i^t verstehend Sprache von i*Iltern von ihr, sie
kmm ha m ji-n ta ta, kor ta (yi) girmä , ta haldga.
auch nicht sie verstehen von ihr, bi« sie (machte) GröBe, sie heiratsfähig
Säa-n nan ne, mata't tca-n uha^n ta ta mufu.
wurde. Zeit diese ist, Frau von älterem Bruder von Vater von ihr ne starb.
Tau, ta ka^ ha&i, ta ^ kmea kaman ^^e^-n ta, ta
Out, sie lernte sdiieflen, sie konnte aach wie Eltern von ihr, sie
na ddmra walkt da a^bum-n mäsä kaman
ist umbindend ledernen Schamschflrxe und Dinge von Mbinem wie
na-miji. Yau, m&tane da yanea kuwa m ka ß mntdi§'
mSnnKehe (Person). Out, Leute vide auch sie haben gehört Sprache
n ta, kan su ka je uxmi gu, su ka yt
von ihr, wenn sie sind gegangen an einen bestimmten Ort, sie haben gemacht
(shi) , kan a ka tanbaye su: 'tcane iri - rt
(gesprochen) (sie), wenn man hat gefragt sie: «Was für eine An von
zantshe ke nanf* Su kan tshe: »kalämu hausa-. A kan
Sprache ist dies?« Sie pflegten su sagen: •kalimu haüsa«. Man pßegte
l»As.* »Mine ne kalärm haüsaf* Su kan Isüs.* •sonttAn»«
XU sagen: «Was ist kalimu hausa?« Sie pflegten zu sagen: «Sprache von
vdußm, To, «jW kB nan, kor ^fajft^n ta tu ka m6ta, i^Skü
Torheit« . Out, es tst dies, bis Ekern von ihr sie sind ges(oH>en, die Familien
«I» ka tdnm üomt-n ßOnma damrdtu, dada ta ^« kankMa'-n
sie sind geworden Hand ' von Fatsima Dauratn, denn sie erbte Werkieuge von
' D. i. abhlngig von Fainma.
Mischucb: Über Sitteu und Gebräuclie in Haus*. 157
itfayt*n 1a f im tan mägunffüna'n hallt duka, ta :äma babd-l
Eltern von ihr, sie kannte Medizinen von Schießen^ alle, irie wurde große
ma-halbia, Bakatian har «oom* murima*'n sarki^n hämo jfa
Jigerio. So bis ein gewisser Stallmeister von König von Bomu er
MO nan gäbt gu-n /atsima daur^, ya Uhs, 9«t Sf* ^ sarki-n
kam hierher nadx GSbi su Fatsima Daurätu, er ssgke, er tat dem König von
bamo lat/T, ns, ya gudö gu-n ta. Ta tahe ma sa: >toant laift
Borou Übel, ist, er floh zu ihr. Sie sagte su ihm: «Was für ein Übel
ka yi?» Ya l<<h^: ^Akai tcani da^nstMit bamo, m na ki-
du tatest?« Er sagte : > Da ist ein gewisser Prinz, in Bornu, sie sind hssseod
yoya da Mr/fci-» bamo yansu. Särki kutoa ya na da
einander, und der König von Bomu jetzt Der König auch er ist mit (hat)
doki-n hanM'n ta mm^kia, bamo duka bäbu doki komm so.
Pferd zum Retten von ihm schönem, in Bornu gans kein Pferd wie es.
Da-n sarki'tt »an ya katco gddiya-l sa gu-n murimn, y«' yi
Prinz dieser er brachte Stute seine zu dem Stnllmeister, er machte
ma sa haye da döki-n sarki-n nan, Ta hai/i dä kamanta.
i&r ihn Kmpfangnis mit Pferd von König diesem. Sie warf Junges wie es
An ka gaya ma sdrkt, ya yi /usM*^
(d. L Pferd des Königs). Man hat gesagt dem Köni^ er wurde zornig,
ya Ukif SO ya kashe murima-n wm- To, haka km jt.« Murima
er sagte, er werde töten Stallmeister diesen. Gut, so du hörtest.« Murima
kwca da barbartskt shi ne mai- sfutmäki. Yau , shi ke nan. Murima
auch auf kanuriach es ist Stallmeister. Gut , es ist dies. Der Stallmeister
ya tshe, ya na wn dauräiu (yi-n) otir«, ta t$he ma sa:
er sagte, er ist liebend Daurätu (machen) Heirat, sie sagte zu ihm: -Ei,
ni, na-mifi ba ya kusänä da ni, don i na da mägungüna,
ich, ein Mann nicht er schlaft mit mir, weil ich bin mit (habe) Medizinen,
wadanda ba su son dauda.* Ya tshe ma ta, to, mv yi
welche nicht sie lieben Schmutz.- Er sagte zu ihr: Gut, wir machen
aure-n nan hakanan, ha ni ktcänä da ke.- Ta tshe: 'to.* Yau,
Heirat diese so, nicht ich schlafe mit dir.> Sie sagte: »Gut.« Gut,
SU kn da^a aüre. Ta na da knyangt ktrwa da yawa,ta
sie haben verbunden die Heirat. Sie hat Sklavenmädclien auch viele, sie
ba shi daia keauk?mca, ta tshe: »to, ga mata-l hränä.»
gab ihm eines ein schönes, sie sagte: »Gut, hier ist Frau zum Schlafen.«
' Sie verbrannte gewisse Kriater, deren Gsmcb das Wild ansiahea und ihr
znfthren .sollte.
3 muri-rmt (kauuriach); mai-'>hamäki (haosanisch) Aufseher des Pferdestall«,
Stallmeister.
> D. i. der Stallnisister.
* Wördieb: er madite Zorn.
158 Muchuch: Über Sitten und Gebriache in Huun.
Ya tshr : •to.» SM Ihf nan. ItcSnä km/anqn-r nan. (i
Kr sagte: »Gut.« ist dies. Lr schlief mit iiklavenuiädchen diesem, sie
yi tsliifci ' , ta hni/t fJä n/j - mtji , ^fn *a mn xo <n7na
wurde schwauger, sie gebai* eiu Kind männliches, er gab ihm Namen
kusötn^, shim bakö da haüsOf don half a «üna-n bakfJ ya yi
Kusöto, es ist Fremdling auf hausanisch, deshalb Namen bakö er machte
yavca tshiki-n haüsateä, dmma ita kuyanrfn-n nan ta na kira-n
Menge unter den Ilausanem, aber es Sklavenmädchen dieses es ist nennend
sa harafzaure*. Yau y shi kr nan. Ta rena uwO'r gtfia*-r
e,s (>las Kind) Karafzaure. 0«t. es ist dies. Sie verachtete Herrin von
ta kwarai. Säa-n nan utca-r gijia-r van ar? fnrn kira-n ta fatsima daurOj
ihr sehr. Zeit diese Herrin diese man bet:aiin nrniieii sie Fatsima Danra,
vcaciansu m na tshe ina ta dawra. Har kau .-I'lnra ta yi maffäna da
einige sie sind sagend zu ihr Daum. Selbst wenn Daura sie sprach mit
itOf ta kan (fhf ma ta: »wo*.«
ihm, es (das Sklavenmäflchen) pHetjle zu saL^cn zu ihr (zu Daura): «Ob.*
Yau, har ran nan^ daura ta yi /ushi, ta kicant.'ihfi ttnlki-
Gnt, bis Tag diesen Daura sie wurde zornig, sie band auf lede-rne Schauischürze
n te, to yas, ta tütuöe t^tfäfx-n mazä , da
von ihr, sie warf (sie) weg. sie zog aus Kleider von Männern, welche
k« jiki-n ta duka da läyü da kojibüna da ahübua
sind an Körper von ihr alle und Amulette und Lederaj uirini^c • und Dinge
da ycma, da Je« jiki-n ta, ta tube maka tn ta,
viele, welche sind an Körper von ihr. sie zog aus Schießring " von ilir,
ta rabu da taf/ara-l halbi da mäyunguna-n nan ta yi
sie gab auf Ausrüstung zuni Schießen und Medizinen diese, sie wusch
wanka da sabulu, ta t.<efe yäshi-n ta, ta yi kttxo, ta
sich mit Seife, sie kämmte Haar von ihr, sie machte Haarfrisur, sie
shSfa shüri, ta kunua lalle,
rieb es ein blau, sie umwickelte (Hände und Fuße) mit (zerstoßenen) Lalle-
ta shäfa (vraruka ,
Blättern (um sie rot zu f&rben), sie rieb sich ein mit woliiriech -iK^en ölen,
ta dämra zdna^, ta ratdya dütcaim n tpfjya-n ki , tot
sie band um UmschlagetQcher, sie hängte um Perlen um Hals von ihr, sie
> WeriJicb: sie imdile Baodi.
' kanarisch.
3 karaf (kanunseli) plötzlich, roure (hmMUUSoh) Galle.
* una- r-yijia Mutter des Uauses.
* Zeichen der Verachtong.
" Abkfimmg von rdna-n mm.
f Dies» Gegeaatiiide sollen jetttiuMb in Dam ■kRali^^
" Derselbe wird am linken Damnen getragen, dient
* Alte Pliuralfiorm fibr
^ j . ^cl by Googl
MiM'ULini: Über Sitten und («ebräuclie in llauitu. 159
M tmrndtMa-n käfa da ta hdnü, ta m iöset^ a idanu-n ta,
«og an Ring von Fuß und von Hand, sie tat Antimon in Augen von ihr,
ta /iha kalffo, ta tshi füre. Bon nan ta :äma
sie trank Kalgo S sie aß Blüte (der Tabak ^Jllanze)•. Tag diesen sie wurde
mdtjfhe kiauheäica (Inda, ta ;V tju-n miji-n ta, ya hränn da ita,
eine Frau eine schöne auch, sie ging m Mann von ihr. er soiiiut rnit ihr,
tDÖß ya skigdf ta yi tshthi , ta hai/i da na-ndji,
Empfängnis sie trat ein, sie wunle schwanger, s5p gebar ein Kind männliches,
ya m ma m süna /atoma^, shi ne mai-fp'dä da hausaj ätnmd fa
er gab ihm Namen Katoma. es ist Hausbe.siizer auf hausanisch , aber
dmtra ta na kira-n bawo, shi ne: bübii u?ö. An tshr ^ saa-n nan
Daura sie ist nennend es Bawo, es ist: kein oh. Man sagte, Zeit diese
nfi , sarki-n bamo ya mütu, da-n sarhi-n nan , da su kf ki-
ist, König von ßornn er starb, Prinz dieser, welche sie ^irnl lujssend
yaya da särkif ya tshi sardula, ya aikd, a ka knmarda
einander, und der König, er aß Königreich, er sandte, man ließ heimkehren
murimn Murima ya aikö. a jf da yaya-
den Stallrnei.ster. Der Stallmeister er sandle , man möge gehen mit Kindern
n .sa bamo. Dairra tn hdna. Shi ke nan, iri-n mafj 'ma n
von ihm nach Borna. Daiaa sif^ verbot es. Eis ist dies, Art von Spraciie
7iGu fa daiira fa t-ihika gürare ko-inäy da-n ta da da-n
diese von Dam a .sie erfüllte Orte überall, Kind von ihr und Kind von
kuyanga-r nan da tyaUi-n mam-yawa, duka Ha
Sklavenmadchen diesem und Familien von ihnen viele, alle sie (Sprache)
SU kr yi. A na lihf ma ta kalämn haüsa, wadansu kuwa
sie sind s[jr( (-hf nd- Man ist sagend zu ihr Kalämu haüsa, die einen auch
jtu na ts/tetca magdna-n haüsa, wadansu kmoa 9u na tsh^a
sie sind sagend .Sprache von Haüsa, die anderen auch sie sind sagend
haüsa. Yauy shi ke nan, zdrm-n daura da kuyanga-r nan
Haüsa. Gut, es ist dies. Wohnen von Daura und Sklavenm&dchen diesem
ba ya da däd*, haka gäma-n bawo da karafzawe,
nicht es (ist) mit .SüßigkeitS ebenso Wohnen von Bawo und Karafzaui*©,
har bawo ya yt kdrfi^, mutant duka su na son sa, 9U na hin
bis Bawo er machte Stäike, Leute alle sie sind liebend ihn, sie sind fulgi ud
sOf don irwa-r .sa tshe tnai-kömi. Shi ke nan, ran
ihm, weil Mutter von ihm ist Besitzerin von etwas fcls ist dies, Tag
^ D. i. sie rieb sich die Uppen ein mü dem Saft an« der Binde des Kalgo-
banmee, damit sie rot wurden.
' D. i. sie rieb die Zihne ein mit Tabaksblflten , um sie rot im färben.
' Kanorisch (faio'ma).
* et iat niebt flriedlieh.
' er wurde mächtig.
* Aber daa Sklavennideiien hal niebta.
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I
160 MiacHUCTi: Über Sitten und Gebriaclie in Haiuw.
naii utca-r harafzaure ta mäht, safxtda haka karafzaurf ya
diesen Mutter von Kaiafzaure sie starbt deshalb Karaf/nure er
täshi . ya knma icani gn , ttkan knm da hämo
machte sich auf, er kehrte zuritck an gewissen Ort, dort nahe bei Borna
trajf-n ffdba-f da päbi, ya zdmnn nan, ^hihttmaya yi httkoH
Richtung von Osten von Cibi, er wohnte hier, er auch er machte Grashütten
da shimg^f ya artri ya^r barebari, süna-n ta zära, Ta
und Zaun, er heiratete Midchen von Bornuern, Name von ihm Zin. £i |
haiß da un-mijiy ya M ma sa ■<!üna hiranktme. Su ka tdmm
gebar Kind männliohee » er gab ihm Namen Birankane *. Sie haben gewoluit
nan shi da da-n ta da ma^^r mt da iyäld-n $a , hat i
hier er und Kind von ihm und Fnui von ihm und Famiiien ron ihm, fais
mklanäwa ka jft jfoiflo. Qu^n tum ne, a k» itketoa twm Ai
Leute sie haben gemadil Menge. Ort dinw ist, man ist sagend Birsn des
gdbae* yonsv. SU hat^auan kmoa mitam ba tu /Mt-n «Dm-« m !
Ostens jetst. Ilm Knrsfeaure auch Leute niebt sie sagen Namen von ihm
dSoMlsiV mt m M§ um §a itecMir«, crt'-n «s ifanoe e
richtig, sie mnd sagend «u ihm Kaaaure, Naehkommen von ihm aueh man |
na ttka ma tu katmmwS. Da tu ka yauakwanif j
ist sagend lu ihn«i Kazaura- Leute. Als äe haben gemaeht Menge sehr, |
tu ka tSkt gan, tu ka ta magaH'tt naa iSatt katmrn^
sie haben gewechselt Stadt, sie haben gegeben Stadt diesen Namen Kamire
kaman «Bm-h ibAa-« tu. Akai gan^n man karymtu. A
wie Namen von Orofivaler von ihnen. Es gibt Stadt diese bis jetst. Mao
kaa Uht ma kata-r ta kutU't kttmirt, To, «t» hmm imto ft
pflegt zu sagen su Land von ihnen Land Kesaure. Gut, er audi Bawo er
mai mMtt ba-bm^ra, ta ha^ dä aa-miji, ya ta wu ta iSm
heiratete Frau Bomuerin, sie gebar Kind minnliches, er gab ihm Namea
auyöf ka^ vmi kmna, ya »a ma ta (süna) gabi Aaman jAm*
Auyo, sie gebar anderes wieder, er gab ihm (Namea) Oibi wie Naoiea
n jgi-n aaa, da tu ka ttmmt, Nm m, Aar jf»
von Wildnis dieser, weldie sie haben bewohnt. Hier ist, bis sie (die Stadt)
täma babo'n yäri, an ka gma bfmi, n na tfiettn btni-n
wurde große Stadt, man hat gebaut Stadtmauer, man ist sagend Feitnm
dbura, don kaka koAtmtS, kan a na tanttht, a ka i$bt
Daura, deshalb Hausaner, wenn man ist sidi unterhaltend , man hat gesigt
Mmt-n daura, tu kan it^ gäbt, ka-n kata* To, 4s kajfi
Festung Daura, sie pflegten zu sagen Gibi, Kopf von Laad*. Gut, sie gebar
* Eotatanden ans bita {bari^ and kane. \ erlassen den jflngeren Bruder (Bawo).
' Im Gegensatz zu hiran ta gdmma, Biran dea Waatens , einem Ort in Kana.
* ante Stadt des Landea.
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Miäcuucu: Über Sitten und Gebräuche tu Hatua. 161
warn da, fß 9a ma sa sSna, ämtnä yamu m memta stma-n 9a.
anderes Kind, er gab ihm Namen, aber jetet man vergaß Namen von ihm.
iSS&i n9, kam vba-n tum ya gojfa ma 9a magdna, ya kan
Er ist es, wenn der Vater er sagte lu ihm Wort, er pflegte zu sagen
ma 9a: »ka shina^f* kiduu ÜuAoi. Ya na gaya ma sa Aakanan, har ya
au ihm: «ka shina?« immer immer. £r ist sagend zu ihm so, bis es'
adma Aomon ^ne süna-n 9a, a kan If As kashinOfSabodahaka
wurde wie es ist Name von Ihm, oum pflegte ku sagen Kashina, deshalb
an ka mmAl JidMI«lt .^arai, dmmä fa uba-n nan ya na
man hat vergessen Namen von ihm gänzlich, aber Vater dieser^ f>r ist
^on sa kxcarai, don haha da färin kasa-r 9a ia ß kämshi-
liebeod ihn selir, deshalb au Beginn Land von ihm es Qbertraf Linder
n yäya-n bawo yowa ehika, dmmä daga öäya kano
von Kiodav von Bawo Menge allen aber später (das Land) Kano
ia ß. Ta fuiiß toani da,
es übertraf (es wurde größer). 8ie (Bawos Weib) gebar anderes Kind,
ya sa ma m /nma da magäna*-r uha-n sa kann, shi ne toütä da
er gab ihm Namen in Sprache von Vater von ilmi Kanu, es ist Feuer auf
barbartshi. Ski ne, a ke tshewa kano yantu. Ta haifi
Icanorisch. Er ist. (es), man ist sagend (zu ihm) Kano jetzt. Sie gebar
want dä, ya sa ma sa süna gobir. Ta haifi xcani kuma, ya
anderes Kind, er gab ihm Namen Gobir. Sie gebar anderes wieder, er
sa ma sa süna rino*, shi ne iri-n tsinke-n karfe na gnshi-n
gjbh ihm Namen Bino, es ist eine Art Spitze von Eisen zum Rösten von
näma , dmmä yanzu a na ke ma sa rano, shi ne mita-
Fleisch, aber jetzt man ist sagend zu ihm Kano, er ist Letztgeborene
n boKBO. Yäya-n bawo ke nan ahidda, dmmä icadanda
von Bawo. Kindor von Bawo sind diese sechs, aber di^enigen welche
ha m ^hina ba , ,«/ na tsh/nca, yäya-n bmeo hdko'i ne da
nicht sie kennen , sie sind sagend , Kind von Bawo sieben sind einschließlich
hvrem, hakTkan dai birmi da-n kazattre ne. To, dada baten
Biran, in Wirklichkeit diu- Biran Sohn von Kazaure ist. Gut, dann Bawo
ya yi tsawo-n rm , bar yäya-n fa srt kn giqirma , käna
er machte langes Leben, bis Kinder von ihm sie sind aufgewachsen, dann
ya müht. Da sa ya müttttpa , ya sa ma kashina nlbdrka , ya ba shi
er sturb. Als gehen er sterben, er gab dem Kashina Sc^en, er gab ihm
' für ka sani, verstehst dtt?
' das Wort ka shma.
* Bawo.
* es war viel grSBer als die Linder von allen Kinden Bawos.
* in alt kanuiseher Spradie.
* hMsanisehes Wort
llHt.d.ta.llOriMk8pKMlMD. 1907. DL Abb . 11
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162 MisRBUcn: Ober Sitten and Gebriadie in Hausa.
wasu nhuhin daga böye. Da yn mittrt , yayo'ft m m-ka
einige Sachen im geheimen. Als er starb, Kinder von ihm sie haben sich
wdrwat.^p f bahd-n .w auyo ya :anma want ff^n, nan ne,
zerstreut, ältestes von ihnen Auyo er blieb an gewissem Ort, hier ist (ess),
ya zdma pari, a ha j/t himi. a na tshe ma m
er^ wurde iitadt, man hat gemacht ^Stadtmauer, man ist sagead zu ihr
bimi-n auyo yanzu , dmmä fa ya tmfa, ya Watshe, ya zdrna
Festung Auyo jetzt, aber sie wurde alt, sie ging in 1 rümmer, sie wurde
lutma-l ku/ai. Gähi Jatwn ya zrima himi- n dmtra , Kaahina kuwa ya zdmna
wie Ruine. Gäbt auch es wurde Festung Daura, Kashina auch er wohnte
kftmayau, daga bäya ya zdmna zaye, da tinßta - 1 haüsn \hl nr znaCzutm y''.
in Kiittmyau*. sj)äter er wohnte in Zaye**, auf altes hausanisch es ist gelien.
Gu'fi nan nr , ya zdma bahd-n gart, an ka yi birm, a
Ort dieser ist, er wurde große Stadt, man hat gemacht Stadtmauer, man
na tshe tna sa birni-n kashina, dmmä da /lalil'^a -n rni/Mv/- a
ist sagend zu ihr Festung Kashina, aber in Sprachen von Lernen man
kern tshe bimi-n katsina. Mutant -n yi'-n tiav n na t<:A»'
pll^te zu sagen Fe,«?tung Katsina. Leute von Ort von hier man »st sagend
ma SU katsinawäf kasa-l na' kuvn a na tfhe ma ta kat-^tna,
7.11 ilmen Katsina -Leute, Land die,sti auch man ist sagend zu ihm Katsiua,
dm haka haüsawä yamu, kan a na sanis/ie, a ka tshe
deshalb Hausaner jetzt, weini man ist sich unterhaltend, man liat erwihnl
bimi-n katsina, su kan (shf tat ta kor au. Korau sht ne
Festung Katsina, sie pflegten zu sagen Zai' des Korau. Korau er ist
babd-n da-n katsina. Kano ktnca ya zdmna j^J*'^
iltestes Kind von Katsina. Kano auch er wohnte in der Wildnis von
birinbirin, ya idsbi, ya köma ^y^> kuma ya knmo
Birinbiria, er bradi auf, er kehrte zuräck oach Gaya', wieder er kehrte zurück
sheshe. A tum ne, mutane su ka tarA, a ha yi
nach Sheshe'. Hier ist, Leute sie haben sich veraammelt, man hat gemacht
Uni, a m tähtnoa Mni-» üasno Aar yonsv. Gofi^ hmoaya timma
Stadtmauer, man ist sagend Festung Kano bis jetat Gobir auch er wohnte
loo^ff-ft ycffWMa du koinw, gu mat-gawo yano.
Richtung von Westen von Katsina, einem Ort mit Gawo^Blumen mit Menge.
» der Ort.
* Tua ist eigenttich •RoniiieD*; oatOflich dieselbe Wnnsl wie m.
■ Ein Ort bei Katsina.
* liauptötadt von Katsina.
* Wörtlich =. Ztu^gen.
* Ztd Abkttrznng von 2Sayir,
^ Stadt bei Kano.
* Kano.
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AIucbucb: Über Sittan und Gebrincbe in HaiiMt,
163
Ya jrt gieß gutawn gmoo, M n$, a ke tfAe mm {*a) gawo'
£r machte Haus unter Gawo-Banm, ee ist, man iat sagend su (ihm) Oawo-
II gazau. Qatau da iaSßm'l hatm kademgare h$ mm. Nm ne, ya
n gauu. Gaiau auf altes hansaoiscb Landeidechse ist dies. Hier ist, es
Ȋma Hrm-n gMr. Mi6iani-n nan kmam m ne gaUrawa, hoaa"
wurde Festung Oobir. Leute diese audi sie sind Gobir-Leute* liand
r tu kmea UatAihaaa^gMr» Bttnokmoa, dagß ke karami,ga sdnma
von ihnen aueh es ist Land Ck»bir. Rano auch« als er ist klein, er wohnte
k6$a da krnio wtge^n hAdm, ga yt yorw, nan ne, a k»
nahe bei Kann Bichtung von Sflden, er machte Stadt, hier ist, man ist
ma rono. JUtai aM hat ym. Ib, omft'^n
sagend zu- (Ihr) Festung Rano. Da ist sie bis heute. Gut, Ursprung der
kaitawa ka nan, tsoiidb na ji gu^n miUam AulpAinf'.
Unusaner ist dies, welchen idi hörte von Priester Kutshisu.
Jimnö hma na ß gu^n mSkm barmani, ^"kaibe,
Aber aueh ich hörte von Priester Barmani, einem Kebi-Maon,
«ftt na danäta^n m na gimka* mStam ahamdda, ya taha ossA«
er hat Namen von ihm von sehlachten Priester AhamMu, er sagte Ursprung
n AoiMNM.* wadanta gSra a ka ka^, m 4ku, mäxa
son Haussnem; einige Kinder man hat geboren, sie (sind) drei, minnliche
Ml da ntdUhe düa, kor m ka girma; na-m^^n nan
awei and weibtiehea dnea, bis sie sind erwaehsenj minoliches dieses
ya yt Jfeama» ahekdra »Mdda, bai yt magdna ha, baka kanmi-n
es machte wie Jahre sechs, nicht es sprach, ebenso kleineres
fw-m^if-ii non, ktka rndtthe-n nan btAd-r au, auduka
minnliches dieses, ebenso weibliches dieses das iltesle von ihnen, sie alle
dai bo au magdna. Tarn, gida»n au . ihneo akoi ta, au
wirklich nicht sie sprachen. Out, Haus von ihnen auch da ist Stier, sie
na am da a/d gBhä, au na ASeo*« aa t^Uki^n aiArä,
sind gehend mit ihm au& Feld, sie sind IHttemd ihn auf Brachfeld.
lyayt'n au kuaaa au na nomä Aar nm nan, böbu köwa,
Eltern von ihnen auch sie sind kullivieitnid bis Tag diesen, da ist nieniand
babd'H rui'miji- n tum ya yi magdna, t.s/ic : ^hau
(beiden Kindern), ältestes männliches dieses es sprach, es sagte: .Hesieige
M«. Matshe-n nan kiitra ta tshf : »ba' M.» Dago bäya
den Stier.« Mädchen das auch sagte: «Da ist kein Stier.« Später
karämi^ nan shi kmoa ya tshe: •hau ka* , bai /ddi daidaiba. Magdna-r
das kleinere es auch es sagte: "hau iLa«, nicht es sprach richtig. Wort
' Katshiau eneiciite ein Aiter von 84 Jaliren iitu! starb in Katsina.
* Taufname, da am Tauftag ein Schaf gesdilaclttet wird, Name des Schlachtens.
* ba «nidit« flir babu »keb«.
1(54
Miscuuch: Uber Sitten und Gebräuclie in iinusa.
na/äri-n nan^ ita a ke tshe ma (ia) Aausa. MagSm-r mdüthe-n
erstes dieses, es man ist sagend zu (ihr) haiisa. Sprache von Midchen
nan kuica ita tshe, a ke tshe ma (ta) hasantshi yanzu. Ahm
diesen auch es ist, man ist sagend zu (ilir) Basa-Spraclie jetzt Es gibt
iri-n ta kasa-r Usküex, a na tshe ma su ha-ta.
Nachkommen von ihr im Land Tshiki» man ist sagend zu ihnen Bas«.
Mnijdna-r karami-n nan kutca ita a ke tshe ma (ta) hauka,
Sprache von kieinerem diesem auch sie man ist sagend zu (ihr) hauka S
dan haka yariTti kan wmti mutum ya tabu, bat son abi-m
deshalb Jetzt wenn irgend ein Mensch er ist verrückt» nicht er weiß das
da ya ke fddi ha , a kan txhe , yo na magdna - r
was er ist sagend, man pflegte zu sagen, er ist (sprechend) Wort von
hauka, kö a t,th/' , ya na hauka. Hatismen-n da ha ^
\'errücktheit, oder man sagte, er ist verrückt. Uausaner welche nicht sie
da hankali , kuma a kan tshe ma m hau
sind gesclieit, auch man pflegte zu sagen zu ihnen verrückte Leute, wie
*« iri-n karami-n nan ne.
sie Nachkommen de«; Kleineren sind.
To, ddda babä-r yo-r awfo, ita ta haiß ftdrfmeä;
Out, dann älteste Tochter von Auyo, sie sie zeugte die Warja-Leute *i
babd-r yo-r <jähi ita ta hayt hadejawS; babd-r ya-
<este Tochter von Gabi sie sie leugte die Uad^a- Leute; ilteate Tf>cbter
r kaimaa Ua As ha^ MmA Amk^n siBm«» Mi
von Katsina sie sie lengte die Kebi- Leute. Ursprung des Namens Kebi
«n tdm, «M-fi da f/a^r kalma ia ha^ da na^wiji
mao sagte, Zdt welehe Tochter des Kaisina sie geliar Kind rainDlidies
dls-n /äri, da yaro^n nan ya d&a, kaka-n «a,
erstes Kind, als Knabe dieser er war etwas gewachsen, Großvater von ihm.
kalnna, ya tthPy a kdtoö shi, ya yan shi. Faw, a ka
Katsina, er sagte, man bringe ihn, damit er sehe ihn. Gut, man ist
so da shi, ya yi ma sn /Arn da yawa. Da t/a fforna^
gekommen mit ihm, er machte ihm üuterricht viel. Ais er fertig war,
jfa tehe ma aas »ka bi forö na, ha bi /a, ka bü* SM
er sagte au ihm : «Folge Unterweisang meiner, folge nun, folge!« £s
ke nan, uwa-r ta ia na kira-n as kabi, aAi im kabi AarjfORSM.
ist dies, Mutter von ihm sie ist rufend ilm Kebi, es ist KeU bis jelic
An Hhe, batoo shi na da ya mdtiAB, Ua Ai ho^ tdyta^it.
Man sagte, Bawo er hat Tochter weiblich, sie sie aeugte Zaxau- Leute,
< d.h.VanrOi!kliieit.
* Stamm ian Land Kano.
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Mischuch: Über Sitten und Gebräuche in Hausa. 165
ämmSkaiiga im/l j/a 4i-iMrti. WnimttumäkMä m . ko aum,
aber Kebi er xeugte Toebier weMdu Einige JSger sie* beben gelieiratel
m km ß da Ua wtmi kisa da
(de)» de sind geg^gen mit ilir in gewisse unbewohnte G^fend nelie bd
bWti-n kuarOf «u ka xdmaa, nr na haSn-n nmut-n daß,
Ufer des Niger, sie Imben gewohnt, sie dnd echiefiend Tiere von Buseh,
Mi jj/bÜMTd «u k» ma ymda hän, ämmS «a m ka
bis in einem Jahr sie sind Iconmend «i grOBen Kehl, aber wenn sie sind
so, tu kan kdtDÖ ma aa gaudrä da yawa, don haka
gekommen, sie pfiffen au bringen ihm getroclmetes Fleisch viel, deshalb
ya kam iBk§ mu su yaiedrawä, «j(i ne masU'
er pflegte au sagen au ihnen Yawara» Leute, es ist Besitser von
yawdrä. Su ne, yanzu a fts IfAe ew Sw
getroclmetem Fleiscli. Sie sind (es), jetat man ist sagend an ihnen
yatrmrtnBÖ. Gobir kawa ya ka^ yäya mätä da yawa, ltAAi-f> «w
Yawuri -Leute. Gobir aueh er aeugte Kinder Frauen viele» unter ihnen
kmea akoi tcata zabaya, a na <iAe ma ta fdrä. Tu»
auch es gibt eine gewisse Albino, man ist sagend au ihr weiiie. Bevor
60 Is yt aur¥ ba, ta ^ tMki sh^fB» Gobir ya
de machte Heirat, sie wurde schwanger (mit) Hurenkind. Oobir er
ylut/W da iia, ya kore ta. Wadanm md-halbä su ka ttmtthS
wurde somig mit ihr, er Tertrieb sie. Innige Jiger sie haben aufwiesen
ta, har ta Jutifa gu-n m. Su ka tanhat/e ta, ta gaya mu m,
sie, bis sie gebar bei ihnen. Sie Iiaben gefragt sie, sie ssgte au ihnen,
to ys-r gobir Taa,iu ka to, ta ka ka
sie Tochtw von Gobir ist (vut, sie sind gekommen, sie haben g^eben
pobir kakmi, ya fSishe, oa ka lifts^ §a na oon ta
GobUr Geduld*, er beruhigte sich*, sie haben gesagt, sie* sind liebend sie
«ML Ta ba su. To, (ta) aknna wuri-n tu. Kan an
Heirat. Er gab (sie) ihnen. Out, (sie) wohnte bei ihnen. Wenn es war
(iade, SU kern zo, su yaida gnbir. A kan tshe,
lange, sie pflegten zu kommen, sie grüßten üol)ir. Man pflegte zu sagen
mazn-n fdrä sun :n. Shi ke nan, a na ts/mca
Männer der FarS^ (wenn) sie kooiweo. Es ist dies, man ist sagend
mazanfdräwä kuma, har a ka tshe zdnfarätoä, su ne, su
Maaanfara- Leute auch, bis man hat gesagt Zaniara- Leute, sie sind, sie
^ D. h. einer von ihnen hat sie geheiratet.
' Sic aajH^T! zu Gobir, or möge Nachsicht haben.
Er gab sicii zufrieden.
* D. h. einer von ainsn.
* Der weiflen Frau.
166 Mtacmjcn; ÜW Sttleii und G«tMrineh« in Hann.
ka zdmna raji-n :nrnu '\ kuma au ka yi gart fiUna-n
haben gewohnt Tal von Zunni, auch sie hahen s;emadit Stadt Nauie von
sa hangOy har m ka tshika yu-n tum. Ammä gürmairä kmca
ilir Banga, bis sie haben erfiillt ( h t diesen. Aber Gunna - Leute auch
cm tshe asali-n su haiii,an-n nc. Säa-n da sarkt-n
man sagte Vrsprung von ihnen Hausaner sind. Zeit welche Köni^ von
gobir soba ya yi kdrfT, ya tshe. za ya ka* yäki har
Gobir Soba er wurde mächtif^, er sagte, er werde bringen Krieg bis
haki-n ma. Shine, ya ketare htara da yäki-n sa,
schwnvr.vs Wasser (Meer). Er ist . er überschritt Niger mit Krieg' von ihm.
ya Je, ya yi sansani yu-n nan. Sua-n nan kmca feji iw.
er ging, er machte Lager Ort du,>t m'. Um Zeit diese auch Wiitlnis {esj
TOf daga nan miitane-n sa ba su tton sua ^ahd.
ist. Gut, von hier Leute von ihm nicht sie sind liebend gehen vorwart*.
Kuma SU na (yi-n) yawa- n xhmparwdrt, «« na (yi-'O i'uJa'indOf
Auch sie sind (n[ i( lirnd) Menge von Beratungen, sie sind (machend) Zaudern,
har ya •ihma. Ya fmhi, ya täshi ha
bis er (es) wiii^te (erfuhr). Er wurde zornig, er brach auf nicht (ohne)
shiri, magudcmtdi da yawn kuwa mn (aß tshiätoa , gu ne. da
Vorbereitung, Sklavenjungen viele auch .sie gingen (iras*, sie sind eü. als
)m ka kämt, ha su tarda yäki ba, su ka zdmna nan
sie sind /.urückgekoaimen , nicht sie trafen an Heer, sie sind geblieben hier
tar4 da kuyanai-n - da su ka taß itatshF. su ka
zusammen mit Sklaveiiiiiii iLlif a, welche sie sind gegangen Holz ', sie hahen
auri ßtnOj ka haiay(tfa, sii nf , <m ka
geheiratet einander, sie haben geboren (viele Kinder), sie sind, sie siud
zdma gürmawä har yau. Ammä myqi kuua an tjiht , want
geworden Gurma- Leute bis heute. Aber Ingoi" auch ujnn sagte, gewisse«-
ma-jidadi''- -n sarki-n gobir ne, ya na ktmnä da yO'f
Liebling von Konig von Gobir ist, er ist schlafend mit Mädchen von
baraya*-r särki, bai gama ba, särkt ya so, ya gan su.
Schlaflimmer von Konig. nicht er beendigte, Ivunig er kam, er sah sie,
ya tslie rnu su: -^anu-n ku da aiki.'* Su ka täshi, su
er sagte zu ihnen: «Heil euch mit Arbeit!« Sie haben sich aufgemacht» sie
* Audi Nane oinaa Bannifla.
' d. i. Heer.
* d. L Gorma,
* Um Gras zu schueiden t"Ör die Pferde.
* Um Brennholz zu holen.
* daaaelb« wia Ui^^L
^ Der ma-ß-däH ist der Liebling, Vertrante doa Kfoiga, gnvfSluilich «in
junger hflbscher Mann, der in alle R&ume de« KAnigs Zotntt hat.
* Die ^-r ban^ bewacbl das SchlaiiiHiwier anfseeheDer üaasaner.
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Mimbucr: Über Sitten nod Gebrilmfae in HansA. 167
duiaptit na Uhrnpas •mgfgit i'W"' 8u ha Mba, m hm naa,
alle, sie* sind sageod: •iogcNt inggi*.* Sie sind geflohen, sie beide diese»
M* ha jfSda hff^^n , m ha tdma Virata, hat
sie hiben w^goworfen Kleider von ilinen, sie sind geworden nackt» bb
t» ha Xaa-fi fnam' diZln «mii-liaHio^ 9a ha hau imrorud^
sie sind g^^angen auf gewissen Beig Lohen, sie sind gestiegen Gipfel
r m, SU ha jfi dShi, au ha tdama iahaa, hat au ha
von ibnit sie haben gemaeht Hans, sie haben gewohnt dort, bis sie haben
Aejlf yä|ia. Su m, ah» tak$ mu au ^^'U moM»
geboren Klndo*. Sie sind, man ist siegend sn ihnen Kinder von denen die
li^Uwa t^^'•f^ysr> Aar ihmw a na ithe mu au vifigh
sagten ingoi-inggi, bis audi man 1st ssgend zu ihnen Ingoi.
Kannnhe-n haüsatrn,
2. Länder der Hausaner.
Daura üa iahe tnea^t kdsä a ha&aa iuha^ Ua tshe
fDas Laod) Daura es ist Mutter von Land in Uattsa gftnz, es ist
yäbi,^ ka-n kdsä, ta yi iyakä da haraa^ ts yi iyakä da
Gabi, Kopf von Land, es machte Grenze mit Bornu, es machte Grenze mit
katama, ta yi iyakä da azhin. Ba ta da yaaaa htoaraif ha
Katsina, es machte Grenze mit Asbin. Nicht es (ist) groß sehr, nicht
ta kuma da j^i hcarai, atsakatsaka tshe. Ämmä iri-n hausa-r
es (ist) auch mit Wildnis sehr, Mittelding (es) Aber Art von Sprache
da mutant -u kasa-r nan ke yi, ita tshe tsn/ua - r haüsa
welche Leute von Land diesem sind sprechend, es ist alte Sprache (unter)
duka, ämmä sai nan daura a ke yi-n iri-
allen (Hausa -Sprachen), aber nur hier in Daura man ist sprechend Art
n ia y ha a koy^ ta team gitrare ha, sai küxa da m
von ihr, nicht man sprach^ sie an anderen Orten, our nahe mit ihnen
hwaroL Kasa-l danra ahoi abintshi (da arhd) , m na da gero ndgari
sehr. Land Oaura es g^bt Nabrnog (billig), sie haben (>ero' gutes
fHai*dSa, an itiia, jfa ß gSFO^n haiaa duha
sefamaekhaftes, man sagte, es Übertraf O&o von Hause alle au
dSäi'» /ura, dmaiS yommirAt-n tAmakt^n
Scbmackhaft^keit beim Füratrank, aber Menge von Getrink von
* Der ma-ß dä^ und die ya-r barat/ä.
* d.i. Gegengruß in der S.ingni- odor Sanwoi -Sprache.
^ Es ist da.s alte G.ibi, jenes Ortes in der Wildnis nahe hei Bornu.
* D. h. es ist uicht starii bevölkert und es ist auch kein sehr wildea Land.
* W6rtli6h: lernte.
* Eine Art Nsgerhine.
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168 * MiaciiLiCH: Cbei- Sitteo und Gebräuche iu Hau^a.
9U gtmhä da nöno. Mutant -n nan ha 9U da rva
ihnen, roher Gerokloß und MUch. Leute diese nicht lie haben Waner
htarai, sai ritoöß a ke sha, su kan hdka
sehr, außer (aus) Brunnen man ist trinkend, sie pflegten zu graben
rt^iya mat - surft har katnan gabä^ süm, käna su tarda rua.
Brunnen tief bis gleich Faden 60» dann stießen sie auf Waaser.
Köwane gart nßya data tske, don sai an tarü, käna a
In jeder Stadt Brunnen einer ist« weil nur man sich versammelte» dann ist
ke hdkatca. Su na J^-f* nua-n nan da manya-manya-n
man grabend. Sie sind siebend (herauf) Wasser dieses mit sehr großen
fDasüka.
Ledereimern.
Kasa-r auyo ta na mak^täka da daura. Da färi stm
Üas Land Auyo es ist benachbart mit Daura. Zu Anfang sie*
yi maldka ktcarai, dmmä yanzu sun lälaLihf . Tsöfafx-n
regierten (ganz ilaiisa) sehr streng, aber j>t7.t sie verkamen. Aite
gdrürukd-n duka sun snma knngny^.y har su, iri*-n
Städte vou ihnen alle sie wurden UuineOf bis sie. Nachkommen von
mutant -n mtyo-n nan mn kare* yanzv shaürä'^ kadan-kadan. Tshikm
Leuten von Auyo diese sie starben aus jetxt bis auf sehr wenige. Im
kasa-r auyo nf, Jindeja ta ke. Amniä himi-n auyo yanzu ha a ß-n
Land Auyo ist, Hadeja es ist. Aber Festung Auyo jetzt nicht man hört
fHtnO'n M, aüyakawä yanzu xwt L<>iyaishe , ha .'ni dn kömL
Namen von ihr, Auyo Lt ute jetzt sie sind verarmt, nielit sie hüben etwas.
Kaxa - r hatsina ita Ui fi kd.sa.<h^ - n hnäsaicä duka yawa
Land Katsina es es fibertraf Länder der liausaner alle an Grüße
da färi. Ita tshe, ta yi iyakä da kdsasKe hakoi, ta yi iyakä
/.II Anfnng. Es ist, es machte Grenze mit Ländern sieben, es macht«* (irenze
da azbin , ta yi iyakä da harm , ta yi iyakä da gofnr , ta
mit Asbin, es machte Grenze mit Bornu, es machte Grenze mit Gobir, es
yi iyakä da zan/ara, ta yi it/nkä da nufe, ta yi iyakä
machte Gien/e mit Zanfara, es machte Grenze mit Nufe. es nmchte Grenze
da zazaUf ta yi iyakä da kano, dmmä ta na jf^znzf'/krj
mit Zazan, es machte Gieir/.e mit Kano, aber es hat liiibewohute Gegenden
da yatca, kttttia tsairo gare ta ba ta da ,fädT, ta ß yatca
viele, auch Länge mit ihm nicht es hat Breite, es übertraf an Größe
' gahä Maß der atisp^estrccktpn Arme, von der Spitae dea einen Mittel'»
fingers bis zur Spitze des anderen, Kiatler.
* die Auyo -Leute.
* M Art, Gesdileeht, Stamm, Basse.
* wSrtl. endeten.
* duaiMt Rest, das flbrige; gewShnlieb «aar«. (AfsIi.)
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Mucbuch: Über Sitten und Gebräuclie in Hausa.
169
tsakäni-n kudu da yamma, hm (da färi) day a btrrü'n katsina har
swiachen SOden und Westen S seit (Anfoog) von Festung Kststoa bis
kqlarkmhi hir kunhwthi har hmi har hena hnr kqtanknro har kuyanbana
Kotsrkoshi bis Kunbisbi bis Bini bis Bens bis Kotankoro bis Kiiyanbana
har kmharki, tshiki-n dütoartoäiri'H nan Adta, har tcanba har kamuku
his Kusharki, in Bergen diese alle, bb Wanba bis Kainuku
duka, dmmä halske-n tu kaman na kanavcä
alles (Land Katsina), aber Sprache von ihnen wie von Kano •Leuten
ne, har düu}ancätsi-n nan na kiia da dakarkari /lar him da lasa - r yatcüri
ist, bis Befge diese von nahe bei Dakarkari ' bis nahe von Land Yawüri ^
daka \-asn-r katstna tshe. Ämmä daga äreva da bimi-n katsina bähu
alles Land Katsina ist. Aber von Norden von Festung Katsina da ist
KStoat 1b5 gönä &ä5ti^ jyi ne har jVAn**-« bimi-n nutradi. Da
niehts, sogar Feld nicht, Wildnis ist bis nahe von Festung Maradi. Zu
färi bimi-n katsina shi ne kasüa-r ha^ duka, dmmä jfontm hmo
Anfang Festung Katsina sie ist Markt von Hausa ^uis, aber jetzt Kano
tshe kasüa-r haiio, Kasa-r Katsina ia na da dätca hoatai da gera
ist Markt von Hausa. Land Katsina es hat Ouiueakom sehr und Gero
mm'l^,ya ß na kano, kasa-r nan kuma ha ta da kishincä.
gutes» es übertraf das von Kano, Land dieses auch nicht es hat Durst.
Akoi ruwamd «-a sha , u>asu gärürüka su na sha riwößj
Ks gibt Wasser sum Trinken , einige Stidte sie sind trinkend (aus) Hninnen,
tcasti ktnoa raßdea, A kasa-r mm akoi birane, akoi
andere wieder (aus) Flüssen. In Land diesem es gibt Festungen, es gibt
aagundi , su ne kauyuka, akoi mäguzätoa* kasa-r katsina da yatea.
oflTene Städte, sie sind D6rfer, es gibt miguxiwa im Land Katsina viele.
Ammä mütan^-n kasa-r nan su na rma kmea kxtarai , su
Aber Leute von Land diesem sie sind verachtend Jedermann sehr, sie
na da ffirma - n kai , SU na duha haüsatcä dukakaman bät/i-n <m
sind hochmütig, sie sind ansehend Hausaner alle wie Sklaven von ihnen
me, SU na kuma da son fdda, don ha vi son, a
sind, sie sind auch mit lieben Streit, denn nicht sie lieben, man
rsna su, dmmä hausa -r su ha tn y» yawa ha, sfti
DiOge verachten sie, aber Sprache von ihnen uiciit sie breitete sich aus, außer
' D. h. es dehnte sidi von der Stsdt Katsina nach Sttdweiten aus.
* S&Dg. fo'dster», sin Volksrtsmia svriseben Zan&ra und TawärL
' Oder Yanri, an mittleren Niger.
* ßki Körper.
^ Sing, ha-mägüje. Mäguzäica sind heidnische Hauaaner, die mit islamischen
Uausaneni in denselben Stidten wohnen, jedoch in getrennten Quartieren, deren
Sitten und OebFlnehe angenommen haben, sich kleiden und loßerilcli gans leben
wie Muslims.
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170 Mjschlich: Über Sitten and OebrSuohe in Hansa.
nan kal.nna a kfi yi'ft ta kadai. To, mütan/-n kaO^ina k'tn
hier in Ivatsina uian ist sprecbend »ie uur* Gut, Leute von Katsina wenn
mn tafi \t>ixni gitri, kan an laha dam ttMkm sr/ , m
sie gingen an irgendeinen Ort, wenn man aorQhrte einen von ilinen. sie
kan tarü, stt dttka stf yi mbabT, ha su kuma
pflegten sich zu vereinigen, sie alle sie machten Streit, nicht sie auch
tforo-n sdrakuua-n mt ktrarai, dmmä kan mn taß uxunt
fürcJiteii Könige von ihnen sehr, aber wenn sie gingen in irgend welche
garSrt'tka , .m na yaho-n sarakfina-n katsma. Kasa-r nan su na dn
Städte, sie äiiul ])reisend Könige von Katsina. In Land diesem sie haV>eu
atcakai da yawa. Mütane-n kasa-r nnn kuma ha su kuld da
Ziegen viele. Leute von Land diesem auch nicht sie kfimmei-ten sich um
ado^ ha. Da yatca su na da abi-n ndn. ha m yi
hübsche Kleidung. Viele sie haben Geld fiir Kleidung, nicht sie machen.
YaUHZntshi-n su kuma ba su da röxca.
Viele von ihnen auch nicht sie sind geizif».
Kasa-r kano kuica ta na da olhnrka, ta na kuma da mutans da yaxca, ta
Land Kano auch es ist gesegnet, es auch hat Lenie vide, es
ß kaUiina , ta girkü , ha ta da j^i. Birni-n k'^rut
übertraf Katsina''', es war gleichmäßig'', nicht es liat Wildnis. Festtinj^ l\ano
t'saka t/a ke , kö-enä ka^ta-r nan ta kncayr shi , gäbas da
in Mitte sie ist (gelegen), überall Land dieses es inngah sie, im Osten und
ydmma, ktidti da drewa. Ta na kuma tshike da mütaue. Ta yi
Westen. Süden und Norden. Sie ist auch voll mit Leuten. Es machte
iyakä da hämo, ta yi iyakä da katsina , (a yi iyakä da
Grenze mit öornn, es machte Grenze mit Katsina, es machte Grenze mit
hautshi , tn yi iyaka da sazau , su ne zage-zaye. Kasa-r Kano
Bautsiti, CS machte Grenze mit Za7.au. sie sind Zazau- Leute. Land Kano
ta na da abinl<ihi da yau:a, dmma däxca ta ß yaica , su na
es hat Nahrung viel, aber Guineakorn e,s übertraf (an) Menge, sie s;ind
ts/te ma iri-n däwa-l su kdura, su na kuma da trfll>
sagend zu Art von Guineakorn von ihnen Kaura, sie auch haben lioiütcn
dla yatm da yedd. Akoi icnsu yarürüka a kasa - r kano a -na
viel und Krdnüsse. Ks f^ibt einif^e Städte im Land Kano man ist
yi-n alkdma. har* rcani yarJ sUna-n sa bayüi , a nan a
pflanzend Wei/.en. besonders gewisse Stadt Name von ihr Bagöi, hier lhau
ke yi ♦ n alkdma da yaxca. Akoi bäbä kasa - r kano da yaica . ta
ist pflanzend Weizen viel. Es gibt Indigo im Land Kano viel, es
1 adS Omunent, Venieniiig, dam «neh vonittte, bObadM KleUnng.
* Stifter bevölkert ab Katoina.
' Etwa so lang wie breil«
* Aar wörtlidi: bis.
Mmchucq: Über Sitten und Gebräuciie iu Hansa. 171
fi ka»a-r AaAsa dnka bäbä, mAtam4-n kano Btm it/a rini
übertraf Land Haus» «Ues ao Indigo, Leute von Kano aie konnten f&iben'
ßemtroi. Akoi imMjya*» Unm kasa-r kann mami-kaituwai , wadanau
sehr. Es gibt grofie StSdte im Land Kaao mit MIrkten, einige
k(isutDai SU na mugSma daia-daia, wadaniu kmca su na mug&na
Märkte sie sind aussetzend einen (Tag)S einige auch sie sind auasetsend
biu-biu, domo kasua-r himi'n kano ha la W mugama. A kasa-r
2 (Tage)'! sber Markt von Stftdte Kano nicht er setzt aus. Im Land
kano babu gari-n, da häbu kdrö/t sai ßtJcankdne
Kano ist keine Stadt, welche nicht hat l«lrbergrube ander nur kleine
kmirai. Akoi matä a ka.sa - r kano, da ^r/ ka igo «frä^
sehr. Ks gibt Frauen im Land Ivano« welche sie haben gekonnt spinnen
kwarai. Kasa-r kano akoi guäza mänj/S'indnjfä, akoi dankdli,
sehr. Im Land Kano es gibt guSxa^ sehr große, es gibt s&ße Kartoffel,
akoi rngö mai-kiOf eäsoi mvrüt^hT, akoi
es gibt Kassada gute, es gibt junge Wursein der FicherpalmeS es gibt
rizyä, akoi albdsa mdngS^nidnjfä da gautä da tamSiwr da
rizgi% es gibt Zwiebeln große ■ und Eierfrüchte und Tomaten und
tugdnd^, daka kutva da arhd. A kasa - r kano akoi thänu
großscliotigen Pfeffer, alles auch billig. Im Land Kano es gibt Rindvieh
da gawa da tumakdi da atoakdi. Akoi tajirai, akoi mdtsiyata
viel und Schafe und Ziegen. Es gibt reiche Leute, es gibt arme Leute
kwarai ma • au • immokardi, ämmä kasa-r kano ta ß kdsasM-n
sehr Besitzer von Lumpen, aber Land Kano es übertraf Länder von
hoAsa duka tskutä,' don haka ma-UkaifS au kt da f/aiva a katthr
Hausa alle an Krankheit, deshalb Kranke sie sind viele in Land
nan, kutate dagatea da giragS da nudtitfi da ma-kaakaiS da
diesem, Auss&tzige viele und Lahme und Blinde und Verrückte und
mo'O» AiMiteK' da ttäuiage ma-su taßa m na tabasda
Bucklige und Blfidsinnige Herumgehende sie lassen herausfließen
miyau. Garürüka-n kasa-r kano duka akoi ma-tshutä su na
Speichel. In Städten von Land Kano allen es gibt Kranke sie sind
kieänä kasuitdi da yaiva , han kasua la wat.se, su su na
schlafend auf Mäi'kten viele, wenn Markt er sicli /.erstreut, sie sie sind
* Bfam mid schwarz.
' 0. h. an jedem zweiten Tag wird Markt abgehaltan.
* D. h. an jedem dritten Tilg wird lübrkt abgshsitett.
* Wörtlich: yi-n zdrevaaxkuaa FAden.
' eine eBbare Wurrel,
* Dieselben werden gogeaaen.
' Eine Art sflße Kaitoffid.
* D. i. Markdente.
172
MiacRLicn: Über Sitten und Gebrlndie in tbaaä.
nan, kaman <jida-n Kit ke ncau Matshuta-n rum wadoMu tu na
liier, wie Haus von ihnen ist hier. Kranke diese einige sie sind
ja-n(/indt\, wadansu su na dofjarn mndüna. Haka tshikm bimi-n
kriechend, einige sie sind sicli stutzend anf Stöcke. So in Stadt
kano köymtshe nkoi mahaukafä keuua da yawa , nan m ke
Kano zu jeder Zeit es gil)t Verrückte auf Markt viele, hier sie sind
kwänä. Makafi nnfjutm -l m daban Lshe , bäyan wani düLti.
schlafend. Blinde Quartier von ihnen anders ist, hinter gewissem Hügel,
da kc t^hikin bimi-n kano, süna-n sa daJn . anguwa'V nan ta
welcher ist in Stadt Kano, Name von ihm Daia, Quartier diesem
yi kaman toani gart karämtf har akoi sarki-n makafi.
machte wie irgendeine Stadt kleine » sogai' es gibt Uiuptling der Blinden.
Mu na yära, mun «m t»h&f wata rwiä an kirga
Wir sind Kinder S wir hörten, man sagte, an gewissem Tag man ziUte
make^'n tsMkin bimi-n kano, a» ha Uhe aifen <iä
Blinden in Stadt Kano, man hat gesagt zweitausend sind uad
dort iiku, mdwä da m&B, y&tt da min^ Anmä kutan
dreihundert, Hinner und Frauen , Kinder und Erwachsene. Aber AustAts^
kmea aagmoa't m h&ta da pda-n am* na, atu* na ntak^jkalka
auch Quartier von ihnen nahe bei Haus von uns Ist, wir sind benachbart
da SU, ahoi au harjfonau. Kuam a Jkua-rkano akoi m^fogu'»
mit ihnen, da sind sie bis jetct. Audi im Land Kano es gibt bSse
mUaaS da yatea, bdrayi da maau'haffS
Leute viele, Diebe und solche, die ihre Sdiuldeo nicht frdwiUig
da mia»u*ratM-n k^a^ da mäS karmodi, wadanda aa ka
befahlen und schamlose Leute und Hurmflrauen, welche sie haben sidi
ki yi-n aüre. Mütam-n kano su na da tsoro-n sdrkT kwarai, ka»
geweigert zu heiraten. Leute von Kano sie (Itrchten König sehr, wenn
sdrkT ya yimagdna, duka jiki-n mütane ya kern yi
König er sprach, allen Körper von Leuten^ er pflegte zu machen
tnakerketa, duka SU kan ji tsdro, srt kan yarda damagdna-n
Schuttein, alle sie pflegten sich zu fürchten, sie pflegten %n folgen Wort
nan, yära da mdnyä. Kasa-r kario duka mütane *in da
diesem, Kimler und Erwachsene. Im Land Kano aile Leute sie siml mit
sanaöif kötca da tn sa, kö da-n särkt ne, har da mäiamm dvka.
Beruf, jeder mit seinem, selbst Prinz ist, sogar Priester alle.
^ Wörtlich: aie ziehen Hinteren.
* als wir Kinder waren.
* Haua des bnam Umam.
* K&per von allen Leuten er pflegte su machen Scfafltteln, d. h. alle Lssle
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filuciiucii: Ober Sitten und Gebräudie in Hause. 173
JToea-r kam a i» gkrmama hM, a nakS ^ abmiM, a
Im Lnnd Kano man ist ehrend Fremdling, man jpbt ihm Nahrung» man
namimaia $ki, km ya yi kMwie, a nagä/aremmm* AmnSu
fvenA sidi mit ihm, wenn er sich verfehlte, man ▼«igibt ihm. Aber im
kasa-r kano kogi claia tie, shine, a ke tshrwa kogi-n udil, süna-n
Land Kano Fluß einer ist, er ist, man ist sagend Fluß von Udil, Name von
yart >ie a bäki-n koyi-n nan.
ötadt ist an Ufer von Fluß diesem.
Kasa-r gobir kim ha ta da gaica, nmmä .tun y% maldka dä,
Land Gobir auch nicht es ist groß, aber sie regierten anfangs,
kdsas/ie da yawn .tt/n bi m. Ta yi iyakä da azhin , ta yi
Länder viele , sie folgten ihnen. Es machte Grenze mit Asbin, es machte
^folM da kabi, As yt iyakä da zanfara, la jft ^yoAä dm
Qreone mit Kebi. es maehte Qrense mit Zaniara, es machte Grenae mit
katsma. Kasa-r gobir akoi kögimgima, don haka ta ke da fkink^S
Ki^aina. Im Land Qobir es gibt Flfisae» deshalb es ist mit Reis
da k^ojfe JKporai. ÄmmSyanm monjyia-» it^ffg^M garSriikthn gtAir duka atm
und Fiaehen sdir. Aber jetat große alte Sttdte von Qobir alle sie
iSoM», aai MbdÜt da an ^ ^ SakaloMkmkata'r gcÜr
aeratftrt, nur neue welche man hat gemacht. Sokoto in Land Oobir
pa ke da »unm. Ammä gohinnoS «m fi iri'n ha^ktauä
es ist und Wumo. Aber Gobir- Leute sie Qbertrafen Stimme der Hansaner
daka jfSd, kan jfSki-n tu jfa hatski, a kam kaake
«Heim Kriegt wenn Krieg Ton ihnen ergingverloren, man pflegte au töten
Ml dayatca, don ba an gada ma$a» .8» kama tu na da ß-n
de viele, weil nicht sie fliehen schnell* Sie auch sie aind mit hfiren auf
magäna-r sarkt, dmmä ga-n tärkt su na yi ma sdrkt täwäye,
Wort des Königs, aber Printen sie madioi dem König Aufruhr,
kuma yäya-n särki matä ba m tsöro-n sdrki. Aaunä kasa-r su
atich Prinaessinnen nicht sie (tlrchten König. Aber Land von ihnen
da lä/ia, ba .su da tshuta da yawa .sai katüm, saidai ha
ist gexund, nicht sie haben is.rankheit viel nur wenig, jedoch nicht
tajirai da yawa gobir. Su na kuma da mägungüna kasa-r nan
reiche Leute viel in Gobir. Sie sind auch mit Arzneien in Land die^sem
da yawn mn.^t kaman tsäfi. Abintshi-n su
viel srilrhc vvelclie gleich den Fetisch verehrend Nahrung von ihnen
mat-yatca xhinkafä da gero da kifx,
viel Ueis und Gero und Fisch.
' Wenn sie Arzneien herstellen, wird daneben zugleich der Fetisch verehrt
in dem Glaaben, die Arxoei werde dadurch wirkungsvolle.
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174 Mischlich; Ober Sitten und Gebräuche iu Hausa.
f
Ammä kasa-r kabi kua ita ha ia da /tai J^ß-^
Aber Land Kebi auch es nicht es hat Wildnis außer Wildnis von
fogay ffti-n giskirT. A kasa-r kabi gu^n gishin bin ne, dafofi
Poga, den Orl de« Salzes. Im Land Kebi Orte ▼nn Salz 2 sind, Foga
a kan IrA« ma m«« giihiri-n nan da-n yalu, sTma-n gart
man pil^e zu sagen zu Art von Salz diesem da-n yalu Name der Stadt
ne, nan a ka ;/i keuüa-l gishiri-n nan daJSri, da kuma guru
ist, hier man hat gemacht Markt von Salz diesem zuerst, und auch Sora
a kan t$he ma iri-n m da-n svrU, ^na-n gan Kasa-r
man ptlegte zu sagen zu Art von ihm da-n Suru, Name der Stadt ist. I^nd
kabi ta na da kogi mai-/adäma baha. A nan a ke yi-n shmkäfä
Kebi es hat Fluß mit Siunpf großem. Hier man ist pflanzead Beis
dayawa, a na kuma kSma ia§bj/S kntarm. Kasa-r unn kua
viel, man ist auch fimgend Fische sehr. In Land diesem auch
in'-i» haiBie-n gobir su ke zantshe da thL Ta yi ij/akS db
Mundart von Gobir sie sind sprechend mit ihr. Es machte Grenze mit
sanwai, ta yi ^ftdtS da ymotri, ta yi ^oitö da ta^ara, ia
Sangoi, es machte Grenze mit Yawuri', es machte Grense mit Zanfiu«, es
jfi ^fokS da gobir* Gu^n da a ka gma tahao, nan m
machte Grenze mit Gobir. Ort wo man hat gebaut Sokoto, hier ist
ma-gama-r kasa-l kabi da ta gobir, dm haka wadansu mAtane
Zusammenkunft von Land Kebi und von Gobir, deshalb einige Leute
SU ke tshewa, sakoto rabi-n so gobir ne, rabi-n sa kabi
sie sind sagend, Sokoto H3lfte von ihm Gobir ist, Hälfte von ihm KeW
nf , ita haka ha tif, knsn -r gobir tshs duka. Amma budinoii t^hiki-n kasa-r
ist. nicht so isst, Land Gcjbir ist alles. Aber Boditiga im Land von
kabi ta ke da je(ja da gandu. Baba-n gari-n kabawä na-jün
Kebi es ist und .Ie<^a und Gandu. Grolle Stadt der Kebi-Leute erste
ga lälatshe , ganzti ba kowa tahikin sa. Ya na nan ki'ixn dn
sie ist zerstört, jetzt nicht jemand in ihr. Es ist (von) hier^ nahe zu dem
s'urami kn stlami, süna-n kordma tshe. Mutant -n kabi kua sim iyn
Surami udrr Silami, Name des Baches ist. . Leute von Kebi auch sie konnten
aiki-n shitik^ä ktoarai da au, kuma su na da mäyunguna iri-iri,
Arbeit von Beis sehr und Fischen , auch sie haben Medizinen verschiedene,
masu kaman tsäß da yawa. Su na kuma yi-n
solche welche gleich den Fetisch verehren * viele. Sie sind auch machend
' Kind (der Stadt) Yalu.
» Yauri.
* Es ist von hier, d. h. von dem Ort, wo die erste Stadl der Kebi- Leale stand.
* Wenn sie Medizinen herstellen, wird daneben zpgideh der Fedsdi versbi^
in dem Glauben, die Medoia «erde dadnreh wiiknngsvoiler*
Miscuuch: Über Sitten und Gebräuche in Hausa« 175
magdna kaman xcaütä, nvimä fa sun ß tri-n
iltprache gloichwie Dummheit', aber jedoch sie QbertrefTen Summe der
hduMmS dnka gaskia, kan mtäumti-n kaÜ j/a ffq^ ma
UauMDer alle an Wahrheit(s- liebe), wenn Mensch von Kebi er sagte tu
ka magdna j rike ta, gaskia ishe. Su ba yo'n A-a,s-tia' ha
dir ein Wort, luUte es, Wahrheit (es) ist Sie nicht Händler sind,
dem haka kasa-r su bäbu yatca-n kasutcdi, ba su iya
deahiüb im Land von ihnen es gibt nicht viele Märkte, nicht sie können
saye da sayervoa^ ba. Su dai masu-aiki-n faddma ne, wadansu kua
kaufen und verkaufen. Sie nur Arbeiter von Sumpf* sind, einige auch
tu na (yi- n) yaki, dmmä su na glrmama maUtmdi. Tun da,
sie sind (machend) Kri^, aber sie sind ehrend Priester. Seit Anfang
kuma kasa - r «« ba taßrai da yawa, dmmä dkoi abmtshi
auch Land von ihnen nicht reiche Leute vid, aber es gibt Nahrung
arhd mat- dädi kua. Kasa • r nan bäbu tshutä da yawa, don haka
billig suß* auch. In Land diesem nicht Krankheit viel, deshalb
ba ma • tshuiä tihiki-n ta sai hadern, ma-ka/1 kadan ne a kasa-r kabi,
nicht Kranke in ihm außer wenige, Blinde wenige sind im Land Kebi,
haka kutan f haka güaragüf kuma masu-ggma
ebenso Auasitzige, ebenso Lahme, auch solche mit geschwollenen Hoden
kadan ne. Kasa-r nan kua su na ts6ro-n tshutä, kan
wenige sind. In Land diesem auch sie sind fürchtend Krankheit, wenn
Sti ka ga mai-mugunya-r tshutä, su kan tsordta
sie haben gesehen jemand mit buser Krankheit, sie pflegten sich zu furchten
kwarai, su na gudu-n sa. Kasa-r nan kua kan mdLshe ta yi
sehr, sie sind fliehend ihn. In Land diesem auch wenn Frau sie machte
fnrkä, a ka shina , a knn yi ma fa
Uurerei, (wenn) man hat erfahren (es), man pflegte zu machen für sie
zanhö* kwarai, haka kuma, Uganda ya yi tsörn git-
Schimpflied sehr, ebenso auch deoy^lscn, weicher er fiirchtete Ort
n yäki.
von Kri^.
Ammära»/) ba shi da kam da bau, dnka sai a tshf kasa-r kano.
Aber Rang ' nicht es hat Land anderes, alles " nui* man sagte Land Kano.
''■ Bier » mit raaher Stunine und in laaggezogeneti Silben.
> Wörtlich: Kinder des Marktes.
* gemeinsamer Ausdruck filr »handeln-.
* D. h. sie pflanzen Sunipfreis und treiben Fiachiang.
* D.i. wohlschmeckend.
* mmbö (arab.).
' d.L lebclgeboraner Sohn von Bawo.
* d.h. Land von Bano und Kano.
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176 MisauM»: Über Sitlwi md GebrilDeha in Hmim.
«
AmmS zazttu kua ita t^hp ham-r zdgezdge^, ta na da yatta
Aber Zazaii auch es ist Land der Zazau- Leute, es ist mit Meng«
ktcarai , dmmä akni mütatüg ma^i-fädi-n teata
(es ist groß) sehr, aber es gibt Leute solche die sprechen gewisse
magdna daban tshikin kasa-r natu Ta na da kSgungima da dütodUm kmm
Sprache andere in Land diesem. Es hat FlQase und Bei^e audi
liiUiliMi ta dayamtknani* BtAd^n gari-n Mt m zaria, Kon^r mm
in Ihm vide sehr. Große Stadt von ihnen ist Zaria. Land dieaet
ta ktwojft ffofi-n nan gdbat da ffdmma, Mdb da dhwo. Äwmä
es umgibt Stadt diese im Osten und Westen, SQdeo and Norden. Aber
daga woJ^'U küdu ta ß ymca, dm «^-m ta
von Richtung Ton SOden es Ohertriffl an Menge, denn die Riditnng sie
shm/iflü har kuk^ liar (fitäta har kaß hrtr kogdrko. Kasa-r :a:mt
dehnt sich aus bis Kuker bis Gitäta bis Kafi bis Kogarko. Das Land Zjuaii
ta yi iyakä da kano, ta yi li/akä ^/i^ffshi . baulshi kasa-r
es macht Grenze mit Ivane, es macht Grenze mit Uautshi» Bautshi Land
jarawd tsfif , don sv na da magdna dahany a ke
der Jari-Leute ist, denn sie haben Sprache Terschiedene, man ist aag^
dit 41» bautshi. Ta yi tyakS da katginOf ta yi iyakä da
zu ihnen Bautshi. Es* macht Grenae mit Katsina, es maeht Grenze nUc
nafe. Quatawa daka l^Mt kagO'-r zatau m kt, Äamädaga dnma
Nufe. Guari« Leute alle in Land Zacan ^e sind. Aber von Norden
kam-r nm ba ta da yawa. Kam-r mma dkoi abiataki da j/mwa
Land ^eses nicht es mit Menge. Im Land Zaaan es gibt Nahrung Yiel
tri- tri, akoi döya, akoi ritga, akoi dyä mdnyä-mdnyd ^ a
verschiedene, gibt Yams, es gibtrhsga*, es gibt ayä* sehr große, man
kan Uhe ma iri-n ta aya-r sana, akoi rakf> da yawOf
pllegte zu sagen zu Art von ihr ayä von Zaria, es gibt Zuckerruhr viel,
don haka kdnatoä au ke tsh^ ma ta takanda^'r :aria. Mutant'
deshalb luuio- Leute sie sind sagend zu ihm SCUirohr von Zaria. Die Leute
n kasa - r nan ma - nSmS m knani, shi ne tsMaiki'n su ; sai
von Land diesem Ackerbauer sind s^r, es ist Handel von ihnen; außer
dämki m na rmi, dmmä ba kamar kano ba,
nihend sie sind blauArbend, aber nicht wie in Kano.
* Z<uxm Landesname. Ba-arfso^ (auig.), zdgezdgt (pL) Name de* YoKaSi
* d. L Zaaaa.
» S. 171 Anm. 7.
* Eine ErdnaOart, in der Asante - Sprache atddit^.
' talumda ein dem Qoineakoni ihnUcbes, jedoch aflfi «cbmeckeiMies fiolir.
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Miüculich: Ober Sitt«ii und Gebr&uche m Hansa. 177
Kasa - r zan/ara üa kuma tsdkatstika txhe, ta na da jeji, ta na
Das Land Zantara es aucb Mittelding* ist, es bat Wildnis', es hat
kmnadajßawa-nrittcaixodi, Jcogi-n gindi ya rätsa ta tsdka, da kuma
auch viele Gewisser Fliiß Gindi er durchfließt es Mitte, und auch
h(Hfi-ri tshüsu. Akoi kuma ta/üka mänjfS-miänjfStshikin ta, mnsu-kifaye
FluÜ TsbOsti. Es gibt auch Teiche große in ihm, habend Fische
da yawa. Babd-n gari-n su ne nnka, nan sarki-n zanßata duka
viele. Große Stadt von ihnen ist Anku, hier König von Zanfara ganz
yd ke, Kasa-r nan ta yi da katsina, ta yi lyakS da
er ist. Land dieses es macht Grenze mit Katsina, es macht Grenze mit
yohir, ta yt tyakS da kabi, ta yi iyakä da yawüri. Ka:-/: r
Gobir, es macht Grenze mit Kebi, es macht Grenxe mit Yavmri*. Land
nan ta na da ma-kaft da yaioa, Aar aX'oi imhm garf äSna-n m
dieses es hat Hliude viele, sogar es gibt gewisse Stadt Name von ihr
Udtarc, thi kaman gari-n ntahnfi ue, matu-ido ba
Takare, .sie gleichwie Stadt von BUoden ist, Besitzer von Augen nicht
tu da yawa gari-n nanj kuma mutani-n kasa't nan su rja da •
sie (sind) viele in Stadt dieser; auch Leute< von Land diesen» sie hüben
kirtshi'% don tu na s/uj-n Hta-'U yörn. Ahoi
rauhe Haut, denn sie sind trinkeiul Wasser von Bambus'. gibt
dä\m kasa-r nan kwarai, iia t»he abttUshi-n m tuo-
Guineakom in Land diesem* selir, es ist Nahrung von ihnen, S|jeiae
n su: däwa, fxtra-r m: dätca. Kasa-r
von ihnen: Guineakorn, Trank von ihnen: Guineakorn. In Land
nan akoi äbdugä da yawa da dumä, don haka a
diesem es gibt Baumwolle viel und Kalebassenpflan/e , deshalb man
ke zua daga wasu (furnr?, a na saye-n dbduyä a nan da
ist kommend von anderen Orten, man ist kaufend Baumwolle hier und
dümä, shi ne k</rdi da masuka. Kasa-r
Kjüebassenpflanze, das ist Kalebassen und große Kalebassen. In Land
nan su na da yatm - n yäki da juna. Kan swi ndda '
diesem sie haben viel Krieg miteinander. Wenn sie haben gekrönt
mrkT. ya zdmna kadan, sai kuma .w tshe, ba su spn sa , su
König, ei' blieb ein wenig, außer auch sie sagten, niclit sie lieben ihn, sie
kore shi, don haka shi kua ya kan tafi \ravi gart, yn
vertrieben ihn, deshalb er auch er pllegte zu gehen in andere Stadt, er
> D. h. es ist nicht sebr volkreich, es gibt aoch nicht sehr viel unbebantee Laad.
- Jedoch nicht allzuviel.
' Wörtlich: es ist aaeh mit Meuge von Gewissen».
* Oder Yauri.
^ AHfAf (R.) , garj^ (S.) unebene , rauhe Haut.
* An der Waaseradiöpfstelle sieben Bambnase.
WMUch: sie haben gewickelt (Ttarban um das Haupt des Königs).
lBtt.a.8dU.£0riul.^MMk«i. im. ULAbt U
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178
MiacHucR: Über Sitten und Gebräuche in Hana«.
gaiyatn müfftne, m zo, .m y^*'
rief 7.U mife die Leute* sie möchten kommeu, sie möchten machen Krieg
da mutant -rt gari-n to, da w ka ktrrp shi, xabftda haka
mit Lenten von Stadt von ihm, welche sie hal)en vcrtneben ihn, deshalb
kasa-r nan ta na lälatshnea kö-yamhc. A mutant -n kam-r tum
I^and dieses es ist verwUstend jederzeit. Tnter Leuten von Land diesem
bahn tajirdi da t/awa , sai fa fiakT, da yaki ya h/rö
nicht reiche Leute viele, außer Fremde, vveiclie Krieg er trieb hierber
9Uf Jfit ka zämita rmn.
sie, sie haben gewohnt liier.
Ammä tnurUshi da aragn da mada da a/aua hör
Aber Muntshi ' und Ara^fo^ und Mnda"^ und die Ato L< iit«' m
kuküku da kadara Itnr koro da lUmunu dvka titi-fun ka<a-r
Kuküku ' und ICadara'^ seU>st Koro' und LümtiDÜ^ allrs anfangs Lniui von
zazau fif, baihayt'^ ne tri- tri, är/imu u
Zazau war, freaule Sprache Spree liendc (es) sind verscliiedeiiet aber sir
na fndi-n fiaiisn kaman ta kano.
sind sprechend hausanisch wie (Leute) von Kauo.
8. Die «ieben eohten Hamastaatoa
Ammä haAta bähn thAan'dabm niy
Aber (die echten) Haiisa (-Staaten) sieben sehr verscbiedeo'* sind,
m6iUmi-n kano /ädi-n su dabam, mulaaS^n »dkttto fidir
Leute von Kano Angabe von ihnen verschieden, Leute von äokoto Angat>e
n 4w äabam, ömrnS müfymd'n kano «u «ta tskaua, jföj/a-n
von ihnen verschieden, abei* Leute von ICano sie suid sagend, Kinder von
hmeo SU ne kaüsaieä, dm haka m ke Uhetoa a hoAao
Bawo sie suid Hausaner, deshalb sie sind sagend unter (echten) Haun
hakt» Uran ta gdba* ita i$h0 to-färi, ta hm any*, ta
(«Staaten) sieben Bimn des Ostens es ist der erste, der zweite Auyo, der
üku dmtra, ta /Ad» kattina, ta tidr kano, ta «hidda gobir, ta
dritte Datira, der vierte Katsina« der fünfte Kano, der sediste Goliir, der
bäkoi rano ffu-n m6tanS-n kano haArn bdkoi
siebente Rano bei Leuten von Kano (die echten) Hansa («Staaten) sielien
ke nan, Ämmä nMand'n sakoto w na tskemif haisa
sind diese. Al>er Leute von Sokoto sie sind sagoid, (die echten) Hausa
1— ■ Nameu von L&uderu im büden der Hatua^uaten.
* Sti^. banAäuM,
"> D. h. sie sprechen neben ihrer Muttersprache auch hanaaniadi. Diese Linder
standen zu Anfung unter Zazau, machten sich aber später selbständig.
Die einen zählen diese, die aaderea andere zu den sieben eohten Staates.
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Mucbucb: Ober Sitten und Gebräuche in HaoM. 179
6dkm ia-/arko ttaum, te tm katsmOf ta iAw gubir,
(•Staaten) sieben der ente Daura, der zweite Kataina* der dritte <}obir,
§a Judu kano, ia biär hAi, kt »kidda zan^kra. At bdltei »aria,
der vierte Kaeo, der fiinfte Kdbi, der sechste Zanfimi, der siebente Zaria,
haiia Mkm ke tum gu^n miiland'n aakato,
(die echten) Hausa (»Staaten) sieben sind diese bei Leuten von Sokoto.
A na t$he um su haiw bdkoi, den mt duka
Man ist sagend zu ihnen (die echten) Hausa (-Staaten) sieben, weitste alle
JkwMfM m, «it diika kua «u na ß-n magdnganA^n j"na,
Hausaner sind, sie alle auch sie sind v^ntehend Spraehoi von dnander,
AnmS üelvM-n tu kua su na biutbanta, dm hakemm ka» wani
aber Zünften von ihnen auch sie sind verschieden deshalb wenn gewisser
ba-/uitis/*e ya na yi'ti maydtuif a na shüii-n kasa-r sa ga
Hausaner er ist spreehend, man ist kennend Land von ihm durch
hahhe-n sa. Su duka magän(/anii-n m su na kusäta da
Zunge, von iliiu. Sie' alle Sprachen von ihnen sie sind nahastehend mit
Jttna, sai want gtt^ m kan nisant'ihi
einander, außer an gew isst^ii Orten sit: jjllegten zu sein fernstehend
juna kwarai, Iiar icani ha ya shini-n ta toani.
(niit)eioander sehr, sogar daß der eine nicht w kannte sie* von anderem.
Amtnä mngdna-r kann ta na kusäta da ta katsina, magdna-r
Aber Sprache^ von Kann .sie i.st nahestehend der von iuitsina, Sprache' von
:^zait kun ta na kusäta da ta kano, magdna-r auyakäirä
Zazau auch sie ist nahestehend mit der von Kano, Sprache^ der Auyo» Leute
kaman ta kano tshe ^ kaka magdna-r binm da ta rmo
wie die von Kano ist, ebenso Sprache' von Siran mit der von Rano,
magdna'T ffobir kua da ta xanfin da ta kaU M na
Sprache von Qobir auch mit der von Zanfara und der von Kebi ^ sind
kuMta da juna, dmmS ma^^bia'r kabi da ta gobir wadanan
nahestehend niitehiander, aber Sprache von Kebt und von Gobir diese
kaman ddia iahe, dnunä daura kua ta yi katna da magdna-r
wie eine sind, aber Daura auch sie macht Gldchheit mit Sprache von
kann, tn yt kama ktimn da inac/d/ia-r gobir, ta na hanbanta
Kano, sie macht Gleichheit utich mit Sprache von Gobir. sie ii»t verschieden
' Obwohl die ^mdw dieselbe ist, so gibt es doch in deiselban vsrsehledene
Dialekte (Zungen).
^ die Sprachen (z. 6. hm 2, im alt. Zsnf. und SoL bn^pi^,
" Sing, steht fur pl. yurart,
* die Sprache, das Wort (s. B. Blatt yanye [haus.], Uiskf |Zaz.-IKaI.J, «smowi
|Zanf.- and Sek.- Dial.]).
s Im Su» von Dialekt.
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180
Mi»iCHucu: über Sitten und Gebräuche in TIausa.
rla m duka want gu, don haka akoi abu * da yatca,
mit ihnen allen au bestimmtem Ort, desiialb es gibt Dinge viele, (wdcbe)
7nutane'n daura su na, fddi-n sa', ämmä a /uitisa duka ba maxu-
Leute von Daura sie sind sagend sie, aber in Hausa ganz nicht solche LeutCt
fd(U-n sa^ hakanan, gai Su kadai. Ammä zan/ara kömi
welche sagen sie so, außer sie allein'. Aber in /anfara jedes Ding
SU ka fddi , a haüsa bäkoi icadansu su na fddi hakmoft. fddi-
sie haben gesagt, in liausa sieben' einige sie sind sagend no, Sprache
« ftfi dnka a na tareita da si/ L'^hikin ta. A (lanrn xütta-
von ihnen allen man hat zusammen ^ mit ihnen in ihr. in Datu-a Name
fi vdsä ~ g9o6ffa , a haiaa bdkoi duka banda daura ba masv-
von wasü = g&utga, in Uauaa sieben' allen außer Daum nicht sotdie.
t.^h»ma ((f(t) wäiä tjeaüga xai su, a kann tcdsä a ke ttkewOt
welche sagen (fQr) vriaü gSaüga außer sie', in Kano wasä niaii ist sitgend,
kaka a ktUnna tnlra a ke tthmaf haka a zaria, änmw gobirawä
ebenso in Katstna wa^ man ist sagend, ebenso in Zaria, a1*er Gobir •Leute
«M na tdietea wrgt, ski ne ' kua iMktOtmMi, den yaasu a Aomm
sie sind sagend wai:g^% dies ist auch HokoU»dlalekt, weil jetat in Hausa
kan a ka Uhe sakoio, io, gcbir ke lum, he^a kaÜ wotyi
wenn man hat gesagt Sokoto» gut, Gobir ist dies, ebenso in Kebi warp'
eu ke tskewa, kaka ^a^arawS «a ma(kHma) vaorgi m ke
sie sind sagend, ebenso Zanfara- Leute sie auch wargi' sie sind
iekewa, Akoi abu da hakanan.
sagend. Es gibt Dinge viele so.
Baww bukoi.
4 IM» flieben tmeohten Hamagtaaleii.
Bdneä bdkai ta baiükuUa ga mmtand-m
Die neben unechten Hauaastaaten es ist verschieden bei Leuten vuo
kano da na eakoU>y gu-n ktmmeä bdnzä bdkoi !»•
Kano und von Sokoto*, bei den Kano 'Leuten (von) unechten üAea der
/oHto taria, ta 6ni tai^ara, ta 4ku kabi, ta /äda ytueArif to
erste Zaria, der zwdte Zanlkra, der dritte Kebi, der vierte Yanri, der
> Sieg, steht fBr pL abukaa,
* D. i. Leute von Daura.
■ D. t. in den 7 echten Haossstaaten.
* gemeinsam.
* wdaä Spiel (Raoo - Dialekt) , ^^aiiya Spiel (Daura - Dialekt).
* D. i. die Dann -Leute.
7 F&r wäm Spiel.
* D. h. in Kano liklt man sa den 7 unediten Staaten andere ab in Silwto.
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MtscBLKH : Über Sitten uijd (iebräuclic in Haasa. 181^
6fVir "^rji, ta-shidda Itorarafa, ta bdkoi basa, bmuä bdkoi
f&nfte Wftrjiy der sechste Korarafn, der siebente Bns«, sieben unechten
kf nan g»-n mutant -n kano. Ammä ff»-n sakoUtvsä
(Staaten) sind diese bei Leuten von Kano. Aber bei Sokoto - Leuten
hinzä bdkoi ta- färi t/rnttiri , ta-biu kamuki/ , fa-üku
(von) unecliten sieben der erste — Yauri, der zweite kamuku« der dritte
ingqi y ta-fwhi korarafo , tu - hidr punri , (a-shuhla hafta . ta- bdkoi
Ingui, der vierte Koni rata , der funAe Giiari, der sechste ßasa , der siebente
hnntji, m ne dnkarkart , to, hi'mzä bnkni kr nan
Baogi sie^ sind Dakarkari- Leute, gut, uoeciiten sieben (Staaten) sind diese
pu-n xakotmrä. Ammä snniroi daban ne, fta tn tshikin
bei Sokoto- Leuten. Aber tjangoi verschieden (davon) ist, niclit es in
bdnzä bdkoi, fi-i ta kuma tshikin hm'isa bdkoi, ita mmjdna t<he
unechten sieben, nicht es auch in Hausa sieben, es ^in) Sprache ist
daban.
verschieden.
* Zwiichm Zuftm mtd Yfturi.
' D.i.6angi. Vondeneinsnimdt&litelki^iVoiidenBiiderenDtkariuttigentaii^
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182
Kurze Skizze der Lautlehre des Kipangwa.
Aufgeiioiniiien vom V'erlasser im Pahgwalande in den .lahren
1902/OB nach den Vorschlägen von C. Meinhof in dessen Werk
»Grundriß einer LauÜehie der Bantusprachen«.
Von JVI. Kl-AM«OTH.
MiMiaawupMiatcBdcat in DaresuUm (Berlin 1).
Pangwa ist die Sprache der unter dem Kamen Pangwa «usaininea-
gefaßten kleineren Sttmme im Osten des Nyassa. Da» fragliche Sprachgebiet
beginnt rnit dem — vom See aus — jenseitigen Abfall der Livingstoneberge
lind zieht .sich etwa 70 km nach Osten. Die Ausdehnung des .Sprachgebiet}:
von Nord nach Sud ist kaum geringer. Der 1). Breitengrad dfirfte etwa die
südliche Grenze bilden. Weil die Stämme keine geschlossene Lioheit bilden«
lassen sich diese Grenzen nur ungefähr angeben.
Die Stümme, die man heute unter dem Namen l*anj;\v:i zM>auuiienfaC>t,
sind teils au.s Osten, teils aus N<»rden in iiire jptxigen Woimsiize eingewan-
dert. Das kommt natürlich audi in der Sprache zum Ausdruck. Die Sprache
ist der bei Mbcsjela und Lupembe gesprochenen verwandu Das Land ist
Bergland und liegt abseits von den Hanptverkdirsstrafien. Auch diese
beiden Punkte sind nicht ohne Einflufl auf die Entwicklung der Sprache
geblieben.
An QueUenmaterial li^ nichts vor.
Feststellung der (hrandkonsonauien.
1. —
2. Die Momentanen.
ka — '/a. Z.B. Kl. 13 Präfix o^a; Verbalenduug: -£X"« '"/ß'^
*%aia •bleiben*« «wohnen« , Ui'xab «Kohle«, -%aU «scharf«.
to > #Aff. Z. B. anui'ßitha «Fett«, tkambtUitiza »ausstrecken", iika «aiiv
gießen«.
pa > jnAa. apha Di «hier«, ir^i-pha^ »Wildkatxc«, -|iAa denominative
Verbalendung, /. B. yjd^i^ «zornig sein«.
tlber g, d, h s. unter Dt.
.Mso lauten die den ursprünglichen Momentanen entsprechenden i«auie:
50» M, jpk.
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RLAimeTii: Rone Sknie dttr Lanllehre d«s KipaAgwa. 183
H. liie. iSpirantpn.
ya r> ^« ulaymdaijn «ticli niclit!«, Tuivjamcmfi »ich habe sie gesehen«.
> a. aniy fi "Txnn Trockticn au.sbreiten«.
>-Ja. vuja -zurQckkehif II«.
la> la. u%w-ata «ausbreiten-. Der laut schwankt swiselien /und/.
Sia>aß. t^gtnhu «Menschen«, gei «sein«.
Also sind die den ursprOngliehen Spiranten entspreehenden Laute:
9* *♦ J*t /; fl.
4. Die Nasale.
IM» > na (na -tind, mit, vier«; vgl. munana «acht«).
ma ma. Fräüx Kl. •> ama-, ima «stehen«.
.•Vlsn Intitfti die ursprünglichen Nn^alf: n tmd m.
.*). Beispiele, umtc-aya «Jaiir«, umtt-ana «Kind«, (fnr/r nu steilen«.
ii/jt-'/ama «melken«, u/jt-'/jina «sieh weigern, lousnen«; vnra «schnierzeu- ;
w/U'phala «kratzeu«; uyjii-sßi<i «zahlen; mala »fertig .sein«.
Festsfcelliiiig der Vokale,
H. —
7. «, i. M Miui iiiiveründert erhalten, doch wird a gelegentlich zu i
{amathi «Speichel«, ti^/jc - idv/ila «iiiiiworieii«;, i i<liiigt manchninl last wie f
{fmUe n-: rant/ip), u wie o, B. In phgma «rauben«.
8. T>ie Mischlaute « und ft sind vorhanden: ffgnda «gehen-, umu-iomo
«Lippe, Mund«, l{^ha «irSuni«»!«, pktpha «rauchen«, jsna «sehen«, ffona
•ehebrechen«. «Aa »sich warmen-, leihtt «bringen«.
9. f und p sind vorhanden, scheinen aber Entsprechung fftr urspr. i
und M 7.11 sein. s. 7.
U). Üie schweren Vokale.
I / (I*r3fix Kl. 7 iji, \"erb. Präfix f/ci).
M >- u {boßi »blind-, amq^ttAa «Feti«).
Weitere Beispiele.
Zu i: t^^sima »(^Jut-lk' i^i «Hyäne«, u/uji^n <-nnkoninieu , umu -niii
«Mond«, mudiimu «blödsiDnig, besessen«, adUmya «entleihen«, ilyQsi »Rauch«,
«^u-dKiSti -nicht essen mögen oder dürfen«.
Zu d: f^fpngafu •fest«,yi^pAi >kurs«, %^ujsß «Brust«.
Also lauten die Vokale — Grundvokale: a, i(f), u{ö)\
Misch vokale: fit
schwere Vokale: ♦, m.
Zu beachten ist hier wie hfl den hen.'ulil>.irien Stämmen der Unter-
schied in der Bedeutung der Wcnte, die sich sonst nur durch KAnte oder
Länge dei' Vokale voneinander unterscheiden.
ty}h > faulen« i'^^j •schneiden«
lußa »au£sauiDieln« hgia »nadtdenken«
u. s. w.
' g wird in v ielci) Füllen mit Kehlverschluß gesprochen (vgl. Wolff, Klngs-
Spraehe S.3); dodi ist noch nicht fmtgesteUt, wann das geschiebt.
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184 RLAMMn: KwiA Skiiae der LantMire dM RipaAgwa.
In der Regel wird der hinge Vokal etwa eine TeiY. liöliei' liegen als
der entsprechende ktirxe. Somit stellt in dieser Bezietiung für das Gebiet
des Kipafigwa die Versehiedeiilieit der Tonhöhe in engem Ziuammenliaiig
mit der LSnge odor Kfirxe der Vokale, und zwar ist — wie mir scheinen
will — dieser letetere Punkt der ftlr den Unterschied der Worte besonders
in Betracht kommende, wihrend die Verschiedenheit der Tonb6he mir nur
die sich daraus ergebende Folge zu sem scheint.
FestateUniig der mit Maul ▼6ri»imdeiien KoDsonantan.
u. —
12. Nnsal -f Konsonant.
Die ursprünglichen Momentanen.
nunha »stinke-n-, vgl. U-</finha »Ei».
Also nrsprünglich ilA* > nh.
Die urspriaiglicheu Spiranten.
vmuganga »Arst« , ingüa «hineingehen«, w^u-genda »gehen«»
w^'iadta »singen«.
Also ursprOnglieh > iljp
nd>nd
13. Nasal + •+ Konsonant.
Die ursprünglichen Momentanen.
inhatm »Tier« (Diminutiv a ya'^fißno)',
isenga n/utlamu (aus *mthalamu) •scliwarze Kuh«;
imhf'pho »Wind«.
Also: n-\- i + k nh
n •\- i -\- p mh
Dasselbe Hesultat rrgibt sich bei PrüAintc der ^'erbrndun£zcn mit w
• mich, ich-, doch wird ni als Subj. Pronomen beim \'erbum meistens nicht
kontrahiert. Ks lautet dann ndi.
Die ureprungiichen Spiranten.
u%w/ßnda »Lehm kneten«;
mdama «Firse*, anditeiage «er möge mir bringen, (von Ifta •bnogeo«):
imbi(fu9 «fauU (von »verfaulen«), wAogsd «Bttfilel«} amijiljfe «er
hat mich geschnitten (von gfila •schneiden«); aUgt^j/e *er hat fDr mich ge*
teilt« (von gas!» «tdlen«).
Also: n-^i + g>ng
Fällt der Konsonant ganz aus. sn wird ni vor den» Vokal zu w, z.B.
n-umi/ Kl.*» »trocken«. Dnnrhen nilit es Forinm. in denen r<; srh>'iiir. iL«,
ob y m vielleicht untei- EiuÜuß des < verändert ist, z. Ii, miiumu iU. ^
• trocken«, s. unten 21.
Klamroth: Rune Skizze der Lautlehre des KipaAgwa.
185
14. a) Adjcktiva in Verbindung mit Kta.sse 9 uod 10.
nhithu Kl. ^ (von -thithu »schwär/.«); tnbi/u Kl. 9 (von ]2S^ -schlecht);
nhattga/u Kl. 9 (von -yangqfu «fe^t«).
b) Plnralis von Klasse 11.
ulubotke >8trick«, pl. tmÖQlhe.
c) Dimimitivprlfix Kl. 13: o^.
a%abwa «HOndchen« neben imbtva ü «Uund«; (v/fldama »kleine Fiirse«
(von mdxma 9 oFirae«).
Hier kommt also die sogenannte »halbe NtHalterung* vor, Tgl. Mein-
hof, Grundriß S.56.
d) umu-nhu «Mensch«, urspr. umu-niu,
15. Nasal + « + Konsonant.
trhnltip;o nasnlicrte Konsonanten kommen weder in den Nominaijirä-
tixen iioi li h(;in) Objekt^spronomen mii vor, doch wü'd das u of^gaoz llüchtig
gesprochen, so daß es last ver^cll windet.
Hier sei erwähnt, daß von zwei auleinanderfolgcnde Silben begiO"
nenden ursprünglichen Momentanen die erste in der Regel war Media er-
weicht wird (Dablsehes Gesetz).
So erklart sich daa Vorkommen von d^b neben der rcgdmSßigen Ent-
sprechung für die ursprQnglichen Momentanen %, Uk^ph, c,B. •sehimpfen«,
Suaheli htkana; idi/ila •zustimmen«, Suaheli ttät»; pha-^gaM «zwischen-;
-dathu »drei-, vgl. Suaheli -tat»; u'/jc-UhM/O -fajjsen, ergreifen*« vgl. Suaheli
pata\botha •drrhcii-'. vgl. Konde phot/ta; nma-dar^ »Gesäß- . vp;!. Suaheli //^^7^-'//^v>.
Niclit angewandt ist das ficsft/. z.B. in uluyopht^ -Wimpi-r«. infniyjj
\) vlliiliii., thwiya -Last luifriehnicii • . Schon hier sei bemerkt, daß das
Oalilsche Oesetz aiieh dann zur üeltuti«; ki)rnmt, wenn die /.weite der heidcn
Momentanen durch schweren Vokal zur Krikativa gewoi*den ist, -popu
•bUnd- > bo/u
goh(fm^ »husten« aus B. Aseft» s. 19.
Bei der Verbindung mit Nasalen folgen d, b den Gesetzen der ur-
sprQnglidien Spiranten, sie eigeben also: li^, luf« mh*
17. Auch hier macht sich viel fremder Einlliiß geltend, da in den
fi nheiTn Kriegszeiten mehrfach Vennischung der Bena und Pangwa eintrat.
Die Männer verstehen fast alle Kibena, die Fmuen und alten Leute weiu^er.
Der siidr>stlirhe Teil des Landes hatte früher unter den Kinfallen der \'an-
gimi (bei Songeja [Songela. Songelyaj), der nördliche unter denen der
Valiehe und des Mbejela zu leiden.
FtotsteUnng der MboUauie.
18. i. htatQ, aus lang (fünOi «bo t>h.
19. gf^ksmj^ »husten« s. IH ^n^gla »schnitaten«
16. —
hff^a »lachen«
./Ste »verbeißen«
mi'h^ßi »Tranen«
haguh »aussammeln«
kango »zusammenkommen«
laha »einen Pfeil abschießen«.
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186
Klakbotii: Kurae Skisze der Lwitlahre des KipeAgwa.
20. anhqwf'll'' ■ ff hat mich be/.ahlt« \on hmnha, inhriitjo ■ Ilani!i<'N>> r«.
inhi 9 •Land«, inhnm i» -^Schande« , ssnha 2 -alle«, aber mAi jm/ut m\m\
Joha »das ganze Land«.
Also > nh neben A,
ni + k> nh.
Fur nh kunnnt vei*einzelt auch s vor, /.. B. in is^mi statt inJiqm V
•Sehande« (a. aueb 23).
21. Urb. t/i^ii'o > ili-(izusa »Sonne« j
• ye'tga > dienga •bauen« } also y d!5.
» ^ci > trfia -kommen'« ^
Vgl. auch diaHyfl •ausbreiten« neben ah oben 3, Urbantu yrft.
Mit Naaal: iiuAsAi 9 «Uunger«, iU^gatuSa »Handfliche«, also ikf>n^.
SbilliiA der Vokale vaS die Konsonanten.
22. ki > '^/j. umu-yjila «iScIiuaiiz«, r/f Prüf. Kl. 7, indzu^i 9 »Birne«:
A'li >■ y«. i/y w Inf. Pfäf. ; / «groß vvei*den-;
a y* t/ii. umu-thima "Lt^ber«, thiyUa «sagen« }
/ti > thu. datht «drei« ;
pi:>phi. phmda (neben phfnth) «tragen« I . i -.
pu > phu, pkuma (neben pihfma) -rauben« ^ * ' *
phda »blasen«.
Also ih, ph bleiben vor den Grundvukalen i und if unverioderL
yf > I und Ji. mba «singen«. Ji Praf. verb. KI. 0;
yii > II, JUt ffu* uma «trocken wei'den«. <fu Prüf. verb. Kl. 3. imbijm
«Samenkorn« ;
a > K. Prif. Kl. 5 iUi Hma «aekorn«, Unda «aufpassen«, uh'iimi
• die Zunge«:
Ai > /v. Vir(. ki. 11 täu't ktma »beißen«, utmäte^ 3 «Naht an der
Matte« ;
ri >■ CT. innii-vilt "Lcil)", vifii »böse«, tj<7a »sieden ', -rili »"/wi-:
U« t?M. Priit'. Kl. H ucu; vtimba »Ibrinen«, vjitja »zurücli-iiehren».
7 ist nl<:<> vor / inid u ähnlichen i»chwaukungen unterworfen wie vor
a, es wild zu . ; mul 7.
/ mill r lilt'iben unverändert, docli vergleiclie ^tM^^j^ «BieT rühren«
mit Urb. AiUuya. >
23. Die alten Mischlaute.
ki $i. phusi -lyitfii«;
ffit > hu. liii'icn "auspressen, din'chspihen* ;
>• ftö. a/a-(ü.Ua 13 »der kleine Weg«, indsila U »der Weg« ;
2« > ci2t/. ilidzuva »Sonne«.
Also liegten dieselben Regeln vor wie bei — 21. nur daia vor »
statt h ein a eiutriii.
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KiMMRorn: Kurze Skizze dor LauUelirc des Kipaögwa. 187
24. f>it' M i s P h n k a 1 r p. n.
,1) Kiiilluß (lerst'llx'ii auf die iiisiiriiniiliclieii .Moiiinitaiu'ii.
ke. '/^ vor e hält sich in einigen Fonnt'n, in aiulncii wiid es zu
z.B. hey^jda relat. Form von » lachen aber ßnhu
^theleye^ -gekochtes lassen«;
^fl > Xi^' j^yji KL 9 >deiii«;
pi>phe, phgpha «rauchen«;
fff >J>^ Sß'FlHina Name flir die Vangoni im Paogwa;
tg>iks, thgma »ßillen«;
Ii» > l/b, sitho «schwer«.
Also unterließen die ursjn nii<:1ichen Momentanen mit teilweiser Aiis-
nalime von vor e, o denselben Gesetzen wie vor dm f »nindvokalen.
b) Kinfbiß derselben auf die tirsprütitilichen bpiranten.
yt>SC' g^do • gehen«, yda «uieiisenj
> umtß - edzi • Mond • ;
VP > .'9'2- i/2»a «ehebrechen«;
> o. o/a »üicfa Winnen« ;
h>i^' «bringen«, imma «nicht vermögen«;
h > ^t/mu-lgmo «Lippe« ;
£f >£«. ift'-is^ «Brust«, se^o «Frucht bringen«;
!2ff>£e> SSßi^ «sehen«, iÜog^ 5 «Arm, Hand«.
Also unterliegen auch die Spiranten vor o denselben Gesetxeo wie
vor den Grnnd vokalen*
Anmerkung: y> br in a^^a-beju »Samenkorn« und fiS^»^ in
oya-bi^yq .Biiffelchen« ist 'halbe Na^aliernn«?«. vgl. 14c.
2.'). Die Konsonanten vor den schweren Vokalen.
:i) Die urs|iriinglicheo Momentanen.
Ai r> si. ilj/-Qsi »Hauch«, umu'tyi>ha 3 «Ader«;
kti /u. ama - futha » Fett « ;
ti > si, ulu-xiku »Tag» (24 Stimden). masika ti •Kegenzeii«, mnmnya
14 •Schwanziiiia.sU'iihaai der Kuh«, ^o/a .zurückbleiben";
h't - fu. fiinda »verführen, ermahnen-;
l>i : Ji- ji/jt «ankommen«, ,^!Aa «verl>eiKen« ;
p& >■ fu, -btfu «blind«, s. Iß.
Also werden k und I durch i m p wird/, X\ werden durch
4 7Mf.
b) Di« iirsprOngticiien Spiranten.
yi>ißi umU'fSHlo «verbotene Speise«;
yd wird wahrscheinlich /v s. ijusp in 27 ;
U>«äL dümu »dumm«;
IA>fu. vpfu >faul«, täuk/u II »Bart«, uAiA^ II «Seite«;
sl>/. s/S Prüf. Ki.8;
s4>>'if. a'^/ia-ftJa «kleiner Regen«.
Al.st» werden die ursprünglichen Spiranten durcli i zu äi (nur v wird/),
durch « werden sie au/.
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188 KiAiiRon: Knne Skixzo der Lantldire dM Ktfwftgw«.
Schein a.
il|>«t. yt > tßi kü:>/u. yu>/u(?)
H>si. H>dH tA>/u, H>/u
Anmerkung: ia^4H>J^ (anstatt jSii) «Hyine« beruht auf deaGe*
setxen der Konsonsntenasaimilation , vgl. 34.
In ili'hfit pi. <iiB-«Äi» 5 -Auge«, iirspr. -y^^, ist ygane versclnvunflen.
In Unga «umgeben« scheint leichtes t vorzuliegen, abweichend von
anderen Sprachfn.
Unregelmäßig ist ferner (lhtf>{/ii -eiritatichpn-, Urb. Inrn.
!2f>. Mit Nasal verbundene Konsunanten vor schuerca
Vü k a l f II.
fi^j ndzi. ttmu' r*inii:i\
ndi > ndii, umu'phmeßi von poitda «Schmiden« ;
nM >ßt. yläßt von ^mumüi »mager werden««
Die mit Nasal verbundenen Konsonanten verlndem sieb also vor den
schweren Vokalen ebenso wie vor den einfachen. Vor f fallt der Nasal aus.
27. Neugefunden sind bisher: «« <^>/>
Die \'erbindung von Nasal mit dz ergibt ndz wie in 21.
Fur die Verbindung; « + % habe ich kein Beispiel.
ijinibo 10, uiu-fintbo 11 -Stock«; jftifio 9 -Nilpferd-;;^ d
■ Niere«.
n-H.«>Ä z.B. iseiii/a 9 »Hind«, mngo 1> »Nacken, Hals».
nd: 7.. B. in indztr/ß 9 «.Schlange« , iruihr^i 9 -Biene».
Hier ist vermutlich das Vergrüßerung^präfix {dzi'i urspr. -y») vor den
Stamm getreten und dann Act Nasal.
28. düma «erlösehen«.
Die Verbalstamme, wdehe z. B. im Sotho mit Nasal 4- vokalhalligeni
Konsonanten beginnen, unterseheidm sich hier nicht von Formen ohne NastL
29. Die Konsonanten vor Halbvokalen.
a) Die urspriinulichen Momentanen.
h'^>%e oder r^f. x«X'*(^')' /.«'ÄS'** X^Ä«^
Ä'i|o > Ärt. ffolnsn .gerade machen«;
kwn y^- ^/jca. Cien. Kl. 15 yjca;
ktia >^ ftca. uyti-ftta »sterben«;
lya : • thi/a. thyflria »gleiten» ;
twa > A«Mi. Gen. Kl. 12 ÜMa\
tAa > ?;
pya >j%a. fhya «neu«, /»Aya «brennen, gar sein«;
f^>/ya, dt^ya «rOhmen«;
pmi >?;
/*it'n > hwa as. B. htcanann »gleichen«,
h) Die ursprünglichen Spiranten.
yya ~ ;'7 ("Jen. Kl. 4 ja;
7jfa > r/ia. odsa •waschen»;
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KtAHKOiH: Kurte Skizze der I^iitlehre ilea Kipafi^wa. 189
ywa > gna. Gen. Kl. 3 gu>a\
yAa >? ;
lya ^ lya. lya »essen«;
t^n>d&i, voflia «verfaulen lassen', malidka >beenden>, media
•sprießen lassen« von mf ln •spj'it'ßeii« ;
iway>itca. Gen. Kl. 11 Itca, Iwa »streiten-;
Iwa > ?;
v*ta > ri/a. vyala ■ pflanzen*;
r^ay>/i/a. phu/ya »dumm machen«;
rwa > smt. Gen. Kl. 14 spea;
mba>/wa. fuBtäa »anxiehen«, vgl.yki'^f^a «kleiden«.
Also verandern die einfaclieii Halbvokale die Qrnndtaute nicht (ans-
genommen dafi % durch folgendes y auch zu wird). Die acbweren Halb-
vokale bringen Ver&nderu^gen hervor wie im Hauptschema unter 25, nur
wird fAa hier m Ate».
Zuweilen ventehwindet dabei der Halbvokal ganz.
30. —
31. Veränderungen nasalierter Laute durch schwere Halb-
vokale.
nlcya'> sa. nusa «schnüffeln« von ntmha »riechen-.
Ks gelten, wie es scheint, die bisher aufgestellten Regeln.
[VI. \'eriin(lerungen , welche durch Halbvokale entstandene Laute durch
vortretende Nasale erleiden.
Es ßndcn sich keine neuen Kegehi. Vgi,nhwaie9 «Uebhuhn«, Qtnhya
{jgmhya) .neu-, imlma 9 -'Hund«.
33. Dif leincii Nnsale werden durch folgende Vokale oder Halb-
vokale meist nicht bceinllußt.
Beispiele: inhoni^ Urb. inkonf »Schande«; hdinya »Wohnsitz ver-
lefyen", kau:>. von havta. V'pjl. jedoch nh in ilem elten angeführten in/inm und
sonst .s. 20. Kernel- nw \u nwa »trinken«, n in nt/wiu 9 »trocken« s. 13.
mhwuia »Krokodil- aus B. ngvoetia scheint unregelmäßig /.u sein.
Im abrigen ist der Vokal des Piüfixes (» wie «) beim Verburo fast
immer erhalten, so dafi keine Verbindung des Nasals mit dem folgenden
Konsonanten eintreten kann.
n findet neh vor Vokalen nm' als nh.
Zur Nasalierung der Nasale vgl. maß» Kl. 9 von »ws/m >gut«.
34. Konsonanten ass i m il a t i o n liegt vor in ^ statt «Hyäne «.
Urb. imfilt
Volcalasaimilation findet sich bei den Verben auf in be-
kannter Weise und bei den relativen Formen, z, B.:
u%'<^^ «schwimmen«
tt^ii-fien^to «sichtbar sein«
t^'lgngeledza «binzufBgen«
w^'Ü^ftl^ «gleiten«}
190
KxjiWMm: Kune Skizze der Ltudehre da» Kipaägw«.
aber uyjdima »ackern-, rel. lirmia
w/iwita »gießen-, rel. itila
uyuhayula »aussammelii« , l el. ttagubla
uy ttktyiUi »bel'ehlen«;
tr/jiD-ima, davon imäta «stellen«;
also nach a, i, ux ika, ita} naeh g und o: fAa, glei. Vgl. auch sbümAmp
neben sfHnMnt •saxt sind gleich« von IMma,
35. Vokale nach der Abstammung.
a) Den Gnindvokalen entsprechen: a, t (f), u (^).
b) Dem Miachlaut 2 entspricht: e.
• • O " o.
c) Den schweren Vokalen entspipchen: 1 und u.
Sclieina.
a
2
(?) * i V u (p)
■36. Nach dem Klange sind
a) Reine Vokale: t, «.
b) TrQbe Vokale: g, f, f.
Schema,
a
« S
9 9
i u
A II Ulf rk 11 Dii^: ! >nberück.sichUgt ist hier nuch die Lauge und Kürze
der Vokale gehUehen.
37. Kuusonanten nach der Abstaunnung.
a) Orundlaüte:
UnprQjigl. Momentanett Urspröngl. Spiranten Nasile
Durch Dissimilation
7- 9 9* '» J «
th d 1,1 n
ph b V m
h) Den nlten Mischlauten entsprechen:
den tonlosen: h,
den tönenden: dz,
c) Semivoksles: y und w,
d) Nasale Veii>indungen dv Grundlaute.
Aus MomentaneD Aua Spiranten
einfach: nk ng
? nd
? mb
Dnreh Disaimilation
i -lialtig: »A uy tiy (ndit i)
nh nd nd
mh mb mb
L^icjui^uJ üy Google
Halb-
vokale
Fortes
«in immI
Leriea
% 1»
*
J
i
m
l
/
mh
Kr.AHROTH: Kurze Skizze der Lautlehre des Kipangwa. 191
e) Leichte Vokale bewirken keine VeriLnderung; nur ^ entsteht ge-
legentlich aus
Diiroh schwere Vokale und scIiu ppp Halli\ oknl»» entstehen: Sf eß,
f) I>tirrli Nasal cntstchl aus denselben: /^s,mii,
g) Nasale X'erhintluiiücn der Mischlaute:
» + A > «A (vereinzelt /lA, Ä),
n + > ndl.
h) Aus den Nasalen entstehen keine neuen Laute.
i) Andere Liaute als die aufgefnhrten kommen nicht vor.
Momentaiieii Nasale Spiranten
Fortes (Toaloae) Leneü ('rüiiende)
Aspiriert rein nasal
Gutturales g
Paiatales dl ndi n
Zerebrales fh 4 >."J ?
Alveolares nd
Labiales a)
• ph b mh IM mh v w
Faukales , //.
Die Zerebral- und Alveolarreihe ist iui Text der Untersuchung nicht
geschieh cri , vgl. 3.
Vereinfacluiiigeii der Ortiiographie, bei denen die Schreibung des
Kibeoa berücksichtigt ist:
a) Von den Vokalen werden nur « und 9 ttesonders bexetduiet.
s lies o lies g.
b) Konsonanten:
Phonetisch ^ % l mk nk ng ^ tih ph th v
Vereinfacht dz k l m n ng n A p t v
Meine Versetsang nach Daressalam zwang mich, das Studium des
Kipangwa xunftchsi abzubrechen. Es ist mir so unmSglicli, hier noch nUier
auf Wortlehre und Syntax des Kt|>aAgwa einzugehen. Ja aucli das, was
ich an handschriftlichem Material dsrQber besitze, kann ich um anderer
Arbeiten willen Jetzt nicht ausnutzen. Was mich veranlaßt, trotzdem mit
dieser kurzen Skiz/f» der rmitlclin« des Kipangwa nn die OffViitlirhkcit zu
treten, i*;t nur der Gedanke, aueli aus dem Süden tiriserer Kolonie neulsch-
Ostafrika noeh einen neuen Reweis fiir die itichtijj;keit und Brauchbarkeit
der Meinhufsclieu Aufsltllungen bei/.uhiiiigen.
Es sei hier nur noch kurz auf einige grammatische Eigentömliciikeiten
des Kipartgwa hingewiesen:
a) H&ttfig kommen Doppelpräfize vor. mvki-dala »das Frauchen«,
ßmmba »die HSuschen«, Wsanm^nmgvla »das alleriiebste kleine H&seben«.
Der Plursl davon lautet verschieden, je nachdem das Wort vor Beifügung
des zweiten Prifixes singularisch oder füurallscli gedacht war («idtl-dliifa,
dagegen momi^Am^ >Qeister«).
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192 Klamroth: Kurze Skizze der Latiüehre des KipaAgwa.
Sotlniiri ist clrr AVVclisel der Präfixe zu beachten, akanu «der kleine
Menst-h«, ilinu «Kril - (im burscliikosen Sinn), uiptnu «Kerl« (Schimpfwort).
b) Beim Possessiv lieachte die .strenge Selieidun^:
umutvct (firak'-' -sein (des Mensclien) Kupf«,
iimiihcf (juajti «ihr (der Kuh) Ivopf«.
c) IJciiii Piuuomen rclattvuin ist itiit .\usnahme des Singularis der
Menschenklaji.se der Nominativ (ova, inU, ulu usw.) vom Akkusativ (ve^ mj/f,
lue usw.) /u unterscheiden.
U) Zahlwörter: l jhtwi, 2 dzwiU^ 3 ckidalu, 4 «fema, 5 dsikemot
0 mutandat 7 hmeka muhanOf 8 hmeika hoha {mnhema »Seite«, haket -Ober»
«II«, hend^ wahrsclieinlich -ausisinaodersleben laneo«). Es ist an das
Auseinanderstehenlassen der Finger (Ring- und Mittelfinger) beim miien
gedacitt, erst nur l)ei der einen Hand (nder Seite) =^ 7, dann bei beiden
(flberall) = 8. Ähnlich: 0 fundika (»zustripseln , zusammenschließen-)
muhana, 10 fundika koha uder mabudi, 11 kidzigo. .Sodann: 22 kidzitp
kavUi, kidziyo kadatti. Damit ist alier im Diirdischnitt die Grenze des
iirspruoglichen Z&hlvermügens erreiciit.
193
Über die Bedeutung der Haussauation fur unsere
Ums Themft, das im Folgenden seine BehandluDg finden soU» ist wohl
noeh dem ganzen gebildeten PuUlkum bis auf ein paar Fachgelehrte terra
incognita. Es ist das Haussavolki das heute seine Sitae awiscbea dem Unterw
lauf des Benue im SOden, dem Sndrand der Sahara im Norden, zwischen
dem Ufer des hier südlich fließenden Ni.i;erstromes im Westen und der West-
gren7.e von Rnrnii im Osten hat. In dieses Gebiet ist das Uaussavolk
srlxni von 11<U) ab von seinen fruhen'n Sitzen in Damergu «nd der Oasen-
f:ni])[i(' As1)i»n t'irif^c wandert, die nunllich von s»'incn hrtitigeui belegen sind,
liier hat es um 140') etwa den Islam nn^pnommcii , so daß schon vor
500 Jahren alle Haiussas Mnsliius waren. Die Ui'sache der Auswanderung
war der durch die Ilänke' des Wesirs des ägyptischen Fatinüdenkalifen
Mostansair erfolgte Einbruch oherägyptischer AraberslSmme, der Bena Hilal
und Siilaim, in das weatlieh von Ägypten belegene Kulturland« dessen Berber-
i&rsten sie in sahllnsen Sehlachten besi^$ten und, sich naeh Art nomadischer
Eroberer an Zahl durch Naehaugler und abfollende Arabogruppen stark ▼er-
mehrend, die Staaten der Sinden und Hainmäditcn teils eroberten, teils ver-
nichteten. So hatten sie sich ulier den größten Teil Nordafrikas zu Herren
gemacht. Die arabischen Ileerschsren. die in der /.weiten Hälfte des 7.Jahr-
hnnderts unter 'Anir b. al-As und Okba b. Näfi iln'^selbe Gebiet bis Tanger
hin uritenvorfen hatten, riclifeten sicli in den selbsterbauten, wie Keirowän,
oder eroberten Städten als Miliuu koionieo ein, während diese arabischen
Beduinenliorden die Berber aus den fruchtbaren Fluren der eroberten Ge*
biete sSdvArts jsgten und ihren Beslts okkupierten. Die B«rbersUlmme waren
geswimgen, sieh nach SUden su begeben und xwangen auch noeh die dort
hausenden Tnarqp, weiter au ziehen; und so siedelten sich die Tuareg Kelowi
im Verlauf dieser Völkerwanderung in den Oasen von Aaben und in Dameign
unter der Haoasabevölkerung an. Bekle Völker lebten in Harmonie, beira-
* Vortrag, gehalten am 6. Februar 1907 im Seminar flir Orientaliache Sprachen.
* • Jetit bekamen sie jeder ein Goidatnofc tmd eht Kamel geliefert unter der
Bedfa^;nng, dafi sie Igypten treriieOen und die Segnwigen ihrer Gegenwart dem
Reiche von Ifrikija zu Teil werden ließen.- Vgl. A. MOUer, Uam, Bd. II, 8.683;
er nennt dieie Rinice »einen satanUehea Einfall«.
IGttd.8ciii.f Ofical.8|MMl«ik IMV. DI. Ab«. IS
Von Prof. Dr. lüpFEKTy
I«llltt<lH
Tfiimi tm ScMinar ftt OrienltliMlia SptadMn.
EHnleitmig.
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194 Lirr&fiT: BedeutUQg der Haus&aiiatioii fur anaere Togo- u. Kamemnkuionie.
teten untereinander, woraus der Misclistainm der Buzaua, der jetzt in diesem
Gebiete wohnt, entstanden ist. Tm Verlauf ilires Verkehrs paßten sie aiicii
ihre Sprachen einander rin. so daß die Unussaspraohe im llinhlick auf
die Graunnatik völlig liamitisch ist, im Hinblick auf das Lexikon auch zahl-
reiche Wörter aus der Sprache der Tuaregs aufgenommen hat, anderei-seiis
auch heute nocii in vei'schiedenen Städten der Oasen Asben und audi in
der Stadt QSt die Umgangssprache ist Arabisch und Tuar^ ist darin nur
Patois. Die aehöne, wohtkUngeDde and leiehte Haiissaaprache ist also wohl
den Iiamltiscben Sprachen zuzurechnen. Ats die hdden Volker sieh Tennehrteo,
so daß die Oasen der WQste sie nicht mehr emihren konnten, log die
Haussanation von dort nach dem Sudan herunter und Heß sich in dem
schon beschriebenen Gebiete nieder. Nur darf man nicht glauben, daß sie
eine politische Kinheit gebildet hatten; wie weiland das alte deutsche Reich
fielen sie in eine Anzahl Staaten auseinander, die man als die sieben eeliten —
Hatissa bukoi — und sieben unechten — Hatissa banza hokoi — hczt-irh-
nete. Knno, Rano, Birani, Katsena, Gobir, Daura und Saria werden als
die sieben echten Ilaussastaaten bezeichnet, Yoruba, Nufe, Guäri, Yauri,
Bautschi, Sanfara und Kebi als die unecliten, weil in diesen das Haussa-
elemeni mehr oder weniger in der MindwEahl war. Auch der Orßfie nach
waren die echten Haussastaaten nicht gleich; wthrend gerade die UteaCen, wie
Biram, Rano, auf das Weichbild ihrer Stadt sich besehrlnken mußten, halle
das im Nordwesten belegene Gobir, das den edelsten Stamm der Haussas
bildet, ferner Kano, Katsena, Saria sich ausgedehnte Territorien /usammen-
erobert, so daß ihre Fürsten 2000 Reiter und 10000 Mann Fußvolk ins Feld
stellen konnten. Zwiselien den einzelnen Staaten und »»ernde an den waldirjen
oder bergigen, also schwer zugäiif^lichen Ortlichkeiten lebten heim Ein/.u^e
der Ilaussas lleidenstiunnie , Männlein mit Schainhinde ans Hiiulenbast . W^-ih-
lein nackt wie Kva vor dem Falle. Diese Tlcidenstämme halten sich heute
noch in ihren unzugänglichen Verstecken auf.
Die ilteste historische Erwihnung eines Hainsastaates, nnd xwar
Gobirs, das ja auch der südwestlichen Sahara am niehslen lag, finden wir
bei dem beriUimten Reisenden Ihn BatSta in seiner •Reisebeschreibung*,
der an einer Stdle dieser «Rl^la« , wie der arabische Ausdruck dafür ist, be-
merkt: -Daß das in den Minen von Tekedda, einer Wüstenstadl in der
sud westlichen Sahara, gewonnene Kupfer nach dem jLande Gobir von den
Landern der Ungläubigen exportiert wurde.«
Diese Notiz jjibt, wenn man berücksichtigt, daß Ibn Hatütn \m .lahre
1353 jene (iehiele hei-eist hat, einen Terminus ante (pieni for die Kin-
wanderunp dei- Uan&sas in ihre jelziiien Wohnsitze und zu^UmcIi einen 'n*mi»nus
post quem für die Kinfiiin ung des Islauis in die I{aiu$2»astaaten. Der Inlaut hat
seinen Einxug in diese später gehalten, als In die großen, westlich worn
Niger gelegenen islamvcfaen Großmichte 6äna, Melle, Songai, die in dieser
Reihe nicht bloß von Westen nach Osten fortgehen, sondern sieh aodi in
der Macht gefolgt sind, und noch spiter ab Ihr östlicher Nachbar, das Sultanat
von Bornu, das schon um das Jahr 1000 den IdSm angenommen hatte. Ich
habe bei Beginn des Artikels schon darauf hingewleaen, daß die £iofilhnug
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Lmnr: Bedwtm^ der BntmiMrtioii lllr viuareTogo- n. Kanenmkoloiiie. 195
des Tslanis in die Ilaiissastaaten urn 1100 stattgefunden hat, und unter dem
I-^intliiß des Islams sind die hei i'ilimteti llaiidelsemporien Kano utid Kat-
sena, wo auch die Fürsten der beiden Staaten residierten, zu Hildun^s-
zentren gewordcu, wie sie sonst im Sudan nicht so leicht r.u finden sind.
Arabische Chronisten, die jene Zeit beschreibeD, erzableo uns,, daß
zahlrdche Geldirte taut Timbuktu und Oenn«, beides Sttdte am Oberianf
des Niger — Timbuktu da, wo der Fluß naeh Osten wendet — nachdem sie die
Pfi^er&brt nadi Mekka gemaeht und vielfteh «peh in Ägypten den arabi-
schen Polyhistor StQüG au^esucht hatten, auf der SOckkebr nach ihrer
Heimat den Sudan passiert und auch Kano und KaLsena und andere Städte des
Hanssalandes besucht haben; sie lasen hier in den Moscheen die Mudawwana
des Sahntin, ein Handhueli des in fastp^anz Afrika gebräuchlichen tnalikitischen
Ke' htes , den Kommentar zu dem .fainhengedicht über Logik von Magill. So
üuden wir also um I triO in allen größeren Ilaussastädten wissenscliaftliclie Be-
strebungen: inalikui>che Dogmen und Hedit, Logik, und was zur Bildung -adab-
aiabischer Studenten gehört, unter großetu Zudrang eifriger Haussaschuler.
leb mOchte wnldut nodi auf die Eigwiaeltaften , Kleidung und Ge-
werbe der Haussas eingehen, weil das »im Vmtlndnis meines eigentliclien
Themas notwendig ist
Die Haussas sind mtüat grofie, schlanke Gestalten, Minner wie Frauen;
einen kleinen Haussamann sieht man ikst nie. Sie heben sich vortdllialt in
jeder Beziehung von der N^gerbevölkerun-'- al . Sic sind zwar niicli schwat /..
haben aber kaum etwas negerhaftes an sich ; sie haben schmale Hände luid
Füße, intelligente, scharf ausgeprägte, wenn auch nicht hübsche Gesichts-
zHge. Auch die Frauen sind von höhei em und besserem Wuclis als die
Negerweiber. Persönlich sind sie tapfer und auch krieg.slustig. So besteht
z. Ii. die ganze Poli/.eitruppe unserer Togokolonie aus Haussas, in die Schutz-
tmppe Kameruns nimmt man auf, soviel man bekommt. Die Engländer
Iwbcax die Anwerbung der Haussas leichter als wir, da sie nach der Ab-
machung mit Frankreich im Jalure 1900 die sImtUchen Haussaataaten be-
kommen und zum Teil auch schon soweit in Besits genc»mmen haben, als sie
schon englische Residenten an den Sitzen der Provinzialstatthalter haben , die,
mit einer persönlichen Eskorte verselicn, mit ihren höheren politisclien An-
schauungen imd dem Hinweis auf die hinter ihnen stehende engilsdie Macht,
immer das durchsetzen, wa-s sie wollen.
fialier bestellt auch die gesamte »frontiere force« sowohl der englischen
Güldk iitjtenkolonie wie des britischen Nigeria aua reinen Haussa-
truppen, iu Nigeria allein (»000.
Daß sie sich gut Ijewälirt haben, beweist schon der Umstand, daß Deutsche
wie &i^indei-, sie gern behalten und beruht femer auch auf ihrem islamischen
Eäugel&hl, was bei den sonstigen Neidern fast gar nicht vorhanden ist.
Jeder Hauna besitzt tine hohe Intelligenz und eine lebhafte Phantasie |
dies sind Momente, die ihnen das Fortkommen, den Bdfall und die An*
erkennung sichern, die sie auch fern in der Fremde Qberall finden.
Wo man Haussas triffi, erkennt man sie sofort an ihrer einheitlichen
Kleidung: die Minner tragen eine weiße Tobe, weiße, oben weite, nach
18*
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196 Lifpwt: Bedentettg d«r HatuMuiktfoa flir anaereTogo- n. Kamerenkoloiiie.
unten sich verrngomlr Pluderhosen. Die \'ornehmen und Wohlliabtmden
tragen über der Tohe noch einen Bnnnis mit riesiger Bnisttasche. Für die
Fuße haben sie Sandalen mit gescinnackvollen Stickereien oder, wr an sie
zu Pferde sind, hohe Reiterstiefel. Die Frauen tragen gewtdinlicii ein Hemd,
das bte zu den KnGdieln reicht, darüber do blaues Umschlagtuch, daa
malerisch um Kopf und Schultern drapla^ ist; als Schmuck dient ihnen eioe
an roter Schnur um den Hals hiogende MessingmOose oder ein drd*
eciciger Achat WIhrend die Mftnner sidi nadi mohammedanischer Sitte
den Kopf rasieren lassen, tragen die Frauoi Frisuren, die an den bayeri-
sch«! Raupenhelm erinnern.
Die Bevölkerung nährt sich von Ackerbau, Handwerk und Handel;
der Ackerbau wird fi eilich noch mit der !I?irl<e K»*(rielien. ^TaTu h^T Besitzer
baut die TictreidearU^n und Baumwolle auf venscliiedenen Farmen. Die
Üiiiigung des Ackers mit Viehdnng i.st auch ihnen bekannt
Von den gewerblichen Zweigen steht die Textilindustrie an der Spitze;
ihre Produkte bezeichnen am besten den hohen Kulturstand, auf dem das
Volk steht. Das Material su dm Oewebtta» die Baumwolle» wird, wie wir
soeben gesehen haben, im eigenen Lande auf BanmwoIIfarmen In guter
Qualität gewonnen. GeschlfUge Weiber spinnen denn den festen Faden,
der entweder gebleicht bleibt oder blau, rot oder grün geflirbt wird. Daraus
werden dann lange, schmale Streifen gewebt, bei denen man nicht bloß die
Haltbarkeit und Feinheit des Gewebes, sondern aucYi den Geschmack im
Muster bewundern muß. Aus diesen Streifen verfertigt dann der Schneider
Hosen. Toben, welche letzteren bei den Reichen schone V'erüeruogen durch
uiübsante und kunstvolle Seidenstickerei erhalten.
Nachstdem ist die Ledei indusu ie . die von den Gerbern, Firk>em,
Sattlern und Schuhmachern betrieben wird, zu nennen.
Nachtigal im III. Bande seines Werkes -Sahara und Sudih« luficrC
sich darOber: «WIhrend in den Hanssastaaten vortreffliche Baumwollen»
Stoffe verfertigt und ebenso geschmackvoll als reich versiert werden, wIhi«od
das von Haossaleuten gegerbte Ziegenleder mannigfaeh geflrbt und an
den zierlichsten Arbeiten verwendet wird, hat Wadai nichts dergleidien«;
und Dr. SchHIing besUttigt das im XIII. Bande des Kolonialblattes, wo er
nber Pferde- und Viehzucht in Nordtogo spricht: »Die Behandlung der Felle
der geschlachteten oder eingeganjjrnen Rinder wird wohl nur vrm <b'n Haussas
geübt, welche dieselben — meist aber die billigen Ziegenteiie — 7U
den bekannten Lcderarbeiten verwenden, als da sind .Sandalen, Keilersliefcl.
Sültel, Ledertaschclien , um den Hals zu hängen, unt üoldstaub oder Briefe,
die drei Monate durch die Wüste von Tripolis nach Sinder und Kaao trans-
portiert werden sollen , vor Feuchtigkdt oder Veriieren an bewabreD.*
Dazu kommen dann Matten- und Korbflechtereien; die Mattmi werden
gewöhnlich In roten , blauen und grQnen Mustern durcheinander gearbeitet,
so daß sie in besug auf die Farbenpracht mit den persisdien TeppidMn
rivaUsieren können.
Auch die Metallarbeiter, Schmiede, Gelbgießer, Goldschmiede liefern
die zu Angriff und Verteidigung, Ackerbau, Hauswirtschaft und Schmuck
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Lippkrt: Bedeutung der Haussanation fllr unsere Tog^- u. Ranienuikolonie. 197
dienenden Gegenstände stets in kunsUeriscbeo Formen» die dann ,auch io
fremden Landern gern gekauft werden.
}I(K'h entwickelt ist sciiließlich auch der Handel, der die Licblings-
Lcsehiiftigiing aller Stände tmd Altersklassen Inhlet und mit großer Schlau-
heit und Gewandtlieit hetriebeu wird. Grußkitulleute gehen weit Qber die
Oremen ihres Reiebes. An den idbnttiehen Het^dsplitsai der Guinea*
küsle, in Lagos, Aneeho, Lome, Akra und sdLbat In Freetown,
ebenso in den Hauptemporien der Sahara wie Oit und Gadames und der
NordkOste in Alger, Tunis und Tripolis, und sogar an der Ost-
kQste, in Kairo und Massaua, sind sie manchmal in Kolonien von 2000
und mehr Köpfen zu finden. In den beiden letzten Orten wohl wegen
ihrer Wallfahrt nach Mekka. Natürlich werden auch alle bedeutenderen
Haupthandels|)lät7.e innerhalb der Perijiherie der genannten Orte von ihnen
besucht Bei diesen manchmal iiber 1000 kut weiten Reisen können sie
mir in größeren Karawanen ihre Straße ziehen, die eine zweckmäßige Or-
ganisatiun haben. Der Uitii])tliiig der Karawane führt nuf Haussa den Titel
•Madugu«, der Streitigkeiten unter den verschiedenen Mitgliedern zu schlichten
luit und Oberhaupt die Rolle des Kadi spielt Mit »Gagaba« bexeichnet man
di^enige PersTinliehkeit, die namentlieii durch die WQste lur den richtigen
SU sorgen hat, und dann auch mit Fürsten wegen der Erlaubnis zum
Handel auf dem Markte ihrer Residenis, odor mit den Tmreghluptlingen
wegen V'erhandlungen Uber die Hohe des Zolles (ur die Passage ihres Ge>
bietes in Verbindung treten muß. Bei ihren weiten Reisen Hbernachten sie
gewohnlich nicht in Dörfern; dagegen errichten sie anfallen großen Ilandels-
routen immer auf Tagemai-sciilänge eine Anzahl ])riinitivpr rnfuler Unter- .
kunftshutten aus Gras — Song« genannt — , welche meist in geschützter
Lage und in der Nahe eines Wassers liegen. Diese Hutten bleiben natürlich
stehen, werden auch von späteren Karawanen benutzt und auch von den
benachbarten JESngelwrenen geschont, gerade so wie unsere AlpenhQtten.
So lebten die Haussa auf einer rdati^ hohen Kulturstufe; sie trieben
schon tun 1500 einen tebhalken Export und Import, indem um diese Zwt
ihre Karawanen schon die ganze Sahara in dreimonatiger Wanderung durch-
querten, bis sie Elfenbein, Straußenfedern und die Produkte ihrer hoch-
stehenden Heimatsindustrie und wohl auch Sklaven auf die MtrktO von
(rät, (Jadanics, Tri{)olis, Iiengäzi brachten und hier feilboten; wenn sie
ihre Waren verkauft oder j;e^en eiirnpaisphe Artikel einf»etaii.scht halten,
nahmen sie iiiren Weg wieder nach der Heimat aus den ^enaruiten nord-
afrikanischen Städten. Jährlich eitunal kamen aber auch die reichen ara-
bischen Kaufleute ihrerseits nach dem Sudan, um auf dem berühmten Markte
des großen Emporiums von Kano, dem Handeiszentrum des ganzen inneren
Afrikas, ebenfalls Elfenbein, Straußenfedern und Sklaven einzuhandeln.
So veiging die Zeit etwa 300 Jahre hindurch von 1500 bis zu An&ng
des 19. Jahrhunderts. Um die Zeit, wo Napoleon die politischen Um-
wÜzungen in Europa schuf, hat auch, und zwar im Jahre 1802, ein fana-
1 In Knmasai «ollen 5000 Hausaas leben.
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198 Lippbot; Bfldeiitmig der Haossaiuitioit fftr Togo> n. Knnerankolanle.
tischer Fulbeschcirli dm Sutlan und die gesamten IlTris^nsLriateii revoliitioiiiet t
und nach anranglii licn Nn-derlaf^Pii, nach blutig<'n kämpfen, die c-tvva \-> .Inhre
hindurch dauerten, unter seine Herrschaft gebraclit. Da aus der Fulhe-
nation gegenwärtig alle Sultane unseres nördliclien Kameruns, nach dem
firobei-er AcUunaua genannt rieh rekniticareiiy so verdient ihre iiörperllclie
Schilderung und Geschichte niher betrachtet zu werden.
Ihr TypoB weicht von dem der N^er, Sudan- wie Bantuncger, weit ,
ab. Er gleicht, soweit sie sich rdn erhalten, d. h. dareb Ehe mit Negerionen
niclit vermischt haben, völlig dem kaukasischen Typus, insbesondere bd
der FOrsteniamili ' in Ti'-nti und den Bororoinädchen bei Banyo.
Von dem Sultan Ainalamu von Tibati, bei seinem ersten Besuch bei
ihm, sa<^t der dntnnliijje Olicrleutnant Morj^en in seinem Werke »nnrelt
Kamerun von Süd nach Nord« S. 26t}: »Anf dem grüßen Platr. erblickte ich
vor den liSusem de« Häuptlings , welche durch ihi c Große und Snulu'rkrit
sich vorteilhaft von den übrigen abiioben, einen Haufen Bewafl'neter
stellen. Hinter ihnen zeigte sich ein bildhübscher Jüngliogskopf mit auf-
fallend heller Gedchtsfai-be. Die tiefblauen , mandeUonnigen Augen blickten
mich neugierig und schüchtern sogleich an. Der untere Teil seines Gesidits
vom Munde ab war durch einen Gesichtsschleier, die Stirn durch einen
riesigen weifien Turban verdeckt. Dieser JOngliog mußte unzweifelhaft der
Sultan sein.« Und ebenda S. 271 bei ^nem /.weiten Besuch: 'Von seinem schönen
Gesicht waren wieder nur Augen und Nase zu sehen; der mächtige, schnee-
weiße Tiirliaii und der daran befestigte Litani verdeckte die ultrigen Gesichts-
teiie.« Er spricht im \'erlanf finer Schilderung auch noch von seiner woiil-
geformten, ja eleganten lirsclieimmg.
Ebenda S. 294 — 295 sagt Morgen, der einen mehrere Tage wahren-
den Autenthuk in Banyo naluu: »Bereits am Morgen hatte ich zwei Ex-
pedi^nsIeulB vorauq^cbickt, um, >vie es in diesen Gegenden Qblich ist,
unsere Ankunft beim Hiuptling anzumelden.« Bei der Ankunft erfuhr er,
daß der Sultan Usmiou von Banyo im Kriege abwesend, und sein Vertreter»
seine stob» Gattin, nicht gewillt sei, die Expedition in die Stadt einzulassen,
^e war die Tochter des großen Königs von Yola, der damals, 1891, noch
der Oberherr aller im deutschen Adamaua goldenen Fulbesidtanate war.
Morgen wollte sich, ohne sich auf Verhandlungen cln/ulassen. nach Gaschaka,
einem andern , nordwestlich von Banyo belegenen Kjjlliesultanat begeben,
als ihm ein sclinelUußiger Pulo ' nachgelaufen kam: »Die Königin ^rfißt
und bittet dich, einige Tage am Orte y.u verbleil>pn, um dich für d^^n
Weitennarsch 7.u stärken.« Während die Expedition noch mit dem Aufbau
der Zelte 200 m von Banyo auf einer Wiese am Mao Banyo beseUtftigt
war, kamen Mftnner und Weiber aus dem Orte, um der Expedition Proviant zu
verkaufen. Waren es in letaler Linie l>esonders die Haussafrauen gewesen, die
ihnen Fleisch, Korn und andere Nahnu^gsmittel zum Kaufangoboten hatten,
so erhielten sie hier eine starke Konkurrenz an den bis in diese OcigcodeD
nomadisierenden Fulbe vom obem Niger.
* Siag. von Fulbe.
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Lippskt: B«deatiing der Hsnssafiatioii flir unsere Togo- v. Ramemnkolonie. 199
M()ri;en fährt fort: •Hellgelbe, bimmle Gestalten, noch kauka'?i«^cher
au.s-sehen<i als die iiaiiptlingsfainilie in Tibati, kanten mit ihren Kalebassen
des Weges daher. Und icli wollte meitien Augen kaum trauen, als ich den
Inlialt derselben entdeckte; was boten sie feil? Die schönste Buttermilch,
die frischeste Butter, wie men sie ie Europa selbst nicht besser haben konnte.«
Ihre ui^[)inngiichen Sitze lagen in Senegambien, wo sie auch jetxt noch
die Hehncahl 4er BevIKkerung bilden. Nomaden mit Pferde- und Rinder-
sucht, be^nnt ein Teil von ihnen schon im 15. Jahrhundert mit seinen Herden
nach Osten 7.u wandern und war gegen Ktide des 18. Jahrhunderls auch
schon in die UaussalSnder eingedrungen , als Nomaden schweifend , von den
Herrschern geduldet, vom Volke verachtet, gerade wie bei uns die Zigeuner.
Charakteristisch fTir die Ftilhe im Geirensttz /u andern mohammedanischen
Sudanstämmeti war ihr religiöser Fanati.siiiiis. Dieser Fanatismus hat auch
den Anstoß /u dem schon oben erwähnten gri'iiid liehen Umsturz in den po-
litischen \'erhäUnissen der Haussnstaatcn gegeben.
Es war im Jahre 1802 , ala im Lande Göbir der berOhmte Folbescheich
Osmin da-n Födio, der auch Prinxenerzieher des damaligen Königs war,
sein Streben nadi politischer ^acht mit einer religiösen Bewegung au ver-
binden und seine Volk^enosscn aiun Kampfe gc^en den König von GoHir
so err^en wuSte* indem er sie durch schwungvolle religidse Gesinge zu
hiCchster Begeistemng entllatmnte. Trotz anfanglicher Niederlagen bdiauptete
er sich unter dem Zulauf seiner fanatisierten Stammesgenossen aus den be-
naclibarten Haussastanten gegen den Konig von Oöbir iinrl gewann auch
zuletzt einen glänzenden Sieg in einem hartnäckigen Hingen, in dem der
KOnig von uoliir, ebenso wie sein Verbündeter, der Konig von Asben, Jielen.
Mit der Eroberung Clöbirs begnügte sich aber Osmän nicht, sondern schickte
seine Generale zu gleicher Zelt nach den andern Haussastaaten, die sie nach
15 jährigen blutigen lUmpfcn trotz des hartn&ckigen Widerstsndes der Landes-
forsten audi eroberten. Die politischen Verblltnisse des Volkra loderten
sich iast gar nicht, nur daß die angestammten Landesherren durch Fulbe-
gouvemeure ersetzt wurden , und die bisher unabhängigen Staaten wie Kano,
Katsena, Saria, Bautschi und andere zum Kaiserreich Sokoto vereinigt
worden, nach dem Namen der von Osmin da-n Födio neu g^rQndeten
Beaidenz.
In den zw"anziger.laliren des vorigen Jahrhunderts hat sicii dann der Full)e-
hauptling Adama in <h*ni Königreich der Hattalieiden Fu Mihi na ein Reieh ge-
gründet und Yola zu seiner Hau[)ts{adt gemacht. Das Land bekam nach
dem ELroberer den Namen Adamaua; und von Yola haben sich dann wohl
mehr als 40 Fulberelehe gebildet, deren Herrscher Lamidos hießen, und
die an d^ Peripherie vid michtiger waren als ihr Oberherr, der Emir von
Yola, den sie aber als ihren Oberherm anerkannten, ihm auch Tribut zahlten.
Der Emir von YoU hat aber seinerseits seinen Suserin in dem Sultan
von Sokoto.
Nach der Eroberung des Hanssalnndes setzten sich die Fulbc zum
größten Teil in den Städten fest, mischten sicii mit den Haussas und ver-
loren aUmlhlich ihre Sprache und ihre charakteristischen ÜjgentQmlicbkeiten
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200 Ltramr: Bedentvag d«r Hmannatlon für wmn Togo» a. KamomnkoloDM.
bin auf die Bororos, die ihretn liirteustaiide unvertiiischt mit Ileiden-
stiniinen hin auf den lieutigea Tag treu gebliebeu sind. So herrsclieti die
Fulbe jetzt eigentlich nur dem Namen nach Ober die Linder, deren Be*
vSlkerangskenii die HauaMs, dank ihres Ktütiintandes eine unverwQatliclie
Lebenskralt bekunden.
Wdt entfernt, sich von diesen langen imd blutigen Kimpfen nieder-
drücken zu lassen — tbre politische Stellung änderte sieb j* unter der neuen
Herrschaft nicht trieb doch ihr Unternehmungssinn sie noch mehr in die
Ferne als vorher. Jetzt wurde ihre Handelsrichtung besonders der Süden,
sudlich des ünterlaufs des Bernie und westlich vom Unterlauf des Niger. In
allen llaiuleKsstadten der Guineaküste findet aian Ilaussasiedlungen, die,
wenn sie sich an einem Ort ansa&üig «gemacht, sofort üire Moschee bauen,
von deren Zinne man die Gebetrufe de^ Mueddin hört, und so durch ihr
religiüses Beispiel, ihre reichere Kleidung, ihre höliere Kultur» ganze Hi»dea*
stimme ohne Überredung sum Idam bekehren; denn fanatisch bez&glicfa
ihrer Bcdigion sind die Uaussas im Gi^nsats au den Fulbe nicht. Wenn
die fetischistischen Heiden sum Islam Obertreten, geschieht das in be-
greiflicher Nachahmung dner spontan Hglicb beobachteten h5heni Kultur.
\^on der Herrschan im eigenen Lande surQckgedrSogt, breitet sich die
Haussanation um so kräftiger im friedlichen Verkehr Ober alle benachbarten
Laiidesteile aus und verschaflTt seiner Spraclie immer weitere (ieltiiny. Im
ganzen Nun!-, Mittel- und Südtogo lieri-scht bereits die llati»-s;tspi-aclie , wenn
auch in dialektlich etwaü verdorbener Form . als Verkehrssi)rache. KHenso
in Kamerun, von der sudlichsten Zone des Haussahandels, den Ba\a-,
Maka- und Bomomestämmeo, bis zum Tschadsee hinauf. Und damit
kommen wir xu unserem eigentlicben Thema? der Bedeutung des Haussa-
▼(dkes für unsere Togo- und Kamerunkolonie.
L Togo.
1. Nordtogo.
Wenn wir mit Togo begmnen und wie die Hausüas von Norden nach
Süden vorgehen, so finden wir schon im Norddistrikt, im Gebiete der
Mangu, Haussasiedlungen. Sansane* Mangu, die Hauptstadt des Landes
und auch deutsdie Station, hat schon dne große 2!ahl Hausse als stindige
Bevolkenmg. Die Mangoleute dnd tOditige Viehsüchter; neben dem Kldo»
rieh, Ziegen und Schafe, haben sie zahllose Pferde, Elsel und Binder.
Tausende von Rindern werden von diesem Lande durch Ilaussakarawanen
nach dem Snden Togos, wo sie keine Rinder haben, als Schlachtvieh ex-
portiert. ^'iHe Hinder werden aber aucli im Lande selbst jjf schlachtet;
denn die Marij:iilcute .sind nnch starke FIcisrhesser, und di»' Flfisrherei
bildet ein angesehenes Gewerbe, das ziuneist in den Händen der Kaussas
* ikmmme bedeutet im Uanssa •Fddlagar«, in Kamenua •Sansend« ansge-
^iroebeo.
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LiPFnr: Bedentong der HauMimtlon fitr onaara Togo- «. KMnemnkoloaie. 201
liegt. Von den Haussas liabcn die Maii^iiieute auch verschiedene Hand-
werke übernommen; so hetr('il)t man Weberei, Flechtcrei und Schniiede-
kunst. Die I'Iiv.eugni^se tliesei Handwerke kommen auf den vielen Märkten
des Landes zum Verkauf» von deaea natSrlich der von Mangu» wo sicli
Olglicb 4000 — 5 000 Menschen versanuneln, der wichtigste ist Viele Produkte
dieser Manguindustrie gehen audi mit Haussakarawanen nach Salaga und
Kete-Kratsche. Auf der Rückkehr nach Manga bringen diese Karawanen
nebst europäischen Artikeln wie Salz, Pulver und Gewehre, auch Köln-
nCtsse, die sie in 8alaga und Ateohu im Hinterlande der englischen Hi l U
kfistenkolonie kaufen, mit und importieren sie auch in die Ilaussaländer,
wn die Kolanuß al.s OennDmitte! leidenschnftlich gekaut wird» wic nuui bei UOS
den Prieuitabak oder die Zigarre f^ebrauclit.
Auf dem Markte von Dadaura, der Hauptstadt vun Tschautscho,
verkaufen zahlreiche Haussahändler Mützen, Gewänder, Toben und sonstige
kuosIgewerbUche Produkte ihrer Industrie. Auch Bimbila, von wo die
Karawanenstrafie nordwirts fiber Yendi naeh Sansane Msngu läuft» und
die im «lahre 1890 von Oberleutnant Kling aüfgesueht wurde, liegt, wie
Kling sagt, Inautten au^edehnter Felder und Itat etwa 3000 Hütten. Die
Stadt ist auch eb wichtiger und von udihreieben Haussas besueiiter Handels-
markt. In dem etwas westlich von BimbiU belegenen Napasi tnif Kling
eine aus etwa 2000 Mann bestehende Haussakarawane, und ähnUch stMrk
besucht soll der Markt der nrndlich davon belegenen Stadt San Sugti von
Haussa.s sein. Im Lande Dagoinba gehen die äiineren Männer nielir oder
weniger naeUt. die Heichen aber haben schon Haussagewandung, dazu Turban
und Sandalen.
2. Mitteitogo.
Wenn wir nun weiter s&dwirts gehen, gelangen wir im östlichen
BÜtteltogo SU der groflen Landschaft Atakpame, dessen Bewohner «nfrig
dem Handel obli^en. An mehreren Stdlen des Landes linden r^selmißi^e
]\!Srkte statt; der größte ist aber doch Atakpamestadt selbst» WO tum grofien
Markt sich 5000 — (5000 Menschen einfinden. Neuerdings — und zwar nach
Errichtung der deutschen .Station in Atakpanie — hat sich der Marktverkehr
noch lebhaft gesteigert durch Zugang und Durchzug von Karawanen. Nicht
nur Händler von der Küste — danintci- auch Weiße — haben sich eiii-
ge-Htellt unti zum Teil in Atakpauie niedergelasjjen , sondern es kcjnunen von
Norden her auf der jetzt geöffneten Karawanenstraße Hunderte von Haussa-
leuten*; diese bringen ihre Erzeugnisse teils schon in Atakpame zum Ver-
' Oberlentnant Freude, zur Zeit stell vertretender Stationschef von Atakpanie,
schreibt mir unter dem 2S. MTm 1007: »tlaussaa gibt es hier überall, bi Jcd«ni Dorf
mit Herberge l'Or Händler, Triiger usw. friidet man sie. Auch hier in Atakpame sind
Flwaeber und Händler Hauasas.« äprigudc Mkgt iu der Deutschen Kolonial - Zeitung
vom 11. Mai 1907 in aeinem Anlsatt >Ein Ausflog nadb Togo«: »Oberraachend
schon präsentierte sich mir bd meinem Eintritt dw Ort Atakpame . . * Vor dem
Sadausgang die ausgedelinte HerlMtfe,*bei meiner Anweaanhdt von hnndertCD von
HaoasahändJern belebt.«
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202 Limntr: Bedatttnng der HawMnation Ar unsere a. Ramenukoloiiie.
kauf, teils /.ielifii sie weiter his zur Küste nacli Lome und Anecho, um
fill' den Kilüs iluei* Waren Piodiikte europäischen Uraprungs 7.u ei-steheo,
wie Perlen, iStoffe, Measingstangen, Pulver und Gewelire, Salz' und Schnaps.
Die Hauptniederlassung der Hauasas in Mitteltogo nieht b1o0, sondern
im gesamten Togogebiet ist Kete, 10 Minuten vom Voltafluß' gelegen. Eine
halbe Stunde W^ea von Kete Uegt die alte Königs- und Fetischstadt Kratsehe,
weshalb die hier 1894 angelegte deutsche Verwaltungsstation auch den Namen
Krtc- K ratsche bekommen liat Während das heidnische I^ratscfae nur
300 Hütten hat, soll Kete nach Dr. Biittner im >Uberseeischeu Deutsehland«
3000 Iliittcn linhf ii. also 10 mal so groß wie K ratsche sein; die Zahl der
in Kete lebenden ilaussas beträgt 8000 Köpfe.
Die Rf li^ion der Kingeborenen Togos ist Fetischdienst. Viel uiächtiger
als irgendwt» im Togulande herrsciite in Ivratsche der Fetisch Odente und
sein Oberpriester Bo.somfo. Zahlreich sind auf dem Wege von Kratscbe
nach Kete die GriUier der in derOiftjwobe Ermordelea, dto Opfer des all«
mächtigen Pettachpriesters Bosomfo , bis dieser endlieh seines verbrecfaerisebeB
Treibens wegen von der Togohinterlandexpedition vor Geriebt gdaden und
standrechtlich erschossen wurde. Sogar der eigentliciie König von Kratsehe
war gegen ihn ohnmficlitig, gescliweige denn, dafl nieht die Haussas in der
ersten Zeit Ihrer Ansiedluog in Kete von seiner sehikanösen WittkQr zu
leiden hatten.
Hören wii' einen Bericht von l'remierleutnant v. Döring* vom Iii. M.ü
1894 darüber: »Die Stadt Kete ist nur von Hmissn.s nnd .imlprn mohaininetia-
nischen Fremden bewohnt. Die Hanssabevölkernng bewoimt das Zentrum,
die Freuideu leben in getrennten Kulunien an der I'eripherie. Die liaus^^aa.
halten r^n Verkehr mit dem Mutterlaode. Von Ngaundere und Yola, von
Kano, von Bornu und Bagirmi treffen Leute Iiier ein. Ich traf mehrere
Haussas, die Timbuktu und sogar Tripolis an der MittelmeerkOate besudit
hatten , Beispiele l&r den diesem Volke innewohnenden Wander- und Hau-
ddstrieb. Auf dem RSckmarsch traf ich eine wohl 300 Köpfe lAhlende
Haussakarawane , die frischen Zuzug aus Sokoto brachte. Sie führte eine
Menge beladener Pferde, Buckelrinder und wohl t»0 oder mehr Esel mit sieb.
Leider sind die Verkelii-sverlialtnisse in Kete denkbar ungünstig.
Hanl), Dieb.stald, Betrug nnd mit diesen \ erbreclien v'erbnndene Miß-
liandiuiigen sind nlltägliehe \'orkummnisse. Die Kratsciieieiite plüudeni
täglich den besetzten Markt, netnncn das Eigentum der Haussas fort, ohne
auch nur einen Schein des Hechts zu haben oder einen solchen vorzu-
schOtzen.
Die Sede aller dieser Unruhen ist der Fetisdipriester von Kratsehe,
Bosomfo } er hatte es gewsgt, mitten auf dem Markte von Kete ein Haus
zu bauen und darin eine Marktwaehe zu postieren oder besser ebe Rinberw
höhle einzuriditeu. Er hatte femer auf dem Wege nadi Lome südlich der
< Salz ist ein Pliodiakt, das im gansstt Sudan nicht voikomnt.
' Greil/ Oiiß gpg<^ii f*ri'jr!i"äf"''*'s Gebiet.
* Jetzt Haaptmaon oud btationacbef von Atakpame.
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LirpKKT: Bedeatuiig dor Hatusanatloii AmnsereTogo- u. Ktmarnnkolonie. 203
Stadt Kete und auf dem Wege nach Sal.ipjn pnrdlicli von Kete einen Znnn
und fin paar IlHlten erhaticn lasscM, wo jeder einzeln voniberkoininende
Hausju-iliändler gejdundert, oft auch noch gebunden und geniii^handelt wurde.
Bei meiner Ankunft in Kete am \2. Mai 181)4 wurde ich deshalb
mit Jubel begrüßt. Ich hatte Gelegenheit, mich bald zu tiberzeugen, daß
die saiilreiehen an mich gelangten Klagen kebesweg* übertrieben waren,
sondern in der Tat Raab and Diebstahl an der Tagesordnung waren. Selbst
wifarend meiner Anwesenheit kamen solche FUlle mehrfoch vor. Ich habe
dann stets die Schuldigen aufs strengste bestraft, das Marktbaus und die
ZoIIsSune niederreißen lassen, den Fetischpriester Bosonifo zu mir beschie^
den und ihm unter Androhung schwerer Sti*afen fOr sich und seine Unter-
tanen die Plundernnfiien strengstens tiritcrs.tgt.«
V. Döring piädiei't zum Schlüsse des Ar tikels i'i'iv die Eiiu'ichtung einer
Station in Kete-KrHtsclie , und das ist auch früher, als er vielleicht liofTte.
erfolgt. V. Döring sel>«t wurde am Hl. Dezember desselben Jahres zum
Stationsleiter in Kete - Kratsclie ernannt, und konnte jetzt auch die Aus-
sdireitnngen der FeÜ^prlester im genmtan Kratschegebiet unterdr&eken. Der
Oberpriester Bosomfo Iiat ja seine verdiente Strafe durch die Kugel gefunden*
Daß schon vor 1894 in Kete unruhige VeridUtnisse geherrscht Iiatten,
auch unter den Hsussa selbst, beweist uns dn Bericht von Hauptmann
Kling, der im JuH 1891 von der TogokQsle att%ebrochen war und aber
Bismarckburg nach Kete reiste, -der großen, hauptrildilich von Haussas
bewohnten Handelsstadt von Kratsche«.
Sein Erschpinen hi**r verhinderte ein allgemeines Blutbad zwischen
den Anhängern der beiden um die Herrschaft krunpfenden Haussah&uptlinge
Dsofo* und Abu Badu Hauptmann Kling versulmte beide in Gegenwart
eines Haussa])nesters und bestätigte dann den bereits fri'iher von Kapitän
Firmiugei*' als ersten Häuptling eingesetzten Dsufo, während Abu Badu als
zweiter bestätigt wurde.
3. Sndtügo.
Auch Sudtogo wird schon von Ilaussakarawanen durchzogen imd sie
hal)en auch schon die Küste erreicht; in der Hauptstadt der Kolonie Lome
geht eine große Haussasiedlung ihrem Erwerbe nach und besitzt auch schon
eine Moschee.
Im Jahre 1895 meldet der stellvertretende Landeshauptmann von Togo,
daß drei von vier Leuten, die der Amtsvorsteher Gropp in Lome nach
Misahöhe gesdiickt hatte, den aufstftndischen Towe (in der Nlhe der KOste)
in die Hände fielen, gefesselt und eingesperrt wurden, wfthroid der vierte
mit dem Gelde und der Brief^Kist unter dem Schutz einer gerade nach
Norden zit henden Hauasakarawane die Bdse madite und dem Schickssl
seiner Begleiter entging.
* Der »Alte- im Hansss.
* Der aaeb gleidi nach der Haggasihlssmig donli Nacfal^al ab ethischer
KoBuniasar in Togo angeitommea war, um sn erfiJiren, daß er S Tage sn spit ge-
kommen sei.
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204 LiPMorr: Bedeatang der BtnaHwatkni fBr voMra Togo- a. Kamemnkekno.
n. Eameim
Nachdem wir nun die Siedlungen der Haussas io Togo besprochen
haben, wollen wir uns Kamerun zuwenden, wo die Haussasiedlungen zahl*
reicher noeb ab in Togo sind» wenn sie auch vielleicht an keinem Orte
an Zahl mil Kele-Kralsche wetteifern kSnnen. Die Haitssaliolonien breiten
sich vom Tschadsee sQdwIrts bis zum Sanaga und Ober den Sanag» hionos
bis au der nördlichen Grenze des sQdostkamenmisdien» auf xwei bis drei
Tagereisen unbewohnten Urwaldes aus.
1. Sanga-Ngokügeliiet.
llaiiplmanii v. .Stein — der Nachfolger des verdienstvollen Forst-
assessors Plein» — dessen zahlreiclieti Hxpeditionen wir die Erforschung
der \'olkerverhällnisse des sudü.stliciien Kameruns, des sogenannten Sanga-
Ngukogebietcs, bis nadi Bertua und Jaonde hinauf, ver^nken, sagt in
seinem Bericht vom 20. August 1901 (KolonialbUtt XIII, 72): -Mit dem Ein-
tritt in die BomonieuntersUlmme der Wubio und Wokun ist die sild-
liebste Grense des Uaussahandels erreicht' ; in einem andern Beridite, wo
er von dem großen Makastainni spridit, heißt «s: »Die Makas scheinen
von recht un^ugringliclieni Charakter zu sfin. siml vom Ktiropaer noch
ganz unberührt, recht kriegerisch und bedfufnislos , treiben keinen Handel
und sind wegen ihrer durchgehenden BewafTnting mit stark vergifletea
Pfeilen nicht ungefährliche Gegner. Die Tatsache ist jedenfalls feststehend,
daß vielfache Versiu In- von Haiissahnndlern , den Makagürtel südwärts ui
uberschreiten, schließlich stets uDgliicklich endeten*.
Schoo vor ihm hatte der Forstassessor PI eh n sich über die Einflüsse
der Haussas im Saogu - Ngokogebiete ansgesproehen und betont ihren EinffluB
in Mokbe , sQdöstUch von Bertua, wo er breite Straßen und runde, mit Gras b^
deckte Hatten fand* Der Hluptliog und die Vornehmen trugen Haussakleider.
Auch Hauptmann Engelhardt bestltigi in seinem Bericht Ober seine
Reise von Mbua- ßesiinbo nach Bertua den Einfluß der Haussas iiti 5:an£:.'i-
und Kadeigebiete. Bei seinem Besuclie von Baturi sagt er: «Die Bevölke-
rung Vtesteht aus Kaka, die noch mehr als die unter Dclelr, Bua und
Nambolu .stehenden Teile dieses großen Stammes den Haussas in Kleidnne
und Sitten folgen.« Er sagt: .Das Baya ist als \'erkehrssprache weil ver-
breitet. Ich hörte es erst in Nola am Sanga, und habe danu währeud der
1 Im Dexemher lettten nod Januar diesfls Jahres sind nun auch die gBaamtwi
MakastSmine durch die gemeinsamen Expeditionen von Haui)tniann Dominik und Haupt-
mann Schlosser dauernd unterworfen. Der Bericht darüber steht nn diesjährii;en
Deutschen Kolonialblatt Nr. IR vom I.Juli. Dominik sagt darin: »Cnsgeii Tinii (H.iupt-
ling eines Makaataumes), der aciit Hausaaa hatte ermorden lassen, gegen ädiuame und
gegen Bcduga •Tisna riditeten sieh also von Schimaltoa aus meine wetteren Opentionsa.
Dmna- and Bertosstatioa worden angel^; und da aneh die bisher nnbotmlß%st«a
Makkastämme freiwillig Aihdter «l Wegebatiten stellten, so ist zu erwarten , m»
sich dauernd friedlich verhalten und den Hanssahindlern nicht wieder die Passige
dordi ihr Gebiet sperren werden.«
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Ltrmr: Bedeotmig der HanaMnatioR fltar miMre Togo- n. Kamenmlcolanie. 205
KadSireise einen des Baya kundigen Dolnietsrher pjehabt, der immer ver-
standen wurde. Den Kaka ist das Haya f^rlauriixrr als ihre Muttersprache.
Im äüdcin ist die Verhreitunijsf^enze dieses BantudialrkLs utigcfälir die
Grenze des geschlossenen Urwulde-s südlich des Kadei, im Osten wohl der
Sanga. Am unteren Kadei wird üangaka, die V'erkehrssprache des Kongo-
gebietes, ▼erstanden. Hausm wird allgemeiiier erst in Bertua gesprochen;
schon in Duluku* Bapanga und Delete aber fanden sich einzdne Leute,
die die Hauasalinder beaucbt und nch in Hauwa veratibidtich maehen tconntea.
Golcüni sQdlicli von Bertua ist noch an Bertua gehdrig. Hier ist die Orenze
zwischen dem Handel des Kongobeckens und der Haussas einerseits, und
der KamerunkTiste anderseits. Neben Haussagewändern und den von Haussas
eingeftihrten beliebten, matten, fettig glänzenden imd opalisierenden Perlen,
die in T.a<;o?; ahf:;eseh!iiren werden, sah ich hier 7um erstenmal die langen
llauuiusscr und tiie Vorderlader, die von der Batangakiiste her io den Handel
gebracht werden, in den Händen rh r I .iiigeljoreneu.«
Von den Gokum-, Maka-, M welle- und Ksumstämmen sagt IlaupUuanu
Elogdhardt, als er auf dem Marsche von Gamaoe' nach Yaunde durch ihr
Gebiet zog: »Die Bekiddung ist bei allen vier Stämmen auf das not-
dGrfti^te beschitnkt Die Minner tragen ein Stflck Rindenstoff, oder wenn
sie reicher sind, ein Stfick eoropSischen BaumwoUstofT, das zwischen den
Beinen durchgezogen und von einer Perlenschnur oder einem Biemen um die
HSftm festgehalten wird. Vornehmei f ieli zuweilen in Haussahemden.
Ein Teil des Kautschuks und Elfenbeins der Gokum aber geht sicher
noch nacl) nv:t,>n, nach Bertua, wo diese Prodiikte bislier die franzosische
Gesellschaft »Ln Haute Sanga« auf<;ekaiift !tat, oder wo sie von den Haussas
erhandelt und dann in das französisch) nd. m pnL^Iivrh«« fldiiet geschleppt
werden. Auch die im ö.süichen Gokumiande vorkommenden Kolanüsse
wandern in die Hände der Haussas. -
Im Kolonialblatt Bd.XllI, S.67 sagt Freiherr Stein: »Bemerkenswert
acheint mbr der Versuch einer Neuerung, deren NOtzliehkeit ich in Kinchassa
kennen geüemt, und die ich hier vorllufig mit recht gutem Erfolg einau*
filhren mich bestrebte. Es sind die sogenannten &f itakos, d. h. nach einem
gewissen Maß zugeschnittene St&ckchen Messin^^draht, die im mittlem
Knni^o völlig das Geld vertreten. Bei dem großen Kaurimangel auf den
sudlichen Haussaniaikten zeigten sich auch die Haussas mit einem derartigen
Krsatz sehr einverstanden. Infolge der Etitwertunji; des 8ill>erp;eldes auf den
Märkten durch reichliche Einfuhnuvs; französischer FiintTrankstficke kann an
eine Einführung von Mariathercsifi italern, wie seinerzeit in Yaunde, kaum
mehr gedacht werden, da der Frank nur noch mit 100 bis höchstens
200 Kauris besahlt \\ird, wihrend ich in Überdnstimmung mit dem Haussa*
chef einen Mitako« von denen etwas Ober 30 auf ein Kilo (= 3,24 Mark)
gehen , auf 30 Kauris bewertete. Auch in Ngoni und Bomome wird der
neue Vferit allerdings vorliufig nur als Schmuckstflck* viel gekauft Doch
* Auf den Karten nnd andi Berlehten metsleas nodi Bertua, Name des
früheren Hüaptltngs.
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206 IdmBT; Bedaotung der Htumifttioii fiSr qomm Togo- xu Xanemnkelociio.
glaube ich, daß er mit Hilfe der Ilaiissns, speriHl im Gnmmikleinhandel,
sich bald auch als Münze einfuhren wird, rumal, da an einen Impurt voo
Kauris der hohen Transportkosten li<ilb(;r kaum gedacht werden kann.«
Einen völlig andern Menschenschlag repräsentieren die nftrdlicb von
den Maka wobnenden Baya und apexidl ihr Hauptort Garoane*. Die
Oamandeute haben fast vöIUg jBauesakuUur, -tftfeen und •bekleidung an-
genommen, spreetien durchweg Haussa, sind arbeitsam und, wie neneriiche
Versuche zdgten, awA ein recht gutee Soldatenmaterial. Weiter nördlich
von Ganiane war die rationelle Oummibereitun<; noch unbekannt. Sie wurde,
wie überall , auch in Gamane gelehrt und speaieU von den Uauaaahindiera
mit großen! Interesse aufgenommen.
In einem liericht vom 20. August 1901 de^ Chefs der \'erwnltuDg des
Sana/^a- Ngokügebietes Oberleutnant Freiherr v. Stein aus iiertua heißt es:
• \\'eiter nordlich war die Gummibereitung überhaupt eine unliekannte
Sache, und erst die llaussaansiedlung in Bertua sah mein Instruktion«'
personal wieder in T&t^keit Einzelne dieser Leute, die in t«agos, Sanaane
Mangii , ja in Kumassl und Akra den Gummihandd gelernt haben, erkundigten
sich angelegentlichst, ob die G<«eilschafl SDdlwmemn auch Kautsdiuk
ansukanfen beabsiditige, da der Kleinhandel mit Gummi mehr noch wie der
Elfenbeinhaodd den Mark^pHogenheiten der II a u s s n s entspricht Da aueb
Bertua I groß&s Interesse an den Tag legte, habe ich eine aus Bertna- imd
Haussaleuten gemischte Abteilung in der GjimniiV)preitiing unt<'nieliten lassen,
und ich f»laube, in der Folge sicher annehmen zu können, auf dem lur Bertn*
und II au SS as freien Wej^e über Mokbe oder auch auf der ueu /n er-
öffnenden viel kürzeren Mesimarouto in kurzer Zeit die ersten Gummilasteii
für die Yukadumafaktorei erwarten zu dürfen.
Die Verbindung über Mokbe ist zwar zur Zeit sidier, dagegen weiter
und großer unbewolmter Urwaldslreeken halber unbequemer als der vor*
Ukifig verschlossene Weg Bertua- Dasai-Bepol-Merima-Yokaduma. Die Er-
schließung und Aufbess^nng dieser Straße, durcli Bdl^ng der Oasii-
angelegenheit, Beseitigung der scharfen Feindschaft Bertua-Bepol, Regelung
der ^VrIlä!tnis8e in dem hauss a feindlichen Bomomestamm Me^iina und
schließlich Eröffnung des von Yukaduma angsllich gelieitn ^'ehalt«nen
Mesimawepes von rückwärts sehe ich als Hau[)taufi;ahe der Kxpeditinn
auf dem hevnrstelienden Hückmarsch an. Den der Pli Imschen Kata-
stroplie halber zu bcslrnlenden Dassileuteu werde ich, wenn irgend tun-
lie.h, die Herstellung eines großem Teiles genannter Verbindung aufer-
legen, um so der Absicht der 11 a ussa handler, mit grußem Eselkatawanen den
Verkehr nach Yukaduma zu betreiben, naeh MfigUchheit Vorschub zu leisten.«
Ebenfalls noch sQdlich des Sanaga li^ westlich von Oamane die
Yaundestatlon*, wo sich schon lange eine ansehnliche Niedcrisssung voo
Maunas befindet, welche mit den dortigen Europiem dnen lebhaftm
Handel treibeo*
' Siehe vorige Seite.
* Jetzt Bezirksamt geworden.
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Li^rsKt: Bedentang der Hrammition flir aniere Togo- tu CnmenuiluikMiie. 207
2. Die Wutelinder nördlich des Sanaga.
Sowie man den Sanaga nach Korden überschritten hat und im dt(>
Gebiete der K^roßen Sudaiistanime der Wute und Tikar eintritt, scitießen
die Haus8a.siedlungea wie Pil/.e aus der Erde. Alle größeren Ortscliaf^en,
sofern sie HäuptUngssitxe sind, haben ihre Haussahändler. So W a tare',
Ngaumdele', Ngutte^ Ngambe* und vor allein die Ngillastadt, die
von znhlreichen deutschen Expeditionen aufgesucht wurde. N g i 1 1 a* ist wohl
durch die Reisewerke &ber Kamerun der bekannteste Hiuptling der gao«
sen Kolonie geworden. Morgen, Stetten, v. SchiBimelpfennig,
Dominik, v. Kamptz haben Ngilla aum Teil au wlederiiollefi Malen be-
sucht» denen g«genQbtf er mit setner staricen Kriegamaeht prahlte. Sein
Verhältnis zu den Haussas sei deshalb hier niher betrachtet, weil es charak-
teristisch für (Iit> Nation Oberhaupt ist.
Oberleutnant Morgen*, der 1890 zuerst von neiiLscIien Gast des N'^illa
gewesen ist, sagt in seinem Reiaewerk •Durch Kauierua von Süd nach
Nord. S. 84:
• Der Elfenbein reichtuni Ngillas muß sehr bedeutend sein, und weini ich
auch den Aussagen seiner Leute, die von zwanzig gefüllten Häusern sprachen,
nicht glaube, ao ward es andrerseits doch bewiesen durdi die Billigkeit,
mit der er diesen kostbaren Artikel verkaufte. Es befanden sich hier aur
Zrnt meiner Ankunft Ober 100 Hanssahfadler, welche tinen 1000 km
wdten von Norden her anrilekgelegt liatten, um Elfenbein und Sklaven
au erwerben. Der Filhrer dieser Haussakarawane, mit dein ich mich öfter
Uber Adamaua untcrliidt, mir gelegentlich: »Zu NgUla braucht man
nur einmal im Leben zu gehen, um ein reicher Mann zu werden, nach
Tibati' fnnfrnal, und da oben, wo wir her sMnd — er meinte das proße
Haussareich Sol^rtto — , muß uutu das ganze lieben arbeiten, um nur sein
Dasein zu fristen.«
•Den besten Beweis für die Wahrheit dieses Ausspruchs erhielt ich,
als am zweiten Abend ein Haussamann zu mir ins Zelt kam und mir einen
50 Pfund schweren Elfenbdnaahn, der einen Wert von 450 Mark an der
Koste reprisentierle, f&r 3 Faden Zeug, die etwa 70 Pfennig kosteten,
zum Kauf anbot. Bedenkt man daxu, daß die Hausaaleute Hindier par
excellence sind, so kann man sich vorstellen, zu welch niedrigem Satae
• Wo der jüngere Brnder NgÜIas Stat!t!ia!ter war.
' Von Ngamndelo berichtet Murgon , der mit Ngitia die Expedition gegen die
Stadt mitmaelieu nuAte: -Auf der nördlichen Seite, innerhalb der Umwallung, be->
fimd sich da* ans sedizig Ideinea ronden Hütten iMStehende Dorf der Hausaahlndler,
die bis hierlici' ilireti Handelszug ausgedehnt hatten.«
^ Beim Kia/.ug in das Nguttedorf passierte Dominik ein großes Hanssadorf,
wo die Frauen neugierig zwischen den ZUnneii herausschatiten.
* Ngambe pasßieren die von Bauyo nach Yoko und Ngilla gehenden Haussa-
karawaoen and heben da aaeh Merkt ab.
* Ngilla tat sowoM wie Bertna Nsme des Hinptlings und seiner Beaidenx.
• Jetzt OherstlentnanU
^ Wo der Oberherr des Ngilla, der Sultan AnaUnm, residierte.
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208 Lfmnr: Bedeotaag der llMumatllon flir niisere Togo- o. lUineniiikolonie.
Nfjilla das kostbare Produkt verschletid^rt. Und dit'ses reiche Land ist in
direkter Linie kaum 40 dt, uIncIic MciU-n von der Karneninküste entferot!
■ Interessant war mir, die Art und VV^eisc r.n erfahren, wie Ngilla —
denn ihm als absolutem Herrscher gehört alles im Lande gefundene und auf
der Jagd erbeutete Elfenbein r- mit den Haossas handelte. Bei der Ankunft
mußte die Karawane alle ihre GQter, Zeuge, Ferien usw. ihm Bbcrgeben,
Hat nun der Hftuptling Zeit und Lust, so lifit er einen dieser liindler, die
sieh inxwisdien am nördliehen Dorfende ihre eigenen HQtten gebaut liaben,
kommen und verhandelt mit ihm. Bis er mit allen 100 und mehr Hiodlen
Kfleksprache genommen hat, ist mindestens ein Jahr verflossen. Aber das
englisThe Wort »time is money«, das fur den europäischen Hand«! und
Verkehr so hczciclinimd ist, trifft für afrikanische Verhältnisse nicht ?n '
Im Gegenteil, dies«' Hanssaluindler legeti sofort nach ihrer Ankunft Farmen
an. die liereits nach drei Monaten Friichte tragen; ihre Frauen bereiten
Kuciien und anderes Gel>8ck, und durch den V'erkatif desselben fristen sie
nidit nur ihr Dasein, sondern verdienen noch nebenbei. Aus diesem Grunde
und infolge des bei ihrem nomadisierenden Leben wenig vorhandenen Heimatr
geAhls rind die auf Zeitfrag^n gegebenen Antworten oft sonderi>ar und' Ar
uns unnatArlich genug. Fragt man einen Haiissa: »Wann wirst du wieder
nach Hause reisen?« so «mtgegnet er: »In einigen Monaten, in einigen
Jahren, oder gar nicht, je nachdem es Allah geAlU.« — »UIh bene, iU
patria« , das ist ihr Grundsat/.. ■
Die ktjUurelh* Bedeutung der Haussas wird von Hauptmann I Dominik
in seinem Werke .Kamerun, Sechs Kriegs- und Friedensjahre- auscirücklirh
betont. Es heißt da S. 76: »Überall im Tschadseegebiet, am Nii»er und
in ganz. Adamaua, in allen Fulahstaaten finden wir die Haussas, nicht nur
als Händler, sondern auch als Handwerker und oft sogar in Uofchargen;
bei den heidnlsdien Vfilkem sind sie Lehrer und Trlger aller höheren
Kultur. Zu Ngilla kommen die Haussas von Tibati aus und bewohnen ihr
dgenes, aus bienenkorbartjgen Hutten bestehendes Dorf. Sie bringe Pferde,
Esel und alle enropXisehen Artikel, die sie aus den Faktoreien der Koyal-
Niger-Company am Benue kaufen, mit und tauschen sie gegen Sklaven und
Elfenbein ein. Daneben betreil>en sie aber mit ihren Frauen und Sklaven
eine große Landwirtschaft, die niclit nur sie selbst ernährt, sondern voa
deren 1 ,r/.eiignissen '<'u' snijnr noch an die Eingeborenen weiter verhandeln.
Sie verstehen es, besondeis wohlschmeckende Fiifukuchen aus Mehl lierru-
stellen, Durrahhier und Miinbo (Palmwein) zu brauen. Die Frauen /.ächten
Hühner und macheu Kapaune fett, nähen fur die eingeborenen Weiber
und wissen deh^ mit allen mOgUchen Hausmitteln vertraut, unentbehriidi
SU machen. Die MSnner lehren die Wutes Schmiede* nnd LederarbeiteB,
nlhen Roranspröche in die Kleider, die als Amulette gdtea, rasieren die
Mftnner, friMeren die Frauen, schießen mit giftigen Speeren ans ihren Vorder-
ladern Elefanten und sind als kluge Ratgebw in Krieg und Frieden nÖtaBdi
> Die Muslims haben ja das charakteristiadie Sprichwort: »Die ESe ist vom
Satan, die Qemfichlicbkeit von AUah.«
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Lippxvr: Bedeotuog der Haaasaaation fOr onsere Togo- tt. Kajnorunkolonie. 209
und wert. Sie waren es* die den an atdi gana rohen und auf reclit nie-
driger Kulturstufe stehenden Wutes emen gewissen Stempel höherer Kidtnr
aufgedrOckt haben. -
Iiier erhält man ein anschauüchtvs Bild, wie die Haussas als Kultur-
träger wirken; ein nndnres Moment, das in solchen Gegenden, wo man
gerade Haussas nicht nntrilVt, den Einfluß höherer Kultur auf rohe Ileiden-
st&mme heweijst, ist die Haussagewandting, die in fast allen Kamerun-
stammen von den Häuptlingen und den Voraehuien getragen wird, während
ihre Untertanen noch fast alle nackt oder höchstens mit einem Rinden- oder
Ledcnraehura feraehen uinherlaufen.
Oberstteutnant Morgen sagt an anderer Stelle in seinem Buche von den
Haussas bei N^Ua: »Im ttbrigen waren de gegen uns stets höflich und zuvor-
kommend; besonders mich behandelten' sie immer als gldch hoch aiviUsierten
Menschen wie sie. Die Unterhaltung mit ihnen war sehr interessant» da fast
alle weitgereiste Leute waren. Ktwa ein Drittel von ihnen hatte die großen
Sudanreiche Bornti, Ba<^irnii, Wadat besucht und wußten mir von den Zu-
ständen dort üinnches 71! erzählen.
Besonders weit her lungekommeu war Mohammed, der ans Jebn, ostlich
von Lagos, gebürtige Oberpriester der Ilanssakara^v uüe. Er war der
einzige, der nicht mit Zeugeu und Perlen handelte, dabei aber trotzdem die
gröflten £lfenbeh»ihne fllr sich erwarb. Er schrieb, des Arabischen mich^g,
kurze Koransprüche auf ein kleine» StQck Papier und nShte es in Leder-
ttsdidien. Diese Amulette verkaufte er dann Itr teures Geld, d*h. Elfen-
bein. an Ngilla und dessen Umgebung und wurde stets prompt bexablt
Als einmal Ngilla fur einen solchen Talisman nicht den geforderten hohen
Preis bezahlen wollte und auf den alten Mohammed einredete* rief dieser
alte Fuchs: «Herr, mir ist es gleich, ob du mir einen größeren oder klei-
neren Zahn gibst, aber nicht so Allah; wenn du seine heiligen Worte nicht
so hoch anschlägst, wird er dich wcni<2;er p;nt beschützen.« Das wiikte-
NVäiirend wohl manche Haussas schleclit oder gar nicht bezahlt w uriien —
bei Mohammed wurde stets «Aug* um Auge, Zalm um Zahn* gehuudelU
Sobald er den Talisman gab, eriiielt er die Bezahlung dafür; denn erst
nach dieser übte das Amulett seine V^rkung.«
S. 291 heißt es bei Morgen: Nach der Famge des Mbam »rQckten
wir am 31* Desember 1889 in nordwestliclier Riditung ab. Nach halb-
stöndigem Marsch bog unsere Route in eine breite, aus mehreren neben-
einanderlaufenden Fußpfaden bestdiende Kanwanenstraße ein. Kaum waren
wir ein ^tilck auf dem bequemen Wege gegangen, als wir auch bereits
eine große Karawane von Hatissaliandlern , die wohl an die 300 Kopfe
zahlen mochte, antrafen. Vorweg auf einem kleinen Hengst ritt ein greiser
Führer mit langem, weißem, wallendem Bart. Hinterher folgte 7Amächst
ein Trupp von 5Ü Frauen, die riesige Lasten Zeuge und Perlen auf dem
Kopfe schleppten. Nach ihnen begegneten wir drei bepackten Eseln, die
je awel Lasten liber den RQeken gehängt trugen und wdche von %inem
hinterfaergehenden Führer geleitet und getrieben wurden. In unregelmißigen,
bald weiteren, bald engeren Abstlnden folgten darauf Mftnner und Weiber,
Hltt^d.8att.£0il«t8pndi«B.* 1S07. nLAht H
210 Lutert: Bedeutung der HausäaiiaUoii für unsere Togo- u. Kanicnuikolonie.
bunt durcheinander, bis der ganze Zug am I-lude abermals durch einen be-
rittenen Handler fresclilossfn wurde. Auf unsern Anruf antwortete cr, daß
das Marscli/.icl Tihati st'i, iirul sie aus Yola käuten.«
Auf clpui W('i;tr von Ngilla nach .loko traf Morgen einr m hri'ile
Wasserlläche au, die ktiint-rlei Uhergau^ zu gestatten schien. Kndlicli ent-
deckte er auf der Rekognos/Jerung eine schmalere Stelle des FIus.ve« von
etwa 20 m Breite. Hier standen sich zwei Baume direkt gegennber uad
streckten ihre Aste soweit Ober den Fluß, daß die Endzweige fast ineio-
andergewachsen sciiieoen. So wurde ein r^ulBrer Brückenbogen gebildet»
auf dem die ganse Karawane, nur mit dem Opfer zweier Lasten, ^ficklicii
passierte.
Morgen fälirt nun fort (S. 256): »Nach dem Ol*erwinden dieses Hin»
dernisses betraten wir einen ebenen Weo;. passierten noch einzelne kleine
Bäche, die diiicliw atft werden konnten, mul errciclitfn gegen Abend das
Dorf Bouibom. Der Ort hatte mehr den Cluirakter cine^s Handelsplatzes,
als den einer gewöhnlichen Ansiedhmg. Vor dem Dorfe befanden sich
mehrere Uütten der Uaussahätidler. \'iele kleine, hier errichtete Vei'kaufs-
budoi zeugten von regem Handelsverkehr.
Am nicbsten Morgen ging es mit neuen KrSften wdter. Ans der
Ebene erholten sieh an einzelnen Stellen große Felskcgel von bizarren
Formen» die bin und wieder die Höhe von 200 m erreichen moditen.
Diese K^el waren vom VuQe bis zur Spitze total nackt und unbewachsen,
und an ihrer Obertläche keinerlei Umwandlung und. Zerset/.unj^ auf dem
sonst typischen roten Laterit wahrzunehmen. Es war anstehendes kristal-
linisches Gestein und ohne Zweifel nrchaisehen t^i-?;pninss.
Als wir am Nachtnittai;e nun an einen» derartij^en Block von"iberziehen
wollten, verkündete uns j)l<'itztich Geiänseh ans dem Innern, daß er nicht
unbelebt sei, und als wir auf dem Pfade, au seiner südlichen Seite an-
langten» sahen wir dureh einen Felsspalt, vor dem sich ein starkes, pali*
sadenartiges Tor befand» mehrere runde Hütten hervorblicken.
Einzelne HaussahSndler kamen als Abgesandte des hier gebietenden
Häuptlings hervor und luden mich In seinem Auftrage mit meiner Kars*
wane in sein Felscnnest ein. Wir passierten das Tor und erblickten zu unsenn
Erstaunen ein aus hundert Hütten bestehendes Dorf, welches, von 70 m hohen
Felswänden umschlossen, eine natürliche Festung bildete. Auf einem sie um-
gebenden Kegel fniirte ein eingehauener Fuß[>f?id spiralförmig in die Höhe,
von welclier aus man die '^niv/.c UniijebuDg übersehen konnte, und dadurch
auch uusern Auuiarscli bemerkt hatte.
Die ICingeborenen dieses Orle^ waren noch Wuteleute, während der
Häuptling bereits vom Sultan von Tibati eingesetzt war. Einen uns ange»
botenen Rahetag nahm ich in Hinsicht auf die ErscbSpfung mdner Leute
und auf das freundliche Wesen der Dorfbewohner dmikbar an.«
Muß man nicht erstaunt sein, daß diese betriebsamen H&ndler auch
In so verboif ene »Nester« zu finden sind?
Rittmeister v. Stetten äußert sich iiber die Ausdehnung des Uaussa-
handels im Gebiete der Wute im «KolonialbUtt« VI, 1^, Ö. 112, wie
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Lippkbt: Bedeutung der Hauasanation filr oiMcreTogo- n. Raiiicruiikolonie. 211
fol;;t: »Dagegen sind die Wuteorte und speziell Ngilla das Dorado der
llawssakaufleute, welch«' wir nherall antreflen. NördUch von Ngilla liaben
die llaussas sich in zwei An.sir(lliin;!;('ii von 50 und 60 Hütten nied im gelassen.
Sie kommen lii»M lM'r in größeren oder kleinncn Karawanen, Plerde, Stoffe,
Perlen und llau-ssagewänder mit sich führend-,
nnd V. Stelten d»enda, &135: »Wie bedeutend der Handel in
N^lla ist, beweisen die zahlreieiien Haussakarawaoen, welche uns fineuiidlich
ihr *Sarka, sohu, baiunm (Segen, GlQclcMif, Weifier) boten und uns mit
Nadiriehten aus dem Norden veraoi^len. Die Karawanen Qbernachten fitst
niemals in den Ortschaften , sondern auf allen großen Handelsrouten findet
man von Zeit XU Zeit » ine Anzahl primitiver, i nndf i TTnterkunftshnttrn (songo),
meist in geschfitzter Lage und in der Nähe einer Wasserstelle liegend, die
auch als Lagerplatz fur Expeditionen vorzuziehen sind, vorausgesetzt, daß sie
nicht, allzuweit von einem Wohnplatz entfernt, die Verpflegung er-
schweren.«
Von seinem auf dem Marsche gemachten Besuch in Sanserni Tibati
beim Sultan Amalamu von Tibati, der damals acht Jahre hindurch Ngambe*
belagert hatte, heißt es ebenda 8. 138: »Amalamu selbst ist ein hoeligewaebse-
ner Mann von ungeflhr 26 Jahren mit einem Fütlahtjrpus tmd auffallend
hellem Gesicht. Elr ist der Prototyp des verschlagenen Afrlkanmv; Hab-
sucht und Grausamkeit ^d seine Haupteigensqhaften, welche, gescbtekt
genihrt durch seine Ratgeber, ihn zur verhaßtesten und geflirchtetsten Geißel
von SQdadamaua gemacht haben. Daß er der Morgenschen Expedition so
freundlich begegnete, IiattP lediglicJt seinen Grund darin, daß er von dieser,
die nur noch mit d«'ti spärlichsten Mitteln verselieii war, nicht vif»! für sich
erwarten durfte, und mit Heclit hofVte , daß hei lier/.liclieni ii^nt^egenkouanen
ihn wieder Weiße aufsuelien würden, denen gegenüber er seine trügerische
Maske werde fallen lassen können. Mangels größei'en Uaubei« versclnnäiit
er geringes nicht; so I&ßt er einxelae Haussas, welche mit dem in Sanserni
Erworbenen heimwirts aiehen, durch seine Leute im Busch auflauern und
berauben.«
V.Stetten, der mit seiner Expedition weiter nofdwSrts wollte nnd
dazu die Krlaubnis des I^amidos brauchte, schickte Geschenke an ilm,
die über Gebühr reich bemessen waren. Dennoch schickte Auialamn sie
zurück mit der höhnischen Antwort, daß er hier kein Weib sei, das
sich in goldgestickten Toben erfreuen wolle; das, was er verlanj^e. seien
viele Ciewelire und viel Mimition, um seine Feinde niederwerfen zu
können.
V.Stetten entschloß sicli Jet^t, zu den Mandiougolos üherzugehcn*
Er sagt: »Ich war mir der Verantwortlichkeit vollkommen bewußt; aber
es war besser, auf domal ein Ende zu machen, als uns auf diesem Wege
langsam abschlachten au lassen, und darauf war ea abgesehen.
> Rai^tstadt des Tikarstammes der Mandiongolos, die Amalamu 11 Jahre
in Sanacmi Tibati (d.i. Kriegalager von Tibati) belagert hatte, ohne sie eimiebmen
SU kSmen»
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212 Lnvnrr: Bedeutang der Hauasaoation für vnaere Togo- «. RamerBiikolonie.
Am 27. Mai, morgens 5'/, Uhr, als der Neb«^! zu weichen begann,
setzte ich mich mit der Tite der Expedition, in (ier Hichtiiiifj; auf den Buscli.
welcher Sanseriii von der Si'kI Westseite der Befestigung von Ngarnhe trennt,
in Bewegung. Nach vierteLstiindigem MarscJ» durch den dichten Busch
waren wir etwa 50 m von der Befestigung entfernt. Im selben Momcait
empfing uns Hagel von Pfeilen und SdiQasen, and es wurde mein neben
mir gellender Dolmetscher, Musa dnrch einen Gewehraebuß zweimal am
Bein Terwandet Gleiehaeitig eracliallte das Kri^sgeheul der Mandiongolos,
welche uns fttr Tibatts hielten. Nach langem, TergebUcbem Rufen kam
endlich ein Mann, welcher Haussa verstand, auf den Wall, doch es war
eine hochpeinliche Situation. Vom die mißtrauischen Mandiongolos, jederz^t
bereit, die schleppenden Verhandlungen wieder abzubrechen, hinter uns
bereits Tihatileute, welche mir durch ursfrc auf sie c;eiirhtPten Gewehr-
läute in respektvoller Eiitfernung geiialteu wurden. Die gaii/e Expedition
war auf kaum 100 m zusauimengepfercbt. Ein unvorsichtig abgegebener
Schuß konnte alles verderben.
Indessen verlegte sich auch der TibatikSnig anf Untoliandlungeii,
um uns wieder in atäne Gewalt tu bekommen. Er sandte drei Chiefr* mit
welchen ich stets freundlich verkehrt hatte, femer einen Elfenbeinsahn uiid
viel Essen l&r meine Leute und ließ mich bei AlUh beschwören, doch
wieder zurückzukommen, er w&rde alle meine Wünsche erftlHen. Ich zog
hier die Unterhandlungen hin, bis wir mit den ^Ta^ciiongolos im reinen
waren. Nach zwdi langen Stunden sandte der König derselben einen
Führer, welcher ims einen Lagerplat?: anweisen sollte. Wir marschierten
nun 1 ' /.^ Stunden an der Befestigimg entlang und bezogen neben derselben
au einem schönen, schattigen Platze Lager.
Zugleich sandte der König soviel l-^sen, daii es den Leuten nicht
möglich war, es an einem Tage aufzuessen, und ließ mir sagen, er werde
mich mit Freuden empfangen.
Ngambe ist die interessanteste Stadt, welche ich auf meiner ganzen
Reise betreten habe. Um die gante Stadt im Umkreis von 20 km Ilufl
ein Graben. Deradbe ist oben etwa 5 m breit, ebenso tief, die Graben-
sohle etwa m breit. Dahinter auf einer Brustwehr ein Hlolzzaun, alle
50 bis 100 m ein kaponnierenarliger Vorsprung mit starken Palisaden und
Schießscharten. An der Befestigung wurde acht Jahre gearbeitet. !>ie.s<'lhe
hatte früher rnii- den halben Umfang; doch Iinhrn sich mit der Zeil ailf
Bewohiiei- hinter dieselbe ztirückgezogen. Die runden, nut spitzen Dächern
versehenen Lelnnhäuser liegen verstreut; jeder noch so kleine Itaum ist zu
Anpflanzungen benutzt; soweit das Auge reicht, steht Korn; außerdem sind
auf dem Glads, mit Ausnahme der Strecke, welche direkt gegen Sunaernt
liegt, Korn und ErdnQsse aogcpflanzl. Das ganze Volk macht einen (rennd>
liehen, eneiigischen Eindruck; die Minner sind zum gr5fiten Teil nach
Haussaart gekleidet
Der kfinig empfing uns auf einem groBen, sehr sauber gehaltenen Platze,
mit groflen viereckigen Hftusem. Er war sehr erlreut, den ersten Wctfien
bei sich zu sehen, und versprach, mir F&hrer bis cum Mbam zu geben.«
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Lippkrt: Bedetttnng der HaiUMUMitiflMn (tkr watete Togo- u. KtmenmkotoiiTtt. 213
V. Stetten flhrt fort: »Icii hc^iuclite fcinrr die kleinen hef^'^tit^teii
i^tSdte Ndii und Kiinpi und y.iilet/.t Mahallia', am Fuße df\s (ul irges'
liegend, den let/.teu Tiknrort; der j^atizc. offene Or't ist von ElfPiibetnjngern
und Haiiäsaliundlern bewoiiut; es .soll der grüßte KU'enbeininurkt von Tikar
sein; der Kön^ der Stadl nennt sich ttriki-n-hatai*»
Von den Do mm es, dem dritten großen nördlieli des Ssnaga, Gsdicli
des Mbam, nordöstlich von Wate und Tikar silsenden Stamme sagt Dominilc
in seinem Werke • Kamerun« S.302: »Da ktine Haussahindler hierher kamen,
sind die Doinines nur wenig kultiviert und redlt arm.« Wie die Wute und
Tikar wurden aucli die Doinme von Tibnti unterworfen. Morgen schildert,
wie der alte iluuptling der Doiuuie sich in Sanserni vor dem Lamido Ama-
lamn deinntigen mußte, naclidein schon der Vater des jetzigen T.nniido ver-
gebluii die Unterwerfung versucht hatte, dessen Vordringen sicli aber stets
tax den btarken W&Uen der Doinuies gebrochen hätte.
3. Das üebiet westlictt des Mban».
Wohueji diese drei Stiininie östlich des Mbain, so sind westlich des
untpm Mbam und Sanaga die aus rabllosen Abteilungen bestehenden Hapeas
angesessen, die bis vor wenigen Jalu-en noch keinen Weißen gesehen und
noch untereinander keinen Verkehr hatten. Sie waren ein i^uberisclies Ge-
sindel, das ihre I^achtMm oft durch ÜberfUIe heimsuchte. Diese EinfUle
geschahen Iwuptsichlich in das friedliche Gebiet der arbeilsfrohen Yam-
bass», die ni<^t einmal Schutswaffen sur Verteidigung besiteen. Dieser nörd>
lieh vom Zusammenfluß des Mbam mit dem Sanaga wohnende Stamm hat»
seitdem 1S92 Hauptmann Ramsay die ersten Yanibassas an die Küste ge-
bracht und in Edea lieim Stationsbau verwendet hat, jahrlicli für die Yaunde-
station, die ihnen am nächsten war, zuweilen unter FShrlich keilen, Arbeiter
gestellt. Diese hatten in den beiden letzten Jahren dauernd geklagt, daß
sie von den anwohnenden Bapeas angegrifTen nrsd beraubt würden. Von
den Hapeas war außer dem Bericht des llaupimnnns v. Schimmelpfenuig
aus dem Jalu'e 1901, der ihre nördliche Grenze berührt und sich den Durch»
manch hatte erklmpfen müssen, nichts bdcannt*; das dgentlidie Bapealand
war bisher Terra incognita. Versuche Dominiks, durch Stationsboten und
selbst durch Fatrouilten die BapMs vor ferneren Ai^ffen auf Yambassas
und Uaussaa zu warn^, wurden vom Häuptling Nubaru mit Hohn surQde-
gewiesen; die Patrouille von zehn Mann giiff er sogar an. Nun suchte
Dominik die Geneluniguog des Gouverneurs zu seiner Expedition in das
Gebiet der Hapeas nach, und stand am 27. Januar 1905 mit 70 farbigen
Soldaten und 50 Marin der Bati • UUfsvöIker bei der Balingafahre, um in
das Rapealand einzurücken.
^ D. h. auf Haussa «Jäger«.
* SdL TOD Banyo.
* D. h. snf Bsnasa »KSing des Ellenbeins-.
* Naeh&sptmann v. Sehimnielpfennig sollen auch nördlich der Bapeas Haiisia-
siedlimgon gewesen sein. Frachtbare Landschaft; aneb Fischfiuig.
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214 Lippebt: Bedeutung der Haiissanation ftrimnre Togo- u. Kamerankokmie.
Tn snnem Hrrirlit über die Ba pea expedition sagt Haiiptmann
Dominik im Koloiiialljlatt XVI. 1905 nnf S. 529: »An der Mbamfahre
hatte sicli eine starke Haussa.sH'dlung gebildet; diese euijifinß uns; ahrr
Edongo, der Häuptling der Balinga Batis, hatte wieder, wie stets, wenn
ein Regieriiii^s\ erlreter erscheint, mit seinen Leuten das Weite gesucht.
Seitdem ich im Jthre 1895 seinen Bruder Balinga, der mit seinen Leuten
eine ganze Haussakarawane aufgefressen liatte, bestraft habe, wobei der
Hluptling selbst fiel, ist Edongo niemals auf der Yaundestation gewesen ;
und auch dieses Mal mußte ich, wie gesagt, auf seine Bekanntschaft ver-
achten.«
Und S. 531 heißt es: 'In Kamerun kenne ich — einige Tikars, Balis,
ßamums, Mandiangolos (Ngambe) ausgenommen — keinen Stniimi . der sich
fdme ICampf wirklich daueind unterworfen hätte. Die aneinanderurenzeiiden
Bapeastäiiime verkehren auf neutralem Marktplatz, der an der Gren/.e l'w^t,
inimri bewaflnet, in der Rei^el alle ftinf Tage niiteioander. Hier wird bei
der nVife, die nie ausgehen darf, unt Perlen und Speerspitzen gefeilscht,
geheiratet, geschwalst imd sehr viel Filmw^ getrunken. Das Prinacipdes
Zwischenhandels luitten bisher nur auf dem Schimmeli^fennigschen Wege an
der Nordsdte die Haussas durchbrechen kSnnen, und such das doch nur
infolge des vernichtenden Schlages, den die Expedition gc^n die Sudiki
und Biongele getöhrt hat. Das ist nicht vergessen; denn letz.terer schickte
sofort, als wir am 9. F^ebniar bei Manimbane in seine Nälie kamen,
Fricdei^sboten. Durch Biongeles Leute bekam ich mit den Manimbanes
Kühlung, die von der Kxistenz weiter Männer in ihren abgeschlo.ssenen
(Gebirgstälern in der Tal keine Ahniiiii^ liatteii, was ich so nahe derKii>t»i
nicht vorausgesetzt hatte. Die Manimbanes stellten willig; Führer nach
Westen, wo Haus.'iajäger sitzen sollten, von denen aber die iiaussas aus
JUongde, die nach Yabassi handdn, nichts wußten. Es konnten also nur
wilde Jiger sein , die von der Yaundesdte her so w«lt vorgedrungen waren.
Am 11. Februar trat die Expedition von Osten her in ein neues Berg^^tem
eäUf das der wilde Stamm der Bunyu-Uniku bewohnt. Bei dem Oberhlupt-
ling Etijei^ sollten die UaussigSger sich aufhalten.« Dominik mußte den
Stamm kri^erisch /.richtigen, dann unterwarf er sich und stellte als
Unterpfand Geiseln und Ai-beiter.
Und S. TiSS: »Wana, hei dem die Expedition v. Srhiminelpfenn^
den Mhnm ffhersehritten halte, kam uns am 1. März, stolz mit seituM- Flagge
in llauü&ak leidein entf;e;;enjieritten. Bei ihm in KuduT ist wie bei
Biongele eine Niederlas.suiig {aonyu) der Haussas, die direkt über Ngainbe
von Banyo kommen. Sie marschierten von Kuduc nach Yabassi in dreizehn,
nach Yaunde in sehn Tagen. In Yabassi kaufen sie natllrllch billiger,
trotsdem habe ich fUr di^enigen, welche aus Zdterspamls nach Yaunde
wollen, und im Interesse der Aufschließung des von mir bereisten wiclitigen
Weges die Yambasssstraße anlegen lassen.«
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LipncHT: Bedeotwig der Hannaration Afar unsere Togo- u. Kamerunkolonia. 215
4. Station Bami'nda.
Vom Nun, dein ■irößtni i<*chtcii Nrhentliiß des Mharn, scliließt sicli
westlich das Gt'l)it»t dev Station liainenda bis zur engli.scheri Grenz»' an.
iiaupLinann Glaniiiitg, der bis vor kiii-zeiii Cliei' dieser Station war, gil>t in
seinem Bericht über seine Reise nach dem Noixlbe^irk (Koloniulblatt X\ II,
1906) auch vmctiiedene auf Haussas bexQgliche Berichte.
& 236. Am 4. September 1905 traf ich in Metseho, das die HatUMS
Sunday nennen, ein.
S. 237. Der direkte Weg von Bogu nach Nam a ist in der lU^enzeit
wegen der tiefen Moräste nicht passierbar. Wir mußten daher zuerst nadi
Ken tu marschieren, das am l''uße des etwa 1000m hohen Funj^vegebiriges and
am Rand der weiten , sicli nach dem Benne zu erstrf rkendert I''bcne gelegen ist.
Die Kinp^pboimcn waren ancli hier, wie iiberali, in den Hernien versteckt. In
der Kbene liegt lias stattliche llaussudorf Ken tu, sowie die Faktorei des Rauf-
manus Falk und da.v Lager des Engländer Taylor, liier hatte der Häupt-
ling aucli luv meine i^xpedition ein stattliches Barackenlager aus Grashütten
erimut. Kentu M ein Hauptsentnim (Qr den Handel nut K(da and Gummi
and liegt an der großen Hauptstraße Dumbo-Kentn-Sama. Die Gegend
ist fruchtbar. In der nahegdegenen Haussaansiedlung des S eri Ic i -n^Barlc a S
zwischen den beiden Armen des Bisaalaltusses, wird viel guter Reis geliaut.
Der Dongafluß ist etwa 200 — 300 m breit, tief imd reißend. 50 Mi-
nuten vom Fhiß entfernt, Hegt auf einer niederen Hügelkette die große
Ortschaft Nama, die ganz den Kindruck eines Ilau.ssadorfs macht. Während
in den Tu k um orten des Gebirfres Männer und Weiher völlig nackt gehen,
sind die Tu kums des llaclien Landes fast sänillieli nacli Haussaart gekleidet.
Am 30. September erreichte jeh das auf einem etwa 200 m liolien Berg-
rücken festungsäiiulicl» gelegene G alea, da.s mit si inen Dörfern Masoro, Kum-
tana, Beoti, Ndaboro dem Stamme der Ndoro angehüi*t« Auch ein Teil der öst*
lieh daran grenxenden Bussumlandschafken gehört au Galea. In den 6st>
lidi von Galea gelegenen W&ldem wird ein voraOgUclier Gummi gewonnen.
Galea macht ganx d«i Eindruck eines Haussa- oder Fulbeortes. Das Königs-
dorf »I von einer Mauer umgeben.
Am 11. Oktober brach ich von Dumbo auf, das ich am H. Oktober nach
Überschreitung des Fungwegebirges en ei« ht hatte, und lagerte in Mungong;
am nächsten Tage iilxTscIu itt irli auf guten Hängebrücken die beiden etwa
40 in breiten und tiefen .Vnne des Ivumbitlusse.s , die sich eine Stunde unter-
hali) des großen, in fruchtbarer Ebene gelegenen Farmdorfes Fof u k a ver-
einigen und als Katsenafhiß durcli die Muntschiläuder dem Benue zu-
strömen. Dicht am Kumbitlusse liegt die kleine Haussaniederlassung. Von
hier fAhrt der Weg aunlchst nach der schönen Gebirgsschlucht des Ngume-
lluases, dann auf steilem Bergbang empor zum H&uptlin^dorf der großen
Bafumlandschaft Bum, xu welcher St&dte sowohl als xahlreiche Farrodorfer
geboren. Der alte H&uptUng Tarn vo-bringtin seinem kleinen, in steiniger
Gebirgslandschaft 1311 m Ober dem Meere gelegenen Dorfe seine Tage in
^ Auf Uaossa oKöuig des Segens«.
*
21 G Limn: Bedeatong der HftuuuMlion Ar uiMeieTogo- u. Kuneniiikoloiile.
paUuu eiialischer Rulit-. i> ist ein treuer Freund der VV^eiüen, und seiu An-
sehen hal viel dazu beigetragen , daB die Stetion ihren isänfliiß auf die Befiun-
landschaften fast fiberall in friedlieher Weise auadehnen Iconnte. Bum ist
der Zentralpunlit filr den Kolahandel aus Nko, Oku, Banaso, Bekum. In
den niohsten Ta^n passierte ich das kleine Farmdorf Sa sowie die Ber]f-
orte Fang tmd Koscbio* Dicht bei letxterem Orte wurde die Expedition
durch den schwierigen Übergang Ober den tic^fen und reißenden Mbumflud
fast einen Tag lang aufgebalten. Nahe bei Koschin Hegt Obang, das bei
den andern Bafumstämmen Munka, bei den Uaussas Matsche heißt; hier
sowohl wie in Koschin gibt e.s Gummi.
Nach Passieren eines etwa -00 m tiefen, schönen Gebirgstales über
die kleinen Orte Munkas-.Iyno und Jyno erreichte ich den großen Ort Su,
der bei den anwohnenden Stämmen Ndum heißt. Die Haussas^ nennen
den Ort Bafum-Kalse »das Bafum der Mörder«, weil hia* früher mehroe
HauasahSndler getötet worden sein sollen*
Etseoscbmekhfitten gibt es in Babungo, Bekom und Oku; in die
übrigen wird das Eisen von Haussas eingeführt Einidne Stimme, wie
Kudja, ICentu und einige Bafutnorte gewinnen auch Gununi; die meisteo
aber überlassen das Gummigeschäft den Haussas. Auch Elefanten werden
meist von Haussajägern erlebt, die gewölmlich einen Elfeobeinsahn an den
Häuj)tlin;j; des betreffenden Jagdgebietes abgeben müssen.
Bei seinem Hericlit nhev seine Expedition nach Bah", Bameta und dem
Südbezirk luaciit Hauplutann ülauuing noch die Bemerkung: Ziegen« Scliafe,
Schweine sind überall häufig, ebenso wie auch fast jedes Dorf Herden von
12 bis 100 Stück des sogenannten •Buschviebs« , «ner kleinen, meist scbwar&-
weiß gefleckten Rasse, ohne Höcker, besitst. In Bafusab (westlieh vom Nun,
sfidtich von Balung) befimd sich auch bd dieser Herde ein starker Hausssbulle.
Zur Station Bamenda gdiört auch Bamum, bis wohin ja die Eisenbahn
von Duala nach Norden gehen soll. Haujttmann Ramsaj ist der erste, der sie
entdeckt hat. Er äußerte Ober die Stadt h >Bamum, wo wir am G.Juli 1903
eintrafen, ist oluie Zweifel (?) die an Bevnlkenuif; und Ausdehnung bedeutendste
Stadt sudlich des Ben^f . . . ^^ni !?insso, das auf dem 2<)iiÜm hohen Iviimbo-
plateau liegt, marscliicrte ich nach tier sclmn in INIham - Nun - Ebene gelegenen
Landschaft Ba-Ntem , die bereits dem Lainido von Banyo tribntpllichÜg ist,
und dann durch die vuu Haussas bewulmten Landstriche Ngu, Ma^saija,
Marhaba. Hier traf ich auf die Stettensche (1893) Route Ngauibe- Banyo*.«
In Bali ist seit einigen Jahren auch schon die Baseler Hissbn
titig. Bamum wurde im Jahre 1906 vom Qeneralprises Lutz in Buea im
Verein mit dem Missionar Stola von Bonaku besucht. Misdonw Stola schreibt
dsrfiber in der diesjährigen Mainummer des ■Heidenboten« •Bamum ist
eine große, befestigte Stadt. Früher sollen Reiter aus Norden* gekommeo
sein und sie sweimal niedeigebrannt haben, weshalb der Großvater des
> Deutaches Kolonlalblsit XHI, 1902, 607.
» Siehe S. 213 oben.
» Abgedruckt im Deutsciien Koloiiiaiblatt XVII, IDOC.
* Dürften wohi die Fulbe von Banyo gewesen aeio.
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LtpptMr: BedeBtang dar II«iMMtHition fllr niiMre Togo- u. Kunonuikoloiito. 217
jetzi^'Hi! Könij;s ' srine RcsififTi/ 1>'*fpstigte. Ein balclip;t's Einsetzen der
Missiüiistaiigkeit erscheint um so wünschenswerter, weil der Islani luiaiif-
haltsain vordrängt. In liainum wohnen jetzt sclion über 500 llaussas utit
ihren Famflien. halten SffentUeh «of dem Miirkt ihi« Gebete ftb und
beteugm danebeu dem KSotg ihre Ergebenheit.«
5. Adamaua nördlich des Tikar- und Wutegebietes
sOdItch des Beaue.
Wenn wir weiter nach Adamaua hinaufgehen, so kommen wirxuerst
naeh Yoko, ehemals sOdliohem Qrensposten von Tlliati, jelst deutsche Mi'-
litarstation. Der Ort ist von Morgen, Dominik, v. Stetten und v. Kamptz Ik-
schrieben. Ich gebe hier die Schilderung v. Kamptz'': Der Ort Yoko
liegt auf einem hohen Hachen Rucken des Berglandes, der nach Norden
steil, nach den übrigen Seit^ri allmählich nhCSllr Gute.s Trinkwasser ist
auf zwei Seiten nahe. Die großen runden ilhii.ser sind nach FuUnhart
durch Strohwande in kleinere Gruppen geteilt. Durci» alle di«'.se übermanns-
hohen geflochtenen Wünde werden breite Straßen und Plätze gebildet, so
daß Yoko dneo viel geschlosseneren Eindruck macht, ab die Wutesied-
lungen, in denen' die Hftuser regellos nebeneinander liegen. Ein Graben
umlaBt in weitem Umlang den Ort Die Höhenlage und dn steter Luftxug
machen den Aufenthalt an einem fÖr Europler gesunden.
Yoko ist ein großer Knotenpunkt. Es treiTen die Straßen von N^lla,
Ngutte und Wenke zusammen, und nach Norden führen die Straßen nach
Ngaumdere über Boyare- Yerandi, Tihati Ober Cheme, und Banyo über
Yakum und Ngambe. Wutes, FuHalis und Tikarleute stoßen hier aufein«
ander; dazu konunen noch die zahlreichen Haussahandler.
Au.sGründen dergesunden La»ie der Stadt und iht^r Bedeutung uLs Knideu-
punkt so zaldreiclier Handelsstraßen hat Hauptmann v. Kaiuptz Yoko 7u einer
Militirstatton gemacht. Oberleutnant Nolte war mit dem Bau beauftragt, den
er vortrefflich ausführte; er wurde erster Kommandant der MiUttrstaticm.
Dominik ssgt in seinem Bericht Ober den Marsdi von Yaunde naeh
Garua, Kolonialblatt XIII , 1902,310: Ȇbrigens traf ieh u fast allen Wute-
dörfem bis Nguttestadt HIndler an, die von Yaunde aus vorgeschoben waren.
Aber die Gabunleute klagten, daß wohl Gummi in den Wäldern sei, die Wute
aber nirgends, wohl wegen ihrer Bedürfnislosigkeit, mit Eifer an die Ge-
winnung gingen. TatsHcliHch sind mich Faktoreien, die bereits bis Ngambe
vorgesclioben waren, wieder zMriickge7.(>i»en , so daß mir in der Höhe des
Yükogehirges fiir den Handel über Yaunde die Grenze zu liegen «scheint,
und zwar wird das Gebiet nordlich des Sanaga aus Billigkeitsgründen zweck-
mäßig mit Haussas bearbeitet werden, wie es vielfach bereits erfreulicher-
weise gMchldit. Dieselben Hanssahindler, die froher bei NgiUa und Ngutte
saßen, fand ich auch Jetzt wieder; aber die Produkte, die sie einkaufen, gehen
nieht mehr nach Norden an denBenue, sondern südlich fiber Yaunde cur KQste.«
' Der Köiilj; von Bannini lieißt Ngoja (Hauptmann Hirtler: Joia).
' Ergäozt durch die Schildemag von Dominik in aeiDem •KamAraa«*
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218 Lippxkt: Bedentiing der Haomnatioii fAr unsere Togo- a. Kamermikoionis.
Wenn wir von ^'<lk() noi*(!wärt«? flehen, koiiiiacn wir zu den beiden
grüßten Stanteii Aduinauas, Tibati und Ngauiidere. Beide hatten 7.Ahlreicbe
Haiissftliftndler.
Von Tibati wissen wir es ja aus dem Beridit von Morgen, wo der
Clief der Haiissahftndler sagt: »Nach Tibati muß man fUnfmal gehen, ehe
man reich wird, nach Ngilla nur einmal.«
Sehr atarlc ist auch die Ilauasakolonie in Kgaande re, i& derco
Händen, wie üherall, der Handel liegt. Doch spielen sie auch als Banlciers,
denen die Gri>ßen der Fulbe und mitunter auch der Lamido selbst
schuldet sind, eine große politisrlie Kollc.
Zahlreiche Hnussaliändler Uoninipn 7.11 den Dürrn beiden in \;!iäi^in
(ialilni. das n<'ir(ili('li von Ngn)Hi(lerc liegt, um Waffen, ilie von diesen be-
sonders kunstv»»U fahri/iert werden, als Messer, rieile untl l^uxen-spitzen.
einzuhandeln. FHr eine Lanzenspit/.e, die sie bei den Durrus fiir 200 Kauri
kaufen , erhalten sie in Yola 600 Kauri , also den dreifachen Wert
6. Adamaua nurdlicli der Bamendastation südlich des Benue.
Im westlichen Adamau», nördlich der Bamendastation, haben wirzunnclist
(lorori, wo Obei*st Pavel auf seiner Tschadseeexpedition im Jahre r.»02
einige Hanssagroße nach der Niederbrennung Kinkaiis fragte, wo die Kx-
pedition taj^s zuvor ()nnrtier genommpn hatte, und die erst zwei Tagp vuilier
nach Angabe der Kinwohner vom liäuptling von Kumbat BaU eingeäschert
und geplündert sein sollte.
Nördlich davon liegt Lugere kaiolla, d. i. Tal des Obersklavea,
das die sQdliche Orenxstation von Ban yo 1st. Es wird von Lamido Omaru
als Zwischenstation fiir die Ha us sahlndler gehalten, die von hier, nament*
lieh mit Vieh und Zeugen, westlich nach Patoko aefaen, wo sie mit des
Bafuts »JMiamentreffen , tim die so gesehltxte Kolanuß (gon) zu kaufen,
die in trell'licher Qflte und großen Mengen in Patoko angeboten wird. Aus-
schließlich dieser Nüsse wegen kommen die großen Karawan<»i den miUi-
samen Wp;i nbfr den Gendero nach Süden.
^\'eiIeI• nördlich liegt Mah;ill»a', am I''nße des Hanyot^ehimes, d^r
letzte Tikm ort. Das linw/c oiTene Dorf ist von Klfenb»*injä^ei i4 und IIau.s»H-
hiindlero bcwuhnt, i?.s .soll iltr größte LUcnbeinplat/- vuu ganz Tikar sein: der
Chef nennt sich mit dem Ilaussauamen Scriki-n -hauri, d.i. König des
Elfenbeins.
In Banyo gibt es ebenfalls eine Haussakolonie. M^or v. Karopti
hatte am 20. April 1809 xwei Haussale ute nach Banyo geschickt, wdehe
dem Lamido den Grund der Bestrafung Tibatis, die beabsichtigte
einer Station in Yoko mitteilen und ihm erßffnen sollten, wenn er seift
Freund .sei, so sollte er sofort Bevollmächtigte nach Ngambe schicken. Am
6. Mai kamen auch die nach Banyo abgesandten Boten in Begleitung voo
zwei Gesandten des Sultans Omaru von Banyo zurQck.
* Mahalba bedeutet Jäger; nidit zu verwechseln mit 0 ari-n-Maharba,
d i. -Stadt (h r J.iger>, di« aiii Znsammenflufl des Mso Deo und M«o Faro» ebfloAUs
iu Adaiiiaua, uördüch voo ersterem liegt.
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Li»rarr: Bedentimg der Hannanation fllr unaere Togo- n. Kamemnkolonie. 219
Omaru ließ sai^pn , er und alle Fullas und Haussas st irn liodi-
erfrent, daß das Suitannt Tibati ge/Qchtigt sei. Ki selbst werde den Weg
von Hiiiiyo stets offen halten und dort den Hnndd licscIiiUxen.
iiobert Flegel iialte iÖh4 Banyo bereits l)» tieten. l-> stand hier unter
dem Namen •Dermanu« (d.i. Abdarrahmin) noch in gutem Andenken, und
man hatte seinen Tod, wovon die Naehricbt durch die Haunnhlndler lüer-
her gelangt war, mit Bedauern vernommen.
Ebenso hat Gaschakasdnellaussas. Der Lamido war au Moigens
Zeit Samba, ein jöngerer Brudar des Lamido von Banyo. Der Ort mochte
ann&hemd dieselbe Gntßc liatten wie Banyo und Tibati. Nach Aussage der
Ilaussaleute soll dies aucii i>ei den übrigen vier Adamauaresidenzen Ng^un-
derc, Kont'sclm, Laro iiiid Tsclianiba ' dor Fall sein.
In (lascliaka erfuhr Mori^en durch einen alten, av eitjjereisten Ilnussa-
hiindler, daß der Mbaui auf dem Ueii'lerostocU entsjn hitie, der Snnay:a da-
gegen seinen Ursprung westlich Ngaundeie lial»e. Den «beten Lauf dieses
Flusses nennen die dortigen Eingeborenen, die Tibatileute, Lom^
Ebenfillls hat die Haussa-FuUahstadt Bundang>Turakua ihre
Hanssainduatrie. In dem Farotale, das sich hier oft zu Seen erweitert,
die von Tausenden von Vögdn belebt sind, hat sich Bundaog, das von
HnuasBS bewohnt ist, zu einem bedeutenden Industrieorte mit Firbereien,
Seiiereien und Gerbereien entwickelt. Die Stadt steht unter dem Schut/.c
dm* nahen Fulberesidenz Tukurua, wo Yerima Husseni, der Bruder des
neuen Lamido Mai von Ngaundere, regiert.
7. Adamaua nordlich des Benue.
Das Ad.utiaiia nördlich des Bcnue scheinen die iiaussas nur mehr
f&r ihre Handclsxüge nach dem SQden i^ameruns xu passieren. Die Kara-
wanen kommen aus Dikoa und gehen dami in der Ebene westlich vom
Mandaragebirge über Bama nach Madagali, von Madagali Ober Moda und
Uba nach Muhl, von Blubi nach Ojumo und von Djumo entweder Qber
Demssa nadi Garua oder Qber Malabo nach Yola'. An den Hingen des
Mnndaragebirges sind nun eine Anseahl Heidenstamme angesiedelt, die der
deutsclien Verwaltung noch wertvoller werden können als die Fulbe. Als
die Fulbehirlcn vor MenscIienaUcru diese T^andesbewttliner niis den friirht-
hnren Niedernni;<Mj am Fttße des Plateaus in das Felsu'rlnrge zurückdräiii^ten,
bal>en .sie da.s \ Olk \or der Kntnrtung und \'< r\\ ciclihchung gerettet, der
sie nun selbst verfallen sind. Nut und Entliehruiig iiat die Heidetistäuune
an den k&rglichen llüugcn zur Arbeit erzogen; sie sind gesundet in der
friselieren Ilohenlufl und an den klaren Quellwassem und geschieht und
anstdtig geworden in dem harten Kampf ums Dasein, den Mensch und
Natur ihnen aufzwangen. Nicht auf der Hochllache selbst konnten sie sich
* Bei Laro und Tschauiba halte ich das nicht für richtig; sie sind weseiit-
lidi kielner.
* Morgan hat Yelom.
' Aus dem Berichte des Residenten von Adaniaua, Hauptmann Zimmermann«
Otier doe Bereisong de« Mandaragebirgee vom 16. November 1905 bis 20. Januar 1906.
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220 Lippkkt: BedeDiang der Htnmnation fAr oiiMre Togo- o. Ruaerankolomie.
niederlassen, sondern iniißn n die Hänge besetzen, um dem auf Sklaven-
rauh ausgehenden Feind ilen Aufstieg zu welirm. Die stete KampfbfTfHlt-
schait verwies den Mann aufs Feld, das Weil) baute Haus und Hof, bereit»
beim geringsten Warnungssignal mit Kind, Vieh und Besitz in die vorher
erkundeten Scblupfwlokd xu verscbwindeo* Und mit weleher Liebe hai
dies Volk» der harten Arbeit hing^eben» aueh dem Wilsten Hang durch
inaaerbeklddete Terraaaenanlage noch ein StOckchen Boden cur Bestellung
abgerungen , jedes Fleckclien zwischen Fels und Stein aui^enutxt und mit
förmlichen Talsperren der Wegschwemmung des teuren Bodens entgegen-
gearbeitet. Ihre Fanncn sind Musterleistungeo» ihre WohnaitKe richtige
Schmuckkästchen. Als llati[)tni.inn /Üinmennann das Mandaragebinje um
die Jahreswende bereiste, waren die \' rhültnisse noch so, daß eine Anzahl
der ui der Ebene sitzenden Fulbf'.sultane die Heidenstämme angriffen, um
deren Vieh und Menschen als Sklaven zu rauben : die kleinen Heide^i-
stänmte rächten sicli durch Repressalien, indem sie in die Ebene hinab-
stiegen und die Vieliberden der Fulb^ raubten. NatQriich schonen sie
dabei auch die iMssiereoden kleineren Uwissakarawaneii nicht, denen sie
ihre Waren und gel^entlich einen Menschen abnehmen. Der Anlaß sum
Eingreifen des Residenten war, daß Qber die RSubereien der Paka» und
Betei^iheiden von versdiiedenen teils unbeteiligten Seiten Beschwerden bei
der Residratur eingegangen waren.
Da der Resident von der Residenturbesatzung Garoa nur 20 Mann
verfugbar machen konnte, zog er den Oberleutnant Schipper mit 40 Mann
des Postens Binder liin/u. Kr liatte nun die Absiclit, nur die freclisten der
K;iuber, die Betenjis, enipfitullich zu trefl'en und unter dem Kindruck der
Züchtigung mit den übrigen ohne Kampf in V^erbindung -/.a treten. Sein
Plan wurde vereitelt, als er am 25. November 1905 an den Betinjihöhen
enthmg nnrsdiierend, unterhalb des wsten Fakaortes eine Rast machie,
und der Amado desselben auf seinen Ruf sofort und scheinbar ohne
jedes Bedenken mchien. Er stellte jegliehe Beteiligung an den ihm
aar Last gelegten Riub«reien entsdiieden in Abrede und wußte Uaiq>t>
mann Zimmermann durch sein Auftreten von seiner Unschuld derart an
übenceugen, daß er Lager in dem Orte bezog. Der Arnado brachte auch
Verpflegung. Um so erstaunter war der Resident, als am anderen
Morgen einige der geplünderten H an ssa hän d 1 er erscliien^n und <\cr
Arnado. der auch jetzt noch die Betenjis als die Schuldigen bezeichnete,
nicht in Abrede stellen konnte, daß die Ilauber mit der Beute in seinejn Orte
verschwunden waren; er hatte sich auch erboten, das geraubte Hau ssa-
weih und die Waren zur Stelle au schaffen, wenn Uim eine Müchkuh dafOr
bezahlt werde. Nunmehr erhielt er den Befehl, Weib und Waren zur Stelle
zu schaffen, fOr seine LQgen 100 Schafe und 200 Lasten Korn au aaUen
und 50 Geiseln so lange zu stellen, Ins diese Forderungen erflUlt aaien.
Er ▼ersprach dies, verschwand und blieb Terschwunden. So war der
Resident mit dem stiirksten der drei Stimme — die Fakas mochten etwa
3500 Knj)fe zählen — ganr. gegen seine Ab.sicbt in Konflikt geraten. Mit
seinen 14 Mann konnte er einen entscheidenden Schlag nicht filhren, sumal
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LiFPsaT : Bedeatung der iiaubsajiation fiir muere Togo- u. Kaiiicrunkolouie. 22 1
much kein Widerstand gdeislet wurde. Die Pakah&he konnte unadiwer
vom Feinde, der anfangs von derselben in das Lager xu schießen versuchte,
gesSiibert werden; die mit großen Vorräten nn Korn au5?gestatteten Paka-
orte wnrfJen aiißprdpni nachts durch Patrouilleiifjang gespeiTt und das Aus-
weiclien dts Gegners ebenfalls diii*ch Patruuilleo bis zur Ankunft Schippers
vtrliindert. Als Schipper lieran war, wurde in der Nacht znin 'J. De/ ember
von zwei Seiten angegriffen; der tugs zuvor uocli bewohute Ort war aber
ebemo wie die Ngulib6ben geriiunt. Nun b^tnnn der Pttroaillengang, um
dem Feinde in seinen zehUoeen SehlupfWinkeln nachzaspfiren und Abbruch
xo tun, seine wundeibQbsehen Ifiederlassungen und musterhaften Farmen
blieben unberührL Um den nach allen JRiebtongen zersprengten Offner
wieder aar Besinnung kommen zu lassen und nidit Uber die englisehe
Grenze zu treiben, ließ Zimmermann zuniehst von ihm ab, und beauftragte
den der deutschen Verwaltung ei^ebenen Arnado von Oda, den Heiden
seine Forderunp;en bekanntzugeben: je^er der drei Stamme snllte dreißig
Strafarbeiter auf ein Jahr stellen, das bereite Uber die eogUsche Grenze
geschaffte Haussaweib zurückgebracht werden.
Hauptmann ZiinnuM mann brach mit Oberleutnant Scliipper, Sergeant
Mellenthin und 51 farbigen SuUlaten von Gela über Mubi, Mitscliiga-Moda-
Duhu nach Madagali , dem nördlidisten Fulbesitz, auf. Auch diese Orte hatten
natfirlieh ihre Ueidenanliegen, wurden aber zuniehst auf spiter vwtrSetet.
Der Lamido von Madagali eriiielt auf seine BitCen 10 Mann als VerstSritung CAr
eine Bestrafung der Miltubdden, die ibm, statt den seit Jahren ablieben
Tribut zu zahlen, neuerdings Vieh geraubt und Leute angeschossm bStten.
Dann brach die Expedition nach Gauar auf, dessen Lamido um Hilfe
gegen die dortigen Heiden gebeten hatte. Auf dem Marsche dahin besuchte
Zimmermann und Schipper zunächst die Palam-, dann die Kanmlu-, iMogndi-
uiui Hiimumsiheiden, Falliortc von 2000 bis 4 000 Kinwohnern, die beim
Kinrücken der Kxpedition in die lierge entlluhen, sich al)er bahl von den
friedlichen Absichten der Weißen ül>erzeugen ließen, reicliliche Verpllegung
brachten und erfreut waren, dafi der zum erstenmal in ihren Orten er^
schienene Weifle, statt Krieg zu ilUiren, flir die angebrachten Lebensmittel
aueb noch Qesebenke gab. Dsgegcn hatte Oberleutnant Schipper am 14. De-
zember 190Ö ein heftiges Gefedit gegen die zu Hoda gehörigen Putuheiden.
Zur Bestrafting der Gauarhdden kam auch eine Abteilung Madagali und
Moda sowie auch das Krii L'^svolk von Marua und Mindif zu Hilfe, und
dem konzentrischen Aogrin* setzten die Gauarheiden nur schwachen Wider-
stand eiitirepen. Cher 70 Stück (utiPvieh (meist 'jcraubtes Fulbevieh) und
250 Schafe wurden erbeutet, davon öi> bzw. 100 für die Residentnr ver-
einnahmt, das übrige sowie ein großes Kurrnjuantum dem verarmten Gauar-
Iftuiido übergeben.
Die Wirkung des Schlages zeigte sich in den nächsten Tagen, indem
die Amados von Sir, Dimeo, Bndum und Oadsb um Frieden baten und
zum Aufbau und zur Befestigung der Gauanttadt Arbeiter stellten.
Hauptmson Zimmermann ging dann über Msrua nach Mora," der
Hauptstadt von Mandara, dann Aber Bama nach Madagali und von da
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222 LtpmT; Bedentang der Haoaeanatioii fBr untere Togo« o. Kamarudnloiue.
norli cinnrnl nach Gaiiar, wo pr nocli die G»*tl<tlipiu'n zer-spreniit«* nnd ihn
l iiterliiuiplliug ztir Milte iin» Frieden verarilaüte. ICr trug ihm auf. am
ijächstcn Tnv^r- 50 Geisehi zu siclh'ii und ebensoviel Arbeiter luiii Aufhau
der (iauarstadi. Dann zog ei- über 8ir, Humseki- Burrhn nach MubL Ani
lä. Janunr «rreichte er Paka; unterhalb der Höhe weideten große Fullab>
herden. Noch am Abend brachten die Pake» 30 Geiseln; das Ilaumweib
war bereits ihrem EigentQtner xurfickgestellt. Die Befteiy is waren versehwuo-
den. Dagegen brachten NguUs und Baus am folgenden Tage S2 Geudn
naeh Meiha. Am 19. Januar kehlte Hauptmann Zimmermann nach Garui
zurfick.
»
8. I) f'ii ts c h - Ii o r II II.
Noch einii^e Daten aus dem Dericlit 1 laiipliiinnn Dnininil^s "iber die
Gebiete zwischen dem obei'en Benue und dem Tschad.see. KuluniaiblaU Xl\'»
S. l.'iO, 11)03.
Dikoa ist (Vw cluiiialige IlaupLstadt Räbahs und Jetzt des unter
deutscher Herrschaft strlKMidcn Köiiii;s (Jerbai.
Hat sich auf dem Lande nocii üftei-s reines Kaiiuri erlialten, so setzt
sich die Dikuabcvulkerung, wie wohl auch andere große Bornustädte, aus
TrijioUtaner-, Fezt«ner*t Tuareg- und Tebumisehliogen susammen, aut
Haussaleuten, aus Bagirmi-, Wadai- und Furieuten, vielfaeh aus Rnngu
und Dongolanem.
Karnak Logon li^t am Logon, der ebenso wie der Schart zwischen
niedrigen Ufern 200~300m breit dahinströmt Die Stadt selbst ist von doer
riesenhaften Mauer umgeben und geschlossen gebaut; viele Hliiaer aber
li<'<;eM in Trümmern — ein Andenken an die Rabahisten. Handel und Wände!
ist (»edeiitend, weil hier die eine Hauptstraße über Mnssenja nach Wadai
und weiter über Fasr!ir, Cliartiim, Siiakin tiacli Mfkka fülirt, die so man-
cher ^laubige FuUah uud Uau^a zieht, um naclt Jaltreo als «liiggi« beim'
xukelii'<MK
Der Fulali selbst, der eigentliche Pferdebesit/er und Ziichtor. rH«t
nicht viel — dns besorgen die llfiussa-s — , so kommt t^s, daß die Titic
wenig Bewegung haben. Auch winl das Pferd nicht mit Korn, i»onderu
mit Gras gefüttert. Diese minderwertige Ernalirung und der Mao^ an
Bewegung haben die Pferdezucht in Adamana verdorben; man findet «oU
nocli öfters schöne, aber selten gute Pferde, die etwas leisten, wie s.B.
der kleine, arbeitsgewohnte Haussapony.
AuDTallend ist die Vorliebe fttr WohlgerQdie, welche die Kanons mit
den Haussas teilen. Hier wie dort werden Zibetkatzen gehalten, den»
scharfriechender Afterdrusensaft von Zeit zu Zeit ausgepreßt wird , und sehr
gesehnt/ 1 ist. Aber auch sonst wissen beide StSmme wohlriediende fineoxen
anzufertigen, die von Arm und Reich benutzt werden.
Oberst Pavel, Kommandant der Kameruner Schtttztruppc. hatte isi
Jahre 11)02 mit einigen Kompagnien seine Orientierungsexpedition bis tum
Tscbadsee, der nördlichen Grenze der Kolonie, gemacht Den Rackmancii
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Lippkrt: Bedeutung der liaussaitation fQr unsere Togo- u. Kanierunkolonie. 223
nalmi cv dann von Garua' nach Ngaundcre' über Bnbene*, Adiimre', Rci
Buba'. Er berichtet darüber im amtlichen Kolonialblatt XI, 1900, S. VUt^
• daß auf dem Wege einr tinjjpnioiii zalilreiche Bevölkoniiit; lebt, dir (ic-^cnd
sehr reich anpebaiit und fjioße Mengen Krmtschuk und Gummi arahiniiii
von Hanssahämllci II nach Vola und dem l'raii/.nsischen Gebift gi'liarulelt
würden ^ Die genannten Städte belinden sich alle in blühi'Uili'iu Zu.sLande;
die Einwohner, Fulbe, der muhanimedanisciien Religion angehörig, machen
durchweg einen hochkultivierten Eindruck. Rei Buba und Ngnundere, beide
mit etwa 30000 Einwohnern, sind vorzQglich gebaut. Deutsclie Kaufleute,
die sieb dort niedeHießen, kSnntim die gl&nsendaten Geseh&fte machen.«
Dieae Prophezeiung aotlte bald in Erftkllirag gehen. Die untemeh-
meiule llaniliurger Firma Randad & Stein hat beielts 1904 durch ICaufmann
Heim eine Faktorei in Ngaundere eingerichtet auf einem ihr zurVerfiigung ge-
stellten, am Markte gelegenen Grundstücke. Nachdem Mitte Juli 1904 der letzte
Warentransport von etwa Lasten in gutem Zustande angekonmien war,
entwickelte sich mit den liier ansässigen llaussas ein iil)prraschend starker
Gummihandel, so daß bald darauf 4 Tonnen prima Ivantsehuk nach der
Küste befördert werdeu konnten. KIfenbein war weniger, da in der Um-
gebung nicht mehr vide Elefanten vorkamen und »tm Teil wohl aticli schon
aUgesdiossen waren. HaussahUndler wurden nach Baka, Kongola, Hansam
vorgeschoben und arbeiteten dort mit gtiten Resultaten.
Schriftliche Anknüpfungen mit dem Lamido von Bubaiidschida fnhrten
XU dem erfreuUclien Erfolge, daß einige Lasten Elfenbein und Outtaperelia
nacl) Ngaundere tum Verkauf gebracht wurden.
Der Kaiserlichen Residentur' ist es zu verdanken, daß der Firma
auf ein entsprechendes Gesuch, in Tibati ein Grundstück zu den gleichen
Bedingungen wie in Ngaundere zu bekommen, die Zustimjnnng erteilt wurde,
so daß dort in kurzem eine Zw ci^rakUuei enichtet werden kanu, die unter
Zuhiirenaiune der starken HaussauiederlassuDg in den der französischen
Grenze auliegenden Gebieieo den Gumiui- und Klfenbeinhandel betreiben
kann und außerdem ab Stiitapunkt fiir die Karawanenstraße Ngauadere-
Yaunde dient.
Es erübrigt , in Qartia ein Grundstück zu erwerben und eine Faktorei
darauf sa errichten, die ztmi Einkauf von Guttapercha, siiater $het auch
als Ausgangspunkt für die iti absehbarer Zeit stattfindende Verschiffung von
Waren und Produkten und als Depot (ttr eine etwa in Marrua za errichtende
Faktorei dienen soll.
> Garua am oberen Benno ist Fiilbesaltaaat vnd Sitz des deatsehen Resi-
denten fBr Adsmana.
* Nganndere und Rei Buba (die Baoptstadt von ßuba-u Dschida)
sind zwei FulbeAultanate mit großer Ausdehnung und KriflgsPMcht, ihrem früheren
Oberherm in Yola an Macht wpit überlegen.
' Bebene und Adumre, zwei kleine Fulbe^ulUiiate , gewerbeileißig aber
nnr auf das Weichbild ibrar Stadt beschränkt.
* Das ist jetst anders geworden , wie man ans der folgenden Darstdlnng ersieht.
* Wohl hl Gama.
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224 Lipp£bt: Bedeutung der Haussauatioii fur unsere Togo- u. Kamenuikolonie.
9. KQsle des westlichen Kameraii.
Was das westlidie Kamerun und die Küste betrifft, so ist snoidiit
die Station Yabassi zu erwShoea, wohin die in Bioagele im Bapea^ehic^t
sitzenden Haussas handeln Ferner meldet der Gotiverneiir im Kolonialblatt
XIV, 1903, S. f)<j: »Als ein erfreuliches Zeichen f'n- df'n Aiifsehwunfi des
Handels durch Erscliließiinp des ferneren Hinlerlaniles tiarf es beiradilet
werden, daß vor kurzem ("JO. I)e/,eiuher 1902) eine H a u ss a karaw aiie voü
103 Köpfen, von Banyo kommend, in Uuea eintraf, um am nächsten Tage
nach Viktoria weiterzugehen. Die Leute, Mim eraten Male hier gesehen,
wurden in ihren malerisdien Trachten weidlich ai^eateunt. Sie sind uata*
FQhruiig eines einzigen Schutatruppenaoldaten der Station In 42 TagM von
dort henMismanehiert und iußerten sich Qher den Eindruck redit beim-
digend« Vor allem hat ihnen die abaolttte Sieherbeit Imponiert. Sie wareo
vollkommen iinl)e\vafTnet und führten schwim Lasten von Elfenbein im
Werte von 10000 Mark mit sich. Die Haitssaa sind mit dem Dampfer
• Nachtigal« von Viktoifa nach Dnala gebracht worden, vim wo sie nach
Absatz ihrer Waren den Heimweg antreten werden, i alls die llamhurgcr
Kaufhäuser sich entschließen wollten, Waren feilzulialr' n , die von d*"ii
Haussas begehrt werden, was eur Zeit noch nielit der I aii ist, so würde
wohl ein dauernder Zuzug aus dem Innern stattfinden und eine vollkommeae
Neugestaltung des Kameruner Handels sieh ▼olfaddien.«
Die Hambui^ Kaufhiuser scheinen den Wunsch des Gouvemeon
bdio^lgt ta haben; denn seit dieser Zeit kommen ^rlich mehrere Haussa-
karawanen nadi Duals, wo iiir aie auch Unterkunft und Magazine f&r die
von ihnen mitgebracbleo Waren, wie Elfenbein, Kautschuk und KoIanfiM^
geschaffen sind.
Hierauf scheint sich der Itericht de^ Stationsleiters von Barnen da*
zu he/.ielten, wonach Ende .ianuar 1903 eine im November \'firi<jen .Inhres
nach der KOste gegangene llaussakarawane zuiückirekomiueii wäre, dcreu
Führer sich hocherfreut über den lOi trag seines Eilt iihi ifihaiidcls im deutschen
Küstenbezirk aussprach. Von nun an, sagte er, würde er sein KlfenbeiD
nur an dentaHsfae Firmen verkaufim.
Wie wir die Hausaanation ab Gesamtheit als Verbreiterin der Knllor
unter den Heidrastlmmen kennen gelernt haben, so muß noch sum Sdilofi
erwihnt werden, daß auch der einaelne Hausse eine Gesdiicklichkeit uad Ge*
wandtheit in allen Lebenslagen besitzt, die fiber die der Bantuu^er weÜ
hinausgeht. Dafilr nocli einige Beispiele:
Morgen berichtet in seinem Werke »Durch Kamerun. S. 215, daß
seinem Dolmetscher und Vertrauten, einetn Elmina, bei einem Tornado von
einem starken Aste, der von einem Bnumwollbaum herabfiel, die ledite
Schulter zerschmettert wurde. Als er liinzuknm, fand er ihn in der Be-
handhing eines liaussaiiuktors, der die Wunde durch Schrüpfküpfe behan-
delte. Moiigen beschreibt die Prozedur und bemerkte, daß die vom Art
■ YgL den Berldit von Bsaptraawi Dominik Über die Bapaaa 8. 214.
* Detttsefaes Kolonislbhktt XIV, IflOS.
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Lippkrt: Bedetttnng der Hsmaanatioa fttr Togo- iLKamenmkolonie. 225
e»nt-staiul»Mir Ulutgescli willst sich /iisehends vrningerte. Nnchtlctii Moi^en
nocii kalte Umschlage eutpfuhleii haito, ging er beruhigt fort, da der llaussa-
arzt ihn auch aufs beste zu pilegeu versprach.
Ebenso i)t'i ici«tet Freiheir v. Stein, dap, als eiiuiial ein scluvar/er SoUlat
durch einen vergiflelen Pfeil schwer verwundet war, ein Gegengifl, das ihm der
Chef der Haussas in Bertiia reichte, ihn in drei Tagen wiederherstellte.
Morgen sagt von der Kavallerie des Sultans in Sansemi-Tibati: »Die
meisten Pferde waren unbeschhigen. Nur in seltenen FUlen, bei weichen
Hufen, sah man Besclillge in Form von geschlossenen Volleisen. Den Be-
sehlag besorgte ein alter, ati<? Lagos stammender Ilaussaniann, der bereits
vor zwanzig Jahren sich in Tibati als Fahnenschmied niedergelassen hatte.«
Hauptmann Dominik sa»t in seinem »Kamerun« S. 278: -Da größere
Siedlungen und Weideplätze in din- Nähe» waren, so machten wir Halt und
kochten ab. Die Soldaten brnchU ii .schönen liunig. l'berall auf d>-ii Räumen
befanden sich Bienenkörlu- , die vorn durch eine Lehmvvand, m der sich
ein Flugloch befand, geschlossen waren. Innige Hauasas verstandeu es
sehr geschickt, die Tiere ausanriiadiern, wihrend auf dem Marsche nadi
Tibati ein Yaundonann eines Tages bei dem Versudi, Honig au holen, die
ganze Expedition auseinandergesprengt hatte. W&hreod wir nimlich in
Bendeivouastellung standen, hatte der unvorsichtige Mann die Bienen auf-
gestöbert, die uns eine bliitif^c Niederlage beibrachten. In ganzen Scharen
stürzten sich die infeebrachten Tiere in die niclits ahnende Kolonne, die
sofort writeniiarschieron iintl melircre Hanser anzünden mußte, um das
Gepäck aus dem Hicncndorf herauszubekommen.«
Ebenso \verd«'ii zahlreiche militärische Chargen, Unteroffiziere und
Feldwebel , als kriegstiichtig geschildert. Uau|ittnarm Dominik gab bei dem
Sturm auf die Wutestadt Watare den Befehl aus: «Massadu, du rechts an
den Palisaden entlang mit 15 Uaussasotdateni Klon (Deutscher Unt^ffizler),
Sie links mit 15 Mann, bis ein Tor gefunden ist!* — ■Ich breche von hier
ein.« — «Alt light.« ^ Dann heißt es weiter: »Massadu, der Hauasaunter-
offizier, war gleichzeitig mit mir von der andern Seite eingedrungen, so daß
die Überraschung völlig gelungen war.«
Beim Angriff auf Tibati sagt Dominik S. 273: »Im Morgennebel ging
es auf die Stadt los. \'or mir, spähend, die Büchse in der Hand, der
Unteroffizier Massadu mit den Leuten der Sjiitze.«
Feldwebel Musa, der auch bei Dumiiük gestanden ' und hei der Er-
oberung Tibatis im Jahre 1899 mitgefocluen hut, wird auch von Haupt-
mann V. Schimmelpfennig sehr geschätzt und fiir diplomatische Sendungen
benutst »Von Ngilla aus hatte ich Feldwebel Musa au Ngutte gesandt,
um diesen mdnes Erscheinens wegen tu beruhigen Feldwebel Musa hat
* Er hatte anch bei Tibati mitgekämpfL 8.278 sagt Dominik : «Die Soldaten
hatten einen jungen Bollen, der einen langen Strick um den Ibis trag, eingefangon
und mit Mühe in einem Kraal festgelegt, wo es ilim hol gutem Futter scheinbar
recht gut ging. Der Feldwebel Musa erzählte mir von der Wildheit des Tieres.
Ich ging mit ihm und mehreren Leuten, um e« mir anzusehen.«
Hitt 4. Sem. £, Orioifc. Spndiai. 1907. HL Abt M
226 lipmTi Be«l«atangderHaii«mnatk>D fllr m««« Togo- a. Katneninkoloiiie.
seine nicht leichte Aiifjjahf t\\ nieirMT fjanr. besonderti Zufrieden !ieit tr<-lö.st.-
Und kiuv. darauf: .Feltlwcbcl .Miisa hatte von mir Befehl erhalu u. Nuutt*»
7Ai veranlassen, mit den MbHU):>tüuunen FiUdiing zu nehmen. Ngutte.s Eiit-
fluß scheint sich nueh Ober den Mbam auszudehnen.«
Auch die Expedition den Rittaidstera v. Stetten bat Feldwebel Bf um
mhgenacbt; sein Palaver mit dem Haussamann auf dem Walle von Kgambe
rettete schließlich die Elxiiedition. Vgl. S. 212 oben.
Freiherr v. Stein berichtet aus Yukadama, 16. Oktober 1901: «Eine
ausgesucht xuverlnssige Besatzung von etwa 25 Mann werde ich vorlinH? lüi^
zurücklassen, als deren FOhrer bis zur Ankunft des erbetenen europäischen
Stntioii^leiters der sehr /.ifv'eriHssige HaussascrgeantOamän miteingebeo>
der Instruktion l'un^ieten wird.«
Haujjtinann v. Kainptz hatte am 20. April zwei H ntisj-iileute
nach Banyo gtii>audt, vvelihe dem Sultan von Uauyo den UmukI der Be-
strafung Tibatis und die bcabsichUgte Anlage einer Station in Yuko luitteileo
und ihm erCffnen sollten« wemi er sein Freund wire, sollte er sofort Be*
vollmlchtigte nach Ngambe senden.
Mit xwei Haussaleuten als Fahrer hat Hauptmann v. Eampta am
5. März 1899 den Marsch nach Tilnti angetreten.
Lamido Abo von Ngaumdere, hocherfreut durch die Sendung des
Hauptmanns v. Kauipt/. , will mit der neuen Station Yoko in Verbindung
treten und hat r.n diesem Zwecke den Hatissanmnn Aiidu mitgesandt, der
iim umgehend von der erfolgten Gr&nduog der Station benachrichtigen soU.
BitUa. fwAnuikt b dar B«iid»drackaiL
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Verlag von Georg Reimer in Berlin
Lehrbücher des Seminars für
Orientalische Sprachen zu Berlin
Herausgegeben von dem Direktor des Seminars
Groß 8°* Iii rotem ttchniiegsameii Kalikoeinband mit Golddrucktitel
Erschienen sind:
üandl: Lelirhuch der Japanischen Umgangssprache von Professor Dr. Rudolf
Lange, Lehrer des .lapaiiisrheii am Seminar. 1890. Preis 24 Mark.
Rand II: Suaheli - Handbuch von Walter von Saint Paul lllaire. 1890.
Preis 10 Mark 50 Pf.
Band III: Wörterbuch der Suaheü- Sprache, Suaheli - Deutach und Deutsch-
Suaheli, von Dr. C. G. Büttner, Lehrer des Suaheli am Seminar. 1890. Preis
13 Mark.
Band IV: Japanisches Lesebuch. Märchen und Ertählungen in japanischer
Umgangssprache und lateinischer Umschrift, nebst Anmerkungen und Wörter-
buch von Herman ti Plaut. 1891. Preis 20 Mark.
Band V: Praktische^ Grammatik der Neugriechischen Schrift- und Umgangs-
sprache. Mit Übungsstücken und Gi-sprüchen von J. K. Mitsotakis. Ihdl.
Preis 12 Mark.
Bard VI: Lehrbuch der Ephe-Sprache (Ewe), Anlo-, Anecho- und Dahome-
Mundart mit Glos.sar und einer Karte der Sklavenküste von Dr. phil. Ernst
Henrici. 1891. Preis 10 .Mark.
Band VII: Handbuch der Nordchinesischen Umgangssprache mit Ein-
schluß der Anfangsgründe des neuchinesisrhen olficielien und Briefstil» von
Prof. Karl Arendt, Lehrer des Chinesischen am Seminar. Mit 1 Kart«.
1891. Preis 24 Mark.
Band VIII: Lehrbuch des Oshikuanjama (Bantu-Sprache in Deutsch-SQdwest-
Afrika) von P. H. Brincker, .Missionar. 1891. Preis 16 Mark.
Band IX: Sammlung Arabischer Schriftstücke aus Zanzibar und Oman. Mit
einem Glossar herausgegeben von Dr. B. Moritz, Lehrer des Arabischen am
Seminar. 1892. Preis 16 .Mark.
Band X: Sueüieli-Schriftstücke in arabischer Schrift, mit lateinischer Schrift
umschrieben, übersetzt und erklärt von Dr. C. G. Büttner, Lehrer des Suaheli
am Seminar. 1892. Preis 22 Mark.
Band XI: Lehrbuch der modernen Osmanischen Sprache von J. J. M a -
nissadjian, vormals Lektor des Türkisdien am .S<-minar. 1893. Preis 16 Mark.
Band XII: Einführung in die Nordchinesische Umgangssprache. Prak-
ti.sches Übungsbuch /.unächst als Grundlage für den Unterricht am Seminar von
Prof. Karl Arendt. In 2 Abteilungen. 1894. Preis beide zusammen 48 Mark.
Band XIII: Ein Arabischer Dialekt, gesprochen in Oman und Zanzibar.
Nach praktischen Gesichtspunkten bearbeitet von Dr. Carl Reinhardt. 1894.
Preis 40 Mark.
Band XIV: Chrestomathie der Neugriechischen Schrift- und Umgangs-
sprache von J. K. Mitsotakis. Eine Sammlung von Musterstücken der Neu-
griechischen Litteratur in Prosa und Poesie, mit erl.^uterndeii Anmerkungen und
biographischen Notizen. Preis 16 Mark.
Band \V: Einführung in die Japanische Schrift von Prof. Dr. R. Lange.
Lehrer des .L-ipnnisrhen am Seminar. 1890. Preis 8 Mark.
Band XVI: Herero - Grammatik von Mi.ssionar (». Viehc. 1897. Preis 12 Mark.
Band XVII: Muhammedanisches Recht von Ed. Sachau. 1897. Preis 26 M.irk.
Band XVIII: Suaheli - Märchen von C.Velten, Lehrer des Suaheli am Seminar.
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von Prof Dr. R. Lange, Lehrer des Japanischen am Seminar. IIKM. Preis
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Haosa- Deutsch. 19(H). Preis 20 Mark.
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